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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 27 Antworten
und wurde 2.782 mal aufgerufen
 IV.2. Betriebsbezogene Überlegungen im Zusammenhang mit Anlagenplanung
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OOK Offline




Beiträge: 4.300

30.08.2014 10:16
#16 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #14
Einspruch abgelehnt.
...
Trotzdem ist darüber eine Diskussion sinnlos, denn beide Glaubensrichtungen haben ihre bekennenden Anhänger, die zwangsläufig den Vorteil einer Seite sehen und mit dem Nachteil der anderen halt irgendwie mehr schlecht als recht leben müssen.
Dann sind natürlich die meisten Diskussionen hier sinnlos, zumindest auch die Hauptbahn-Nebenbahnfrage, oder die Paradestreckenfrage oder oder oder.
Ich gebe dir in sofern Recht, als die Diskussion hier weiterzuführen unpassend wäre. Mal sehen, vielleicht habe ich mal Lust, dazu einen Strang zu eröffnen.

OOK
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vauhundert ( gelöscht )
Beiträge:

30.08.2014 14:50
#17 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Christian,

auch wenn das etwas OT ist, was mir hoffentlich nachgesehen wird, so neu sind die Sekunden in den Fahrplanunterlagen nicht mehr.
Generell sind die Werte auch früher vorhanden gewesen, aber in den Fahrplänen zumeist nicht dargestellt worden. Spätestens mit der Einführung des Elektronischen Buchfahrplanes sind die Zehnersekundenangaben aber auch auf den Fahrzeugen zu finden.

Insbesondere im ITF Intergalen Taktfahrplan sind diese technologischen Angaben sehr wichtig u.a. weil auch das Netz sehr stark belastet ist.
Beachtenswert bei diesen Dingen ist aúch die genaue Einhaltung des Fahrplans, da je nach Ausbildung des Verkehrsvertrages die Ankunftsgenauigkeit über die Pünktlichkeit und oder die Höhe der Strafzahlungen entscheidet.



Hier als Beispiel die Fahrplanübersichtseite des 10159, einem Fußballsonderzug den ich am 15.02.2014 gefahren habe.
Achte hier auf die in 10 Sekundenschritten ausgewiesenen Sekunden.

Hundert Jahre früher im Sommerfahrplan von 1914 finden sich ähnliche Angaben.



Sowohl in Haßlinghausen, als auch in Hiddinghausen sind die Aufenthaltszeiten nur eine halbe Minute.

Mit besten Grüßen aus dem Bergischen

Michael

OOK Offline




Beiträge: 4.300

30.08.2014 16:48
#18 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Danke Michael für die interessante und wertvolle Info. Ich hatte davon schon gehört, es aber nie so genau gesehen. Und der alte Buchfahrplan mit der halben Aufenthaltsminute ist ein Goldstück.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.456

30.08.2014 20:30
#19 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #15

Und wo sind die schweren D-Züge und die Durchgangsgüterzüge, wenn da schon F-Züge und TEEs fahren? Klar gab es kurze Züge auf doppelgleisige Hauptbahnen, aber es gab auch halt Lange und die kann man nicht einfach ignorieren!
Und wie groß ist ein Bahnhof an einer Hauptstrecke mit Zugbildungsaufgaben?
Grüße Hubert

Touché! Das kommt davon, wenn man am Ende einer langen Reise (in IC und ICE) zu kurz denkt...

Zu den langen Zuggarnituren: klar, ohne lange D-Züge (Gepäckwagen, Speisewagen, erste und zweite Klasse) und Güterzüge werden die F-Züge zur Karikatur. Ich habe noch versucht, ein Gegenargument zu konstruieren, indem ich einschlägige Literatur zu meiner Lieblingsstrecke München-Lindau auf das anteilige Vorkommen kurzer und langer Züge (in Ep. 3 und 4) in Fotos untersuchte – dumm gelaufen, echte D-Züge haben mehr als sechs Wagen, gezogen von zwei Loks (in der Ep. 3 von zwei S3/6, später 218). Der sehr kurze TEE Bavaria hilft da so wenig wie die Eilzüge mit drei Silberlingen. Auch die Güterzüge sind überraschend lang.
Meine Idee war eigentlich: kurze Garnituren verkürzen den notwendigen Zugspeicher, aber das ist wohl nicht so einfach.

