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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 72 Antworten
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 IV.3. Praxis des Modellbahnbetriebes
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hmmueller Offline



Beiträge: 473

05.08.2020 09:57
#61 RE: Hilfe, wie geht Betrieb?? Antworten

Richtig "wissen" tu ich auch nicht, wie man sich das richtige Tempo "erspielt". Aber bei den -zig Malen, die ich beim Verschub zugeschaut habe, war immer der Fußmarsch der Beteiligten ein ziemlich großer Anteil. Und wenn man den nicht richtig nachspielt = mit zwei Fingern der Hand einmal "nachgeht", dann unterschätzt man den m.E. gewaltig.

Ich hab da ein kleines Spiel, das ich gerne Leute machen lasse: "Schließ die Augen und stelle Dir im Kopf vor, Du gehst bei der Tür raus bis zur Straßenbahnhaltestelle/zum Supermarkt/zum Bahnhof - im echten Tempo. Wenn Du dort bist, dann sag 'bin da!'" Niemand von uns schafft es in echter Zeit - wir sind alle immer viel zu schnell, einfach deshalb, weil wir abstrahieren: Wir denken nicht "Ich mache Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3, ...", sondern "ich gehe zur Tür ... ich gehe zur Straße ...", ohne die Distanzen groß im Kopf abzuspielen.

Das Problem, das ich andererseits mit dem Vorschlag (der an vielen Stellen seht) "warte, um Gehweg zu simulieren" habe, ist, dass man eben "sinnlos in die Luft schaut". Das Gehen mit den Fingern macht das "bewegter", finde ich ...

H.M.

hmmueller Offline



Beiträge: 473

05.08.2020 21:03
#62 RE: Hilfe, wie geht Betrieb?? Antworten

Doch noch ein Versuch, Deine konkreten Vorgänge zu beleuchten:

Zitat von HollandseRhBfan im Beitrag #60
Wer von euch kann mir Angaben machen von Zeitablaufen beim Rangieren, und ich weiß, Abstand, Geschwindigkeit, usw spielen da eine (große) rollen. Aber es geht mir um durchschnitt durchlauf Zeiten.
- Ankuppeln, wie lange dauert das in (Rangier)betrieb?


Zu "meiner" Zeit (1980er) war es in Österreich noch zulässig, im Gleis auf den anrollenden Wagen zu warten - dann geht das Einhängen schnell; mit dem lockeren Anziehen ist man nach 15s fertig, nach 20s wieder draußen. Aber dann wird der Verschieber zur Lok gehen oder zur Spitze, je nachdem wohin weitergefahren wird - siehe mein vorheriger Text.
Zitat von HollandseRhBfan im Beitrag #60
- Eine Bremsprobe, wie lange dauert das pro Wagen?


Gemütlicher Spaziergang entlang des Zuges, vielleicht 1 km/h, bei der vollen Bremsprobe. Bei der vereinfachten (nur Endwagen oder neu eingestellten ersten Wagen) 2...3min, würde ich meinen; ja nachdem, ob der Lokführer zugleich auch sein Wurstbrot auspacken muss, dann ignoriert er den Wagenmeister währenddessen (und der Lokführer ist immer der, der sagt, wann was passiert ...).
Zitat von HollandseRhBfan im Beitrag #60
- Weichenumstellen mit der Hand?


Selber ausprobieren! - ein paar Sekunden. Aber wieder ist das Hingehen und dann Gehen zum nächsten Zielpunkt, was Zeit braucht.
Zitat von HollandseRhBfan im Beitrag #60
- Und wie funktioniert das mit Weichen der gestellt werden durch die Fahrdienstleiter, –zig Kilometer weit weg im Zentral Stellwerk? Lok steht, anruf über Funk, warten, bestätigen? Weiche geht um? Wie lange dauert das?


Je nachdem, was der Fdl sonst noch tun muss. Idealerweise gar keine Zeit (ok, ca. 2 Sekunden* für Weichenumlauf), weil der Verschubleiter schon während dem Wenden die neue Fahrt anfordert. Technisch haben die GS III Sp68-Stellwerke der ostdeutschen DR sogar sogenannte Rangierwendestraßen erhalten, wo die Gegenfahrt schon eingespeichert werden konnte, während die vorherige Fahrstraße noch abgefahren wurde; mit deren Freifahren lief dann die Gegenfahrt sofort ein, und das Signal ging auf frei.

Grüße nocheinmal
H.M.

* Moderne heutige Weichenantriebe brauchen hingegen offenbar ca. 6 Sekunden, also dreimal so lange, weil wegen höherer Anpresskräfte die Getriebe anders übersetzt sind.

