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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 3.088 mal aufgerufen
 III.3. Konkrete Konzeptionen - von Forumsmitgliedern eingebracht
Seiten 1 | 2
freelancer Offline



Beiträge: 13

31.05.2020 21:20
#16 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten

Hallo liebe Anlagenplaner,

lange ist es her, dass ich begonnen habe, hier über die Schaumburger Kleinbahn zu berichten. Und lange gab es auch nicht viel Neues dazu zu vermelden. Auch wenn ich weiterhin an der Konzeption feile.

Neu ist auf jeden Fall nun aber, dass ich hochauflösende Abbildungen der Messtischblätter von Stadthagen und Rehburg auf dem Stand von 1954 bekommen habe. Damit lässt sich natürlich viel besser nachvollziehen, wie die Bahn trassiert worden sein dürfte. Auf dieser Basis habe ich nun mal eine deutlich exaktere Zeichnung der Variante (b) aus meinem vorletzten Beitrag angefertigt. Berücksichtigt wurden dabei, welche Ortsteile und Gebäude beim Bahnbau bereits existierten, wie Wege, Grundstücks- und Gemarkungsgrenzen verliefen, welche Steigungen realistisch sind und wo Anschließer platziert sein müssten. Der Mindestradius auf der Strecke außerhalb von Gleisanschlüssen beträgt 100 Meter. Außerhalb meiner kleinen Geschichte also: Wenn man die Bahn gebaut hätte, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sie ungefähr so ausgesehen hätte. Nur die Ziegelei Pape habe ich hier jetzt links liegen gelassen. Gegebenenfalls haben die auch einfach per Karren ihre Produkte zum Bahnhof gefahren. Das ist in den 1950ern sicher nicht mehr rentabel, kommt aber womöglich gelegentlich noch vor.



Dazu habe ich im Übrigen gelesen, dass tatsächlich nach dem 1. Weltkrieg Verhandlungen darüber geführt wurden, eine Bahn von Stadthagen über den Hafen und die Stadt Sachsenhagen nach Steinhude zu bauen. Der Rat von Sachssenhagen hatte bereits 300.000 Mark dafür bewilligt. Gescheitet ist in der Realität das Vorhaben wohl daran, dass die umliegenden Gemeinden sich nicht beteiligen wollten. Quelle: Heinrich Munk: Sachsenhagen. Burg - Flecken - Stadt. ISBN 978-3870850951.

Wäre diese Bahn gebaut worden, dann wäre sie wohl in Meterspur ausgeführt worden und die Trassierung hätte so wie oben gezeigt aussehen können. Auhagen wäre dann kein Endbahnhof geworden, sondern die Strecke hätte den Ort komplett durchquert und wäre in Hagenburg auf die Steinhuder-Meer-Bahn getroffen. Die Anschlüsse der Bergwerke wären höchstwahrscheinlich in dieser Weise ebenfalls in den 1950ern gebaut worden und der Hafen wäre Umschlagplatz für Kohle und Kali geworden. Mit dem derzeitigen Aufschwung von 0m könnte ich glatt Lust bekommen, genau diese Bahn im Modell zu verwirklichen. Aber bisher ist mir 0e noch lieber.

Was ich sonst noch herausgefunden habe:

- Die Fabrik in Stadthagen war die Drahtnagel- und Metallwarenfabrik "P. A. Rentrop".
- Die Molkerei Heine in Nordsehl hatte ein kurzes Ladegleis, was in Richtung Stadthagen angeschlossen war.
- Das Gut in Lauenhagen hatte einen Gleisanschluss, ebenso die Bautischlerei und -schlosserei Heinrich (?) Meier. Beide zweigten direkt vom Bahnhof Lauenhagen ab.
- Gottlieb Bergmeier hatte in Hülshagen einen Kolonialwarenladen. Er übernahm im Ort die Agenturaufgaben für die Kleinbahn und baute an sein Haus sogar einen kleinen Schuppen an, um Stückgut zwischen zu lagern.
- Der Mühlenbetrieb Friedrich Korte in Niedernholz/Nienbrügge betrieb als zusätzliches Standbein auch noch einen Kohlen- und Baustoffhandel. Das Kohlenlager befand sich aus Platzgründen direkt beim Bahnhof Hülshagen. Die Firma gibt es noch. Sie hat heute ihren Sitz auf dem ehemaligen Schachtgelände in Lüdersfeld. In Wirklichkeit wurde zwar der Mühlenbetrieb schon 1945 aufgegeben, aber ich denke, in meiner Phantasie darf ich das Datum auf 1960 verschieben.
- In Auhagen waren die größten Güterkunden (außer dem Bergwerk) sicherlich die Dampfsägerei Hermann Pieper (heute Sägewerk Alder) und der Viehhändler Heinrich Meier (noch einer - wahrscheinlich nicht der derselbe wie H. Meier aus Lauenhagen).

Zur Klärung: Alle diese Personen und Unternehmen gab bzw. gibt es wirklich. Sie sind im Telefonbuch von 1950 verzeichnet. Nur die Tatsachen mit Bezug zur Kleinbahn sind frei erfunden. Einige weitere Kunden habe ich dabei auch noch herausfinden können. Wer davon einen eigenen Gleisanschluss besaß oder zumindest einen festen Bereich an der einen oder anderen Ladestraße, muss ich noch recherchieren.

