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Dieses Thema hat 60 Antworten
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 IV.3. Praxis des Modellbahnbetriebes
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Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

03.02.2016 16:45
Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Ich habe schon gemerkt, dass der Automatikbetrieb hier im Forum etwas kritisch beäugt wird. Meistens wird darunter etwas verstanden, was auf Schauanlagen passiert: Die Züge fahren prinzipiell im Kreis herum, durch Blockstellen mit Freimeldung wird sichergestellt, dass schnellere Züge im Abstand bleiben und nicht auffahren. Alle paar Minuten sieht man die selben Züge durchrauschen.

Man kann es aber auch anders machen.

Zuerst ein paar Worte zu meiner Anlage Triptis II: Die Anlage ist gleismäßig weitgehend fertig, mein Konzept ist aber bei weitem noch nicht realisiert, da steckt noch Arbeit für Jahre drin. Deshalb denke ich, dass ich hier im Planungs-Forum gar nicht so falsch bin. Meine Beschreibung bezieht sich also auf den Endstand der Anlage. Zum Glück habe ich hier den "Broccoli" gefunden, damit kann man sein Konzept ziemlich treffend beschreiben, ich geh mal die Stichpunkte durch.



Hier noch einige Erläuterungen zum Konzept: Prototype Freelance ist es, weil ich gegenüber dem Original einige "Verbesserungen" eingebaut habe; direkte Auswirkungen des Krieges wie die Zerstörung des Triptiser Empfangsgebäudes und den Abbau des zweiten Gleises durch die Russen habe ich ignoriert, ebenso politische Anspielungen zum Thema DDR, allerdings sind etliche Fahrzeuge als DR zu erkennen, aber das könnte ja so gewesen sein, wenn man Das Land Thüringen im Jahr 1946 nicht gegen Westberlin eingetauscht hätte. Außerdem sind zwei Bahnhöfe gegenüber dem Original um 180 Grad gedreht, ein Original Lokführer, der über meine Anlage fährt, würde bemängeln, dass er von der falschen Seite in den Bahnhof einfährt.

Die Verkehrsströme habe ich etwas erweitert: neben dem authentischen Schnellzugpaar D1402/1403 verkehrt hier auch der TEE Helvetia, das musste einfach kommen, damit man die im Vt11 aufwändig eingebauten Tischlämpchen bewundern kann.

Das schematische Konzeptbild hänge ich als Datei an, weil es in der Verkleinerung nicht mehr gut lesbar wäre. Die Hauptstrecke ist so zusammengefaltet, dass man mit einem verdeckten Abstellbahnhof für beide Streckenenden auskommt. Dieser Abstellbahnhof übernimmt entweder die Rolle des Bahnhofs Weida oder die des Bahnhofs Oppurg, je nach Fahrtrichtung des Zuges. Weil auf meiner Anlage auch Züge mit menschlichen Lokführern verkehren, die per Videoübertragung auch in der "Unterwelt" Streckensicht haben, ist der Abstellbahnhof mit beweglichen Bahnhofsschildern und einem drehbaren Empangsgebäude augestattet, so dass der Loführer sieht, wo er sich gerade befindet. Dazu kommt, dass im Ausfahrt-Gleisbogen eine bewegliche Kulisse eingebaut ist, die entweder die Osterburg in Weida oder das Schloss Oppurg zeigt.

Der Abstellbahnhof ist kein Zugspeicher, denn hier werden allenfalls Zug-Garnituren gespeichert, die erst durch die Zugleitung zu Zügen aktiviert werden. Im Abstellbahnhof regiert der Rangiermanager, der stellt fest, ob bei meheren hintereinander liegenden Abstellplätzen Lücken durch ausgefahrene Züge entstanden sind, und lässt die nachfolgenden Garnituren per Rangierfahrt nachrücken. Das ist schon mal eine sehr nützliche Automatikfunktion, spart eine Menge Routine-Arbeit.

Zu den Aktivitäten: Bis zehn Züge können gleichzeitig unterwegs sein (Das Programm könnte mehr Züge betreuen, das ist aber wenig sinnvoll), die zugehörigen Lokführer sind in der Grundausführung Programmfunktionen. Die sind in der Lage, nach Signalen zu fahren, die zulässigen Strecken-Geschwindigkeiten zu beachten (und dabei die Traktionseigenschaften ihrer Triebfahrzeuge zu berücksichtigen). Sie beschleunigen ihre Züge sanft und halten per Zielbremsung an. Sie beachten den Fahrplan und die im Buchfahrplan vorgesehenen Haltezeiten. Zwei Züge und eine Rangierfahrt können von Hand gefahren werden, dazu wird es vier Hand-Fahrpulte geben. Ein geplantes Fahrpult ist dem Führertisch des vorhandenen Steuerwagens BDylsf nachgebildet, die wichtigsten Bedienelemente (Richtungswender-Knochen, Sollwertgeber, Führerbremsventil, div. Kippschalter, Indusi I54, Tacho, Druckluft-Manometer) sind vorgesehen. Zwei Steuerwagen (BD4nf und BDylsf) sind mit Videokameras und Funk-Übetragungssystemen ausgestattet.

Die Zugleitung ist die einzige Funkion, die immer von einem Menschen bedient wird, normalerweise bin ich das. Der Zugleiter kann Züge aktivieren, auch außerhalb des Fahrplans. Zur Zugleitung gehört auch der Fahrplan-Manager, der die im Fahrplan enthaltenen Züge automatisch startet und sie am Ende einer Zugfahrt wieder in den Status einer Rangiergruppe überführt. Weiterhin kann er Rangierfahrten zur Bereitstellung und zum Abstellen von Zuggarnituren automatisch durchführen. Im Notfall kann der Zugleiter einen Zug an jeder Stelle der Anlage deaktivieren und dann per Handfahrpult über beliebige Fahrstraßen nach Hause bringen.

