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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 44 Antworten
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 X.9. Anschluss an die Welt
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OOK Offline




Beiträge: 3.151

30.07.2008 19:42
#16 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Zitat von Michael Sterna
Was mir ohnehin bei us-amerikanischen layouts häufig auffällt (und zwar im Gegensatz zu den hier zitierten betriebsintensiven Großanlagen) ist, dass manche der Kollegen wohl noch gerne ihre Züge kreisen lassen. Bisweilen sogar sehr ungeniert ungetarnt bei ansonsten hervorragend gestalteten Anlagen. Seltsam das, wo wir doch sonst so gerne annehmen, dass 'der Ami' uns alles voraus haben sollte...


Ich möchte das gern etwas differenzierter betrachten. Ich habe zunehmend Anlagen im MR gesehen, bei denen der east staging yard und der west staging yard nebeneinander liegen, wobei es aber nur einige wenige durchgehenden Gleise gibt, der Rest sind Stumpfgleise, einige von Osten, anderen von Westen zu befahren.

Der Sinn der durchgehenden Gleise ist es, das Verkehren von richtungstypischen Zügen zu ermöglichen: leere Kohlezüge im Uhrzeigersinn, volle Kohlezüge gegen den Uhrzeigersinn. Das erspart das früher übliche restaging, also das Zurückfahren der Züge an ihren Ausgangspunkt zwischen den Betriebssessions.

Hier bei uns wären noch die Reisezüge, die mehrmals täglich in fester Reihung über den dargestellten Teil der Strecke fahren, Kandidaten für dieses System. Ob ich einen Eilzug mit vier C4, einem BC4i und einem Pw4 in mühsam erreichbaren Schattenbahnhofskehrschleifen wende und wieder zurückschicke und das Ganze dann von vorn oder aber zwei gleiche Garnituren im Gegensinn kreisen lasse, macht im sichtbaren Effekt keinen Unterschied. Ich vermute nur, dass für die zweite Variante weniger unterirdisches Gedöns nötig ist.

Ich persönlich halte die Methode, die fiddle Yards nebeneinander zu legen, also praktisch zusammenzufassen, im Prinzip für gut, aber nur für orthodoxe point-to-Pointer. Wer da nicht sicher in seinem Glauben ist, wird irgendwann , die Züge "einfach nur so" fahren zu lassen. Wie sagte doch ein Philosoph: Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

ow Offline




Beiträge: 231

02.04.2014 21:44
#17 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Zitat von absolute_Null im Beitrag RE: Wieviel Gleise soll/muss ein Schattenbahnhof haben

warum braucht man überhaupt einen Schattenbahnhof?
Warum muss ein Schattenbahnhof viele Gleise haben?
Vielleicht die Antwort?
Weil es langweilig wäre, wenn sich immer nur zwei Züge abwechselnd auf der Anlage bewegen würden.


Hallo,

weil die Welt außerhalb des dargestellten Bahnhofs nicht zu Ende ist , deshalb.
meint Otto (ow)

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

02.04.2014 22:24
#18 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Zitat von absolute_Null im Beitrag RE: Wieviel Gleise soll/muss ein Schattenbahnhof haben

"Weil es langweilig wäre, wenn sich immer nur zwei Züge abwechselnd auf der Anlage bewegen würden".


hallo,

langweilig w ä r e das, wenn der Zug als fester Verband betrachtet wird, der lediglich hin und her fährt (wie sämtlicher Nahverkehr in Ep.VI).

Langweilig wird es dagegen nie, wenn ein Zug auf seinem Laufweg ständig verändert wird, weil wie bei der echten Eisenbahn Verkehrsbedürfnisse zu erfüllen sind. Am Endbahnhof "verschwindet" der Zug körperlich sogar komplett, und ein neuer wird gebildet.

Daher kann auch eine Nebenbahn mit nur zwei stationierten Loks einer den ganzen Einsatz des Betreibers erfordernden Modellbahn als Vorbild dienen - weil man eben nicht nur einen Knopf zu drücken hat, und eine Fahrgeschwindigkeit einstellen muß - und dann spielt der Computer mit der Anlage.



Zitat von ow im Beitrag RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken)

"weil die Welt außerhalb des dargestellten Bahnhofs nicht zu Ende ist , deshalb".


