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Dieses Thema hat 41 Antworten
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 VII.3. Weichen und Signale stellen
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OOK Offline




Beiträge: 4.138

22.08.2014 12:43
#1 Stellwerk Sf der BAE antworten

Eins aber vorweg:

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag RE: Ein kleiner Standardbahnhof
OT: Bei der Komplexität von mechanischen Stellwerken wird mir eine elektronische Lösung immer sympathischer!

Ich bezweifle, dass elektronische Lösungen einfacher sind, in die muss man sich genau so einarbeiten wie in mechanische. Mir selber sind letztere wesentlich sympatischer, weshalb ich das ja in abgespeckter Form bei meiner Anlage zu realisieren versuche.

Im internen BAE-Teil des Harzbanforums postete ich kürzlich dies hier:

Zitat
Dass Sonnenberg mal ein Stellwerk bekommen soll, davon ist schon seit Jahren die Rede. Jetzt endlich sind erste Spuren sichtbar:



Die drei Stellhebel des westlichen Teils (Bausätze von Matthias Hellmann, FREMO) sind montiert und probeweise in entsprechende Ausschnitte in der neuen Grundplatte eingesetzt. Diese ist als Einschub ausgeführt und kann für Montagearbeiten herausgezogen werden - und das wird sie vermutlich sehr, sehr oft werden.

Die Verschlusstafel ist provisorisch angetackt, um einen Eindruck zu vermitteln, wie der Job des Fdl in Zukunft aussehen wird. Der stellt die Weichen dann nämlich nicht mehr, indem er sie eine nach der anderen in den Blick nimmt und die Stellung der Zungen prüft, ob sie dem gewünschten Fahrweg entspricht, sondern er arbeitet einfach die Angaben in der Verschlusstafel ab. Die Fahrstraßenhebel, die nach der Einstellung des Fahrweges diesen festlegen, bevor das Signal gezogen werden kann, fehlen noch. Sie existieren derzeit nur auf dem Bildschirm.

Zum Schluss gleich mal die Gretchenfrage: Kann jemand schon erkennen, auf welchen Fahrweg auf dem Foto die Einfahrt von Schlufterhütte gestellt ist?



Ein BAE-Mitmacher, der noch nie einen Verschlussplan gesehen hatte,hat auf Anhieb erkannt, das hier die Einfahrt von Shü nach Gleis 3 eingestellt ist.

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23.08.2014 15:06
#2 Stellwerk Sf der BAE antworten

Ortega y Gasset hat mal gesagt, dass Halbbildung schlimmer ist als gar keine Bildung. Vielleicht hat er mich gemeint bezüglich meines Halbwissens zu Sicherungstechnik. Aber dann halte ich es wie wie angeblich die Ostfriesen und sage, das ich nicht alles wissen muss, den es reicht, jemanden zu kennen, der es weiß. Das wärest jetzt du Christian, zumindest gehen deine Kenntnisse meilenweit über meine hinaus, und davon will ich gerne profitieren.

Nun steht dem (derzeit nicht bekannten) Verschlussplan von Elend das Elend mit dem Verschlussplan von Sonnenberg West gegenüber. Den habe ich gestaltet in Anlehnung an den von Eisfelder Talmühle, den ich in HSS I gezeigt habe. Der sieht so aus:



Wenn ich mich nicht täusche, sind da auch für die Fahrstraße Netzkater von/nach Gleis 1 alle Gegebenheiten identisch. Wo liegt mein Fehler?

Andererseits: Stellwerke und Sicherungstechnik sind auf Modellbahnen so gut wie unbekannt. Wenn ich das jetzt an meiner Anlage als einer von wenigen mache, dann erhebe ich nicht den Perfektionsanspruch, dass alles genau so sein muss, wie nach Vorbildvorschrift. Das ist in der Praxis nicht durchzuhalten. Auch hier gilt die andernorts erwähnte good-enough-philosophy. Die gleichzeitig Ein- und Ausfahrt von/nach Gleis 1 zu vermeiden, braucht es auf der Modellbahn keine besondere Sicherungstechnik, sondern nur wache Mitmacher. Vor der Ausfahrt steht ja noch der Abfahrauftrag durch den Fdl. Kaum anzunehmen, dass der eine Einfahrt von Shü nach Gl 1 einstellt und dann einem Zug nach Shü den Abfahrauftrag erteilt, zumal vor diesem Abfahrauftrag nach noch die Fahrerlaubnis des Zugleiters liegt.

