Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 202 Antworten
und wurde 18.803 mal aufgerufen
 II.3. Planen von Anfang an
Seiten 1 | ... 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
lokonaut Offline



Beiträge: 117

20.11.2014 17:36
#121 RE: Harz in H0m antworten

Zitat von STBR im Beitrag #113
"Aufgebockte" Regelspurwagen werden direkt miteinander, Puffer an Puffer, gekuppelt. Wenn die Radien zu eng sind können sie sich sozusagen gegenseitig aus dem Gleis hebeln.

Danke Stefan,

hab ich kapiert. Ist allerdings (ich will jetzt auch mal ein bisschen schlau sein...) nicht "rollbockspezifisch", d.h. das mit dem Aushebeln funktioniert auch ohne Rollböcke. Dagegen helfen beim Vorbild gefederte Puffer, die es zwar auch im Modell gibt, aber so viel Spiel, wie du auf deinem Winzradius hast, geben die wahrscheinlich nicht her.

Vor vergrößertem Wagenabstand im Rollbockzug (ob in Form von OOKs verlängerten Kupplungen oder in Form von Kuppelstangen zwischen den Rollböcken) hätte ich kein Bammel. Schon gar nicht, nachdem ich gerade das hier gelesen habe: http://www.zeno.org/Roell-1912/A/Rollböcke
Schau dir mal die genannten Radien an und was der olle Röll so über die Verbindung von Rollböcken schreibt. Direktes Puffer an Puffer kuppeln der Normalspurwagen scheint eine eher moderne Idee zu sein.

Viele Grüße aus Südhessen

Alexander

STBR Offline



Beiträge: 183

21.11.2014 10:55
#122 RE: Harz in H0m antworten

Röll sei Dank !

Zit.: "...sondern mit Sonderzügen zu befördern sind, wobei die Anzahl der auf Rollböcken ruhenden Wagen noch beschränkt – meist höchstens 4 Stück – und als höchste Geschwindigkeit 20 km vorgeschrieben wird. Auch wird bestimmt, daß zwischen 2 Rollbockwagen ein mit Bremse versehener Kleinbahnwagen einzuschalten ist.
Mit reinen Güterzügen sollen Rollbocktransporte nur an das Ende des Zuges gestellt befördert und dürfen bei einer Geschwindigkeit von nicht mehr als 20 km 3 Rollbockwagen eingestellt werden."

und da hier die Rede von "gebremsten Kleinbahnwagen" und nicht von speziellen Zwischenwagen ist, hatte ich das wohl richtig in Erinnerung.
Damit stellt sich das Kurvenradienproblem, dank Kuppelbaum, nicht mehr so drängend.

Die maximale Rollbockzuglänge ist dann aber schon ganz ordentlich: 4 "aufgebockte" Regelspurwagen, 3 Schmalspurgüterwagen, 1 Tfz. plus 7 Kuppelbäumen.
Ich hatte schon befürchtet, daß meine Gleislängen in Steinerne Renne bzw. Hasserode überdimensioniert sind

Vielen Dank für den Hinweis,
Stefan

OOK Offline




Beiträge: 3.842

21.11.2014 11:57
#123 RE: Harz in H0m antworten

Zitat von STBR im Beitrag #122
Auch wird bestimmt, daß zwischen 2 Rollbockwagen ein mit Bremse versehener Kleinbahnwagen einzuschalten ist.
Das kenne ich von keiner Bahn, weder Harzquerbahn, Südharzbahn (noch selber gesehen!), HSA oder KOK. Wenn du das im Modell so machen wolltest, würdest du wohl in einer 3-Stunden Session gerade mal einen Zug mit Müh und Not über die Anlage bekommen.
Kurz gesagt: Würde ich nicht so machen wollen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

STBR Offline



Beiträge: 183

22.11.2014 00:06
#124 RE: Harz in H0m antworten

Ich sag mal so: Der einzige Punkt wo's m.E. haken könnte ist der Kringel in der Schokofabrik, und da kommt es auf den Versuch an (dazu muß ich erstmal das entsprechende Rollmaterial anschaffen).
Wichtiger ist mir jetzt erstmal der Gleisplan insgesamt! Hierzu nochmal eine Idee, wie ich Wernigerode unterbringen kann:



Ich hoffe die Höhenmaße sind verständlich zugeordnet!
Die rot dargestellte Gleislinie ist, bis auf den Fy., verdeckt. Die Höhenangaben dementsprechend, bis auf ein paar Ausnahmen wg. Lesbarkeit ebenfalls rot.
Als "Höhe 0" sehe ich den gesamten Streckenabschnitt zwischen Einfahrt Schokofabrik bis Ausfahrt Steinerne Renne. Davon Ausgehend daß meine Fensterbank-Unterkante 147,5 cm über Fußboden liegt, gehe ich davon aus, daß sich Fy. Drei Annen Hohne auf SOK 140 cm, die Ebene 0 auf 130 cm und der Fy. Wernigerode auf 115 cm SOK über Fußboden befinden. Die Steigung ist mit max. 2,5% geplant.

