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Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 803 mal aufgerufen
 VI.9. Modellbahntechnik
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OOK Offline




Beiträge: 4.090

17.03.2019 12:59
#16 RE: Schleudern der Kuppelräder beim Anfahren antworten

Wenn du den in der nächsten Ausgabe von Schmale Spuren kommenden Artiekl über die Mallet der BAE gelesen haben wirst (dauert noch ein Weilchen), dann wird du wissen, warum das für die BAE keine Option ist.

OOK
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Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.844

17.03.2019 13:37
#17 RE: Schleudern der Kuppelräder beim Anfahren antworten

Was ich nicht so ganz verstehe wie bei einer Mallet nur der Hochdruckteil schleudern kann. Irgendwo muss ja der viele Dampf hin. Oder ist das immer ein Wechselspiel, erst der Niederdruckteil und dann der Hochdruckteil?
Kann mir jemand bitte auf die Sprünge helfen?

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 4.090

17.03.2019 13:52
#18 RE: Schleudern der Kuppelräder beim Anfahren antworten

Der Niederdruckteil bezieht seinen Dampf vom Hochdruckteil, bekommt ihn also sozusagen aus zweiter Hand, schion teilentspannt, also im Volumen vergrlßert, daher haben die N-Zylinder den größeren Durchmesser. Aber bis die endlich Leistung bringen, soll das Hochdrucktriebwerk alles allein schaffen, da muss man ja druchdrehen.

Wie schonmal erwähnt, hatten die amerikanischen Groß-Mallets teilweise die Möglichkeit, für kurze Zeit beim Anfahren Frischdampf auch in die Niederdruckzylinder zu lassen, dann zogen sie sofort. Das ist aber kompliziert und so weit ich weiß hierzulande nicht praktiziert worden.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.345

24.03.2019 20:40
#19 RE: Schleudern der Kuppelräder beim Anfahren antworten

Hallo Hubert,

mich hat das Thema sehr interessiert, ich habe aber zunächst keine vernünftige Quelle gefunden – nun aber.

Zunächst ging es offensichtlich um die doppelte Dampfdehnung als solche: die Zylindergruppe der S3/6 macht dies deutlich. Zu Ende der Länderbahnen war für Schnellzugloks die doppelte Dampfdehnung als solche (h4v) de riguer; scheinbar war es aber eine ziemliche Kunst, die Zylinderflächen und Kolbendurchmesser zwischen Hochdruck- und Niederdruckzylindern auf Größe und Einsatzzweck der Loks abzustimmen. Die S3/6 war da offensichtlich ein "großer Wurf"! Ganz anders als 02 und 04, die in Deutschland wohl der Schwanengesang für die doppelte Dampfdehnung waren.

Die Verteilung der Hoch- und Niederdrucktriebwerke auf zwei Triebwerksgruppen geschah auf höchst unterschiedliche Arten, aber natürlich stehen die Mallet-Loks irgendwie im Vordergrund. Abhandlungen zur Mallet-Bauart kommen fast nie ohne Verweis auf Triplex-Lokomotiven aus, siehe auch das entsprechende Modell von MTH (Model Railroader, April 2008, S. 84-85*), das eine ziemliche Schau (gewesen) sein muss!

Eine echte Erhellung findet sich hier, ab Seite 98! Zwar auf amerikanische Verhältnisse bezogen, aber alle Probleme werden so benannt wie von Otto.

Eine schöne Beschreibung der Schleuderneigung bei der DM&IR M-4 findet sich* bei William D. Middleton: Yellowstone Finale (in: Steam Glory, Waukesha: Kalmbach 2003, S. 100 ff.): "Dampf hüllte das Führerhaus ein als App (der Lokführer, hat nichts mit Application zu tun, R.) die Zylinderabsperrhähne freigab, und die 2-8-8-4 begann Fahrt aufzunehmen. Ihre vordere Maschine brach in wütendes Durchdrehen aus, als die Treibräder ihre Haftung auf den Schienen verloren ... App nahm ein wenig den Schieberegler (throttle) zurück, aber das vordere Triebwerk verlor seine Haftung wieder und wieder. ... (Er) versuchte, genau die richtige throttle-Stellung kurz vor dem Punkt, wo das vordere Triebwerk unter ihm losgehen würde (went out from under him), zu finden." – Interessant, dass hier das vordere Triebwerk durchdreht! Ich werde den Verdacht nicht los, dass es sich dabei um eine Pseudo-Mallet handelt, bei der alle vier Zylinder die gleiche Dimensionen haben und eben nicht hintereinandergeschaltet sind...