Zur Zugbildung: ich wollte die D- und Güterzüge einfach durchrauschen lassen, nur die beschriebenen Zuggattungen in einem Unterwegsbahnhof halten lassen – ohne Überholung oder ähnliches. Interessante Fahrbewegungen sollten die Nahgüterzüge und Übergaben bringen. Da habe ich eine schöne Vorbildsitaution im Kopf – dazu mehr, sobald ich näheres weiß – aber das verhindert ja nicht, dass die eigentlich interessante Zugbildung auf diese Weise entfällt (und da reckt dann die Paradestrecke ihr Antlitz) oder in den Zugspeicher wandert, und das finde ich erst recht unschön, weil dann die spannendste Aufgabe in einem ungestalteten Anlagenteil abzuleisten ist.

Ein Späßchen zum Schluss: die V60 mit einem Waggon gibt's auch heute noch, in der Epoche 6 – das angehängte Bild ist zwei Tage alt.

Beste Grüße
Gilpin

Hp Schreufa Offline



Beiträge: 106

31.08.2014 15:01
#20 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Christian,

Zitat von Casey Jones im Beitrag #12

Zitat
Bei zwanzig Nebenbahnzügen täglich habe ich mehrere Zugkreuzungen, so dass ich aus zwei Richtungen nahezu gleichzeitig in den Bahnhof einfahren muss,

warum muß? Das kommt doch allein auf deine Fahrplangestaltung an, bzw. ob eine sogenannte Modellzeit (die wegen der Rangierzeitverlängerung ohnehin mehr Nachteile als Vorteile hat) angewendet wird.

ich orientiere mich an einem Originalfahrplan, daher zumindest theoretisch die selbe Ankunftszeit zweier Züge aus entgegengesetzten Richtungen.

Zitat

Zitat
...da reicht schon das Umsetzen der Loks und man ist ganz gut beschäftigt.


Das hat aber mit Betrieb noch nichts zu tun. Das Bedienen der Anschlüsse ist das, was Beschäftigung bringt.


Ein Zug fährt laut Umlaufplan von A nach B, von B zurück nach A und schließlich von A über B nach C. Auch wenn das Umsetzen der Lok nichts mit dem Betrieb nicht zu tun hat, so ist es aus meiner Sicht doch betriebsnotwendig.

Zitat

Zitat
Sicherlich könnte ich auf die Sonderzüge verzichten, aber würde sich die Bahnhofslänge entscheidend verringern? Nein, da die vorbildgerechten Güterzüge ähnlich lang waren.


Auf Nebenbahnen Epoche III Nahgüterzüge zu finden, die so lang wie V100 + 8 Wagen, war sehr selten. Die überwiegende Mehrzahl der NGs war deutlich unter 10 Wagen stark, von Ausnahmen rede ich hier nicht. Also würde ein Verzicht auf den erwähnten Sonderzug sehr wohl kürzere Bahnhöfe ermöglichen.


Sorry, ich habe "V100" geschrieben, meine aber damit die Baureihen 211/212 und beziehe mich auf Übergaben in der Epoche IV.

Harald.

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

31.08.2014 22:36
#21 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Harald,

Zitat
Sorry, ich habe "V100" geschrieben, meine aber damit die Baureihen 211/212 und beziehe mich auf Übergaben in der Epoche IV.


Die möglichen kürzeren Güterzüge gelten für IV sogar noch verschärft, weil ab da das Geschäft laufend zurückging.
Ich wollte mit meiner Antwort nur der scheinbaren Zwangsläufigkeit von 5m langen Bahnhöfen widersprechen. Gerade in IV gibt es die Beispiele Lok+Pwg+2Güterwagen zuhauf. Damit läßt sich auf jeden Fall ein mehr dem Vorbild entsprechender Betrieb auf überschaubaren Bahnhofslängen abwickeln, als mit 20 Wagen Zügen, wo gar keine Zeit ist, sich mit einen einzelnen Wagen überhaupt näher zu befassen.

Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

Hp Schreufa Offline



Beiträge: 106

01.09.2014 00:13
#22 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Christian,

ich kenne auch die Kombination aus 211 und Pwg ohne weitere Güterwagen, allerdings nur an Brückentagen. Die Übergaben bedienten sechs bis acht Güterkunden, das muss natürlich nicht auf andere Strecken übertragbar sein. Ich mag mal auf Bilder anderer Übergaben bei http://vt98.de/69003_1.htm verweisen und möchte diese auch gerne ins Modell umsetzen.

Harald.

absolute_Null Offline



Beiträge: 186

04.09.2014 09:09
#23 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo,

wenn man eine Modellbahn plant, spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle, die letztlich den Rahmen vorgeben.
Diese Vorgaben fließen zwangsläufig in den Gleisplan ein.

Zunächst ist es natürlich der Platz (Raumzwang)
Auf dem vorhandenen Platz muss der Plan umgesetzt werden.

Als nächstes muss man sich Gedanken um die vorhandene Zeit machen.
Der Bau einer Anlage dauert seine Zeit. Wer wenig Freizeit hat, muss kleiner planen oder aber Hilfe bekommen.

Wichtig ist auch das zur Verfügung stehende Budget.
Wer wenig Geld habt, muss entweder alles selbst bauen oder aber eher minderwertige Fertigprodukte oder Schnäppchen einsetzen.

Diese Vorgaben sind meist unumstößlich.

Hinzu kommen noch die eigenen Wünsche (z.B. Hauptbahn, großes BW, bestimmte Bauwerke usw.)

Wenn ich nun wenig Platz, Zeit und/oder Geld habe, dann muss mir klar sein, dass ich nicht den Anhalter Bahnhof nachbauen kann! (So sehr ich mir das auch wünsche!)
...es sei denn, ich gehe Kompromisse ein!
Statt H0 könnte man eben alles in Z umsetzen.
...oder aber, da die meisten ja auf gar keinen Unständen die Baugröße wechseln wollen, werden Kompromisse beim Gleisplan gemacht: Die Längen werden extrem gestaucht, engste Radien eingesetzt und die Hälfte der Gleise und Weichen gestrichen! (Dies hat dann natürlich nichts mehr mit dem Vorbild zu tun. Weder optisch noch betrieblich.)

...und hier scheiden sich halt die Geister!

Dieses Forum hat das Vorbild als Vorbild. Eine "Ausweidung" des Vorbilds ist eben nicht mehr das Vorbild.

Wer den Platz, die Zeit und das Geld hat, um eine Hauptbahn vorbildgerecht zu planen und zu bauen verdient den höchsten Respekt und dem möchte ich auch diese Thema nicht madig machen.
Wer die Grundvoraussetzungen nicht erfüllt, der bekommt sicher in anderen Foren mehr Hilfe und größere Unterstützung für sein Vorhaben.

...oder er setzt auf eine Nebenbahn als Kompromiss.


Gruß
Joachim

P.S. Gerne würde ich natürlich auch mal eine Hauptbahn sehen, wo die Grundvoraussetzungen gegeben sind.

vauhundert ( gelöscht )
Beiträge:

04.09.2014 11:50
#24 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Joachim,

um Dein Postscriptum mal zu hinterfragen, gestatte ich mir mal Rolf Ertmer mit seiner Repa-Bahn und dem Bahnhof Altenbeken, sowie um ein etwas aktuelleres Beispiel zu nennen, E. Huwalds Kreiensen-Anlage zu erwähnen. Wenn das keine Hauptbahnanlagen sind (die auch noch tatsächlich so betrieben werden!!!), dann weiß ich es auch nicht!?

Meine Bewunderung gilt beiden, wobei ich definitiv eher zu Kreiensen tendiere, weil da die Qualität, in Bau und vor allem BETRIEB, des Berufseisenbahners dahintersteckt! Tauschen würde ich dennoch nicht wollen, weil mir der Hauptbahnbetrieb eben so gar nicht zusagt, da ich den tagtäglich genießen darf und dann eher an alte Zeiten denke, in denen ich mit der V60 oder V100 über Bergische Nebenstrecken geschaukelt bin...