"Wernigerode" liegt somiz offen zutage, die Strecke muß links in einem Mauseloch nach innen verschwinden.
Ebenso offen liegt die Stecke vor dem Fy. Drei Annen Hohne, die Kante/Stufe zum Fy. muß dann halt irgendwie dekoriert werden (Gesträuch oder so...), dafür ist sie zum Rangieren zu gebrauchen!

Problem (?): Alle Rollbockzüge nach Hasserode müßen durch die Steigung im verdeckten Bereich.
Die Durchfahrthöhen von jeweils ca. 12 cm müßten (zumindest nach NEM) ausreichend sein.

Da bitte ich jetzt sehr um fachkundige Kommentierung!

Viele Grüße:
Stefan

OOK Offline




Beiträge: 3.842

22.11.2014 09:13
#125 RE: Harz in H0m antworten

Genau so oder ganz ähnlich hatte ich mit das mit dem F-Y Wernigerode gedacht.
Insgesamt meine ich, dass der Plan jetzt rund ist und allenfalls millimetermäßige Feintarierung braucht, die sich auch beim Bau ergibt. Für meinen Geschmack könntest du ein paar Zentimeter der reichlich bemessenen Gangbreite für etwas mehr Fleisch außerenrum um den Gleisverlauf der Zunge spendieren. Ersten kippt nicht gleich was in den Abgrund. Zweitens erleichtert das das Fotografieren.
Tja,Stefan, wenn du ein typischer deutscher Modellbahner wärst, wäre es jetzt an der Zeit, die ganze Schose zu kippen und mit "einer viel besseren Idee" etwas ganz anderes zu planen. Sonst erwarten jetzt alle, dass du das Teil auch baust, au weia!

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

lokonaut Offline



Beiträge: 117

22.11.2014 10:15
#126 RE: Harz in H0m antworten

Zitat von STBR im Beitrag #124
Da bitte ich jetzt sehr um fachkundige Kommentierung!

Moin Stefan,

damit bin ich als einer, der weder mit Harz noch H0m jemals was am Hut hatte, erst mal draußen.

Völlig verkneifen kann ich mir einen Kommentar aber (natürlich) doch nicht: Also ich finde deine Planung prima! (aber Achtung: das schreibt einer, der noch nie eine Anlage bis zu Ende gebaut hat...)
Zum Thema Planung merkte mein ehemaliger Arbeitskollege gerne an: "Auf dem Papier siehts immer gut aus." Ich würde die Anlagenumrisse mal in die Örtlichkeit übetragen (Kreppband auf dem Fussboden reicht ja fürs erste) und einfach mal eine Begehung durchführen. Dabei auch mal auf die Eingrifftiefen, Steckdosen, Lichtschalter, das Fenster (gehts noch auf?) usw. achten.
Nicht jedermanns Sache, aber für mich unabdingbar wäre eine Öffnung in der Anlagen(!)Zunge, um dort wenigstens mal den Kopf rausstrecken zu können. Die Gelegenheit so völlig relaxt und Stolz wie Oskar in der Zunge sitzend als Anlagenerbauer den Kollegen beim Betrieb (und natürlich den Zügen bei der Vorbeifahrt) zuschauen zu können, würde ich mir nicht entgehen lassen. Und dort steht man auch keinem Zugpersonal im Weg herum
Die Strecken so press an der Anlagenaußenkante find ich auch etwas riskant. Die 60er-Jahre Vollmetall-Märklin haut da ggf. ein Loch in den Fußboden, aber wenn die mühsam zusammen gebackenen Schlosser-Bausätze aufschlagen, wollte ich nicht deren Erbauer sein...

Jetzt wünsch ich mir eigentlich nur noch, dass nicht noch irgendwo ein Riesenklops auftaucht und du diese Anlage auch so (ähnlich) bauen kannst/wirst.

