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Dieses Thema hat 39 Antworten
und wurde 1.920 mal aufgerufen
 VI.6. Ausstattung und Detaillierung
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OOK Offline




Beiträge: 4.317

01.02.2019 15:56
Vorstädtische Häuserzeile Antworten

Die im Parallelstrang (Wald im Modell) verlinkte MOBA-Seite "Anlage des Monats", auf die ich sonst nie schaue, brachte mich natürlich dazu, die anderen Monatsanlagen des Jahres 2018 auch einmal durchzuklicken.

Auffällig viele ausländische Anlagen dabei. Auffällig viele (100%) auf Ausstellungen fotografierte Anlagen. Einige gefielen mir, eine ganz besonders, zumindest von der Detaillierung her, die des Monats Oktober:
"Ende der Welt" von Peter Goss in 00 Gauge.

http://moba-deutschland.de/anlage-des-monats-oktober-2017-2/

Konzeptionell ist sie natürlich gar nicht mein Geschmack, aber darum geht es mir hier nicht, sondern um die Darstellung der (vor)städtischen Häuserzeile. Was wir da sehen, ist so britisch wie es britischer nicht sein kann, das mag etwas zum speziellen Eindruck beitragen. Aber was ist es, was mich hier anmacht? Das wusste ich natürlich auch nicht auf Anhieb, ich musste die Bilder länger studieren.

Die ersten beiden Bilder und das letzte zeigen eben diese Häuserzeile. Welches sind da die Hingucker? Ihr braucht nicht zu suchen. Es gibt keine. Ganz gewöhnliche Häuser ohne Besonderheiten, britische halt. Und da musste ich gleich an Tony Koesters Merkspruch denken, den er mal in seiner Trains of Thought-Kolumne schrieb: "Model the ordinary, not the exceptions." Und genau deshalb muss ich hier lange hingucken, deshalb ziehen mich die Bilder in ihren Bann. Zählt mal die Menschen auf der Straße. Fast reichen die Finger einer Hand.

Auf hiesigen Anlagen gibt es auch städtische Häuserzeilen, sie sind sogar sehr beliebt. In der Regel sind es Zeilen mit Fachwerkhäusern oder aber große Gründerstilbauten. Ist das nicht auch the ordinary, weil es in Deutschland nun mal recht viele Fachwerkhäuser gibt? Waren Fachwerkhäuser einst die billigste Bauweise, gelten sie heute als Kleinode, sie werden aufwändig restauriert und schmuck bemalt. Diese besondere Schönheit ist es dann auch, was der Modellbahner sucht und anstrebt, wenn er eine Fachwerkhäuserzeile auf die Anlage stellt. Eben nicht das Alltägliche, das Gewöhnliche, sondern das Besondere, das Schmucke, das "Süße" etc.

Hier ein Bild, das ich schon mal in einem Beitrag im Bereich II.5 gezeigt habe:



Es ist leider keine Häuser-Zeile, sondern eine Gruppe, drückt aber aus, was ich meine.

Ich würde mich freuen, wenn jemand den Gegenbeweis antreten kann und ein Bild einstellen kann mit einer stinknormalen Fachwerkhäuserzeile, so alltäglich wie die britische Häuserzeile auf der Ende der Welt-Anlage.

OOK
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Fdl Triptis Offline




Beiträge: 526

01.02.2019 17:55
#2 RE: Vorstädtische Häuserzeile Antworten

Darf es auch die Rückseite einer Häuserzeile sein? Vom Bahndamm aus sieht man meistens die Rückseiten der Häuser.



Ich hatte bei diesem über 30 Jahre alten Arrangement aus Triptis I zumindest die Absicht, etwas "stinknormales" auf die Anlage zu stellen. Natürlich mit den damals verfügbaren Mitteln. Was da über den roten Teppich herausschaut ist ein Teppichklopfer, an solche Gerätschaften kann ich mich noch gut erinnern. Fachwerkhäuser waren im Ort Triptis eher selten.

