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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 73 Antworten
und wurde 5.372 mal aufgerufen
 IV.1. Modellbahnbetrieb als Ideologie
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OOK Offline




Beiträge: 4.010

26.03.2019 14:09
#61 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Ist schon eine recht gute Zusammenfassung der diversen quantitativen Gesichtspunkte, denn darum geht es ja in der Titelfrage. Und da sind die Ausgangslagen tief im Wesen oder im Werdegang des einzelnen Anlagenbesitzers angelegt. Warum ich "so viel" brauche, weiß ich nicht, ist halt so.

Gerade kürzlich bei den Spur 0-Tagen in Gießen, wo ich als Hiwi am Stand von Jaffas Moba-Shop war. Kommt einer auf mich zu, den ich irgendwie von früher kenne, strahlt mich an und fragt: "Sagen Sie mal, Herr Kurbjuweit, schaffen Sie das eigentlich noch, ihre große Anlage allein zu betreiben?" Meinen Anfangsverdacht, dass sich das "noch" auf mein fortgeschrittenes Alter bezog, entkräftete er. Er meinte, wenn gerade keine Freunde zum Betrieb machen da seien, ob ich da bei der Größe der Anlage noch allein klar komme. Nett, nicht?

Meine Antwort war schlicht und einfach: "Das war nie meine Absicht."
Von der ersten Spaxschraube an, war die BAE auf den Betrieb mit mehreren ausgelegt. Ich habe ehrlich gesagt auch immer wieder den Verdacht, dass Modellbahner, die dies gar nicht in Erwägung ziehen, nicht entsprechend wenig Betrieb "brauchen", sondern einfach einen Horror davor haben, jemand anderen in ihre höchst persönlichen und intimsten Dinge hineinfummeln zu lassen. Jemanden in den Eisenbahnkeller zu lassen scheint so tabusiert wie ihn ins Schlafzimmer zu lassen. Eine asoziale Haltung ist es wohl in den seltenstens Fällen, denn die gleichen Modellbahner sind in einem MEC, bei FREMO-Modultreffen oder bei einem Modellbahn-Stammtisch. Ich weiß, dass ihr heftig widersprechend werden. Bin gespannt auf eure Argumente.

Soweit mein Meerrettich-Senf.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Fischkopp Offline




Beiträge: 399

26.03.2019 14:50
#62 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Ich glaube, das hat mehr damit zu tun,
daß viele Leute auch mal spontan in den Keller
gehen möchten, nach der Arbeit oder wenn am
Wochenende das Wetter schlecht ist,
und einfach nicht den Nerv haben, jedes Mal
vorher ein halbes Dutzend Leute zusammenzutrommeln.

Dafür gehen sie dann eben zu den einschlägigen Modultreffen.
Wie oft im Jahr betreibst Du Deine Anlage denn?
Vielleicht gibts ja auch Leute, die so oft auf Modultreffen
zu finden sind.

Grüße
Alex

Grüße
Alex

OOK Offline




Beiträge: 4.010

26.03.2019 16:19
#63 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #62
Wie oft im Jahr betreibst Du Deine Anlage denn?
Ø einmal im Monat. Ich muss die Leute nicht spontan zusammentrommeln, das ginge gar nicht bei den Anreiseentfernungen, sondern es läuft eine langfristige Planung im Web, wo immer mehrere Termine im Vorhinein zur Debatte stehen und man schauen kann, wann man kann.
Zitat von Fischkopp im Beitrag #62

Ich glaube, das hat mehr damit zu tun,
daß viele Leute auch mal spontan in den Keller
gehen möchten
Spontan in den Keller gehen kann man immer. Mache ich auch, vielleicht häufiger als viele andere. Es ist immer sehr viel zu tun an der Anlage. Aber allein Betrieb machen? Allein einen Zug über die Strecke fahren lassen, wenn nirgends ein Gegenzug wartet? Wenn in Sonnenberg kein Anschlusszug nach St. Andreasberg steht, und wenn unter der 11 sich kein Zugleiter meldet? Das mache ichm wenn ich z.B. an einer wagenachse die Spur kottigiert habe, weil er beim letzten Betriebgstag dreimal entgleist ist. Dann kutschiere ich ihm auch mal ein Stück weiter, als für diese Probe nötig ist.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Fischkopp Offline




