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Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

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Dieses Thema hat 73 Antworten
und wurde 5.680 mal aufgerufen
 IV.1. Modellbahnbetrieb als Ideologie
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Conrail-Markus Offline



Beiträge: 33

09.04.2009 22:58
#31 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten
USA:

Bevor wir hier weiter schreiben, sollten wir erstmal klären über welchen Zeitraum und welche Region wir reden. Da es "die" USA nicht gibt, existiert auch nicht "der" amerikanische Zug oder "die" amerikanische Bahngesellschaft.

Nebenbahn:

Natürlich sind hier zwei Sachen vermischt, denn sie hängen ja auch zusammen. Ist eine Heimanlage oder ein Modularangement ohne Konzept oder zu simpel aufgebaut, kommt schnell lange Weile auf. Diese Gesetzmäßigkeit gilt überall, egal ob daheim oder in der Turnhalle bei Fremo&Co.
Der Fahrplan an sich ist relativ einfach zu entwickeln, besonders wenn die Verhältnisse sehr einfach und übersichtlich sind und das Vorbild dabei nicht vergessen wird.
Die Neben- oder Kleinbahnanlage mit einem Fiddleyard und 2 Stationen samt vorbildnaher Streckenlänge wird kaum eine Einzelperson überfordern. Ein bekanntes Beispiel ist die Vogelsberger Westbahn und was die Kleinbahn betrifft, die von mir bereits genannte regelspurige Kleinbahn Goldbeck-Werben hatte zur beliebten EpocheIII lediglich 9 Zugfahrten in 24 Stunden, auf den anderen Strecken der Altmärkischen Kleinbahnen sah es ähnlich aus.
Will man diesen Fahrplan im Modell dem Vorbild entsprechend nachfahren, hat man sehr viel Zeit zwischen den einzelnen Zugfahrten.
Sicher lassen sich auch Ausnahmen finden, wo es auf einer Nebenbahn ordentlich brummte aber ich bleibe bei meiner Ansicht, das mit einer Nebenbahn nicht das Limit erreicht ist, was der gemeine Mensch betrieblich allein bewältigen kann.
Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.859

10.04.2009 10:32
#32 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten
Zitat von Conrail-Markus
USA:
Bevor wir hier weiter schreiben, sollten wir erstmal klären über welchen Zeitraum und welche Region wir reden. Da es "die" USA nicht gibt, existiert auch nicht "der" amerikanische Zug oder "die" amerikanische Bahngesellschaft.

Warum? Jede Region und Epoche hat ihre Reize. Aber wir sollten mal einen anderen Thread aufmachen: intressantes Vorbild für ein Konzept.
Zitat von Conrail-Markus

Der Fahrplan an sich ist relativ einfach zu entwickeln, besonders wenn die Verhältnisse sehr einfach und übersichtlich sind und das Vorbild dabei nicht vergessen wird. Die Neben- oder Kleinbahnanlage mit einem Fiddleyard und 2 Stationen samt vorbildnaher Streckenlänge wird kaum eine Einzelperson überfordern. Ein bekanntes Beispiel ist die Vogelsberger Westbahn und was die Kleinbahn betrifft, die von mir bereits genannte regelspurige Kleinbahn Goldbeck-Werben hatte zur beliebten EpocheIII lediglich 9 Zugfahrten in 24 Stunden, auf den anderen Strecken der Altmärkischen Kleinbahnen sah es ähnlich aus.
Will man diesen Fahrplan im Modell dem Vorbild entsprechend nachfahren, hat man sehr viel Zeit zwischen den einzelnen Zugfahrten.
Sicher lassen sich auch Ausnahmen finden, wo es auf einer Nebenbahn ordentlich brummte aber ich bleibe bei meiner Ansicht, das mit einer Nebenbahn nicht das Limit erreicht ist, was der gemeine Mensch betrieblich allein bewältigen kann.

