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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 667 mal aufgerufen
 IV.3. Praxis des Modellbahnbetriebes
memento Offline




Beiträge: 92

10.12.2019 16:25
Bf. Loitzerwald – Frachtkunden und Fahrpläne ... Antworten

Hallo zusammen,

Nach der Planung des kleinen Nebenstrecken-Endbahnhofs Loitzerwald beschäftige ich mich jetzt mit dem Thema Fahrplan und allem, was damit zusammenhängt ...

Gleisplan

Der Planungsthread für den Gleisplan ist hier:
Hallo und ...: Bf. Kalenstock – eine Kleinstanlage in TT

Der finale Gleisplan ist der hier:


Der Bahnhof ist also ein Endbahnhof mit Freiladegleis, Laderampe, Bahnsteig, Umsetzmöglichkeit für die Loks und einständigem Lokschuppen.

Da wo es zur freien Strecke abgeht, möge man sich einfach einen ca. dreigleisigen Zugspeicher vorstellen, wiederum mit Umsetzmöglichkeit. Da mag später noch (viel?) mehr an Strecke usw. kommen, aber erstmal nur das.

Dargestellt werden soll also erstmal ausschließlich nur der Betrieb im Endbahnhof Loitzerwald.

Vorausgeschickt sei, daß ich hier bisher keinerlei praktische Erfahrungen habe. Immerhin weiß ich überhaupt noch, wo bei mir zuhause (also im Bahnhof Köln) diese gelben und weißen Fahrpläne an den Wänden hängen. Aber normalerweise schaue ich auf der Bahn-App oder im Fahrkartenautomaten nach, wann der nächste Zug kommt.



Lage und Rahmenbedingungen

"Meinen" Bf. Loitzerwald habe ich jetzt mal auf den Zeitraum ca. 1950 datiert. Also DB Epoche IIIa. Der Einfachheit halber nehme ich im Moment für meine Planungen einfach mal das heutige Datum und dann minus 70 Jahre, so daß wir also heute den 17.12.1949 haben. Bis ich mit der Anlage soweit bin, daß irgendein realer Betrieb stattfindet, wird es also sicher Frühjahr 1950 sein.

Der Bahnhof ist ein kleiner Endbahnhof einer Nebenstrecke irgendwo tief im Westen (Eifel, Hunsrück, Rheinland) ... dazu müßte ich bei Gelegenheit noch eine Lagekarte mit einem hübschen langgezogenen fiktiven Tal malen, wo die Strecke verläuft. Auch im Westerwald findet man sicherlich noch ähnliche Situationen und Vorbildmotive vor.

Die Strecke selbst soll eine Länge von vielleicht 25-30 km haben bis zu einem großen Bahnhof, wo der Anschluß an das (dann nicht mehr fiktive) Hauptstreckennetz liegt. Dieser Bahnhof wäre dann beispielsweise Aachen oder Bonn oder Euskirchen oder sowas in der Art. Das muß ich noch festlegen. Auf der Strecke liegen dann ca. 3-4 Unterwegsbahnhöfe vor dem Endbahnhof Loitzerwald sowie noch weitere Haltestellen und auch Industrieanschlüsse auf freier Strecke. Die Strecke liegt in hügeligem und bergigem Gelände mit Steigungen von bis zu knapp 40 ‰.

Loitzerwald liegt relativ nahe zur belgischen und niederländischen (limburgischen) Grenze, so daß trotz des gerade vergangenen Weltkrieges dennoch aus alter Tradition ein gewisser grenzüberschreitender Handel erfolgt. Da das Tal so liegt, wie es nunmal liegt, kann aber Loitzerwald nicht direkt von den Niederlanden oder Belgien aus erreicht werden, sondern eben nur über das "andere Ende" der Strecke, also den oben erwähnten Bahnhof der Hauptstrecke.

Der Bahnhof Loitzerwald soll durch GmP und reine Personenzüge bedient werden.

Wie groß ist Loitzerwald überhaupt?

Tja, gute Frage. Ich bin ahnungslos: Ausgehend von dem Gleisplan oben, was ist denn da überhaupt als Größe für den Ort realistisch? 20.000 Einwohner? 10.000? Mehr? Weniger?

Personenverkehr

Ich weiß nicht, was damals so realistisch war. Ausgehend von heutigen Nebenbahnstrecken, die ich kenne, z.B. im Westerwald, hätte ich jetzt mal gesagt: Zwischen ca. 6:30 und 20:00 jede Stunde ein Zug, der auch Personen befördert? Also angenommen, ich hätte am Tag 4 GmP, dann würde in den Zeiten dazwischen eben noch ein Personenzug pendeln? Entweder ein uriger Dieseltriebwagen oder eben eine kleine Dampflok mit 2-3 Personenwagen ...

Ganz zu Anfang (Situation Lieferbarkeit für mich passende TT-Dampfloks ...) wird es sicher so sein, daß eine einzige Lok den gesamten Verkehr abwickeln soll. Also zumindest im Modell. Später werden bestimmt mal 2-3 Triebfahrzeuge vorhanden sein.

Historisch wertvolle Aufnahme auf der Strecke nach Loitzerwald

Das Bild zeigt einen typischen GmP auf der Strecke nach Loitzerwald.

https://www.bahnbilder.de/bild/Deutschla...ussische-t.html

Güterverkehr

Da ich wirklich noch sehr ahnungslos bin, habe ich jetzt einfach nochmal in das "blaue Buch" geschaut und mit einem Frachtkundenverzeichnis angefangen. Wie man eventuell sieht, habe ich ein paar von Ottos Ideen (im Buch auf Seite 56) aufgegriffen, die ja wohl für die Zeit auch sehr naheliegend sind, und noch ein paar weitere Kunden dazu gedichtet.

Ich finde das spannend, aber auch schwer, mich in so eine Zeit reinzudenken und dann in so eine Nebenbahnsituation. So etwas kenne ich (Jahrgang 1975) halt nicht mehr aus eigener Erfahrung und weiß im wesentlichen alles nur aus alten Büchern oder Zeitschriften oder eben aus dem Internet ...

