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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 364 mal aufgerufen
 II.7. Planungsdetails unabhängig vom Gesamtplan
Fdl Triptis Offline




Beiträge: 275

16.07.2018 16:56
Triptis II - Mehr Transparenz für die Stellwerke antworten

In der ersten Betriebsstufe der Anlage Triptis II war der Betrieb weitgehend automatisch gesteuert. In der Fahrtenliste waren die genauen zeitlichen und örtlichen Abläufe aller möglichen Fahrten definiert; im Fahrplan war festgelegt, wann welche Fahrten gestartet werden sollten. Einzelne Fahrten konnten auch manuell von der Rechnerkonsole gestartet werden.

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr manuell steuerbare Funktionen dazu, das virtuelle Bahnpersonal bekam die Fähigkeit, mit echten Menschen zusammenzuarbeiten.

Das erste Projekt dieser Art war der "Extrazug": Neben der Rechnerkonsole wurde ein manuelles Fahrpult eingebaut, damit ließ sich ein Zug (unabhängig von den automatisch gesteuerten Zügen) auf beliebigem Weg über die Anlage fahren, der Fahrweg wurde an den Verzweigungen an der Konsole abgefragt. Das ist besonders nützlich bei Probefahrten, oder wenn ein Zug irgendwo auf der Anlage "gestrandet" ist. Dann kann man ihn bequem nach Hause bringen. Der Mensch am Fahrpult muss bei dieser Betriebsart selbstverständlich nach Signalen fahren; die Stellung der nicht direkt einsehbaren Signale sieht er - zusammen mit der momentanen Position seines Extrazugs - auf dem Prozessabbild auf dem Bildschirm.

Als nächstes kam der Videozug. Ein mit Kamera und Funkübertragung ausgerüster Steuerwagen war schon aus der Triptis I-Zeit vorhanden, ein zweiter mit einer etwas lichtstärkeren Kamera wurde zusätzlich angeschafft. Die Anlage bekam ein Videopult mit Fahrschalter, Farbmonitor, Tachoanzeige, Uhrzeitanzeige und mit den Bedienelementen für Horn und Läutewerk. Weil diese kleinen Kameras die Lichtpunkte der Tageslichtsignale nicht immer farbrichtig anzeigen, wurde auch eine Führerstands-Signalisierung eingebaut, mit der der Lokführer sich auf Tastendruck die Stellung der Hauptsignale zeigen lassen kann. Wenn ein menschlicher Lokführer zur Verfügung steht, kann man in der Fahrtenliste den virtuellen Lokführer des Videozuges beurlauben.

Das nächste Projekt war die Realisierung des Bahnbetriebswerks am linken Bahnhofskopf, siehe Beitrag "Planung eines Bahnbetriebswerks" in II.3. Die Fahrten vom, zum und im Bw-Bereich werden manuell und rein analog abgewickelt, hier braucht man unbedingt einen menschlichen Bediener.

Rangierfahrten waren in den ersten Betriebsstufen nur eingeschränkt möglich. Bereitstellungsfahrten von Zuggarnituren ließen sich beispielsweise in der Fahrtenliste und im Fahrplan berücksichtigen. Falls sich Züge durch Verspätungen "festgefahren" haben (weil zB zwei Zuggarnituren in den selben Gleisabschnitt einfahren wollen), dann kann man eine der blockierten Garnituren als Zug deaktivieren und durch eine manuelle Extrazug-Rangierfahrt aus dem Weg räumen.

Um auch Warenverkehr mit Nahgüterzügen und Wagenkärtchen zu ermöglichen, wurde als nächstes Projekt der manuelle Rangierverkehr im Bahnhof Triptis eingeführt, siehe Beitrag "Manuell gesteuerte Rangierfahrten" in IV.3. Damit konnte der nächste Mensch in Triptis als Rangierleiter und Rangierlokführer tätig werden.

