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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 48 Antworten
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 IV.3. Praxis des Modellbahnbetriebes
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Casey Jones Offline



Beiträge: 95

04.09.2014 17:34
#16 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Hallo,

schön daß meine Signatur offenbar nicht so verkehrt ist. Dazu stehe ich auch, denn die Beschäftigung mit einer Modellbahn hat mit der Notwendigkeit einer PC-Unterstützung prinzipiell gar nichts zu tun. Daß es die große Bahn nicht mehr ohne schafft, hat ja wohl ganz andere Gründe. Und wenn ich glaube, bei meinem Betrieb zuhause so etwas auch zu brauchen, dann sollte ich mich erst mal fragen, ob ich vielleicht mit dem ganzen Zeug ebenso überfordert bin wie die.
Logische Folge wäre aber dann, jedenfalls für mich, daß der Betrieb eben eine Nummer zu groß ist, also so weit zu verkleinern wäre, daß ich damit zurecht komme.
Was habe ich davon, "wenn mein PC mit der Eisenbahn spielt"? Ob er was davon hat, darf sowieso bezweifelt werden.

Zitat
da ich als Zugpersonal nur einem Zug meine volle Aufmerksamkeit zuteil werden lassen kann.


Das ist für mich deutlich genug. Wann schau ich dann auf die vielen anderen Züge, die der PC spazieren fährt?
Wenn Eisenbahn und PC, dann ist ein Computerspiel ehrlicher, eindrucksvoller und preiswerter - und man kann wesentlich echter Lokführer spielen.

Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

OOK Offline




Beiträge: 4.300

04.09.2014 18:29
#17 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Alles ganz meine Meinung, Christian, dennoch muss ich feststellen, dass es hier ziemlich OT ist. Dafür bräuchten wir eine Diskussionsplattform über Sinn und Unsinn der Computerunterstützung des Modellbahnbetriebes. Die Frage ist doch schon häufiger aufgetaucht. Aber vermutlich sind die Lager dabei ebenso klar positioniert wie beim Thema, ob man Bahnhofspläne verändern darf oder nicht.
OT oder nicht, dieses Zitat muss ich mir noch gönnen:

Zitat von Casey Jones im Beitrag #16
Was habe ich davon, "wenn mein PC mit der Eisenbahn spielt"? Ob er was davon hat, darf sowieso bezweifelt werden.
,,

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

OOK Offline




Beiträge: 4.300

04.09.2014 18:33
#18 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Zitat von hwunderlich im Beitrag #15
Im Umkehrschluss bedeutet dies eigentlich, das Alleinspieler OHNE PC-Unterstützung ZLB machensollten, auch
wenn dabei der leicht schizophrene Zustand zu Tage tritt, dass der Zugführer Hartmut mit dem Zugleiter Hartmut
seine Fahrvereinbarungen treffen muss.
Das kann er ja nonverbal, indem er einfach auf seinen Fahrplan guckt und denkt: Jau, so mach ich's.

Zitat
Zudem sei angemerkt, dass dann sicherlich nur 1 Zug auf der Anlage rollt, da ich als Zugpersonal nur einem Zug
meine volle Aufmerksamkeit zuteil werden lassen kann.

In diesem Fall kann auf jegliches Sicherungssystem verzichtet werden. Da steht dann lediglich in der SbV, dass auf der Strecke Soundso nur ein einzige Tfz-Einheit verkehren darf.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
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OOK Offline




Beiträge: 4.300

04.09.2014 18:35
#19 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Ein Vorschlag zur Güte, damit wir uns nicht verfransen: In diesem Strang nur über Fdl-Anlagen ohne C. diskutieren, mit C. in einem (noch zu eröffnenden) Parallelstrang. Was meint ihr?

OOK
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Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

04.09.2014 19:02
#20 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Zitat von OOK im Beitrag #19
Ein Vorschlag zur Güte, damit wir uns nicht verfransen: In diesem Strang nur über Fdl-Anlagen ohne C. diskutieren, mit C. in einem (noch zu eröffnenden) Parallelstrang. Was meint ihr?

