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Dieses Thema hat 20 Antworten
und wurde 629 mal aufgerufen
 IV.6. Betriebliche Besonderheiten
Seiten 1 | 2
OOK Offline




Beiträge: 3.842

29.12.2017 22:14
Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Auch dieses Thema geht aus der erneuten Lektüre von MRP 2008 hervor. Dort gibt es eine kleine Anlage, wo der Betrieb des Bahnhofes Moscow, Idaho nachgestellt wird, durch den Züge der Union Pacific und der Northern Pacific kamen. Dieser Bahnhof hatte acht Anschlusskunden, die aber teils von der UP, teils von der NP bediuent wurden. Gibt/gab es "sowas" auch in DACH*?
Ich habe schon so ne Ahnung, wer das wissen könnte. ;-)


*DACH = D, A, CH

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Silbergräber Online



Beiträge: 410

30.12.2017 00:05
#2 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Ich denke, sowas ist gerade in Epoche VII (oder was is' gerade?) Standard, dass verschiedene EVU die verbliebenen Kunden bedienen?

LG

Jörn

H0m ist ein Ponyhof!
--------------------------
Mein Planungsthread:
"Auf schmaler Spur in den Oberharz"
http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=24&t=144119

Mein Wagenschnitzer-Thread:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=50&t=139641

eiltriebwagen Offline



Beiträge: 8

30.12.2017 09:12
#3 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Moin,

heute dürfte die Belieferung eines Anschlusses durch verschiedene EVU eher die Regel als die Ausnahme sein. In der holzverarbeitenden Industrie ist das definitiv so. Einzelwagenverkehre werden in Deutschland von der DB Cargo abgewickelt. Ganzzüge fahren DB Cargo und andere EVU (auch ausländische). Meistens wird das zu verarbeitende Rohholz oder Hackschnitzel vom Lieferanten frei Werk geliefert. Die Lieferanten schließen Verträge mit einem oder mehreren EVU ab - und wechseln auch schon mal. Auch setzen EVU Subunternehmen ein.

Für Rangierarbeiten im Werk beauftragt der Kunde oft ein weiteres EVU, dass ständig, oder nur bei Bedarf, eine (oder mehrere) Rangierlok stellt.

Es gibt auch die Variante, dass ein holzverarbeitendes Unternehmen eigene Wagenparks für Ganzzüge besitzt und - disponiert von der konzerneigenen Logistikabteilung - von diversen EVU befördern lässt.

Viele Grüße

Burkhard

OOK Offline




Beiträge: 3.842

30.12.2017 10:06
#4 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Schon ok, in Zeiten der Multikulti-EVU ist das sicher so, da herrscht schon fasst ein Durcheunander. Ich meinte allerdings die Zeiten vor dem Aufkommen der EVU. Ich konstruiere mal ein Beispiel:
1960: Im Bf Lauminde zweigt die Lauminde-Holthausener Eisenbahn von der DB-Strecke ab. Im Bf gibt es fünf Anschlussnehmer, zwei davon liegen an LHE-Gleisen. Bedient da nun jede Verwaltung nur die an ihren Gleisen liegenden Firmen? Noch konkreter: Wagen für eine Firma an LHE-Gleisen kommen mit der DB. Müssen die erst formal auf die Übergabe gestellt und dann von der LHE mit der Tfz zugestellt werden, oder macht die DB Köf, die eh im Bf rumwuselt, das eben mit?
Ein konkretes Beispiel aus der realen Eisenbahnlandschaft wäre mir lieber.
Aber auch für die EVU-Periode wäre ein konkretes Beispiel mit Nennung von Ross und Reiter und Parcours durchaus interessant.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

eiltriebwagen Offline



Beiträge: 8

30.12.2017 11:32
#5 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Zitat von OOK im Beitrag #4

Aber auch für die EVU-Periode wäre ein konkretes Beispiel mit Nennung von Ross und Reiter und Parcours durchaus interessant.


Wer welche Trassen bestellt sind Betriebsgeheimnisse vieler an der Logistikkette beteiligter Unternehmen die zumindest ich nicht im Internet bekannt geben kann. Ich bitte dafür um Verständnis.

