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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 789 mal aufgerufen
 VII.2. Techniken, Methoden, Kniffe,
wjk Offline



Beiträge: 150

11.07.2008 15:41
Messing-Bauarbeiten antworten

Michael hat in seiner Glosse seine "Messing-Bauarbeiten" (löt)spitzenmäßig dargestellt und Sebastian die passende Fortsetzung geschrieben. Dadurch kam ich selbst auf das Thema "Messing-Bauarbeiten". Hier würde ich mir vorstellen, dass eigenes Wissen an ungeübte "Messsing-Bausatz-Fertiger" weitergegeben wird. Auf dass Anderen einige unerfreuliche Selbsterfahrungswerte erspart bleiben. Vielleicht gibt es ja sogar noch den einen oder anderen Tipp für Profis.

Ich fang' mal mit meinen ersten Fragen an:
Gibt es grobe Vorgaben beim Löten von Messingbausätzen, wie mit der Temperatur oder der Lötdauer im Bezug auf die Dicke bzw. zu lötende Fläche des Materials umgegangen werden kann oder sollte? Nehme ich flußmittelhaltiges Lötzinn oder verwende ich besser Flußmittel und Lot getrennt? Welche Löt-Unterlagen sind sinnvoller? Glas, Holz, Pertinax? Oder was ganz anderes? Welche Lötspitzen haben sich wofür bewährt? Erhitze ich nur das Messing und lasse das Lot auf die zu lötende Stelle laufen oder ist es besser, gleichzeitig und an der gleichen Stelle beides zu erhitzen? Wie wichtig ist die Wärmeableitung rund um die Lötstelle?

Welche Vorgaben gilt es beim Kleben von Messing-Bausätzen zu beachten? Welche Klebstoffe verwendet man wann und wofür am besten?

Wann ist welche Methode sinnvoller?

Nicht das ich neugierig wäre ....

Michael Sterna Offline




Beiträge: 92

11.07.2008 23:23
#2 RE: Messing-Bauarbeiten antworten

Hallo Wolfgang,

ich kann Dir Deine Fragen gar nicht so detailliert beantworten, einfach deshalb, weil ich mir da selber nicht so viele Gedanken gemacht habe. Durch die Rumlöterei mit Henrik an unserer Lieblingsbahnhofseinfahrt habe ich ein paar Hemmungen verloren und insbes. die Machbarkeit von Flammlötungen erfahren.
Ich bin - so war es ja auch in meiner Glosse zu lesen - derzeit mit einer kleinen Serie von Messingwagen (Personenwagen aus der Prignitz u. von Rügen, alle aus dem Hause Ehlebracht) beschäftigt. Meine Hauptsorge war eine passende Lötlehre zu bauen oder irgendwie herzurichten. Als Unterlage benutze ich eine Keramikplatte von Fohrmann, da kann man auch mit Eisenstiften die Werkstücke fixieren. Wie es der Zufall so will passt eine Aluschneidelehre aus dem selben Hause exakt in der Höhe der Seitenwände, so dass ich sie gut zum Festhalten einsetzen konnte (die haben oben eine kleine Wulst und da klemmen die Seitenwände regelrecht fest, so dass nichts verrutschen kann). Ansonsten benutze ich noch Metallwinkel und Krokodilkemmen und pfriemel mir das Werkstück erstmal solange zurecht bis (fast) nichts mehr verrutschen kann. Alternativ stelle ich mir aber auch passende Metallblöcke zum Fixieren vor; ich glaube Henrik arbeitet mit so was, ich persönlich wäre schon ratlos, wo ich mir das besorgen könnte...
Weiter: zum Löten nehme ich Lötpaste (wieder von Fohrmann) und unterstütze die mit vorher passend geschnittenem dünnen Lötdraht (auch mit Flussmittel, mehr kann ich auf der Rolle nicht mehr entziffern). Dann ordentlich Feuer gemacht (Proxxon) und das war es eigentlich schon.
Doch halt: beim Verlöten der nächsten Wände habe ich die schon festen (und hoffentlich gelungenen) Lötnähte mit einem Kühlgel abgedeckt (ich sach nur: Fohrmann), so muss ich nicht befürchten, dass mir alles wieder aufgeht.
Kleinere Teile, z.B. die Winkelstützen zwischen Längsträger und Wagenkasten löte ich dann aber lieber mit dem Lötkolben. Da geht die Wärme etwas gezielter an das Werkstück und heizt nicht großflächig die Umgebung mit ein.
Da ich im Augenblick offensichtlich ein einigermaßen geschicktes Händchen dafür habe (und ich nicht sicher bin, ob das lange anhält), habe ich halt gleich alle drei Wagenbausätze angefangen; einer komplett fertig, der zweite schon lackiervorbereitet, beim dritten gestern den Wagenkasten zusammengebraten. Aber ich glaube eher nicht, dass ich dies zum "Hobby im Hobby" machen werde. Was mir an den besagten Bausätzen mißfällt ist, dass man wirklich dünnes Messingblech an dünnes Messingblech löten soll, kein "Fleisch" dran. Das macht es etwas knifflig - aber wenn sogar ich das hinbekomme...

