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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 444 mal aufgerufen
 IX.1. Bücher
Silbergräber Offline



Beiträge: 459

22.12.2018 19:19
Lance Mindheim: Switching Layout antworten

Moin,

angeregt durch die Stränge über Industriestammgleise hier und in anderen Foren habe ich mir fünf Hefte von Lance Mindheim besorgt, welche ich Euch hier in den nächsten Tagen vorstellen möchte. Um es vorweg zu nehmen: wer das Blaue Buch gelesen hat und sich mit Bau und Betrieb schon mal befasst hat, wird nicht vom Hocker gerissen sein. Dennoch finde ich es interessant, wie man drüben an die Materie herangeht.

Die Serie besteht aus fünf Heften:
- How To Design A Small Switching Layout
- How To Build A Small Switching Layout
- How To Operate A Modern Era Switching Layout
- 8 Realistic Track Plans For Small Switching Layouts
- 8 Realistic Track Plans For A Spare Toom

Soweit die Einführung, ich werde die Tage das erste Heft vorstellen.

LG

Jörn

H0m ist ein Ponyhof!
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Mein Planungsthread:
"Auf schmaler Spur in den Oberharz"
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.172

23.12.2018 23:01
#2 RE: Lance Mindheim: Switching Layout antworten

Hi Alle,

sollte jemand einen appetizer (dt.: Vorglühen) brauchen: im neuen Great Model Railroads aus dem Kalmbach Media Verlag ist die Titelgeschichte einer Lance-Windheim-Anlage gewidmet! Die Story geht über zehn Seiten, und seine Theorieschnipsel geben sicher einen feinen Ausblick auf things to come von Jörn. Es geht um die Los Angeles Junction Railway, und nachdem die uns allen ganz leicht weniger bekannt ist als Santa Fe oder Union Pacific sei mir seine Charakterisierung zu benennen erlaubt: "Glamour challenged" (kaum zu übersetzen, vielleicht "schwach an Glamour"), aber wenn sie etwas habe, dann Charakter.

Yo - ich freue mich sehr auf Jörns Vorstellung der Hefte!

Schönen Vierten Advent noch,
Reiner

Silbergräber Offline



Beiträge: 459

29.12.2018 16:02
#3 How To Design A Small Switching Layout antworten

Es geht los mit dem ersten Band der Trilogie (die beiden Gleisplanhefte gehören nicht dazu, ergänzen diese aber):

How To Design A Small Switching Layout

Also eigentlich genau das, worum es im MAPuD auch geht - zumindest in den Strängen mit Industriebahnen. Lance hat seine Hefte sehr strukturiert aufgebaut, so dass auch der Unbedarfte an die Materie herangeführt wird.

Im ersten Schritt geht es um die "strategische Planung": der Leser muss sich vorab einige Fragen stellen und beantworten. Die Fragen nach familiären Hintergrund, zur Verfügung stehender Zeit, Raum und Finanzen habe ich so direkt noch nicht im deutschsprachigen Fachzeitschriften gefunden. Ein gutes Desing definiert Lance als solches, welches dem Erbauer ein Maximum an Spaß (enjoyment) in den jeweiligen Umständen bietet. Klingt irgend wie nach Binsenweisheit, aber auch sehr amerikanisch.

Dem Aspekt der Überladung einer Anlage miss Lance soviel Bedeutung zu, dass er ihn mehrmals warnend hervorhebt. Böse Zungen könnten behaupten, dass er keinen Lecturer hatte, welcher den Entwurf vor Drucklegung gegengelesen hat, denn solche Wiederholungen findent man in den anderen How to-Büchern ebenfalls.

Nach den Grundlegen Überlegungen folgt im zweiten Schritt die Festlegung der Tiefe der Anlage: Lance empfiehlt, die Tiefe auf 40-55 cm zu begrenzen; Benutzergänge sollten 70 cm nicht unterschreiten. Hatten wir uns da nicht mal auf einen Meter geeinigt? Ok, vielleicht sind die Amerikaner ja auch schlanker als die Europäer. Wie auch immer, Lance empfiehlt, die erst die Größe festzulegen und erst dann den Gleisverlauf hierein zu planen - offenbar haben die drüben die gleichen Probleme wie wir.

Bemerkenswert finde ich die im dritten Schritt vollzogene Einteilung der Anlage in Zonen für Gleis und Bauten und in solche, welche ausschließlich der Landschaft (mindestens 1/3) vorbehalten sind.