Mein Anliegen mit dem Stellwerk ist weniger die tatsächliche Sicherung der Fahrstraßen, obwohl durchaus erwünschter Nebeneffekt, sondern ein vorbildmäßiges feeling. Die Signale und einige Weichen werden bereits jetzt mechanisch ferngestellt (Schubstangen teilweise mit bis zu vier Umlenkungen), aber die Bedienung erfolgt halt derzeit noch über am Anlagenrand herausragende Schubstangen, und die sollen durch das Stellwerk ersetzt werden.

Matthias Hellmann hat seine Stellhebel in der Tat so konzipiert, wie du es vermutest, Christian, dass nämlich mit dem Umlegen des Hebels lediglich ein Umschalter betätigt wird, der dann die Weichen elektrisch ansteuert. Das will ich nicht. Ich will die Stellbewegung mechanisch bis an die Weichen und Signale bringen, und daran arbeite ich zur Zeit.


Zitat von Casey Jones im Beitrag #12

Zitat
Der stellt die Weichen dann nämlich nicht mehr, indem er sie eine nach der anderen in den Blick nimmt und die Stellung der Zungen prüft, ob sie dem gewünschten Fahrweg entspricht, sondern er arbeitet einfach die Angaben in der Verschlusstafel ab.

Das kann man so nicht stehen lassen. Der Stellwerksbediener (egal ob Weichenwärter oder Fdl) ist nach Fahrdienstvorschrift verpflichtet
- vor dem Einstellen einer Fahrstrasse zu prüfen, ob die zu stellenden Einrichtungen frei von Fahrzeugen sind
- nach dem Einstellen einer Fahrstraße den Fahrweg zu prüfen (dazu gehört das Freisein des gesamten Fahrwegs von Fahrzeugen, Einstellen von Rangierarbeiten, Schließen von Schranken usw)
Das geht nicht ohne einige konzentrierte Blicke auf die Gleisanlagen.

So war es auch nicht gemeint. Natürlich muss der Fdl seine Gleisanlagen im Blick haben. Aber er muss nicht bei jeder Weiche visuell feststellen, ob die Zungen so oder so anliegen. Das ging beim Vorbild eh nicht. Und beim Modell soll es überflüssig sein.

So, das war jetzt etwas viel auf einmal. Aber ich musste mal darlegen, vor welchem Hintergrund ich hier argumentiere. Gerne nehme ich aber neue Erkenntnisse an. Z.B. würde ich es gut finden, Christian, wenn du mal anhand irgendeines nicht zu komplizierten Gleisplans, zu dem du alle Unterlagen hast, mal darzulegen, wie die Sicherungstechnik aufgebaut und ist und z.B. auch der Verschlussplan aussieht und warum. Wäre das möglich?

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Casey Jones Offline



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26.08.2014 13:16
#3 Stellwerk Sf der BAE antworten

Zu Stellwerk Sonnenberg:
C1, C2, C3: Diese drei Spalten können (der Vorschrift entsprechend) zu einer zusammengefasst werden, wenn mit dem Stellen des Signals sonst keine weiteren Handlungen stattfinden.
In Eisfelder Talmühle mußte zwischen B1 und B2 unterschieden werden – obwohl am Signal genau das Gleiche passiert – weil mit dem Stellen des Signals B die Weiche 10 einmal in Grundstellung, das andere Mal in umgelegter Stellung per Zwischenriegel verriegelt wird. Das könnte man übrigens technisch mit den zwei Drehrichtungen der Signalkurbel und entsprechenden Stellrillen am Signalantrieb bewirken.




Ein Fahrstraßenausschluß ist, zugegeben, im Modellstellwerk eine ziemlich anspruchsvolle Arbeit, in 1:5 eventuell machbar. Die Hammerkopfschrauben wären immerhin noch M2.


