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Dieses Thema hat 51 Antworten
und wurde 4.514 mal aufgerufen
 II.5. Diskussion veröffentlichter Anlagenpläne
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OOK Offline




Beiträge: 3.585

21.10.2015 20:56
Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

In der Ausgabe 11/15 meiner amerikanischen Lieblingszeitschrift (noch) befindet sich ein Gleisplanentwurf für eine Industriestammgleis-Anlage im RAWE*-Prinzip.

In einem 12 x 15' (3,66 x 4,57 m) großen Raum zieht sich eine äußerst schmale N-Anlage an allen vier Wänden entlang. Hier eine gestreckte und leicht verfremdete Version:



Der Zimmerplan (ebenfalls leicht verfremdet) sieht dann so aus:



Der umrahmte Kasten stellt jeweils einen Fiddle-Yard in einem Einbauschrank dar. Davon ist nur das mittlere Gleis gezeichnet. Längs der eingeisigen "Strecke" gibt es links und rechts diverse Anschließer (Kunden), die bedient werden müssen. Davon sind einige Anschlüsse gegen die Spitze zu befahren, andere andersherum. Etwa in der Mitte gibt es ein Umfahrgleis.

Dies ist keine reine Phantasieanlage, sondern nach einem exakten Vorbild, des CSX Soutside Spur bei St. Petersburg, Florida, entworfen. In Deutschlabd gab und gibt es solche Industriestammgleise, von denen dann unentwegt Anschlüsse abzweigten, ebenfalls zuhauf. Beispsiele dürfen gerne eingebracht werden.


*RAWE = Rundherum an der Wand entlang.(s. Kap. "Die Ausnutzung des vorhandenen Raumes" im Blauen Buch S. 38 ff.)

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

vauhundert
Beiträge:

21.10.2015 21:22
#2 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Hallo Otto,

ein interessanter Anlagenplan!

Zwei Vorbildbeispiele aus Deutschland finden sich im Post #7 meiner MIB-Verstellung hier.
Fand gerade keinen Weg um die einzelnen Bilder aus dem Text hier direkt zu verlinken.

Die vollständige Anschlußbedienungsanweisung der Industriebahn Möbeck findet sich auf meiner Heimseite unter:

Rheinische Strecke Düsseldorf-Dortmund

Das ist schon seeehr Vorbildgerecht für ein Oval

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

Gilpin Offline




Beiträge: 787

21.10.2015 21:23
#3 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Hi Otto,

Du sagst, dass es

Zitat von OOK im Beitrag #1
In Deutschland ... solche Industriestammgleise (gibt und gab), von denen dann unentwegt Anschlüsse abzweigten, ebenfalls zuhauf. Beispsiele dürfen gerne eingebracht werden.
Yo, mach' ich: Offenbach am Main, dort gleich zweimal: Industriebahn und Hafenbahn. Gab.

Beste Grüße
Gilpin

Silbergräber Offline



Beiträge: 325

21.10.2015 22:15
#4 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Moin,

auf die Gefahr hin, Euch zu langweilen: die ganzen meterspurigen Industriebahnen an Lenne (PKB, IKB, HKB), Saale (Halle), Spree (Forst und Spremberg), Elbe (Ottensen und Wandsbeek) und viele andere waren alle so ausgelegt: Umfahrgleis und davor und dahinter jede Menge Anschließer - bis zum nächsten Umfahrgleis. Mein Plettenbach ist doch auch so konzipiert (morgen werde fällt übrigens der Startschuss zum Gleisbau: Braten einer Swedtram-Weiche in H0e...)

LG

Jörn

Gilpin Offline




Beiträge: 787

21.10.2015 23:03
#5 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Hi Silbergräber,

- nö, ist nicht langweilig. Ich vermute, ohne es jetzt und hier nachprüfen zu können, dass die meisten der von Dir aufgelisteten Bahnen von Beginn an mit Rollbock-/-wagenbetrieb geplant waren. Es ging also nicht darum, ernsthaft Lichtraumprofil zu sparen - vielmehr konnte man so sehr enge Radien in eng bebaute Städte hinein planen und womöglich ein wenig Kosten reduzieren. Ein wenig. Wenn man von der Übergabe Normalspur:Schmalspur absieht, handelt es sich also um die gleiche Verkehrsanforderung mit nur leicht veränderter Lösung.