Im Zusammenhang mit den Rangierfahrten musste auch die Möglichkeit einer Sperrfahrt zur Ausweich-Anschlussstelle am Streckengleis nach Auma geschaffen werden, denn das Porzellanwerk Triptis ist auf die Rohstoffe aus dieser Awanst angewiesen. Siehe Beitrag "Sperrfahrt zur Ausweich-Anschlussstelle" in IV.3. Die Sperrfahrt wird manuell abgewickelt, die Absicherung geschieht durch das virtuelle Stellwerkspersonal.

So weit der derzeitige Stand. Wie soll es mit der Anlage weiter gehen?

Wenn man auf der Anlage die Arbeit des Fahrdienstleiters und seiner Wärter beobachten will, dann muss man auf den Konsolen-Bildschirm schauen, wo alle Arbeitschritte aller sieben Fdl und ihrer zugeordneten Wärter in einem speziellen Fenster in Folge aufgelistet werden. Wenn viel Betrieb auf der Anlage ist, dann geht das so schnell, dass man es kaum erfassen kann.

Deshalb habe ich mich entschlossen, einige wichtige Arbeitsvorgänge der Stellwerke in Triptis wie das Vor- und Rückblocken sowie den Empfang von Zugmeldungen auf der Anlage sichtbar bzw. hörbar zu machen.

Bevor ich meine neuesten Planungs-Arbeitsschritte beschreibe, hier noch ein kleiner Ausflug in die Vorbild-Situation, wobei die Auswirkungen des Krieges (Zerstörung des Empfangsgebäudes und eines großen Teils der Gleisanlagen, Abbau des zweiten Gleises) ignoriert sind:

Tp-Lagepl

Im Vorbild-Bahnhof Triptis gab es mal vier Stellwerke: Ein reines Befehlswerk Tf im Empfangsgebäude, ebenerdig, mit Zugang zum Hausbahnsteig, und drei Wärterstellwerke W1, W2 und W3 in der Nähe der streckenseitigen Weichenstraßen. Am Befehlswerk arbeitete der Fahrdienstleiter: Er nahm die Zugmeldungen entgegen, dazu musste er das Morsealphabet beherrschen, denn die Zugmeldungen kamen aus dem Telegrafen und wurden als Punkte und Striche auf ein schmales Papierband geschrieben. Eine Zugmeldung kündete sich durch ein Läutesignal an (Signale L1 1 und Lt 2 nach Signalbuch, das von den Schrankenwärtern über die ziemlich lauten "Läutebuden" mitgehört wurde, damit sie die Schranken zeitrichtig schließen konnten). Auf der Hauptstrecke gab es einmal fünf BimBams als Ankündigung für einen Zug in Richtung Saalfeld; für die Richtung Gera waren es zweimal fünf BimBams. In den Stellwerken gab es kleinere Zimmerläutewerke, die machten eher "TingTang"; ich habe das Geräusch aus dem Neustädter Stellwerk Nw heute noch im Ohr.

Das Bild zeigt einen Telegrafen, wie er auf meiner Vorbild-Strecke im Einsatz war (den habe ich in Kühlungsborn fotografiert), leider erkennt man nicht die Spule mit dem Papierband.

Telegraf

Wenn der Fdl eine Zugmeldung entziffert hatte, ging er an seinen Blockkasten, legte den laut Bahnhofs-Fahrordnung zuständigen Fahrstraßenhebel um, drückte die Blocktaste des zugehörigen Befehlsabgabefeldes und drehte die Induktorkurbel. Der Befehl ging dann an das Befehlsempfangsfeld in dem Wärterstellwerk, das für die Fahrstraße verantwortlich war. Der Wärter legte dann die richtigen Weichen- Sperrsignal- und Riegelhebel in die richtige Stellung, legte seinen Fahrstraßenhebel um und blockte das Fahrstraßen-Festlegefeld (diesmal ohne die Induktorkurbel, denn die Fahrstraßen-Festlegefelder sind üblicherweise Gleichstromfelder). Damit war die Fahrstraße festgelegt und konnte erst nach Einfahrt des Zuges durch Zugeinwirkung aufgelöst werden, indem der Zug das Fahrstraßen-Festlegefeld entblockt hatte. Nach Festlegung der Fahrstraße konnte der Wärter das Einfahrsignal ziehen.