Zum Verschlußplan Sonnenberg:

Bei einem Punkt muß ich etwas zurückrudern: In meiner Vorschrift, die immerhin aus dem Jahre 1955 stammt, fand ich tatsächlich eine Angabe für gekuppelte Weichen: Du müsstest nur die Nr. 18 und 17 durch einen Schrägstrich trennen, dann wärs formal in Ordnung. Die schon geschilderten Einwände bestehen aber weiter.

Bei den Spalten für die Fahrstraßenhebel wären alle jetzigen+ Zeichen durch – zu ersetzen, weil das die umgelegte Stellung kennzeichnet. Alle übrigen, jetzt leeren Kästchen, bekämen ein +, was bedeutet: Umlegen durch abweichende Lage eines Weichenhebels ausgeschlossen. Ob hier Fahrstraßenausschlüsse notwendig sind, läßt sich ohne Kenntnis der Ostseite, wo noch einige Ein- und Ausfahrten hinzukommen dürften noch nicht sagen.
Beim Westkopf ist mir nicht klar, wie im Unterschied zu Gl 3 aus Gl 4 ausgefahren wird. Es muß da noch eine weitere Weiche geben. (Rückfallweiche?)


Nun noch zu den mehr ideologisch-philosophischen Gedanken:
Daß ich relativ schwach zu Kompromissen neige, ist nicht neu. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Sicherungstechnik quasi ein Hobby im Hobby ist, aber auch, daß meine Ziele immer ein bißchen außerhalb der Reichweite zu hängen scheinen, so daß ständiges Strecken, so weit die momentanen Kenntnisse eben reichen, angesagt ist. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Kenntnisse und Fertigkeiten bei der Arbeit am Objekt zwangsläufig wachsen, so daß plötzlich Dinge möglich werden, die ein Jahr vorher undenkbar waren, was tatsächlich bei einigen Objekten zu einem zweiten verfeinerten oder geänderten Aufguß geführt hat. Aber damit muß ich selber fertigwerden, das mute ich niemandem anderen zu.
Meine mich aber erinnern zu können, daß auch auf der BAE schon Weichen wieder herausgerissen und durch andere ersetzt wurden.

Anbindung der Hebel über Drahtzüge: Respekt! Nimm aber bloß kein Nylon, es gibt sogar passende Drahtseile für den sichtbaren Bereich. Auch Profi Schusterzwirn für Untertage ist nicht schlecht.

Grüße
Christian


Verwendete Quellen:
DB 832 „Zeichen und Muster für Signalpläne“ (ZMS), Ausgabe 1955
Eisenbahn-Lehrbücherei der DB Band 87/I „das mechanische Stellwerk“ 1972
.

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29.08.2014 10:03
#4 Stellwerk Sf der BAE: Stand der Dinge antworten

wie erwähnt, hat Matthias Hellmann gar nicht an die mechanische Weiterleitung der Stellkraft gedacht und nur einen Kippschalter angelenkt. Diesen senkrecht nach unten arbeitenden Stellfinger habe ich mit Poly etwas verlängert, um einen Angriffspunkt für einen Umlenkhebel zu erhalten. Bei den Weichenhebeln bleiben die Kippschalter zur Herzstückpolarisierung erhalten, beim Signalhebel ist er überflüssig. Beim Hebel für die kombinierten Weichen 17/18 habe ich den Schalter 1x um durch einen 2x um ersetzt, da die beiden Herzen ja stets die gegeteilige Polarisierung brauchen.



Mit aus 3mm Poly ausgesägten Kniehebeln lenke ich die Stellkraft in die Waagerechte um und gleichzeitig nach oben, weil das Verschlussregister sich oberhalb der Grundplatte hinter den Hebeln anschließen soll. Das ist jetzt der nächste Job. Die Kniehebel wären gefräst sicher schöner (das Sägeblatt verläuft im dicken Poly unkontrollierbar), aber mein lieber Fräser, der das sicher gerne gemacht hätte, war leider nicht im Lande. Seht mir also die nicht ganz lupenreine Ausführung nach.