Jetzt geht es ans Eingemachte: im vierten Schritt muss sich der engehende Industriebahner fragen, welche Vorlieben er hat. Soll das Wagenschubsen = Betrieb im Vorderund stehen, oder die Industriebauten? Selbstgeschnitzt oder aus der Packung? Lance betrachtet dann die unterschiedlichen Gleisanschlüsse und arbeitet heraus, dass ein Anschließer mehrere Ladestellen haben kann. Für die Industriebahn in den eigenen vier Wänden eigenen sich platzsparende Indsutrien (Laderampen, Lagershuppen, Brennstoffhandel, Schrottplätze...) besser wie weitläufige Industrien wie Stahlwerk oder Papierfabrik; diese können allenfalls als "versteckte Industrien" angedeutet werden. Lance verspricht sich durch kleinen Betriebe, mehr Raum für die Landschaftszonen zu erhalten. Dem kann man nicht wiedersprechen.

Schließlich werden im fünften Schritt die Industrien klassifiziert in solche, welche am Vorderegrund der Anlage platziert werden können und solche, die eher an die Hintergrundkulisse gehören. Das ist pfiffig und auch einleuchtend - vor allem, wenn man mit dem PAN arbeitet.

Nachdem alle Zonen definiert udn Anschließer platziert sind, geht es in Schritt sechs an die Geise. Auch hier wieder grundlegendes: kurze Weichen helfen, Platz zu sparen. Bei den Mindestradien wird unterschieden, wie lang die Wagen sind: < 60 ft: 60 cm, darüber 70 cm. Weiter geht es in Schritt sieben mit den Bahnhöfen: bei vielen Industriebahnentwürfen von drüben fällt auf, dass es nur eine, vielfach keine möglichkeit gibt, den Zug zu umlaufen. Vielfach findet man an mindestens einem Ende der Anlage eine Gleisharfe ähnlich dem FY Braunlage der BAE.

Im achten Schritt wird dann das Stammgleis verlegt, und im neuten Schritt die daraus abzweigenden Anschlussgleise. Hier habe ich endlich die Erleuchtung bekommen, WARUM man nicht immer Umsetzgleie findet: wenn alle Anschließer in die gleiche Richtung abzweigen, dann braucht man nämlich gar keins. Auf die Idee, alle Anschlussgleise derart zu verlegen, wäre ich im Traume nicht drauf gekommen.

Wir sind am Ende: Am Ende hat Lance auf einem L von 3 x 3 m und eine Tiefe von 45 cm eine kleine, aber feine Indsutriebahn designt, mit einer Gleisharfe auf dem einen Schenkel, etwas Landschaft im Ecke und einem Industriegebiet mit 8 Ladestellen und Umfahrgleis (sic!) auf dem anderen Schenkel. Zwei alternative Pläne befinden sich im Anhang. Abschließend werden noch einige "Spielregeln" erläutert, welche das Spielen aufwerten, mit dabei sind bemerkenswerte Aspekte wie "dem Rangierer die Zeit geben, sich zur Weiche und zu den Waggongs zu begeben", Zeit nehmen für Führerstandswechsel usw... viele Aspekte, die ich beim Wagenschubsen auf meiner N.H.E. auch schon gemacht habe - Sachen, die im Kopf des Benutzers ablaufen. Man muss halt nicht alles auf die Platte bannen.

Mein Fazit: ein bemerkenswertes Büchlein, welches dem Interessierten einen Einstieg in ein vorbildorientiertes Modellbahnhobby bietet. Auch für alte Hasen nicht zu verachten - es finden sich viele neue Anregungen.

Bis demnächst

Jörn

H0m ist ein Ponyhof!
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BerndK Offline



Beiträge: 202

30.12.2018 14:15
#4 RE: How To Design A Small Switching Layout antworten

Hallo Jörn,

besten Dank fürs ausführliche Vorstellen, hört sich sehr interessant an!

Die Fragen nach familiären Hintergrund, zur Verfügung stehender Zeit, Raum und Finanzen habe ich so direkt noch nicht im deutschsprachigen Fachzeitschriften gefunden.
Ich auch nicht, das scheint mir im deutschsprachigen Raum ein Tabuthema oder wenigstens ein sehr schwieriges. Dabei halte ich es für überlebenswichtig für dieses Hobby. Schön, daß es in diesem Fall erkannt und kommuniziert wird.

Viele Grüße
Bernd

hidde Offline



Beiträge: 7

01.01.2019 21:35
#5 RE: How To Design A Small Switching Layout antworten

Abend,

auch die website von Lance Mindheim ist zu empfehlen: https://lancemindheim.com/
dort gibts auch interessante Sachen zu entdecken

Hidde

hidde Offline



Beiträge: 7

01.01.2019 21:37
#6 RE: How To Design A Small Switching Layout antworten

Ich war diese noch vergessen: https://shelflayouts.com/
Lance Mindheim has zwei Internetseiten

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