Das ist dabei rausgekommen:


(Druckfehler: Es soll heißen: Sägewerk Schönfeld)

Fragen über Fragen:

– Sind das genug Kunden, zuviel, zuwenig?
– Machen die Kunden Sinn? (Außer die, die ich quasi von Otto abgeschrieben habe ... *hüstel*)
– Oder habe ich da groben Unfug drin?
– Gibt es noch andere für so einen Ort typische Kunden, die ich vergessen habe?

Ich weiß, daß jetzt Objektiv- und Teleskopfabriken vielleicht nicht sooooo häufig sind, aber meine anderen Hobbies wollen auch berücksichtigt werden, und es gab ja früher schon einige solche kleineren Fabrikanten bei uns. Also soviel Eigensinn muß sein. Die erwähnten Teleskoplinsen kommen z.B. von Lichtenknecker aus Berlin. Den hatte ich mir eigentlich deswegen ausgesucht, weil er mit seiner Firma in Belgien ansässig war – schon bevor ich geboren wurde – und die Loitzerwälder ja eben gerne Geschäfte in Richtung Benelux und Frankreich machen (siehe oben). Aber in Wahrheit gab es die Firma überhaupt erst ab 1959 in Weil der Stadt, später Berlin, dann erst ab 1973 in Belgien. Soviel dazu.

Ist ja für meinen Modellbetrieb aber auch egal, von wo nun wirklich diese Teleskoplinsen aus dem Frachtkundenverzeichnis kommen ...

Jedenfalls wäre ich für jegliche Hilfestellungen dankbar. Das Ziel ist, daß dann irgendwie nach der Frachtkundenliste ein Fahrplan entsteht und so ein Frachtzettelsystem, damit ich dann am Tag X, wenn die Anlage zum ersten Mal betriebsfähig ist, auch weiß, wohin ich zu fahren habe.

LG
Thomas

hmmueller Offline



Beiträge: 437

10.12.2019 17:08
#2 RE: Bf. Loitzerwald – Frachtkunden und Fahrpläne ... Antworten

Zitat von memento im Beitrag #1

Wie groß ist Loitzerwald überhaupt?
Tja, gute Frage. Ich bin ahnungslos: Ausgehend von dem Gleisplan oben, was ist denn da überhaupt als Größe für den Ort realistisch? 20.000 Einwohner? 10.000? Mehr? Weniger?


Zum Vergleich: Drosendorf im niederösterreichischen Waldviertel hatte einen etwas umfangreicheren Bahnhof; und hat heute(!) 1200 (eintausendzweihundert) Einwohner. Frasdorf in Oberbayern hatte m.W. i.w. so einen Endbahnhof, es hat heute 3000 Einwohner.

Zitat von memento im Beitrag #1

Personenverkehr
Zwischen ca. 6:30 und 20:00 jede Stunde ein Zug, der auch Personen befördert?


Das gab es nicht einmal auf der eingleisigen durchgehenden Hauptbahn, an der ich aufgewachsen bin. In alten Zeiten - noch bis in die 1930er - hatten viele Nebenbahnen 4 Züge am Tag - Früh, Mittag, Nachmittag, Abend. In den 1950ern mögen es 6 gewesen sein. Das Konzept "pro Stunde" hat es früher (außer im Nahverkehr einiger Großstädte) überhaupt nicht gegeben: Man hat den Fahrgästen nicht Züge "angeboten", sondern die Fahrgäste hatten zu nehmen, was es gab - was hätten sie auch anderes tun sollen? Die Züge wurden im Hinblick auf die "Personenverbraucher" angelegt, zum Beispiel: Arbeits- und Schulbeginn war durchgängig um 8:00, die Gehzeit im Winter zu den wichtigsten Arbeitgebern und Schulen bestimmte, wann der Frühzug im Bahnhof ankam. Analog plante man alle anderen Züge für Einpendler und Auspendler. Sonderverkehre wie Markttage gab's in den 50ern m.W. nicht mehr; dafür Sommer(!)frischlerverkehr in einigen (ganz wenigen) Gegenden. GmP waren in den 50ern schon aus der Zeit gefallen - die Vorstellung, dass man Leute während der Fahrt auch noch warten lässt, bis Wagen ab/angekuppelt sind, war mit dem Beginn der Automobilisierung dahin (obwohl eine Menge Schmalspurbahnen das doch noch machten - kein Wunder, dass sie eingestellt wurden).

Zitat von memento im Beitrag #1

Güterverkehr


Da bin ich auch ziemlich ahnungslos. Aber ich denke, dass man auch hier mit Hausverstand weit kommt - eine Lokalbahn ist schließlich was ziemlich Einfaches. In Deinem Ort gibt es Frachtversender - das ist vorrangig immer die Landwirtschaft: Getreide und auch Stroh im Spätsommer, Rüben noch später; im Frühjahr eher nicht so viel, im Winter gar nichts. Viehtransport kenne ich kaum, hat's aber auch gegeben. Und natürlich örtliche Industrie - da kannst Du erfinden, was Du willst. Frachtbezieher sind überall die Lagerhäuser der landwirtschaftlichen Genossenschaften - verschiedene Dünger haben sie bezogen, und Stückgut. Und wieder die Industrie. Dichtung ist hier Wahrheit. Du kannst Dir das ganze auch mit LKW-Verkehr vorstellen bzw. heute anschauen - und dann auf die Bahn "zurückprojizieren": Eine Zimmerei, die heute Leimholzträger per LKW bekommt, könnte damals Schnittholz per Bahn bekommen haben (in vielen Fällen wird sie es in den 50ern allerdings [schon] per LKW von einem Sägewerk in der Umgebung bekommen haben, in den 30ern vielleicht noch per Fuhrwerk - ganz viele Betriebe waren nie in der Nähe einer Eisenbahn und haben nur das ganz lokale Umfeld bedient). Oder träum Dich in den Wilden Westen und denk Dir, was dort eine Ortschaft so gebraucht hat. So groß sind die grundsätzlichen Unterschiede nicht.

Zitat von memento im Beitrag #1

Fragen über Fragen:

- Sind das genug Kunden, zuviel, zuwenig?