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29.08.2014 14:25
#5 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #3
Zu Stellwerk Sonnenberg:
C1, C2, C3: Diese drei Spalten können (der Vorschrift entsprechend) zu einer zusammengefasst werden, wenn mit dem Stellen des Signals sonst keine weiteren Handlungen stattfinden.
In Eisfelder Talmühle mußte zwischen B1 und B2 unterschieden werden – obwohl am Signal genau das Gleiche passiert – weil mit dem Stellen des Signals B die Weiche 10 einmal in Grundstellung, das andere Mal in umgelegter Stellung per Zwischenriegel verriegelt wird. Das könnte man übrigens technisch mit den zwei Drehrichtungen der Signalkurbel und entsprechenden Stellrillen am Signalantrieb bewirken.
Ich habe vor, nachträglich (also irgendwann) in das Signalgestänge Weichenriegel einzufügen.

Zitat
Beim Westkopf ist mir nicht klar, wie im Unterschied zu Gl 3 aus Gl 4 ausgefahren wird. Es muß da noch eine weitere Weiche geben. (Rückfallweiche?)

Nein, eine ortsgestellte, deren Lage später mal auch per Riegel gesichert werden soll, zunächst prov. und systemfremd jedoch nur durch ein Rückmeldelämpchen.

Zitat
Anbindung der Hebel über Drahtzüge: Respekt!

Das ist leider ein Missverständnis. Drahtzüge traue ich mir nicht zu, finde auch eh Gestänge besser. Wenn ich eine Anlage nach britisches Vorbild bauen würde, würde ich die dort vorhandere Gestängesicherungstechnik lustvoll anwenden, also auch mit der modellmäßigen Nachgestaltung der bodennahen Vierkantgestänge. Die alten preußische Gasrohrgestänge wie im Jüdel-Katalog dargestellt, werde ich jedoch nicht nachstellen, würde auch zum Harzer Thema nicht passen.

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Casey Jones Offline



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29.08.2014 17:59
#6 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Zitat
nachträglich (also irgendwann) in das Signalgestänge Weichenriegel einzufügen


da dürfte die gewählte Übertragung der Stellbewegungen mit Gestänge sogar leichte Vorteile bringen, weil man auf die Stangen/Rohre sehr einfach weitere Elemente aufklemmen kann.

Zitat
...britisches Vorbild bauen würde, würde ich die dort vorhandene Gestängesicherungstechnik....


ist da das Gras im Garten des Nachbarn grüner? Ich meine, "unsere" Drahtzugleitungen mit Rollenhaltern, Umlenkungen und Spannwerken dürften ebensoviel Potential zur Befriedigung der modellbauerischen Ambitionen bieten, selbst wenn sie nur funktionslos darzustellen sind.
Um ein Stück Draht wirst du an den Hebeln ohnehin nicht herumkommen, sonst sieht auch der relativ unbedarfte, daß das Stellwerk wohl stillgelegt ist.

Zitat
Mit aus 3mm Poly ausgesägten Kniehebeln lenke ich die Stellkraft in die Waagerechte um


das leitet mich zu der Frage, wo eigentlich die Stellkraft herkommt, da die Seilscheibe ja nicht gebraucht wird. Sollte sie allein aus der Betätigung der Handfalle stammen, und über die kleinen grauen Winkelhebel und ein Verbindungsstück (sieht man links noch nicht, rechts scheint schon etwas montiert zu sein) auf die neuen weißen Hebel übertragen werden, kämen mir ein paar Bedenken wegen der Langzeit-Haltbarkeit dieser kleinen Winkelhebel. Müssen sie doch die gesamte Stellkraft, die bis zur Weiche sicher noch einige Umlenkungen erfährt, ertragen, einschließlich der später hinzukommenden Riegel. Zu bedenken wäre auch, daß bei Fehlbedienung, also wenn eine Weiche falsch steht, der Riegel eine Blockade darstellt, also die Kraft des Bedieners unerwartet aufgehalten wird.
Ich hab so einen Hebel noch nicht in der Hand gehabt, noch nicht mal aus der Nähe gesehen, weiß also nicht, was man den Teilen zutrauen kann. Das ist also nur als wohlgemeinter Rat anzusehen.

