Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 41 Antworten
und wurde 1.789 mal aufgerufen
 II.4. Mitglieder stellen eigene Entwürfe zur Diskussion
Seiten 1 | 2 | 3
HFy Offline



Beiträge: 460

07.05.2017 17:56
Schiebung in der Wohnung antworten

Lenz baut sein Spur-0-Programm Richtung Hauptbahn aus mit P8 und Schnellzugwagen, aber setzt schon einigermaßen großzügige Platzverhältnisse voraus. Mit Radius 1 ist es dabei nicht getan, wenn die Durchfahrt von D 4711 nicht allzu aua aussehen soll, und damit fangen die Probleme erst an. Ich bin zwar schon mal mit einem Schnellzug gefahren, der drei Wagen hatte, und der französische Rapide 2841 hatte nur einen (und 20 km Laufweg, es ging nur um die Überstellung eines Kurswagens in die Schweiz). Aber ein Bahnhof, der nur Platz für einen Bonsaischnellzug böte, sähe doch sehr unglaubwürdig aus. Ein Bahnhof mit vier Meter langen Gleisen (und das ist nicht einmal so sehr viel, es passen eine Lok und sieben ältere Vierachser hinein oder eine Lok und 14-15 ältere Güterwagen) wird mit Durchrutschwegen und den nötigsten Weichen sieben oder acht Meter lang.
Eine Lösung wäre daher, eine Anlage ohne Bahnhof zu bauen. Stattdessen habe ich einen Plan ausgeheckt, der zwar einen Bahnhof aufweist, der aber mit nur einer Weiche und einer DKW als einzigen planerischen Zwangspunkten in der Hauptstrecke auskommt:



Als Inspiration dienten mir dabei die Bahnhöfe beiderseits des Brandleitetunnels im Thüriger Wald. Zwar habe ich mit drei Metern Zuglänge zufrieden gegeben, aber für eine Gebirgsbahn erscheinen kurze Züge nicht unwahrscheinlich und stehen auch in besserem Verhältnis zur Gesamtgröße der Anlage. Übrigens kann ein Güterzug überholt werden, wenn er über die DKW in den Güterbahnhof fährt; das Gleis ist dafür lang genug. Der Schattenbahnhof ist als Train stacker gezeichnet, also senkrecht verschiebbar. Bei einer Raumhöhe von 2,40 m (in den Bauordnungen m.W. Als Mindestmaß vorgeschrieben) und einer Anlagenhöhe von 1,40 m kann er sechs Etagen habe und 12 Züge aufnehmen. Allerdings müßten die Etagen ausreichenden Abstand haben (ich habe 15 cm angenommen), was eine ordentliche Steigung voraussetzt. Aber wir haben es ja mit einer Gebirgsbahn zu tun. Deshalb dürfen wir unsere Züge auch nachschieben, wobei in der unteren Ebene ein klappbares Ansatzbrett für eine Kassette vorgesehen ist, die die Schiebelok aufnimmt. Sie löst sich vor der DKW vom fahrenden Zug, zieht über die Weichenverbindung vor und fährt dann ins Tal zurück.
Da die Tür sinnvollerweise geöffnet werden sollte, ist ein fiddle-yard üblicher Bauart nicht mit vertretbarem Aufwand unterzuzbringen. Weil aber die Züge im train-stacker nicht wenden können, habe ich auf einer beliebig tiefer gelegenen Etage (der Höhenunterschied muß nur durch 15 teilbar sein) ein „Kassettendeck“ vorgesehen; ein einfaches Brett, wo man einen Zug in aneinandergeklemmte Kassetten einfahren lassen kann (es reicht so gerade). Man verschiebt dann die Lokkassette an das andere Ende der Zugkassette, schließt das ganze ans andere Streckengleis an und hat den Zug gewendet, wenn auch eingermaßen umständlich.
Im sichtbaren Teil haben alle Gleise keinen kleineren Halbmesser als 165 cm (großer Radius von Lenz), während im Untergrund der Lenz-Radius 2 vorkommt. Vor der DKW ermäßigt sich die Steigung von 30 auf 10 Promille.
Die Strecke verläßt zur unteren Position den sichtbaren Teil der Anlage durch (Thüringer) Wald, während am anderen Ende die Bahnsteigbrücke von Oberhof das Loch im Himmel tarnt.
Um einen Gleisplan herum einen Raum zu zeichnen, erschien mir nicht Herausforderung genug, und daher habe ich den Gleisplan eben in einen Raum gezeichnet, der mit Türen und Fenster genug Hindernisse bereithielt. In einem Raum mit eben diesen Maßen befand sich einmal eine nicht unbekannte H0-Anlage, nämlich die von Rolf Ertmer.