Ein klares Jein, man müsste erst mal Abgrenzen, was man unter Computerunterstützung versteht! Einen PC oder gar schon eine modernere Digitalzentrale? Ich stimme mit Christian im großen überein, aber so ganz werde ich auf den Computer nicht verzichten! Bei mir soll er zum Beispiel im nicht sichtbaren Bereich helfen um einen bestimmen Zug vom Schattenbahnhof in den sichtbaren Bereich zu bringen (Einfahrsignal erster Bahnhof)! Ab dort geht es per Hand weiter!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

04.09.2014 19:07
#21 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Zitat
In diesem Strang nur über Fdl-Anlagen ohne C. diskutieren


OK. Ordnung ist immer besser als Durcheinander.

Aber - mit Verlaub - dann war das (#12) :

Zitat
Das gefällt mir nicht. Das kann doch auch ohne Computer gehen, zumal, wenn man die Signatur von Casey Jones anschaut.

streng genommen, auch schon OT.

Gruß
Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

tuxlover Offline



Beiträge: 159

04.09.2014 19:24
#22 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Hallo,

ein spannendes Fass wurde hier in dem Thema aufgemacht und es tauchen auch gleich einige Definitions-, Informationsdefizite auf. Hartmut hat ja schon ein paar Informationen zur Jobbeschreibung eines Fdl geliefert. Was ich ganz wichtig finde, ein Fahrdienstleiter ist kein Lokführer, fährt also auch keinen Zug. Seine Aufgabe ist das Stellen von Fahrwegen, also Weichen, Signalen und die Koordination von evtl. mehreren gleichzeitig stattfindenden Zugfahrten sowohl innerhalb seines Bahnhofes, als auch mit den Nachbarbahnhöfen. Er verlässt während des Betriebes auch seinen Bahnhof nicht, sondern ist die Session über fest vor Ort.

Das Thema Zugleitbetrieb, würde ich gern ausklammern. Es betrifft zwar auch den Zugleiter (Fahrdienstleiter), ist aber doch ein andere Ausprägung, welche auch zu ganz anderen Anlagendesigns führt.

Was bedeutet das nun für das Design der Anlage? Zuerst der Schwerpunkt der Anlage liegt auf einem Bahnhof, ob an einem Streckenast fünf weitere ausgestaltete Betriebsstellen sind oder direkt ein Zugspeicher folgt, ist für den Fdl egal. Seine Tätigkeit verändert sich dadurch nicht.
Die Attraktivität eines Fdl Postens steigt mit den dispotiven Möglichkeiten/Aufgaben. Ein Bahnhof der planmäßig vielleicht zwei oder drei Zugkreuzungen hat, wird vermutlich schnell eintönig. Besser sieht es aus, wenn regelmäßige Kreuzungen und Überholungen stattfinden. Hier geht es dann auch darum, bei Verspätungen Anschlüsse abzuwarten oder auch nicht. Die Kreuzungen evtl. in einen benachbarten Bahnhof zu verschieben...
Mann sieht eine höhere Anzahl von Streckenabgängen steigert hier den betrieblichen Reiz, nicht die Anzahl der Betriebsstellen. Zudem wenn unterschiedliche Geschwindigkeiten gefahren werden (Regionalverkehr, höherwertiger Fernverkehr, Güterverkehr...).

Vieles davon klingt jetzt nach "Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn", das muss aber nicht sein. Ordentliche Kreuzungslänge sollten die Bahnhofsgleise aber auf jeden Fall haben. Ein minimalistischer Ansatz könnte auch ein Abzweig auf freier Strecke sein.