Wie ihr seht, versuche ich zumindest soweit es irgendwie möglich ist, das Original zu konzipieren. Daraus kann ich mir dann Vorbilder für Modelle aussuchen. Der Vorteil dabei ist, dass ich das Original durchaus anpassen kann, wenn es mir nicht gefällt. Aber ich möchte dabei größtmöglichen Realismus wahren. Und zum Beispiel den Transportbedarf danach ermitteln, was wirklich wirtschaftlich im nordöstlichen Schaumburg Mitte der 1950er Sache war. Und die Bahnhöfe planen, so wie sie bei einer solchen Kleinbahn vermutlich gebaut worden sowie eventuell sich über die Zeit entwickelt hätten (was nicht so furchtbar viel sein dürfte).

Kommentare, Fragen und Gegenvorschläge sind wie bisher jederzeit willkommen.

Viele Grüße,

euer (prototype)-freelancer

OOK Offline




Beiträge: 4.311

01.06.2020 11:38
#17 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten

Hallo NN*
Der Anfang deines Stranges von vor fünf Jharen versprach schon interessant zu werden,jetzt kommst du wieder und gehst erneut mit Akkuratesse und System an die Konzeption. Toll. 'Willkommen zurück' sagt man heute.
Ich fänd's allerdings nett, wenn du mit deinem Namen unterschreiben würdest, da dein Nick nicht für eine Anrede geeignet ist.
Schöne Restpfingsten

Otto





------------------
*lat. nomen nescio = den Namern weiß ich nicht

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.472

01.06.2020 11:55
#18 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten

Hi NN (ich kenn's als Nomen Nominandum),

mir gefallen ganz besonders zwei Deiner Forschungsmethoden: das Nachfahren der Strecke, um örtliche Besonderheiten zu fotografieren, und das zeitgenössische Telefonbuch. (Letztere zu finden erweist sich als nicht ganz einfach.)

Ansonsten - versuch' Dich doch mal an einem Broccoli plus ZOFF - wenn im Home Office mal die Arbeit ausgeht...

Schönen Rest-Feiertag noch,
Gilpin

freelancer Offline



Beiträge: 13

02.06.2020 21:17
#19 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten

Lieber Otto, lieber Gilpin, liebe Anlagenplaner,

erst einmal vielen Dank für die netten Worte. Da melde ich mich gerne zurück. Auch wenn ich gedanklich von dem Projekt "Schaumburger Kleinbahn" gar nicht weg war. Aber so ist das mit meinen Hobbies: Ich habe einfach zu viele davon und gönne es mir, genau dann mit etwas weiter zu machen, wenn ich gerade wieder dazu Lust habe. Früher oder später passiert das auf jeden Fall. Und momentan bin ich gerade wieder sehr motiviert, hiermit weiter zu machen.

Nur leider kann ich gerade nicht hinfahren und noch weitere Fotos schießen. Da ich mittlerweile ein paar hundert Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt wohne, wäre das eine größere Reise, auf die ich wohl noch etwas warten muss. Grundsätzlich halte ich es aber für kaum ersetzbar, sich das Vorbild für eine Modellbahn aus der Nähe anzusehen - selbst wenn es nur ein ausgedachtes ist. Denn Kartenmaterial und Fotos sind zwar hilfreich, aber ich schaue mir z.B. die Geländeform lieber im Original an, als dass ich Höhenlinien deute. Da sieht man doch einiges mehr als aus der Ferne.

Aber jetzt nehme ich erstmal Vorlieb mit Büchern, Karten und Satellitenbildern. Das ist zumindest ein probates Mittel, um Details über die Aufgaben der Bahn herauszuarbeiten. Mir schwebt nämlich vor, wie oben schon angedeutet, die potenziellen Kunden der Bahn zu ermitteln und darauf aufbauend Transportbedarfe zu berechnen. Wenn ich weiß, welche für die Bahn relevanten Warenflüsse es gibt, dann kann ich auch einen sinnvollen Betrieb ausarbeiten und irgendwann mal durchführen. Meine Gedanken dazu möchte ich gern mit euch teilen und diskutieren.

Eine fantastische Quelle dafür sind in der Tat zeitgenössische Telefon- und Branchenbücher (wenn man viel Glück hat, findet man die sogar online). Auch Werbeanzeigen können aufschlussreich sein. Und natürlich Dorfchroniken. Ich habe für Lauenhagen, Hülshagen und Nienbrügge dafür ebenfalls eine Onlinequelle gefunden: F. Kölling: Aus der Geschichte des Kirchspiels Lauenhagen. Ein Heimatbuch für die Dörfer Lauenhagen, Hülshagen und Nienbrügge. 1989. Das e-book ist Gold wert, wenn es darum geht, Güterkunden für die Bahn zu identifizieren. Deshalb lasst uns mal einen genaueren Blick auf die Streckenmitte werfen.