Gruß
Christian

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29.08.2014 19:46
#7 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Christian, deine Bedenken hinsichtlich der Standzeit der kraftübertragenden Teile teile ich durchaus. Deshalb wird auch alles so gebaut, das es jederzeit problemlos wieder zu zerlegen ist, um verschlissene Teile zu ersetzen. Ich habe mir mal für eigene Zwecke eine Zeichnung des Hellmann-Stellhebels gemacht:


Alle Teile, außer den selbstschneidenden Schrauben, U-Scheiben und dem aus Ms gedrehten Griff sind aus schlagzähem PVC. Der kleine Hebel, den du vermutlich meinst,ist die Handfallensperre, die bei eingestellter Fahrstraße die Betätigung der Handfalle verhindert. Bleibt bei mir funktionslos.
Entscheidend für meine Variante ist das schwarz dargestellte Teil, ebenfalls aus PVC. Durch die exzentrisch auf der Seilscheibe aufgebrachte Schraube, die sich in der Aussparung bewegt, wird das Teil senkrecht auf und ab bewegt, nimmt den Kippschalter mit und bei mir zusätzlich den Kniehebel. Bei diesem schwarzen Teil sehe ich erhebliche Verschleißgefahr, wesbalb es bei Problemen durch ein Metallteil ersetzt werden wird.

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04.09.2014 09:48
#8 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Hinweis: Die OT-Einlage über die britische Gestängemimik habe ich in den Strang Sicherungstechnik verschoben, damit wir hier beim Thema bleiben können. Ich baue ja weiter am Stellwerk Sf und werde in Kürze Neues zeigen und berichten.

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08.09.2014 08:28
#9 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Heute trete ich mit einer speziellen Frage an die Wissenden heran:
Ich entwickle zur Zeit für mein Stellwerk Sf West das Verschlussregister. Es soll drei Fahrstraßen einzustellen geben: von Schlufterhütte (Shü) nach Gleis 1, nach Gleis 2 und nach Gleis 3. Macht man das üblicherweise mit zwei Fahrstraßenhebeln (von denen einer drei Stellungen hat) oder mit drei separaten Hebeln, einer pro Fahrstraße?
Mit zwei Fahrstraßen ist es leicht, da hatte ich das schon baureif entwickelt, aber mit dreien blicke ich es gerade nicht. Wer weiß Rat?

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Casey Jones Offline



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08.09.2014 11:20
#10 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

hallo Otto,

ganz kurze Gegenfrage:

Zitat
(von denen einer drei Stellungen hat)


Das sollte sicher zwei Stellungen heißen. Aber bevor ich zu wühlen beginne, wollte ich ganz sicher gehen.

Gruß
Christian

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08.09.2014 12:12
#11 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #10

Das sollte sicher zwei Stellungen heißen. Aber bevor ich zu wühlen beginne, wollte ich ganz sicher gehen.
Jein. Ich meinte Grundstellung (Mittelstellung), nach Gl 1, nach Gl 2. So gezählt sind es drei, wenn man die Mittelstellung nicht rechnet, zwei.
Wäre nett, wenn du was für mich findest.

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Casey Jones Offline



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08.09.2014 15:31
#12 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

auf die reine Frage reduziert: Das würde mit zwei Fahrstraßenhebeln gemacht, einer mit zwei benutzten Umschlagrichtungen, einer nur mit einer, wobei die unbenutzte Stellung mit einem Sperrstück blockiert wird.
Da man früher sehr auf platzsparende Bauweise geachtet hat, wäre die Variante mit drei nur halb genutzten Fahrstraßenhebeln nur in Frage gekommen, wenn Erweiterungen bereits geplant gewesen wären. Verboten, oder falsch wäre sie jedoch nicht.

Aus der Bezeichnung Sf West entnehme ich, daß es irgendwann auch ein Stellwerk Sw Ost geben wird, von dem die Einfahrten aus der Gegenrichtung in die Gleise 1, 2 und 3 überwacht werden. Wenn das so ist, im Auge behalten, daß sich entgegengesetzten Einfahrten in gleiche Gleise ausschließen müssen.

