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Dieses Thema hat 305 Antworten
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 II.3. Planen von Anfang an
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

13.08.2017 11:21
#271 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Bernd,

ich habe heute das Kapitel Bf Königskrug und Steinbruch Königskopf im BAE-Buch (S.207 ff.) zum zweiten Mal gelesen – es ist einfach zu gut! Und da fiel mir Deine Planung mit ihrem prominenten, wenn auch zukünftigen Steinbruch ein. Und in dem Kapitel kurvt eine betriebsinterne Feldbahn herum, scheinbar ohne Loks – die Loren werden von menschlicher Muskelkraft bewegt –, und in Deiner Planung einstweilen nicht. Abgesehen davon hat mich die bei Otto sehr detailliert beschriebene, von Jaffa fast noch feiner ausgearbeitete interne Funktionsweise des Steinbruchs samt der notwendigen Baulichkeiten und Gerätschaften (Derrick) beeindruckt. (Alex hatte schon den Begriff Verladebunker in #248 eingebracht, ich hatte noch "Kran" ergänzt, aber nun wissen wir doch sehr viel mehr, und "Knacker" ist ein tolles Wort, fast schon verniedlichend für das was dort geschieht.) Mir wäre deren ansatzweise Darstellung wichtiger als ein ellenlanger Abbruchhang.

Als kleinen Motivationsschub füge ich drei Bilder einer Anlage "Cava B." am Rand der Colli Euganei in Italien bei. Der zugehörige Steinbruch ist längst mit allerhand Grünzeug zugewachsen und kaum noch als solcher erkennbar. Das Werk ist aber museal erhalten; es ging dort nicht nur um die Zerkleinerung von Steinen, sondern um deren Weiterverarbeitung zu/für Zement. Diverse Funktionsbauten sind gut erhalten



und ihre Beschickung von oben gut erkennbar,



die mit Loren erfolgte, darum geht es mir ja hier.



Diese Feld- bzw. betriebsinterne Industriebahn wird in diversen Tafeln einem "System Decauville" zugeschrieben – ob damit einfach die 600mm-Spurweite oder die Feldbahn insgesamt oder tatsächlich Gleis- und/oder Rollmaterial dieser Firma, womöglich aus dem WWI gemeint ist, ließ sich nicht klären.

Aber nun kommt das dicke Ei: dieser doch einigermaßen stattliche Betrieb hatte soweit erkennbar nie einen Bahnanschluss. Eine schmalspurige Straßenbahn gab es nur auf der anderen Seite der Colli, und die Staatsbahn war vielleicht zu weit weg. Was ich damit sagen will: Du brauchst "ein ganz schönes Ding" von Steinbruch, damit eine Anschlussbahn mit diversen Spitzkehren glaubhaft wirkt. Und ich würde diese Bedeutung eher anhand von imposanten Bauten und eben ein paar 600mm-Gleise und Loren darstellen wollen und eines Anschnitts des Abbaus, wie Du ihn ja auch in den Plänen schon andeutest, genügen. Die Loren wären Standmodelle – wir wollen ja nicht die Aufmerksamkeit der Triebfahrzeugführer auf der Hauptstrecke von ihrem Zug abziehen.

Und doch würde ich gern noch einmal gegen den Stachel löcken: wie wäre es mit einer Vergrößerung des Steinbruchs auf die Zunge hinaus (in den Abbildungen nach links)? Der Steinbruch dürfte dabei durchaus unterbrochen sein, stellenweise ist der Stein nicht der gewünschte, man hat nicht die Eigentums- oder Abbaurechte etc. Nebeneffekt: die beiden Seiten der peninsula würden sich noch mehr unterscheiden. Dann gäbe es für die Feldbahn ordentlich etwas zu tun, und dass sie es parallel zur Vollbahn tun müsste, täte der Sache keinen Abbruch. Und dann wäre Bedarf an einer Feldbahnlok gegeben, die kurze Züge befördern müsste.

Und da wären wir wieder beim Jahr 1926 und der unausgereiften Dieseltechnik – aber was sagt denn der Orenstein&Koppel-Katalog von 1925 zum Thema Feldbahnloks...?

Nimm's nicht zu ernst, ich brainstorme halt,
bevor ich ein wenig bastle, wie Hubert mir in's Stammbuch geschrieben hat,
Reiner

Kabees240 Offline




Beiträge: 238

13.08.2017 11:32
#272 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #271
Hallo Bernd,



Diese Feld- bzw. betriebsinterne Industriebahn wird in diversen Tafeln einem "System Devauville" zugeschrieben –


Da nehme ich doch mal einen Schreibfehler an:

https://fr.wikipedia.org/wiki/Decauville
https://de.wikipedia.org/wiki/Decauville

Gruß

Hans

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

13.08.2017 17:28
#273 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Hans,

auf der Tastatur liegen "C" und "V" nebeneinander; Wurschtfinger halt...