Der Fahrdienstleiter hatte in seinem Befehlsstellwerk sehr wahrscheinlich einen Signalmelder für jedes Einfahrsignal, weil er die Signale mit Sicherheit nicht direkt sehen konnte. Ehe er die Aufgabe der Bahnsteigaufsicht übernahm und die rote Mütze aufsetzte, musste er sich noch um die Ausfahrstraße für den Zug kümmern, denn wenn die Ausfahrt nicht stand, konnte er auf dem Bahnsteig auch kein Zp9 geben. Möglicherweise gab es in Triptis auch einen separaten Aufsichtsbeamten, so genau konnte ich das damals noch nicht beobachten.

Eine wichtige Aufgabe des Fahrdienstleiters habe ich noch nicht erwähnt: Die Abgabe von Zugmeldungen an die nächste Zugmeldestelle. Wenn alle Voraussetzungen für eine Ausfahrt gegeben sind, dann gibt er eine Zugmeldung mit der tatsächlichen oder voraussichtlichen Abfahrtzeit ab, und zwar wieder über den Zugmeldetelegrafen, mit der Morsetaste; davor veranlasst er noch das Läutesignal, das wurde über die gleiche Telegraphenleitung wie die eigentliche Zugmeldung übertragen. Über die verschiedenen Arten von Zugmeldungen und ihre Abwicklung wurde hier schon genauer berichtet; in der Telegrafen-Version lief das etwa genau so ab, nur eben im Morse-Code.

Wie erwähnt, wurden die Zugmeldungen in der Epoche 3 akustisch angekündigt. Ich muss also ein Läutewerk bauen, das bei eingehenden Zugmeldungen das typische BimBam (Signal Lt 1/Lt 2) erzeugt, mit unterschiedlichen Klangmustern je nach Richtung.

Die eigentliche Zugmeldung soll dann auf einem Display (ähnlich wie die Uhrzeitanzeige) als Zugnummer erscheinen. Für den Fdl wird ein kleines Meldepult eingerichtet, wo er die Zugmeldung quittieren kann und wo er ggf. abgehende Zugmeldungen veranlassen kann.

Meldepult

Die Befehle für die Fahrstraßen werden vom Fdl manuell über das Befehlswerk an die Weichenwärter übermittelt, dazu will ich ein Blockwerk mit Befehlsabgabefeldern und Fahrstraßenhebeln (und mit einer Induktorkurbel) nachbauen. Die Fahrstraßenhebel müssen sowohl gesperrt als auch in Aktivstellung festgelegt werden können. Das lässt sich mechanisch nur sehr schwer realisieren, deshalb kann ich mir folgende Lösung vorstellen: Ein Fahrstraßenhebel wird durch eine Kombination eines senkrecht angeordneten Kipptasters mit zwei Taststellungen und zwei (grünen) LEDs simuliert. Wenn der Fdl den Fahrstraßenhebel zB in die obere Stellung umlegen will, dann tippt er den Taster kurz nach oben. Wenn das erlaubt ist (wenn der Hebel also nicht in Mittelstellung blockiert ist), dann leuchtet die obere grüne LED auf, das bedeutet "Fahrstraßenhebel umgelegt". Falls es nicht erlaubt ist, dann bleibt die LED dunkel. Das Zurücklegen des Hebels wird durch ein Tippen nach unten probiert, wenn die LED an bleibt, dann ist der Hebel in der oberen Stellung festgelegt. Wenn der Fdl einen Befehl abgeben will, dann legt er zuerst den zugeordneten Fahrstraßenhebel um, dann drückt er die Blocktaste des passenden Befehlsabgabefelds und dreht die Induktorkurbel. Das Sichtfeld über dem Blockfeld wechselt die Farbe von Rot auf weiß. Der Wärter sieht nun an seinem Befehlsempfangsfeld, was er tun muss, damit die gemeldete Fahrt stattfinden kann.