HollandseRhBfan Offline



Beiträge: 55

06.08.2020 11:22
#63 RE: Hilfe, wie geht Betrieb?? Antworten

Hallo Harald,

schön vielen Dank für deine sehr ausgiebige Reaktion. Ja, auch ich habe es versucht zu erahnen wie das so Abläuft. Habe Gesternabend am Anlage mal versucht, sowieso etwas weniger Schnell zu fahren mit der Traktor, und bei jeder Handlung Einige Sekunde "ruhe" zu machen. Weiter hin auf der Handregler nicht direct der Weichen umzu stellen, als der Lok noch ausläuft, aber zuerst zu warten bis der lok steht, und dan der drücktasten am Handregler erst zu bedienen (LENZ, da muss man viel drücken auf Taster).

Das Soziallaspekt braucht auch im Rangierbetrieb seine Zeit, Ich meine der gespräche und Plaudern der Rangierer und Lokführer.

Mit der PC Steuerung kann ich auch schon Fahrstrassen handmässig schalten, bevor der Lok steht, aber dass bringt mich wieder auf der zu schnelle ablauf die ich erfahre.

Daher kann ich schon etwas Anfänge mit deiner gedanken, Harald.Ich werde alles in mehr Ruhe machen, ohne Hektik, aber doch eine gewissen Zügigkeit, wie der RhB.

Binn aber auch gespannt, wie OOK (als vertreter der Rangierspass erhöhung auf der Modellbahn) das erfährt (hat) bei seiner BAE. Hat man dort beim Erst Betrieb auch die Rangierzeiten mal durch gerechnet, oder war der erste Rangiermanöver in zB. Oderteich das Nullpunkt, von dem Moment aus war dieser Rangierzeit der Rahmen?

Im voraus Dank für aller eurere Reaktionen.

Herzlichen Grüssen Aad

OOK Offline




Beiträge: 4.338

07.08.2020 11:29
#64 RE: Hilfe, wie geht Betrieb?? Antworten

Zitat von HollandseRhBfan im Beitrag #60

Wie macht man das bei der BAE? Habt ihr bei der BAE Zeiten eingeräumt für den Rangierbetrieb, und natürlich Routine aufgebaut.
Auch ich habe mal irgendwo gelesen, das Rangieren in Modell oft genauso schnell oder langsam geht wie im echten Betrieb.


Na, da werde ich mich mal aufraffen, ein wenig aus der Schule, äh aus dem Keller zu plaudern.

Gerechnet wird bei der BAE wenig (ich hatte im Mathe immer eine 4). Bei der BAE gibt es einfach Langzeiterfahrungen(25 Jahre) und viel Praxis.
Ob man schnell oder langsam rangiert ist Geschmacksache, beim Vorbild gibt es beides. Man vergleiche nur mal, wie die DB die Wagen auf eine Fähre rangiert und die Dänen das in einem Viertel der Zeit schaffen.
Bei der Harzquerbahn kann man auch teilweise recht schnelle Lokfahrten beim Rangieren erleben. Die Aussage, das Rangieren im Modell genau so lange dauert wie in der Realität wird von mir nicht unterstützt. Das Vorbild braucht schon deshalb viel länger, weil der Weg zur Weiche viermal bis sechsmal so lang ist. Es gibt aber ein praktischen Grund, das Rangieren nicht zu verlangsamen: Wenn man eine reine Rangieranlage hat, kann man so langsam und so lange rangieren, wie man will, bei einer Anlage mit gemischtem fahrplangeregelten Zugverkehr und Rangierbetrieb geht das nicht. Denn Fahrplanbetrieb auf stark verkürzten Strecken braucht eine entsprechend verkürzte Zeit (beschleunigte Uhr), bei der BAE II war das mit Faktor 6 bei der BAE III ist es Faktor 5. Mit dieser Beschleunigung braucht ein durchschnittlicher Zug von Braunlage nach Sieber ohne Rangieren auf den Unterwegsbahnhöfen eine Modellstunde. Das ist realistisch. Das einfache Aussetzen eines Stückgutwagens dauert aber zwei reale Minuten = zehn Modellminuten. Das klappt aber nur, wenn nichts im Wege steht und der Zug perfekt gereiht ist, sonst ist schnell eine halbe Stunde um.

Generell ist es also sinnvoll, so flott ewie möglich zu rangieren, ohne dass es hastig wirkt. Deswegen halte ich es für reine theoretische Gedankenspielerei, Kuppelvorgänge (inkl. Bremsschläuche), Bremsprobe, Fertigmeldung, Weichensdtellungen etc. in der gleichen Ausführlichkeit wie beim Vorbild durchzuführen, z.B. auch den Rangierer in echten drei Minuten zur nächsten Weiche gehen zu lassen (=15 Minuten im Modell!) Das geht nicht, wenn gleichzeitig Züge verkehren.