Ob die Gtl 2x4/4 es an's linke Rheinufer geschafft hat bezweifle ich mal; bleibt Boschos Bemerkung:

Zitat von Boscho im Beitrag Identitätsstifter Triebfahrzeuge
Meinethalben darfst du natürlich auch den Big Boy fahren lassen, sofern Oberbau und Radien das hergeben.
Meinethalben auch wenn nicht...

Ich wünsche eine Schöne Woche,
Reiner (und Edith)

*Ich bin am Aufräumen...

Gilpin Offline




Beiträge: 1.345

20.06.2019 13:43
#20 RE: Schleudern der Kuppelräder beim Anfahren antworten

Hallo zusammen,

aus aktuellem Anlass habe ich wieder ein wenig nach weiteren Mallets geschaut. Leider habe ich den Begriff "Pseudo-Mallets" auch jetzt nicht gefunden, aber ein Beispiel einer solchen, noch dazu eine schmalspurige: die 51 und 52 der Uintah. Diese Zeichnung vermittelt einen schönen Blick von der Seite auf die genau gleich großen Zylinder der vorderen und hinteren Laufwerksgruppen. In einer detaillierten Beschreibung wird die als Lok articulated bezeichnet, aber ihr arrangement of the frames(is) in all respects similar to that used on Baldwin Mallet compound locomotives genannt.

Die Uintah ist eine relativ spät gebaute 3-Zoll-Stichstrecke (abzweigend von der zu dem Zeitpunkt bereits umgespurten Rio Grande) mit engen Radien und ziemlicher Steigung, aber ohne Tunnels. Zunächst fand man das Auslangen mit Shays, die aber irgendwann für die langen und schweren Züge nicht mehr ausreichten.

Sollte jemand eine Abneigung gegen Modellbäume haben: die Uintah wäre ein tolles Vorbild für ihn!

Mit freundlichem Gruß,
Reiner

Klaus Weibezahn Offline



Beiträge: 49

22.06.2019 20:05
#21 RE: Schleudern der Kuppelräder beim Anfahren antworten

Moin Reiner,

ne Big Boy ist keine Mallet, die hatte 4 Hochdruckzylinder, die parallel beaufschlagt wurden ... nix Verbund-Wirkung.

Mit freundlichem Oberharzer Glückauf

Klaus

Gilpin Offline




Beiträge: 1.345

22.06.2019 21:25
#22 RE: Schleudern der Kuppelräder beim Anfahren antworten

Hi Klaus,

ehrlich gesagt werd' ich jetzt verrückt! Ich habe gleich mal bei Wiki nachgeschlagen und dort auch endlich den begriff simple articulated gefunden. Doppelt also!

Für mich war seit Jugendtagen die bzw. der Big Boy der Inbegriff einer Mallet. Man lernt nicht aus, oder möchte ich jetzt nicht entscheiden!

"Richtige" Mallets gab's zum Beispiel bei der D&RGW. Ich verlinke gern eine Beschreibung, weil daraus ein ganz besonderer geplanter Einsatz (helper service) samt Begründung hervorgeht: sehr heftige Steigungen (max. 3,97 %) bei relativ engen Radien. Nun wissen wir auch, warum gerade bei deutschen schmalspurigen (Mittel-)Gebirgsbahnen wie denen im Harz die Bauart Mallet so große Bedeutung (siehe Beitrag #11) erfuhr.

Schön' Sonntag noch,
Reiner

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