Ich beginne mal mit Lauenhagen, weil ich damit bisher am weitesten bin. Wie schon erwähnt berührt die Strecke den Ort nördlich des ursprünglichen Ortskerns, da die Kurven um die Kirche für eine Ortsdurchfahrt zu eng sind. Der Bahnhof liegt in der Kurve, die die Strecke richtung Nordosten nimmt, nach der sie dann doch noch eine kleine Durchfahrt durch den neueren Teil des Dorfes nimmt und dann östlich Richtung Hülshagen der Straße folgt. Dadurch lässt sich eine Querung des Hülsebaches vermeiden und es geht kaum landwirtschaftliche Fläche verloren. Das Schöne ist, dass tatsächlich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof diverse Betriebe ansässig waren. Hier zunächst die Übersicht:

1. H. Fr. W. "Fritz" Brandt, Kohlenhandel
2. Heinrich Bolte, Autoschlosserei (zwar 1954 nach Stadthagen umgezogen, aber da will ich mal nicht so sein)
3. Heinr. Friedrich Gottl. Gerland, Landhandel, Geflügel- und Schweinemastbetrieb
4. Heinr. Fr. Wilhelm Bövers, Landhandel
5. Heinrich Meier, Bautischlerei / -schlosserei
6. Heinrich Heidorn, Schmiede
7. Fürstliche Domäne Lauenhagen (= das Gut)

Zu 1) Der Kohlenhändler bekommt seine Ware definitiv mit der Bahn geliefert. Das Haus ist in Wirklichkeit nur etwa 150 Meter von der angedachten Position des Bahnhofs entfernt. Man könnte hier sogar ein Anschlussgleis vorsehen. Ansonsten kann er auch einfach einen Lagerplatz an der Ladestraße haben.

Zu 2) Der Autoschlosser bekommt zumindest häufiger mal Teile angeliefert. Da lässt sich an der Ladestraße durchaus mal der eine oder andere Motor umschlagen.

Zu 3) Der Landhändler Gerland ist sicher einer der größten Kunden am Ort. Wir haben hier schon 1905 eine Gänsemast von 2000-3000 Tieren. Zusätzlich kommen noch Schweine und der Vertrieb von Futtermitteln, Dünger und Saatgut. Ich denke, dass man hier auf jeden Fall einige Wagenladungen pro Woche vorsehen darf (ich habe mal kurz recherchiert und komme zu dem Schluss, dass allein die Gänse pro Woche mindestens eine Wagenladung an Futter vertilgen. Das Futter stammt zwar natürlich vornehmlich von den umliegenden Bauern, wird aber sicher auch aus anderen Dörfern und ggf. über weitere Strecken geliefert. Dazu kommen Ladungen lebender Tiere. Wir brauchen also zumindest eine (bewegliche) Rampe für die Schweine. Da der Gerlandsche Hof nicht unmittelbar am Bahnhof liegt, hat er keinen eigenen Anschluss. Aber sicher einen festen Bereich und eventuell Lagerplätze an der Ladestraße.

Zu 4) Der Landhandel Bövers dagegen ist eine etwas kleinere Hausnummer, trägt aber immerhin ebenfalls zum Transportvolumen bei. Hier werden ebenfalls Futter, Dünger und Saatgut sowie die eine oder andere Landmaschine transportiert.

Zu 5) Die Tischlerei Meier wiederum erhält Holz, Glas sowie Polstermaterial und versendet fertige Möbel. Besonders spezialisiert hat man sich auf Fenster und Türen. Das Holz könnte vom Sägewerk in Auhagen kommen. Auch wenn der heutige Firmensitz auf der anderen Hülseseite liegt, war bis 1953/54 die Firma tatsächlich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs ansässig. Das schreit nach einem Ladegleis.

Zu 6) Der Schmied ist sicher eher kein Großkunde. Aber Eisen ist schwer und damit vorteilhaft per Bahn zu transportieren. Da wird sicher gelegentlich mal ein Wagen an der Ladestraße auftauchen.

Zu 7) Bleibt noch das Gut. Hier handelt es sich vermutlich um einen Großbauernhof mit entsprechendem Produktionsvolumen. Zusätzlich gibt es dort noch seit 1732 die Brennerei, die den Original "Lauenhäger Spezial-Brand" und "Lauenhäger Alter Korn" produziert und abfüllt. Da kommt Hochprozentiges auf die Schiene. Und auch wenn das Getreide wohl aus eigener Produktion stammt, braucht der Brennprozess ja eine Menge Energie. Das dürfte dem Kohlenhändler ein regelmäßiges Einkommen bescheren. Einen Gleisanschluss muss das Gut selbst natürlich auch bekommen. Da sich die Gebäude ebenfalls auf der anderen Bachseite befanden, wäre hier doch noch eine Brücke nötig. Oder es wird einfach ein Lagerschuppen am Bahnhof errichtet und ein eigenes Ladegleis gelegt. Das würde immer noch ermöglichen, zur Erntezeit auch mehrere Wagen nur für das Gut bereitzustellen. Vom Gut ist heute übrigens fast nichts mehr übrig. Nachdem 1976 ein Brand die Scheune zerstörte, wurde ein Großteil des Geländes in ein Baugebiet umgewandelt und neu bebaut.

