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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 1.454 mal aufgerufen
 VI.5. Modellbahnlandschafts-Design
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OOK Offline




Beiträge: 4.036

23.08.2014 21:51
Öde Wildnis? antworten

In dr MIBA 9/2014 gibt es ab S. 24 einen Artikel mit dem Titel "Kleine Wassermühle". Darüber noch eine Kopfzeile: "Klappernde Mühle statt öder Wildnis". Dann gibt es noch einen Kopftext, der mit dem Worten beginnt: "Auf vielen Modellbahnanlagen gibt es immer wieder das eine der andere unattraktive Fleckchen, welches dringend einen Hingucker benötigt." Nun reden wir ja schon an anderer Stelle über den Sinn von Hinguckern, müssen wir hier nicht auch tun, hier geht es um Landschaftsdesign.

Die grundsätzliche Frage ist, ob es keine "öden" Stellen auf der Anlage geben darf, also solche ohne Hingucker oder Attraktionen. Muss jede Stelle der Anlage peppig sein?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.829

25.08.2014 18:24
#2 RE: Öde Wildnis? antworten

Zitat von OOK im Beitrag #1
Die grundsätzliche Frage ist, ob es keine "öden" Stellen auf der Anlage geben darf, also solche ohne Hingucker oder Attraktionen. Muss jede Stelle der Anlage peppig sein?

Ob eine Stelle "öde" oder "peppig" liegt ja im Auge des Betrachters! Also hier schwierig, da dem Artikel ein Foto der Ausgangssituation fehlt! Ob die alte Faller-Wassermühle von 1961 wirklich so der Hingucker ist wäre die nächste Frage, vor allem wenn man bedenkt das der Schwerpunkt des Heftes Lasercut-Modelle sind! Ich glaube die öde Wildnis wäre mir hier lieber gewesen!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

26.08.2014 00:29
#3 RE: Öde Wildnis? antworten

Zitat
Die grundsätzliche Frage ist, ob es keine "öden" Stellen auf der Anlage geben darf, .......


Da muß man höllisch aufpassen, am Thema nicht vorbeizureden. Mir fielen nämlich beim Betrachten der Fotos sofort eine Menge allgemeiner Gestaltungsfehler ein - um die es hier aber gar nicht geht.

Die eigentliche Frage ist da nicht ganz so einfach, ich will sie trotzdem strikt verneinen. ("Nein, es darf keine öden Stellen nicht geben") .
Ich würde sogar sagen, daß eine bestimmte Anlage nur eine bestimmte Anzahl an "attraktiven Fleckchen" verträgt. Ein Teil des Restes (Eisenbahn muß ja auch noch sein) wäre gut in Öde/Wildnis angelegt, wobei ich mir erlaube, "öde" als Adjektiv zu deuten, das nur wegen seiner Anfangsstellung groß geschrieben wurde (sonst würde man sich sehr tief in der Grammatik verstricken)

Wildnis alleine ist seit langer Zeit sich selbst überlassene Natur, wie es sie zB im Nationalpark Bayrischer Wald gibt, mit kreuz und quer liegenden überwucherten uralten Baumleichen - was man bei guter Umsetzung ins Modell eher als einen der Hingucker empfinden würde.
Wildnis im Endzustand - in Mitteleuropa wäre das nun mal dichter undurchdringlicher wegloser Mischwald - wäre mit dem Adjektiv öde nicht verträglich, denn öde ist etwas, daß man wegen Strukturlosigkeit oder sonstiger Reizarmut als langweilig empfindet.
"Wildnis im Anfangszustand" wäre da schon besser geeignet. Ein ordnungsliebender Mensch, der seinen Garten mit Winkelmesser und Wasserwaage bearbeitet, würde bereits alle Flächen, die keine planende Hand (mehr) erkennen lassen, als Wildnis bezeichnen. Ehemalige Fabrikgelände oder Rangierbahnhöfe, auf denen sich die ersten Birken ansiedeln, nachdem ihnen Löwenzahn, Disteln und Brennnesseln den Weg bereitet haben, würde ohne weiteres in diese Schublade passen, machmal genügt auch schon der Löwenzahn.