Nachdem die Edith das berichtigt hat, erbarmt sich vielleicht der Moderator und löscht die beiden letzten Einträge, bitte.

Schönen Feierabend,
Reiner

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.844

13.08.2017 19:14
#274 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #273
Nachdem die Edith das berichtigt hat, erbarmt sich vielleicht der Moderator und löscht die beiden letzten Einträge, bitte.

Nö, wäre schade um die Links...

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

14.08.2017 10:33
#275 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hi Alle,

also gut, dann noch den hier: http://www.pralymania.com/Decauville.html

Schönen Start in die Woche,
Reiner

BerndK Offline



Beiträge: 208

14.08.2017 23:19
#276 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Reiner,

herzlichen Dank für Deinen reichlichen und interessanten Input zum Thema Steinbruch. Ich nehme es als Motivation, mich bei Gelegenheit näher mit den logistischen Abläufen und notwendigen Gebäuden in einem Steinbruch zu beschäftigen, um das Thema halbwegs glaubhaft darzustellen. Einerseits wärs reizvoll, die Steinbruchfläche weiter nach links auszudehnen - andererseits wollte ich den Eindruck von Weite (Hauptstreckenlänge) nicht zu sehr schmälern. Ich muß mal über Steinbruch-Vorbildsituationen nachlesen.

Viele Grüße
Bernd

BerndK Offline



Beiträge: 208

29.08.2017 22:20
#277 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Reiner (und alle),

zu 1926 in etwa passende Gerätschaften konnte ich hier erspähen:
http://www.zement-museum.de/id-16-mark-i...album-1925.html - z.B. Bild 4 und 7 (konnte leider nicht direkt verlinken). Liegt im Nordwesten, aber vom Grundsatz her mal ein Anfang.

Auch eine tolle Aufnahme, die die Dimension eines Steinbruchs etwas verdeutlicht
https://www.asv-elsa.de/comp-anna20steinbruch.jpg
Das geht natürlich weit über meine Anlagenbeite hinaus, ich werde das nur andeuten können.

"Breite einsparen" könnte ich mit einer Steinbruchwand wie hier im Bild (nördlich von Würzburg auf einem meiner Radausflüge geschossen, leider recht altes Handy). Wenn es das Gestein hergibt, kann man offenbar eine vertikale Wand von beachtlicher Höhe stehen lassen. Zum Größenvergleich - der rote Pfeil links zeigt auf einen dieser respekteinfößenden Muldenkipper mit schätzungsweise Raddurchmesser 2m aufwärts.


Gruß
Bernd

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

30.08.2017 23:09
#278 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hi Bernd,

herrliche Funde - und ein wunderbares Foto! Und völlig klar: was immer der Radlager da macht, das hätte man 1926 eisenbahnerisch gelöst.

Schöne Woche,
Reiner

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

01.10.2017 20:00
#279 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Bernd,

inzwischen habe ich ein wenig geguckelt und gewickelt.

Und in der Tat: die bewaldeten Hänge und Felsen mittendrin sind im Original dominant, für's Modell eine Herausforderung. Tja nun... Ich komme wieder auf Tony Koester zurück und seine Nachbildung der Appalachia Mountains in seiner vorangegangenen Anlage: die Berge waren mehr oder minder Isländisch Moos auf steilen Flächen. Weiter verweise ich gern wieder einmal auf John de Frayssinet. Bezüglich der Felsen selbst haben wir ja nun das BAE-Buch und, nicht zu vergessen, den woodland scenics Katalog.

Mein Anliegen zu solchen Hintergründen: sie uninteressant zu halten, keine Hingucker, also keine Bergsteiger (in 1926 kleideten die sich auch nicht in Knallgelb und Quietschorange), Waldarbeiter am Lagerfeuer und Hirsche, nichts woran sich "das Auge festhalten könnte", einfach uninteressant - dann wird auch niemand deren Qualität bemängeln.

Ansonsten habe ich bemerkt, dass Du Dich anhand von Beuron gaaanz langsam Richtung prototype modeler zu wandeln scheinst - nüscht dagegen...

Schönen Sonntagabend noch,
Reiner

BerndK Offline



Beiträge: 208

03.10.2017 19:16
#280 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Reiner,

danke fürs Feedback.

Ich habe ein wenig nach Tony Koesters Appalachian Mountains gesucht, aber noch nichts gefunden. Hast Du da etvl. einen link oder Literatur? Das Donautal ist reichlich bewaldet mit Laubbäumen. Da brauche ich eine pfiffige Lösung. In OOKs letztem Buch sind ja schon hilfreiche Tipps wie man um "zu viel" Investition in Bäume herum kommt. Das wird ein echtes Thema muß ich feststellen. Die Sache mit dem isländisch Moos hört sich günstig an. Danke auch für den Link aufs High End Bühnenbild. Die Buch-Anschaffung überlege ich mir schon.

