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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 693 mal aufgerufen
 X.3. Der Modellbahner
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HFy Offline



Beiträge: 431

13.05.2008 20:19
2.2 - Motivation antworten

Da hätte ich noch eine Lesefrucht aus den Werken von Iain Rice:
"Some people apparently like those huge control panels with lots of switches, knobs and lights. I just find them confusing. I also find that they don't convey a very railway-like "feel" to the process of running a layout. Show me a model railway with proper lever framesm full signalling and trains driven using loco controls that are not only separate from the signalling/route setting functions but which also approximate to the function of driving a real train.... ..... At the very least, I would envisage a clear separation between the signalling/route-seting function and the train-driving."
Leider fehlt es, soweit ich das durch die Lektüre der Gazetten beurteilen kann, auch bei uns meistens schon an dieser fundamentalen Trennung zwischen fahrendem Volk und seßhaftem Personal. Der Extremfall ist dann die Clubanlage mit "Führerhauptquartier" oder "Wolfsschanze", Lichtjahre entfernt von den Zügen, wo nur geprüftes Personal Hand anlegen darf; das normalsterbliche Mitglied darf nur zuschauen. Ich riskiere wohl nicht viel, wenn ich darauf wette, daß die meisten Leute, die so etwas bauen, bisher weder ein Lok noch ein Stellwerk von innen gesehen haben.

Herbert

OOK Offline




Beiträge: 3.255

29.05.2008 18:55
#2 RE: 2.2 - Motivation - hier: Füherhauptquartier antworten

Der Anregung von Michael ensprechend, bringe ich mal die Übersetzung des Rice-Zitates:

Manche Leute lieben offenbar diese riesigen Kontrolltafeln mit vielen Schaltern, Knöpfen und Lämpchen. Ich finde sie einfach nur verwirrend. Ich finde auch, dass sie nicht wirklich ein eisenbahniges Gefühl beim Betrieb der Anlage vermitteln. Zeigt mir eine Modellbahn mit Signalen, die mit einem mechanischen Stellwerk gestellt werden und mit Zügen, die von Reglern gefahren werden, die nicht nur von den Stellwerken völlig getrennt sind, sondern auch in der Bedienung der Steuerung eines realen Zuges ähneln ... Also schlussendlich plädiere ich für eine strikte Trennung von Fahrstraßeneinstellung und Signalisation einerseits und Zugsteuerung andererseits.

Ich denke, dass den BAE-Bahnern diese Gedanken nicht fremd sind. Dennoch ist für viele mainstream-Modellbahner - das ist zumindest mein Eindruck - das "Führerhauptquartier", wie HFy es nennt, die Hauptmotivation für den Bau einer Anlage. Das ist im Chip-Zeitalter eigentlich die logische Konsequenz, die ganze Anlage nur zu simulieren und sich ganz auf die Zentrale zu konzentrieren - und ich denke, dass es das schon mehr gibt, als wir wissen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 431

29.05.2008 20:48
#3 RE: 2.2 - Motivation - hier: Füherhauptquartier antworten

Gerade bei Klubanlagen sehen die Stellpulte im günstigsten Fall so aus wie im Stellwerk von Köln Hbf und im ungünstigsten so, als wäre man damit mal zum Mond geflogen ("Houston, wir haben da ein Problem"). Wer einmal den Chefsessel erobert hat, klebt daran wie ein MInister. Vielleicht sollte man solchen Leuten "train simulator" zum Erntedankfest schenken?

Herbert

Rainer Offline



Beiträge: 39

29.05.2008 23:21
#4 RE: 2.2 - Motivation - hier: Füherhauptquartier antworten

Wetten, dass die meisten den schon haben? Und dass die damit mehr Zeit verbringen als mit der Modellbahn?

Das mit dem "Ministersessel" kenn ich auch. Wurde erst besser als der gute Mann eine neue Frau hatte.