Die Fahrdienstleiter und ihre zugeordneten Wärter tun übliche Stellwerks-Arbeiten: Sie nehmen Zugmeldungen entgegen und geben Zugmeldungen an ihre benachbarten Kollegen ab, sie geben Befehle für einzustellende Fahrstraßen an ihre Wärter, die ihrerseits die erforderlichen Bedienhandlungen abwickeln, bis zum Ziehen des Hauptsignals. Die Wärter überwachen die Zugfahrten und erledigen das Vor- und Rückblocken. Diese Funktionen sind so programmiert, dass man sie auch einzeln abschalten kann, wenn ein Mensch die Aktivität übernehmen kann (und wenn in der entsprechenden Dienststelle die erforderlichen Bedienelemente vorhanden sind!). Zur Abwicklung von Sperrfahrten in die Ausweich-Anschlussstelle ist ein Schlüssel- Funktion vorgesehen.

Fahrplanbetrieb ist in der heutigen Entwicklungsstufe bereits möglich. Grundlage ist ein Bildfahrplan, der mit Hilfe eines CAD-Systems erstellt wird, siehe Beispiel:



Dieser Fahrplan wird in Form von computerlesbaren Dateien eingegeben, für jede Fahrt werden die Abfolge der zu befahrenen Fahrstraßen, die Soll-Abfahrtzeiten und mögliche Haltzeiten angegeben. Für die Fahrstraßen (zug- und Rangierstraßen) gibt es Verschlusspläne, nach denen sich die Wärter bei ihrer Arbeit richten.

Die Abwicklung von Warenverkehr über Nahgüterzüge wird ähnlich abgewickelt wie in meiner Vorgänger-Anlage (Triptis I): Jeder Nahgüterzug hat einen Datenwagen, der alle Wagenkärtchen des Zuges aufnehmen kann. Abgewickelte Aufträge werden angekreuzt. Die Abwicklung der per Hand durchgeführten Rangierfahrten ist eine Herausforderung, denn sie soll ja möglichst störungsfrei während des normalen Fahrplanbetriebs ablaufen.

Damit ist das Anlagenkonzept im Umriss beschrieben, weitere Einzelheiten wie zB Gleispläne, Raumaufteilung und Betriebsabwicklung folgen.

Was in meiner Anlage noch fehlt:

Ergänzung der Gleisanlage in Triptis durch eine Lokeinsatzstelle,

Vervollständigung der Landschaft/Umgebung,

Einbau der AwAnSt mit zugehöriger Bedienung,

Konzept und Bau des Steuerwagen-Führerpults,

Konzept und Bau eines Befehlsstellwerks für Triptis,

Gleisbildstellwerk für Niederpöllnitz, Bauart SpDrL,

Einbau einer Blockstelle zwischen Triptis und Niederpöllnitz,

Rangierpult für Ng-Bedienung in Triptis,

Überarbeitung etlicher Fahrzeuge: Beleuchtung/Spitzenlicht/Schlusslicht.

Aus meiner Sicht helfen die automatischen Funktionen enorm bei der Betriebsabwicklung, man muß berücksichtigen, dass zur sicheren Versorgung der Gleisabschnitte mit Fahrstrom (in der guten alten Fahrstraßen-Z-Schaltung) viele Schalt- und Koordinierungsvorgänge notwendig sind, die der Computer im Affentempo hinkriegt und die nach außen nicht in Erscheinung treten.

Zum Schluss noch ein Foto vom vorläufigen Video-Fahrpult. Die Führerstands-Signalisierung ist notwendig, weil bei Lichtsignalen die Farbe der Lichtpunkte nur schwer zu erkennen ist. Die Roteintragungen im Buchfahrplan sind eine Hilfe für Lokführer ohne Streckenkenntnis.





Das mit dem Dateianhang hat leider nicht funktioniert, deshalb werde ich das ziemlich breite Bild in einem Zusatzbeitrag eifügen.

Mit Gruß - Helmut

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

03.02.2016 17:10
#2 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hier ist das Übersichtsbild, leider durch die erforderliche Verkleinerung nicht so gut erkennbar, aber das Wesentliche ist sichtbar.



Gruß Helmut

OOK Offline




Beiträge: 4.138

04.02.2016 14:57
#3 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo Helmut,
dass in zweiundzwanzig Stunden niemand geantwortet hat, bedeutet nichts anderes, als dass du uns mit deinem Ausführungen ganz schön forderst. Es stimmt, dass wir hier (bisher) nicht so arg viel von Automatiken gehalten haben, zumal uns noch niemand beschrieben hat, wie er eine Anlage mit Automatik regelmäßig mit Genuss betreibt.

Deine Ausführungen sind jedoch extrem anders als alles, was wir hier bisher zu diesem Thema gelesen haben, wie auch generell deine Herangehensweise an das Thema Modellbahn auaßergewöhnlich ist. Es ist ja auch relativ viel zu lesen (und zu verstehen) in deinen Beiträgen, und das braucht Zeit. Ich denke, die Fragen werden kommen, auch von mir. Gib mir/uns Zeit.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

05.02.2016 09:59
#4 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo OOK, Du hast mit genau einem Stichwort das beschrieben, was ich als großes Ziel meiner Modellbahnerei schon immer habe: Die kleine Eisenbahn mit Genuss betreiben! Und dabei helfen mir meine virtuellen Bahn-Angestellten in meinem Computer.