Beiträge: 399

26.03.2019 17:32
#64 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Gut, da stehen dann eben die persönlichen Vorlieben
"Kommunizieren" und "Rangieren" hinter der jeweiligen Auffassung.
Dazu kommt schlichtweg Dein Platzangebot, Du hast 65qm
zur Verfügung, ich knapp 8, das Regal im Nebenraum schon eingerechnet.
Da kommt man überhaupt nicht auf Streckenlängen, die einen
vernünftigen Mehrzugbetrieb zuließen.
[Nur mal so nebenbei zum Vergleich: Wie viele Streckenkilometer stellst Du dar?
Bei mir sind es etwas über 2, eben das, was maßstäblich auch da liegt.]

Und Du vergißt die Leute, die Teile ihrer Anlage zu Treffen mitnehmen und sie somit
Außenstehenden, in meinem Falle sogar der ungelernten Öffentlichkeit, quasi
"vor die Füße werfen".
Oder habe ich Dein Argument immer noch nicht gesehen?

Grüße
Alex

OOK Offline




Beiträge: 4.010

26.03.2019 18:49
#65 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #64
Du hast 65qm zur Verfügung, ich knapp 8, das Regal im Nebenraum schon eingerechnet.
Da kommt man überhaupt nicht auf Streckenlängen, die einen vernünftigen Mehrzugbetrieb zuließen.

Alex, die qm, die du und ich aktuell haben zu vergleichen bringt es nicht. Als ich Student war, hatte ich 0 qm, da hast du einiges mehr. Und wenn du mal so ein älterer Herr bist wie ich jetzt, hast du vielleicht 40 oder 80 oder noch mehr qm, wer will das heute wissen.
Was man aber heute schon erkennen kann (ich jedenfalls meine das zu erkennen) ist, dass du auch später, wenn du so viel Platz hast wie ich, auch alleine Betrieb machen wirst, weil du offensichtlich nichts anderes vor hast. Das ist eine Mentalitätsfrage. Es steht mir nicht zu, das zu kritisieren, aber bedauern tu ich das.

Andersherum: Als ich vor 25 Jahren mit der BAE anfing, hatte ich 13qm. Da es 1:45 war, war das umgerechnet weniger Platz als deine jetzigen 8 qm. Und da haben wir, HFy und ich, sehr wohl Zweizugbetrieb gemacht, wenn er wegen Mittelpufferredaktion in Bremen war. Wo ein Wille ist, ist auch ein Schienenweg.

Zitat
Nur mal so nebenbei zum Vergleich: Wie viele Streckenkilometer stellst Du dar?


Statt Worten:


Zitat
Und Du vergißt die Leute, die Teile ihrer Anlage zu Treffen mitnehmen und sie somit
Außenstehenden, in meinem Falle sogar der ungelernten Öffentlichkeit, quasi
"vor die Füße werfen".


Die kann ich gar nicht vergessen, weil ich selbst mal "so einer" war. Früher mit Teilen der BAE I, 2017 und 18 mit dem Betriebsdiorama Knaupshörste. Ersteres hat mich gar nicht befriedigt, weil es immer so ein Gewiggel war, bis meine Anlage wieder funzte, Letzteres war Werbung sowohl für 0m als auch für Betrieb. Auch passé.

Der Größte unter diesen "Vor-die-Füße-Werfern" war Horst Bertram aus Oldenburg, der mehrmals im Jahr seine schöne 0e-Dachbodenanlage demontierte und auf Ausstellungen und zu FREMO-Treffen schleppte, um für den Betriebsgedanken zu werben, außerhalb dieser kurzen Zeiten aber seine Freunde zum Betrieb auf dem Dachboden einlud. Chapeau!

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 366

27.03.2019 10:08
#66 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Das ist ja lustig: Der sichtbare Teil der Hauptstrecke in Triptis II hat ziemlich genau 27 km Vorbildlänge! Die Raumgröße ist knapp 30 m². Gruß H.

absolute_Null Offline



Beiträge: 177

27.03.2019 12:23
#67 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Hallo zusammen,

darf man denn nur eine Art von Betrieb machen?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen!