Mir kommt das eher viel vor. Ich wohn in Grafing, mit heute 12000 Einwohnern - da gab es m.W. keine der Industrien, die Du anführst; aber es hätte sie geben könne. Für einen Ort mit 3000 Einwohnern, wo m.E. der Bahnhof passen könnte, kommt mir das eher übertrieben vor. Aber im Endeffekt entscheidest Du, was alles über dei Bahn geht (nocheinmal: Vieles ist immer per Fuhrwerk/LKW transportiert worden und "belastet" den Bahnof nicht). Schau, ob's geht - die echte Bahn hat das auch getan. Wenn's nicht geht: Kunden ablehnen = auf den LKW verdrängen; freundlicher: "Wegerfinden".

Zitat von memento im Beitrag #1

- Machen die Kunden Sinn? (Außer die, die ich quasi von Otto abgeschrieben habe ...)
Ich weiß daß jetzt Objektiv- und Teleskopfabriken vielleicht nicht sooooo häufig sind, aber meine anderen Hobbies wollen auch berücksichtigt werden, und es gab ja früher schon einige solche kleineren Fabrikanten bei uns. Also soviel Eigensinn muß sein.


Der Ölhandel ist damals eher ein Kohle- und Ölhandel (d.h. "Brennstoffhandel"), denke ich. Sonst: Warum nicht? Waldkirch im Breisgau war einmal die Welthauptstadt der Kirmesdrehorgelproduktion = hatte 4 Hersteller von Kirmesorgeln (bis zur Weltwirtschaftskrise 1930 - Wurlitzer in den USA hat mit dem USA-Vertrieb, und dann dem illegalen Nachbau von Waldkircher Kirmesorgeln seine Geschäfte begonnen - das nur sehr nebenher, damit ich eines meiner anderen Hobbies hier anbringen kann ); daneben eine Ziegelei, ich denke eine Möbelfabrik und sicher noch vieles weitere. Und irgendwo haben Feinmechanikfirmen angefangen, Modellbahnen zu bauen - waren dann Stückgutkunden. Alles muss es irgendwo gegeben haben, also warum nicht in Loitzerwald?

Zitat von memento im Beitrag #1

Das Ziel ist, daß dann irgendwie nach der Frachtkundenliste ein Fahrplan entsteht und so ein Frachtzettelsystem, damit ich dann am Tag X, wenn die Anlage zum ersten Mal betriebsfähig ist, auch weiß, wohin ich zu fahren habe.



Ich habe keine Ahnung, weil ich noch nie frachtmodelbahngespielt habe - aber mir kommt Deine Reihenfolge komisch vor: Der Fahrplan ist ganz einfach: Ein Güterzug vormittags, einer nachmittags (so, dass er sich nicht mit den Personenzügen ins Gehege kommt) - weniger ist fad, mehr braucht man garantiert niemals bei Deinen Kunden (mehr bräuchte man, wenn es "Serientäter" wie Bergwerk o.ä. gibt).

Und ein Frachtzettelsystem brauchst Du m.E. erst viel später - am Anfang brauchst Du Schmierzettel für frei erfundene Anforderungen ("Ölhandel kriegt 2 Wagen" ... das kannst Du Dir einfach so ausdenken), mit denen Du ein paar erfundene Tage nachfährst. Das System ist nur dazu da, damit Du später die "Schmierzettelbürokratie" in den Griff kriegst, weil Dich die ja nicht interessiert - Du willst ja modellbahnspielen.

... sag ich, ohne viel Ahnung - aber das ist kein Grund, nicht seinen Senf dazuzugeben.

H.M.

memento Offline




Beiträge: 92

10.12.2019 18:04
#3 RE: Bf. Loitzerwald – Frachtkunden und Fahrpläne ... Antworten

Hallo H.M.,

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
Zum Vergleich: Drosendorf im niederösterreichischen Waldviertel hatte einen etwas umfangreicheren Bahnhof; und hat heute(!) 1200 (eintausendzweihundert) Einwohner. Frasdorf in Oberbayern hatte m.W. i.w. so einen Endbahnhof, es hat heute 3000 Einwohner.


Hossa. Okay, SO klein hätte ich jetzt nicht gedacht. Das Bahnhofsgebäude bei mir (Bf. Loitz) stammt aus einem Ort mit heute 4.400 Einwohnern. Also okay, dann hat Loitzerwald damals vielleicht auch 2.500 oder 3.000 Einwohner gehabt, diese kleinen Orte wachsen ja heute nicht wie große Städte ...

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
In alten Zeiten - noch bis in die 1930er - hatten viele Nebenbahnen 4 Züge am Tag - Früh, Mittag, Nachmittag, Abend. In den 1950ern mögen es 6 gewesen sein. [...] Die Züge wurden im Hinblick auf die "Personenverbraucher" angelegt, zum Beispiel: Arbeits- und Schulbeginn war durchgängig um 8:00, die Gehzeit im Winter zu den wichtigsten Arbeitgebern und Schulen bestimmte, wann der Frühzug im Bahnhof ankam.


An die "gute alte Zeit" muß ich mich offenbar wirklich noch gewöhnen

Also. 8:00 Arbeitsbeginn, der erste Zug kommt in Loitzerwald um 7:30 an. Das wäre dann ein Personenzug.

Um 12:50 kommt der PmG und nimmt nach der Rangiererei so gegen 13:40 die Schüler mit. Von denen denkt 1950 eh noch keiner darüber nach, lieber ein Auto zu nehmen ... ich hätte jetzt gedacht, ein einziger Personenwagen reicht, dafür brauch ich doch keinen extra Personenzug fahren lassen?

Um 16:00 reiner Güterzug, der ist um 17:00 wieder weg.

Um 17:30 der Personenzug für die arbeitende Bevölkerung, damit die pünktlich um 18:00 zuhause beim Abendessen sind.

Und um 19:30 der abendliche Personenzug, weil in einigen der ortsansässigen Werke eben länger gearbeitet wird?

So in etwa macht es dann Sinn?

Ach ja, zum Thema GmP ...