Gruß,
Gilpin

NB: Glückwunsch zum praktischen Start!

OOK Offline




Beiträge: 3.585

22.10.2015 07:50
#6 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Für mich ist das Non-plus-ultra in dieser Konzeption immer noch die Plettenberger Kleinbahn.

Zitat von Gilpin im Beitrag #5
Es ging also nicht darum, ernsthaft Lichtraumprofil zu sparen - vielmehr konnte man so sehr enge Radien in eng bebaute Städte hinein planen
Genau deswegen. Mit Radien bis hinunter zu 13 (!) m gings mit aufgerollten Regelspsurwagen, auch vierachsigen, in die Fabrikhöfe. Die Kleinbahn kam da rein, die heutigen Sattelzüge schaffen es vielfach nicht, wenn sie von der verkehrten Seite kommen.
Eigentlich wolte ich Wolf D. Groote schon immer mal bitten, eine Rangierbedienung durch den Ort mit allen Bewegungen nachzuzeichen. Das hat er nämlich in seinem PKB-Buch nicht gemacht.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Bahnfahrer Offline



Beiträge: 13

22.10.2015 07:56
#7 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Hallo,

nach Lektüre dieses Buches kann man auch ein ganzes Zimmer mit Industiestammgleisen füllen.

www.epubli.de/shop/buch/39110/excerpt

Gruß
Rudi

Boscho Offline




Beiträge: 293

22.10.2015 08:12
#8 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Über dieses Buch wollte ich ja auch schon lange mal eine Rezension schreiben. Das Ding ist nämlich eine Wahnsinns-Fleißarbeit!

Der Autor listet - inklusive zahlreicher Gleispläne und ausführlicher Beschreibungen der einzelnen Anschlüsse - praktisch jeden Gleisanschluss samt dessen Geschichte auf, der westlich am Ulmer Güterbahnhof hing. Technik-, industrie- und verkehrsgeschichtlich ein wahres Füllhorn, und dank der zahlreichen Gleispläne eine Fundgrube für den Modelleisenbahner.

Dem Buch fehlen leider historische Abbildungen und etwas professionelle Hilfe bei Lektorat und Layout hätte gut getan. Angesichts der Fülle des gebotenen Materials ist das aber leicht zu verschmerzen.

Kauftipp.

Boscho Offline




Beiträge: 293

22.10.2015 08:36
#9 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Ein feines Beispiel in Sachen Gleisanschlüsse wäre übrigens noch die Freien Grunder Eisenbahn. Die bestand streckenweise aus mehr Gleisanschluss als Stammstrecke. Schönstes Beispiel in meinen Augen: der Abschnitt zwischen Struthütten und Neunkirchen Nord.

Dort finden sich auf einem gut zwei Kilometer langen Abschnitt zwei Bahnhöfe und zudem insgesamt zu den besten Zeiten Anfang des 20. Jahrhunderts fünf Gleisanschlüsse, eine weitere Ladestrasse und ein Ausweichgleis. Gesamtzahl der Weichen von km 0,930 bis km 3,255: sage und schreibe 17 Stück.

Neben den zwei "Bahnhöflein" existierten als Anschließer ein Kupfer- und Aluminiumwalzwerk, eine Fabrik für Feldbahnbedarf, eine Behälterfabrik, eine Fabrik zur Herstellung von Trockenhefe und später Schrauben und Nieten, eine Erzgrube und ein Ladegleis, das der daneben gelegenen Mühle und der Landwirtschaft gedient haben könnte. Sehr interessantes Thema.

Buch dazu: Die Freien Grunder Eisenbahn. Mit der Talbahn auf den Pfannenberg.

hwunderlich Offline




Beiträge: 354

23.10.2015 16:45
#10 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Moinsen,

@Boscho: Ja, das blaue Buch vom Heimatverein über die FGE ist ganz grosses Kino!!

Und fürwahr: Zwischen Struthütten und Neunkirchen Nord spielte sich so einiges ab;
sogar noch bis Ende der 1980er Jahre!!