Im Gegensatz zu meinem eben gesagten stimmt das natürlich für eine Hauptbahn/hauptbahnähnliche Nebenbahn, auf der pro Tag viele Garnituren erscheinen, die irgendwo untergebrachtwerden müssen.
Ebenso klar ist, daß hierbei Zugbildungsaufgaben nicht mehr vorbildgetreu ablaufen können,


Grüße
Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

OOK Offline




Beiträge: 3.151

02.07.2015 12:53
#19 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Bin gerade mal wieder geistig sehr mit dem Thema Schattenbahnhöfe zu Gange. Dabei kam die Frage hoch, wieso Schattenbahnhöfe im Wortsinn, also verdeckt unter der eigentlichen Anlage gelegen, sich hier in Deutschland durchgesetzt haben, während die Briten, die ja traditionell über noch weniger Wohnraum verfügen als der mittlere Mitteleuropäer, ihn bis heute kaum verwenden, die Amis desgleichen. Hat jemand eine Idee dazu?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

migru Offline



Beiträge: 19

02.07.2015 17:51
#20 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Zitat von OOK im Beitrag #19
..... wieso Schattenbahnhöfe im Wortsinn, also verdeckt unter der eigentlichen Anlage gelegen, sich hier in Deutschland durchgesetzt haben, während die Briten, die ja traditionell über noch weniger Wohnraum verfügen als der mittlere Mitteleuropäer, ihn bis heute kaum verwenden, die Amis desgleichen. Hat jemand eine Idee dazu?


Ganz einfach, Otto: weil die statt Meter inch, feet und so ein Zeugsel haben.

duck und wech

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.339

02.07.2015 18:35
#21 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Ich denke die Antwort ist einfach

Zitat von OOK im Beitrag #19
Dabei kam die Frage hoch, wieso Schattenbahnhöfe im Wortsinn, also verdeckt unter der eigentlichen Anlage gelegen, sich hier in Deutschland durchgesetzt haben, während die Briten, die ja traditionell über noch weniger Wohnraum verfügen als der mittlere Mitteleuropäer, ihn bis heute kaum verwenden, die Amis desgleichen. Hat jemand eine Idee dazu?

Ein Schattenbahnhof bringt zwar mehr Anlagenfläche, aber die Zufahrt zu ihm braucht halt auch ihren Platz (z.b. der Wendel). Bei Regalanlagen ist es einfach schwierig Platz für diesen Wendel zu finden!
Bei einer deutschen "Kreisbahn" ist es wesentlich einfacher eine Abwärtsspirale zu installieren, da die nötige Anlagenbreite schon vorhanden ist!
Außerdem denkt der deutsche Modellbahner auch immer noch in Garnituren ( mein TEE, mein D-Zug, mein Güterzug, ...) Das man Züge umbildet, wenn sie die sichtbare Anlage verlassen, ist halt ziemlich neu für ihn ....

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 3.151

02.07.2015 19:45
#22 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Alles was du schreibst, Hubert, ist ohne Zweifel richtig, erklärt aber nicht alles. Ich hatte bis vor kurzem eine britische Moba-Zeitschrift im Abo. Die meisten Anlagen, die ich dort sah, waren Ovale,z.T. richtig große, wo man per Spirale in einen Sch-Bf hätte gelangen können. Stattdessen wird einfach in den hinteren Teil des Ovals ein großer undekorierter Zugspeicher (teilweise mit Fiddle-Funktion) eingerichtet. Ein Beispiel hatte ich vor einiger Zeit im UF II.5 eingestellt. Hier nochmal die Grafik dazu:

Das muss also andere Gründe haben.

OOK
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Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.339

02.07.2015 20:21
#23 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Dann gilt halt mein 3. Absatz!

Strecke scheint aber in GB nicht so das Thema zu sein.

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Helko Offline




Beiträge: 286

03.07.2015 07:45
#24 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Zitat von OOK im Beitrag #22
Das muss also andere Gründe haben.

Weitere Gründe:
- größere Kaufkraft, also mehr Züge, die "geparkt" werden müssen
- hier wird mehr "gespielt"

Noch ein paar Anmerkungen, ausser dem Hinweis auf den "ZS_seq" an anderer Stelle:
- Wendel sind eigentlich out, Rampen sind meist viel platzsparender
- Beim Fiddeln bräuchte man 2 ZS (wie voher beschrieben: Ost, West)
- beim Fiddeln müssen die Züge auch irgendwann, irgendwie, irgendwo geparkt werden, Kassetten sind bei langen Zügen nicht hilfreich
- bei entsprechender Planung kann auch in einem konventionellen Zugspeicher gefiddelt werden

Zitat von Sebastian im Beitrag #9
Northeim ist Kreuzungsbahnhof zweier zweigleisiger Hauptstrecken: einmal der Nord-Süd-Strecke Hannover - Göttingen, zum anderen der Solling- bzw. Südharzstrecken Altenbeken - Ottbergen - Northeim - Herzberg - Nordhausen... An einem Bahnhofsende sind die beiden Teilbahnhöfe verbunden, so daß auch Zugfahrten von einer Strecke auf die andere möglich sind.

Letzteres stimmt nur bedingt:



rechts unten geht es eingleisig Richtung Uslar, Karlshafen (Dreiländereck NS, NRW, HS)

VG
Helko
Videobeispiele

Gutes Design ist, wenn nichts mehr entfernt werden kann. Beispiel gefällig?
Der "."!