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
GmP waren in den 50ern schon aus der Zeit gefallen - die Vorstellung, dass man Leute während der Fahrt auch noch warten lässt, bis Wagen ab/angekuppelt sind, war mit dem Beginn der Automobilisierung dahin (obwohl eine Menge Schmalspurbahnen das doch noch machten - kein Wunder, dass sie eingestellt wurden).


... war das 1950 auch schon so? Oder reden wir hier eher von 1957, wo die Leute dann endlich alle Käfer und Kabinenroller und dergleichen kaufen konnten. Ich hätte jetzt naiv angenommen, daß 1950 alles noch sehr wie 1930 oder 1935 war. Der Krieg gerade vorbei und man war glücklich, überhaupt das meiste wieder auf dem Stand von vor dem Krieg in Betrieb genommen zu haben ...? Und groß Autos gekauft haben die Leute 1950 ja noch nicht ...?

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
Du kannst Dir das ganze auch mit LKW-Verkehr vorstellen bzw. heute anschauen - und dann auf die Bahn "zurückprojizieren": Eine Zimmerei, die heute Leimholzträger per LKW bekommt, könnte damals Schnittholz per Bahn bekommen haben (in vielen Fällen wird sie es in den 50ern allerdings [schon] per LKW von einem Sägewerk in der Umgebung bekommen haben, in den 30ern vielleicht noch per Fuhrwerk - ganz viele Betriebe waren nie in der Nähe einer Eisenbahn und haben nur das ganz lokale Umfeld bedient).


Vereinfacht gesagt: Ich sollte tendentiell mehr Landwirtschaft, mehr Verkehr für die Genossenschaft vorsehen, höre ich aus dem heraus ...? Die Brauerei und das optische Werk und wen ich da alles ausgedacht hatte, die bleiben natürlich, aber ich kann diese Betriebe ja auch etwas verkleinern. Dann bekommen die nur alle Woche oder sogar nur einmal im Monat eine Lieferung.

Kohlenhandel: Ich hab ja kein Anschlußgleis für den ebensolchen. Nur ein Freiladegleis, ist das realistisch? Ein regelmäßig belieferter Kohlenhandel wird doch sicher einen kleinen Kohlenbansen und Kran am Bahnhof stehen haben? Daher hatte ich die Idee, das aus Loitzerwald auszulagern, und nur einen Ölhändler vorzusehen. Die beiden sind beispielsweise Brüder, die den gemeinsamen Kohlen- und Ölhandel vom Vater übernommen und jetzt aber getrennt betreiben. Oder irgendsowas. Der Kohlenhandel findet dann auf einem separaten Anschließer außerhalb des Bahnhofs oder im nächsten Ort statt. Oder soll / kann ich den am Freiladegleis mit einplanen, aber wie gesagt, da stelle ich mir das Entladen des Kohlenwaggons sehr umständlich / verdreckend / langwierig vor?

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
Für einen Ort mit 3000 Einwohnern, wo m.E. der Bahnhof passen könnte, kommt mir das eher übertrieben vor. [...] Alles muss es irgendwo gegeben haben, also warum nicht in Loitzerwald?


Okay, ich hatte halt irgendwie gedacht, so grob 8-12 Waggons am Tag sollten ja schon bewegt werden?

Im Endeffekt ist es mir ja egal, wieviel Züge am Tag fahren. Ich werde ja nicht mit einer Modell-Uhr fahren, sondern es werden einfach alle Betriebsabläufe immer nur konsequent nacheinander abgewickelt. Wenn ich zwischendurch mit dem "Spiel" ääh vorbildorientierten Modellbetrieb aufhöre, merke ich mir einfach, wo ich aufgehört hab, und wenn ich am anderen Tag weitermache, kann ich genau da weitermachen, wo ich aufgehört habe.

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
Der Fahrplan ist ganz einfach: Ein Güterzug vormittags, einer nachmittags (so, dass er sich nicht mit den Personenzügen ins Gehege kommt)


Ja, das stimmt. Der Fahrplan wird einfach.

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
Und ein Frachtzettelsystem brauchst Du m.E. erst viel später - am Anfang brauchst Du Schmierzettel für frei erfundene Anforderungen ("Ölhandel kriegt 2 Wagen" ... das kannst Du Dir einfach so ausdenken), mit denen Du ein paar erfundene Tage nachfährst. Das System ist nur dazu da, damit Du später die "Schmierzettelbürokratie" in den Griff kriegst, weil Dich die ja nicht interessiert - Du willst ja modellbahnspielen.


Ja, genau da hätte ich aber zumindest ein System drin. Wer grundsätzlich wieviel und was für welche Wagen am Tag bekommt, steht ja oben schon in der Frachtkundenliste. Jetzt muß ich aber diese Frachten doch auch irgendwie zusammenfassen, damit klar strukturiert wird, welche Waggons genau im Frühzug montags und welche im Abendzug donnerstags laufen werden, und so weiter.

LG
Thomas

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

10.12.2019 18:32
#4 RE: Bf. Loitzerwald – Frachtkunden und Fahrpläne ... Antworten

Schuur Thomas und Gemeinde,

Zitat von memento im Beitrag #3

Also. 8:00 Arbeitsbeginn, der erste Zug kommt in Loitzerwald um 7:30 an. Das wäre dann ein Personenzug


Falscher Ansatz! Wenn in Loitzerwald ein Personenzug übernachtet, fährt der auch dort als erster Zug ab. Nehmen
wir mal an, die meisten Bewohner von Loitzerwald müssen morgens in die "Kreisstadt" zur Arbeit. Dann wird für die
Industriearbeiter mit Arbeitsbeginn dortselbst um 06:00h die Rechnung anders aufgemacht werden müssen:

Arbeitsbeginn 06:00h, bei 15 Minuten Fußweg Ankunft dort 05:45h; Fahrzeit für die angenommenen 25 Kilometer ca. 40 Minuten.
Also muss der erste Zug Loitzerwald um ca. 05:00h verlassen. Bei kurzer Wende und direkter Rückfahrt ist der Train um kurz
vor sieben wieder in Loitzerwald um dann nach kurzer Wende den Schülerzug für die weiterführenden Schulen in der Kreisstadt
zu bilden, der dann auch den Berufsverkehr für die "Verwaltungsleute" bewältigt.

