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Dieses Thema hat 20 Antworten
und wurde 4.175 mal aufgerufen
 VII.1. Anlagenbau konkret
Seiten 1 | 2
vauhundert
Beiträge:

06.05.2014 20:04
Marscheider Industriebahn antworten

Die Marscheider Industriebahn

In meiner persönlichen Vorstellung [Bergische vauhundert] kündigte ich die Vorstellung meiner aktuellen Anlagenplanung an.
Dem möchte ich hier nun endlich nachkommen.
Da ich aber den Stahlprofil-Unterbau, sowie weite Bereiche der Holzsegmente bereits begonnen habe,
ist die Anlagenplanung unpassend wie hier zu lesen ist:

OOK 18.11.2008 17:10; Planen von Anfang an; Von der Idee zur Anlagenplanung;
“Sobald es von der reinen Planerei in die Baupraxis geht, ist hier dann nicht mehr der richtige Platz, sondern in Unterforum Anlagenbau konkret.”


Auch weil eine längere Ausführung die geringen Freizeitkapazitäten bindet, hier nur noch eine kurze Einführung über das Gesamtprojekt.
Quasi ein Extrakt aus viel zu vielen Seiten zur Planung meiner Anlage,
in Form von wenigen Gleisplänen, einer kurzen Auflistung der Eckpunkte sowie einer hoffentlich knappen Beschreibung der Überlegungen.
(Die Bilder lassen sich leider nicht auf 1000px begrenzt hier einbinden, ohne vollständig an lesbarkeit zu verlieren,
daher nur als klickbares Vorschaubild und der Text ist nach fast jedem Satzzeichen mit Zeilenschaltung versehen.)


Maßstab 1:45 (Regelspur), Zwischenziele sind mit jeder “befahrbaren” Betriebsstelle wachsenden betrieblichen Möglichkeiten.
Erst sollen alle Gleise technisch in Ordnung sein, bevor die abschnittsweise Ausgestaltung erfolgt.

Zwei Räume, nebst ZAK in der Waschküche, einer lichten Höhe von 1,98m sowie Zweit- und Drittnutzungen,
als Werkstatt 3,45m x 3,90m (Heizungsanlage),
Büro und Entspannungszone 3,65m x 4.10m.
Veränderungen baulicher Art, sowie leerräumen ist nicht möglich.
Skizzen siehe bei Gleisplänen.

Konsolartiger Unterbau aus antquarischen Stahlloch-L-Profilen (Höhe 88cm plus Segmente = ca. 100cm Schienenoberkante über Fußboden),
an den Wänden befestigt, darunter bleibt alles frei, bzw. kann frei gemacht werden kann. Schubladen- und sonstige Schränke in der Werkstatt,
sowie die Regale im Büro auf Möbelrollen aufgebaut. Positiv für die Raumreinigung des vollständig gefliesten Kellergeschosses.
Trassen sind aus Tischlerplatte, bzw. Pappelsperrholzsegmentkästen. Alles ist später trennbar, keine Zungen- und Herzstückbereiche der Weichen auf Trennkanten,
der Aufabu erfolgt zunächst stationär, es gibt also zunächst keine Trennstellen wie beim Modulbau.

Digitalbetrieb mit LZV100 von Lenz samt einem Handregler Lh90 und einer Roco-Multimaus,
nebst Hauptstromversorgung in Form einer Rinleitung 1,5mm² mit Verbindungen zu den einzelnen Segmentkästen.
Die Stromzuführung erfolgt fast zu jedem einzelnen Schienenstück. Die Weichen (PecoFB143+Eigenbau) werden mechanisch vor Ort gestellt.
Sie sind mit einem unterflur angebrachten Schalter verbunden, der sowohl die Endlage der Zungen durch Federkraft einhält, als auch die Herzstückpolarität schaltet.