Das schizophrene Schlüpfen in mehrere Rollen ist der Modellbahner ja gewohnt. Ist in diesem Strang ja auch schon mehrmals erwähnt worden und bietet eine wunderbare Möglichkeit auch alleine oder mit wenigen Personen viel Eisenbahnbetrieb nachzuspielen. Eine für Zugführer designte Anlage ist hierbei eindeutig flexibler. Im Zweifelsfall werden die einzelnen Dienste halt nacheinander abgearbeitet oder ausgedünnt. Dazwischen "beamt" sich der Spieler von einer Dienststelle zur anderen.
Eine Fdl-Anlage besteht im Zweifelsfall nur aus einer Betriebsstelle und Zugspeichern. Wenn das kompakt genug umgesetzt ist, kann man evtl. auch in die Rolle des Lokführers schlüpfen. Die Idee zur Automatik zu greifen, ist hierbei aber sehr naheliegend. Für weitere Mitspieler wären das sicherlich auch nicht sehr attraktive Dienste. Um das zu steigern, bräuchte man mehr gestaltete Strecke / weitere Betriebsstellen. Die braucht dann aber einiges an zusätzlichem Platz und ist wesentlich schwerer allein zu steuern, falls man das will.
In dem Fall würde ich eher zum Modulbahnern als zur Heimanlage tendieren.

Ich würde daher vorschlagen zuerst hier mal allgemein nach Designkriterien für Fdl-Anlagen zu suchen, egal ob mit oder ohne Automatikunterstützungen. Gurndsatzdiskussionen ob deren Einsatz gut oder schlecht ist, aber hier heraushalten. Lasst uns doch auf die Designkriteren konzentrieren.

Gruß
Michael

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

04.09.2014 20:29
#23 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Hier riecht es irgendwie nach Schweineschnitzel....
Zum Übung kann sich der angehende FDL mal mit einer Stellwerksimulation vergnügen!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

hmmueller Offline



Beiträge: 438

06.09.2014 21:24
#24 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Ich glaub, ich mag euch hier einmal was erklären - es ist vielleicht ein wenig OT, aber mir scheint's interessant: Nämlich über die Tätigkeit eines Fahrdienstleiters (nicht nur) in Österreich (bis vor 20 Jahren - seither ist alles ... nun ja, nicht mehr so interessant):

Wenn ihr mein Blog auch nur überfliegt, werdet ihr feststellen, dass in Österreich die meisten Bahnhöfe zwei Endstellwerke und ein Befehlswerk im Ankunftsgebäude (was in D "Empfangsgebäude" heißt - das nur nebenbei) hatten. Dem durchschnittlichen deutschen Eisenbahnwissenden stellt sich die Frage: Wieso ist das so - "normalerweise", nach deutscher Denkweise, hat man doch ein Befehlsstellwerk auf der einen Seite und ein Wärterstellwerk auf der anderen? Mit dem Befehlswerk in der Mitte braucht man doch 3 Leute statt 2, um den Betrieb zu fahren!

Jaaaa .... aber: In Österreich umfasste die Verantwortung des Fahrdienstleiters auch den kommerziellen Dienst. Ich war ja häufig auf kleineren Bahnhöfen und bin da auch in den Fahrdienstleitungen herumgehangen, und da kriegte man das richtige Leben mit: Vom Raiffeisenlagerhaus kam der Anruf, wo den die bestellten 4 Leerwagen für's Getreide wären - ein Bauer kam mit einem Frachtbrief, um irgendeine Maschine auf einer Palette abzuholen (die durfte dann der örtliche Bahnhelfer aus dem Güterschuppen holen) - die örtliche Möbelfabrik hat einen zusätzlichen G bestellt, am besten heute - die Hühner für die Flügelzucht nervten usw.usf.

Ein Fahrdienstleiter, in meiner Jugenderfahrung, ist also der eine "Ansprechpartner und Entscheider für alles und jedes am Bahnhof" - das war wahrlich ein Managerberuf!