Ich kann jederzeit in meinen Keller gehen, die Anlage einschalten, und "einen fahren lassen". Oder auch gleich mehrere. Ich kann beispielsweise nur den langen Dg starten und Trainspotting genießen; oder die Uhr auf 9:00 stellen und den Fahrplan aktivieren. Der jetzige Fahrplan ist so eng und enthält so wenig Pufferzeiten, dass die kleinste Abweichung dazu führt, dass es völlig anders abläuft als geplant, zu Lasten der Preiser-Fahrgäste. Gelegentlich gibt es auch Frust, wenn die Lokräder diesen unsäglichen Schmutz angesammelt haben oder wenn das teure dreibegriffige Viessman-Formsignal statt Hp2 einen schrägen und einen waagerechten Flügel zeigt, das gehört aber dazu, das kennt jeder.

Und wenn ein Besucher kommt, dann wird der bald am Video-Fahrpult Platz nehmen und den Buchfahrplan in die Hand gedrückt bekommen; was er dann erlebt, ist Eu-Stress, also Anspannung im positiven Sinn.



In den nächsten Tagen geht's weiter, dann kommen die sechs Gleispläne, das ist wahrscheinlich auch nicht ganz leichte Kost!

Mit Gruß an alle Forumer - Helmut

eisenhans Offline




Beiträge: 394

05.02.2016 11:06
#5 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo Triptis II, ich habe mir deine Posts ehrlich gesagt schon dreimal durchgelesen und blicke immer noch nicht ganz durch. Beim Lesen wurde ich an OOK's Vergleich mit "Klein Grube" in seinem Blauen Buch erinnert, der ein ganzes Bahnimperium besitzen, dirigieren und verwalten will. Und du willst gleichzeitig auch Lokführer, Fahrdienstleiter und was weiß ich nicht alles sein.

Die Idee, am Videoschirm eines Reglers das zu sehen, was der imaginäre Tf im realen Steuerwagen sieht, finde ich brillant. Auch die Ausstattung des Führerstandes sieht beeindruckend aus. Das macht sicherlich Spaß, damit einen Zug zu fahren. Was ich mich allerdings frage ist, was die Tatsache, dass gleichzeitig bis zu zehn andere Züge automatisch unterwegs sind, zum Genuss beiträgt. Ich stelle mir vor, dass die zusammen einen Riesenlärm veranstalten, der mich in meiner Konzentration auf das Fahren stört. Aber du siehst das offenbar anders, für dich hat das einen speziellen Reiz, oder?

Jetzt habe ich noch eine konkrete Frage zum Prinzipgleisplan. Deine zweigleisige Hauptstrecke ist also prinzipiell ein Ring, so dass ein Schattenbahnhof beide "Enden" der Strecke darstellen kann. OK. An einer Stelle ist dieser Ring zusammengedrückt, so dass zwischen Abzw Kolba/Milz und dem Schattenbahnhof Züge, die betrieblich in gleicher Richtung fahren, sich begegnen. Ist das nicht eine unnötige Verkomplizierung der Fahrwegsteuerung?

Sicher wirst du im weiteren Verlauf noch mehr über deine Fahrstraßeneinstellungen etc berichten. Höchst gespannt ist

Der Eisenhans

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

05.02.2016 17:00
#6 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo Eisenhans, wenn du bei mir als Lokführer unterwegs bist, dann ist es schon reizvoll, anderen Zügen zu begegnen. Wenn du zB in Auma endlos vor Hp0 warten musst, und dann kommt einer entgegen, dann weißt du: Aha, Zugkreuzung. Oder du hast einen langsamen Zug vor dir und siehst immer wieder rote Signale. Oder der TEE kommt dir entgegen, Huiii, so schnell ist der vorbei. Das mit dem Lärm ist nicht so arg, nur wenn der Schienenreinigungszug mit RotaRoll und Lenz-Gleisstaubsauger unterwegs ist, dann hört man es deutlich.

Das "zusammengefaltete" Endstück der Haupstrecke ist tatsächlich etwas tricky. Jeder Zug, der von Weida nach Oppurg oder umgekehrt fährt, kommt da zweimal durch, einmal auf dem einen und einmal auf dem anderen Gleis. Die Beschilderung entlang dieses Streckenstücks ist umschaltbar, beispielsweise liest der Lokführer am Stellwerk der Abzweigstelle je nach Fahrtrichtung entweder Abzw Militz oder Abzw Kolba. Das geht aber nicht konsequent. Der Biergarten an der Strecke sieht immer gleich aus. Ein besonderes Problem ist die Kilometrierung, die lässt sich nicht so leicht doppelt oder umschaltbar gestalten. Die Fahrwegsteuerung ist dagegen kein Problem, sie bietet sogar den Vorteil, dass man damit die Darstellungsweise mitsteuern kann; die Ausfahrstraße aus dem Bahnhof hat zB zwei unterschiedliche Namen, die bewegliche Kulisse wird dabei wie eine Weiche behandelt, die mal das Weida- mal das Oppurg-Motiv zeigt. Wo es etwas hinderlich ist, zeigt sich bei der Fahrplangestaltung, dieses Streckenstück ist ein echter Flaschenhals! Im Ausfahrgleis habe ich deswegen eine zusätzliche Blockstelle eingefügt, um die mögliche Zugdichte zu erhöhen. Bei der Einfahrt nach Weida oder Oppurg gibt es an den zusammenführenden Gleisen oft eine Konfliktsituation, wenn der Ng früher da ist, dann muss der F-Zug schon mal warten.