Die Handskizze aus meinem Planungsnotizbuch zeigt das Betriebsschema:


Das Prinzip der absoluten Nähe ist fast vollständig durchzuhalten. Regelfall ist der Betrieb alleine.
Dabei ist die ZAK (Oehde) nur Ausziehgleis und der Speicher-Übergabefiddlebf Laake übernimmt die Aufgaben.
Betriebsbeschreibungen folgen im entsprechenden Unterforum nach Fertigstellung.

Wo zum Henker ist mein Vorbild? Gibt es nicht, hätte aber hier gelegen:



Daraus ergibt sich folgende Skizze:



Die Steigung wird leider nur zwischen Trotzhaus und Hastberg in Form einer 40Promille-Rampe und der anderen Landschaftsgestaltung zu erkennen sein.

Die Legende

Die NBK? Die N_iederrheinsich B_ergische K_leinbahn AG ist ein freelance-Kleinbahnkonzern, der ähnlich wie die bekannten anderen Konzerne
(z.B. Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft) aufgestellt war und als Dach über den einzelnen Strecken stand. NBK, ein Markenname also
und dieser steht nun auch schon 20 Jahre im wirklichen Leben.
Die Marscheider Industriebahn ist als städtisches Unternehmen (Gemeinde Herbringhausen) dem Konzern zur Betriebsführung verpachtet.

Epochales

Meine Wunschzeit wäre der Frühsommer 1914. Unterlagen sind durch langjährige Beschäftigung ausreichend vorhanden.
Naturgemäß wird sich die Detailierung über einen längeren Zeitraum erstrecken. In der Arbeitsabfolge möchte zunächst zusehen
den Gleisbau im nicht ausgestalteten Bereich der Werkstatt durchzuführen. Paralell dazu werden die Segmentkästen für den Anlagenraum weitergebaut,
bzw. die noch fehlenden hinzugefügt. Danach folgt der Gleisbau bis zum Endbahnhof,
um dann während der Ausgestaltungsphase auch schon den Betrieb durchführen zu können und auch sicherlich vorhandene Mängel zu beseitigen.

Da ich zur Zeit noch nicht über eine ausreichende Anzahl an Fahrzeugen für eine Epoche I – Ausstattung der Anlage verfüge,
wird der Betrieb zunächst mit dem vorhandenen leicht käuflichen Epoche III Material abgedeckt. Fahrplan für Sommer 1964 in Arbeit.
Irgendwann wird sich dieses Verhältnis durch den Modellbau, Verkauf und Zukauf umkehren und außer meiner V100.20
(die muß einfach sein) und ein paar passenden Wagen nichts für die moderne Zeit übrig bleiben.

Zeitstrahl

1889.09.02 Eröffnung der Strecke Krebsöge – Barmen Rittershausen
1890 erste Überlegungen zum Bau der Städtischen Industriebahn
1894 Konssesionserteilung nach dem preußischen Kleinbahngesetz von 1892
1895.03.15 Baubegin der 4,9 km langen Strecke
1896.04.01 Eröffnung
Betrieb mit Staatsbahnlokomotiven der Betriebswerkstätte Rittershausen
1897 Kauf einer eigenen Lokomotive, gebraucht von der KPEV und (vorher RhEB oder BME)
(Auszugsliste aus den Amtsblättern mit den Lokausmusterungen kontollieren)
1899 erste Erweiterungen im Übergabebahnhof Laake, sowie in den Gleisanschlüssen Hagedorn und Tobler
1903 eine weitere Lok muß angeschafft werden

1912 Erneuerung der Gleisanlagen im Übergabebahnhof im Bereich der Gleise 1 und 2 nach Maßgabe der Behörde
1917 Lok 2 wird requiriert und bleibt als Kriegsverlust vor Frankreich
1919 die heruntergewirtschafteten Anlagen bedürfen der Erneuerung

1923 Die Ruhrbesetzung führt auch hier zur vorübergehenden Betriebseinstellung (Barmen?)

1931 Kauf der beim Bw Ohligs abgängigen 91 1346 (Efd 7361, Hohen 2557/1910), neue Lok 3

1950 Der Verkehrszuwachs durch den wirtschaftlichen Aufschwung wird durch eine gebraucht gekaufte Kö I nur unwesentlich aufgefangen,
häufiger Leihlokeinsatz durch die Staatsbahn wegen der defekten, weil schlecht gepflegten Lok 3