Ich denke, in Lauenhagen gibt es genug Kundschaft, dass dort nicht nur ein Bahnhof gerechtfertigt ist, sondern auch einiges an Betrieb anfallen wird. Und ich habe mich mal hingesetzt und ausgehend von den vorstehenden Überlegungen einen Entwurf für den Gleisplan gezeichnet, den ich euch nicht vorenthalten will.



Nach Westen geht es in Richtung Nordsehl und Stadthagen. Nach Nordosten in Richtung Hülshagen und Auhagen. Der Bahnhof hat ein beidseitig angeschlossenes Freiladegleis (ggf. mit Rampe). Zugkreuzungen sind hier nicht vorgesehen, aber die beiden Anschlussgleise erfordern gelegentlich das Umfahren des Zuges. Der eingezeichnete Bahnsteig ist nicht wirklich einer. Es ist eher eine sandige Einstiegsstelle für Reisende. Für diese gibt es eine kleine Hütte zum Unterstellen, in der auch Stückgut bereitgestellt wird (das Zugpersonal hat den Schlüssel und die Annahme vor Ort macht Kohlenhändler Brandt, dessen Haus sich oben rechts außerhalb des Planausschnitts befindet). Außerdem gibt es einen größeren Lagerplatz mit einem weiteren Schuppen. Der könnte dem Landhändler Gerland gehören, zu dessen Hof in nördlicher Richtung der Feldweg am westlichen Bahnhofsausgang führt. Das Nordostende des Bahnhofs wird gesäumt von Kleingärten und das Ladegleis an diesem Bahnhofsende ist das von Tischler Meier. Das Ladegleis im Südwesten ist das der fürstlichen Domäne. Dort, wo der Schuppen steht, ist heute eine Verfärbung auf dem Satellitenbild zu sehen. Vielleicht ist es ein Haufen Silage, aber vielleicht sind es auch die Fundamente des Schuppens. Man könnte sicher das Gleis auch in öslicher Richtung über die Hülse führen - das Gebäude im Plan unten rechts dürfte die 1976 abgebrannte Scheune sein. Aber bislang gefällt mir dieser Entwurf ganz gut.

Was allerdings meint ihr dazu? Habe ich irgendwas wichtiges übersehen? Würdet ihr euch die Gleisanschlüsse oder den Bahnhof anders vorstellen? Und wie würdet ihr den Transportbedarf auf der Basis dieser Eckdaten ermitteln? Was ist beispielsweise der Pro-Kopf-Bedarf an Kohle in den 1950er Jahren? Welche Ladungen würdet ihr noch für die einzelnen Kunden vorsehen?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

Viele Grüße,

Ole

Erzgebirgsnebenbahner Offline



Beiträge: 27

03.06.2020 16:28
#20 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten



Hier mal die Umladung in einem Sommermonat in den 1950ern bei der Schmalspurbahn Mulda-Sayda im Erzgebirge. Die Kartoffelernte hat noch nicht begonnen. Rollwagenverkehr gab es keinen, zahlreiche Tischler/Möbelschreiner waren in der Umgebung angesiedelt. Vor allem Stühle waren ein häufiges Transportgut. Binnenverkehr (ist eh zu vernachlässigen) und Stückgut sind bei der Umladung nicht dabei.

Auf der Strecke gab es 3 Zwischenstationen in der Größe von Hülshagen und den Endbahnhof. Den Endbahnhof würde ich vom Verkehrsaufkommen auf etwa das doppelte bis dreifache der Zwischenstation schätzen, daher der Einfachheit halber kann man die Angaben durch 5,5 teilen und erhält etwa den Güterverkehr eines Bahnhofs in der Größe von Hülshagen.

Die Tischlerei versendet 2 Wagen und wird nicht wesentlich mehr empfangen. Zumal bei meinem Vorbild zahlreiche Betriebe für des Möbelumschlag gesorgt haben. Rechtfertigt eigentlich nicht wirklich ein Anschlussgleis. Der Versand wird über viel Stückgut laufen.

Bau- und Brennstoffe machen etwa 25 Wagen pro Monat. Der Kohlenhändler dürfte ein eigenes Anschlussgleis oder mindestens einen Lagerplatz besessen haben. Vielleicht handelt er nebenbei auch mit Baustoffen oder der Landhandel vertreibt Baumaterial.

Die Schmiede wird ihre Ware eher bei Stückgut erhalten haben, so groß ist der Verbrauch an Schmiedeeisen nicht. Mit Erfindung des Traktors hat der Dorfschmied seine Berechtigung verloren, gab es früher in jedem Nest eine Dorfschmiede, so gibt es heute nur noch vereinzelt Metallbaufirmen. Größer war beim Schmied eher der Empfang von Holzkohle fürs Schmiedefeuer, er dürfte aber trotzdem mit einer Wagenladung pro Monat auskommen.

Zum Gut und zur Geflügelmast muss man nichts sagen. Auch wenn in den 1950ern bestimmt schon der Güterumschlag rückläufig war, da hat der LKW sicher schon manche Transportaufgabe übernommen. Das Gut hat einen Gleisanschluss, beide Landhändler wahrscheinlich eigene Lagerschuppen an der Ladestraße. Ich würde den Schuppen vom Gut deutlich größer machen.