Die Fahrstraßen-Steuerung ist ein etwas längeres Kapitel, das werde ich gerne noch genauer erklären. Es orientiert sich aber stark am großen Vorbild: Der Fdl bekommt eine Zugmeldung; er kennt den Laufweg des Zuges und welche Fahrstraßen in seinem Zuständigkeitbereich für die Fahrt erforderlich sind. Danach macht er eine Befehlsabgabe an seinen Wärter; der prüft, ob der Fahrweg frei ist, stellt die Weichen, die Gleissperren und die Sperrsignale (sofern sie nicht in einer anderen Stellung verschlossen sind), legt die Fahrstraße fest (damit werden die Weichen etc. verschlossen) und zieht das Signal. Der Wärter ist außerdem für das Vor- und Rückblocken verantwortlich. Nach der Fahrt (wenn die Rückblockung vom nächsten Block eingetroffen ist) wird alles wieder aufgelöst. Wenn der Fdl die letzte Fahrstraße in seinem Zuständigkeitsbereich befohlen hat und der Zug dort noch nicht am Ziel ist, dann gibt er eine Zugmeldung an seinen Kollegen im nächsten Zuständigkeitsbereich ab, der sorgt dann für die Weiterfahrt.

Durch diese Trennung der Funktionen nach Zuständigkeitsbereichen und nach Fdl/Wärter habe ich die Möglichkeit, einzelne Tätigkeiten wie zB Fdl Triptis, herauszunehmen und durch einen echten Menschen zu ersetzen. Der könnte dann beipielsweise im Befehls-Stellwerk nur die Befehlsfelder (und nur in Triptis) bedienen, während der Wärter und die anderen Fdl nach wie vor Programme sind.

Gruß Helmut

eisenhans Offline




Beiträge: 394

06.02.2016 10:31
#7 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Na ich denke, ich brauche dir nicht zu empfehlen, deinen Flaschenhals durch doppelte Gleisführung zu entschärfen, wenns ginge hättest du es wohl schon gemacht.
Dass man als Video-Lokfüher auch auf die Signale achten muss etc. hatte ich zunächst gar nicht registriert. Aber so kann es wohl interessant sein, in Relation zu den anderen Zügen zu fahren.
Du schreibst:

Zitat von Fdl Triptis im Beitrag #6
Durch diese Trennung der Funktionen nach Zuständigkeitsbereichen und nach Fdl/Wärter habe ich die Möglichkeit, einzelne Tätigkeiten wie zB Fdl Triptis, herauszunehmen und durch einen echten Menschen zu ersetzen. Der könnte dann beipielsweise im Befehls-Stellwerk nur die Befehlsfelder (und nur in Triptis) bedienen, während der Wärter und die anderen Fdl nach wie vor Programme sind.
Das klingt spannend, übersteigt aber gerade mein Vorstellungsvermögen. Wenn ich es richtig verstehe, sind deine Fdl normalerweise virtuell, aber du kannst jederzeit einen davon durch einen real life Menschen ersetzen? Hast du denn die entsprechenden Mitspieler?
Sorry, wenn ich so bohrend nachfrage. Deine Methoden sind halt enorm ungewohnt, findet

Der Eisenhans

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

06.02.2016 12:34
#8 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Zitat von eisenhans im Beitrag #7
Wenn ich es richtig verstehe, sind deine Fdl normalerweise virtuell, aber du kannst jederzeit einen davon durch einen real life Menschen ersetzen?


Ja, im Moment sind alle 7 Fdl virtuell, das mit dem Ersetzen ist noch im Planungsstadium, die Voraussetzungen dafür sind im Programm aber schon vorhanden. In meiner Planung habe ich vor, maximal zwei Fdl "ersetzbar" zu machen, nämlich den in Triptis und den in Niederpöllnitz. Was dazu aber noch fehlt, sind die Hardware-Voraussetzungen: In Triptis muss das zugehörige Befehls-Stellwerk in Form eines grünen Blockkastens mit lauter Befehlsfeldern und Fahrstraßenhebeln fertig geplant und gebaut werden; in Niederpöllnitz ist ein Dr-Stellwerk vorgesehen, von dem es im Moment nur ein buntes Bild gibt. Dort wird dann auch der Wärter mit ersetzt, denn im Dr-Stellwerk sind die meisten Funktionen des Wärters aus dem Hebelstellwerk schon vorhanden.

Hoffentlich hat das nicht zur Verwirrung beigetragen, denn allmählich zeigt sich, dass ich derzeit in meiner Anlage (auf der der ausschnittsweise dargestellte Fahrplan schon ziemlich gut läuft) kein einziges (Hardware-)Stellwerk habe! Meine virtuellen Weichenwärter stellen die Weichen halt viel schneller und zuverlässiger als ein Mensch das könnte.

Mit Stellwerken habe ich schon einige Erfahrung: In meiner längst abgerissenen Anlage Tripis I gab es nur zwei sichtbare Bahnhöfe (Triptis und Auma); dafür gab es in Triptis ein Fahrdienstleiterstellwerk und ein Wärterstellwerk mechanischer Bauart, also mit Weichen-, Riegel-, Gleisperren-, Sperrsignal- und Hauptsignalhebeln; da gab es Befehls- und Zustimmungsfelder, jede Menge Fahrstraßenhebel und zwei- und dreifeldrigen Streckenblock. Ohne Fahrdienstleiter im Fdl-Stellwerk und Wärter in Wärterstellwerk lief da nichts, ich brauchte fünf Personen Bedienpersonal, um den Betrieb einigermaßen fahrplangerecht hinzukriegen. Die Bedienung des Bahnhofsblocks ist gar nicht so einfach, obwohl ich die Fahrstraßen-Festlegefelder weggelassen habe. Die Zugmeldungen wurden per Telefon erledigt, unsere Frauen haben sich darüber amüsiert, dass erwachsene Männer über eine Distanz von paar Metern telefonieren müssen.

Das Personalproblem ist auch ein Grund, warum ich die erste Betriebsstufe in Triptis II stark automatisiert habe. So eine Session mit vier Besuchern kann man nicht jede Woche machen. Im Moment kann ich einen Besucher beschäftgien, nämlich als Lokführer im Videozug. Da funktioniert dieser Ersetzen-Vorgang schon, ich muss in der Fahrtenliste nur ankreuzen, dass der automatische Lokführer für diese Fahrt dienstfrei hat.