Beste Grüße von eben da

Michael

OOK Offline




Beiträge: 4.300

04.09.2014 13:41
#25 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Ist denn irgendwann einmal darüber berichtet worden, ob und ggf. wie Rolf Ertmer seine Altenbeken-Anlage betrieben hat?

Was Kreiensen angeht, muss ich mich mal im SNM-Forum schlau machen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

absolute_Null Offline



Beiträge: 186

04.09.2014 14:03
#26 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Michael,

Zitat von absolute_Null im Beitrag #23
...
Wer den Platz, die Zeit und das Geld hat, um eine Hauptbahn vorbildgerecht zu planen und zu bauen verdient den höchsten Respekt und dem möchte ich auch diese Thema nicht madig machen.
...



Die Anlage Kreiensen kann ich leider nicht beurteilen!
Sie ist wirklich gut gemacht, aber man sieht nur Detailaufnahmen oder aber Übersichten aus Perspektiven die - zumindest mir - keine genaue Einschätzung der Anlage erlauben.
Einen Gleisplan oder Maße habe ich bisher auch nicht gefunden.

Hast Du vielleicht mal einen Gleisplan und Maße.


Gruß
Joachim

vauhundert ( gelöscht )
Beiträge:

04.09.2014 14:17
#27 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Otto,

ich zitiere mal REPA selbst aus dem Miba Report 4, Nürnberg 1978, in dem er aus der Bau- und Betriebszeit der Anlage ab 1965 (bzw.Betrieb ab 1968) berichtet.

"Jetzt versuchte ich die Zuggarnituren sowie die Fahr- und Rangiermanöver aus dem Großbetrieb auf meine Modellbahn zu übertragen. Aus dem Fahrplan von Altenbeken habe ich Ausschnitte abgeschrieben und in die Modellzeit umgerechnet.So etwas bedarf einer Menge Vorbereitung, denn die ankommenden Züge müssen im Abstellbahnhof abrufbereit stehen und auch die richtige Wagenfolge haben, damit Zugteilungen und Kurswagenwechsel durchgeführt werden können."

Er schiebt weitere Sätze in der Richtung mit ein:

"...Wagenreihung eines Zuges...Es war eine Augenweide für einen Betriebsspezialisten - und das war und bin ich nun einmal!"

oder auch:

"Immer wenn ich eine Anlage soweit fertig habe, daß der Fahrbetrieb eröffnet werden kann, ist es dieser Betriebsablauf mit allem Drum und Dran, der mich dann so sehr fesselt, daß alles andere zunächst einmal zurückgestellt wird."


Ich entnehme diesen Zeilen natürlich nicht die Anwendung von Frachtkartensystemen oder ähnlichem wie es heute, bzw. hier im Forum in aller Ausführlichkeit propagiert wird, jedoch war er augenscheinlich Ende der Sechziger Jahre erheblich weiter als der Mainstream der damaligen Mithobbyisten, wenn er sich die Abläufe des Vorbildes so genau angeschaut und nachgestellt hat. Selbst wenn er nicht durchgängig nur das gefahren hat was der Originalbahnhof hergegeben hat.

B.G.a.d.B.

M.

vauhundert ( gelöscht )
Beiträge:

04.09.2014 14:27
#28 RE: Hauptbahn vs. Nebenbahn Antworten

Hallo Joachim,

da muß ich auch erst wieder mal nachforschen, denn die SNM Hefte habe ich leider nicht mehr.
In Heft 8 oder so, fanden sich die Maße, die aus der Erinnerung etwa 18,5 mal 7,5 m herum betrugen.
Laut Aussage E.Huwald hat er sich nie an eine Zeichnung herangemacht, sondern der Einfachheit direkt mit dem 1:1000 Originalplan gearbeitet.

Weitergehende Angaben kann ich Dir leider nicht geben, aber vielleicht versuchst Du einmal über das SNM Kontakt mit ihm aufzunehmen.
Soweit ich das verstehe hat er gelegentlich auch Besuch bei sich und seiner Anlage.


Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

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