Mit Gruß - Helmut

OOK Offline




Beiträge: 4.317

01.02.2019 18:22
#3 RE: Vorstädtische Häuserzeile Antworten

Genau Helmut, das ist (mit gewissen Einschränkungen beim dritten Haus) das was ich meine: ganz normal un-schmuck, alltäglich. Man wundert sich nur, dass die vielen vorbeifahrenden Dampfloks die Häuser nicht patiniert haben.
Die Teppichklopfstange ist sehr passend.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.484

01.02.2019 21:59
#4 Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Hallo Otto,

zunächst ein Beispiel für eine Häuserzeile (samt schöner modellbahnerischer Handlung) zur Unterstreichung Deiner Aussage

Zitat von OOK im Beitrag #1
Auf hiesigen Anlagen gibt es auch städtische Häuserzeilen, sie sind sogar sehr beliebt
, in diesem Fall
Zitat von OOK im Beitrag #1
große Gründerstilbauten.
Und hier beginnt mein Bedenken: ich glaub' ja gerne, dass es
Zitat von OOK im Beitrag #1
in Deutschland ... recht viele Fachwerkhäuser gibt
, bezweifle aber sehr, bedreifle also, dass typischerweise Zeilen von Fachwerkhäusern Bahntrassen säumen. Ein Beispiel ist da Bieber, der Wohnort Karl Ernst Maedels, wie in einer Ausgabe MIBA Spezial aus letzter Zeit dokumentiert (nach meiner Erinnerung). So etwas sind aber sehr späte Anwendungen der Fachwerk-Bauweise - solche Fachwerkhäuser, wie Du sie mit der Abbildung ansprichst, wurden vor der Eisenbahn gebaut und mithin nicht parallel zu ihr. Vielmehr wurden sie mehr oder minder rund um die zentrale Kirche gebaut und außen mehr oder minder kreisförmig mit einer Mauer abgeschlossen, wir hatten das auch schon. Und der Bahnhof wurde später außerhalb dieses Ortskerns gebaut und mit diesem durch die "Bahnhofstraße" verbunden. Ich meine, dass Deine Wünsche nach
Zitat von OOK im Beitrag #1
einer stinknormalen Fachwerkhäuserzeile (und einer) britische(n) Häuserzeile
einander widersprechen.

Ich will nicht sagen, dass die Anlage in II.5 keinesfalls zu retten sei - aber nicht dadurch, dass man die dortigen Fachwerkhäuser irgendwie linear anordnet.

Tja nun,
Dein Reiner

OOK Offline




Beiträge: 4.317

02.02.2019 04:10
#5 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #4
bezweifle aber sehr, bedreifle also, dass typischerweise Zeilen von Fachwerkhäusern Bahntrassen säumen.
Darum geht es (mir) auch nicht. In der verlinkten britischen Anlage ist der Straßenzug auch nicht direkt an der Bahn, sondern ein Stück abgesetzt, so weit wie es die Breite des Moduls erlaubt. Und wesentlich höher gelegen. Es geht mir um einen Straßenzug irgendwo auf der Anlage, parallel, rechtwinklig, schräg zum Bahnverlauf, egal, es geht mir um die Alltagsstraße. Leider habe ich keine eigenen Aufnahmen, da ich auf Stadtszenen bei den Ausstellungen bisher nicht so geachtet habe.

Noch zu dem in meinem ersten Beitrag eingestellten Bild. Hier eine Ausschnittsvergrößerung, leider nicht ganz scharf:



Auch hier kann man gut den Akzent auf das Besondere studieren. Der winzige Dorfplatz ist knallvoll mit Menschen, Autos und Tüdelütt. Es finden gleichzeitig eine Hochzeit (mit weißer Kutsche) und eine Beerdigung statt (mit Gartenparty nebendran) und der Drehorgelspielder begleitet das bunte Treiben auf dem Markt. Hochzeiten sind ja sehr beliebt auf deutschen Anlagen, auf amerikanischen sehe ich sie kaum, kann mich eigentlich an keine einzige erinnern. Was mag der Grund sein?