Die Fragestellung hat sich richtigerweise mehr auf "öde" konzentriert, und als Begründung für meine oben schon gefällte Ja-zur-öde-Entscheidung möchte ich anführen, daß man damit der Reizüberflutung entgegenwirkt, und so die wenigen Hingucker erst zu solchen macht. Die attraktiven Fleckchen konkurrieren nämlich gegeneinander. Wenn es zuviel sind, bekämpfen sie sich und löschen sich sogar (in der Wahrnehmung der Betrachter) gegenseitig aus. Damit ist eine Anlage aber verschlechtert statt verbessert worden. Die in der miba vertretene Meinung mit den Hinguckern um jeden Preis führt also völlig in die Irre - zu der überladenen mainstreamigen Ausstellungsanlage, wo man von 20 nur die erste anschauen braucht, dann hat man schon alle gesehen. Andernfalls hätte man noch neunzehn Unfälle, Hochzeiten, brennende Finanzämter und dergleichen mehr vor sich - dazwischen sicher ein paar rühmliche Ausnahmen, um derentwillen man den Rundgang dann doch macht.

Das empfindet aber jeder graduell etwas anders, und die Schwelle zur Übertreibung ist flexibel. Man wird also keine objektive Wertmessung finden können.
Eine komplette Anlage mit ausschließlich Gebäuden im Stil der für sich unerreichbar hervorragenden Gebäude von Emmanuel Nouaillier würde in der Wirkung genauso stark abfallen.

Ich würde als Fazit vielleicht so sagen: Öde Flächen und Hingucker bedingen einander. Keines sollte jedoch überhandnehmen, weil sie alleine für sich nicht lebensfähig sind.

Für Modellbahner, die Hingucker nicht so mögen, abgeschwächt auch: Öde Flächen und banaler Alltag bedingen einander. Keines sollte jedoch.....

Und noch etwas: Es sollte sich niemand der Hoffnung hingeben, öde wäre einfach. Ich halte das Gestalten einer öden Fläche eher für schwieriger, als das von attraktiver Landschaft. Denn es kann ja nicht damit getan sein, einfach die Plattenoberfläche mit Umbra-Grün-Grau zu überpinseln.

Grüße
Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

eisenhans Offline




Beiträge: 390

27.08.2014 18:42
#4 RE: Öde Wildnis? antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #3
Öde Flächen und Hingucker bedingen einander. Keines sollte jedoch überhandnehmen, weil sie alleine für sich nicht lebensfähig sind.
Klasse. Das erinnert mich an die philosophische Feststellung, dass wir ohne Dunkelheit nicht wüssten, was Licht ist. Da könnnte man spitzfindig ergänzen, dass wir erst durch die Hingucker erfahren, wie wunderbar in der Wirkung öde Stellen auf der Anlage sind. Es gibt weitere Feststellungen der gegenseitigen Bedingung, aber diese von Casey Jones ist mal ein klares Wort gegen die Massierung von Hinguckern, die sich gegenseitig in der Wirkung aufheben. Meint

Der Eisenhans

STBR Offline



Beiträge: 183

28.08.2014 01:33
#5 RE: Öde Wildnis? antworten

In der MIBA 8/14 gibt es ab S.22 den Artikel "Rastplatz am Wehr" der mit den Worten "Manchmal ergeben sich beim Bau einer Modellbahnanlage oder eines Dioramas freie Flächen, bei denen man zunächst nicht weiß, was man dort gestalterisch machen soll".
Kann es sein daß allenthalben der "Horror vacui", die Angst vor der Leere, herrscht die auch manche Zeitgenossen dazu nötigt jede Freifläche ihres Wohnumfeldes mit sinnfreiem Nippes zu bepflastern?
Oder entsteht die "Öde" nach Fertigstellung der "konventionellen Spaghettischüsselanlage" und der folgenden Ernüchterung nachdem sich, nach begeisterter dreiwöchiger Nutzung der "vielfältigen Rangiermöglichkeiten" doch eine gewisse Langeweile beim Benutzer einstellt?
Da bietet sich doch so manch blinkend Blaulicht oder zuckend Männlein (oder frischgekaufte Zuggarnitur)an, um als echter "Hingucker" den Betreiber die öden Stunden vor der heimischen Platte, zumindest für eine kurze Zeit, wieder zu erhellen. Und danach kommt dann schon die nächste "liebevolle Szene" (oder Zuggarnitur) usw., usw, usw......(Ironiemodus aus...)

Bei einer gut gestalteten Anlage (und gar bei einem Diorama) sollte von vorneherein klar sein, was wohin kommt.
Und dazu gehören u.A. auch Brachflächen, die gerade im Umfeld der Eisenbahn einen nicht geringen Raum einnehmen, wie z.B. die Brandschutzstreifen von Ep.0-IIIa.