, aber ein guter, vorbildlicher Fahrplan ist gar nicht einfach oder gar schnell entwickelt.
Wenn es einfach ist, dann zeige uns bitte mal einen Bildfahrplan für eine Hauptbahn deren Betrieb von einer Person abgewickelt werden kann, also zeige uns das Limit!.
Der Fahrplan soll auch den Betreiber nur fordern, aber nicht überfordern.

Gruß Hubert

PS: Anbei mal mein erster Versuch eines Bildfahrplan und der dazugehörige Buchfahrplan für die BAE III. Hat aber noch sehr viele Unstimmigkeiten.

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Dateianlage:
BAE Bildfahrplan.pdf
Buchfahrplanheft BAE III 1. Ausagbe.pdf
OOK Offline




Beiträge: 4.140

10.04.2009 11:01
#33 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Bevor ich thematisch einsteige, melde ich mich nach mehrtägiger Abwesenheit wieder zurück. Und interessant: manchmal scrolle ich tage- und nächtelang das Forum rauf und runter und stelle fest: kein Schwein schreibt was. Bin ich aber mal weg, und komme zurück, sind so viele Beiträge da, dass ich erstmal richtig arbeiten muss, um alles nachzuvollziehen. Das ist speziell in diesem Thema so, weswegen ich meine Rückmeldung auch hier platziert habe.
Was ich als erstes feststelle: ihr seid gerade wieder auf einem guten Weg, einen Themenmix zu veranstalten. Das Thema hier heißt: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? Wie man einen Fahrplan erstellt, ob das leicht oder schwierig ist etc.,ist ein ganz anderes Thema. Also bitte trennen.
Gruß

OOK
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Conrail-Markus Offline



Beiträge: 33

10.04.2009 11:41
#34 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von Pfalzbahn
Zitat von Conrail-Markus
USA:
Bevor wir hier weiter schreiben, sollten wir erstmal klären über welchen Zeitraum und welche Region wir reden. Da es "die" USA nicht gibt, existiert auch nicht "der" amerikanische Zug oder "die" amerikanische Bahngesellschaft.

Warum? Jede Region und Epoche hat ihre Reize. Aber wir sollten mal einen anderen Thread aufmachen: intressantes Vorbild für ein Konzept.



Bitte bleibe er mal beim Thema! Du hast eindeutige Fragen und Thesen (auf)gestellt und da es keine typische us-amerikanische Eisenbahn gibt, möchte ich wissen für welchen Bereich wir diese Fragen erörtern wollen, sonst gibt es einen Aufwand, welcher den Rahmen eines Forums sprengt!


Zitat von Pfalzbahn

, aber ein guter, vorbildlicher Fahrplan ist gar nicht einfach oder gar schnell entwickelt.
Wenn es einfach ist, dann zeige uns bitte mal einen Bildfahrplan für eine Hauptbahn deren Betrieb von einer Person abgewickelt werden kann, also zeige uns das Limit!.
Der Fahrplan soll auch den Betreiber nur fordern, aber nicht überfordern.
Gruß Hubert



Dazu später mehr in einem gesonderten Beitrag um den Wunsch von OOK nach Thementrennung zu respektieren.

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.859

10.04.2009 15:26
#35 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten
Hallo Markus,

mein Gott, natürlich gibt es nicht "die nordamerikanische Eisenbahn", genauso wenig wie es "die deutsche Eisenbahn" gibt.
Und ER muss schon mal gar nix, wenn Du wild darauf bist kannst Du ja gerne mal ein paar Beispiele für die Extreme drüben kurz nennen (viellecht sogar mit Link?).
Aber dieses Thema gehört wirklich in einen anderen Thread.