Wagen wegstellen, Lok restaurieren, dann bleiben ca. 4,5 Stunden, um den Vormittags-Ng nach Loitzerwald und zurück zu fahren.
Dann den Schülerzug ab 13:00h aus der Kreisstadt nach Loitzerwald, zurück bildet die Fuhre den "Mittagszug", dann kann die Lok
den Nachmittags-Ng fahren; um 17:30h den Berufsverkehrszug (die 40h-Woche war noch nicht erfunden...), zurück in die Kreisstadt
und gegen 20:00h den Abendzug.

Fertig ist das Betriebsprogramm... Eine Lok (86, 93.5); ein paar Personenwagen bilden den Wagenstamm für den Reiseverkehr.
Der Güterverkehr ist überschaubar. In Loitzerwald ist keine nennenswerte Industrie => Daher ist das Aufkommen dementsprechend gering,
allerdings für einen Gleisplan dieses Zuschnitts vorbildnah.

Da der Lokschuppen, warum auch immer, ein MUSS darstellt spare ich mir das skizzieren der Abläufe für einen Verkehr, bei dem der
Frühzug aus der Kreisstadt kommt. Hätte Loitzerwald einen nenneswerte Industrie, gäbe es dorthin sicher auch eine "Anschlussbahn".

An Donnerstagen könnte man am späten Abend noch einen "Theater- oder Kinozug" einplanen. Das gab es, zumindest in Südwestfalen,
nämlich Ende der 1940er und in den 1950er Jahren durchaus.

Edit(h) hat Buchstaben sortiert...

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

hmmueller Offline



Beiträge: 437

10.12.2019 18:37
#5 RE: Bf. Loitzerwald – Frachtkunden und Fahrpläne ... Antworten

Zitat von memento im Beitrag #3
Hallo H.M.,

An die "gute alte Zeit" muß ich mich offenbar wirklich noch gewöhnen

Also. 8:00 Arbeitsbeginn, der erste Zug kommt in Loitzerwald um 7:30 an. Das wäre dann ein Personenzug.

Um 12:50 kommt der PmG und nimmt nach der Rangiererei so gegen 13:40 die Schüler mit. Von denen denkt 1950 eh noch keiner darüber nach, lieber ein Auto zu nehmen ... ich hätte jetzt gedacht, ein einziger Personenwagen reicht, dafür brauch ich doch keinen extra Personenzug fahren lassen?

...

So in etwa macht es dann Sinn?


Wenn PmG, dann soll's sein. Wasist denn das für eine Schule? örtliche Hauptschule mit 300 Schülern, weil "Hauptort" in dem Tal - dann brauchst Du schon eher ein paar Wagen, die die 100 Fahrschüler verfrachten. Oder doch nur ein paar Hansln, die zufällig in der Richtung fahren? Der Mittagszug ist auch der, wo die einkaufenden Hausfrauen zurückfahren (die sich nicht wirklich freuen, wenn der erst um 13:40 geht ... aber Pech).

Richtige Personenzüge fährt man als "Garnituren" - 3 Wagen sind nicht aufwendiger als einer (die Lok wiegt soviel wie der ganze restliche Zug!).

Rest von mir aus - irgendwie passt das nicht mit den Fahrplänen zusammen, die ich so gelesen habe - aber die darfst Du selber studieren.

Zitat von memento im Beitrag #3

Ach ja, zum Thema GmP ...

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
GmP waren in den 50ern schon aus der Zeit gefallen - die Vorstellung, dass man Leute während der Fahrt auch noch warten lässt, bis Wagen ab/angekuppelt sind, war mit dem Beginn der Automobilisierung dahin (obwohl eine Menge Schmalspurbahnen das doch noch machten - kein Wunder, dass sie eingestellt wurden).


... war das 1950 auch schon so? Oder reden wir hier eher von 1957, wo die Leute dann endlich alle Käfer und Kabinenroller und dergleichen kaufen konnten. Ich hätte jetzt naiv angenommen, daß 1950 alles noch sehr wie 1930 oder 1935 war. Der Krieg gerade vorbei und man war glücklich, überhaupt das meiste wieder auf dem Stand von vor dem Krieg in Betrieb genommen zu haben ...? Und groß Autos gekauft haben die Leute 1950 ja noch nicht ...?


Mhm, kann sein. Also fahr Deine PmG/GmP.

Zitat von memento im Beitrag #3


Vereinfacht gesagt: Ich sollte tendentiell mehr Landwirtschaft, mehr Verkehr für die Genossenschaft vorsehen, höre ich aus dem heraus ...?

Die Brauerei und das optische Werk und wen ich da alles ausgedacht hatte, die bleiben natürlich, aber ich kann diese Betriebe ja auch etwas verkleinern. Dann bekommen die nur alle Woche oder sogar nur einmal im Monat eine Lieferung.


Ja und ja, würde ich meinen.

Zitat von memento im Beitrag #3

Kohlenhandel: Ich hab ja kein Anschlußgleis für den ebensolchen. Nur ein Freiladegleis, ist das realistisch? Ein regelmäßig belieferter Kohlenhandel wird doch sicher einen kleinen Kohlenbansen und Kran am Bahnhof stehen haben?


Bitte was? 1950 hat man geschaufelt. In Lienz, wo ich aufgewachsen bin und das 12000 Einwohner hatte, hatte der Zuegg in den 1970ern ein Förderband am Freiladegleis herumstehen. Wenn der Selbstentladewagen kam (oder früher ein offener Güterwagen), wurde das Band druntergeschoben und damit auf den LKW raufgeladen, der das dann zu seinem Lager irgendwo geführt hat. Kran? was ist das? Bansen? wozu?

Zitat von memento im Beitrag #3

Zitat von hmmueller im Beitrag #2
Für einen Ort mit 3000 Einwohnern, wo m.E. der Bahnhof passen könnte, kommt mir das eher übertrieben vor. [...] Alles muss es irgendwo gegeben haben, also warum nicht in Loitzerwald?

Okay, ich hatte halt irgendwie gedacht, so grob 8-12 Waggons am Tag sollten ja schon bewegt werden?