OOK
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Silbergräber Offline



Beiträge: 595

02.02.2019 07:16
#6 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Vielleicht weil die Amis in Vegas heiraten - und wer baut schon diesen Molloch mit seinem ganzen Glitzer und Hinguckern und liebevolle Details nach? So bekloppt wären doch nur die Deutschen.

Die in Rede stehende Anlage ist mir in Quedlingburg nur dahingehend positiv aufgefallen, dass dort die Spreewaldgurken von Zeuke einigermaßen zuverlässig liefen. Ansonsten habe ich sie als typische überladene Anfängeranlage abgespeichert. Die Ident-Elemente fehlen, sie könnte überall und nirgendwo angesiedelt sein.

Gilpin hat mit seinen Einlassungen recht: die gewachsenen, je nach Region identitätsstiftenden Strukturen eines Dorfes vermag man als Modellbahner allenfalls andeuten, zumal in Deutschland schon im 19. Jahrhundert erste Bürgerinitiativen dafür sorgten, dass die Eisenbahn weit vor den Toren ihres Kaffs bestenfalls einen Haltepunkt eröffnete, wenn nicht gleich im weiten Bogen umfahren wurde.

LG

Jörn

OOK Offline




Beiträge: 4.317

02.02.2019 08:33
#7 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Eigentlich schade, dass der Strang nun wieder von der eigentlichen Frage weggeleitet wird, aber ich gehe mal drauf ein:

Zitat von Silbergräber im Beitrag #6
die gewachsenen, je nach Region identitätsstiftenden Strukturen eines Dorfes vermag man als Modellbahner allenfalls andeuten, zumal in Deutschland schon im 19. Jahrhundert erste Bürgerinitiativen dafür sorgten, dass die Eisenbahn weit vor den Toren ihres Kaffs bestenfalls einen Haltepunkt eröffnete, wenn nicht gleich im weiten Bogen umfahren wurde.

Stimmt vielleicht in Einzelfall. Die generelle Linie war genau andersherum, die lokalen Bürgerinitiativen kämpften mit Klauen und Zähnen darum, dass die Bahn durch ihren Ort und nicht den Nachbarort geführt wurde. Das führt dann allerdings speziell im ländlichen Bereich oft zu der Lösung, dass die Bahn genau zwischen beiden Dörfern hindurch geführt wurde und die Station einen entsprechenden Doppelnamen bekam.

Aber jetzt zur Parallelität von Bahn und Straße. Die gabs natürlich nicht überall aber häufig genug, und gar nicht mal weit von Jörn entfernt:


Wernigerode Kirchstraße


Wieda (prototype-free-lance Vorlage für die Dorfstraße auf der BAE)Foto: Spühr

Sehr bekannt ist auch die Vorbeifahrt an den Häusern in Straßberg der Selketalbahn, finde nur gerade kein Foto.

Am Bf Nordhausen führt ein Sraße mit einseitiger hoher Bebauung direkt am Bf entlang. Hier das Bild aus HSS I (neu) S. 5 mit meiner Wenigkeit:



Ich habe diese Häuserzeile mal sehr gut nachgestaltet auf einer H0m-Anlage gesehen, vor ca. 20 Jahren auf einer Ausstellung, finde die Bilder nicht.
Die würden sehr gut zum Thema des Stranges passen.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.484

02.02.2019 13:59
#8 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Hallo Otto,

hilf mir auf die Sprünge: was ist das Thema des thread's? Eine Häuserzeile wie auf der englischen Anlage, eine Fachwerkhäuserzeile in gleicher Position, überhaupt eine Fachwerkhäuserzeile, oder die sparsame Ausstattung solcher Häuserzeilen mit HulD?