Hier lautet das Thema "Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch?" und da ist es wurscht ob als Vorbild oder Inspiration die SP, CONRAIL, NYC, SF, UP, B&M, B&O, NW, VO, AM, CP, PRR, DB, DR, DRG, SNCF, ÖBB, HBE, HSB, SBB, Pfalzbahn, SHE, ZOE, WLE, etc. dient.
Apropos, den Beweis einer als Einzelkämpfer betreibbaren Hauptstrecke ist Er bis jetzt auch schuldig.

Gruß und schöne Ostern Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 4.140

10.04.2009 16:49
#36 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Hallo Hubert und Markus,
der Stil eures Austauschs gewinnt langsam an Schärfe. Ich möchte euch bitten, das noch einmal ganz runter zu schrauben. Eure unterschiedlichen Ansichten sind beide berechtigt; respektiert einander.

OOK
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Conrail-Markus Offline



Beiträge: 33

10.04.2009 19:27
#37 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von OOK
Hallo Hubert und Markus,
der Stil eures Austauschs gewinnt langsam an Schärfe. Ich möchte euch bitten, das noch einmal ganz runter zu schrauben. Eure unterschiedlichen Ansichten sind beide berechtigt; respektiert einander.


Keine Sorge, ich bin hier raus aus dem Thema. Scheinbar ist keine Diskussion gewünscht, sondern eher die Bestätigung der eignen Meinung und dafür ist mir meine Zeit definitiv zu schade ... besonders bei dem herrlichen Wetter draußen

HFy Offline



Beiträge: 487

10.04.2009 22:20
#38 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat
aber ich bleibe bei meiner Ansicht, dass mit einer Nebenbahn nicht das Limit erreicht ist, was der gemeine Mensch betrieblich allein bewältigen kann.



Ich mache hier mal ganz dreist Reklame für meinen Anlagenentwurf unter: http://www.ferrook-aril.de/design/design_kap_4_5.php
Hier gibt es natürlich ein Platzproblem, und zwar, daß nicht so viele Leute in den winzigen Anlagenraum passen, wie beschäftigt werden können, und das trotz des Maßstabes 1:45! Dazu muß ich freilich erwähnen, daß bei Zahnradbahnen Pulkfahrten üblich sind und einige davon an schönen Sommer- oder Wintertagen tatsächlich den bekannten "empty slot" über die Gleisanlagen schieben.
Es gibt eben schläfrige Hauptbahnen und hyperaktive Nebenbahnen, genau wie das Gegenteil.
Wie der Trinkspruch eines Freundes von mir lautet. "Laßt uns wieder vertragen".

Herbert

Hinweis der Moderation: Dieser Link ist tot. Das macht aber nix, denn HFy's Vorschlag ist in erweiterter Form im Blauen Buch zu finden!

HFy Offline



Beiträge: 487

11.04.2009 11:35
#39 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Wobei ich noch hinzufügen sollte, daß der gesamte Bedarf des autofreien Kurorts Wengen, der kleinen Scheidegg und der Jungfraubahn mit allem drum und dran über die Wengernalpbahn läuft, die deshalb für ihren erheblichen Güterverkehr eine Menge teils recht moderner Fahrzeuge besitzt. Auf der Anlage ließen sich mühelos 4-5 Lokführer und zwei Fahrdienstleiter beschäftigen, aber so viele Modellbahner haben auf den zwei Quadratmetern des Innenraums nicht genug Platz!
Die Leute, die Fahrzeuge für den öffentlichen Verkehr konstruieren, mögen das anders sehen.

Herbert

OOK Offline




Beiträge: 4.140

20.04.2009 08:13
#40 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von Rainer
Die Frage lautete, wieviel Betrieb braucht man; und da habe ich meine Minimalanforderung beschrieben. Manchmal ist mehr doch besser, besonders beim Betrieb. Allerdings ist dieser Powerbetrieb, wie er auf der BAE II stattfand, nicht unbedingt was für alle Tage. Zu Hause möchte ich es auch mal ruhiger, besonders nach einem anstrengenden Arbeitstag, so zur Entspannung. Denn entspannend ist der Zugleiterposten meistens nicht, auch wenn er verdammt viel Spaß macht.