Kommt mir viel vor - eher 5; aber es soll Dir ja nicht fad werden.

Zitat von memento im Beitrag #3

... damit klar strukturiert wird, welche Waggons genau im Frühzug montags und welche im Abendzug donnerstags laufen werden, und so weiter.


Also normalerweise sind Güterwagen "Zufallswagen" - der Kohlenhändler kriegt nicht jeden Donnerstag (oder auch am 3. Donnerstag im Monat) seine Kohlen. Sondern er bestellt die Kohlen, wenn sie ihm langsam ausgehen; und ein paar Tage später kommen sie. Das ist absolut zufällig (weil ja wetterabhängig). Ebenso mit Landwirtschaft. Die Industrie ist etwas vorhersagbarer - aber auch nicht wirklich: Holzpreise gehen rauf (weil in Skandinavien Stürme tobten), Möbel müssen wegen steigenden Einkaufspreis verteuert werden, wengier werden verkauft - der "tägliche" Wagen für die Möbelfabrik fällt aus; oder es kommt ein zweiter, weil großer Auftrag aus der Hauptstadt ...

H.M.

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

10.12.2019 18:47
#6 Frachtkunden... Antworten

Schuur,

zur Frachtentabelle habe ich folgende Anmerkungen:

Eine Aufstellung "alle zwei bis drei Tage" ist schwieriger zu bearbeiten als "pro Woche".

Rübenzucker als Wagenladungen: Wer in diesem Nest soll denn diese Mengen an Zucker konsumieren Würde ich rausnehmen.
Loitzerwald liefert während der Kampagne jeden Tag 5 O-Wagen Zuckerrüben => fertig. Die Zuckerbude kümmert sich um den Vertrieb
des Produktes. Damit hat die RHG in Loitzerwald nichts zu tun.

Der Rest ist, bei passender Legende, auf den ersten Blick durchaus stimmig. Auf den zweiten Blick muss man allerdings bei der
Brauerei den Eingang hinterfragen: Kommen die Zutaten wirklich alle in G-Wagen? Bei der RHG stellt sich MIR die Frage: Wo kommt
das Viehfutter her? ICH sehe dieses Ladegut eher als Empfangsfracht.

Edit(h) stellte fest, dass der Beitrag von Helmut sich mit meinem gekreuzt hat. Seine Ausführungen ergänzen meine Aussagen,
oder eben auch umgekehrt.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

memento Offline




Beiträge: 92

10.12.2019 21:08
#7 RE: Frachtkunden... Antworten

Hallo zusammen,

vielen Dank für die konstruktiven Rückmeldungen! Wie man sieht, hab ich in diesem Bereich noch viel zu lernen ...

Rübenkampagne und Brauerei

bei den Rüben habe ich wohl falschherum gedacht. Rüben nach Loitzerwald => fertiger Zucker wird von Loitzerwald aus in die Welt geliefert. Aber "andersrum" ist es wohl realistischer. Die Loitzerwälder sammeln Rüben und die werden 1x pro Tag in die Welt abgefahren, fertig ...

Bei der Brauerei ziehe ich mich aus der Affäre und lege einfach fest, daß die 1x die Woche einen G-Wagen bekommen, in dem alles das an Zutaten / Rohstoffen enthalten ist, was der Brauerei nicht lokal (also ohne Bahnverkehr) zugeliefert wird.

Angepaßter Frachtkundenplan



Die nicht täglich verkehrenden Verkehre gibt es jetzt 1x die Woche. Auch wenn das womöglich eine vorbildwidrige Vereinfachung ist, würde ich das dann erstmal so machen. Vielleicht wäre dann ja hier die Gelegenheit, 1x pro Modell-Woche, beispielsweise immer am Modell-Montag, zu würfeln oder dergleichen, damit nach dem Zufallsprinzip eben dann feststeht, an welchem Wochentag dann die Wagen laufen müssen.

"Täglich" heißt vermutlich auch in den 50er Jahren – montags bis samstags, richtig? Sonntags nur eingeschränkter Güterverkehr? Aber erstmal spiel ich keine Sonntage ...

Wieviele Waggons benötigt die Bahn?

Insgesamt hätte ich nun 8 Waggons, die täglich verkehren.

Anzahl / Gattung
4 / G
1 / R
1 / H
2 / O

Sowie 6 Wagenladungen, die 1x die Woche anfallen:
4 / G
1 / V
1 / R

Und während der Rübenkampagne – da kann ich mir ja erstmal freihalten, ob und wann ich diese Saison im Modell nachspiele – zusätzlich pro Tag:
2 / O

Noch mehr Fragen zu den Waggons

Wenn das bisher alles so irgendeinen Sinn ergibt, stellt sich die nächste Frage. Benötigt jeder Kunde seinen "eigenen" G-Wagen? Oder, anders gesagt: Kann ich den Betriebsablauf im Modell vereinfachen, indem ich sage, jede der oben gelisteten Kundenlieferungen ist immer eine komplette Wagenladung. Und falls nicht, so nehme ich noch an, daß die Waggons durch "Kleinkunden" – die oben nicht gelistet sind – oder auch durch weitere Kunden im Verlauf der restlichen Strecke dann schon noch genügend ausgelastet werden?

Ich benötige also 4 G-Waggons pro Tag. Also klar, das sind dann physikalisch 4 Waggons. Dazu kommen dann nochmal 4 G-Wagenladungen, die nur 1x die Woche benötigt werden – wie übersetze ich das in Waggons? Also theoretisch könnte mein Gewürfel so enden, daß ja alle diese 4 Ladungen pro Woche an einem einzigen Tag anfallen. Das heißt, ich müßte nochmal 4 Waggons vorhalten, damit ich die Kunden alle beliefern kann => insgesamt 8 G-Waggons.

Oder wäre es sogar realistisch, daß ich sagen wir mal insgesamt nur 6 G-Waggons vorhalte – 4 für die täglichen Verkehre und 2 weitere für die wöchentlichen Verkehre – und wenn dann zuviel Lieferungen auf einen Tag fallen, der Plan eben (auch im Vorbild) so angepaßt wird, daß 2 von den Kunden die Waren halt erst am Folgetag bekommen?