Wenn man den Beruf so versteht (und das war auch in D so auf vielen Bahnhöfen mit - mechanischen - Mittelstellwerken, dass der kommerzielle und der Verkehrsdienst zusammengelegt waren), dann ist doch alles, was OOK und ihr alle hier propagiert, eine Fdl-Anlage!

(Was ihr hier mit "Fdl-Anlage" meint, ist offenbar etwas, was ich eher "reine Betriebsanlage" nennen würde ... das wird jetzt aber gerade wieder ein eigenes Thema: Lasst mich einmal ziemlich brutal die Hypothese aufstellen, dass ihr alle das Wort "Betrieb" falsch verwendet - ok, ich poste das in einem eigenen Fred und lass mich dann gerne niederdiskutieren!)

Harald M.

OOK Offline




Beiträge: 4.300

07.09.2014 03:52
#25 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Im kleinen Bahnhof Bad Lauterberg, der in vielen Jahren meiner Jugend einziges Anschauungsobjekt war, war auch der Fahrdienstleiter das Mädchen für alles, der Stationsmanager, der für jede Frage zuständig war. Er verkaufte Fahrkarten, nahm Gepäck an, gab Fahrplanauskünfte und bearbeitete Erstattungsanträge. Außerdem war er noch angesehener Vorstand des örtlichen Taubenzüchtervereins.
Durch diese multiple Aufgabenhäufung an kleinen Stationen ist der Fdl jedoch nicht definiert, sondern nur durch seine eigentliche, seine Kerntätigkeit, nämlich die, den Fahrdienst zu leiten. Deswegen schauen wir da auch besser in ein Stellwerk, wo er genau das macht und nix anderes (wenn er nicht gerade, wenn nix los ist, im MAPUD-Forum postet).

Um mal wieder meine eigene Anlage als Beispiel anzuführen: Es gibt bei ihr einen Fahrdienstleiter (im Bf Sonnenberg), dennoch ist sie mitnichten eine Fahrdienstleiteranlage, sondern eine Zugleiter-Anlage und - falls mal kein Zl vorhanden ist, eine Tf-orientierte Anlage.

OOK
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OOK Offline




Beiträge: 4.300

07.09.2014 22:14
#26 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Ein kleiner Ausflug in die Modellbahnhstorie: In den Neunzigern des letzten Jahrhunderts war der Freundeskreis Schmalspurbahn (FKSB) bekannt für seine großen 0e- und 0m-Modularrangements. Im Prinzip war es so, zumindest am Anfang, dass jedes Mitglied ein Modul baute, und das war in der Regel ein Bahnhof. Dieser war mit einer Schaltermimk zur Steuerung der Weichen und abschaltbaren Abschnitte versehen, womit sich eigentlich nur der Erbauer selber auskannte. Deshalb bürgerte es sich ein, dass dieser Erbauer während es Betriebes an diesem seinem Bahnhof sitzen blieb und die ankommenden Züge durch diesen schleuste oder auch in seinem Bf rangierte. Anschließend schickte er ihn weiter zum nächsten Bahnhof.

Extra Tf gab es nicht, sondern die Bahnhofsagenten oder de facto Fahrdienstleiter) setzten den Zug mit dem Selectrix-Handregler in Fahrt und nahmen ihn dann aus dem Regler. Sodann riefen sie dem Agenten des nächsten Bahnhof zu: "Ich hab ihn rausgeschmissen. Kannst ihn nehmen, ist die Nr. 14" Worauf der neue Fdl diesen Zug in seinen Regler programmierte etc. etc.

Als ich damals zum FKSB stieß, war ich beeindruckt, dass es so viele 0m-Module gab und dass ein so fetter Betrieb veranstaltet wurde. Nur dieses bahnhofsorientierte System (heute würde ich sagen Fdl-System) gefiel mir gar nicht. Daher schlug ich vor, zum Tf-orientierten Betrieb überzugehen und bekam heftigen Gegenwind.Wir haben es dann doch ausprobiert und ich mimte so etwas Ähnliches wie Zugleiter - ohne Telefon in einer großen Halle, den Rest kann man sich denken.