Ich hole diesen Beitrag von Rainer vom 2.4.09 nochmal nach vorn, da da sehr wichtige Aussagen drin sind, die noch ausdiskutiert werden können. Rainer, der den Betrieb auf der BAE sehr gut kannte und sehr engagiert mitgemacht hat, schreibt, dass der "Power-Betrieb" auf der Anlage nichts für alle Tage sei. Stimmt. Stimmt schon deshalb, weil wir vsl auch nur 1x im Monat zusammen Betrieb machen werden.

Rainer schreibt a.a.O. weiter:
Zitat von Rainer
Beim Betrieb mit mehreren Leuten hat man das Gefühl wirklich Teil einer richtigen Eisenbahn zu sein. Das hat man als einsamer Wolf natürlich nicht.

Das isses. Genau deshalb habe ich die BAE so geplant, wie ich sie geplant habe. Und die ruhigen Jobs, wo einer mal ne halbe Stunde lang einen Güterzug zusammenstellen kann, die wird es auch geben.

OOK
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OOK Offline




Beiträge: 4.140

21.09.2009 08:31
#41 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Gestern abend hatte ich im Unterforum "Der FREMO und ich" erwähnt, dass ich am Samstag in Bremen war und mir das FREMO-H0-Arrangement und das 0e-Arrangement von Horst Bertram & Co. angeschaut habe.
Als ich mir ein Stück Kuchen und einen Becher Kaffee gekauft hatte und mich an den Tisch der 0e-Truppe (die noch fleißig am Fahren war) gesetzt hatte, kamen noch einige Leutchen mit FREMO-Namensschilder hinzu. "Macht ihr gerade keinen Betrieb?" wurde einer der von H0-Anlage Kommenden gefragt. "Genau", sagte er, "wir brauchen erstmal ne Pause, die Nerven liegen blank."
Bei den 0e-Leuten lagen die Nerven ganz offensichtlich nicht blank. Sie wirkten konzentriert, aber nicht im Stress. Dennoch gibt es nichts gegen die blanken Nerven beim H0-Arrangement zu sagen, denn dort machen nur Freiwillige mit, die wissen, worauf sie sich einlassen.

Also auf die Frage "Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch?"gibt es keine eindeutige Antwort. Der eine soviel, der andere soviel. Und vermutlich ist es nicht nur eine Frage des "Wieviel" sondern auch eine des "Wie". Das, was Rainer den Powerbetrieb auf der BAE nannte, ist sicher für einen orthodoxen FREMO-Hanuller etwas, wo ihm die Hände bei einschlafen.

Der Betrieb auf dem 0e-Arrangement lief auch nach ausgedrucktem Fahrplan, mit beschleunigter Uhr und Wagen-/Frachtkarten. Und doch schien es eine entspannte Sache zu sein wie richtiger Kleinbahnbetrieb auch. Wie man weiß, wird auf den Arrangements, die Horst Bertram organisiert, relativ viel Betrieb gemacht, eine Session nach der anderen. Und es braucht wohl einige Sessions, bis alle satt sind. Oder?

OOK
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ow Offline




Beiträge: 249

21.09.2009 19:02
#42 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von OOK

Zitat von Conrail-Markus
Frage war doch:
Wieviel Betrieb ist denn überhaupt auf einer Heimanlage möglich, ohne daß das Vorbild auf der Strecke bleibt?

Ja, das war die Frage des Fred-Eröffners. Und der Titel des Freds ist "Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch?" Diese beiden Fragen überschneiden sich inhaltlich, sind aber dennoch nicht dasselbe.
sieben_k möchte in einem kleine Bahnhof mit wenigen Wagen rangieren, Conrail-Markus in einem großen Bahnhof mit vielen Wagen. Na und? Jeder nach seiner Fasson. Meine Variante ist da noch gar nicht dabei: ich möchte mit einer mittleren Zahl von Wagen in mehreren kleinen Bahnhöfen rangieren und dazwischen auch die Zugfahrten genießen. Und da erst kommt das Problem des Zeitraffers hinzu. Bei reinen Rangieranlagen braucht es den nicht, bei Streckenfahrten schon, sonst ist man nach 1,3 min. im nächsten Bahnhof. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.