Ich habe an der Laderampe auch nur Platz für 3 Waggons und am Freiladegleis für 5 Waggons. Das heißt, wenn die Kapazität des Bahnhofs durch insgesamt 8 Waggons komplett erschöpft sein sollte, fallen die weiteren Wagenladungen zwangsläufig auf den nächsten Zug oder sogar auf den Folgetag. Richtig soweit?

GmP oder PmG reine Güter / Personenzüge

Hier bin ich ehrlich gesagt jetzt immer noch verunsichert. Ich hatte ja angefangen, mich mit Bf. Eibenstock ob zu beschäftigen. Dort waren fast alle Züge GmP, bis zur Einstellung des Betriebs 1975. Daher dachte ich, bei so einem kleinen Endbahnhof – auch wie Loitzerwald – sei das auch so realistisch. Ansich bin ich da relativ leidenschaftslos, auch wenn ich den Anblick eines GmP mit einer gewissen schönen "Kleinbahnatmosphäre" verbinde. Aber wenn das jetzt für eine angenommene Nebenstrecke um 1950 doch eher unrealistisch sein sollte, dann trenne ich die Züge halt auch gerne in Personen- und Güterzüge.

Oder wäre es eine gute Lösung, anstatt eines GmP einen PmG fahren zu lassen? Also ein Zug, der für die Passagiere streng nach Fahrplan fährt, weil auf den Unterwegshalten keine Güterwagen rangiert werden. Einzig in Loitzerwald fällt dann ein Rangiervorgang an. Dort macht der Zug ja aber eh Kopf und es muß sowieso rangiert werden. Beispielsweise die Optiklieferung könnte mit einem PmG erfolgen?

Fahrplan ... und der Lokschuppen

Hartmut, vielen Dank auch Dir für die ausführliche Skizzierung, wie ein Fahrplan aussehen könnte. Ja, es stimmt, ich habe den Fahrplan wohl "falschherum" gedacht. Die meisten Menschen werden aus Loitzerwald zu den angrenzenden, größeren Orten pendeln wollen anstatt umgekehrt.

Der Lokschuppen ist primär entstanden, weil die ganze Eisenbahn-Vorliebe bei mir durch die (Dampf-)Lokomotive vorgeprägt ist. Das ist meine Motivation und das, was für mich den Reiz der Eisenbahn und der Modellbahn entscheidend mitprägt. Daher "muß" der Lokschuppen sein, er macht für mich einen Großteil dieser besonderen Atmosphäre aus. Ich werde sicher auch öfter mal auf dem Modul bzw. der Anlage einfach nur fotografieren und einzelne Szenen (die mit dem regulären Anlagenbetrieb gar nichts zu tun haben müssen) für Fotos nachstellen, auch da wird der Lokschuppen dann sicher eine wichtige Rolle spielen.

Jedenfalls Dein Beitrag hilft mir, "andersherum" zu denken und das Übernachten einer Lok in den Fahrplan sinnvoll zu integrieren.

LG
Thomas

Gilpin Offline




Beiträge: 1.455

10.12.2019 23:16
#8 RE: Frachtkunden... Antworten

Hi Thomas,

ich bin (auch) ein wenig hilflos bzgl. der Brauerei. Nachdem sie nun wieder eine echte Brauerei geworden ist, und nicht einfach eine Abfüllanlage, die schon fertiges Bier bekommt, habe ich meine Zweifel, ob die nunmehrige Konstruktion noch Sinn ergibt. Wo ist sie denn mittlerweile angesiedelt? Außerhalb der gestalteten Anlage? Warum ich das frage, tue ich gern später kund... Schon mal vorab: hier im Forum und per Links darüber hinaus gibt es eine Unmenge an Informationen zu Brauereien in einer Vielzahl von Strängen!

Schönen Rest der Woche noch,
Reiner & Edith für den Link - ohne den Bezug auf Pürner hat sie keine Ruhe gegeben...

memento Offline




Beiträge: 92

10.12.2019 23:50
#9 RE: Frachtkunden... Antworten

Hallo Reiner,

Ja, das ist eine gute Idee, die Brauerei einfach – gemäß Deiner Anregung – nur als Abfüllanlage anzunehmen, so daß ausschließlich mit einem entsprechenden Waggon angeliefert wird und das eben auch nur auf dem Laderampengleis, es aber danach keine Auslieferungen der fertigen Biere per Bahn geben wird, weil die sowieso alle im Ort und näheren Umgebung konsumiert werden.

(Ja, die Brauerei liegt außerhalb des gestalteten Bereiches.)

Generell: Die Anlage ist ja modular geplant; sollte mir das mit Loitzerwald so gut gefallen, daß es künftig zu Erweiterungen kommt, wird natürlich auch der Kundenstamm und der Fahrplan usw. alles entsprechend ausgebaut.

Ach und bei der Gelegenheit noch eine Frage in die Runde: 1950, also RIV gab es schon. Kann ich in meinem Plan auch z.B. einen ausländischen z.B. O-Wagen von der SNCB oder aus Österreich oder DR Ost laufen lassen? Oder wäre das unrealistisch, weil auf dieser Nebenstrecke – auch wenn sie nicht weit von den Grenzen nach Benelux entfernt ist – sich niemals ausländische Wagen auf Dauer verirren würden?

LG
Thomas

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

11.12.2019 06:07
#10 RE: Frachtkunden... Antworten

Schuur Gemeinde,

Zitat von memento im Beitrag #7
Wenn das bisher alles so irgendeinen Sinn ergibt, stellt sich die nächste Frage. Benötigt jeder Kunde seinen "eigenen" G-Wagen? Oder, anders gesagt: Kann ich den Betriebsablauf im Modell vereinfachen, indem ich sage, jede der oben gelisteten Kundenlieferungen ist immer eine komplette Wagenladung. Und falls nicht, so nehme ich noch an, daß die Waggons durch "Kleinkunden" – die oben nicht gelistet sind – oder auch durch weitere Kunden im Verlauf der restlichen Strecke dann schon noch genügend ausgelastet werden?