OOK Offline




Beiträge: 3.151

03.07.2015 17:29
#25 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Ich hatte schon tief Luft geholt, um laut "Isdoch OT" zu schnauben, bis ich auf die Idee kam, doch mal im #9 nachzulesen, weshalb Sebastian denn den Bf Northeim eingebracht hatte. Und schon dämmerte es mir. Er dachte sich die Sache wohl so:

Vom ganzen komplexen Bf wird nur der Nordhäuser Teil auf der Anlage dargestellt. Das rot markierte Gleis dient als Zufahrt zum F-Y, der den Rest des Bf darstellt.
Das ist eine Funktion des Zugspeichers, die ich bislang noch nicht auf dem Schirm hatte.
an Helko für das Hochholen des Posts #9.

OOK
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Gilpin Online




Beiträge: 515

03.07.2015 20:37
#26 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Hallo Alle,

schade, dass ich diesen Thread nicht auf dem Bildschirm hatte, als ich an anderer Stelle (Reihung der Nahgüterzüge und Übergaben) zur Pennsy-Anlage (Conrail Mountain Branch, MR June 2015, p. 55 f.) die Idee hatte, in Lock Haven nur die Sortiergleise darzustellen. Genau so wie hier über Northeim nachgedacht wird, so habe ich es gemeint.

Inzwischen habe ich natürlich den sehr aufschlussreichen Beitrag #9 (und die hochinteressant illustriertenen #24 und 25) gelesen, und einige der Beispiele der gut halbierbaren Bahnhöfe kenne ich auch: Lüneburg habe ich hier selbst schon mal mit einem Foto dokumentiert. In Wolff, Deutsche Klein- und Privatbahnen, Bd. 10: Niedersachsen 2 findet sich auf Seite 323 eine Streckenskizze Lüneburg-Soltau und auf der nächsten Seite eine Prinzipskizze zu Lüneburg Süd. Genau die gleiche Situation: Will man den Anschluss dieser Strecke an die weite Welt darstellen, bietet sich Lüneburg an – reduziert auf den Bhf. Süd. (Wer den Wolff nicht griffbereit hat, der möge die OpenRailwayMap aufrufen und "Lüneburg" eingeben.) - Und natürlich ist zum Thema "Tegernsee" der Holzkirchner Flügelbahnhof des Münchner Hbf. einen (flüchtigen) Gedanken wert. Zusätzliche Beispiele kommen einem da sofort: Wernigerode ohne bzw. stark reduzierten Normalspurteil...

Und doch werde ich einen zuwiderlaufenden Gedanken nicht los: wenn wir das so machen, bleibt die Struktur und Atmosphäre der Bahnhöfe erhalten? Sind Northeim und Lüneburg noch unmittelbar erkennbar, wenn wir so viel weglassen? Would we still cover the essence of Lock Haven?

Grüße erstmal,
Gilpin

OOK Offline




Beiträge: 3.151

03.07.2015 20:55
#27 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Ich bin während des Studiums (in Göttingen) regelmäßig in Northeim umgestiegen, in den Zug nach Walkenried (Nordhausen war damals in der DDR). Merkwürdigerweise habe ich nur von dem betreffenden Bahnhofsteil nennenswerte Erinnerungen, möglichweise weil ich in Richtung Heimat länger auf den Anschluss warten musste als in der Richtung Göttingen. Und deshalb hätte ich auch überhaupt kein Problem damit, nur diesen Bahnhofsteil auf der Anlage zu haben.
Aber auch wenn man derartige Bezüge und Erinnerungen nicht hat, würde ich das von Gilpin benannte Problem nicht zu hoch hängen. Es gibt Leute, die nur das BW eines Großbahnhofs nachbilden und den Bahnhof selber durch ein- bis zwei Stummel ins Off darstellen. Geht auch.
Natürlich kann ich das Flair des Münchner Hauptbahnhofes nicht darstellen, wenn ich nur zwei Bahnsteige mit zugehörigen Gleisen habe. Aber den Holzkirchener Bf für sich allein, da könnte das schon klappen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.339

03.07.2015 21:42
#28 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Muss ja nicht gleich Northeim sein!

Nehmen wir mal unser Eynach:



Pflanzen auf der Straße eine Hintergrundkulisse und kaschieren die Durchfahrt mit Hochbauten, dann sieht es von der eine Seite so aus:



die andere Seite so:



der eine Bahnhofsteil kann einfach durch einen Fiddleyard ersetzt werden!

Vieleicht unser Äquivalent zum Interchange unser amerikanischen Kollegen.

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 3.151

04.07.2015 09:15
#29 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Na klar, Eynach war der beste Kandidat für diese Idee. Und gut ausgeführt, Hubert! Und es ist natürlich aiuch die klassische interchange-Situation wie in USA. Aber wie schin mehrfach gesagt: Das ist Privatbahn und das macht deshalb kaum einer. Warum nur?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.339

04.07.2015 09:19
#30 RE: Schattenbahnhöfe (noch mehr unsortierte Gedanken) antworten

Zitat von OOK im Beitrag #29
Aber wie schon mehrfach gesagt: Das ist Privatbahn und das macht deshalb kaum einer. Warum nur?

Weil Auf einer Privatbahn kein TEE fährt! ☺ Duck und weg .....

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

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