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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 IX.2. Modellbahn-Zeitschriften
Gilpin Offline




Beiträge: 767

13.09.2015 19:47
Model Railroader Oct. 2015 antworten

Hi Alle,

mir scheint als würde die MR Redaktion hier mitlesen und mit der neuen Ausgabe (Oct.) zu mehreren hier laufenden Diskussionen beitragen wollen:

- Der Anlagenbericht zur Narragansett RR (Tom Statton) verspricht superdetaillierte Gebäude und Landschaft, und die Anlage hält das Versprechen! Soviel zum Strang "Detaillierung: was ist..." – und tatsächlich geht es nicht ohne niedliches und putziges, also Hingucker ab. Und so atmosphärisch und identisch die Anlage auch ausgestaltet ist, so endet der Bericht fast vorhersehbar: "Wenn Sie den Artikel lesen wird die 0n3-Anlage abgerissen sein." (S. 33, Übers.d.A.) Das müsste nicht sein – es gibt da allerhand zu rangieren; ein noch so kleiner ZS fehlt eben.

- Die H0n3-/H0-Anlage Mann's Creek Ry. von Ron Lane ist für mich zu Konzeption und Identität dann der Hammer: mit einem Co-Buchautor zum selben Thema hat der Erbauer 25 Forschungsausflüge unternommen, 216 Interviews geführt und 1.400 Fotos zusammengetragen, und die Gewinnung, Sortierung, Verwertung in Beehive Ovens und schließlich Abtransport (durch die C&O) von Kohle in den Appalachen wird überzeugend dargestellt. Die stufenförmige Gestaltung der Anlage nach dem Muster Hochzeitstorte ist vielleicht nicht der letzte Schrei: wenn auch nur drei "Mitspieler" auf den drei Ebenen Züge führen, wird's eng... Aber: Hier hat jede Geländeformation, jedes Gebäude, jedes Gleis seinen Sinn und trägt zur Vermittlung des Themas bei. Keine Hingucker, keine gewollte Überdetaillierung, keine humorigen Einlagen; keine Paradestrecke, die mit dem Thema nichts zu tun hat. (Lediglich arg viele Figuren in eingefrorenen Posen...)

- Tony Koester stellt sehr prägnant sein Konzept der LDEs (Anlagendesignelemente) dar: eben Anlagenteilstücke wie etwa einen Bahnhof, eine Industrieanlage etc., die man unabhängig voneinander auswählt, erforscht, ausarbeitet bis hin zum Gleisplan, und dann erst in den zur Verfügung stehenden Raum hinein plant. Neu war da für mich das Argument, dass man sich mit der Planung einer komplexen und umfangreichen Anlage doch rasch überfordert. Insgesamt arbeitet er heraus, wie immer wieder einzelne Elemente, die "family resemblance" (Familienähnlichkeit) haben, genutzt werden können, um eine ganze Region zu charakterisieren. Konzeption und Identität pur, Betrieb sowieso. (Und doch bin ich etwas enttäuscht von dem Aufsatz: eigentlich ist nichts so richtig neu.)

Was ich damit sagen will: diese Oktoberausgabe provoziert von vorn bis hinten (Es geht ja über die drei Artikel hinaus weiter!) Mitdenken, Zustimmung und Widerspruch sowie Rückbezug auf eigene Planungen; auch eine schöne Reiselektüre. Das war in letzter Zeit nicht immer so – es gab wirklich Ausgaben, in denen ich die "Food for Thought"-Seite gelesen habe und sonst nichts.

OOK Offline




Beiträge: 3.537

14.09.2015 09:34
#2 RE: Model Railroader Oct. 2015 antworten

Die Begeisterung für das Oktoberheft des MR kann leider nicht teilen. Mit stieß da einiges sauer auf. Schon mal das Editorial. Neil Besougloff schreibt unter dem Thema "Journey or destination?" (Weg oder Ziel)u.a.:

Zitat
... The answer is that model railroading is about the journey, not the destination. ... ... Sure the destination is a finished, fully functional layout. And that means many, if not most railroads never come close to be being finished, while other layouts are torn down not long after the last swatch of paint has dried.


Die Antwort ist, dass es bei Modellbahn nicht um das Ziel geht, sondern um den Weg. ... Natürlich ist das Ziel eine fertiggestellte, voll funktionsfähige Anlage. Und das bedeutet, dass viele, wenn nicht die meisten Bahnen niemals dem Zustand der Fertigstellung nahme kommen, während andere Anlage abgebrochen werden, noch bevor der letzte Pinselstrich trocken ist.
Das ist das Gegenteil von dem, wofür der Model Railroader jahrzehntelang stand.

Mann's Creek Ry.: Schöne Anlage, zweifelllos, aber der Gleisplan! Der Schmalspurteil sieht im Prinzip so aus:



Vermutlich auf "eine Menge Rangierspaß" konzipiert. Dort wo die beiden Pfeile sind, schließt sich eine lange gewundene regelspurige Ringstrecke an, die wahlweise auch als Kehrschleife zu Kehrschleife befahren werden kann. Nicht so ganz meine Kragenweite.

Tja, und dann die Narraganset RR in 0n3. Gilpin hatte ja schon erwaähnt, dass man am Schluss erfährt, dass sie schon abgebrochen ist, um einer Gn3-Anlage Platz zu machen. Genau das, was ich so liebe. Hatte ich nicht vor einiger Zeit hier bei der Diskussion eines Anlagenberichtes in der MIBA, wo man ebenfalls am Schluss erfuhr, das das tolle Teil, das angeblich alle Wünsche des Erbauers erfüllt hatte, kassiert worden ist, gesagt, so etwas sei im MR undenkbar?! I had a dream ...
Dass ich von Tony's Layout Design Elements nach wie vor nichts halte, ist eine ganz persönliche und subjektive Sache, aber Gilpins Aussage, dass das aufgewärmter Kram ist, ist Objektiv richtig.
Tja, soviel mal dazu aus Hamm.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

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