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Dieses Thema hat 28 Antworten
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 II.6. Bahnhofsgleispläne
Seiten 1 | 2
OOK Offline




Beiträge: 3.657

09.09.2014 21:27
Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Es tauchte hier schon mehrmals die Frage auf, ob und wie sinnvoll es ist, Bahnhofsgleispläne des Vorbildes zu verändern, an ihnen "herumzuoptimieren" wie es so schön hieß.
Dazu möchte ich ein Beispiel aus der jüngsten MIBA (9/2014) heranziehen. Ingrid und Manfred Peter haben sich das bekannte Spalter Bockerl vorgenommen und dazu zwei Anlagengleispläne entwickelt. Um die geht es gerade nicht, sondern nur um den eigentlichen Bahnhof Spalt, an dem sie "herumoptimiert" haben:



Im Text des Artikels begründen sie natürlich jede Änderung sehr genau.
Ich lasse das mal so unkommentiert stehen und bin gespannt, was die Forumsgemeinde dazu meint.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

hmmueller Offline



Beiträge: 195

09.09.2014 22:37
#2 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

(An dem besseren Gruppenverschluss bau ich morgen weiter ... wird doch noch ein paar Tage brauchen ...).

Kannst Du uns (oder wenigstens mir) ein wenig Kontext geben, in welche Richtung/mit welchem Zweck da optimiert werden soll? Da gibt es ja so viele Möglichkeiten:

* Das Modellbahnspiel als solches wird interessanter (dann könnte man aber gleich einen noch interessanteren Freelance-Gleisplan entwickeln, den es sicher gibt).
* Man will einfach nur Aspekte des Gleisplanänderns und ihre Auswirkungen zu didaktischen Zwecken zeigen.
* Man will sich einer historischen Gepflogenheit nähern ("Wäre der Bahnhof zur Zeit gebaut worden, wo stärkere Loks/vierachsige Wagen/Schienenbusse/... zur Verfügung gestanden hätten, hätte man natürlich ...").
* ...

Noch was wäre (für mich als nicht Eingeweihtem in das "Spalter Bockerl") interessant: Was war denn die Verwendung der Gleise im Original - weiß man das, oder muss man da "intelligent raten"? Ich rate einmal so (parallele Gleise von unten nach oben mit L, 1, 2, 3 nummeriert, Teile mit a, b, c von links):

* La Ladegleis, Lb nur Ausziehgleis;
* 1a führt in den Lokschuppen (aber warum ist die Kohle auf der ganz anderen Seite??), 1b Umfahrgleis für 2b ist, 1c Ladegleis am Gs (zu 1b: bei den (kurzen) Personenzügen erfolgt das Umsetzen der Lok wohl durch Zurückschieben nach 2b und dann Umfahren über 1b).
* 2a auch in den Lokschuppen führt, 2b durchgehendes Hauptgleis ist, 2c Bahnsteiggleis, 2d was?? Die Weichenverbindung von 2 nach 3 schaut im Original schon irgendwie "falsch herum" aus, wenn man annimmt, dass sie nur zum Umfahren eines Zuges am Bahnsteig dient - aber vielleicht wäre ein längeres Hauptgleis wegen Gelände/Bebauung nicht gegangen? was ist denn der originale Grund dafür?
* 3 ... mhm ... schaut auf Anhieb aus wie ein Umfahrgleis, ist es aber sicher nicht: erstens verliert man dann das längste Gleis, und dann ist da noch dieses "Kohle"-Ding, vor dem wohl hin und wieder Wagen gestanden haben. Dann wäre 3 ein Güterzugs/Ladegleis sein (von mir aus beides, wenn wenig Verkehr und viel Zeit für's Herumschieben ist). Oder sind da doch nur die Loks hingefahren (und dann aber auch herumgestanden - Lösche raus, ...) - wieviele Züge und wieviele Loks waren denn überhaupt zugleich in diesem Bahnhof - immerhin zweiständiger Lokschuppen, so wie's aussieht?