Auch die Anordnung der Flächen ergibt sich zwingend aus dem Vorbild (Bspl. Dorf im südhessischen Raum: Dorfkern mit Wohn- u. Stallgebäuden, drumherum Hausgärten (eingezäunt), dann Gemüsegärten (offen), dann Obstwiesen, dann Felder, dann Wald (wenn vorhanden). Wenn ich diese "Ringe" jetzt mit einer Bahnlinie und den dazu parallelen Anlagen- bzw. Modulkanten "durchschneide" ist klar, was ich wo und in welcher Dimension darstellen kann.

Das spannende, interessante ggf. überraschende einer ModellBAHNanlage sollte doch der BahnBETRIEB sein, und zwar nicht für den Betrachter sondern den BENUTZER, also uns selbst und ggf. unsere Mitspieler. Wenn die Strecke in der niederrheinischen Rübensteppe liegt, dann ist's da halt landschaftlich etwas monochrom. Wenn dann das Auge zwangsläufig nur auf "leere Stellen" und "öde Flächen" fällt entspricht das dem Vorbild, und wem es dann in den Fingern juckt hier und da noch ein modellbahnerisches "Spitzendeckchen" auszulegen (wie weiland meine Oma auf alle horizontalen Flächen ihrer Möbel), der stelle die Modellzeituhr halt auf 1:6 und schon heißen die "Hingucker" Regler, Lok, Fahrplan und Uhr!

Grüße:
Stefan

OOK Offline




Beiträge: 4.036

28.08.2014 13:48
#6 RE: Öde Wildnis? antworten

Diesen schon von Eisenhans als "merk-würdig" zitierten Satz

Zitat von Casey Jones im Beitrag #3
Öde Flächen und Hingucker bedingen einander. Keines sollte jedoch überhandnehmen, weil sie alleine für sich nicht lebensfähig sind.
halte ich auch für eine sehr grundlegende Aussage zum Thema Landschafts-Design. Und das der Wert öder Flächen als Gestaltungselement in der Modellbahnpresse noch gar nicht entdeckt worden ist, das belegt Stefans Zitat aus der MIBA 8/14 gleich ein weiteres Mal.

Mir ist aber gerade durch Christians Ausführungen klar geworden, dass der von mir so nonchalant hingeworfene Begriff öde (oder Öde/Ödnis) einer genaueren Definition bedarf, zumindest sollte ich sagen, was ich damit meine (was niemand hindern sollte, es etwas anders zu sehen).
Zitat von Casey Jones im Beitrag #3
Und noch etwas: Es sollte sich niemand der Hoffnung hingeben, öde wäre einfach. Ich halte das Gestalten einer öden Fläche eher für schwieriger, als das von attraktiver Landschaft. Denn es kann ja nicht damit getan sein, einfach die Plattenoberfläche mit Umbra-Grün-Grau zu überpinseln.

Richtig. Wenn ich also sage, öde sei "ungestaltet", dann gilt das für das Abgebildete, nicht für die Art der Abbildung, die gut und gerne elaborat sein kann. Mein Lieblingsbeispiel ist mein Aufwand, Wald darzustellen. Wald ist beim Vorbild eine relativ dichte Ansammlung von Bäumen, durch die man, einige Tiefe vorausgesetzt, nicht hindurchschauen kann. Wald ist aber bei meinem Vorbild (Harz) ein ganz wichtiger Bestandteil des Landschaftsdesign. Seine Andeutung auf der Hintergrundkulisse, wiewohl wichtig und unerlässlich, reicht nicht, denn zum Erlebnis einer Reise mit der Harzquerbahn gehört die längere Fahrt des Zuges durch Wald, Wald und immer noch Wald.
Dieser Wald ist war in der heutigen Form Menschenwerk, was man noch an der reihenweise Anordnung der Bäume merkt, aber das registriert man als Reisender nicht, sondern erlebt den Wald als "ungestaltet", meinetwegen auch als un-zivilisiert.
Einen solchen simplen Wald, Nadelwald zumal, glaubwürdig zu gestalten, erfordert einen hohen Aufwand an Arbeit und Finanzen, vom Studium des Vorbildes einmal ganz abgesehen.