1964 erstmalig als Staatsbahnlok eine V100 des Bw Wuppertal zum Probebetrieb auf den Gleisen

Topographie

Die topographische Einordnung ist nun eine ganz einfache, denn das ausgesuchte Tal des Marscheider Baches,
welcher mit seiner Länge von 6,1 km von der Quelle mit 308m ü.NN. bis zur Mündung als linker Zufluß im Wupperviereck in die selbige in einer Höhe von 174m ü.NN.fließt,
weist bis zur Hastberger Mühle (Bf. Hastberg) einen Gesamthöhenunterschied von nur 80m auf.
Diese 80m verteilen sich zwar nicht ganz gleichmäßig auf die gedachten 4,9 Kilometer Streckenlänge,
bleiben aber in einem für Kleinbahnen mehr als vernünftigen Rahmen von max. 1:40.

Verschiedenen Quellen u.a. aus dem Internet
https://www.wuppertal.de/rathaus-buerger...00000495898.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach
http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken


Vorgeschichte

Die ersten Initiativen zum Bau der Kleinbahn gehen zurück auf die honorige Stammtisch-Runde um
Geheimrat Tobler/Schlüter, Kämmerer Wilhelm Winzig, Stadtschreiber Johannes Pfeiffer und den
Gymnasialdirektor Dr. Johannes Bökh, welche dann nach einigen schwer erkämpften,
weinseeligen Sitzungen im Gasthaus der Hastberger Mühle auch das Bahnbaukommite zur allgemeinen Hebung des hiesigen Wohlstandes
und zur Erfüllung des gebieterischen Wunsches des Volkswillen gründeten.

Gingen die ersten Überlegungen noch von der Anlage einer Schmalspurbahn mit der Spurweite eines ganzen Meters aus,
so tat sich insbesondere und zunächst völlig unverständlich der Veterinärmedizinier Dr. Puttlich mit den durchaus schlüssigen Argumentationen hervor,
das gerade bei einer Bahn welche doch zuvorderst dem Warenverkehr dienen soll, selbige nur sinnvoll in der doch überall üblichen Normalspur errichtet werden.
Erst sehr viel später ergab es sich, was auch weidlich durch die Stadtgespräche getrieben wurde,
das eben jener durchaus geachtete Dr.Puttlich die einzige Tochter des Metzgermeisters ehelichte, welcher sich ein erkleckliches Vermögen sicherte,
als er die Grundfläche für das Normalspurtrassee an die NBK veräußern konnte, die bei Errichtung einer Schmalspurbahn gar nicht benötigt worden wären.

Die Hofschaften in der ausgewählten Gegend rechtfertigen nun vom Original her nicht den Bau einer, schon gar nicht regelspurigen, Kleinbahn,
zumal das Tal für die Verhältnisse um 1890 tatsächlich bahntechnisch hervorragend angebunden war. Neben der bereits 1867 eröffneten Linie Rittershausen – Lennep,
der Bergisch Märkischen Eisenbahn, die nächstgelegene Station ist Lüttringhausen, kaum zwei Kilometer von der Hastberger Mühle entfernt,
ist ab 1890 die heute sogenannte Wuppertalbahn von Krebsöge/Radevormwald nach Rittershausen in Betrieb. An diese Bahn erfolgt auch die gedachte Anbindung.

Hier beginnt denn auch die Fiktion weiter um sich zu greifen, bedingt doch Beides, also Gewerbe und Transport sich gegenseitig.
Wenn nun die Bahn gebaut worden wäre, hätte also auch die örtliche Geschichte einen anderen Verlauf genommen.
Insbesondere die angedachte Darstellung des Jahres 1914 lässt somit eine fast 25 jährige Entwicklung seit der Eröffnung der Bahn offen.
In dieser Zeitspanne werden sich die Ortschaft erheblich gewandelt haben, wie dies auch andere reale Fälle bestätigen.