Ich mag den Betrieb mit mehreren Gleichgesinnten und gehe deshalb gerne (am liebsten mit eigenen Modulen) auf Modultreffen (FREMO).
Leider finden in meiner (Modul-)Baugröße (1e) "nur" 2-3 Treffen pro Jahr statt.
Das ist mir persönlich betrieblich zuwenig.

Daneben treffe ich mich mit Gleichgesinnten auch privat bei dem einen oder anderen, wobei es ähnlich wie bei der BAE zugeht. Terminabsprachen ähnlich Doodle, man hilft sich gegenseitig bei Bauprojekten und macht gemeinsam Betrieb (0e-Club).
Aber auch hier bin ich durchschnittlich nur alle 2 Monate aktiv.
Modultreffen und private Treffen sind mir zusammengenommen immer noch zuwenig, so dass ich auch mal alleine Betrieb machen möchte, was halt beim von mir gewählten Vorbild möglich ist.
Priorität hat zwar der gemeinsame Betrieb, aber zeitlich bin ich am meisten allein unterwegs.

Zusammengefasst: Ich brauche also eine Menge Betrieb, aber der Betrieb selbst kann dabei ruhig beschaulich sein.


Gruß
Joachim

BerndK Offline



Beiträge: 204

27.03.2019 14:06
#68 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Hallo allerseits!

Zitat OOK (gekürzt):
Meines Erachtens ist das Haupthindernis … dass die große Mehrheit der Modellbahner in diesem unserem Lande den Gedanken, irgendjemand anderes als sich selbst an ihrer Anlage zu sehen, abwegig findet.

Vor einigen Jahren habe ich mal einen alten Modellbahner besucht, der mir in meiner Jugend immer die Loks reparierte. Alte Schule - maximale Gleisanzahl, möglichst viele Züge unter der Anlage etc. Als beim Vorführ-Kreisen eine Lok entgleiste, und ich helfend eingreifen wollte, reagierte er unwillkürlich aber blitzartig mit einer abwehrenden Armbewegung. Als ob ein kleines Kind nach einer wertvollen Lok (eine abgenudelte Märklin) greifen würde. Das ist vermutlich die Sorte Modellbahner, die niemand anders als sich selbst an der Anlage sehen wollen/können.

Nun habe ich allerdings auch ein Problem damit, Wildfremde in den Keller einzuladen. Warum?:
In meinem früheren „Hobbyleben“ war ich in 2 Vereinen und einer IG Mitglied. Weitere 4 Vereine habe ich gut kennengelernt durch gemeinsame Veranstaltungen über viele Jahre. Es hat sich herausgestellt, daß der Spaßfaktor für mich vor allem mit der „Kompatibilität“ zur Gemeinschaft verheiratet ist. Eine gute Sache mit den falschen Leute ist für mich nie eine Freude. Umgekehrt kann eine an sich frustige Aufgabe mit den richtigen Leuten immer noch ganz lustig werden. Anders, ich möchte mich in meiner Freizeit möglichst wenig anöden lassen oder gar herumärgern. Leute, die dies triggern, stellten in meinem Erfahrungsschatz zwar prozentual einen kleinen Anteil, können einem aber die Freude dafür auch mal so richtig verderben. Ich würde die Modellbahnkollegen vorher gern mal kennenlernen können, um eine etwaige ausreichende gemeinsame Wellenlänge auszuloten. Gemeinsames Interesse an der Modellbahn allein reicht nicht. Das ist mir in vielen Gesprächen auf Ausstellungen klar geworden. Von Erfahrungen/Beobachtungen im Speziellen in Sachen … nennen wir‘s mal Anstand … in größeren Foren ganz zu schweigen.

Da ich mir die Option Mitspieler absolut nicht verbauen will (in einem vergangenen "vor-Umzugs-Hobby" schätzte ich die dortige Gemeinschaft wirklich sehr), versuche ich den Spagat. Ich kann die jetzige Planung allein betreiben. Es könnten aber auch noch mehr Leute mitspielen. Ich könnte die Anlage aber auch irgendwo hin fahren, um mit anderen Leuten zu "spielen". (Aber zunächst muß ich mal etwas Betriebfähiges fertig stellen, woran ich langsam aber stetig arbeite.)