.....und ow möchte mit einer kleineren Anzahl Wagen (Nahgüterzug, Verstärkungswagen für Arbeiterzug) in einem kleinen Bahnhof an einer eingleisigen Hauptstrecke rangieren, Betrieb machen, u n d mit einer größeren Anzahl Ganzzügen ,Fern, Eil, GaG, Sonder und wenns Spaß macht auch Nostalgiesonderzüge (denn die Exoten aus der Epoche 2 wollen auch bewegt werden) reinen Fahrbetrieb machen. Dazu muß dann ein Mindestmaß an Strecke vorhanden sein.
Endet die Strecke jedoch nicht in einem Bahnhof oder Haltestelle sondern im Fiddleyard ergibt sich das Problem der Zeitraffung nach meiner Auffassung nicht, denn wenn auch die Fahrt nach 1,3 min. zu Ende ist, ist es wie im richtigen Leben, auch dort ist der Zug nach 1,3 in aus dem Gesichtsfeld verschwunden.

meldet sich Otto (ow) mal wieder

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.859

21.09.2009 21:05
#43 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Da wären wir wieder bei unserer Lieblingfrage: Wenn schon ein Fremoikaner beim Hauptbahnbetrieb die Nerven verliert, was macht dann der gemeine Modelleisenbahner mit seiner Hauptbahn und abzweigender Nebenbahn?!

Fragt Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

tuxlover Offline



Beiträge: 159

27.11.2013 19:54
#44 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Bevor man die Frage, nach der Menge des Betriebes beantworten kann, will ich doch erst noch eine mal die Frage nach der Art des Betriebes aufgreifen. Der Unterschied zwischen "Betrieb" und "Fahrbetrieb" wird nebenan ja hinlänglich ausdiskutiert. Ich akzeptiere mal, dass sich "Betrieb" durch gewisse fremdbestimmte Faktoren auszeichnet. Das wäre der Fahrplan der den Zügen einen Zweck für die Fahrt von A nach B liefert. Für den Güterverkehr bilden Transportbedürfnisse die Grundlage, dargestellt z.B. durch Wagen- / Frachtzettel. Das ganze dann am besten in einen regionalen und historischen Kontext integriert.

Wie manifestiert sich dieser Betrieb nun? Ich will versuchen, dass erst mal an einem FREMO H0-RE Arrangement darzulegen. Warum? Diese Gruppe ist groß genug, um die unterschiedlichen Betriebsarten herauszuarbeiten. Gleichzeitig gibt es Treffen, wo die oben genannten fremdbestimmten Faktoren durchaus qualitativ hochwertig von den entsprechenden Organisatoren vorbereitet wurden.
Ein solches Arrangement kann also aus Klein- / Nebenbahnen im Zugleitbetrieb bis hin zu zweigleisigen Hauptstrecken mit dichter Zugfolge bestehen. Jeder der Treffenteilnehmer ist dann ein Rad im Uhrwerk dieses Betriebes. Doch was ist seine jeweilige Betriebsperspektive? Es gibt den Lokführer: er hat zuerst mal seinen Fahrplan bestmöglich einzuhalten. Entweder trifft er in den einzelnen Bahnhöfen auf Fahrdienstleiter, die ihn an die Hand nehmen oder im Zugleitbetrieb muss er eigenständig agieren und auch sich mit dem Zugleiter abstimmen.
Daneben gibt es die Schattenbahnhof Bediener. Sie müssen hauptsächlich an Hand der Frachtanforderung und der Zugbildungsvorschriften die Züge bilden und so die Illusion der weiten Welt erzeugen.
Die dritte Gruppe sind die Fahrdienstleiter, welche ihre Betriebsstelle betreuen. Zug- und Rangierfahrten organisieren und sich mit den Nachbarbetriebsstellen wegen der Zugfolge abstimmen müssen. Gerade letzteres kann durch Verspätungen eine durchaus komplexe Angelegenheit werden.
Als letzte Fraktion will ich die Leute nicht vergessen, die sich nicht aktiv in den Betrieb auf einem Treffen einbringen, sondern lieber bei einem Kaffee den Zügen zu schauen und sich anderen Unterhalten. Auch diese Leute können ihren Beitrag zum Gelingen einer solchen Veranstaltung beigetragen haben, z.B. durch die Landschaftsgestaltung von Streckenmodulen oder den Bau von Fahrzeugen. Daher gibt es keinen Grund, diesen Leuten diese Form der Teilnahme madig zu machen.