In diesen Zeichnungen fehlen die von Hand eingefügten Details.

Wie oben erwähnt besteht das Konzept bereits seit einigen Jahren und umfasst eine größere Datenmenge in zumeist handschriftlicher Form.
Wenn mir etwas Freizeit übrig bleibt, kann ich das ein oder andere ja mal hier in Kurzform ergänzen.
Ebenso werde ich bei Gelegenheit mit Bildern den Weiterbau darstellen.

Mit besten Grüßen aus dem Bergischen

Michael

vauhundert
Beiträge:

08.05.2014 14:17
#2 Marscheider Industriebahn antworten

Hallo zusammen,

hier die Bilder aus Laake Kleinbahn, dem Betriebsmittelpunkt der Marscheider Industriebahn.
Zu finden ist das auf den Plänen in dem als Werkstatt bezeichneten Raum.



Eine Übersicht über den Bahnhof in Richtung Güterschuppen mit den Gleisen zur Kopf- und Seitenrampe. Die V100 steht in Gleis 3 und die Köf II in der Ladestraße Gl.4.



Gleicher Standort wie oben, aber die andere Blickrichtung. Man sieht die "Hastberger Ausfahrt", dann Gleis 5 wo der Lokschuppen angeordnet wird,
sowie die langen Auf- und Abstellgleise 6 und 7. Das blassrosa Gebilde wird der Ansatz des in der topografischen Karte sichtbaren Hügels.



Die Rotte scheint beim Bau von Gleis 5 gerade Pause zu machen.



Das "Baufeld" für den Anschluß, bzw. die Maschinenfabrik Dr. Hagedorn.

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

Thomas Englich Offline




Beiträge: 267

09.05.2014 14:17
#3 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo Michael,

mir gefällt Deine Planung sehr gut! In Spur Null muß man ja so manche Kompromisse eingehen und sehen wie man eine größere Anlage in seine Räumlichkeiten hinein bekommt. Ich finde das Dir das gut gelungen ist. Auch das Thema bzw. die Konzeption der Anlage scheint mir sehr gelungen, man sieht das Du Dir viele Gedanken dazu gemacht hast!

Mir persönlich gefallen Anlagen (ob nun eher nebenbahnähnlich wie bei Dir oder eher städtisch und industrieller wie bei Alex durchaus sehr gut. Mein absoluter Schwachpunkt bei solchen Anlagen ist es aber mir nicht so recht vorzustellen zu können (geschweige denn genau zu wissen) welche Betriebe welches Transportaufkommen hatten oder hätten haben können. Da merke ich, das ich davon kaum eine Ahnung habe. Ich denke da geht auch manchen anderen Modellbahnern so.

Vielleicht, nur mal so als Anregung, wäre es möglich eine Art Anleitung zu erstellen wie man an solche Angaben herankommt? Soll man diverse Betriebe anschreiben, anmailen und nachfragen, gibt es Bücher dazu wo man solche Angaben finden kann - oder wie geht man bei einem solchen Thema vor. Es sind ja oft auch quasi historische Dinge die man da nachfragen müßte. Zumal das ja auch bei anderen Anlagen durchaus Vorgaben sind, die auch bei einem einfachen Gleisanschluß (oder mehreren) gefragt sind. Meinereiner steht da jedenfalls oft auf'm Schlauch und weiß es nicht ...

Weswegen ich auch leider nicht viel zum Betriebsablauf bei solchen Anlagen beitragen kann. Mir fehlt einfach die Vorstellung was genau anfiel an Güterwagenaufkommen, usw. Ich bin eben eher ein Lokalbahnromantiker ... trotzdem weise ich sehr gerne auf Deine Planung und die von Alex auf meiner Seite hin. Denn - wie gesagt - die Thematik gefällt!