Gruß
Bernd

Eingleisig Offline




Beiträge: 43

27.03.2019 16:11
#69 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Jeder braucht doch so viel Betrieb, wie er gerne ertragen kann. Ich würde die Aussage gerne so qualifizieren:

1.) Was ist Betrieb (auf/mit der Modellbahn)?
Das ist für mich jegliche Beschäftigung mit der Bahn, die nicht dem Auf- oder Abbau dient. Betrieb kann das stupide zusehen der vollautomatisiert kreisenden Züge sein. Es kann aber auch genau die von Otto angeschobene Idee, ich halte das für sehr reizvoll, sein, mit mehreren Menschen zusammen den realen Betrieb mit allen Tücken und den Problemen des echten Betriebs nachzustellen. Oder etwas dazwischen, wie es das bei Helmut z.B. ist.

2.) Qualitativer Betrieb
Welche Qualität von Betrieb gibt? Da haben wir die Unterteilung in Aufgabengebiete: Fahrplanerstellung, Fahrdienstleitung, Zugführung, Zuführung und Organisation (Zugspeicher und Anforderungen) usw. Da ist sich doch jeder selbst der beste und der nächste um herauszufinden, was die richtige Qualität ist. Manche wollen und können alles in einer Person. Vielleicht auch gezwungen, da kein anderer da ist oder die persönlichen Ansprüche durchkreuzen soll. Vielleicht auch, weil das Gleisoval nicht mehr hergibt. Vielleicht kann man sich aber auch nur auf FDL oder ZF konzentrieren und überlässt den Rest einem Dritten, gar dem Kollegen Computer? Ist vielleicht die Ausarbeitung von Computersteuerungen für die MoBa eine neue herausfordernde Qualität von Betrieb?

3.) Quantitativer Betrieb
Wie viel: unsere Kernfrage! Wer gerne wandert, Rad fährt oder sich mit Skiern durch die Landschaft bewegt wird es ja selbst erfahren haben: Heute so viel, morgen so viel. Ich kann bis dahin und der nächste lächelt da erst und fühlt sich gerade erst aufgewärmt. Die für mich spezifizierte Frage wäre: Was sind Unter- und Obergrenze von Betrieb? Ich möchte keinen Betrieb unter 45 Minuten machen, aber länger als 6 Stunden sind nur schwer vorstellbar. Ich könnte mich in einer kurzen Session darauf beschränken nur 2 Rangieraufgaben zu erledigen, während der Computer ein wenig Durchgangsverkehr um mich herum veranstaltet. Das sind Überlegungen, die mir bei der Planung und der Beschäftigung mit diesem Thread so langsam reifen. Ich möchte aber auch mit mehreren Betrieb machen können und mich bei der Erfüllung enger und komplexer Fahrplanvorgaben verausgaben können.

Beste Grüße

Stefan -Eingleisig-

OOK Offline




Beiträge: 4.010

27.03.2019 17:40
#70 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von BerndK im Beitrag #68
Nun habe ich allerdings auch ein Problem damit, Wildfremde in den Keller einzuladen. Warum?:

Danke, Bernd, dass du diesen zentralen Aspekt einbringst iund diese Zurückhaltung anleuchtest.

Wildfremde in den eigenen Keller (oder Dachboden etc.) einladen
Wenn man so viele Modellbahner trifft wie das z.B. Joachim gerade geschildert hat,(FREMO-Modultreffen, 0e-Club HH, Stammtische) dann gibt es schon mal eine große Zahl von Leuten, die nicht wildfremd sind. Ich habe die meisten Leute, die zur BAE gestoßen sind, auf den Ausstellungen kennen gelernt, auf denen ich damals mit meinem kleinen Mitttelpuffer-Stand war.
Außerdem: Wildfremd kann einer nur beim ersten Besuch sein. So ein erster Besuch ist eine Art Reifeprüfung, die bei der BAE schon viele nicht bestanden haben, einfach weil sie die falschen Fragen (oder gar keine) gestellt haben. Das gilt aber auch umgekehrt, viele melden sich nach dem ersten Rundgang durch die gewundenen Gänge der BAE nie wieder und ich erfahre nicht einmal warum. Dazu zählt auch einer, der hier mitpostet.*smile*