Was das "Uninteressante" angeht - da sind wir auf einer Linie. "Lustige" Szenen sind auf der Modellbahn nicht mein Ding.

Prototype Modeler - danke für die Blumen, zu viel der Ehre

Viele Grüße
Bernd

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

05.10.2017 18:17
#281 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Bernd,

ich habe gerade eine Private Nachricht geschickt. Das Bild stammt aus "naja Du weißt schon" und zeigt die letzte Version der Virginian & Ohio. Allen McClelland ist offensichtlich mit Tony Koester in gutem Kontakt. Ein Berghang ist schön von der Seite her abgebildet, sodass sich die Methode (stammlos aus laubartigen Knubbeln) der Baumnachbildung gut erahnen lässt. Zumindest ein Felsen ragt auch noch heraus...

Mit freundlichem Gruß,
Reiner

BerndK Offline



Beiträge: 208

06.10.2017 19:34
#282 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Reiner,

besten Dank für das schöne Bild. Es war mir nicht bewußt, daß man mit Islandmoos einen im Gesamteindruck glaubwürdigen Wald (zumindest an einer Felswand) hinbekommen kann!

Wenn ich solche Bilder mit schönen Landschaftsdetails sehe, hätte ich gern 80 cm Anlagentiefe gehabt. Beim Besuch der H0-Forums-Bahn (ca. 1,30m Höhe) war klar: Die Anlagenhöhe erledigt die Frage nach der Anlagenbreite (Bahnhofsbereich) kurzerhand. 80 cm könnte ich auf der angepeilten Höhe von 1,20 m gar nicht übergreifen. Das wird sicher nicht besser wenn ich älter werde.

Viele Grüße
Bernd

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

06.10.2017 22:28
#283 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo Bernd,

ich erinnere mich so, dass der Ausgangspunkt der Überlegungen zu den bewaldeten Steilhängen die long peninsula war. (Die Diskussion der Trennkulisse finde ich auf die Schnelle nicht.) So steil und hoch, wie diese Hänge sein müssten, um die Felsen und die Spitzkehren zum Steinbruch zu begründen, möchte ich mein Argument von "damals" gern bekräftigen: Du brauchst oben auf dem Bergrücken vielleicht gar keine Trennkulisse mit gemaltem Himmel. Wenn Du vor Beuron auf einem Bürostuhl sitzt und rangierst, musst Du den Kopf schon arg heben, um in den Himmel zu gucken. Wenn Du mit einem Zug um die Insel wanderst, schaust Du ohnehin nach unten.

Ansonsten finde ich, dass Hintergründe ohnehin v.a. auf Fotos auffallen, mithin ihre Qualität. In der Praxis konzentriert man sich doch auf das betriebliche Geschehen - sonst würden die Modularrangements, die ja ohne Kulissen auskommen, ja nicht funktionieren...

Schönes Wochenende,
Reiner

OOK Online




Beiträge: 4.098

08.10.2017 11:06
#284 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #283
Du brauchst oben auf dem Bergrücken vielleicht gar keine Trennkulisse mit gemaltem Himmel. Wenn Du vor Beuron auf einem Bürostuhl sitzt und rangierst, musst Du den Kopf schon arg heben, um in den Himmel zu gucken. Wenn Du mit einem Zug um die Insel wanderst, schaust Du ohnehin nach unten.

Ansonsten finde ich, dass Hintergründe ohnehin v.a. auf Fotos auffallen, mithin ihre Qualität. In der Praxis konzentriert man sich doch auf das betriebliche Geschehen - sonst würden die Modularrangements, die ja ohne Kulissen auskommen, ja nicht funktionieren...
Alles richtig, und dennoch plädiere ich für eine Mittelkulisse, und sei es nur eine uni blau gefärbte Fläche.Auch wenn man beim Betrieb nicht hinschaut, wirkt sie illusionsfördernd.
Wenn man aber seine Anlage fotografieren will - und wer will das nicht irgendwann - dann trägt einem die Abwesenheit einer solchen Kulisse allerlei Hintergrundgewusel ein, von der Blümchentapete über Regale und Bilder an der Wand. Eine unifarbene Fläche erlaubt es später bei der Bildbearbeitung, diese per Mausklick (bei Photoshop z.B. auf den Zauberstab) diese Fäche exakt auszuwahlen und zu ersetzen, etwa durch ein Wolkenhimmelfoto. Andernfalls, also ohne Kulisse, braucht man für diese Auswahl eine Stunde.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

08.10.2017 12:19
#285 RE: Anschlüsse und ihre Bedienung antworten

Hallo, wenn wir hier auch langsam ins OT abdriften: Ich plädiere mal für die Kulisse; stellt euch mal das Foto ohne Kulisse vor, das verliert doch?



Allerdings sind die Probleme auch zu erkennen: Schattenbildung und Übergänge zu eigenen dilettantischen Korrekturen (hinter dem Signal).

Mit Gruß - Helmut

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