Viele Grüße aus Südhessen

Alexander

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.694

22.11.2014 10:26
#127 RE: Harz in H0m antworten

Zitat von STBR im Beitrag #124
Ich sag mal so: Der einzige Punkt wo's m.E. haken könnte ist der Kringel in der Schokofabrik, und da kommt es auf den Versuch an (dazu muß ich erstmal das entsprechende Rollmaterial anschaffen).

Nicht nur könnte, sondern auch wird! Ich gebe zu Bedenken dass der Ort zum Entkuppeln ca. 70 cm vom Anlagenrand liegen wird! Da Kuppelbäüme in H0 einzuhängen, dazu noch im Bogen wird schon ganz schön fieselig!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

STBR Offline



Beiträge: 183

22.11.2014 14:35
#128 RE: Harz in H0m antworten

Hallo zusammen,

und erstmal vielen Dank für die freundliche Beurteilung!

Das Kupplungsproblem in der Schokofabrik hängt mir auch noch nach! Hier muß ich nochmal das Thema "automatische Kupplung/Entkupplung" angehen.

Die "Feintarierung" wird jetzt erstmal noch mit Raily4 weitergeführt, dann muß ich aber sehen ob ich das Ganze nach AutoCAD transferiert bekomme um den Unterbau, d.h. Spantenpläne, Konsolpositionen etc. zu erstellen.

Was den Zungenrand betrifft ist hier zu sehen, ob die Kante rund oder mehreckig wird, da muß ich nochmal mit dem Scheiner konferieren.
Die Zungenmitte wird in jedem Fall frei bleiben. Die im Plan eingezeichnete grüne "Scenic Divider" Fläche stellt die (grobe) Umrisslinie der Hintergrundkulisse dar. Mit Rausgucken wird nichts, hier möchte ich einen "Blickstopper".

Die Zugänglichkeiten, Fensteröffnungen und Steckdosen sind bereits im Vorfeld geprüft bzw. seinerzeit im Rohbau passend verlegt worden, auch für die Anlagenbeleuchtung sind mehrere Stromkreise bzw. Auslässe in der Decke.

Der einzige "Klops" der noch kommen kann wäre, wenn Sohnemann noch ein Semesterchen dranhängen würde denn, wie eingangs erwähnt, brauche ich den Platz für meine Werkstatt, die z.Zt. den Kellerraum füllt.

Ich berichte weiter!

Gruß:
Stefan

Gilpin Offline




Beiträge: 1.010

24.11.2014 22:29
#129 RE: Harz in H0m antworten

Hi,

dieser Thread und Deine Planung sind der Hammer! Schöne Fortschritte von Thema zu Thema, Berücksichtigung von Planungs-Konzepten, viel zu Lernen auch für den, der mit dem Harz so gar nichts am Hut hat. (Gibt es so jemanden?) Besonders beeindruckend: das Thema Identität, das über einzelne Ident-Elemente deutlich hinaus geht. Und dabei noch die Beschränkung, es dem Betrachter nicht voll reinzudrücken, durch "Sorge und Elend" oder gar den Brocken.

Zur Konzeption, mithin zum Konzeptions-Broccoli, habe ich eine Unsicherheit: planst Du für Epoche 2? Das hätte erhebliche Konsequenzen, für Auswahl und Beschriftung der Fahrzeuge, aber vor allem für den Betrieb!

In zweierlei Hinsicht interessiert mich, wie es mit der Schokoladenfabrik weiter geht. Zunächst kenne ich aus Hasserode nur ein Konsum-Produkt: Hasseröder. Dass es da eine Schokoladenfabrik gab, wie soll "man" das wissen? Natürlich bin ich da entlang gefahren, im Zug – aber in der Epoche 5...! Zunächst: wie geht es mit der selective compression des Gebäudes weiter? Ich finde, da hat doch ein freundlicher Mensch ein rotes Rohr-Gerüst ins Gelände gestellt, und Du hast da auch hindurch fotografiert; dieses Gebäudeteil "muss" erhalten bleiben - die grundsätzliche Form, Verhältnis von Höhe zu Breite, Dachschräge und -form und die Symmetrie. Damit meine ich: die ungerade Zahl Fenster im Dachgeschoss müsse erhalten bleiben, die gerade Zahl der Fensterfluchten in den Stockwerken. Auch wenn's schade ist: ein Stockwerk kann entfallen, und die Seitenflügel vertragen eine starke Verkürzung. (Eine vorläufige Idee, bis der Thread zur Selective Compression eröffnet wird.)