Gruß Thomas

Meine Webseite:
www.lokalbahn-reminiszenzen.de

vauhundert
Beiträge:

09.05.2014 16:02
#4 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo Thomas,

zunächst einmal herzlichen Dank für Deine Anmerkungen zu meiner Anlagenplanung und den Hinweisen auf Deiner Seite!
Ich habe ja schon ein paar Jahre Vorlauf und daher steckt tatsächlich schon eine gewisse Zeit und Energie in den Gedanken drin.

Was die Angaben zu den Industriebetrieben bzw. den Gleisanschlußinhabern angeht, kann ich gerne einmal ein paar Punkte zusammenstellen
und Dir zusenden oder bei allgemeinem Interesse hier in einem passenden Unterforum einbringen.
Hat da noch er Interesse dran?
Sicherlich sind das dann keine schulmäßigen Anleitungen, aber sie kommen aus der "Praxis" durch die ein oder andere Veröffentlichung über historische Bahnen.

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

Thomas Englich Offline




Beiträge: 267

09.05.2014 16:22
#5 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Zitat
Was die Angaben zu den Industriebetrieben bzw. den Gleisanschlußinhabern angeht, kann ich gerne einmal ein paar Punkte zusammenstellen und Dir zusenden oder bei allgemeinem Interesse hier in einem passenden Unterforum einbringen.



Hallo Michael,
ich hoffe das Du (und wer sich sonst noch berufen fühlt) hier im Forum einen Thread dazu aufmacht in dem diese Thematik angegangen wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch andere sehr interessiert - und man kann dann z.B. darauf verlinken (was ich z.B. sehr gerne tun würde!). Man sieht ja welch ein Interesse an dem Thema Industriebahn besteht, wo nun auch Jörn auf dieses Thema aufspringt. Dir als O-Bahner ist ja auch sicher dieser ältere Thread im SNM Forum bekannt, der ja auch ein solches Thema hat. Man sieht also, es gibt sicher ein übergeordnetes Interesse ...
Also, wenn OOK nichts dagegen hat, bitte einen extra Thread dazu.

Gruß Thomas

Meine Webseite:
www.lokalbahn-reminiszenzen.de

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.844

09.05.2014 17:47
#6 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo Michael,

ich finde deine Konzeption bzw. Planung ganz toll!
Ein kleinen Kritikpunkt hätte ich aber! Im Thread "Fromm(e)s Revival" hat Du uns die Länge der Umsetzgleise um die Ohren gehauen!

Zitat von vauhundert im Beitrag RE: Fromm(e)s Revival
Mit derartig kurzen Krüppelgleisen hättet Ihr andere bereits, berechtigterweise, aus dem Tempel gejagt und Euch lasst Ihr das gegenseitig durchgehen...

Bei deiner Planung finde ich diese auch etwas zu kurz! Könnte man zum Beispiel in Laake Kleinbahnhof das Umfahrgleis ein bisschen verlängern?



Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

vauhundert
Beiträge:

09.05.2014 20:48
#7 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo Hubert,

ich danke besonders für Dein Lob und das mit der Gleislänge ist ein berechtigter Einwand!

Ich habe bei „Fromm(e)s Revival“ ewig herumgekrizelt und bin kaum auf mehr Gleislänge gekommen, bis ich das entnervt aufgegeben habe.
Der Entwurf von Dir und Ralf gefällt mir immer noch, aber in Eynach wären noch ein paar cm mehr nicht schlecht,
was aber wegen der Prämisse der Übernahme des Altentwurfes ja nicht geht.

Die alte nicht wirklich gut dokumentierte Version meiner Anlage besaß dort, wie von Dir eingezeichnet, sogar ein längeres Umfahrgleis.
Nach dem Tod meiner Mutter und dem drohenden Verkauf des Hauses, habe ich mich jedoch auf die beiden Räume beschränken müssen und
versucht für den eigentlichen Bahnhofsbereich mit 2x1500mm Segmentkästen hinzukommen, falls doch ein Umzug fällig geworden wäre.

Außerdem habe ich mich noch einmal eingehend mit den Vorbildgegebenheiten im Bergischen und auch anderswo auseinandergesetzt.
Hierzu noch ein paar Originalgleispläne aus meiner Sammlung, welche von ähnlichen städtischen Industriebahnen stammen.