Da das ja Wissbegier heißt, noch zwei Anmerkungen:

Nomenklatur: Beim mechanischen Stellwerk gibt es den Begriff Verschlußregister nicht. Man spricht lapidar vom Verschlußkasten, in dem die Verschlußbalken der Weichen- Riegel und Signalhebel mit den Fahrstraßenschubstangen zusammenarbeiten.
Nur beim elektromechanischen Stellwerk wird der mechanische Teil, der ähnlich funktioniert, mit Verschlußregister bezeichnet.
Das kann im Dialog zu Missverständnissen führen.

Der Fahrstraßenhebel der Bauart Einheit hat sogar fünf Rastungen, also zwischen Grundstellung und jeder sog. Umschlagstellung nach oben und unten noch je eine dazwischen, die Mittelstellung genannt wird, und bei der alle Weichen bereits verschlossen, die Signalhebel jedoch noch blockiert sind. Die Fälle, wo das gebraucht wird, hängen mit diversen Blockfeldern zusammen. Für Modellzwecke zu weit führend und zum Nachbau kaum zu empfehlen.

Gruß
Christian

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hmmueller Offline



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08.09.2014 15:33
#13 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Zitat von OOK im Beitrag #9
Es soll drei Fahrstraßen einzustellen geben: von Schlufterhütte (Shü) nach Gleis 1, nach Gleis 2 und nach Gleis 3. Macht man das üblicherweise mit zwei Fahrstraßenhebeln (von denen einer drei Stellungen hat) oder mit drei separaten Hebeln, einer pro Fahrstraße?
Mit zwei Fahrstraßen ist es leicht, da hatte ich das schon baureif entwickelt, aber mit dreien blicke ich es gerade nicht. Wer weiß Rat?



Eine erste Antwort ist einfach: Zwei Fahrstraßenhebel, davon werden bei einem sowohl obere als auch untere Stellung ausgenützt, beim zweiten nur eine (ich glaube, i.d.R. die obere - versuche ich heute Abend noch rauszukriegen).
(Was ich nicht verstehe an Deinem zweiten Satz: Wieso ist es mit zwei leicht, aber mit drei schwer? Bei zwei hast Du ja auch entscheiden müssen, ob Du einen Hebel nimmst und sowohl obere als auch untere Stellung ausnützt; oder zwei, wo Du jeweils nur eine ausnützt ... bei dreien geht die Entscheidung doch genau gleich! )

Vorsichtshalber frage ich aber noch weiter: Wie sieht es denn mit den Ausfahrten nach Shü aus? Die musst Du ja auch festlegen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

(a) Deine lokalen Vorschriften verlangen bei den Einfahrten geriegelte Weichen (z.B. weil von Personenzügen mit mehr als ??? km/h gegen die Spitze befahren; ??? steht auch in Deiner zur jeweiligen Zeit gültigen Vorschrift). Dann wirst Du für die Ausfahrten leider (doppelte Kosten ...) getrennte Fahrstraßenhebel vorsehen müssen, weil bei den Ausfahrten ja die Weichen vom Herzstück her befahren werden (nehme ich an - ich habe zugegebenermaßen Deinen Gleisplan grade nicht parat) und daher andere (weniger) Elemente verschlossen werden müssen. Ein Beispiel für eine solche Projektierung sieht man in meinem Posting zu Thann-Matzbach (wenn man's sieht; vielleicht sind die Fotos zu klein - dann stell ich gerne große irgendwo hin).

(b) Deine lokalen Vorschriften verlangen keine Riegel (die Spitzenverschlüsse sind gut genug; in Österreich ist das z.B. bis 60 km/h der Fall, auf allen unseren Schmalspurbahnen also immer). Dann kommst Du mit der Hälfte der Fahrstraßenhebel aus, weil sowohl die Ausfahrt von Gleis X (X=1,2,3) als auch die Einfahrt auf dieses Gleis mit demselben Fahrstraßenhebel mechanisch verschlossen werden kann.

(Eine Bahnhofsblockung gibt's dort nicht, nehme ich an - dann würde hier noch einmal eine Seite zu deren Projektierung stehen müssen ... //Edit: Ahem - Christian weist auf den Namen "Sf West" hin und stellt die Frage, ob's dann auch "Sw Ost" geben wird. Wird es? Mit Blockabhängigkeiten zwischen beiden? Das würde interessant werden ... Bist Du doch auf dem Fahrdienstleitertripp? ).