Zweites Thema: was bekommt eigentlich eine Schokoladenfabrik geliefert, was versendet sie, und wie? Im Sinne von: was geschieht per Bahn, und in diesem Sonderfall: was per aufgebockten Vollspur-Waggons, was womöglich mit Schmalspur-Güterwagen? (Ich frage das auch deshalb, weil die Diskussion um die Rollböcke vielleicht doch nicht ganz so heiß ist...) Klar: Versand von Schokolade – aber gibt es auch Abfälle? Klar: Milch – aber wie? In sterilen Tankwagen, in Containern, also Vorläufern der pa-Behälter, in Kannen? Und wenn in Kannen – kommen die vielleicht "von oben" aus Richtung Nordhausen (von den anderswo erwähnten Harzer Kühen) und nicht aus Wernigerode? Was sonst noch, Kakao?

Ich frage das alles nur, weil Du schreibst:

Zitat von STBR im Beitrag #128

Der einzige "Klops" der noch kommen kann wäre, wenn Sohnemann noch ein Semesterchen dranhängen würde ...



- nicht, dass Dir da die Beschäftigung ausgeht.

Mit freundlichem Gruß
Gilpin

OOK Offline




Beiträge: 3.842

25.11.2014 10:30
#130 RE: Harz in H0m antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #129
dieser Thread und Deine Planung sind der Hammer! Schöne Fortschritte von Thema zu Thema, Berücksichtigung von Planungs-Konzepten, viel zu Lernen auch für den, der mit dem Harz so gar nichts am Hut hat. (Gibt es so jemanden?) Besonders beeindruckend: das Thema Identität, das über einzelne Ident-Elemente deutlich hinaus geht. Und dabei noch die Beschränkung, es dem Betrachter nicht voll reinzudrücken, durch "Sorge und Elend" oder gar den Brocken.
Ich schließe mich dem Kompliment an. Einer unserer besten Stränge.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

STBR Offline



Beiträge: 183

27.11.2014 00:38
#131 RE: Harz in H0m antworten

Danke für die Blumen!
Das ist es, was mir an der ganzen Modellbahnerei sehr viel Freude macht: Das recherchieren des wirtschaftlichen (und sonstigen) Umfeldes des "Objektes unserer Begierde"! Sehr hilfreich ist dabei übrigens auch Wikipedia.

Um auf die Schokoladenfabrik zurückzukommen:
Hasserrode hatte, neben der seinerzeit nur im näheren Raum aktiven Brauerei, auch div. Schokoladenhersteller
wie die Firma Johann Friedrich Wesche Chocolade-Fabrik , die Schokoladenfabrik Ferdinand Karnatzki, Burgmühle-Schokoladen GmbH und als Nachfolgerin die Argenta Schokoladenwerk AG. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus diesem Betrieb der VEB Schokoladenfabrik Wernigerode, und, seit den 30er Jahren, gab es das das "Reiswunderwerk Wernigerode"
(Puffreis etc.). Meine "Schokofabrik" ist die des Herrn Ferdinand Karnatzki der das stattliche Gebäude 1919 errichten lies.
Spannend ist, das fast alle Industriebetriebe in Hasserode auf älteren Mühlen basieren.
Das stattliche Fachwerk/Backsteingebäude auf das man vom Bahnsteig in Hasserode sieht ist die ehemalige "Boetersmühle", eine Papiermühle die seit 1685 existierte und 1917 an Herrn Karnatzki verkauft wurde.



Das "Sägewerk" basiert auf einem Blaufarbenwerk, das 1683 erstmals erwähnt wird, als Nachfolgebetrieb einer älteren Schmelzhütte. Der Betrieb wurde 1859 aufgegeben und im Frühjahr 1864 kaufte der Sägemühlenbesitzer Heinrich Christian Jacob Niewerth die baulichen Anlagen und Grundstücke. Der Krempel brannte zwei mal, zuletzt 1908 ab, die danach errichteten Gebäude sind heute noch zu sehen, wie auch Reste der Zufahrtgleise.





Man sieht daran wie ein "Energieträger" wie die Holtemme die industrielle Entwicklung vor Erfindung der Dampfmaschiene vorangetrieben hat.

Zurück zur Schokolade. Diese besteht aus Kakao und Kakaobutter, Zucker, Gewürzen und (Achtung!)
"Milchprodukten", sprich Milchpulver (erstmals 1872 in den USA patentiert, aber bereits Jahre vorher in Europa hergestellt und verwendet). Die Sache mit den fröhlichen Konditoren die sahnige Milch in Bottichen rühren ist eine Erfindung der Werbeindustrie! Das ist auch logisch, da Milch ein sehr schnell verderbliches Produkt ist und in Ep.II die Kühlmöglichkeiten erst in ihren Anfängen steckten.