Die "Optimierung" macht einfach einen ganz anderen Bahnhof draus - zuerst einmal wurde die Kohle dorthin verlegt, wo man sie erwartet, das ist eine offensichtliche "Normierung"; es muss schon einen Grund gehabt haben, dass sie im Original nicht dort war ...
Jetzt wird
* 3a so eine Art Aufstellgleis, 3b Umfahrgleis, 3c Abstellgleis;
* 2b auf dem Weg zum Gs ist etwas unnötig lang - verlorene Länge
* Das Stellen an die Rampe ist noch immer umständlich ...

Klar kann man das alles ändern: Alte Bahnhöfe waren schon weit weg vom dem, wie man seit Otto Blum Gleisplangestaltung gemacht hat - wenn, müsste und könnte man da viel mehr umreißen, aber das müsste der Verkehr an der Station halt auch kommerziell hergeben. Aber wenigstens die Rampe hätt ich schon bequemer angeschlossen, wenn ich schon herumbessere ...

Ach ja - ich hoffe, ich habe nicht nur Blödsinn von mir gegeben ... und um die eigentlichen Abläufe habe ich mich gar nicht gekümmert - aber dann würde ja auch ein Artikel raus werden.

Harald M.

re-entry Offline



Beiträge: 95

10.09.2014 13:31
#3 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Zitat von hmmueller im Beitrag #2


Kannst Du uns (oder wenigstens mir) ein wenig Kontext geben, in welche Richtung/mit welchem Zweck da optimiert werden soll? Da gibt es ja so viele Möglichkeiten:

* Das Modellbahnspiel als solches wird interessanter (dann könnte man aber gleich einen noch interessanteren Freelance-Gleisplan entwickeln, den es sicher gibt).
* Man will einfach nur Aspekte des Gleisplanänderns und ihre Auswirkungen zu didaktischen Zwecken zeigen.
* Man will sich einer historischen Gepflogenheit nähern ("Wäre der Bahnhof zur Zeit gebaut worden, wo stärkere Loks/vierachsige Wagen/Schienenbusse/... zur Verfügung gestanden hätten, hätte man natürlich ...").
* ...



Die Autoren haben
1) die Gleisverbindung am Bahnhofsende gespiegelt, um mehr Bahnsteignutzlänge zu erhalten,
2) der "Positionstausch" der Gleisverbindung zwischen Güterschuppen- und Hausbahnsteiggleis ein Gleispaar weiter gestatte "vielseitigere Rangiermanöver", und
3) die Bekohlung hatte Ihren Platz zu räumen "wegen Bruchgefahr beim Übergreifen zum manuellen Entkuppeln in den Gleisen der Ortsgüteranlage".
Erstere und letztere Maßnahme werden mit den begrenzten Platzverhältnissen begründet. Der Positionstausch der Gleisverbindung wird nicht weiter begründet. Hier, bei 2) liegt aus meiner Sicht auch der Hase im Pfeffer. Mir ist nicht klar, wozu hier "vielseitigere Rangiermanöver" sein müssen. Tatsächlich scheint aber auch diese Maßnahme dem mangelnden Platz geschuldet zu sein. Im Hausbahnsteiggleis kann im Originalplan zwischen der Gleisverbindung zum GS-Gleis und der DKW eine Wagengruppe abgestellt und umfahren werden. Diese Möglichkeit wollten die Autoren offenbar erhalten - und dabei gleichzeitig Bahnsteiglänge sichern. Der Positionswechsel der Gleisverbindnung transferiert und erhält diese zusätzliche Umfahrmöglichkeit. Ich würde das nicht so machen, sondern zusehen, dass ich möglichst mehr Platz zur Verfügung habe. Denn dieses "Transponieren" hat m. E. erheblichen Einfluss auf die Authentizität des Plans. "Spalt" würde ich die Station nun nicht mehr nennen.