Vielleicht schaffe ich es heute nachmittag noch, die Gleispläne hier einzufügen, mit Gruß - Helmut

Hier noch ein Bild von meiner alten Anlage, es zeigt das Fahrdienstleiterstellwerk für den rechten Bahnhofskopf von Triptis. Am linken Bahnhofskopf gab es ein korrespondierendes Wärterstellwerk mit Zustimmungsfeldern. Der Gleisplan war damals noch etwas einfacher.

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

07.02.2016 12:08
#9 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Jetzt kommen die Gleispläne. Ich fang mal unten an, mit der Ebene des großen Schattenbahnhofs. Die Höhe von ca. 30 cm ist so bemessen, dass ich gerade noch mit dem Kopf drunter passe, um beispielsweise mal einen Weichenantrieb austauschen zu können. Leider musste ich die Bilder so weit verkleinern, dass man nicht alle Details noch sicher erkennen kann.

Die Einfahrt ist rechts, der Abstellbahnhof hat 41 Plätze unterschiedlicher Nutzlänge, es sind bis 4 Plätze hintereinander angeordnet. Jede Zuggarnitur hat ihr Heimatgleis, der Fdl Weida/Oppurg kennt diese Zuordnung und stellt die Weichen automatisch richtig. Falls ein Zug auf der linken Seite ausfährt, dann ist sein Abstellplatz (nach dem Rückblocken der Ausfahrt) frei, und die nächste Garnitur könnte nachrücken. Der Rangiermanager wird diese Situation erkennen und die Nachrück-Rangierfahrt durchführen. Das Gleis 37 (das zweite von unten) ist für Wendezüge vorgesehen. Ein Wendezug, der mit Lok voran in den Bahnhof einfährt, soll ja mit Steuerwagen voraus wieder herauskommen, deshalb fährt er bei der Ausfahrt kurz in die Wendeschleife ein, hält dort, bis die Weiche links unten umgestellt ist, und fährt dann nach rechts über das blaue Ausfahrgleis aus.

Das (blaue) Ausfahrgleis hat eine Steigung von 20 o/oo, diese Steigung reicht bis zur gegenüber liegenden Wand an der Türöffnung, dann hat die Strecke die Höhe 65 cm erreicht. Das Einfahrgleis hat ein Gefälle von 50 o/oo, das an der Tür beginnt und bereits kurz vor der Einfahrweiche das Niveau des Abstellbahnhofs erreicht. Da das Gleis nur in dieser Richtung befahren wird, ist die starke Neigung kein Problem, der Lokführer muss allerdings etwas bremsen.

Der Personenbahnhof links kurz vor der Wendeschleife liegt zwar im verdeckten Bereich, er ist aber durchgestaltet, denn die beiden Bahnsteiggleise am EG sind für die Videozüge vorgesehen, die Lokführer sehen also, wie es da aussieht. Das EG ist um 90° drehbar, es zeigt entweder das Erscheinungsbild "Weida" oder "Oppurg"; Die Bahnhofsschilder am EG und am Stellwerksgebäude sind ebenfalls umschaltbar, auch das Schild am Einfahr-Stellwerk (am rechten Bildrand). Wenn der Videozug in die Wendeschleife einfährt, fällt der Blick des Lokführers auf ein Kulissenteil, das entweder die Osterburg in Weida oder das Schloss Oppurg zeigt. Das blau dargestellte Ausfahrgleis ist auch mit Landschafts-Merkmalen ausgestattet, in der rechten unteren Bild-Ecke ist eine kleine Dorf-Szene mit Bahnübergang und Fachwerkhäusern, die nur vom Videozug aus beobachtet werden kann.



Der nächste Plan zeigt die Ebene Niederpöllnitz in 65 cm Höhe. Der aus (zB) Weida ausfahrende Zug passiert den Biergarten und fährt auf die Abzweigtelle zu, die in diesem Fall Militz heißt. Am Signal vor der Weiche zeigt der Richtungsanzeiger ein "S", das bedeutet "Fahrtrichtung Saalfeld"; am Stellwerksgebäude liest der Lokführer "Militz". Dann fährt der Zug durch ein Tunnelportal, das dem Loreleytunnel ziemlich ähnlich sieht, so ein Zufall. Aber da in der Gegend hatten die auch Tunnelportale mit Türmchen-Schmuck. Der Bahnhof Niederpöllnitz liegt auf der mittleren Anlagenzunge, die Gleisanlage ist einfach, enspricht aber etwa dem Vorbild. Leider konnte ich die dort abzweigende Nebenstrecke nach Münchenbernsdorf nicht nachbilden, aber eine Nebenstecke ist doch schon mal was?

Die linke Ausfahrt aus Niederpöllnitz wird für den Tf etwas langweilig, er muss jetzt die ewig lange Fahrt durch die Gleiswendel überstehen, sechseinhalb Runden bis zum Einfahrsignal Triptis auf der Ebene 120 cm.



Der andere Weg (Ausfahrt aus Oppurg, die Abzweigstelle heißt dann Kolba) führt gut sichtbar an der Wand entlang über den Hp Neunhofen, links oben über ein Viadukt (das dem Hemmkoppen-Viadukt bei Ziegenrück nachgebildet ist) ständig steigend Richtung Neustadt (Orla). Das ist die nächste Ebene, der Bahnhof Neustadt liegt über dem großen Abstellbahnhof in 85 cm Höhe. Die Steigungsverhältnisse stimmen übrigens (eher zufällig) mit dem Vorbild überein; der Original-Bahnhof Triptis liegt auf der Wasserscheide zwischen Saale und Weißer Elster.

