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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 861 mal aufgerufen
 VII.2. Techniken, Methoden, Kniffe,
Michael Sterna Offline




Beiträge: 92

09.07.2008 23:29
Über den Segen der Abrissbirne (Vorsicht: Glosse!) antworten

Michi hat seinen ersten Messingbausatz einigermaßen erfolgreich bewältigt. Feine Sache das. Probefahrt - doch welch Jammer, die tollen finescale-Radsätze wollen partout nicht durch Michis einzige Eigenbauweiche auf der Anlage.
Ursachenforschung. An dieser Weiche hat der Erbauer schon unzählige Male nachgebessert. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Liegt es vielleicht an den Radsätzen? Innenmaß nachgemessen, scheint etwas zu weit zu sein, also vorsichtig nachjustieren. Nein, das war es doch nicht.
An den Weichenzungen dezent mit ein, zwei Feilstrichen nachgebessert, dann wieder nachgebogen.
Auch nicht. Doch was ist das? Es tritt deutlich eine Spurverengung auf Höhe des Herzstückes zutage. Nun gut, Nägel ziehen und wieder neu ausrichten.
Schon besser, nur die besagten Radsätze sind noch nicht überzeugt.
Die Trittbretter verstehen sich auch nicht so wirklich mit dem Weinert Weichenhebel. Auch hier nachbiegen; das klappt mit drei der Tritte, der vierte löst sich komplett ab.
Die Weichenzungen liegen mittlerweile eigentlich gar nicht mehr so schön an, das kann nichts mehr werden. Also doch den Lötkolben zum Einsatz bringen und sie neu auf der Pertinax-Stellschwelle justieren.
Überhaupt der Andruck auf die Backenschienen! War vorher irgendwie akzeptabel, jetzt jenseits davon. Da ist dieser Mikroschalter im Untergrund, da muss also auch noch neu justiert werden. Schade nur, dass der Autor so vollstationär gebaut hat - also beginnt nun die Fingerakrobatik unter Tage. Dabei ist das noch eine der leichter erreichbaren Weichen!
Zwischendurch mal den P-Wagen wieder richten, also das Trittbrett neu anlöten. Der Lötkolben liegt gerade an der Anlage, was solls, nehmen wir mal schnell die Flamme. Wäre auch sicher gut gegangen, nur schade, dass dicht dabei der Kunststoffpuffer von Tonner sitzt - saß!
Vielleicht doch erstmal an der Weiche weiterwerkeln…
Mittlerweile mag auch der Weinerthebel nicht mehr richtig packen. Des vielen Schaltens müde hat er beschlossen mit Bosheit über den Y-Hebel (wie heißt der eigentlich richtig?) hinweg zu springen und zu schmollen.
Sei es drum, nun tritt Plan C? (D,E…) in Kraft.
Am Ende des Tages hat die Weiche einen komplett neuen Schalter unter Tage erhalten, sie wird nun als erste Weiche auf der Rügnitzer Kleinbahn aus der Ferne gestellt, und zwar mit einer Messingstange (System Tischfußball); ein Preiserlein bewacht nun den nutzlos gewordenen Weichenstellhebel, auf dass niemand auf die Idee komme dort eingreifen zu wollen. Der P-Wagen wurde noch mal (teil)demontiert, der Puffer erneuert usw. Allein die Radsätze laufen da immer noch nicht so richtig, sie sind dann durch nicht ganz so feines aber funktionables Material eines Herstellers aus Nürnberg ausgetauscht worden.
Haben wir nicht ein schönes Hobby?
An solchen Tagen denke ich verschärft über den Segen der Abrissbirne nach. Großseriengleise und -weichen, dazu ebensolches Rollmaterial. Aus der Packung nehmen und alles funktioniert. 0-Regelspur und alles von Lenz, was anderes käme mir dann nicht mehr auf die Schiene, das wäre es!
Da ist es fast schon ein Glück, dass just an diesem Tag auch dieses Schreiben vom Finanzamt kam. Damit erledigten sich die Neubau-Planspiele ganz von alleine wieder…

P.S.: ich bitte von Beileidsbekundungen abzusehen

Liebe Grüße aus Ostwestfalen!

Michael

http://kleinbahn-spur0.jimdo.com/
http://kleinbahnfreund.jimdo.com/

Sebastian Offline



Beiträge: 31

10.07.2008 00:00
#2 RE: Über den Segen der Abrissbirne (Vorsicht: Glosse!) antworten

Beleidsbekundungen bekommst du nicht, eher Sympathie, daß du die schlechteren Tage deines Modellbauerdaseins so herzerfrischend zum Besten gibst!