Beste Grüße, Mathias

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

10.09.2014 14:10
#4 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Hallo Otto,

dieser Artikel ist mir auch schon unangenehm aufgefallen. Sollte ich tatsächlich mal einen Leserbrief schreiben.
Allerdings ist dein nachgezeichnetes "Original" auch bereits eine "Fälschung", wenn ich mal bei den Schlagworten des Parallelstrangs bleiben darf - wo sich dieser Beitrag sehr harmonisch eingefügt hätte.
1. war der Lokschuppen zwar so groß wie gezeichnet, er hatte aber nur einen Stand, da ist die Miba Darstellung richtig. Einleuchtender Grund: Auf der gesamten Strecke verkehrte nur eine einzige Lok.
2. gingen die drei Kreuzungsweichen gerade über das Gleisfeld, hier sieht es aus, als wären mindestens zwei der DKWs auch noch gebogen.

Nun aber zu den Miba Verfälschungen.
"A") die Spiegelung ist Quatsch, weil bei den kurzen Zuglängen - die man auch im Modell nachvollziehen sollte, Bahnsteignutzlänge kein großes Thema ist.
"B") genauso Unsinn, in dem Bahnhof war immer nur ein einziger Zug, so daß keinerlei Behinderung der Rangierarbeiten möglich war.
"C") da muß man halt beim Kuppeln ein bißchen aufpassen.
Als Grund für die Lage der Bekohlung leuchtet vielleicht ein, daß dann gleich beim Umfahren bekohlt werden konnte, ohne zweimal sägen zu müssen, was bei den vielen Weichenschlössern (es waren fast alle Weichen des Bahnhofs handverschlossen, auch die DKW, die zum Lokschuppen führt) sehr umständlich war.
Die 98.3, die den Gesamtverkehr bewältigt hat, mußte auch in Georgensgmünd (Ausgangspunkt der Strecke) als Rangierlok aushelfen und dürfte einen ziemlichen Kohlenverbrauch gehabt haben. Da sie nur 0,6t Vorrat hatte, war häufiges Bekohlen angesagt.

Das waren jetzt ein paar sachliche Gründe, warum das so war wie es war.

Meine private Meinung dazu ist, daß man beim Nachbau eines Bahnhofs (und das soll es doch wohl immer noch sein) auch den spezifischen Betrieb mit übernehmen sollte, auch wenn der ein paar Besonderheiten hat. Und Finger weg vom Gleisplan! Metzgereien dieser Art (der nächste kommt dann und baut noch eine Drehscheibe ein) führen nur zu einer Art Einheitsbrei, wo nur der Bahnhofsname noch Original ist. Die Bezeichnung "Fälschung" ist da durchaus gerechtfertigt, denn nicht so mit dem Bahnhof Vertraute könnten das ja durchaus als Original abnehmen.

Aber es gibt noch einen anderen Aspekt. Nachstehend habe ich einen eigenhändig aufgenommenen "Originalplan" von Spalt eingestellt. Zeitpunkt etwa 1970er Jahre, also nach Einstellung des Personenverkehrs.


Man stellt fest, daß einiges Identitätsstiftendes verschwunden ist, die Grundstruktur ist jedoch noch erkennbar. Da hier der Übeltäter jedoch der Eigentümer selbst war, ist das logischerweise genauso ein Original, wie das zur Dampfzeit.

Grüße
Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.573

10.09.2014 15:26
#5 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Hallo Zusammen,

Christian hat ja alles schon geschrieben , so das ich hier nur noch zustimmen muss!
Eines würde mich allerdings noch interessieren! Wie lang waren die Gleislängen beim Original? Hier wurde ja anscheinend auch ziemlich "gemetzgert"! Jedenfalls passen hier die Proportionen zum Original gar nicht mehr!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Hp Schreufa Offline



Beiträge: 104

10.09.2014 16:37
#6 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

In dem sog. Original-Gleisplan fehlt leider der lange Schüttbahnsteig an Gleis 3, dessen Funktion durch die Weichenverlegungen des geänderten Plans zunichte gemacht wird.

Die Weichenverbindung zwischen Gleis 1 und 2 wurde von der Bahn wohl tatsächlich entfernt, so ist es zumindest auf Bildern des Bahnhofs zu sehen, das würde dann mit dem geänderten Plan übereinstimmen.

Ein Nachbau des Spalter Bahnhofs zeigt interessanterweise einen ganz anderen Gleisverlauf ab der Einfahrtsweiche bis zur zweiten DKW, die eingleisige Zufahrt zum Lokschuppen ist dort auch zu erkennen.