(Bitte Klicken, die kommen mit nur 1000px nicht ausreichend sichtbar rüber.)

Industriebahn Möbeck in Wpt. Varresbeck (Betrieb allerdings durch Staatsbahn)



Industriebahn Clausen in Wpt. Loh (Betrieb allerdings durch Staatsbahn)



Von der Klb. Loh – Hatzfeld kann ich leider keine Originalpläne einstellen,
aber dort war nur der Bf. Schlachthof im Zustellgleis 1 mit einer Umsetzlänge >100m ausgestattet.
Die Umsetzanlagen bzw. Ausweichen unterwegs waren bestenfalls 100m lang.
Bedenkenswert ist das auch wegen der „Unübersichtlichkeit“ im Straßenverkehr.

Bei der Marscheider Industriebahn habe ich eine Umsetzlänge von 67,5m (Oehde und Laake Gl.1+2),
sowie 63m (Trotzhaus Gl.1+2) und 57m (Hastberg Gl.1+2).
Bei der angedachten Epoche I wurde die Industriebahn mit Bnt2 Lok ausgestattet, welche der pr.T1 (Musterblatt III 4d) entsprechen.
Verschiedene Lokfabriken hatten solche und ähnliche Typen quasi auf Halde produziert.
Diese Lok haben etwa 2/3 der Leistung einer T3, die wiederum auf den Streckenstücken bis Hastberg (1:40 oder 25 Promille)
eine Last von 100t bei 20km/h, bzw. 130t bei 15km/h, sowie 160t bei 10km/h hätte befördern dürfen.
Hier drei willkürlich aufgeführte häufig anzutreffende Waggonbauarten der damaligen Zeit.

Ein Wagen der Verbandsbauart A1 (O-Halle) mit 15t Ladegewicht / 23t Gesamtgew. und
einer LüP von 8,8m ginge dort noch 7 mal hinein und entspräche 161t Zuggewicht.

Ein Wagen der Verbandsbauart A2 (G10) mit 15t Ladegewicht / 27t Gesamtgew. und
einer LüP von 9,6m (incl.Bremserhaus) ginge dort noch 6 mal hinein und entspräche 162t Zuggewicht.

Ein Wagen der Verbandsbauart A6 (eisen.Kohlewg.) mit 15t Ladegewicht / 25t Gesamtgew. und
einer LüP von 7,3m (incl.Bremserhaus) ginge dort noch 8 mal hinein und entspräche 200t Zuggewicht.

Die Berechnung habe ich jetzt der Einfachheit halber mit immer dem gleichen Waggon ausgeführt und
der Zug würde tatsächlich natürlich bunt gemischt sein.
Beim längsten Wagen mit knapp 10m LüP überschreite ich schon die Grenzlast der Lok bei weitem.

Du hast natürlich völlig Recht mit Deinem Einwand, was die Epoche III und den leihweisen Einsatz der V100.20 angeht.
Die ist sowieso noch erheblich länger, 12200mm statt 7700mm bei der T1 und dürfte dort 320t im Langsamgang nach oben befördern.

Soweit also meine Gedanken zu diesen Gleislängen, wobei dort natürlich auch ein unbestreitbarer Vorteil der Epoche I liegt.
Ich habe schon oft neidvoll auf die Briten mit ihren kurzen Waggons geschaut…aber mich dann doch nicht auf die Insel getraut…

Was mir bei der eingestellten Zeichnung noch aufgefallen ist… Gleis 5 führt dort nicht die angegebenen 50m in Richtung Lokschuppen,
weil ich die genaue Lage noch auspaldovern muß. Zum Betrieb noch soviel, dass das Rangieren,
das Feinverteilen nach Bildungsplan in den "langen" Gleisen 6 + 7 (77m + 95m) erfolgt.
Auch das Ladestraßengleis 4 mit 65m, sowie das Güterschuppengleis 3 ist mit 54m nicht besonders lang.