Ich würde mich ja nicht trauen, hier zu erzählen, wie ich neulich mit meinen ungeschickten Fingern versuchte, Messingtrittstufen 1. selber zu bauen und 2. auch noch zu montieren, wobei 1. dank meiner ungeschickten Finger nur ein mittelmäßiges Ergebnis (bzw. deren vier, die alle unterschiedlich waren) hervorbrachte, was mich aber nicht hinderte, diese gemäß 2. auch noch anzubringen. DAbei konnte mich der verkramte 30W-Lötkolben nicht bremsen (der 75W-Bolide ist ja auch noch da), wohl aber die Enttäuschung, die Tritte weder gleichmäßig noch ansehnlich anlöten zu können; da muß ich wohl noch mal bei einem in der Szene einschlägig bekannten Oldenburger Lehrenbauer in die Lehre gehen. Das klingelnde Telefon veranlaßte den Protagonisten dann, o. g. 75W-Bolide auf der (selbstgebauten!) Edelstahllötkolbenablagekonstruktion abzulegen.

Als das Gespräch nach 10 Minuten zu Ende war (nein, der für seine ausführliche Telefonseelsorge bekannte thüringische Kleinserienhersteller hatte nicht angerufen), kehrte ich an den Ort des Schreckens zurück, wo die Tritte immer noch unansehnlich am Rahmen klebten. Außerdem war der noch heiße 75W-Bolide aus der prima selbstgebaute Edelstahllötkolbenablagekonstruktion gerutscht und via Tischplatte in den (vollen) Mülleimer gefallen; davon kündeten dichte Rauchschwaden, die das Bastelzimmer erfüllten. Ein erster hektischer Löschversuch (beim Basteln immer Mineralwasser am Tisch stehen haben) war erfolgreich, beförderte aber versehentlich die Messingtritte samt anhängendem Wagenrahmen in den schon erwähnten Mülleimer (wo sie auch hingehörten). Daß ich mir am 75W-Boliden auch noch die Finger verbrannt habe, erwähne ich lieber nicht, sonst lacht noch wer...


Wir sind aber auch tolle Modellbauer!!!

OOK Offline




Beiträge: 3.599

10.07.2008 10:13
#3 RE: Über den Segen der Abrissbirne (Vorsicht: Glosse!) antworten

Dazu fällt mir eigentlich nichts mehr ein, aber wozu habe ich schließlich die Ferrovikons erfunden?:

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Michael Sterna Offline




Beiträge: 92

10.07.2008 11:56
#4 RE: Über den Segen der Abrissbirne (Vorsicht: Glosse!) antworten

Zitat von Sebastian
Als das Gespräch nach 10 Minuten zu Ende war (nein, der für seine ausführliche Telefonseelsorge bekannte thüringische Kleinserienhersteller hatte nicht angerufen)


Sonst wäre das Gespräch auch niemals so früh beendet worden!!

LG

Michael

P.S.: Meine Trittstufen halten auch oberflächiger Begutachtung wenig stand, aber Hauptsache sie halten. Diese Baustelle wird erst mal ganz nach hinten verschoben.

Liebe Grüße aus Ostwestfalen!

Michael

http://kleinbahn-spur0.jimdo.com/
http://kleinbahnfreund.jimdo.com/

acecat Offline



Beiträge: 6

12.04.2010 13:32
#5 RE: Über den Segen der Abrissbirne (Vorsicht: Glosse!) antworten

Hallo,

ich finde mich in jeder der angesprochenen Situationen vollends wieder. Die frustrierenden Dinge des angenehmen Hobby-Lebens haben allerdings durchaus ihre Daseinsberechtigung! Sie dienen einerseits als abschreckendes Beispiel, andererseits aber auch als Ansporn, es das nächste Mal besser zu machen. Mich hat einst ein H0e-Wagen mit "Gummispurweite" beim Weichenselbstbau fast zur Verzweifelung getrieben. Er war der Meinung, dass er mit seiner dynamischen Spurweitenverstellung etwas Frohsinn in den doch recht langweiligen Bau von H0e-Weichen bringen könnte. Ich habe Stunden mit der Fehlersuche zugebracht, bis ich den Übeltäter auf frischer Tat ertappte. Ich entschied mich für einen neuen "Prüfwagen" mit geeichten Radsätzen und degradierte den Bösewicht zum Güterschuppen OHNE Radsätze abseits der Gleise. Der macht das sicher nicht nochmal!!! Strafe muss sein!

Viele Grüße

Michael

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