Nochmal zur Erinnerung: Nahgüterzüge - Vorsortierung der Wagen für die Bahnhöfe ?

Irgendwann hat auch der unvergessene Michael Meinhold dieses Thema mal vor dem Hintergrund
der Wilhelmsburger Industriebahn in einen ansehnlichen Anlagenvorschlag "gegossen"!!

Hinweis auf MM eingefügt.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Lutterberger Offline




Beiträge: 120

23.10.2015 21:34
#11 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Zitat von OOK im Beitrag #6
Für mich ist das Non-plus-ultra in dieser Konzeption immer noch die Plettenberger Kleinbahn.
Eigentlich wolte ich Wolf D. Groote schon immer mal bitten, eine Rangierbedienung durch den Ort mit allen Bewegungen nachzuzeichen. Das hat er nämlich in seinem PKB-Buch nicht gemacht.
Oh ja, bitte, unbedingt! Ich trage ja seit Jahren die Idee einer Modell-PKB mit mir herum und bin bisher leider nicht aus dem Quark gekommen. Aber so eine Reportage über den Gv der PKB, das wäre was Feines.

Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

Fischkopp Offline




Beiträge: 273

25.10.2015 19:43
#12 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

An dieser Stelle möchte ich einmal eine Bahn einwerfen, die ich in ihrer Gesamtkonstellation für recht exotisch halte.
Es handelt sich gewissermaßen um meine "Heimatstrecke", die Eisenbahn Neuwittenbek-Voßbrook der Hafen- und Verkehrsbetriebe der Landeshauptstadt Kiel.
Denn
1. verläuft sie fast auf gesamter Länge (11 km) durch Wälder und Felder, und weißt entsprechend auch zwei Ladestellen für die umliegenden Gutshöfe auf.
2. endet die Strecke in einem Stammgleis durch einen Marinefliegerhorst, mit dazugehöriger mehrfacher Kreuzung der Start- und Landebahn, mit Anschlüssen
für Lagergebäude, ein Kraftwerk und das Kerosinlager der zivilen und militärischen Luftfahrt.
3. führt aus dem einzigen Bahnhof der Strecke, dem vor dem Fliegerhorst, eine Anschlussbahn heraus, die 3 km durch Stadtgebiet zur MaK führt und als
Nebenanschließer eine ehemals international führende Tankerwerft aufweist.
4. führte die Maschinenbau Kiel AG natürlich ihren gesamten Ausliefer- und Testverkehr auf der Strecke durch, sodass neben der halben Bundesbahn ( V60,
V65, V80, V90, V100, V160-Familie, V200) und der deutschen Privatbahnlandschaft so ziemlich alles zwischen sowjetischen Großdieselloks, kubanischen
Rangierhobeln und indischen Schmalspurloks zu sehen war.
5. kamen in Zeiten von Marinemanövern ganze Panzer- sowie Schnellzüge auf die Strecke.

Gab es so etwas woanders auch, oder habe ich da wirklich etwas besonderes vor der Nase?

Fragt Alex

Gilpin Offline




Beiträge: 787

29.10.2015 23:01
#13 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Hi Otto
und Alle,

mir fällt gerade auf, dass alle bisherigen Beiträge eigenständige kommunale Industriebahnen und Kleinbahnen benennen, während in Deinem ursprünglichen Beitrag quasi die Mainline Route das Zustellgeschäft auf einem eigenen Industriestammgleis (industrial spur) bediente. Die CSX ist ja bis heute eine der ganz Großen, und in der Gegend sicher das, was für uns die DB ist. Diese hat solcherlei auch getan: mir fällt eine Strecke durch München Obersendling ein - längst verschwunden. Und doch: haben die deutschen (Länder-, Reichs-, Bundes-)Bahnen solche Verkehre evtl. überwiegend anderen überlassen? Und wozu hat das geführt?