Stw_F

Diese Lösung ermöglicht es, auch bei aktiviertem virtuellem Fdl dessen Bedienhandlungen sichtbar zu machen, indem angezeigt wird, welche Fahrstraßenhebel umgelegt sind und welche Befehlsfelder geblockt sind.

Die Stellwerkswärter in den drei Wärterstellwerken bleiben virtuell, die Blockfelder des Bahnhofsblocks bleiben nicht sichtbar. Der Fdl wird die Reaktion der Wärter auf die Befehle aber deutlich wahrnehmen können, man hört das Umlaufen der Weichenantriebe und sieht, wenn der Wärter das Hauptsignal zieht. Was ich aber darstellen möchte, sind die Blockfelder des Streckenblocks; für jedes Wärterstellwerk je ein Anfangs- und Endfeld, für das Stw W2 zusätzlich das Erlaubnisfeld nach Auma. Daran wird man sehen können, wo und wann sich ein Zug nähert; wie weit ein ausfahrender Zug schon gekommen ist, und wann der zuständige Wärter vor- und rückblockt.

Stw_W1_W2_W3

Planungsschritte für die Realisierung:

1. Bau und Inbetriebnahme des Läutewerks

Das scheint mit leicht machbar, programmtechnisch ist es sicher kein Problem, die intern schon vorhandenen Zugmeldungen als Klangmuster auszugeben. Einen Versuchsaufbau für den Kern des Läutewerks habe ich schon; dazu muss ich noch eine kleine Ansteuer-Elektronik erfinden:

BimBam

2. Bau der Anzeigetafeln für die Blockfelder des Streckenblocks

Die Ansteuerung von 7 Zweifarb-LEDs (rot/weiß) ist ohne großen Aufwand möglich, ich muss dazu allerdings ein zusätzliches 16 Kanal-Binär-Ausgabegerät bauen, zum Glück habe ich noch einige fertig geätzte Leiterplatten.

3. Prüfung der verbleibenden Rechnerkapazität für die Fdl-Programmierung

Die Realisierung eines funktionsfähigen Blockwerks ist der schwierigste Arbeitsschritt. Ich werde etliche zusätzliche Programmvariable benötigen, bin aber jetzt schon mit der Daten-Speicherkapazität meines Rechners ziemlich am Ende. Ich werde also Speicherbereiche freischaufen müssen, beispielsweise durch Verkürzung des Ein/Ausgabe-Datenbusses und seines internen Speicherbereichs.

4. Bau der zusätzlich benötigten (ca. dreimal 16 Kanäle) Ein-Ausgabegeräte

5. Bau des Blockwerks

Das hat 6 Blockfelder mit Blocktasten, 10 Fahrstraßenhebel (mit ca 20 LED-Anzeigen) und die funktionierende Nachbildung des Kurbelinduktors.

6. Bau des Meldepults

Dazu gehört die Entwickung des alphanumerischen Zugmelde-Displays; meine bisherigen Displays sind reine Ziffernanzeigen.

7. Verdrahtung und Test der Ein/Ausgabe-Schnittstelle

Strippenziehen ist eine Arbeit, die ich gar nicht mag, leider lässt sich das nicht vermeiden. Meine Kabelkanäle sind leider schon übervoll, in den Klemmstellen ist kaum noch Platz.

8. Programmierung und Inbetriebnahme

Wenn die Rechnerkapazität vorhanden ist, und wenn die Hardware funktioniert, dann sollte die Programmierung auch gelingen, schaun wer mal. Und falls es wider Erwarten nicht klappen sollte, dann bleibt der Fdl halt virtuell, man wird seine Arbeit dann aber besser beobachten können als im jetzigen Zustand.