Das Empfangsgebäude Neustadt und das Stellwerk rechts unten habe ich nach Fotos im Eigenbau gestaltet, das gibt den Original-Eindruck recht gut wieder. Für mich besonders wichtig, denn ich habe einen großen Teil meiner Kindheit und früher Jugend in Sicht- und Hörweite dieses Bahnhofs zugebracht. Wenn ich morgens im Bett lag und das Zuklappen der vielen Türen an den preußischen C3-Wagen hörte, dann wusste ich, dass ich verschlafen hatte und dass ich mich schnellstens aufs Fahrrad schwingen musste, um noch mit moderater Verspätung meine Oberschule in Pößneck (Pößneck ob Bf ist eine Station hinter Oppurg) zu erreichen.



Die rechte Ausfahrt aus Neustadt geht weiter an der Wand entlang und immer weiter mit 20 o/oo nach oben. Nach der Türbrücke kommt der Hp Traun, leider hält da heutzutage kein Zug mehr.

Die nächste Ebene ist dann Triptis auf 120 cm Höhe, die werde ich in den nächsten Tagen beschreiben. Dann kommt noch Auma (mit der Nebenstrecke) und Moßbach mit dem Ende der Nebenstrecke und einen weiteren kleinen Abstellbahnhof.

Ach so, was ich beinah vergessen hätte: Das Rastermaß ist 50 cm.

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

07.02.2016 16:53
#10 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo Forumer, eben ist mir was aufgefallen: Beim Stöbern hier im Forum bin ich auf MIBA Spezial 106 gestoßen und hab da mal reingeschaut. Auf Seite 7 im OOK-Artikel ist ein Bild eines älteren Schattenbahnhofs (mit Kehrschleife) zu sehen. 37 Weichen! OOK meint dazu, dass das Vertrauen in die Weichen und deren Antriebe damals grenzenlos zu sein schien. Nun, ich habe 38 Weichen in Weida/Oppurg. Die in den (BEMO-) Motorantrieben befindlichen Schalter werden zur Verteilung des Fahrstroms benutzt, allerdings habe ich beim Fahrstrom immer zwei Schalter parallel geschaltet. Erfahrung: Es funzt, keine Probleme schon seit Jahren. Diesen Abstellbahnhof habe ich zu allererst in Betrieb genommen, das ist schon fast 8 Jahre her. Die Erfahrungen sind gut, die Probleme liegen wo anders. Allerdings hatte ich mit den BEMO-Antrieben schon in meiner alten Anlage Triptis I (ca. 1982 bis 2004) wenig Probleme, deswegen bin ich dabei geblieben.

Hp1-Gruß Helmut

OOK Offline




Beiträge: 4.138

07.02.2016 18:16
#11 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo Helmut,
wärest du hier ein halbes Jahr früher aufgekreuzt, hätte ich deinen Schattenbahnhof als Beispiel genommen.
Und der liegt wirklich nur 30cm über FO? Machst du zufällig Yoga?
Der minimalistische Schattenbahnhof meiner Felsentalbahn-Anlage (auch in dem Artikel in Spezial 106 zu sehen) war 50 cm über SO. Fand ich mit damals knapp vierzig auch schon recht niedrig.
Aber ganz im Ernst: So sehr ich deine maximalistische Anlage bewundere, würde ich doch eine solche untertägige Weichenorgie weiterhin nicht empfehlen, auch wenn du gute Erfahrungen gemacht hast.
Was mich aber seeeeehr interessiert, sind deine Stellwerke. Da wirst du uns sicher bei passender Gelegenheit und im passenden Unterforum mehr dazu sagen, hoffe ich.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

08.02.2016 10:18
#12 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo Otto, ja, es ist schon etwas knapp, ich habe eben mal nachgemessen: lichte Höhe 320 mm. Meine BEMO-Weichenantriebe lassen sich aber leicht auswechseln. Sie sind mit Passstiften positioniert und mit einem Gummiband befestigt, die elektrischen Anschlüsse (14 pro Weiche) gehen über 2 kleine Stecker. Einen Antrieb ziemlich hinten musste ich schon mal austauschen; war nicht so einfach, hat aber ohne Schädigung der Halswirbel geklappt. Der schwierigste Arbeitsschritt bei so einem Austausch ist das Einfädeln des Stelldrahts in das Loch in der Stellschwelle. Ich brauche dazu eine Spezialbrille, die einen sehr nahen Betrachtungsabstand ermöglicht. Im Bereich unten rechts, etwa 1,5 m vom rechten Bildrand entfernt (da, wo die Weichen sehr nah an der Wand sind), da habe ich eine Klappe eingebaut, durch die die Zugänglichkeit etwas verbessert wird.

Aber du hast natürlich recht: Beim Neubau einer Anlage sollten alle Weichenantriebe gut zugänglich geplant und gebaut werden!

Die Stellwerke in meiner alten Anlage Triptis I waren schon etwas Besonderes, es gab drei davon: Fahrdienstleiterstellwerk Twf wie abgebildet, Wärterstellwerk To für den linken Bahnhofskopf von Triptis, beide mit Bahnhofsblock; und Stellwerk Auma Af ohne Bahnhofsblock, dafür aber mit sechs Blockfeldern für den dreifeldrigen Streckenblock in beide Richtungen. Die Anlage war eine wirkliche Fahrdienstleiter-Anlage, ich hatte sogar mal einen "echten" Fdl zu Besuch, der damit überraschend gut klar kam. Irgendwann werde ich meinen Senf zum Thema Fdl hier abgeben. Aber vorher kommen noch die drei fehlenden Gleispläne zu Triptis II.