Bis demnächst mal

Michael

Liebe Grüße aus Ostwestfalen!

Michael

http://kleinbahn-spur0.jimdo.com/
http://kleinbahnfreund.jimdo.com/

wjk Offline



Beiträge: 150

12.07.2008 14:35
#3 RE: Messing-Bauarbeiten antworten

Hallo Michael,

Du hast Dir doch eine Menge Gedanken gemacht, die mir und vielleicht auch anderen künftig helfen werden. Ich hatte z.B. gedanklich immer ein Problem mit der Wärmeableitung. Dazu kam jetzt Dein Hinweis, dass es ja für größere Flächen oder auch dickeres Material die Gas-Löt-Brenner gibt. Klar, die bringen eine flächige Erwärmung der Lötstelle und die Hitze dürfte höher sein, als bei einem dicken Lötkolben, der zudem auch unhandlicher ist. Sie sind aber insgesamt wohl mehr für Flächen als Punkte geeignet. Der Einsatz von Kühlgel, auf die Idee wäre ich freiwillig wohl nicht gekommen.

Verzinnt eigentlich jemand die zu lötenden Flächen vorher? Wie/womit reinigt Ihr die Flächen vorher/nachher?

Was mich irritiert, ist die gleichzeitige Verwendung von Lötpaste und flußmittelhaltigem Lot. Vielleicht kann ja ein anderer etwas dazu sagen.

Und dann war da noch das Kleben.....

Sebastian Offline



Beiträge: 31

12.07.2008 21:42
#4 RE: Messing-Bauarbeiten antworten

Also vom vorherigen Verzinnen bin ich nach einigen Mißerfolgen wieder abgekommen.

Der Grund: es werden ja i. d. R. zwei Werkstücke miteinander verlötet, die dann nachher "passend" und maßgenau verbunden sein sollen. Meine Vorverzinnversuche führten immer dazu, daß die dünne Zinnschicht auf das Werkstück auftrug und so eine genaue Passung nicht mehr möglich war.

Reinigen tue ich das ganze vorher in jedem Fall in Seifenwasser (abbürsten), um die Fettfinger abzubekommen. Je nach Art der Lötung rauhe ich manchmal mit feinem Schleifpapier auf.

Nachher muß natürlich auch gereinigt werden. Erstmal wieder mit Seifenwasser (die Lötpaste hinterläßt eine schlimme Schmiererei). Eventuelle Lotreste an unschönen Stelle entferne ich dann mit Sandpapier oder Feile (Achtung: die Feile kann dabei vorübergehend stumpf werden, da sich das Zinn so schön in die Rillen setzt).

Echte Profis nehmen das ganze Messingkunstwerk hinterher noch mit dem Sandstrahlgerät unter Feuer (gibt es recht günstig von Böhler), aber da ich nur Amateur und außerdem Student bin, hat es für die Anschaffung einer solchen Apparatur noch nicht gereicht.

Gruß
Sebastian

P.S.: Gekauftes Kühlgel ist eine nette Sache, ich wußte nicht daß es das gibt - bei mir sorgt bisher wassergetränkte Watte für die nötige Coolness...

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