Vermutlich werden die wenigsten genau einer dieser Klassifizierungen zugehören, sondern die Zugehörigkeit je nach Laune durchaus wechseln. Ich will nun versuchen welche Rückschlüsse man daraus auch auf einen Heimanlagenbetreiber bzw. für das Anlagenkonzept ziehen kann. Zuvor möchte ich aber noch kurz auf den Faktor Stress bzw. Zeit eingehen. Bei einem so vielfältigen Arrangement hat man das Problem, dass es nur eine Modellzei t geben kann. Die einzelnen Tätigkeiten sich aber nicht alle gleich gut zeitlich verkürzen lassen. Daher kann die globale Zeit für manche Dinge zu gemütlich für andere zu stressig sein. Auf einer Heimanlage kann man dies feiner abstimmen und aus der Bandbreite zwischen Zeitverkürzung und Ablauffahrplan das passendste wählen.


Eine Adaption der Form des Betriebes geht wohl am einfachsten für die letzte Gruppe. Ihr geht es vornehmlich um den Bau bzw. dem Präsentieren des vorhandenen. An anderer Stelle wird hier gern der Begriff des Fahrbetriebs gewählt. Ich denke man muss aber auch hier unterscheiden, zwischen dem beliebigen Fahren von irgendwelchen Fahrzeugen und dem Wunsch nach einer in Sich vorhandenen Schlüssigkeit. Also keine Mix von Epochen und Zugreihungen und Abfolgen, die durchaus einen Sinn ergeben oder die Illusion von Sinn erzeugen.

Die erste Gruppe der Lokführer findet hier im Forum die meiste Beachtung. Aus Platz- und Personalgründen wird für diese Art des Betriebes auch oft Strecken mit Zugleitbetrieb propagiert. Man braucht vor allem keine Fahrdienstleiter als Mitspieler und als Einzelkämpfer kann man sogar den Job der Zugleiters in Personalunion übernehmen. Die dargestellten Bahnhöfe sind zudem meist von überschaubarer Größe, so dass man auch in den heimischen Räumen mehrere Betriebsstellen unterbringen kann. Diese Form des Betriebes lässt sich auch gut auf eine Hand voll Mitspieler ausweiten, wie an vielen Beispielen hier im Forum ja gezeigt.

Ein wenig unterrepräsentiert finde ich hier im Forum die dritte Gruppe der Fahrdienstleiter. Hier reicht eine Betriebsstelle, welche aber durchaus betriebliche Herausforderungen bereit halten kann. Eingleisige Strecken und Abzweige bieten hier zusätzliches Potential. Der Betrieb besteht hierbei darin, Überholungen und Kreuzungen durchzuführen und Anschlüsse bei abzweigenden Strecken herzustellen. Das ganze sowohl nach Fahrplan, als auch bei Verspätungs bedingten Abweichungen davon. Da man meist keine Mitspieler hat, welche die Lokführer für die Zugfahrten übernehmen, muss man sich hier zwangsläufig mit Automatiken auseinander setzten, die die Steuerung der Loks übernehmen. Auch die Interaktion mit dem Zugspeicher, muss wohl häufig "automatisiert" werden, wenn sich kein Mitspieler findet, welche die Fahrdienstleiter Tätigkeiten dort übernimmt. Leider sind die Diskussionen über Automatiken aktuell nicht im Forum sichtbar, so dass ich auf die dortigen Diskussionen nicht eingehen kann.