Ich gehe davon aus, das der sog. Original-Gleisplan aus Vereinfachungen nach Rückbau der DKW und Verlegung der Einfahrtsweiche abgeleitet wurde.

Harald.

OOK Offline




Beiträge: 3.657

10.09.2014 18:51
#7 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Vielleicht sollte ich zunächst mal erzählen, wie ich zu dem von mir unvorsichtigerweise "Original" genannten Gleisplan des Bf Spalt gekommen bin. Ich wollte die von I. und M.P. gemachten Änderungen zur Diskussion stellen, aber aus Copyrightgründen nicht deren in der MIBA gezeigten Plan abkupfern. Daher googlete ich "Spalt Gleisplan" und fand diese Seite: http://spalter-bockl.info/kern.html
Den dort gezeigten Plan habe ich als Grundlage meiner Zeichnung genommen. War, wie man sieht, nicht der Weisheit letzter Schluss. Andererseits gibt's noch mehr Diskussionsstoff.
Soviel als Vorwort.
Ganz deutlich sind die Änderungen von euch nicht nur verworfen worden, sondern auch als unnötig und überflüssig entlarvt. Dann allerdings fragt Hubert nach den Originalgleislängen. Bin gespannt, ob die jemand beibringen kann. Und diese Frage zielt m.E. in die richtige Richtung: kurze Gleis- und Bahnsteiglängen beim Vorbild sind ganz etwas anderes als kurze Gleis- und Bahnsteiglängen im Modell. Auf so gut wie jeder Anlage werden die Bahnhöfe mehr oder weniger, meist mehr verkürzt. Nicht, weil das lustig ist, sondern weil außer diesem einen Bahnhof noch was anderes auf die Anlage soll. Und da kann es schon passieren, dass bei einer notwendigen Verkürzung die Funktion eines Gleises oder einer Weichenverbindung nicht mehr gegeben ist und eine gewisse Änderung vonnöten. In einem solchen Falle würde ich das möglicherweise auch tun, denn für mich sind Vorbildgleispläne, da denke ich anders als Christian, keine heiligen Kühe.
Was mir noch auffiel ist die Begründung für die Zurückweisung bestimmter Änderungen, damit, dass in Spalt ja immer nur je eine Lok bzw. ein Zug gewesen ist und es z.B. gar nicht möglich war, irgendwelche Rangierbewegungen zu behindern. Wenn dem so war, dann frage ich allerdings, wieso

Zitat von Casey Jones im Beitrag #4
Als Grund für die Lage der Bekohlung leuchtet vielleicht ein, daß dann gleich beim Umfahren bekohlt werden konnte, ohne zweimal sägen zu müssen, was bei den vielen Weichenschlössern (es waren fast alle Weichen des Bahnhofs handverschlossen, auch die DKW, die zum Lokschuppen führt) sehr umständlich war.

der Bahnhof soooo viele Weichenschlösser hatte. Wenn immer nur ein Tfz da ist/sein kann, braucht es die doch nicht. Vermutlich war der Bf doch für einen intensiveren Verkehr geplant (ähnlich meinem Beispiel Morsbach im BB).
Vielleicht ist es doch möglich, dass einer der Diskutanten einen wirklichen Originalplan von Spalt mit allen Gleisen incl. Längenangaben beibringen kann. Das könnte die Diskussion nochmal neu ausrichten.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Hp Schreufa Offline



Beiträge: 104

10.09.2014 20:34
#8 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Den Gleisplan auf der verlinkten Seite kann ich wegen dem Unterschied zur gezeigten Anlage nicht nachvollziehen. In einem anderen Forum gibt es weitere Bilder der Anlage, vielleicht kann man den Erbauer kontaktieren.

Ich orientiere mich gern an den originalen Gleislängen. Auch wenn mir keine Sonderzüge in Spalt bekannt sind, so kann ich mir trotzdem einen gut 200 m langen Sonderzug dort vorstellen.

Harald.

