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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 573 mal aufgerufen
 III.4. Die dritte Dimension
HFy Offline



Beiträge: 459

24.05.2008 12:55
3.3 - Anlagengrundformen: der Doppeldecker antworten

Doppeldecker:
Eine Doppeldecker-Anlage verdoppelt nicht unbedingt die Anlagenfläche gegenüber einer mit nur einer Ebene, da z.B. die Gangbreiten u.U.größer sein müssen, weil mehr Personal unterwegs ist. Beim klassischen „Mushroom“ besteht dieses Problem nicht in demselben Maße, aber für diese Anlagenform werden große und vor allem hohe Räume gebraucht (Daumenpeilung: Schmalseite mindestens 4 m breit und Höhe 2,5 m).
Bahnhöfe sollten nicht übereinander angeordnet werden, aber oft geht es nicht anders. Dann sollten wenigstens die Bedienelemente bzw (bei Handbetrieb) größerer Weichenansammlungen nicht übereinander liegen.
Die obere Ebene bietet meistens wenig Möglichkeiten zur Landschaftsgestaltung unterhalb des Gleises.
Da in die obere Ebene die Beleuchtung der unteren integriert werden muß, erhält ihr Unterbau eine bestimmte Minddestdicke. Damit der untere Ebene nicht „der Himmel auf den Kopf fällt“, ist ein bestrimmter Mindestabstand nötig. Damit liegen die beiden Ebenen aber am unteren bzw. oberen Rand sinnvoller Anlagenhöhen. Insofern ist die klassische Doppeldeckeranlage nach Beispiel der Ohio Southern von J.D. Hediger oder der RSN von Thomas Hach für die Nachbildung eigentlicher Gebirgsbahnen weniger geeignet.
Vor allem ist es nötig, den Höhenunterschied zu überwinden. Das klassische Mittel ist eine verborgene Gleiswendel. Diese hat allerdings eine Reihe von Nachteilen:
- es handelt sich um eine lange, nicht einsehbare Fahrstrecke
- sie beansprucht relativ viel Platz (sie kann nicht beliebig klein sein, weil Mindestradien und Höchststeigungen eingehalten werden müssen)
- sie in der Regel die längste Strecke zwischen zwei Bahnhöfen einer Doppeldeckeranlage. Es besteht ein erhebliches Mißverhältnis zu den übrigen Bahnhofsabständen mit unangenehmen Folgen für den Fahrplan
- sie hat meist einen höheren Widerstand (Steigung und Kurve) als der Rest der Anlage. Hediger hat daher vor seiner Wendel eine kurze Steigung eingebaut - Züge, die hier nicht liegenbleiben, schaffen auch die Wendel
Die Länge der erforderlichen Rampenstrecke ist ganz erheblich: Um einen Höhenunterschied von 40 cm zu überwinden, braucht man bei 2,5% (Schiefe Ebene) 16 m, bei 3,3% (Brockenbahn) 12 m, bei 4% (Reichenhall-Berchtesgaden 10 m, bei 5,5% (Höllentalbahn) 7,2 m und bei 7% (Berninabahn) 5,2 m. Übrigens haben H0-Schlepptenderloks mit Tenderantrieb bei 2,5 % Steigung und 60 cm Radius schon einige Mühe, und als zwei Fleischmann-V-200 einen Zug aus 19 OOtm durch eine entsprechende Wendel ziehen sollten, warf eine davon das Ritzel von der Motorwelle.
Eine offene Rampe wäre natürlich vorzuziehen, aber dafür wird oft kein Platz sein. Kombinationslösungen aus Rampe und Wendel bieten sich eher an, brauchen aber auch realtiv viel Platz.
Ein Zughebewerk à la Thomas Hach hat den Nachteil, daß die Zuglänge dabei festgelegt ist, und zwar auf den Zentimeter genau. Für die lange Fahrt im Dunkel gilt daselbe wie oben.

OOK Offline




Beiträge: 3.463

05.07.2008 10:30
#2 RE: 3.3 - Anlagengrundformen: der Doppeldecker antworten

Zitat von HFy
Um einen Höhenunterschied von 40 cm zu überwinden, braucht man bei 2,5% (Schiefe Ebene) 16 m, bei 3,3% (Brockenbahn) 12 m, bei 4% (Reichenhall-Berchtesgaden 10 m, bei 5,5% (Höllentalbahn) 7,2 m und bei 7% (Berninabahn) 5,2 m.

Das sind mal wichtige Grunddaten, die zu kennen immer gut ist. Sie sind mal ein eigenes Thema wert, auch direkt im e-book. Werde das mal in Angriff nehmen. Jedenfalls erstmal danke für die Information.

Ein Freund der Doppeldecker bin ich auch nicht, sonst hätte ich die BAE III ja so entworfen. Bei der BAE II wäre das sogar noch sinnvoller gewesen, denn der Raum war extrem hoch.

Es gibt übrigens noch eine andere Variante, die Höhendifferenz zwischen den Ebenen zu überwinden als Paternoster und Wendel (OT: Heißt es nun eigentlich der oder die Wendel?): Man lässt die gesamte Strecke in eine Richtung langsam aber stetig steigen. Wenn man einmal rings herum ist, hat man soviel Höhe gewonnen, dass man in ausreichendem Abstand über der Ursprungsstelle ankommt. Bei der BEA I war das im Kleinen der Fall. Das kann man aber auch bei großen Anlagen machen und braucht dann weniger starke Steigungen. Eine solche Anlage hat keine(n) Wendel, sie ist eine(r).

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 459

05.07.2008 12:15
#3 RE: 3.3 - Anlagengrundformen: der Doppeldecker antworten
Zitat von OOK
Es gibt übrigens noch eine andere Variante, die Höhendifferenz zwischen den Ebenen zu überwinden als Paternoster und Wendel (OT: Heißt es nun eigentlich der oder die Wendel?): Man lässt die gesamte Strecke in eine Richtung langsam aber stetig steigen. Wenn man einmal rings herum ist, hat man soviel Höhe gewonnen, dass man in ausreichendem Abstand über der Ursprungsstelle ankommt. Bei der BEA I war das im Kleinen der Fall. Das kann man aber auch bei großen Anlagen machen und braucht dann weniger starke Steigungen. Eine solche Anlage hat keine(n) Wendel, sie ist eine(r).

So ist das z.B. beim klassischen "mushroom". Dafür werden aber eher große Räume gebraucht, sowohl in der Länge als auch in der Breite.

Herbert

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