Somit komme ich zur letzten der oben aufgeführten Tätigkeiten, der Verwaltung der Zugspeicher. Auf einer Heimanlage ist dies eher keine Vollzeitjob und kann daher in den meisten Fällen vor oder nach einer Session durchgeführt werden. Egal in welcher der oben aufgezählten Betriebsarten eine Heimanlage betrieben wird, braucht man für eine Session maximal eine Hand voll Nahgüterzüge. Diese bereitet man vor der Session vor und hinterher nach.


Für die Frage nach der Menge des Betriebes muss man nun natürlich weiter ins Detail gehen. Als Lok- / Zugführer braucht man mehrere Betriebsstellen, soll die Anlage lang anhaltenden Spaß bereiten. Aber sind das 3, 4, 10? Das korreliert natürlich mit dem zur Verfügung stehenden Platz.
Als Fdl stellt sich die Frage, muss es ein Trennungsbahnhof sein, wie viel Ortsgüterverkehr ist notwendig, wenn man zeitweise doch einmal in die Rolle des Lokführers schlüpfen will?
Da stellen sich einige Fragen, die je nach Philosophie ganz unterschiedlich beantwortet werden müssen.

Gruß
Michael

OOK Offline




Beiträge: 4.140

27.11.2013 21:18
#45 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von tuxlover im Beitrag #44
Ein wenig unterrepräsentiert finde ich hier im Forum die dritte Gruppe der Fahrdienstleiter. Hier reicht eine Betriebsstelle, welche aber durchaus betriebliche Herausforderungen bereit halten kann. Eingleisige Strecken und Abzweige bieten hier zusätzliches Potential. Der Betrieb besteht hierbei darin, Überholungen und Kreuzungen durchzuführen und Anschlüsse bei abzweigenden Strecken herzustellen. Das ganze sowohl nach Fahrplan, als auch bei Verspätungs bedingten Abweichungen davon.

Stimmt, von Fahrdienstleitern war hier noch kaum die Rede, aber das muss und kann anders werden, denn da kann ich aus dem Nähkästchen plaudern (einige andere BAE'ler auch), denn beim BAE-Betrieb gibt es stets mindestens einen Fahrdienstleiter, im angestrebten Endstadium werden es drei sein.
Vielleicht sollte ich mal gelegentlich eine kurze Darstellung des BAE-Betriebes einstellen, denn da gibt es Fahrpersonale (Tf und beim Ng meist auch einen Beimann), einen Zugleiter und - wie erwähnt - mindestens einen Fahrdienstleiter (im Abzweigbahnhof Sonnenberg) sowie einen "Wagenrepartiteur", der die Wagen-/Frachtkarten verwaltet.

Zitat
Da man meist keine Mitspieler hat, welche die Lokführer für die Zugfahrten übernehmen, muss man sich hier zwangsläufig mit Automatiken auseinander setzten, die die Steuerung der Loks übernehmen.


"Meist" ist richtig, aber es gibt Ausnahmen und eine davon ist die BAE, wo beim Betrieb in der Regel zwischen vier und sieben Mitspieler dabei sind. Auch das ist in Mitteleuropa ungewohnt,die meisten Modellbahner sind einsame Wölfe. Warum das so ist, wäreauch mal einen Strang wert. Denn das Anlagendesign hat auch viel mit der Zahl der potentiellen Mitmacher zu tun.

OOK
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