Gruß
Rainer

HFy Offline



Beiträge: 431

27.06.2008 11:30
#5 RE: 2.2 - Motivation - hier: Konzept antworten

Von der Motivation des Modellbahners hängt das Konzept unmittelbar ab. Der Lokführer braucht eine möglichst lange Fahrstrecke, die möglichst nicht in einem Schattenbahnhof endet, sondern dort, wo der Lokführer Schichtende hat, nämlich in einem Lokschuppen. Tony Koester berichtete einmal in seiner Kolumne so um 1990, daß seine Lokführer ungern in die staging yards auf der Allegheny Midland einfuhren. Daher ist eine Nebenbahn mit mehreren Bahnhöfen das Gegebene, möglichst mit eigenem Bahnhof oder mindestens Bahnhofsteil am Anschluß an die Hauptbahn, wie das bei Klein- und Schmalspurbahnen häufig vorkommt.
Der Fahrdienstleiter braucht nur einen Bahnhof, aber mit möglichst viel Verkehr, die Streckenfahrt ist demgegenüber zweitrangig, sodaß eine Hauptbahnanlage mit einem großen Bahnhof und einem Schattenbahnhof das Richtige ist.
Der kleine Napoleon braucht hingegen eine eigene Bahngesellschaft, die es beim Vorbild zum Glück in fast allen gewünschten Größen gibt, sodaß man sich wenig Zügel anlegen muß.

Herbert

HFy Offline



Beiträge: 431

27.06.2008 19:57
#6 RE: 2.2 - Motivation - hier: Konzept antworten

Wobei der Fahrdienstleiter nicht unbedingt eine Hauptbahn braucht. Jülich hatte einen Ablaufberg und einen Ringlokschuppen und bräuchte in H0 eine Kegelbahn. Dennoch waren alle Strecken (fünf an der Zahl) Nebenbahnen, auf denen noch nicht einmal Eilzüge verkehrten.

Herbert

OOK Offline




Beiträge: 3.255

14.10.2008 19:51
#7 RE: 2.2 - Motivation - hier: Konzept antworten

Zitat von HFy
Der Lokführer braucht eine möglichst lange Fahrstrecke, die möglichst nicht in einem Schattenbahnhof endet...
Der Fahrdienstleiter braucht nur einen Bahnhof,...
Der kleine Napoleon braucht hingegen eine eigene Bahngesellschaft...

Und was braucht der Zugleiter? Der braucht ja in diesem Kontext wirklich nur ein Simulationsprogramm, dass ihm die Anrufe von Zugführern vorgaukelt: "Hier Zug 4711 in Weihwasser. Darf Zug 4711 um 12.12 Uhr weiter fahren nach Kolonje?" und dann aber mit einem Voice-Rekorder seine Antworten digitalisiert und wirksam werden lässt.
Aber alle diese Varianten gehen davon aus, dass es nur einen Einzelkämpfer gibt. Im Konzept meiner BAE - das war schon in Bremen so bei der BAE II - ist Platz für alle diese Typen von Modellbahnern, deren Zusammenspiel ja erst die ganze Eisenbahn ausmacht. Ein Fahrdienstleiter ohne Lokführer ist wie ein Regisseur ohne Schauspieler.

OOK
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Wolfgang Offline




Beiträge: 74

14.10.2008 23:01
#8 RE: 2.2 - Motivation - hier: Konzept antworten
Bei den Amis sind auch die Dispatcher-jobs begehrt, wo der Dispatcher in einem extra Raum sitzt. Isoliert von Geschehen bei der Modellbahn, also wie im richtigen Leben.
Ich erinnere mich an ein FREMO-Treffen, da war der Zugleiter im Flur hinter der Wand. Er konnte die Anlage nicht sehen.
Und die americaN-Bahner hatten ein Treffen, bei dem der Dispatcher in Dänemark (glaube ich) saß! Dank Skype und Leute mit Kenntnissen.

Wolfgang

OOK Offline




Beiträge: 3.255

15.10.2008 09:00
#9 RE: 2.2 - Motivation - hier: Konzept antworten

Hallo Wolfgang, der Dispatcher bzw. Zugleiter hat bei der BAE eine lange Tradition. Siehe hierzu auch:

http://115518.homepagemodules.de/t222f6-...-Zugleiter.html

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

ow Offline




Beiträge: 234

07.05.2009 18:10
#10 RE: 2.2 - Motivation - hier: Konzept der Moba von ow antworten

Zitat von HFy
Von der Motivation des Modellbahners hängt das Konzept unmittelbar ab. Der Lokführer braucht eine möglichst lange Fahrstrecke, die möglichst nicht in einem Schattenbahnhof endet, sondern dort, wo der Lokführer Schichtende hat, nämlich in einem Lokschuppen. Tony Koester berichtete einmal in seiner Kolumne so um 1990, daß seine Lokführer ungern in die staging yards auf der Allegheny Midland einfuhren. Daher ist eine Nebenbahn mit mehreren Bahnhöfen das Gegebene, möglichst mit eigenem Bahnhof oder mindestens Bahnhofsteil am Anschluß an die Hauptbahn, wie das bei Klein- und Schmalspurbahnen häufig vorkommt.
Der Fahrdienstleiter braucht nur einen Bahnhof, aber mit möglichst viel Verkehr, die Streckenfahrt ist demgegenüber zweitrangig, sodaß eine Hauptbahnanlage mit einem großen Bahnhof und einem Schattenbahnhof das Richtige ist.
Der kleine Napoleon braucht hingegen eine eigene Bahngesellschaft, die es beim Vorbild zum Glück in fast allen gewünschten Größen gibt, sodaß man sich wenig Zügel anlegen muß.
Herbert