Die Folge für mich war, dass meine im Bau befindliche Anlage umgehend eine Telefonanlage erhielt.
Dass ich mich dann für das Zugleitersystem anstelle eines Fdl-Systems entschied, habe ich schon begründet. Das spricht nicht gegen die Fdl-Anlage, die für bestimmte Anlagen optimal ist. Für welche genau, wollen wir ja noch herausfinden.

OOK
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tuxlover Offline



Beiträge: 159

13.09.2014 12:12
#27 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Ohne Telefon, war der Versuch sicherlich sehr chaotisch. Wobei eine Telefonanlage eh sinnvoll ist, egal ob Zugleitbetrieb oder Zugmeldeverfahren. Im Endeffekt ist die Ausgangslage die du beschreibst ja schon ein gutes Beispiel von einer Fdl-Anlage. Sicherlich noch etwas "dilettantisch" umgesetzt. Für etwas mehr Vorbild Treue, würde ich per Telefon formal richtige Zugemeldungen hinzufügen. Bleibt noch die Übergabe der Lokadresse. Hier müsste man halt noch einen Modellbahn spezifischen Satz ergänzen.
Vielleicht wäre eine passende technische Unterstützung noch ein Bremsabschnitt vor den Einfahrsignalen, so dass der Fdl sicher sein kann dass der Zug vor dem ESig erstmal hält, auch wenn er ihn noch nicht übernommen hat.
Dazu Fahrplan und Uhr, Frachtkarten... klingt aus meinen Augen doch schon gar nicht so schlecht. Das den Job des Fdl nur der Erbauer guten Gewissens übernehmen kann ist natürlich ein Lapsus, der eindeutig auch für Vorbild gerechte Sicherungstechnik spricht. Denn dann gilt, kennst du eine, kennst du alle. Zumindest in gewissen Grenzen.

Ich will mal noch ein Zitat aus dem Nachbarstrang einfügen:

Zitat von OOK im Beitrag RE: Anlagen mit Zugleitbetrieb
Wobei ich natürlich von der BAE ausgehe. Der dortige Fdl-Job im Bf Sonnenberg ist nach Ansicht aller Mitmacher der spannendste und schwierigste der BAE und fordert "den ganzen Mann", den kann man - mit Verlaub - nicht "auf einer Arschbacke" nebenher machen.

Das kann ich mir gut Vorstellen und unterstreicht meiner Meinung nach den Reiz, den ein Fdl-Job ausmachen kann. Führt uns aber noch nicht weiter, wie ein entsprechendes Anlagen Design aussehen soll. Die BAE ist ja eher eine Anlage mit Zugleitbetrieb, auf der der es auch Betriebsstellen mit Fdl gibt.

Gruß
Michael

BR41 Offline



Beiträge: 71

18.09.2014 20:08
#28 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Ein Fahrdienstleiter sitzt ja, wie schon erwähnt, auf einem Bahnhof; also brauchen wir m.E. einen, der,
um auch etwas Aktion zu haben, nicht nur aus zwei Gleisen bestehen soll.

Wenn das Modellbahny noch mehr als nur Einfahrt und Ausfahrt der Züge steuern möchte, sollte im
Bahnhof auch einen eigene Rangierlok stationiert sein, mit der es die Anschlüsse bedienen kann,
schließlich ist Fdl ein stationärer Job.

Dies scheint mir die Grundausstattung zu sein und je mehr Strecken in diesen Bahnhof
führen, desto mehr Aktion ist da. Es muss ja nicht so extrem sein wie bei der
Stellwerkssimulation Altona.

Jetzt ist noch zu überlegen, wie denn die Züge und Wagen in den Bahnhof kommen.
Aus Fdl-Sicht kann diesen Skavenjob jeder andere Mitspieler übernehmen oder aber
der Computer...