Verkürzt gesagt: Alle (ca. ein Dutzend), die heute aktive BAE'ler sind, sind handverlesen. Das bedeutet, dass alle zu dem hier stattfindenden Betrieb passen, aber auch mentalitätsmäßig zur Bande passen. Das ist seeehr wichtig. Und warum Angst haben: Wenn mir einer nicht (mehr) passt, darf er nicht mehr mitmachen, das ist etwas, was bei einem Club oder Modultreffen nicht geht. Wie oft das schon passiert ist? Noch nie; ein, zweimal war ich drauf und dran, jemanden zu sperren, der hat dann aber rechtzeitig selber einen Rückzieher gemacht. Und einen, aber wirklich nur einen, habe ich a priori aus früherer Kenntnis zur persona non grata erklärt. Der durfte nie mitmachen.

Man bleibt doch immer Hausherr, Eisenbahndirektor, Türsteher und Aufsichtsratvorsitzender in Personalunion. Ich habe dieser Frage ja in meinem BAE-Buch ein extra Kapitel gewidmet:"Der Wohlfühlclub". Diese Bezeichnung ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern hat sich unter den Mitmachern gebildet. Sie nennen ihn so.

Jetzt schauen wir diese "soziale Frage" mal andersherum an, die andere Seite der gleichen Medaille. Die BAE ist eine Modellbahn, wie es sie in D selten gibt, das gilt für die Größe, die Spurweite, die Konzeption, die spezielle Doppelstöckigkeit und einiges mehr. Wenn ich damit in den USA wohnen würde, hätte ich pro Jahr mind. einhundert Besucher, u.a. auch von NMRA-layout-tours. Es kommen aber hier pro Jahr vielleicht fünf bis sieben Besucher. Es besteht nämlich nicht nur die Abneigung, jemand "Wildfremden" in den eigenen Keller zu lassen, die Abneigung, eine andere betriebsfähige Anlage zu besichtigen, ist ebenso groß.
Das ist deutsche Mentalität - und wird auch so bleiben. Ich bin wahnsinnig stolz darauf, das sage ich hier mal ganz deutlich, dass ich sooo viele treue Mitmacher (einer ist schon fast 25 Jahre dabei und fährt über 200 km, um hier Betrieb zu machen) an meiner Anlage habe. Das ist natürlich kein Zufall. Ich habe das von Anfang an angestrebt.

Edit: Nachträglich ist mir aufgefallen, dass dies alles eigentich uinter X.3 (Warum tut er das?) gehört. Mal schauen, ob ich es noch dorthin kopiere.

OOK
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Fdl Triptis Offline




Beiträge: 366

28.03.2019 11:56
#71 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Dieses Thema ist unerschöpflich, wahrscheinlich könnte ich seitenlange Kommentare dazu verfassen. Weil ich aber ein fauler Mensch bin, habe ich mir im Moment nur eine Frage aus Stefans Beitrag herausgepickt:

Zitat von Eingleisig im Beitrag #69
Was sind Unter- und Obergrenze von Betrieb? Ich möchte keinen Betrieb unter 45 Minuten machen, aber länger als 6 Stunden sind nur schwer vorstellbar. Ich könnte mich in einer kurzen Session darauf beschränken nur 2 Rangieraufgaben zu erledigen, während der Computer ein wenig Durchgangsverkehr um mich herum veranstaltet.

Da frage ich mich natürlich: Was könnte eine Rangieraufgabe sein? Für mich ist das zum Beispiel folgender Vorgang: Ein Ng kommt in Triptis an, aus den Wagenpapieren geht hervor, was mit den Wagen passieren soll. Einige sind für lokale Ziele bestimmt, zB Ga oder Gleisanschluss. Andere haben andere Ziele, müssen also in später startende Ngs eingereiht werden. Auf den lokalen Abstellgleisen stehen auch schon ein paar Wagen länger rum, deren Ladegeschäft erledigt ist oder die einfach darauf warten, in passende Züge einsortiert zu werden. Jetzt muss der Fahrplan gecheckt werden, für welchen Ng genügend Wagen vorhanden sind und für welchen Ng die Zeit zum Zusammenstellen des Zuges wohl reichen wird. Der Zeitraum zwischen dem Eintreffen des ersten Ngs bis zum Start des zweiten Ngs ist auf jeden Fall eine sinnvolle Rangieraufgabe. Dazu ist noch zu klären, wie das mit dem Fahrplan zusammenpasst. Nach meiner Erfahrung dauert das Rangieren meistens länger als vorher geschätzt, deshalb ist es meiner Meinung nach durchaus erlaubt, die Modellzeit bedarfsweise zu strecken, in dem man die MoBa-Uhr langsamer laufen lässt oder gar ganz anhält.