Das soll wie gesagt nur ein Beispiel sein für etwas Grundsätzliches: Eisenbahnzüge durchfahren zwischen Orten (Zivilisation) über längere Strecken nicht erkennbar gestaltete Gegend (Ödnis). Das trägt viel zum Erlebnis von Entfernung bei, im Modell für die Illusion von Entfernung (auf deren Wichtigkeit ich im Blauen Buch wiederholt hingewiesen habe). In dem von Stefan zitierten MIBA-Beispiel verdirbt also der nachträglich eingefügte "Rastplatz am Wehr" das Erlebnis der Raumdurchfahrung ohne dass man dafür irgendeinen Gegen-Wert erhält.
Selbst bei der Darstellung der Eisenbahn im Ruhrgebiet auf der ehemaligen Anlage in Oberhausen gab es - zumindest ansatzweise - diese Raumdurchfahrung zwischen der Stätten intensiver Zivilisation.
Es lebe die Ödnis!

OOK
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OOK Offline




Beiträge: 4.036

28.08.2014 14:02
#7 RE: Öde Wildnis? antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #3
Mir fielen nämlich beim Betrachten der Fotos sofort eine Menge allgemeiner Gestaltungsfehler ein - um die es hier aber gar nicht geht.

Damit könnte man einen Strang füllen. Mal abgesehen von solchen billigen Fehlern, dass man den Rand der rechteckigen Grundplatte des Mühlchens noch gut erkennen kann, ist die Landschaft, in der es steht, äußerst fragwürdig. Es handelt sich offenbar um eiszeitlich überformtes Urgestein, auf dem sich eine minimale, kaum erkennbare Humusschicht gebildet hat, die aber offenbar ausreicht für die Ansiedlung von Kiefern. Ausgerechnet Kiefern, die bekanntlich Pfahlwurzeln ausbilden, die senkrecht ins Erdreich dringen. Allenfalls hätten hier Fichten eine Chance, aber der Unterschied ist wohl zu subtil.
Dann: wo soll das Wasser für die Mühle her kommen? Das hölzerne Gerenne scheint aus dem Nichts zu kommen. Die Mühle selber steht dann plötzlich auf einer absolut ebenen Fläche, die übergangslos an das merkwürdige Felsgestein anschließt.
Dann kommt auch noch die Frage hoch, was dieses Mühlchen denn da so mitten im Wald wohl mahlen wird.
Fazit: Wenn auch die ursprünglich an der Stelle dargestellte "Wanderergruppe" nicht wirklich vermisst wird, so hätte sie doch auch ohne das Mühlchen einfach im Wald verschwinden können.

OOK
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STBR Offline



Beiträge: 183

29.08.2014 00:11
#8 RE: Öde Wildnis? antworten

Ein Mühlchen scheint eben "hinguckeriger" zu sein als eine "öde" Wandergruppe!
Überhaupt "Hingucker"!! Betrachte ich eine Modellbahnanlage oder suche ich Ostereier ?!?
Die von mir höchstgeschätzten Ausstellungsanlagen (Ich merke mir leider nie die Namen)unserer niederländischen Nachbarn bestechen durch eine große Ruhe in der Gestaltung und der Abwesenheit von jedwedem Firlefanz.

Die oben angesprochene Darstellung der "Ödnis" (richtiger wäre wohl "Brachfläche") potenziert sich übrigens überproportional mit dem Baumaßstab. Bei 1:45 fängt es schon mit der Blattform der Bäume an, in 1:32 sollte der Löwenzahn schon durchgestaltet werden. Wenn solche Details gut und glaubhaft gemacht sind, das sind dann meine "Hingucker"!

Gruß:
Stefan

OOK Offline




Beiträge: 4.036

29.08.2014 21:43
#9 RE: Öde Wildnis? antworten

Zitat von STBR im Beitrag #8
Die von mir höchstgeschätzten Ausstellungsanlagen ... unserer niederländischen Nachbarn bestechen durch eine große Ruhe in der Gestaltung und der Abwesenheit von jedwedem Firlefanz.
Sehr schön ausgedrückt: Abwesenheit von Firlefanz. Vielleicht sollten wir mal in der kommenden Ausstellungssaison darauf achten, welche Anlagen durch Abwesenheit von Firlefanz glänzen. Die dürfen hier im Forum einen Ehrenplatz bekommen.

Zitat
Die oben angesprochene Darstellung der "Ödnis" (richtiger wäre wohl "Brachfläche") potenziert sich übrigens überproportional mit dem Baumaßstab. Bei 1:45 fängt es schon mit der Blattform der Bäume an, in 1:32 sollte der Löwenzahn schon durchgestaltet werden. Wenn solche Details gut und glaubhaft gemacht sind, das sind dann meine "Hingucker"!