Die Automechaniker wird zu 99 % nur Stückgut empfangen. Ich weiß ja nicht, was du für ein Fahrzeug fährst, aber Austauschmotoren wurden auch früher nicht so häufig eingebaut.

Was fehlt ist ein Güterschuppen, der Autohändler, die Tischlerei, die Landhändler, die Gastwirte und das Gut versenden/empfangen sehr regelmäßig Stückgut. Seien es nun Ersatzteile, Fenster+Türen, Eisenwaren, Kleingeräte oder Zusatzstoffe (für die Brennerei, Farben/Lacke, ...).

OOK Offline




Beiträge: 4.311

04.06.2020 10:50
#21 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten

Hallo Ole,
schön, dass du immer noch dran bist, wenn auch aus der Ferne. Ich brauche ja auch zweieinhalb Autostunden zu meinen Vorbildern.

Du fragst am Schluss: "Was allerdings meint ihr dazu? Habe ich irgendwas wichtiges übersehen? Würdet ihr euch die Gleisanschlüsse oder den Bahnhof anders vorstellen? Und wie würdet ihr den Transportbedarf auf der Basis dieser Eckdaten ermitteln? Was ist beispielsweise der Pro-Kopf-Bedarf an Kohle in den 1950er Jahren? Welche Ladungen würdet ihr noch für die einzelnen Kunden vorsehen?"

Mit diesen Fragen begibst du dich auf redundantes Gelände. Bahnhofsgleispläne sind schon hundertfach in diesem Forum und tausenfach in anderen Foren entwickelt, verworfen, optimiert usw. worden. Da kommen dann diese typischen Beiträge wie "Ich würde die Weiche für die Ladestraße etwas weiter nach links schieben" und so ähnlich. Je ausführlicher solche Diskussion läuft, desto weiter weg rückt die Realisierung und ich behaupte, dass die meisten der ganz langen Baahnhofplanungen überhaupt nie ausgeführt wurden.

Du weißt doch, welche Anschließer und Kunden du in einem bestimmten Bahnhof haben willst und wie üppig der Gleisplan von der Gesamtstruktur der Bahn her sein soll. Da ist es wenig zielführend, anderen Forumsmitgliedern zu überlassen, wo eine bestimmte Weiche hin soll. Mein Weg war stets: bauen, benutzen, notfalls später ändern, der ganz pragmatische Weg. Wenn du mal mein BAE-Buch liest, wird du sehen, dass ich fast alle Bahnhofsspurpläne im Laufe des Baus oder später im Betrieb geändert habe, teilweise mehrfach. Da könnte man sagen: "Und so einer betreibt ein Anpagenplanungsforum?" Meine Entgegnung dazu: Ja, meine Anlagenplanung habe ich auch immer so durchgeführt wie geplant. Aber Bahnhofplanung ist nicht Anlagenplanung. Wärend Anlagenplanung (von mir ja gerne Anlagendesign genannt) etwas Globales Gestalterisches ist, gilt für die Bahnhöfe der alte Spruch "form follows function".

Und "der Pro-Kopf-Bedarf an Kohle in den 1950er Jahren" ist sicher auch schon häufiger festgestellt worden. Da gibt es soviele Parameter zur Berechnung, dass du auf hundert verschiedenen Werte kommen kannst. Was willst du denn wirklich wissen? Wie oft kommt beim Kohlenhänder X in Y eine Wagenladung Briketts an? Das ist die eigentliche Frage. Und die beantwortest du selber. Du bestimmst das einfach. Und wenn einer kommt, der sagt, das sei einer zu viel in der Woche (Wer sollte das sein?), dann änderst du einfach die Parameter - ohne sie auszuführen.

Man kann sich in diesen Rechenspielchen auch lange ergötzen und verlieren. Wenn du nachher mit dem Güterzug ankommst und die Wagen zustellst, ist das alles solange Wurscht, wie es nicht gegen offensichtliche Dinge verstößt, also nicht dem Kohlenhändler eines Dorfes vier Wagen gleichzeitig hinstellst und der nächste Zug gleich nochmal vier bringt.

Um konkret zu deiner Planung was zu sagen: Die Liste deiner Kunden ist sehr gut, sollte jeder so machen, und zwar nicht einfach wild erfunden, sondern gegendtypisch eruiert. Die sortierst du nach Wagenladungskunden und Stückgutkunden oder eine Mischform. Und bei Wagenladungskunde, ob ein Anschluß rentieren würde oder ein Stammplatz an der Ladestraße reicht.

Den wichtigsten Satz hast du mir schon selber aus dem Mund genommen:
"Was fehlt ist ein Güterschuppen, der Autohändler, die Tischlerei, die Landhändler, die Gastwirte und das Gut versenden/empfangen sehr regelmäßig Stückgut. Seien es nun Ersatzteile, Fenster+Türen, Eisenwaren, Kleingeräte oder Zusatzstoffe (für die Brennerei, Farben/Lacke, ...)." oder ganz verkürzt: "Was fehlt ist ein Güterschuppen." Immer. In meinem Rangierbuch habe dich die "essentials" aufgelistet, die jeder Bahnhof - wenn man rangieren will - haben sollte. Da steht der Güterschuppen ganz an erster Stelle. Und daran schließt sich dann die Frage an, die wir hier aber auch schon mehrfach erörtert haben: Soll der Gs einen eigenen Stummel bekommen oder an Gl.1 stehen? Eine wichtige Entscheidung mit weitreichenden Folgen.
Gruß

Otto

OOK
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freelancer Offline



Beiträge: 13

06.06.2020 12:37
#22 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten

Hallo liebe Anlagenplaner,

herzlichen Dank für euren Input und eure Anmerkungen, Erzgebirgsnebenbahner und Otto. Die sind wirklich sehr hilfreich.