P.S.: Noch was vergessen. Die Feingestaltung mit "niedlichen Ausstattungsdetails und den Häuschen" mache ich immer noch gerne mit Bleistift von Hand.
Bei den neuesten Zeichnungen habe ich das noch nicht geschafft.

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.844

09.05.2014 21:17
#8 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo Michael,

vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen! Ich finde jetzt deine Gleise gar nicht mehr sooooo kurz! ;-)

Wo hast Du die geilen Pläne der Industriebahnen her!
Da schießen ja einem ganz tolle Anlagenideen in den Kopf!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

vauhundert
Beiträge:

09.05.2014 21:24
#9 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo Hubert,

in dreissig Dienstjahren bin ich an der ein oder anderen Altpapiertonne vorbeigekommen

Ich erinnere mich aber immer noch mit Schrecken daran,
das ich bei der Auflösung der Hbm Wuppertal den/einen Container gesehen habe
und mich nicht getraut habe zu fragen (1.Lehrjahr...man war ja noch so schüchtern).
Da waren u.a. Gebäudepläne von vielen Empfangsgebäuden drin.
Vermutlich auch vom Samba für den ich später diese Unterlagen 7 Jahre lang vergeblich gesucht habe....

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

Thomas Englich Offline




Beiträge: 267

09.05.2014 21:33
#10 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hubert,

auf den Seiten von VOBA findet sich eine nahezu unerschöpfliche Anzahl an Bildmaterial und auch einige Gleispläne sind dort zu finden:
http://www.bahnen-wuppertal.de/
Eine spezielle Seite zu Werksbahnen und Gleisanschlüssen ist da auch:
http://www.bahnen-wuppertal.de/html/gleisanschluesse.html
http://www.bahnen-wuppertal.de/html/gueterverkehr.html
Einige Gleispläne von VOBA hier in der Übersicht:
Gleispläne VOBA über google

Oder auch auf "sporenplan.nl" finden sich viele Pläne zum Raum Hagen, Wuppertal:
http://www.sporenplan.nl/html_de/sporenp...info/start.html

Gruß Thomas

Meine Webseite:
www.lokalbahn-reminiszenzen.de

Wanderer Offline



Beiträge: 90

09.05.2014 21:49
#11 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Mir gefallen die Planungen (und auch die Bilder vom Bau) auch.

Und ganz nebenbei weiß ich jetzt auch, welche Filme Du gerne siehst beziehungsweise welche Bücher Du gerne liest - da waren die Namen der Honoratioren doch sehr aufschlussreich! *lach*

Viele Grüße
Rolf

vauhundert
Beiträge:

09.05.2014 22:15
#12 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo Rolf,

ein herzliches für das Lob und für die Entdeckung der Namen eine kleine Belohnung in Form einer weitergehenden, aber noch nicht endgültigen Liste:

1.6.8 Personenregister

Geheimrat Tobler/Schlüter*, Besitzer der berühmten Tobler Werke, Stahlfabrikation+Schmiede,
(Der Name wurde vom Autor selbst von Tobler in Schlüter geändert und
die Firma war die bekannten Putzblank-Werke.
Außerdem passt Schlüter besser ins Bergische Land)

Stadtkämmerer Wilhelm Winzig,
stolzer Besitzer eines Fahrrades.

Archivar und Stadtschreiber Johannes Pfeiffer, mit drei f.

Gymnasialdirektor Dr. Johannes Bökh, ein sehr angesehener und gerechter Lehrer

Jakob Lantier, ein Lokführer dessen Großvater mit Napoleons Arme 1808 wegen einer Verletzung im Bergischen “stecken geblieben” ist.

Giuseppe Bottazzi, Rangiermeister,
ein der Liebe wegen übrig gebliebener italienischer Bahnbauarbeiter aus der Poebene.

Malermeister Peer Bille, einer der immer gerne Kunststücke vorführt und heimlich Frauenportraits malt.