Mit Hp1-Gruß - Helmut alias Fdl Triptis (der auch mal richtig tätig werden will)


edit: Telegrafen-Bild verkleinert (war zu breit)

Gilpin Offline




Beiträge: 1.052

17.07.2018 20:03
#2 RE: Triptis II - Mehr Transparenz für die Stellwerke antworten

Hallo Helmut,

Deine Informationen kommen so geballt, dass man kaum diskutieren, geschweige denn Feedback geben kann. Ich versuch's mal, u.a. mit Fragen:

- Glückwunsch zu den erledigten Arbeiten - Du kommst sehr gut voran! Ich schlage ein Ferrovikon (N) für Neid vor!
- Wie viele "echte Menschen" können zur selben Zeit maximal mitwirken? Passen die in den Gängen aneinander vorbei?
- Danke für den "kleinen Ausflug" zur Vorbildsituation: über das Ignorieren bestimmter Kriegsfolgen haben wir uns andernorts schon ausgetauscht. Ich denke mehr als zuvor, dass Dein Gleisplan Deine Realität ist, in der Du Dich äußerst sinnvoll bewegst - gut so!
- Die endgültige Ausbaustufe vorausgesetzt: Wie viele reale Bediener braucht es, um mit der Informationsflut, die die automatisierten Vorgänge generieren, zu bewältigen?
- Lassen sich die Lautstärken der diversen Läutewerke (herunter) regeln? (Es muss ja nicht gleich eine weitere Elektronikebene sein - ein Deckel...)

Ein Feedback völlig quer zur Fahrtrichtung: Dein Text ist ohne jede stilistische Schwäche, hat keine Wortwiederholungen oder merkwürdige Wortwahlen und keine Schreib- oder Tippfehler; Da könnten sich manche Zeitschriftenredakteure ein Beispiel nehmen. (Nein, ich bin kein Deutschlehrer, einfach nur Leser.)

Schöne Woche noch,
Reiner

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 275

19.07.2018 11:53
#3 RE: Triptis II - Mehr Transparenz für die Stellwerke antworten

Hallo Reiner, eigentlich wollte ich dir nur kurz antworten, aber da ist schon wieder was Längeres draus geworden:

Mir ist schon klar, dass alle manuellen Funktionen nicht gleichzeitig aktiv sein können, dazu reicht der Rest-Platz in meinem Keller nicht aus, außerdem gibt es ein Lüftungs-Problem: Bei Triptis I waren schon mal sechs Personen im Keller, da wurde die Luft sehr schnell stickig. Also, mehr als zwei Besucher sind für längere Zeit wohl nicht sinnvoll.

Welche Personen werden für manuelle Tätigkeiten eigentlich gebraucht?

1. Der Zugleiter, der sitzt an der Konsole

Der überwacht den Automatikbetrieb, greift bei eventuellen Stockungen (Stromzuführung) ein und kann Züge starten, die nicht im Fahrplan stehen. Außerdem kann er die Uhr auf langsam stellen (oder sogar während des Betriebs umstellen). Neben dem Computer-Prozessbildschirm hat er drei weitere Video-Monitoren im Blickfeld, da kann er (wahlweise) die Situation im den beiden Abstellbahnhöfen oder die Kamerabilder der beiden Videowagen beobachten.

2. Der Extrazug-Lokführer

Diese Tätigkeit wird sinnvollerweise vom Konsolen-Mensch übernommen, denn der hat da sein Fahrpult und kann auf dem Bildschirm seinen Extrazug signalmäßig verfolgen. Außerdem muss er vor Verzweigungen angeben, welchen Weg der Zug nehmen soll.