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

08.02.2016 13:38
#13 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hier geht es weiter mit den Gleisplänen:

Nach dem Hp Traun kommt am unteren Bildrand ein längerer Tunnel, im anschließenden Einschnitt steht das Vorsignal für Triptis. Der Bahnhof Triptis ist in 120 cm Höhe auf der mittleren Anlagenzunge angeordnet, aber von der andereren Seite zugänglich als Niederpöllnitz. Im Internet kursiert ein Gleisplan von Triptis, der ist nachweislich falsch, dort fehlen die Gleise 1 und 3, die für den Rangierbetrieb und für die Züge der Nebenbahn unverzichtbar sind. Mein Plan weicht in drei Eigenschaften vom Original ab: Bei mir fehlt die Fahrmöglichkeit aus Gleis 4 und 5 über Signal L auf die Nebenstrecke; es fehlt das Gleis 8, auf dem hauptsächlich wartende Güterzüge zu beobachten waren; außerdem habe ich die Lokeinsatzstelle (mit 16m-Drehscheibe und Ringlokschuppen) am linken Bahnhofskopf vorgesehen (oberhalb der Gleiswendel, hier noch nicht dargestellt). Das Gleis 21 ist das Anschlussgleis für das alte Porzellanwerk, das mittlerweile abgerissen wurde. Das Empfangsgebäude entstand aus dem Bausatz "Neupreußen", das gibt die Bauweise des im Krieg zerstörten Original-Gebäudes recht gut wieder. Heute steht da immer noch eine bessere Baracke. In dieser Höhe ist das Anlagenbrett durch eine Trennkulisse mit Halbrelief-Häusern und einer Foto-Häuserzeile abgeschlossen. Der grau dargestellte Gleisstrang hat mit Triptis nicht viel zu tun, das ist ein Abschnitt der Nebenstrecke, der auf einem erhöhten Damm und über eine Brücke zur Gleiswendel hin geführt wird. Das innere der drei Wendel-Gleise gehört zur Nebenstrecke, der Verlauf wird später erklärt.



Obwohl es in Triptis im Moment so gut wie keine Stellwerks-Bedienelemente gibt, ist es schon möglich, dass Züge, die von der Nebenstrecke einfahren, die Lok umsetzen können, das läuft so ab: Der Zug fährt auf Gleis 1 ein und endet dort. Nach einer angemessenen Zeit (die Reisenden müssen aussteigen) leuchtet eine Anzeige auf: Lok abkuppeln! Das muss per Hand gemacht werden, weil das automatisch nur sehr schlecht zu realisieren ist. Nach dem Abkuppeln drückt der Entkuppler den Quittungsknopf. Der Rest läuft automatisch ab: Die Lok bekommt Sh1 am Wartezeichen w1, fährt nach links auf Gleis 15, bekommt Sh1 am Sperrsignal 14, fährt bis zum Wartezeichen w3 auf Gleis 3 rechts (Gleis 2 gibt es nicht), bekommt dort Sh1, fährt auf das Ausfahrgleis bis zum "Halt für Rangierfahrten", nach einem weiteren Sh1 an wa setzt sie zurück auf Gleis 1, kuppelt an und schiebt die Garnitur bis ans Wartezeichen w1 links am Gleis 1. Sobald hier Sh1 kommt, schiebt die Lok die Garnitur zurück ins Gleis 12 und ist dann bereit für die nächste Zugfahrt.



Die Nebenstrecke ist rechts angeschlossen und verlässt den Bahnhof in einer engen Linkskurve, fast wie beim Vorbild. Hinten an der Wand geht die Nebenstrecke weiter nach oben, passiert in der oberen linken Ecke die Windmühle.



In der rechten unteren Ecke verläuft die Strecke vor dem Kraftwerk Auma zum Bahnhof Auma. Das EG und die Kraftwerksgebäude sind nach Fotos gebaut, der Gleisplan entspricht fast dem Original, allerdings hatte der Kraftwerks-Anschluss umfangreichere Gleisanlagen. Der Bahnhof ist gegenüber dem Original um 180° gedreht, das Kraftwerk war beim Original an der Moßbacher Ausfahrt. Im Modell führt die Strecke wieder auf die mittlere Anlagenzunge und überquert Teile des Triptiser Bahnhofs (was natürlich überhaupt nichts mit dem Original zu tun hat). Oben auf der Gleiswendel ist der Haltepunkt Krölpa angeordnet (nicht zu verwechseln mit dem Bahnhof Krölpa-Ranis auf der Hauptstrecke), hier halten alle Personenzüge auf der Nebenstrecke.



Der Bahnhof Moßbach befindet sich auf der Höhe 55 cm, also etwas unterhalb Niederpöllnitz auf der anderen Seite der mittleren Anlagenzunge. Um dorthin zu kommen, verläuft die Strecke als inneres Gleis über die Gleiswendel nach unten, die Neigung ist etwa 22 o/oo, für Nebenbahnzüge noch tragbar.

Züge, die in Moßbach auf Gleis 2 einfahren, enden dort. Das Ausfahrsignal zeigt anschließend Hp0/Sh1, also Rangierfahrt in den dreigleisigen Abstellbahnhof. Dort abgestellte Garnituren können über die Wendeschleife in das Gleis 1 in Moßbach rangiert werden, wo sie als Zug in Richtung Triptis starten können. Wendezüge (zB der Vt98) fahren ins Gleis 1 und wenden dort; Ausfahrten Richtung Triptis aus Gleis 2 sind nicht vorgesehen.

Ja, das wars erstmal. Kann mir vorstellen, dass man die Zusammenhänge nicht gleich sieht; kein Wunder, ich habe viele Jahre geplant und viele Fehlversuche verworfen, bis das hier rauskam.

Hier noch eine kleine Klarstellung, die mir notwendig erscheint, nachdem ich das Thema "Fahrdienstleiter-Anlagen" durchgelesen habe: Auf meinem Avatar-Bild bin ich der Aufsichtbeamte, der gleich Zp9 geben wird. Wenn ich in mein Befehlsstellwerk zurückkehre, dann lege ich die Mütze rechts auf das Fensterbrett, dann bin ich wieder der Fdl Triptis. Gruß H.