----

-- Andreas

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

03.10.2014 20:29
#29 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Hallo FDLs,

könnte mir bitte einer nochmal genau den Job eines (Modellbahn-) Fahrdienstleiters erklären?
Sorry, aber wenn ein Computer die Züge fahrt und der Mann am Stellpult "nur" die Weichen und Signale stellt, was ist dann der Reiz oder der Sinn des Spiels?
Und was bekommt man dann von der Anlage überhaupt noch mit?

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

hmmueller Offline



Beiträge: 438

03.10.2014 21:52
#30 RE: Anlagen für Fahrdienstleiter (Fdl-Anlagen) Antworten

Ich versuche einmal eine Antwort zu geben, weil ich mir - wenn ich (in der Pension?) Zeit finde - auf jeden Fall eine "Fahrdienstleiter-betonte Anlage" bauen würde/werde.
Ich rede hier, als "Extremfall", von einer Ein-Person-Anlage (schon ab zwei Personen wird es viel lustiger und interessanter - ungefähr "fünf mal so interessant"; trotzdem soll dieser Extremfall zur klaren Darstellung dienen), und auch einer ganz ohne Computer!

Erstens: Man muss schon das wirkliche Arbeitszeug eines Fdl haben, damit man ihn spielen kann: Also sinnvoll nachgebildete Sicherungsanlagen und eine sinnvoll nachgebildete Betriebsvorschrift, die nicht alles "wegsimplifiziert". Dazu gehört in meinen Augen mindestens:

* Sicherungsanlagen, die alle Schritte der Bedienung für wesentliche Aktionen korrekt nachbilden: Rangierstraßen sind was anderes als (Zug-)Fahrstraßen; die Rücknahme von Fahrstraßen geht nicht "einfach so"; spitz befahrene Weichen sind (auf mechanischen Stellwerken) bei Zugfahrten zu riegeln; usw.usf.
* Schriftliche Befehle sind zumindest prinzipiell korrekt nachzubilden.
* Besondere Verfahren sind auch prinzipiell korrekt nachzubilden. Ein Beispiel, das vielleicht nicht jeder kennt: Ich war zufällig ausgerechnet heute nach langer langer Zeit wieder einmal auf einem Bahnhof, und da hatte ein Fahrdienstleiter-Einschuler seine Abnahme. Der wurde geprüft, wie in diesem Bahnhof die Nachtsperre durchzuführen ist: Man kann eben auf einem richtigen Bahnhof am Abend nicht einfach aufstehen und weggehen und das Stellwerk einfach so stehen lassen, wie's halt grad steht ... da braucht es eine technische Zustimmung von einem der Nachbarbahnhöfe, dann müssen Hebel umgelegt, Felder geblockt, Signale gestellt werden ... klar wäre das ein "Sonderfall", den man in einer Betriebssitzung nur einmal "spielt", aber es gehört eben so.
(* Ja und wenn's mehr als ein Fdl ist, dann könnte man nun mit Anbieten/Annehmen, Kreuzung verlegen usw.usf. loslegen! - aber das will ich ja nicht beschreiben).

"Das ist aber aufwendig"? Ja klar - wenn einen das nicht interessiert, ist man eben kein Fdl :-) ... (und ich verstehe, dass es von dieser Sorte noch weniger gibt, als von denen, die "richtigen Betrieb" machen wollen ...).