Viele Grüße

Burkhard

Sebastian Offline



Beiträge: 51

30.12.2017 13:05
#6 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Hallo zusammen,

Hier ein konkretes Beispiel aus den Epochen 3 und 4.

Im Bahnhof Eystrup zweigt von der Strecke Bremen - Hannover die private Hoyaer Eisenbahn-Gesellschaft, heute Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya -VGH - ab, die dort einen eigenen Bahnhofsteil betreibt.

An eben diesen Schloß die Senf- und Essigfabrik Lehmann an, die aber immer von der DB bedient wurde. Um den Anschluss zu erreichen muss dabei das Hauptgleis der Privatbahn befahren werden, und mir vorliegende SbVen der 70er Jahre schildern das Prozedere dazu (der DB-Fdl verständigte den VGH-Zlr in Hoya, dieser sperrte das Streckengleis und stimmte dann der Durchführung der Bedienung zu).

Gruß
Sebastian

OOK Offline




Beiträge: 3.842

30.12.2017 13:36
#7 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Sebastian, ein wunderbares Beispiel. Da ich gerade vor einige Tagen denb Plan von Eystrup auf dem Schirm hatte, zeige ich den hier mal mit den VGH-Gleisen in rot.



Aber noch eine Zusatzfrage: konnte es nicht auch vorkommen, dass ein Wagen zu oder von Lehmann von oder nach Syke ging und deshalb mit VGH-lok rangiert wurde?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Sebastian Offline



Beiträge: 51

30.12.2017 14:09
#8 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Das kann man denke ich ausschließen. Früher gab es für jede Relation im Wagenladungsverkehr vorgeschriebene Laufwege, ein Wagen von z. B. Diepholz nach Eystrup wäre sicher über Bremen Rbf gelaufen, auch wenn der Weg über die VGH kilometermässig kürzer gewesen wäre.

Die VGH nahm im Gegensatz zu z. B. TWE, OHE oder WLE nicht am Durchgangsverkehr teil, beförderte also nur Wagen von oder nach Bahnhöfen auf ihrer eigenen Strecke.

Der von dir beschriebene Fall wäre also nur eingetreten wenn ein Wagen von einem Bahnhof an der VGH, etwa Bruchhausen-Vilsen, zu Lehmann versendet worden wäre, und da wäre wenigstens ab Epoche 3 die Transportentfernung zu klein gewesen.

Sebastian Offline



Beiträge: 51

30.12.2017 19:14
#9 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

An der privaten Tecklenburger Nordbahn Osnabrück - Rheine (TN) gab es Nähe Osnabrück den Anschluss der Firma Kromschröder der bis in die 1980er erheblichen Güterverkehr hatte. Die TN bediente diesen mit ihren Güterzügen früh morgens und mittags.

Nun war es aber erforderlich am späten Nachmittag von Kromschröder Wagen Richtung Osmabrück abzufahren, vermutlich belud der Armaturenhersteller im Anschluss Stückgutwagen die in OS bestimmte Anschlusszüge erreichen mussten. Leider passte das in den Lokumlauf der TN gar nicht hinein, also führte die DB die Nachmittagsbedienung mit einer V60-bespannten Übergabe aus.

Meine Quelle ist übrigens das großartige TN-Buch von Dieter Riehemann, das sich NE-Bahn- und betriebsaffine Leser unbedingt zulegen sollten.

OOK Offline




Beiträge: 3.842

30.12.2017 21:44
#10 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Bingo! Perfekt. Das ist genau das Procedere, das mir vorschwebte.
Nach dieser Vorlage kann man sich für die eigene Anlage allerlei Mischbedienung ausdenken. Aber vielleicht gibts ja noch mehr davon?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Sebastian Offline



Beiträge: 51

30.12.2017 22:10
#11 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Weiter geht's!

In Nürtingen, DB-Strecke Plochingen-Tübingen, schließt die WEG-Strecke Nürtingen-Neuffen an. Bis Ende der 70er Jahre war deren Haupttransportgut Kalkstein, gefördert im Steinburch "am Hörnle", mit einer Materialseilbahn zum Bahnhof Neuffen wo dann auf die Bahn verladen wurde.

Die WEG transportierte die Steinzüge in Ganzzügen aus vierachsigen Selbstentladern nach Nürtingen. Dort befand sich zugehörige Zementwerk als Anschliesser am DB-Bahnhof.