Ich denke, eine wichtige Unterscheidung bei meiner Konzeption hier ist die zwischen Vorbild und Modellumsetzung. Was ich hier ja bisher mache, ist die Planung eines fiktiven Vorbilds für ein dann zu realisierendes Modell. Und eure Antworten fokussieren auf jeweils einen dieser Aspekte. Beide mit vollem Recht. Deshalb werde ich meine folgenden Überlegungen auch danach ein wenig unterteilen.

Zum Vorbild

Erzgebirgsnebenbahner, du hast Recht: Du Schmalspurbahn Mulda-Sayda scheint in der Größenordnung ungefähr der Schaumburger Kleinbahn zu entsprechen. Ist natürlich eine andere Gegend, aber die Daten geben mir schonmal einen gewissen Eindruck davon, was auf so einem kleinen Ländlichen Bahnhof an Transportbedarf anfallen könnte. Grundsätzlich bin ich in meiner Vorstellung da nicht weit von entfernt. Das bestätigt schonmal meine Einschätzung und ergänzt sie sehr schön. Danke auch für deine weiteren Ausführungen. Die geben mir ein paar zusätzliche Ideen.

Es kann gut sein, dass das Anschlussgleis, was ich beim Tischler verortet habe, eher dem Kohlenhändler zugeordnet werden muss. Auch wenn die Tischlerei nach dem Krieg deutlich expandieren konnte und schließlich auf ein größeres Gelände umzog, war das ja beim Bau der Bahn eher nicht der Fall. Also müsste das Anschlussgleis entweder nachträglich gelegt worden sein oder der Kohlenhändler betreibt sein Geschäft in 2. oder 3. Generation und hat schon länger ein eigenes Lagegleis. Der Schmied betätigt sich vermutlich zu der Zeit eher mit der Reparatur von Landmaschinen, als dass er ein klassischer Dorfschmied wäre. Für den Transportbedarf von etwas Stückgut und Kohle ändert das nichts.

Die Größe und Position der Schuppen ist sicher etwas, was ich bei einer konkreteren Planung verändern würde. Ich habe mich hier erst einmal daran orientiert, was mir nach Aufnahmen als plausible Positionen dafür erschien.

Und damit sind wir an einem entscheidenden Punkt: Wie realistisch bezüglich der echten historischen Begebenheiten soll es denn sein? Offensichtlich nicht zu 100%, denn dann wäre hier keine Bahn und kein Bahnhof. Die hat es schließlich nie gegeben. Also wird man auch keine Überreste abgerissener Schuppen finden. Es ergibt dann nur begrenzt Sinn, solche Reste suchen zu wollen. Da muss ich mich einerseits selbst etwas auf den Boden der erfundenen Tatsachen zurück holen und andererseits sollte ich vielleicht ein paar Worte darüber verlieren, was denn eigentlich meine Ziele mit der Konzeption auf dieser Detailebene sind. Das mache ich vorerst Stichpunktartig und nicht mit Broccoli und ZOFF. Die kann ich aber bei Gelegenheit auch noch nachliefern - insbesondere wenn wir zum Thema Umsetzung im Modell kommen.

Was mir im Grunde vorschwebt, ist eine fiktive Bahn, die sich in eine reale historische Landschaft einfügt. Dazu gibt es ein paar Parameter, die für mich unveränderlich sind und einige, die ich nur leicht anpassen möchte.

Unveränderliche Parameter:

- Die Topographie. Die Bahn wird in die wirklich existierende Landschaft hineingeplant. Ortschaften, größere Straßenverläufe, der Mittellandkanal und wichtige Landmarken (z.B. Hafen Sachsenhagen, Mühle Hülshagen/Niedernholz, Schächte Auhagen/Lüdersfeld, ...) bleiben genau dort, wo sie in Wirklichkeit sind oder waren.
- Die generelle wirtschaftliche Zusammensetzung der Gegend. Wichtige Wirtschaftszweige und Unternehmen aus der Realität erzeugen das Transportaufkommen der Bahn. Das Gut in Lauenhagen, das Sägewerk in Auhagen, ggf. die Ziegelei in Sachsenhagen, die Kohleschächte. Welche Waren wo umgeschlagen werden soll möglichst wirklichkeitsnah sein. Die erfundene Bahn ist ja gewissermaßen eine Transportsimulation. Die ergibt meiner Minung nach nur Sinn, wenn sie in eine zumindest in Eckpunkten simulierte Wirtschaft eingebettet ist.