Das nennt sich dann Stückgut- und/oder Expressgut. In diesen Wagen sind die Kunden "bunt" gewürfelt. Ziel in Loitzerwald wäre dann der
Güterschuppen. Dort wird der Wagen von den Mitarbeitern der Güterabfertigung entladen. Weiter geht's dann entweder mit der "bahnamtlichen
Rollfuhr" zum Kunden oder dieser holt seine Güter dort selber mit einem geeigneten Fahrzeug ab.

Der Versand verläuft umgekehrt: Der Kunde liefert selber an, oder lässt es vom Bahnspediteur abholen. Zwischenlager im Güterschuppen und dann
den ganzen Krempel in den Stückgutwagen.

Charmant an diesem Szenario ist die Tatsache, dass dann eben die Einzelteile für die Objektivherstellung gemeinsam mit den Elektromotoren
anreisen können. Hier wäre dann für jeden Betriebstag die Anzahl der Stückgutwagen zu ermitteln; aber eben ohne krampfhaft festzulegen, dass
eben am Montag das Bier, am Dienstag die optischen Gläser etc. gefahren werden.

Zur Brauerei schreibe ich heute Abend noch etwas.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

12.12.2019 21:27
#11 RE: Frachtkunden... Antworten

Schuur ihr Jonge,

ich hatte ja noch Gedanken zur Brauerei und ihrem Güteraufkommen angedroht.

Wenn dort nur noch abgefüllt wird und das Bier angenommener Massen (für 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts nicht untypisch)
nur in der näheren Umgebung verkauft wird, könnte der Gerstensaft ja auch in Tanks des "Haus-zu-Haus"-Systems angeliefert werden.
Obermayer zeigt einen BThs50 mit Dinkelacker-Tanks; es gibt also frühe Vorbilder.
Ab un zu eine Wagenladung Bierflaschen in G-Wagen fertig ist das Aufkommen für die Brauerei. Leere Behälter kommen zurück auf den BThs
und der G-Wagen kann anderweitig beladen oder leer abgefahren werden. Der Behälterwagen wird wie auch der G auf der Ladestrasse umgeladen.

Sollte doch gebraut werden, könnten Gerste, Hopfen und Malz in Selbstentladern angeliefeert werden; erste Ktmm kamen 1958 in den Verkehr.
Umladen mittels Förderband an der Ladestrasse auf den Brauerei-LKW... Persönlich würde ich zum Abfüllbetrieb mit bunten Behältern tendieren;
die Flaschen könnten in Privatwagen z.B. der Spessart-Hohlglaswerke (gab es mal von M+D als Sonderserie) angeliefert werden. Beides bringt
bunte Farbtupfer in den Güterwagenpark.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Gilpin Offline




Beiträge: 1.455

15.12.2019 22:49
#12 Bahnhofsnahe Brauerei vs. Abfüllanlage Antworten

Hallo Thomas, hallo Hartmut und andere Mitdenker,

zunächst möchte ich einen Link einwerfen, mit dem man zu praktisch jedem noch so kleinen Ort checken kann, ob es da jemals eine Brauerei gab oder noch gibt. Eigentlicher Entdecker war Boscho. Zur An- und Ablieferung an und von Brauereien verweise ich auf

Zitat von Boscho im Beitrag Brauereien mit und ohne Gleisanschluss
Im Wareneingang einer Brauerei fallen an (unvollständige Liste, Ergänzungen erwünscht):
Brennstoffe zur Beheizung der Sudpfannen
Braugetreide / Malz
Hopfen
Wasser
Leergut neu / gebraucht (Fässer / Flaschen / Bierkisten / evtl. Dosen / evtl. Kronkorken)
Etiketten, Leim
evtl. (Trocken-)Eis für Bierkeller und Kühlwagen
Brauhefe
...

Warenausgang:
Bier in verschiedenen Gefäßen (Bandbreite: Einzelflasche bis Kesselwagen)
Trester
...

Meiner Einschätzung nach kommt ein Eisenbahntransport im Wesentlichen für Brennmaterial, Leergut (neu), Eis und das fertig gebraute Bier in Frage. Hopfen als Volumengut käme eventuell noch in Betracht wenn die Brauerei in einer Region liegt, in der Hopfen nicht angebaut werden kann.

Nur zum letzten Satz eine spöttische Ergänzung: also überall fern der Holledau oder der Stadt Spalt.

Schöne Vierte Adventswoche noch,
Reiner

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

16.12.2019 18:36
#13 RE: Bahnhofsnahe Brauerei vs. Abfüllanlage Antworten

Schuur ihr Jonge und Liebhaber regionaler Braukünste

Hopfen wird auch in der Lausitz angebaut; gut zu sehen an der A4 kurz vor Görlitz...

Ansonsten werden die von Boscho aufgeführten Güter wohl mengenmässig eher im Stückgutwagen angeliefert... Für eine komplette
Wagenladung kommt da am ehesten das Leergut in allen Formen in Frage. Wenn die Brauerei das Bier in eigenen Wagen in die
weite Welt versendet, wären diese auch in erster Linie DAS Transportgefäss für die Rückführung des Leergutes...

Die Brennstoffe laufen wohl eher über den lokalen Koksdealer, also die Ladestrasse. Hopfen, Malz vielleicht zweimal im Monat
als Volumengut im Einzelwagenverkehr. Nur wie kommt es dann vom Bahnhof zur Brauerei? In Pa-Behältern

Wasser sollte die Brauerei ja hoffentlich aus dem eigenen Brunnen gewinnen können.

Mir persönlich gefällt die Anlieferung des "fertigen" Bieres in bunten Pa-Behältern zur Abfüllung immer noch am besten.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

16.12.2019 19:52
#14 RE: Bahnhofsnahe Brauerei vs. Abfüllanlage Antworten

Ihr Zwei seit im falschen Strang!

PS: Für 1 hl Bier benötigt man 3,5- 5 hl Wasser, ca. 17 kg Malz und ca. 100-150 g Hopfen, das sind umgerechnet für einen Liter ca. 170 g Malz und 1,5 g Hopfen!

Und es gab nur insgesamt 129 Bier PA-Behälter!
Uih, ich sehe gerade PA-Behälter gab es auch für Malz ...

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

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