3. Der Videozug-Lokführer

Der sitzt vor dem Video-Fahrpult und erlebt PAN am Video-Monitor. Eine Art Indusi gibt es auch schon; wenn er ein Hp0 überfährt, dann bekommt er eine Zwangsbremsung, allerdings noch ohne das richtige Indusi-Ritual (das habe ich für später vor).

4. Der Bw-Bediener

Der muss nur tätig werden, wenn Fahrzeugbewegungen vom, zum und im Bw notwendig sind. Sein Arbeitsplatz ist stehend, direkt links neben der Konsole. Sinnvollerweise in Persunalunion mit dem Konsolen-Menschen, der muss dann halt mal kurz aufstehen und einen Schritt nach links machen. Die Fahrzeugbewegungen muss er sowieso mit der Konsole abstimmen, denn die Fahrstraßen vom und zum Bw (die vom virtuellen Wärter gestellt werden) müssen mit der Konsole abgesprochen werden, damit die Verwaltung der Stellplätze im Bw nicht durcheinander kommt.

5. Der Rangierleiter/Rangierlokführer

Das ist die einzige Tätigkeit, die nicht an einen festen Platz gebunden ist. Bei ankommenden Ngs checkt er die Wagenpapiere (die der Zug mitbringt), fährt die Loks bei Bedarf ins Bw, sortiert die Wagen nach Zielen (lokale Ziele sind die Ga, das Bw und das Porzellanwerk) und stellt Zuggarnituren für die drei in Frage kommenden Zielrichtungen zusammen. Wenn ein Zug zur Planzeit abfahrbereit ist, meldet er ihn bei der Zugleitung an, die die Abfahrt organisiert.

Falls eine Sperrfahrt ansteht, fährt er die Rangiergruppe zur Awanst, dabei muss er sich am sitzenden Konsolen-Menschen vorbei drücken, was aber durchaus möglich sein sollte. Am Ort der Awanst muss er per Schlüssel die Sperrfahrt unter das Ladesilo rangieren oder die beladenen Waggons dort abholen.

Man kann - je nachdem, ob ein oder zwei Besucher anwesend sind - verschiedene Kombinationen zwischen automatischen und manuellen Funktionen aktivieren, beispielsweise Fahrplanbetrieb mit Videolokführer oder Fahrplanbetrieb mit handrangierten Ngs oder beides gleichzeitig.

Wenn im Fahrplanbetrieb kein Rangierer zur Verfügung steht, dann muss im automatischen Betrieb darauf geachtet werden, dass die Güterwagen-Logistik nicht durcheinander gerät: Wenn ein Ng zB aus Richtung Oppurg ankommt, dann sind alle Wagenpapiere auf diese Ankunftsrichtung abgestimmt. Dieser Zug darf dann nicht einfach weiter in Richtung Weida fahren, weil dann alle Wagenkärtchen im Zug den falschen Ausgangsort hätten! Die Fahrtrichtung ändern geht auch nicht, weil ja kein Rangierer da ist, der die Lok umsetzen könnte. In diesem Fall brauche ich also einen Fahrplan, der dafür sorgt, dass ein Ng, der in Richtung Weida ausfährt, auf irgendeinem geheimnisvollen Umweg in der Unterwelt wieder in einem Abstellgleis mit der Ankunftsrichtung Oppurg landet (das ist einfacher als man denkt, man muss nur in der Unterwelt ein paar Weichen anders stellen!).

Ich habe also - je nach Besetzung der manuellen Funktionen - verschiedene Fahrpläne.

Allerdings habe ich die Kombination manueller Videozug mit manuellem Rangierdienst noch nicht ausprobiert, dazu braucht es zwei hochqualifizierte Besucher!