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.859

09.02.2016 16:43
#14 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Zitat von Fdl Triptis im Beitrag #13
Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn?
Hallo Helmut,

eigentlich eine falsche Fragestellung!! Es müsste heißen wieviel Automatik braucht der Modellbahner! Die Modellbahn braucht an sich keine!
Dein Schwerpunkt liegt anscheinend wirklich auf der Sicherungstechnik! Gerade die Funktion eines Fahrdienstleiters bzw. Wärters ist recht anspruchsvoll und trägt viel Verantwortung! Kein Wunder das bei diesen Tätigkeiten beim Vorbild schnell eine Automatisierung erfolgte, und ebenfalls kein Wunder das du kaum Mitspieler findest, und der Kollege Computer diese Jobs übernehmen muss! Hier stellt sich mir aber die Frage warum sollte ich Jobs kreieren die eh nur ein Computer erfüllen kann! Hätte da nicht ein "richtiger Bahnhof" mit einem Fahrdienstleiter und zwei Wärterstellwerken nicht gereicht? Beziehungsweise macht es für den Modellbahner Sinn das zwei benachbarte Computerfahrdienstleiter sich die Züge gegenseitig melden und fahren?!
Die langen Fahrstrecken der Anlage sind wahrscheinlich eher den Video-Lokführern geschuldet, ein aktueller Trend dem schon ein paar Jahre voraus warst und gewisse Reize hat! Dem Videolokführer fehlt allerdings noch ein Zugführer und Rangierer, das Beispiel oben mit dem manuellen Quittierung des Entkuppelns zeigt die Problematik!
Die Anlage ist ja anscheinend schon weitgehend gebaut deshalb ist es etwas müßig darüber zu schreiben! Nachbauwillige sollten jedenfalls auf Einhaltung des "linearen PANs" achten!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

09.02.2016 19:41
#15 RE: Triptis II - Wieviel Automatik braucht die Modellbahn? antworten

Hallo Hubert, du hast schon recht, die Automatik braucht der Mensch an der Modellbahn, in diesem Falle bin ich das. Und warum? Weil ich in die verschiedenen Rollen schlüpfen möchte, die die Bahn hergibt. Wenn ich auf einer Anlage mit vielen Bahnhöfen und vielen Zügen den Fdl geben will, dann muss ich einen von den vorhandenen (automatischen) beurlauben, und nicht gleich alle, sonst funktioniert das nicht. Und mit den verbleibenden (automatischen) muss ich dann irgendwie zusammenarbeiten. Deshalb müssen sie einzeln abschaltbar sein, und deshalb müssen sie auch getrennt arbeiten. Im übrigen war es sehr reizvoll, die Aufgabe in dieser Weise zu programmieren, dadurch ist die Struktur meines Programms ähnlich aufgebaut wie die Struktur eines Bahnbetreibers. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich die Programmierung einer solchen Anlage als wichtigen Teil meiner mentalen Altersversorgung ansehe. Ein nicht-modellbahnbezogener Grund dafür, dass ich die Anlage genau so geplant habe. So lange ich mein Programm noch verstehe und Änderungen einbauen kann, kann es mit dem Alzheimer noch nicht so schlimm sein.

Im Endausbau werden bis zu zwei Fdl durch Menschen ersetzt werden können, einer in Triptis und einer in Niederpöllnitz; einer mit Befehlswerk und einer mit SpDrL. Der mit dem Dr braucht keinen Wärter, den kann ich dann auch beurlauben.

Den angesprochenen Rangierer wird es auch geben, schließlich soll es auch Warenverkehr mit Wagenkärtchen geben. Insofern ist die Anlage lange noch nicht fertig!

Stichwort Linearität: Die Züge fahren von A über B nach C oder umgekehrt oder von B nach D oder umgekehrt, manchmal enden sie auch irgendwo zwischen A und B und kommen irgendwann zurück. Das ist doch linear, odr? Da fährt nix im Kreis rum, nicht mal der Schienenreiniger. Und das mit dem "gekehrt wieder herauskommen" (wegen der Wendeschleife) spielt bei unseren Sessionen keine Rolle, denn es kommen nie alle Garnituren zum Einsatz. Dazu reicht die Zeit nicht, so eine Fahrt dauert richtig lange; einmal über die ganze Anlage in beiden Richtungen dauert fast eine Stunde in Realzeit. Und dass eine Garnitur zweimal eingesetzt wird, gibt es allenfalls beim Vt11, der sieht aber von beiden Seiten fast gleich aus.

Und PAN? Das braucht der Lokführer. Wenn ich eine menschlichen Lokführer einsetze, dann sitzt der am Fahrpult, hat den Buchfahrplan vor sich und sieht genau, wo er hin fährt und welche Signale er beachten muss. Die neuere Videokamera ist so lichtempfindlich, dass er sogar im Tunnel was sieht, wenn auch nur in schwarzweiß. Die anderen virtuellen Lokführer haben ein virtuelles PAN, die wissen auch immer genau, wo sie sind und wo sie bremsen oder anhalten müssen.

Das Thema Fahrdienstleiter-Anlagen habe ich schon überflogen, später kann ich da auch meinen Senf dazu geben; meine vergangene Anlage Triptis II hatte diesen Schwerpunkt, da gab es drei Hebelstellwerke mit (bis auf die Fahrstraßen-Festlegefelder) komplett ausgestatter Block-Technik. War gar nicht so einfach zu bedienen, hat aber Spaß gemacht. Die Zugmeldungen gingen strikt per Telefon.

mit Hp1-Gruß - Helmut

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