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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 375 mal aufgerufen
 IV.7a. Uhren und Modellzeit
Fdl Triptis Offline




Beiträge: 525

03.03.2020 14:41
Zeitmaßstab beim Rangieren und beim Fahrplanbetrieb Antworten

Hallo Forumer, im UFO IV.7a "Uhren und Modellzeit" hat sich schon lange nichts mehr getan, deshalb greife ich das Thema mal wieder auf.

Es gibt hier ja verschiedene Auffassungen, die sich - je nach Betriebsform - zwischen Originalzeitmaßstab 1:1 und verschiedenen Verkürzungs-Stufen bewegen. Ich habe mich schon lange mit diesem Problem beschäftigt; bei mir hat sich für den Fahrplanbetrieb mit Zügen eine Zeitverkürzung um Faktor drei als gut brauchbar herausgestellt. Dabei spielen die Streckenlängen (also der Abstand zwischen den dargestellten Betriebsstellen) eine wichtige Rolle. Es dürfte für den Keller-Modellbahner kaum möglich sein, einigermaßen vorbildgerechte Streckenlängen nachzubilden. Das geht - vielleicht - bei FREMO, wenn man genügend Streckenmodule und eine ausreichend große Halle zur Verfügung hat. Ich habe deshalb schon bei Triptis I einen separaten Strecken-Maßstab definiert, der mit 1:261 eine Verkürzung um Faktor drei bringt. Damit wird der Zeitmaßstab kompensiert, so dass die Uhrzeit/Längenverhältnisse wie beim Vorbild wirken. Wenn ich also bei einem im Maßstab 1:261 nachgebildeten Streckenabschnitt mit vorbildgerechter Geschwindigkeit fahre, kommen die gleichen Zeitabstände heraus wie bei der Vorbildstrecke. Damit kann ich mich für meine Fahrplanbildung am Original-Kursbuch orientieren. Die Abstände zwischen Vor- und Hauptsignal, die Standpunkte der Vorsignalbaken, das ist alles durch den Streckenmaßstab definiert.

Innerhalb der Bahnhöfe muss ich allerdings aufpassen, die Bahnsteiglängen richten sich beispielsweise eher nach den Längen der verkehrenden Reisezüge.

Durch den Streckenmaßstab ergibt sich auch die Möglichkeit, eine vorbildorientierte Kilometrierung nachzubilden. Allerdings erscheint dann der beim Vorbild übliche Abstand der Hektometer-Steine von 200 m etwas zu dicht, deshalb stehen in meiner Anlage die Hektometersteine im Abstand von 500 m.

Die Platzierung der nachgebildeten Betriebsstellen muss sich - leider - sehr stark nach den örtlichen Gegebenheiten im MoBa-Raum richten, deshalb ist eine exakt konsequente Platzierung meistens nicht möglich. Hier nochmal das unmaßstäbliche Übersichtsbild aus meinem Keller; die (hier waagerechte) Länge des Raums ist 8,50 m, die Breite ist ca, 3,50 m.


Zu meiner eigenen Verblüffung stimmt die Kilometrierung in Triptis II recht gut mit dem Vorbild überein, die Abweichungen sind durchweg kleiner als 2 km. Das folgende Bild zeigt unten die linke Einfahrt des Bahnhofs Neustadt, das obere Bild habe ich irgendwann später im Internet gefunden, das war eine echte Überraschung!


Die erste ernsthafte Betriebsstufe war der Automatik-Betrieb nach Fahrplan, das wurde hier ja schon ausgiebig diskutiert. Das ist jetzt schon einige Jahre her, mittlerweile kann ich jeden Zug auch manuell fahren, zwei Videozüge können vom Bildschirm aus gefahren werden; der virtuelle Fahrdienstleiter in Triptis ist dauerhaft beurlaubt, hier muss ich selbst tätig werden, wenn Zugmeldungen aus den drei möglichen Richtungen ankommen. Und das Wichtigste: In Triptis werden mittlerweile alle Rangierfahrten manuell abgewickelt, das ursprünglich mögliche automatische Umsetzen der Loks bei Reisezügen aus der Nebenstrecke habe ich komplett abgeschafft.

Damit kommen wir zurück zum Thema des UFOs: Welchen Zeitmaßstab brauchen wir beim Rangieren? Das habt ihr Forumer schon vor Jahren diskutiert, ich kann die Ergebnisse von damals nur bestätigen: Rangieren mit Zeitverkürzung ist zumindest sehr zeitkritisch, wenn nicht sogar unmöglich! Man müsste also beim Rangieren die Zeitverkürzung abschalten. Das passt natürlich nicht mit dem Fahrplan-Betrieb zusammen. Wenn der Fahrplan nach 1:3 konstruiert ist, dann fahren die Züge bei 1:1 viel zu schnell und kommen vor der Planzeit an.