Unbewußt habe ich bei meiner Moba (trotz dem unvermeidlichen Thema: Hauptbahn mit abzw. Nebenstrecke) den in der Mitte des ptp verkehrs liegenden Bahnhof als Endpunkt der Nebenstrecke (evtl Privatbahn)deklariert. Mit zugehöriger kleinen Lokbehandlung, Lokschuppen und Personalgebäude für den Lokführerfeierabend. Was ich dazugelernt habe, ich sollte deutlich einen eigenen Bahnhofsteil für die Kleinbahn/Privatbahn einplanen.
Für den Fahrdienstleiter habe ich noch keinen Platz vorgesehen, ein eigenes Büro wie im Bild (letzter Beitrag von OOK im Thread) ist nicht drin. In weiser Voraussicht habe ich an der Vorderfront der Anlage eine Einhängeschiene auf der ganzen Breite angeschweißt die zum Abhängen der Fahrpulte (und Bierglashalter)vorgesehen ist. Hier läßt sich sicher auch ein Schreibpult für Fahrplan und diverses Papier abhängen. (Siehe angefügtes Foto)

Grüßt alle Otto (ow)

ow Offline




Beiträge: 234

08.05.2009 18:05
#11 RE: 2.2 - Motivation - hier: Konzept der Moba von ow antworten

Jetzt sind die Bilder da, was ich falsch gemacht habe weiß ich nicht. Bin eben immer noch PC-Anfänger

Otto (ow)

Angefügte Bilder:
Bild 31.JPG   Bild 30 A.JPG  
OOK Offline




Beiträge: 3.255

12.05.2009 21:40
#12  Motivation - hier: Klein Mehdorn? antworten

Im Kap. 2.2 Motivation des e-books hatte ich unterschieden zwischen Bahnfans, Möchtegern- Lokführer und Klein-Mehdorns als Modellbahnertypen. Soweit so gut. Dennoch war ich kürzlich erstaunt, als mich ein befreundeter Modellbahner der Kategorie Klein-Mehdorn zuordnete. Schauen wir also noch einmal ins e-book. Dort heißt im genannten Kapitel:

In Antwort auf:
Kommen wir zu den Klein-Mehdorns. Sie sind die Modell-Eisenbahner im eigentlichen Sinne, denn sie wollen nicht Loks, nicht Züge, sie wollen eine ganze Eisenbahn lenken, die Deutsche Modell-Bahn AG. Sie wollen alle Fäden in der Hand haben. Alles hört auf ihr Kommando. Sie herrschen nicht nur über ein, zwei Bahnhöfe, sondern über ein ganzes Bahnsystem. Dazu gehört nicht nur die Zugbildung und der Triebfahrzeug-Einsatzplan, sondern auch der Fahrplan, nach dem Reise- und Güterzüge verkehren. Dazu gehören weiterhin die Gleisanschließer und sonstige Güterkunden, die als Verfrachter angeworben und dann bedient werden und last not least die Einstellung und Einteilung des Personals.

Auf den ersten Blick scheint es zu stimmen. Ich habe eine ganze Eisenbahn und ich kann und muss über all die genannten Punkte bestimmen. Und dennoch ist es nicht das, was ich mit Klein-Mehdorn gemeint habe. Denn die hier genannten Punkte treffen ja im Prinzip auf jeden Anlagenbesitzer zu, sofern sein Reich in Funktion ist.
Wenn mein Reich, äh meine Bahn, also die BAE in Funktion ist, dann habe ich mitnichten alle Fäden in der Hand. Dann bin ich z.B. einer von mehreren Lokführern, und ob ich von Schluft nach Sonnenberg fahre, entscheide nicht ich, sondern der Zugleiter. Und wenn ich erst noch in Schlufterhütte kreuzen muss und vor der Trapeztafel warte, dann stellt der Zugführer des Gegenzuges mir die Weichen. Und er entscheidiet auch, wann ich einfahren darf. Und welche Wagen ich in meinen Zug einstelle oder unterwegs aussetze, hat der Wagenrepartiteur für mich entschieden. Nur, wenn ein einziger Modellbahner alle genannten Funktionen (und noch ein paar mehr) ausfüllt, spreche ich von Klein-Mehdorn.