Da, lieber Stefan, widersprichtst du dir ein Stück weit. Die Durchgestaltung von Löwenzahn ist für mich schon ziemlich an der Grenze von Firlefanz. Einen Maßstab größer (1:22,5) und es braucht Pusteblumen.
Und die Weichen haben immer noch "Stellschwellen" statt Stangen mit Gabelköpfen.

OOK
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OOK Offline




Beiträge: 4.036

29.08.2014 22:11
#10 RE: Öde Wildnis? antworten

Eine Anlage ohne Firlefanz,"Kaukehmen"(0e) von Reinhard Richter †:

Foto aus Mittelpuffer 40

OOK
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Casey Jones Offline



Beiträge: 95

29.08.2014 22:26
#11 RE: Öde Wildnis? antworten

....und es genügt vollkommen, den ganz alltäglichen Dingen zuzuschauen, um von dieser Anlage eingenommen zu sein. Allein die Gleislage ist ein Gedicht für sich.

Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

OOK Offline




Beiträge: 4.036

30.08.2014 10:19
#12 RE: Öde Wildnis? antworten

Ganz meinerseits. Aber provokativ und halbironisch gefragt: Ist die Die Fuhrwerkswaage nicht ein echter Hingucker? Ich nehme die Ironie zurück. Sie ist es!

OOK
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Casey Jones Offline



Beiträge: 95

30.08.2014 12:19
#13 RE: Öde Wildnis? antworten

Zitat
Ist die Die Fuhrwerkswaage nicht ein echter Hingucker?


Ja, weil sie wahrscheinlich (was man so sieht) gut gemacht ist, und ja, weil so eine Einrichtung aus heutiger Sicht etwas seltenes und besonderes ist. Doch für den dargestellten Bahnhof ist das eher Standardausrüstung, Selbstverständlichkeit, also ein unauffälliges alltägliches Arbeitsmittel - und kein "Firlefanz".

Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

OOK Offline




Beiträge: 4.036

30.08.2014 16:50
#14 RE: Öde Wildnis? antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #13
Doch für den dargestellten Bahnhof ist das eher Standardausrüstung, Selbstverständlichkeit, also ein unauffälliges alltägliches Arbeitsmittel - und kein "Firlefanz".
Genau so!

OOK
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STBR Offline



Beiträge: 183

31.08.2014 18:40
#15 RE: Öde Wildnis? antworten

Eigentlich diskutieren wir hier ja wirklich über "Design", wenn wir eine Modellbahnanlage als "Produkt" oder "Gegenstand" definieren. Ein möglicher Designgrundsatz lautet: "Form folgt Funktion". Die Form eines Gegenstandes hat so zu sein, daß er den ihm zugedachten Zweck perfekt erfüllt, alles darüber hinaus ist verzichtbares, dekoratives "Ornament". Bestes zeitgen. Beispiel sind Apple I-phone u. I-pad, auch da könnte man, als Hingucker, ja noch ein paar schicke Chromleisten drankleben (weglassen kann man allerdings nichts mehr).

Auf die Modellbahnanlage bezogen heißt das (für mich!)sie "funktioniert" perfekt wenn sie das Verkehrsystem Eisenbahn in ihrem Darstellungszeitraum und ihrer geografischen Zuordnung (mit allem Drum und Dran wie z.B Gebäuden, Figuren etc) glaubhaft wiedergibt. Wie eben die von Otto oben gezeigte Anlage.

Um wieder auf das I-phone zu kommen: Auch hier gibt es Menschen die, nachdem sie sich ein Produkt von gutem Design gekauft haben, nichts eiligeres zu tun haben als eine Hülle in z.B. Tigerplüsch mit Öhrchen dran zu kaufen, um einen echten "Hingucker" zu haben.

Vielleicht sollten wir die Worte "Hingucker" bzw. "liebevolle Szenen" (mein zweites Lieblingswort der Modellbahnlyrik) durch den Begriff "Ornament" ersetzen und deren Verfechter auf die Schrift "Ornament und Verbrechen" von Adolf Loos, 1908, hinweisen? (eine der grundlegenden Schriften zur Herausbildung der "klassischen Moderne" in Architektur und Design) ;-)

OT zum Foto oben: Wenn der Herr hinten rechts am Viehgatter sich nicht schleunigst um sein Fuhrwerk kümmert geht da in Kürze, wenn der Spitz die Pferde weiter scheu macht (das Rechte wirkt schon sehr nervös), aber so richtig die Post ab!

Gruß:
Stefan

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