HFy Offline



Beiträge: 472

11.09.2014 12:47
#9 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Hallo,

"Fränkische Nebenbahnen" aus dem Bufe-Verlag hat zwar von allen möglichen Bahnhöfen maßstäbliche Gleispläne, aber ausgerechnet von Spalt nicht. Der "Streckenübersichtsplan" unbekannten Datums zeigt dasselbe Gleisbild wie Ottos Skizze, aber mit einständigem Lokschuppen. Ein Foto dieses Lokschuppens habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, und leider auch nicht genug Fotos aus dem Bahnhof, um die Länge abzuschätzen. Wenn ich den Plan richtig interpretiere, sind es von der ersten Weiche bis Mitte EG 320 m. Von dort müßten es noch mindestens 100 m bis zum Prellbock sein, also für bayerische Verhältnisse ein langer Endbahnhof.
Im übrigen hat sich die Planungsbeamten meistens etwas gedacht, wenn sie einen Gleisplan entworfen haben, und weil von einem größeren Umbau (vor dem Gleis- und Weichenklau der späten Bundesbahnzeit) nichts bekannt ist, nehme ich an, daß die Gleisanlagen für den Betrieb zweckmäßig waren und sich keine Verbesserungen aufdrängten. Selbstverständlich wurde der Betrieb dann auch so abgewickelt, wie die Gleisanlagen es erforderten bzw. ermöglichten. Unter diesen Gesichtspunkten tue ich mich ein wenig schwer mit der Peterschen Verballhornung.

Herbert

hmmueller Offline



Beiträge: 195

11.09.2014 15:01
#10 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Zitat von HFy im Beitrag #9
Im übrigen haben sich die Planungsbeamten meistens etwas gedacht, wenn sie einen Gleisplan entworfen haben, und weil von einem größeren Umbau (vor dem Gleis- und Weichenklau der späten Bundesbahnzeit) nichts bekannt ist, nehme ich an, daß die Gleisanlagen für den Betrieb zweckmäßig waren und sich keine Verbesserungen aufdrängten.


Diese Annahme ist etwas mutig und "glorifizierend". In dem Ingenieurshandbuch von ca. 1900, das ich zu Hause habe, gibt es einige Beschreibungen der Form "Dieses Gleise wurde als Ausfahrgleis geplant, wurde im praktischen Betrieb aber leider als Ausziehgleis benutzt, sodass der Bahnhof nicht die erwartete Leistungsfähigkeit usw.usf" - könnte ich bei Interesse raussuchen. Klar, das hat auch wieder ein gelehrter Professor geschrieben, der wiederum seine Sicht auf richtig/falsch hatte - aber die Planungsbeamten heban sich auch manchmal was nicht so G'scheites gedacht - oder der Verkehr hat sich dann anders als erwartet entwickelt, und Geld für den Umbau war trotzdem keins da ...

(Mein Vater war Ingenieur für Wasserbau und hat mir einige Sachen von Planungen erzählt, wo man sich dann schon gefragt hat, was sich die jeweiligen Planer gedacht haben ... richtig war es definitiv nicht).

Aber ok - das ist jetzt alles nur pauschal. Ich hab' da noch eine konkrete Idee zu Spalt, aber dazu muss ich erst noch was suchen, bevor ich die verrate ...

H.M.

OOK Offline




Beiträge: 3.657

11.09.2014 15:50
#11 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Zitat von HFy im Beitrag #9
Im übrigen haben sich die Planungsbeamten meistens etwas gedacht, wenn sie einen Gleisplan entworfen haben
Na ja, Herbert, gerade von dir kenne ich gegenteilige Aussagen, etwa, dass "die Beamten" etc. nicht wirklich nachgedacht haben oder man zumindest nicht ergründen kann, was sie sich in einem konkreten Fall gedacht haben.
Im Falle Spalt gehe ich von der Annahme an, dass sie sich sehr wohl was gedacht haben, in dem sie die Planung auf die Vergaben gründeten, die man ihnen gemacht hat. Und diese Vorgaben bestanden bei Neubau eben häufig aus Annahmen und manchmal auch Wunschdenken.
Infolgedessen kann man nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass an einem Vorbildbahnhofsplan nichts zu verbessern wäre.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 472