Und dann kommt noch (wenn meine Zukunfts-Planung erfolgreich ist)

6. Der Fahrdienstleiter Triptis

Der bekommt seinen Arbeitsplatz rechts nebem der Konsole, seine Tätigkeit habe ich ja schon beschrieben. Er kommuniziert also mit seinen drei virtuellen Nachbar-Kollegen in Niederpöllnitz, Neustadt und Auma sowie mit seinen Stellwerkswärtern in den drei Triptiser Stellwerken. Seine wichtigste Arbeitsunterlage ist die Bahnhofsfahrordnung, das ist ein genauer Fahrplan mit Gleisbelegung, bezogen auf den Bahnhof Triptis. Zukunftsmusik.

Mit Hp1-Gruß - Helmut


P.S. Meine letzte Schulnote im Fach Deutsch war eine Vier

Edit zum Läutewerk: Die Lautstärke lässt sich durch die Dicke der Wellpappe-Unterlagen unter den Hubmagneten (siehe Bild) regulieren: Je dicker die Pappe, desto kürzer der Hubweg und um so schwächer der Anschlag am Tonplättchen. Es ist nur ein Läutewerk vorgesehen, das wird man im Bereich des Bahnhofs deutlich hören.

hmmueller Offline



Beiträge: 216

21.07.2018 18:37
#4 RE: Triptis II - Mehr Transparenz für die Stellwerke antworten

Zitat von Fdl Triptis im Beitrag #1
Die Fahrstraßenhebel müssen sowohl gesperrt als auch in Aktivstellung festgelegt werden können. Das lässt sich mechanisch nur sehr schwer realisieren,

Diese Aussage hat mich natürlich irritiert . Daher habe ich das folgende in einer Stunde zusammengezimmert ...

Fahrstrassenhebelidee.avi

Der Magnet ist ein Orgelventil (für Kirchenorgeln), den ich als Ansichtsstück herumliegen hatte. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass man vermutlich mit Orgelventilen ganz gut elektromechanische Konstruktionen bauen kann - in Deutschland gibt es die bei Laukhuff (der Hersteller für Orgelteile schlechthin, seit 1823; aber die kann man eher nicht zahlen. Für die Drehorgeln, in die ich MIDI-Steuerungen eingebaut habe, habe ich diese Ventile von Peterson Electro-Musical Products in Chicago verwendet - kosteten damals (etwas mehr als 10 Jahre her) um die 4 Dollar je Stück, dazu ein paar Prozent Zoll und 19% Einfuhrumsatzsteuer ... und sie haben auch kleine Mengen verkauft, also unter 50 Stück ... ist aber nur eine Idee, ich habe damit nie was Eisenbahnerisches gebaut ...

Ansonsten danke für Deine ausführliche Beschreibung! - vor allem die Infos zur Telegrafiererei waren für mich sehr interessant!

H.M.

P.S. Ich schließe mich dem Lob Deiner Texte an: Perfektes Deutsch (und ich tendiere da zum Perfektionisten, hoffe ich ...). "P.S. Meine letzte Schulnote im Fach Deutsch war eine Vier" - woran man sieht, dass (a) Deutschnoten vieles beurteilen ..., aber (b) wohl vor allem, dass dann, wenn einem eine Sache wichtig ist, man beliebig gut werden kann!

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 275

23.07.2018 17:17
#5 RE: Triptis II - Mehr Transparenz für die Stellwerke antworten

Hallo Reiner, hallo Harald - für die Deutsch-Blumen! Der Mensch ist halt lernfähig und kann in manchen Fachgebieten noch etwas zulegen.

@ Harald: Danke für den Hebelsperren-Vorschlag! Eine in der Funktion ähnliche Lösung habe ich bei der Schlüsselsperre für die Sperrfahrt schon mal gebaut, als Sperre dient dort ein BEMO-Weichenantrieb. Der könnte auch hier zum Einsatz kommen, das Ganze würde aber recht viel Platz beanspruchen, während die LED-Lösung schön kompakt wird.

Die LED-Lösung hat den zusätzlichen Vorteil, dass sich der "Hebel" im Falle des virtuellen Fdl auch vom Rechner aus verstellen lässt!

Mit Hp1-Gruß - Helmut

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