Medizinalrath Dr. med. Hiob Prätorius, man sagt ihm starkes Interesse an der Ausbildung vom Krankenpflegedienst nach.

Diener Johann Kesselhut, ein wirklich schüchtener, liebenswerter Mensch.

Dr. Fritz Hagedorn, Maschinenbau (Gleisanschluß Werkstatt), erstellt mit Vorliebe Reklame für die eigene Firma.

Alfred Matzerath, Lebensmittel-/Colonialwarenhändler, ein etwas grobschlächtiger Kerl.

Franz Wagenseil, bahnamtlicher Rollfuhrbestatter, etwas halbseiden.

Volker Ziegenbrink, ein Advokat und Spezi von Wagenseil.

Sollte jemand noch einen Metzger oder Fleischer aus der Richtung in Petto haben, dann bin ich für Vorschläge offen

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

rainbow Offline




Beiträge: 60

09.05.2014 22:37
#13 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Ansgar Winter, Fleischermeister mit Lockenkopf und unansehnlichen Zähnen

Abend Michael,

auf diesen Planungsthread. Nicht nur wegen den tollen Zeichungen (hast du das Höhenprofil im ersten Post mit Federkiel geschrieben? Sieht absolut überzeugend aus! ) und der genau ausgedachten Geschichte, sondern auch weil mir das Thema so gut gefällt. Gerade als jemand, der 18/19 seines Lebens in Wuppertal(-Heckinghausen) gelebt hat, kenne ich das Marscheider Bachtal und die umliegenden Örtchen tatsächlich ganz gut; da macht es gleich noch mehr Freude, da eine Kleinbahn reinfantasiert zu bekommen. Danke fürs Teilen!

Grüße,
Jan

Juergen Sch. Offline




Beiträge: 25

10.05.2014 07:31
#14 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Ich kann dir nur sagen, Pespekt!

Sauber ausgearbeitet und wie du es ja schreibst, ist das der Lohn für jahrelange Arbeit!

Ich freue mich auf weitere Bilder!

Gruß aus dem Bergischen ins Bergische!

Lieben Gruß aus dem Bergischen Land

Jürgen

vauhundert
Beiträge:

10.05.2014 12:57
#15 RE: Marscheider Industriebahn antworten

Hallo zusammen,

@ rainbow_Jan,

zunächsteinmal ein herzliches fürs Lob und besonders deshalb, weil Du Dich ja sogar dort auskennst!

Mit "Ansgar Winter, Fleischermeister mit Lockenkopf und unansehnlichen Zähnen" hast Du mich kalt erwischt.
Der ist mir völlig unbekannt, wenn ich über ihn gelesen habe, dann ist er mir entfallen
und bei Tante Goockel haben ich wohl auch die falschen Fragen gestellt?

"(hast du das Höhenprofil im ersten Post mit Federkiel geschrieben? Sieht absolut überzeugend aus! )"

Ich schreibe ja auch an Veröffentlichungen über historische Bahnen und musste mir ein wenig in dieser Richtung,
also das "restaurieren" bzw. aufarbeiten alter Zeichnungen für den Druck, aneignen. Die Schrift ist teilweise nicht passend,
weil ich eine etwas "lateinisierte" Version der Kanzleischrift auch privat benutze.
Manchmal komme ich dann selbst durcheinander.
Der Fahrplankopf ist auch noch nicht die endgültige Fassung.

@ Jürgen

Zitat von Juergen Sch. im Beitrag #14
Ich kann dir nur sagen, Pespekt!

Sauber ausgearbeitet und wie du es ja schreibst, ist das der Lohn für jahrelange Arbeit!

Ich freue mich auf weitere Bilder!


Auch Dir ein herzliches fürs Lob.
Arbeit möchte ich das nicht nennen, denn es soll ja ein Steckenpferd sein, das man reitet.
Und reiten macht schließlich Spaß.
Mit weiteren Bilder werde ich nur langsam dienen können, weil die Zeit mir immer viel zu knapp scheint.

Gleich werde ich wieder in 1:1 "Betrieb spielen", statt zu bauen.


Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

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