11.09.2014 16:24
#12 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Hallo,

ich schrieb darum ja auch, daß sie sich "meistens etwas gedacht haben". Das schließt natürlich ein, daß sie sich gelegentlich nichts gedacht und auch schon mal falsch gedacht haben oder daß die Kristallkugel nicht richtig funktioniert hat. In Spalt scheint das aber nicht der Fall gewesen zu sein, und ich habe auch schon, als ich den Artikel gelesen habe, nicht recht verstanden, warum hier etwas verbessert werden muß.
Im übrigen fiel mir beim Betrachten der Fotos auf, daß der Oberbau schon sehr nach Oberbau K aussah, es war also schon mal in Spalt gebaut worden. Interessant wäre, ob dabei Änderungen vorgenommen wurden, aber dazu bräuchten wir einen Gleisplan aus der königlich-bayerischen Zeit.

Herbert

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.573

11.09.2014 19:31
#13 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #4
Die 98.3, die den Gesamtverkehr bewältigt hat, mußte auch in Georgensgmünd (Ausgangspunkt der Strecke) als Rangierlok aushelfen und dürfte einen ziemlichen Kohlenverbrauch gehabt haben. Da sie nur 0,6t Vorrat hatte, war häufiges Bekohlen angesagt.

Zum Kohleverbrauch des Glaskastens findet man Angaben im Buch zur 98.3 des EK-Verlags! Im Jahre 1941 hatte die 98 316 der Bw-Nürnberg-Rbf., eingesetzt u. a. auf der Strecke nach Spalt (hier Fahrplan 1941), einen Verbrauch von rund 6,33 t Kohle pro 1000 km. Sie kam dabei auf eine durchschnittliche Tageslaufleistung von ca. 180 km und musste dann nach Adam Riese 2 mal am Tag bekohlt werden!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"


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tuxlover Offline



Beiträge: 159

12.09.2014 20:57
#14 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Ich will mich auch mal an Optimierungen versuchen:

1) Spiegelung der Gleisverbindung am Bahnsteigende
Dadurch könnte man den Gleisstumpf an Gleis 3 (ich benutze mal die Nummerierung von Harald, OOK könntest du in Zukunft in deine Zeichnungen bitte gleich Gleisnummern einzeichnen. Die sind nämlich fast wichtiger als Bahnhofsnamen) für eine Ladestelle nutzen. Wurde in der Miba aber nicht gemacht.
Einer der beiden Gleisstummel muss mindestens Loklänge aufweisen. Im Original der in Gleis 3, gespiegelt der in Gleis 2. Je nach räumlichen Gegebenheiten kann das ein Grund sein diese Änderung vorzunehmen.

2) "Positionstausch" der Gleisverbindungen am Güterschuppen
Sie am GS weg zu lassen, um den Bahnsteig dort bei Längen Stauchung noch unterzubringen, kann ich mir gut vorstellen. Der Stückgutwagen läuft dann eben am Zugende.
Das Einfügen zwischen Gleis 2 und 3 macht aber überhaupt keinen Sinn meiner Meinung, erst recht bei einer extremen Längenstauchung des Bahnhofes.

3) Verlegen der Bekohlung
Das klingt für mich extrem nach: "das haben wir immer schon so gemacht", um ein gewohntes Bild eines BW zu erhalten. Das nimmt dem Bahnhof aber die Identität.

Gruß
Michael

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

12.09.2014 21:49
#15 RE: Optimierungen? Haar-SPALT-ereien? antworten

Hallo Hubert,

um das Haar mit der gleichen Genauigkeit zu SPALTen wie in deinem Beitrag, sei erwähnt, daß kein Lokführer den Inhalt des Kohlenkastens genau bis Menge Null verfeuern wird, und darauf vertraut, genau dann an der Bekohlung zu sein, das wirst du beim Tanken genausowenig tun.
Ergo ist deine Rechnung (die was bezwecken soll?) erheblich geschönt, so daß das Bekohlen wohl häufiger war.

Grüße
Christian

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