Zum oben erwähnten Offenbach habe ich eine schöne Skizze gefunden: http://files.homepagemodules.de/b260145/...2p3481029n1.jpg
Vielleicht kann ich da noch ein paar Erklärungen zu den Anschlüssen nachliefern. Aber mir scheint das alles ganz normal für eine Industriestadt; demgegenüber hast Du, Alex,

Zitat von Fischkopp im Beitrag #12
wirklich etwas besonderes vor der Nase

Mit freundlichem Gruß,
Gilpin

Boscho Offline




Beiträge: 293

30.10.2015 08:01
#14 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Erstmal noch drei weitere Bahnen in kommunaler Trägerschaft, alle im Raum
Stuttgart:

Industriebahn Feuerbach
Industriebahn Münster-Cannstatt
Hafenbahn Stuttgart

In Deutschland scheint es nach meiner Beobachtung in der Tat so zu sein, dass jedwedes Anschlussgleis in mehr oder weniger privater Trägerschaft ist. Mir zumindest sind keine im Eigentum der DB AG oder ihrer Vorgängergesellschaften befindlichen Anschlussbahnen bekannt. Was jetzt aber nichts heißen soll - ich lasse mich da gerne eines besseren belehren.

Was mich - etwas abseits des Foren-Kernthemas - in diesem Zusammenhang interessiert: wie kam es eigentlich dazu, dass der Staat die Initiative zur Errichtung von Anschlussbahnen der Wirtschaft und den Kommunen überließ?

Gilpin Offline




Beiträge: 787

30.10.2015 14:47
#15 RE: Industriestammgleis und Fiddle-Yard antworten

Hallo Alle,

ich wollte zur Offenbacher Industriebahn noch nachliefern: Die weiter oben verlinkte Skizze (Achtung: man braucht da sehr gute Augen!) ist relativ alt, schon in der Epoche 3 bis 4 war nicht mehr alles vorhanden oder unter anderer Firmierung.

Die Übergabegleise konnten zur Feinreihung nur von "rechts", also Osten genutzt werden; nach "links" verbot die stark befahrene Bieberer Strasse solcherlei. Das dort vom nördlichsten Gleis abzweigende Stumpfgleis war abgebaut, die Weiche jedoch belassen worden.

Und dann fehlt sogar etwas: irgendwo zwischen Grenzstraße und Buchhügelallee wurde später eine Moha-Niederlassung gebaut, die über ein Gleis mit Milchtankwagen versorgt wurde!

Das Gebäude des Schlachthofs ist heute noch vorhanden und beherbergt ein Hotel. Ob das auch für den Lokschuppen gilt, weiß ich nicht. Wie lange der als solcher diente, bleibt offen.

Die Verbindung in die Waldstraße war hochinteressant: das nach Süden zweigende Gleis ist das der Straßenbahnlinie 27! Es wurde – sehr selten – für die Überstellung einzelner Waggons genutzt; dann hatten die Straßenbahnen Pause und bauten eine gehörige Verspätung auf. Erschwerend kam hinzu, dass die Straßenbahn genau bis hierhin zweigleisig ausgebaut war, von da an nach Süden nur noch eingleisig. Mögliche Erklärung: man wollte Begegnungen der Fahrzeuge mit ihren doch sehr unterschiedlichen Lichtraumprofilen vermeiden.

Meyer und Schmidt war eine Maschinenfabrik, die eine eigene kleine Lok (Diesel-B-Kuppler) besaß. Die Kurve dorthin war so eng, dass ein besonderes Gleis, bei dem die kurvenäußeren Räder auf ihren Spurkränzen rollten, eingebaut wurde.

Der gleich folgende Stahlbau Lavis baute große Stahlteile – man denke an Vorflutbrücken o.ä. Dafür wurden 6- und 8-achsige Tiefladewagen eingesetzt.

Ob das zweite Gleis zwischen Dietzenbacher und Senefelderstraße sowie das Freiladegleis vor der Sprendlinger Landstraße noch zur Umgruppierung von Wagen und zum Umfahren derselben genutzt wurden, ist unklar.

V36, später eine Deutz-Industrielokomotive, Gedeckte Güterwagen, Rungenwagen – aber auch zweiachsige Lebensmittel-Tankwagen, mehrachsige Tieflader, später Niederbordwagen mit einzelnen SeaLand-Containern: das hatte doch 'was! Allerdings: ein einziger Zug fuhr da herum – ob's modellbahnerisch langfristig unterhaltsam wäre...?

Gruß,
Gilpin

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