Behutsam anpassbare Parameter:

- Die Daten von Geschäftsumzügen. Ob nun z.B. der Autoschlosser 1954 oder 1960 nach Stadthagen zieht, bin ich bereit anzupassen. Solange es sich um einen Zeitraum von wenigen Jahren handelt und nicht im Widerspruch zu anderen Gegebenheiten steht. Wenn es die Bahn gegeben hätte, wären vielleicht manche Umzüge zu besseren Standorten um ein paar Jahre verschoben worden.
- Die exakten Adressen von Einzelpersonen. Ob nun in dem Haus mit Gleisanschluss der Tischler oder der Kohlenhändler wohnt, ist anpassbar. Der Kolonialwarenladen in Hülshagen war auch nicht direkt dort, wo ich den Bahnhof verorte. Aber es ergibt Sinn, denke ich, dass ein Händler hier sein Geschäft hat. Am Ende soll es eine gute Geschichte ergeben, in der reale Personen vorkommen und zwar ungefähr (nicht unbedingt exakt) dort, wo sie wirklich lebten. Ob ich nun bereit bin, die Ziegelei in Sachsenhagen oder das Sägewerk in Auhagen näher an die Bahn zu rücken, das muss ich mir noch genau überlegen.
- Einzelne Häuser dürfen weichen. Offensichtlich verlief keine Bahn dort, wo ich meine hinplane. Vereinzelt standen dort aber Häuser. Die kann es dann natürlich nicht gegeben haben. Ich plane den Streckenverlauf so, wie er wahrscheinlich Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut worden wäre, gemäß der Bebauung zu dieser Zeit. Die Grundstücke, die zum Bahnbau erworben werden mussten, sind dann eben in den 1950ern nicht mehr oder nicht zusätzlich bebaut worden.

Vielleicht mache ich mir damit das Leben schwerer als es sein müsste. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Und für eine Umsetzung im Modell muss man das Vorbild sowieso verkürzen, verbiegen und verändern. Deshalb will ich beim erdachten Vorbild so präzise wie möglich bleiben.

Allerdings gebe ich dir vollkommen Recht, Otto: Eine Diskussion über exakte Positionen von Weichen geht dann doch zu sehr ins Detail. Ich wollte mit dem Gleisplan eher veranschaulichen, was mir im Kopf so vorschwebt und damit abgleichen, was ihr auf der Basis meiner Beschreibungen euch vorstellen würdet. Wenn ich jetzt total daneben läge, hätte sicher jemand aufgeschrien. Mehr als eine Veranschaulichung und eine solche Bestätigung wollte ich damit gar nicht. Ob sich ein solcher Entwurf bewährt, bleibt abzusehen, falls ich den Bahnhof jemals in einem Anlagenplan verwirklichen werde (das ist nicht ausgeschlossen, aber der Plan sollte noch keinen Modellentwurf darstellen). Und da bin ich ganz angetan von deiner pragmatischen Methode, die ich schon aus dem BAE-Buch kenne. Selbst wenn ich persönlich etwas zum Theoretisieren neige - wer hätte hier damit gerechnet? Danke also für die Erdung mit deinem Beitrag.

Zum Modell

Du bringst darin einen sehr wichtigen Punkt in Bezug auf die Modellbahnplanung auf: Der exakte Bedarf an beispielsweise Kohle ist gar nicht so wichtig für den Modellbahnbetrieb aus Sicht des Zugpersonals oder des ZL. Wenn ich einen einzelnen Betriebstag durchspielen will, ist es Wurscht, ob der Kohlehändler einen, zwei oder gar keinen Wagen an diesem Tag zugestellt bekommt. Selbst wenn er normalerweise im Schnitt einen pro Tag bekommen soll, kann es ja sein, dass gerade heute etwas mit der Lieferung schief gegangen ist. Oder gestern. Und heute kommt die Lieferung von gestern mit der von heute zusammen. Für das Zugpersonal ist nur wichtig, dass gerade jetzt diese Wagen an einen bestimmten Ort müssen. Und da spielt eine große Rolle, ob nun das Stumpfgleis der Anschluss des Kohlenhändlers ist oder ob die an die Ladestraße müssen (ja, ich habe auch das Rangierbuch gelesen ). Was ich aber - nun wieder für das Vorbild - wichtig finde, ist, eine Einschätzung darüber zu bekommen, welche Züge nötig sind und wie dementsprechend ein Fahrplan für die Strecke aussehen müsste. Dazu komme ich allerdings später nochmal.

Zitat von OOK im Beitrag #21
Die sortierst du nach Wagenladungskunden und Stückgutkunden oder eine Mischform. Und bei Wagenladungskunde, ob ein Anschluß rentieren würde oder ein Stammplatz an der Ladestraße reicht.


Genau das werde ich mal machen. Der Tipp zur Vorgehensweise ist super. Danke.

Und nun zum Schluss nochmal zum Güterschuppen: Ich hatte daran gedacht, einen kleinen Güterschuppen mit dem offenen Unterstand für die Reisenden zu kombinieren. Wahrscheinlich muss der hier aber etwas größer sein, da die Menge an Stückgut höher ist, als ich so im Kopf hatte. Aus Platzgründen vor Ort würde ich den Schuppen aber dennoch an der Ladestraße platzieren und mal durchspielen, ob sich das bewährt, wenn der Bahnhof ein Modellvorbild werden soll.