Ich habe mir deshalb eine Kompromisslösung ausgedacht, die ich demnächst realisieren möchte, vorher möchte ich aber eure Meinung dazu wissen: Meine Stellwerke (die ja die Weichen für die Rangierfahrten stellen und die Fahrerlaubnis erteilen) wissen genau, wann und wie lange eine Rangierfahrt aktiv ist. Deshalb könnte man genau für diesen Zeitraum die Modellzeit auf 1:1 stellen, so dass die eigentliche Rangierfahrt in Originalzeit abgewickelt werden kann. Die möglicherweise gleichzeitig aktiven fahrplanmäßigen Züge werden sich dann nur in diesem Zeitraum zu schnell bewegen, aber die Fahrdienstleiter in den Betriebsstellen stellen die Signale frühestens zwei (Modell-)Minuten vor der fahrpanmäßigen Zeit, so dass die Züge sogar ungefähr zur Fahrplan-Zeit an den Einfahrsignalen am Bahnhof Triptis ankommen. Der Fdl Triptis hat es dann in der Hand, wann er die Züge in den Bahnhof rein lässt. Er wird dann in Absprache mit dem Rangierleiter eine Möglichkeit finden, die Rangierarbeiten mit den Zugfahrten zu koordinieren.

Wenn man auf einer Anlage manuell bediente Stellwerke oder gar ortsgestellte Weichen hat, dann ist diese automatische Zeitumstellung nicht mglich, mann müsste also den Fahrdienstleiter oder den Rangierleiter zur Bedienung der Zeitumstellung verpflichten.

Mit Hp1-Gruß - Helmut

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 525

16.03.2020 12:16
#2 RE: Zeitmaßstab beim Rangieren und beim Fahrplanbetrieb Antworten

Hallo Forumer, unser Hobby hat in Krisenzeiten wie bei dem gegenwärtigen Viren-Problem einen großen Vorteil: Der Modellbahner kann sich in seinen Keller oder in seinen Dachboden oder in seine Werkstatt zurückziehen, wo ihn die bösen Viren kaum erreichen können.

Das habe ich in den letzten Tagen getan, um mich mit der Idee der beschriebenen "Rangierzeit" zu beschäftigen. Nachdem zu meinem letzten Beitrag keine Kommentare eingegangen sind, habe ich das so interpretiert, dass es gegen die Idee keine grundsätzlichen Einwände gibt, zumal das mit den früheren Beiträgen in diesem UFO ganz gut zusammenpasst.

Zu meiner Überraschung war das sehr schnell realisiert, ich musste im Programmsystem nur eine einzige Anweisung ändern, nach eine halben Stunde konnte ich bereits eine erfolgreiche Probe-Rangierfahrt absolvieren. Sobald die Start-Taste auf dem Rangierpult gedrückt wird, schaltet die Modellzeit-Uhr auf den Maßstab 1:1 und verbleibt in diesem Modus, bis die gesamte Rangierfahrt (die über mehrere Stationen gehen kann) durch das Drücken der Stopp-Taste beendet wird; dann schaltet die Uhr wieder in den 1:3-Modus. Für den Betrachter fällt das nicht weiter auf, denn da prüft ja keiner mit der Stoppuhr nach, in welchem Abstand die Minutenanzeige umspringt.

Im Prinzip habe ich jetzt vier Möglichkeiten, die Modellzeit während des Betriebs zu beeinflussen: Die Uhr lässt sich jederzeit auf einen beliebigen Wert stellen, beispielsweise um den Fahrplan an einer bestimmten Stelle zu starten (weil da möglicherweise die letzte Session geendet hat). Dann gibt es die Steuerbefehle "Uhr langsam" und "Uhr normal", mit dem der 1:1-Modus manuell eingestellt und wieder aufgehoben werden kann. Die Taste "Plus sechs Minuten" habe ich schon früher beschrieben, damit gewinnt der Bediener sechs zusätzliche Modellminuten. Dazu kommt nun der beschriebene Rangiermodus.

Als nächsten Schritt werde ich bei nächster Gelegenheit eine Session mit Fahrplanbetrieb und parallel dazu abzuwickelnden Rangiermanövern durchführen. Mal sehen, wie das läuft. Ich werde berichten.