Nach Gerd Wolff, Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 3 wurden die Neuffener Ganzzüge von der WEG zugestellt und auch entladen. Sonstiges Wagenaufkommen des Zementwerkes - Zuschlagstoffe, Brennstoff für die Öfen, Abfuhr von Zementprodukten - händelte die DB-Kleinlok des Bahnhofs Nürtingen.

Dass die Zustellung der Ganzzüge die WEG machte hatte auch einen technischen Grund: die Selbstentladewagen hatten Scharffenbergkupplung, die WEG hielt sich extra dafür die ebenso ausgerüsteten Schlepptriebwagen T23 und T24.

Sebastian Offline



Beiträge: 51

01.01.2018 23:18
#12 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Dann wären da noch die vielfältigen Auftragsfahrten der NE-Bahnen für die DB. Wieder ein Beispiel aus Niedersachsen.

Die Verden-Walsroder Eisenbahn führte mit ihren Dieselloks in Epoche 3-6 immer wieder Fahrten im Auftrag durch. So wurden der Rangierdienst in Verden und Walsrode und Übergabefahrten auf den DB-Strecken rund um Verden geleistet.

Ab 1970 gab es eine besondere Kooperation: Die Walsroder Strecke der VWE wurde durch die DB bedient, im Gegenzug stellte die VWE ihre Mak-650D der DB als Rangierlok für den Bahnhof Nienburg.

Fischkopp Offline




Beiträge: 350

01.01.2018 23:48
#13 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Wenn wir das Thema
etwas weiter auffächern könnte ich auch noch ein paar Kieler Beispiele bringen.
Zum einen wurde die Hafenbahn auf dem Westufer sowohl von der Seehafen Kiel als auch von der DB bedient.
Desweiteren habe ich ja in einem Parallelstrang schon die DB-Lok-geführten Containerzüge in den Nordhafen erwähnt.
Wieder näher an die ursprüngliche Frage kommt das Gemeinschaftskraftwerk Kiel. Bis die Kiel-Schönberger Eisenbahn
(aka VKP) eine genügend starke Diesellok hatte, wurde der tägliche Kohlezug von der DB befördert. Was so ein Kraftwerk sonst
noch so braucht, also Ammoniak usw. hat dann natürlich die KSchE zugestellt.

Gruß
Alex

P.S.: Einsätze von NE-Fahrzeugen auf DB-Gleisen und umgekehrt sollten wir davon vielleicht trennen, da gibt es viel zu viele Beispiele:
Ilmebahn, Schleswiger Kreisbahn, Verkehrsbetriebe Hornburg, Bentheimer Eisenbahn und immer so weiter...

Sebastian Offline



Beiträge: 51

02.01.2018 19:25
#14 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Du hast Recht, Auftragsfahrten für DB durch NE und umgekehrt lassen wir besser weg.

Alsdann: Im Bahnhof Kleinengstingen, an der DB-Strecke Reutlingen-Schelklingen endet die HzL von Gammertingen. Am HzL-Bahnhofsteil gab es einen Anschluss Kornhaus, der laut der SbV der HzL von 1993 durch die DB bedient wurde - Prozedere ähnlich wie bei Lehmann in Eystrup. Mir sind aber auch mehrere Bilder bekannt auf denen Tfz der HzL den Anschluss bedienten.

Sebastian Offline



Beiträge: 51

02.01.2018 19:31
#15 RE: Anschlussbedienung durch mehr als ein Eisenbahnunternehmen antworten

Einen hab ich noch.

Bremen-Huchting, Strecke Bremen-Oldenburg und Endpunkt der Eisenbahn Bremen-Thedinghausen, BTh. In den 70er Jahre wurde im BTh-Bahnhofsteil ein Industriestammgleis der Stadt Bremen gebaut, das sowohl durch die DB - bei Wagen aus Richtung Bremen oder Delmenhorst - als auch durch die BTh mit Wagen die diese in Kirchweyhe von der DB übernommen hatte - bedient wurde.

Pikanterweise wurde die Bedienung von Huchting seitens der DB lange Zeit von der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn im Auftrage durchgeführt, dann müsste die DHE-Lok im Auftrage der DB im Bahnhof der BTh rangieren...

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