Dazu habe ich dann aber nochmal eine Vorbildfrage: Ich denke bei diesem Bahnhof nicht, dass ständig Bahnpersonal vor Ort ist.
Wie wurde in solchen Fällen die Abfertigung von Stückgut gehandhabt? Die Kunden müssen die Ladung ja aufgeben und abholen können, ohne dass Personal dort ist. Wird das dann von einem Agenten erledigt, der den Schuppen aufschließt, wenn jemand etwas aufgeben will? Wie war das beispielsweise bei den Lenz-Bahnen mit den charakteristischen Wellblechschuppen irgendwo in der Pampa? Gibt es zur Güterabfertigung und allgemein zum Thema Bahnagenten eine gute Quelle, um sich etwas einzulesen?

OOK Offline




Beiträge: 4.311

08.06.2020 08:04
#23 RE: Die Schaumburger Kleinbahn Antworten

Zitat von freelancer im Beitrag #22
Was mir im Grunde vorschwebt, ist eine fiktive Bahn, die sich in eine reale historische Landschaft einfügt. Dazu gibt es ein paar Parameter, die für mich unveränderlich sind und einige, die ich nur leicht anpassen möchte.


Hallo Ole
Dass ich hier und rufe, wird niemanden wundern, war ja schließlich auch mein Weg.
Leider hat immer noch niemand eine passable Übersetzung für prototype freelancing eingereicht.

Zitat
Unveränderliche Parameter:
- Die Topographie. Die Bahn wird in die wirklich existierende Landschaft hineingeplant. Ortschaften, größere Straßenverläufe, der Mittellandkanal und wichtige Landmarken (z.B. Hafen Sachsenhagen, Mühle Hülshagen/Niedernholz, Schächte Auhagen/Lüdersfeld, ...) bleiben genau dort, wo sie in Wirklichkeit sind oder waren.


Da wirst du an ein paar Grenzen stoßen, wenn z,B, der Mittellandkanal keinen Haken schlägt, wo er in deinem Anlagenraum um die Ecke muss.

Zitat
- Die generelle wirtschaftliche Zusammensetzung der Gegend. Wichtige Wirtschaftszweige und Unternehmen aus der Realität erzeugen das Transportaufkommen der Bahn. ... Die erfundene Bahn ist ja gewissermaßen eine Transportsimulation. Die ergibt meiner Minung nach nur Sinn, wenn sie in eine zumindest in Eckpunkten simulierte Wirtschaft eingebettet ist.

Auch hier gilt mein vorletzter Kommentar.

Zitat
Und nun zum Schluss nochmal zum Güterschuppen: Ich hatte daran gedacht, einen kleinen Güterschuppen mit dem offenen Unterstand für die Reisenden zu kombinieren. Wahrscheinlich muss der hier aber etwas größer sein, da die Menge an Stückgut höher ist, als ich so im Kopf hatte. Aus Platzgründen vor Ort würde ich den Schuppen aber dennoch an der Ladestraße platzieren und mal durchspielen, ob sich das bewährt, wenn der Bahnhof ein Modellvorbild werden soll.


Das entspricht meiner ursprünglichen Lösung für Oderteich, wo der Gs am gleichen Stumpfgleis lag wie der Kohlen- und Baustoffhändler. War das immer ein Gewiggel, bis der Stückgutwagen zugestellt oder abgeholt war, wenn vorher stets die Wagen beim Kohlenhändler aus dem Weg geräumt und anschließend wieder hingestellt werden mussten. Bis mir eines Tages der Kragen geplatzt ist, ich beim Weichen-Walter eine asymmetrische Doppelweiche bestellt und dem Güterschupüpen an der anderen Bahnhofsseite ein eigenes Gleis spendiert habe.
Fazit: Wenns irgend geht, halte den Gs immer frei zugänglich.

Zitat
Vorbildfrage: Ich denke bei diesem Bahnhof nicht, dass ständig Bahnpersonal vor Ort ist.
Wie wurde in solchen Fällen die Abfertigung von Stückgut gehandhabt? Die Kunden müssen die Ladung ja aufgeben und abholen können, ohne dass Personal dort ist. Wird das dann von einem Agenten erledigt, der den Schuppen aufschließt, wenn jemand etwas aufgeben will? Wie war das beispielsweise bei den Lenz-Bahnen mit den charakteristischen Wellblechschuppen irgendwo in der Pampa? Gibt es zur Güterabfertigung und allgemein zum Thema Bahnagenten eine gute Quelle, um sich etwas einzulesen?


Gib einfach Bahnagent bei Google ein und lies, was bei Wiki dazu steht. Das reicht vollkommen. Also am besten gegenber dem Bf einen Gasthof platzieren, dessen Wirt als Bahnagent fungiert. Der Gs muss ja abgeschlossen sein und jemand muss ihn öffnen und die Stückgüter abfertigen. Das Zugpersonal kann das nicht tun, sonst kommt der Zug nie an der Endstation an.

Alles in Allem: Dein Vorgehen gefällt mir weiterhin sehr gut!

Gruß

Otto

OOK
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