Herbert

HFy Offline



Beiträge: 460

09.05.2017 17:51
#2 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Wie ich dem transpress-Büchlein "Steilrampen über den Thüringer Wald" entnehme, wurden die Stumpfgleise in Oberhof (es waren vier und nicht zwei wie im Gleisplan-Vorschlag für Baugröße 0) auch dazu genutzt, bei Güterzügen die Bremsprobe vorzunehmen. Der Brandleitetunnel ist der höchsre Punkt der Strecke Erfurt-Schweinfurt, und nach beiden Seiten geht es steil bergab. Uns kann das nur recht sein; wir haben dann noch mehr zu tun auf den paar Gleisen.

Herbert

Fischkopp Offline




Beiträge: 267

09.05.2017 22:43
#3 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Hallo Herbert,
ich finde diesen Vorschlag echt klasse. Mal nicht der drölfte Endbahnhof in H0 auf einer Rechteckanlage, sondern mal was ganz Anderes.
Bei mir hat sich da auch eine Frage angesammelt:
Meintest Du das so, dass Güterzüge unterwegs in Oberhof von der Strecke genommen wurden, um vor der Rampenfahrt eine Bremsprobe durchzuführen?

Grüße
Alex

Edith fragte sich noch, ob dieser Train Stacker so etwas wie eine Hubvitrine ist.

HFy Offline



Beiträge: 460

10.05.2017 18:09
#4 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

In der Tat, laut der o.a. Quelle drückten die Züge zurück in die Stumpfgleise, wo die Bremsprobe für die Talfahrt nach Arnstadt vorgenommen wurde, und fuhren dann Richtung Tunnel aus. Wie es in der Gegenrichtung gehandhabt wurde, erfährt man darin leider nicht. In den Stumpfgleisen wurden auch Wintersportsonderzüge abgestellt.

Der "train stacker" oder "train elevator" ist tatsächlich eine Hubvitrine. Man kann sie sowohl elektrisch als auch mechanisch bewegen, wobei die von der Guillotine inspirierten englischen Fenster eine in dortigen Baumärkten erhältliche einfache Lösung bieten.

Herbert

OOK Offline




Beiträge: 3.501

10.05.2017 18:44
#5 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #3
Mal nicht der drölfte Endbahnhof in H0 auf einer Rechteckanlage, sondern mal was ganz Anderes.
Auch wenn ich die meisten der (was kommt vor drölf?) -ten Anlagen eingestellt habe, stimme ich dir zu. Nur geht so ein Vorschlag an eine ganz andere Klientel. Das Oberthema heißt hier Zimmerfüllende Anlage.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 460

10.05.2017 20:00
#6 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Noch ein Wort zu den Radien: 165 cm entsprechen umgerechnet 74 m, aber das erscheint mir akzeptabel, da man die Kurve nur von innen sieht und die von Lenz angekündigten Fahrzeuge nur knapp 50 cm lang sind. Außerdem wird im Gebirge ja eher verhalten gefahren. Man könnte auch die Kurven mit gleichmäßigem Radius ausführen und gewänne damit noch etwas Streckenlänge, müßte aber einen Radius von umgerechnet 60 m in Kauf nehmen.
Ich habe auch der Versuchung widerstanden, die Strecken in Tunneln verschwinden zu lassen, obwohl es auf der Strecke mehrere gibt.
Jedenfalls meine ich, eine Anlage entworfen zu haben mit einem Hauptbahnthema und einigem Betriebspotential, und das für einen Raum, in dem das eigentlich nicht möglich sein sollte.

Herbert

OOK Offline




Beiträge: 3.501

14.05.2017 11:47
#7 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #3
ich finde diesen Vorschlag echt klasse. Mal nicht der drölfte Endbahnhof in H0 auf einer Rechteckanlage, sondern mal was ganz Anderes.
Hier steht er also, dieser "klasse" Anlagenplan. Seit einer Woche. Nur zur Diskussion scheint er nicht zu reizen. Woran mag das liegen? Ist er einfach perfekt? Zu perfekt? Oder was hält uns ab, in gewohnter Manier Optimierungsversuche zu machen?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Fischkopp Offline




Beiträge: 267

14.05.2017 12:25
#8 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Ja so ist das nunmal,
wenn einer der Ureinwohner des Forums etwas entwirft. Da bleibt naturgemäß wenig, das man noch mapudiger machen kann.
Allerdings gefällt mir diese Kassettendeck-Lösung noch nicht so ganz, dafür muss man sich doch unter die Anlage hocken, oder?
Klingt auf den ersten Blick nicht sooo ergonomisch. Das könnte doch ein Ansatzpunkt sein.