Zunächst mal habe ich gelernt bzw. in Erinnerung gerufen bekommen, dass es auch Orte in tiefen Einschnitten gibt, dass diese entlang der Bäche gewachsen sind, auch durch immer weitere Fachwerkhäuser am Ufer entlang. Die Folgerung für die Anlagenplanung: ein Ufer - das mit der Strecke - bauen, quasi vom anderen her den Betrachter schauen lassen! Und bei einer Heimanlage klappt das wunderbar, weil der Betrachter mit dem Tfz mitwandert und gar nicht auf die Häuserzeile blicken soll. Ein Betrachter einer Ausstellungsanlage hat diese Verantwortung nicht, wird vielmehr nach Durchfahrt eines Zuges stehen bleiben und auf der Anlage herumblicken und entweder etwas interessantes finden, oder weiter gehen. Und ja, selbst auf dem Vorbild-Foto (Wieda) fände er einiges, sobald der hochinteressante MAN-Triebwagen verschwunden ist: Autos, Holzstapel, Figuren... Wie lange das wohl reicht? Besonders auf einer Anlage nach Muster (Strecke ohne jedwede Betriebsstelle) der englischen Anlage "Ende der Welt" würde es schwierig, den Betrachter zu halten - aber die Anlage weist einen Unterschied zu dem Bild und mithin zur BAE auf: sie stellt eine doppelgleisige Hauptbahn dar, auf der permanent action gemacht werden kann. No need for gimmicks - keine Notwendigkeit für HulD!

Nach der Fachwerkhäuserzeile in K.E. Maedels Nachbarschaft forsche ich noch...

Schönes Wochenende noch,
Reiner

OOK Offline




Beiträge: 4.317

02.02.2019 14:32
#9 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Die längliche Antwort schenke ich mir und wiederhole lieber die geraffte, nämlich das Zitat von Tony Koester: "Model the ordinary, not the exceptions." Ansonsten verweise ich auf meine Ausführungen im Eröffnungspost.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.484

02.02.2019 17:40
#10 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Na denn.

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.921

02.02.2019 21:49
#11 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Silbergräber Offline



Beiträge: 595

02.02.2019 22:28
#12 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

diebahnkommt.net - Die Bahn kommt nicht. Auf diese Idee muss man erst mal kommen

OOK Offline




Beiträge: 4.317

03.02.2019 03:48
#13 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Hubert, der Nidda-Link ist wunderbar. Die virtuelle Umsetzung ist mir zwar noch einen Tacken zu schön, aber das Bild mit den drei Gänsen ist genau der Hingucker, weil es an Hinguckern fehlt.
Je länger ich drauf schau, desto mehr werde ich von der Dorfatmosphäre eingefangen.
In der Gegend scheint es ja üblich gewesen zu sein, an den Häusern öang zu schrammen. Bei Open Street Map habe ich z.B. Stockheim bei Nidda an der Lahn-Kinzig-Bahn gefunden:



Diese Strecke Gießen - Gelnhausen ist noch in Betrieb.

OOK
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OOK Offline




Beiträge: 4.317

03.02.2019 08:11
#14 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

Hier die Strecke Nidda - Schotten im alten Messtischblatt:

https://www.landkartenarchiv.de/vollbild...yMaps_2363_high

So richtig gut kann man da die Bahn nicht erkennen. Ich habe mal die Ortsdurchfahrt Eichelsdorf im Kartenausschnitt aus Open Railway Map ergänzt.



In Rainrod gings ähnlich zu:

OOK
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Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.921

03.02.2019 09:15
#15 RE: Eine Vorstädtische Häuserzeile in D Antworten

So ganz sicher um was es hier geht bin ich mir noch nicht.

Apropos Fachwerk und Bahnn, die Ortsdurchfahrt von Olef.

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

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