Im Eröffnungspost dieses Freds zitierte Herbert Ian Rice u.a. mit dem worten: "At the very least, I would envisage a clear separation between the signalling/route-seting function and the train-driving." also: "Zumindest würde ich eine klare Trennung zwischen dem Zugfahren und der Fahrwegeinstellung und -sicherung anstreben."
Genau diese Trennung ist - Herbert hat das schon mehrfach betont - das Typische des realten Eisenbahnbetriebes. Und wenn Modellbahnbetrieb sich richtig anfühlen soll, muss diese Trennung emuliert werden. Das hat sich noch nicht überall herumgesprochen und so nimmt es nicht wunder, dass gewisse Hersteller von Digitalsystemen Handregler produzieren, mit denen man auch Weichen und Signale stellen kann. Nett gemeint, aber absolut kontraproduktiv.

Die möchtegern-Klein-Mehdorns werden den realen Mehdorn als Bahnchef sicher überleben. Aber: ich bin keiner! Das war ein Missverständnis.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Michael_hbbg Offline




Beiträge: 63

12.05.2009 22:12
#13 RE: Motivation - hier: Klein Mehdorn? antworten

Hallo Otto,

In Antwort auf:
Die möchtegern-Klein-Mehdorns werden den realen Mehdorn als Bahnchef sicher überleben. Aber: ich bin keiner! Das war ein Missverständnis.


Jedoch: in dem eBook schreibst Du:


Ob Sie’s glauben oder nicht: zu diesem offenbar größenwahnsinnigen Typus rechne ich mich ebenfalls, denn ich habe keine Anlage im landläufigen Sinne, sondern bin Generaldirektor, oberster Betriebsleiter, Personalchef und was weiß ich der Braunlage-Andreasberger Eisenbahn, einer funktionierenden Bahngesellschaft, die halt nicht im Maßstab 1:1 ist, sondern erheblich kleiner. Welche designmäßige Bedeutung das hat, davon wird noch die Rede sein.



Ist da ein Widerspruch? Kann man zu unterschiedlichen Zeiten nicht auch in unterschiedlichen Rollen sein?

Bei der Modellbahn ist das Auftreten in unterschiedlichen Rollen für mich normal: mal bin ich Lokführer, dann Rangierer, dann Dispatcher (so nennen wir die Disponenten bei americaN), dann ...

Gruß
Michael

OOK Offline




Beiträge: 3.255

12.05.2009 22:19
#14 RE: Motivation - hier: Klein Mehdorn? antworten

Zitat von Michael_hbbg
Hallo Otto,
In Antwort auf:
Die möchtegern-Klein-Mehdorns werden den realen Mehdorn als Bahnchef sicher überleben. Aber: ich bin keiner! Das war ein Missverständnis.

Jedoch: in dem eBook schreibst Du:

Ob Sie’s glauben oder nicht: zu diesem offenbar größenwahnsinnigen Typus rechne ich mich ebenfalls, denn ich habe keine Anlage im landläufigen Sinne, sondern bin Generaldirektor, oberster Betriebsleiter, Personalchef und was weiß ich der Braunlage-Andreasberger Eisenbahn, einer funktionierenden Bahngesellschaft, die halt nicht im Maßstab 1:1 ist, sondern erheblich kleiner. .


Ist da ein Widerspruch?

Eijeijeijei!! Erwischt. Super-Eigentor!
Das kommt davon, wenn man selber nicht mehr weiß, was man mal geschrieben hat. Und es stimmt ja auch: Von außen gesehen bin ich alles bei der BAE. Beim Betrieb bin ich genauso ein kleines Rädchen im Getriebe wie alle anderen Mitspieler. Das war der eigentliche Sinn meines Posts.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Michael_hbbg Offline




Beiträge: 63

12.05.2009 22:28
#15 RE: Motivation - hier: Klein Mehdorn? antworten

In Antwort auf:
Beim Betrieb bin ich genauso ein kleines Rädchen im Getriebe wie alle anderen Mitspieler.


Für mich ist das ein besonderer Reiz, dass ich zu verschiedenen Zeiten all diese Rädchen drehen kann. Einerseits fördert das für mich mein Verständnis für die jeweiligen Aufgaben, zweitens macht mir diese Abwechslung Spaß, und drittens habe ich erlebt, dass einige Mitspieler bestimmte Rollen niemals freiwillig übernehmen würden.

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