Grüße
Harald M.

// Noch ein Edit - Sf Ost wäre schon sehr unerwartet - muss natürlich Sw Ost heißen ...

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08.09.2014 17:08
#14 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Ich will jetztmal den Spagat versuchen, die Posts von Christian und Harald in einer Antwort abzuhandeln.
Ein paar noch fehlende Informatioen vorweg. Die Bezeichnung Sf West ist nur Provisorisch. Es wird die einfachere Westseite des Bf (2 Weichenhebel, 1 Signalhebel) zuerst auf diese Technik umgestellt, die wesentlich komplexere Ostseite (5 Weichenhebel, zwei Signalhebel) erst später. Das gesamte Stellwerk soll dann immer noch Sf heißen. Und ob ich auf dem Fahrdienstleitertrip bin? Klares Jein! Für den Bahnhof Sonnenberg ja, die gesamte Anlage wird jedoch im Zugleitbetrieb betrieben.
Das mit den Ein- und Ausfahrten hatte Christian schon früher angesprochen, ist geklärt: einfache Verhältnisse: gleicher Fahrstraßenhebel.

So jetzt zum eigentlichen aktuellen Problem, das eigentlich ein konstruktives ist. Ich bekomme es gut hin, mit einem Fahrstraßenhebel den Sperrklotz für die Signalschubstange einmal nach der einen und einmal nach der anderen Seite wegzuschieben, so dass sowohl bei Fahrstraße nach Gl 1 als nach nach Gl 2 das Signal gezogen werden kann. eine dritte Fahrstraße mit dem gleichen Hebel geht nicht,also ein zweiter Hebel. Wenn ich mit dem eine Fahrstraße einstelle und damit wieder durch Wegrücken des auf diesem angebrachten Sperrblocks die Signalschubstange frei gebe, ist der Sperrblock von anderen Hebel immer noch davor.
Daher kam ich auf die Idee mit drei Fahrstraßenhebeln, die alle nach der gleichen Seite den Sperrblock wegrücken, deshalb kann es der gleiche Block sein. Ist aber eine etwas umständliche Konstruktion, die bei meiner Grobmechanik etwas ungelenk werden könnte. Daher meine suche nach einer praktikableren Lösung.
Zum besseren Verständnis die Prinzipgrafik.



Hoffentlich könnt ihr euch einen Reim drauf machen.

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hmmueller Offline



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08.09.2014 17:24
#15 RE: Stellwerk Sf der BAE antworten

Ah - jetzt verstehe ich: Du bist auf das Problem des "Gruppenverschlusses" gestoßen.

(Nulltens kann ich leider Deine Grafik nicht sehen - der Bildchen-Link zeigt nur die URL www.foto-hochladen.net an, aber kein konrketes Bild. Hab nur ich das Problem?)

Erstens könnte es sich noch so ausgehen, wenn Du ein ungekuppeltes zweiflügeliges Einfahrsignal verwendest: Auf Gleis 1 und 3 (z.B.) fährst Du zweiflügelig ein, auf Gleis 2 einflügelig. Dann legst Du die Fahrstraßen für Gl.1 und 3 auf den einen Hebel, der den zweiflügeligen Signalhebel freigibt; und die Fahrstraße für Gl.2 auf den anderen.
Allerdings würde das bedeuten, dass die Hebel, die Du da verwendest, für ein solches zweifl. Signal gekuppelt werden können - was genial wäre, aber ist es so?

Zweitens: Wenn das nicht geht (was ich befürchte), dann musst Du tatsächlich einen Gruppenverschluss bauen - da ich das Bild nicht sehe, kann ich keinen ganz konkreten Hinweis geben, wie's bei Deiner Mechanik geht; aber ich mal in der S-Bahn am Heinweg einmal eine Skizze, wie man das mit ein paar "Drahtbiegereien" hinkriegen könnte ... so schwer ist das m.E. nicht.

Grüße
Harald M.

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