Für die anderen fahrplanmäßigen Züge bedeutet das natürlich zusätzliche Aufenthalte. Aber wenn die Modellzeit-Uhr steht, dann merken das die Preiser-Passagiere dank Dornröschen-Effekt nicht!

Mit Hp1-Gruß - Helmut

Fischkopp Offline




Beiträge: 399

29.03.2019 22:02
#72 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Moin Otto,
auch wenns schon drei Tage her ist möchte ich doch noch mal antworten.
Im Lead des Kapitels zur BAE I schreibst Du selbst:
"Zu meinem Modellbahnverständnis gehört eine Anlage, auf der man jederzeit
fahren, besser gesagt Betrieb machen kann."
Das ist auch meine Meinung dazu. Das, was Du vor drei Tagen als "spontan in
den Keller gehen" beschrieben hast, hat eher wenig von "Betrieb machen".
Und das, was auf der BAE I an Betrieb möglich war, ist auch bei mir möglich.
Auf beiden Anlagen kann man Zugkreuzungen abwickeln, bei mir kann man sich
sogar noch entscheiden, wo man das tun möchte. Mehr als zwei Züge können
beide Strecken aber auch nicht aufnehmen.
Und wenn ich dann mal 40 oder 80 qm zur Verfügung habe, dann kann ich meine
Anlage ja beliebig hochskalieren, bis ich beim Nachbau der Billwerder Industriebahn
bin, auf der im Jahre 1970 mehr als 300 Wagen am Tag zugestellt wurden. Da waren dann auch
6 Loks gleichzeitig im Einsatz, und nen Zugleiter gabs sowieso.
Und ja, das wäre ein absoluter Traum, und ich kann da durchaus genau so rangehen,
wie Du es mit der BAE gemacht hast und mir das Stück für Stück über Jahrzehnte erarbeiten.

Ich möchte einfach nur sagen, daß es völlig in Ordnung ist, wenn man seine Anlage auch mal
alleine betreiben möchte, und daß das einem vollumfänglichen Betrieb a la BAE ja nicht im Wege steht.
Wenn Mainz gegen Werder spielt zappt man abends mal ne halbe Stunde rein um sich abzulenken,
und wenn Bremen dann im Pokalendspiel gegen die Bayern antritt, dann holt man sich Freunde
und Bier und Bratwurst, und man kann beide Spiele auf dem selben Fernseher sehen.

So, jetzt hab ich Hunger und beende diesen Beitrag...

Schönen Abend noch,
Alex.

Gilpin Offline




Beiträge: 1.248

30.03.2019 10:09
#73 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Hi Alex,

nee, umgekehrt: wenn Bremen gegen Mainz spielt geht man in den Keller und macht (Modellbahn-)Betrieb!

Hoffentlich 'Gute Unterhaltung' wünsche ich,
Reiner

OOK Offline




Beiträge: 4.010

31.03.2019 20:05
#74 RE: Wieviel Betrieb braucht der gemeine Mensch? antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #72
Ich möchte einfach nur sagen, daß es völlig in Ordnung ist, wenn man seine Anlage auch mal
alleine betreiben möchte, und daß das einem vollumfänglichen Betrieb a la BAE ja nicht im Wege steht.
Wenn Mainz gegen Werder spielt zappt man abends mal ne halbe Stunde rein um sich abzulenken,
und wenn Bremen dann im Pokalendspiel gegen die Bayern antritt, dann holt man sich Freunde
und Bier und Bratwurst, und man kann beide Spiele auf dem selben Fernseher sehen.
Keine Einwände meinerseits.

Otto

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

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