Mit Hp1-Gruß - Helmut

Fischkopp Offline




Beiträge: 448

16.03.2020 19:04
#3 RE: Zeitmaßstab beim Rangieren und beim Fahrplanbetrieb Antworten

Moin Helmut,
ich bin erst jetzt dazu gekommen, mich durch
Deinen Text durchzuarbeiten.
Heißt das dann also im Endeffekt, daß die Züge während
einer Rangierfahrt einfach sehr lange vor dem ESig warten?
Und wie wirkt sich das auf einen hypothetischen(?) Mehrspielermodus
aus, wenn zum Beispiel in Niederpöllnitz rangiert wird und für den
Fdl Triptis die Minuten nicht vergehen zu wollen scheinen?
Merkt man das überhaupt im Eifer des Gefechts?
Fragen über Fragen von Jemandem, der eine maßstäblich lange Strecke
mit handgestellten Ortsweichen ausschließlich als Rangierfahrt
befährt und eigentlich nix zum Thema beitragen kann

Gruß
Alex

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 525

17.03.2020 10:43
#4 RE: Zeitmaßstab beim Rangieren und beim Fahrplanbetrieb Antworten

Hallo Alex, deine Fragen sind berechtigt. Ich kann es allerdings noch nicht endgültig beantworten, weil der Versuch in der Betriebspraxis noch aussteht.

Es ist tatsächlich so, dass während einer Rangierfahrt im Bahnhof Triptis alle sonstigen Zugfahrten scheinbar mit dreifacher Geschwindigkeit fahren. Die Wartezeiten, die sich dadurch möglicherweise ergeben, werden sich aber nicht an den Triptiser ESigs ansammeln, weil die Überprüfung der Fahrplanzeiten an allen Signalen auf der Anlage stattfindet. Die Fahrdienstleiter in den anderen Betriebsstellen stellen ihre Signale frühestens zwei (Modell-)Minuten vor Plan auf Fahrt. Die Wartezeiten werden sich also über die ganze Anlage verteilen und deshalb weniger auffallen. Es kann beispielsweise durchaus passieren, dass sich ein Zug während der "Zeitverlängerung" gerade in der Ausfahrt aus dem Schattenbahnhof bewegt und demzufolge am Zwischensignal R (das sich noch im nicht einsehbaren Bereich befindet) ausgebremst wird. Das wird im Betrieb kaum auffallen. Es gibt auch einen postiven Effekt: Verspätete Zugfahrten werden während der Rangierfahrt wieder "eingefangen"!

Die erwähnten manuell gesteuerten Rangierfahrten mit Zeitkorrektur wird es sehr wahrscheinlich auch zukünftig nur im Bahnhof Triptis geben. Rangierfahrten in Niederpöllnitz, in Neustadt und in Auma gibt es auch, beipielsweise als Bereitstellungsfahrten vor Start einer Zugfahrt oder Fahrten ins Abstellgleis nach Beendigung einer Zugfahrt. Diese Fahrten werden aber fahrplangesteuert im 1:3-Modellzeit-Modus durchgeführt, so dass sich dabei keine Zeitverzerrungen ergeben.

Dass sich die Anlage im "Zeitverlängerungs"-Modus befindet, fällt nur dadurch auf, dass die Minutenanzeige seltener umspringt. Nur die Zeitanzeige auf dem Konsolbildschirm wechselt während der Verlängerung von weiß auf rot; alle anderen Uhren sehen immer gleich aus. Falls während der Rangierfahrt ein Videozug unterwegs ist, dann wird dem Lokführer schon auffallen, das er seine Buchfahrplan-Zeiten auf einmal ganz locker erreicht, und dass er schon mal auf rote Signale stößt.

Ich bin selbst gespannt, wie der Betriebsversuch ausfällt, mit Hp1-Gruß - Helmut

Gilpin Offline




Beiträge: 1.484

17.03.2020 13:44
#5 RE: Zeitmaßstab beim Rangieren und beim Fahrplanbetrieb Antworten

Hallo Helmut,

klar sind

Zitat von Fdl Triptis im Beitrag #2
zu (D)einem letzten Beitrag keine Kommentare eingegangen
- zumindest nicht sofort: ich zum Beispiel brauchte erst einmal einen Schreckmoment, um 1:3 mal 1:87 gleich 1:261 zu ermitteln. Danach hat mich natürlich auch die Frage umgetrieben, was die Verlangsamung der Zeit wohl für die Züge auf der Strecke bedeuten würde; das hast Du aber mittlerweile wunderbar aufgeklärt!

Ich bin gespannt, was Dir in Deinem Modellbahnraum in den nächsten Wochen noch in den Sinn kommt,
mit freundlichem Gruß,
Gilpin

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