Gruß
Alex

HFy Offline



Beiträge: 460

14.05.2017 12:31
#9 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Das hängt davon ab, wie hoch man die Anlage aufbaut; ist sie hoch genug, kann man im Sitzen mit den Kassetten hantieren. Unter dem Bahnhof wäre noch Platz für eine richtige Kehranlage, aber dann kommt man nicht so gut an die Elektrik.

Herbert

Fischkopp Offline




Beiträge: 267

14.05.2017 12:54
#10 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Also wenn ich gemütlich sitze,
bin ich knapp 1,40 m groß. Wenn man die Anlage dann auf 1,50 m oder mehr aufbaut, kriegt man schon Probleme mit dem Eingriff in die hinteren Reihen.
Da müsste man dann eine Trittleiter oder so mitschleppen. Ginge auch. Wenn man zufällig Tischler ist kann man natürlich auch Ottos oft
beworbene Podestlösung wählen, aber naja, das ist halt talentabhängig.

OOK Offline




Beiträge: 3.501

14.05.2017 13:11
#11 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #10
Wenn man zufällig Tischler ist kann man natürlich auch Ottos oft
beworbene Podestlösung wählen, aber naja, das ist halt talentabhängig.
Also, ich bin definitiv kein Tischler, sondern ein Holzbau-Grobmotoriker. Die Podeste der BAE III hat zwar mein Sohn gebaut, aber die der BAE II habe ich noch selber gezimmert. Aus recycelten 19mm-Spanplatten

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.487

14.05.2017 13:56
#12 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von OOK im Beitrag #7
Zitat von Fischkopp im Beitrag #3
ich finde diesen Vorschlag echt klasse. Mal nicht der drölfte Endbahnhof in H0 auf einer Rechteckanlage, sondern mal was ganz Anderes.
Hier steht er also, dieser "klasse" Anlagenplan. Seit einer Woche. Nur zur Diskussion scheint er nicht zu reizen. Woran mag das liegen? Ist er einfach perfekt? Zu perfekt? Oder was hält uns ab, in gewohnter Manier Optimierungsversuche zu machen?


Der Respekt vor Herbert!

Für meinen Geschmack ist halt das Thema zwei bis drei Baugrößen zu groß für das Zimmer! Die Reichsbahn hat 1200 t Züge über die Rampe gewuchtet. Davon bleibt nichts übrig!
Auf das eine Streckengleis von Oberhof nach Zehla-Mehlis könnte man getrost verzichten (Zustand nach 1945).
Auch der Trainstacker treibt den Aufwand in die Höhe! Man wäre mit einem Zug viel länger im Untergrund beschäftigt als auf der Anlage selbst bei einer Betriebssession!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Fischkopp Offline




Beiträge: 267

14.05.2017 14:08
#13 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Ja gut,
dann ist eben gerade Wirtschaftskrise und die Züge sind kürzer. Oder es ist eben nicht genau der Brandleitetunnel, sondern eine etwas weniger wichtige Strecke. Oder beides.
Es geht doch nur darum, dass man mit Phantasie auch ein viel zu großes Thema in einen viel zu kleinen Raum legen kann, ohne, dass es total bescheuert rüberkommt.

Kabees240 Offline



Beiträge: 101

14.05.2017 14:34
#14 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #12

Der Respekt vor Herbert!


Zitat von Fischkopp im Beitrag #13
Ja gut,
Es geht doch nur darum, dass man mit Phantasie auch ein viel zu großes Thema in einen viel zu kleinen Raum legen kann, ohne, dass es total bescheuert rüberkommt.

Und warum sollte man das tun?
fragt sich
Hans

Fischkopp Offline




Beiträge: 267

14.05.2017 14:43
#15 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von OOK im Beitrag Erst lesen, dann posten! Was gehört hierhin?
Hier in dieses Unterforum gehören Entwürfe von Mitgliedern, die sie "nur so" erstellen, also etwa als Fingerübung oder Training.


Weil das genau der Zweck dieses Ufos ist. Die Frage nach dem "Warum" ist bei einem Hobby immer sehr gefährlich...

Alex

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  

 

Harz-Bahn-Forum

BAE-by-OOK

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de