Damit erklärt sich auch das Frachtaufkommen der Schokofabrik: Im Eingang Kakao, Zucker, Gewürze, Milchpulver (alles G-Wagen, Regelspur, von Wernigerode). Ausserdem noch Kohle (Antriebsenergie und Hitzelieferant), Kartonagen und Papier (Verpackungen), Holz für Transportkisten (die wurden von Karnatzkis selbst gezimmert) kam wahrscheinlich auf dem "kurzen Dienstweg" aus der Nachbarschaft. Im Wareneingang also eigentlich alles auf Rollböcken.

Spannender ist für mich der Versand, da recherchiere ich noch. Schokolade ist hitze- und kälteempfindlich. Kühlketten im heutigen Sinne waren auch nicht möglich. Ausserdem war sie in Ep.II ein Luxusgut, das wahrscheinlich nicht in den Massen produziert und konsumiert wurde wie heute. Ich nehme daher an das im Sommer nichts versandt wurde, so macht das Ferrero ja auch heute noch mit seinen Schokoladenprodukten. Kühl lagern war möglich, direkt hinter dem Gebäude fließt die Holtemme, der Keller war also kalt.
Die Transportzeit zum Kunden mußte so kurz wie möglich gehalten werden. Das spricht für mich eher für Eilgüterzug bzw. Stückgutversand und weniger für "klassische" Güterwagen die u.U. tagelang irgendwo rumstehen.
Schokolade ist ausserdem ein relativ hochpreisiges Produkt, so daß eine Handumladung von Schmal- auf Regelspur kostenmäßig nicht so in's Gewicht fallen dürfte.

Wenn Interesse besteht kann ich gerne versuchen meine weiteren "Anschliesser" hier vorzustellen.

Gruß:
Stefan

OOK Offline




Beiträge: 3.842

27.11.2014 11:22
#132 RE: Harz in H0m antworten

"Hammer" war wohl nicht genug, jetzt wird der Strang schon zum Fäustel!
Super gemacht die Recherche und Auswertung.

Zitat von STBR im Beitrag #131
Wenn Interesse besteht kann ich gerne versuchen meine weiteren "Anschliesser" hier vorzustellen.
Was für eine Frage! Höchstes Interesse!

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

vauhundert
Beiträge:

27.11.2014 13:08
#133 RE: Harz in H0m antworten

Hallo Stefan,

auch von mir ein klares "Bitte mehr" zu den Informationen der Anschlußinhaber und der Verhältnisse

Beste Grüße un Dank im Voraus aus dem Bergischen

Michael

Gilpin Offline




Beiträge: 1.010

27.11.2014 17:30
#134 RE: Harz in H0m antworten

Hi,

super! Du hast Dich ja wirklich in die Industriegeschichte der Region hinein gewühlt! Klar: Interesse! (Aber: lass' Dir nicht von uns hier Arbeit machen!

Eine Idee habe ich noch zur Kühlung: da gibt es ja noch Eis. Und wo es kalt ist, kann man es "abbauen", in Blöcke schneiden, evtl. zwischenlagern und in Brauereien (und Schokoladenfabriken...) transportieren. Beispiel:



Ich würde auch sehr bezweifeln, dass man damit eine Kühlkette im heutigen Sinne sicherstellen konnte, aber vielleicht hat man so der Kühle im Keller nachgeholfen...

Besten Gruß
Gilpin

OOK Offline




Beiträge: 3.842

27.11.2014 18:36
#135 RE: Harz in H0m antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #134
Eine Idee habe ich noch zur Kühlung: da gibt es ja noch Eis. Und wo es kalt ist, kann man es "abbauen", in Blöcke schneiden, evtl. zwischenlagern und in Brauereien (und Schokoladenfabriken...) transportieren.
Es ist belegt, dass bei der GHE im Winter Eis geerntet und per Bahn abgefahren wurde, wohin ist allerdings nicht belegt. Ich bezweifle, dass es bis nach Hasserode gelangt ist, aber weiß man es? Wenn draußen sowieso 15° unter Null war, konnte man das Eis ja beliebig lange herumkutschieren.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Seiten 1 | ... 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
 Sprung  

 

Harz-Bahn-Forum

BAE-by-OOK

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de