Zweitens: Unter "Fahrdienstleiter-Anlage", wie das hier gemeint ist, kann man sicherlich keine Anlage verstehen, wo jemand nur Fdl spielt. Die anderen Ein-Person-Anlagen und -Betriebskonzepte, die ihr hier besprecht, sind ja auch nicht "Lokführer-Anlagen" (wo ein Computer die Weichen stellt und die Wagen entkuppelt?) oder "Rangierer-Anlagen" (wo ein Computer mit der Lok fährt, weil man als "Spielender" nur entkuppelt???), sondern eben Anlagen, wo alle Dienstposten von einer Person mit verschiedener Gewichtung wahrgenommen werden. Ich finde, Benno hat das hier doch gut beschrieben (wenn er auch den Stellwerker ohne Auftrag und technische Mitwirkung des Fahrdienstleiters eine Fahrstraße stellen lässt - ich nehme an, er meint auch das Freistellen des Signals: Das ist schon ein grober Verstoß gegen die Realität ... der vielleicht auch zeigt, dass das Wissen über die Tätigkeiten eines Fdl noch nicht so ganz verbreitet ist...).

Drittens: Weiter oben (#2) hast Du ja selber geschrieben: "der Fahrdienstleiter, ... der die Zugfolge unter eigener Verantwortung regelt und die damit zusammenhängenden Geschäfte erledigt".

Also lassen wir ihn das doch tun! Erstens gibt es im realen Leben Verspätungen, und zwar oft nicht zu knappe. Der Fdl regelt nun die Zugfolge: D.h.
* er entscheidet über die Verlegung von Kreuzungen,
* lässt vorfahren,
* im Extremfall lässt er auch einmal einen Zug lokal stehen.
Das alles haben die Fdls auf der Strecke durchs Drautal, wo ich aufgewachsen bin, getan, und zwar täglich. Langweilig war das nicht (oder zumindest nicht immer).

"und erledigt die damit zusammenhängenden Geschäfte":
* Der ankommende Ng hat mehr Wagen als gedacht - das Ladegleis wird voll, und ein Hauptgleis muss als Abstellgleis verwendet werden (passiert hier in Grafing immer wieder, wenn von Italien her wegen Bauarbeiten am Brenner Züge zurückstauen).
* Der Maschinendienst (das Heizhaus) kann die notwendige Lok wegen Schadens nicht bereitstellen, sondern nur eine kleinere: Wagen abhängen, zweiten (Erfordernis-)Zug einleiten (i.d.R. auf einer Bedarfstrasse).

"Ja aber ...", höre ich Dich und andere sagen: "In unseren Fahrplänen sind keine Verspätungen vorgesehen - wir haben schon genügend Vergnügen damit, die Variabilität des Wagenbedarfs an den diversen Ladestellen zu "managen" (oder "spielen", wenn man so will)." Darauf sage ich: Auf einer "fahrdienstleiter-betonten" Anlage sind eben andere Variabilitäten interessant - vorrangig Verspätungen, aber auch Sonderzüge, lange Züge, dann auch Signalausfälle (Ersatzsignal!), spinnende Weichen (die kann man nicht einfach mit der Hand wieder zum Gehen bringen! - da muss dann schon der Sicherungsdienst anrücken, und solange muss man auf andere Gleise fahren, Verschlüsse anbringen, usw.)

Nun mag es sein, dass sich diese Variabilitäten schwieriger einbringen lassen als jene, die einen abwechslungsreichen Frachtbetrieb erzeugen: Aber das ist noch lang kein Grund, sie nicht zu versuchen (lies doch einmal über die "Situtationskarten" bei Bruce Chubb: "Heavy snowfall on the upper line requires that each train is double-headed" oder so ähnlich war eine; oder auch "Snowfall requires a snowplough run if the last train was running more than one hour ago" ...).

"Ohne Computer" erfordert, dass nun trotzdem jemand die Züge im FY zusammenbaut und über die Strecke zum (einen?) Bahnhof und weiter fährt - auf der Ein-Mann-Anlage bin das auch ich, aber ich fahre vermutlich etwas "lässiger", so wie andere eben das Weichenstellen nicht wirklich nach der Realität machen (das Umstellen einer mechanischen Weiche ist übrigens auch was, was man lernen muss ...).

Ich gestehe, das ist alles am grünen Tisch erfunden. Aber so würde (und werde, wenn's dann soweit ist) ich das machen wollen ...

Harald M.

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