Schauen wir uns mal einen Auszug aus einem Bildfahrplan der BAE an:



In der Kopfzeile die Stationsnahmenskürzel, die Zeit läuft senkrecht.

Der P 18 ist der ganz gewöhnliche dampfbeförderte Personenzug und braucht von Sieber BAE bis Braunlage genau 60 min. Unterwegsrangieren findet nicht statt.
Der in der Gegenrichtung verkehrende P 3 braucht neun Minuten länger, was hauptsächlich dem verlängerten Halt in Oderteich (Odt) geschuldet ist, wo nicht nur gekreuzt, sondern auch der Stückgutwagen an den Gs rangiert werden muss.

Am anderen Ende der Skala liegt der Ng 200, der schon für die halbe Strecke, also Sieber - Sonnenberg, über zwei Stunden braucht. Die Längen der eingeplanten Unterwegsaufenthalte entsprechen dem Durchschnitt der Erfahrungswerte. Manchmal ist die Zeit zu lang, manchmal wird trotz allem Verspätung gemacht. Die Rangieraufgaben sind ja jeden Tag anders.

Dieser Fahrplan ist viele Male durchexerziert worden. Meistens läuft es so, dass sich im Laufe des "Tasges" irgendwelche Verspätungen anhäufen, aber komischerweise ist am Ende fast alles wieder pünktlich.

So, jetzt aber nochmal direkt zu Aads Anliegen: Es wird nicht hastig aber "flott" rangiert, d.h. die Weichen werden dann gestellt, wenn der 1:1 Rangierer sie mit dem ausgestreckten Arm erreichen kann, nicht, wenn der 1:45 Rangierer dort hingetippelt ist. Gekuppelt wird so flott wie es geht, wenn die Kupplungen selbsttätig einklinken, ist es gut, keine Nacharbeit. Genau so lange wie beim Vorbild dauert dann aber die Fertigmeldung und Fahranfrage beim Zugleiter und dessen Antwort. Die kommt manchmal verzögert, wenn er erst gründlich seinen Bildfahrplan anschauen muss und auf seinem Belegblatt gucken, wo die verspäteten Züge sind.

Gruß

Otto

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

HollandseRhBfan Offline



Beiträge: 55

07.08.2020 13:33
#65 RE: Hilfe, wie geht Betrieb?? Antworten

Hallo Otto,

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und Gedanken, Dafür lese ich auch gerne deine Bücher weil es gut unterbaute Gedanken und Praxis gerechte Tipps und Erfahrungen sind.

Das mit dem Bildfahrplan ist Super Deutlich.

Ich habe ja eine gemischte Anlage, muss der Normale Verkehr auch Rechnung tragen, daher Weiß ich jetzt wie ich mich verhalte kann(sollte). Das eilige werde ich versuche zu mindern, aber es müsse auch keine Schildkröte an die Arbeit sein.

Danke an euch allen und wenn der Hitze wieder weg ist vom Dachboden, werde ich meine Rangierarbeit neu Anfänge und Flott ausführen, ohne aber im Stress zu gelangen. Und wenn es gefühlsmäßig doch zu schnell geht, Zähle ich einfach mal im Kopf bis Zehn, und dann weiter.

Herzlichen Grüßen

Aad

hmmueller Offline



Beiträge: 473

07.08.2020 15:05
#66 RE: Hilfe, wie geht Betrieb?? Antworten

Hallo Aad -

Deine Formulierungen gefallen mir immer wieder ... so wie Ottos fachliche Tiefe (aber muss man das noch sagen)?

H.M.

HollandseRhBfan Offline



Beiträge: 55

07.08.2020 16:19
#67 RE: Hilfe, wie geht Betrieb?? Antworten

Hallo Harald,

Freue mich das Euch meiner Deutsch jedenfalls lesen und verstehen können, weil ja, das ist so ein Ding, mit die Fällen in eure Sprache.
Herzlichen Grüsse Aad

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 552

07.08.2020 18:15
#68 Zeitaufwand beim Rangieren auf der MoBa Antworten

Hallo Forumer, das Thema trifft bei mir ziemlich ins Schwarze! Ich habe vor, demnächst einen längeren Beitrag zum Rangieren mit Ngs zu bringen, ich habe da eine Idee, wie man mit Ereigniskarten steuernd eingreifen kann. Dazu später mehr, hier aber ein paar Erfahrungen zum Zeitaufwand für Rangiervorgänge im Bahnhof Triptis:

Mein derzeit gültiger Fahrplan sieht für eine Session den Zeitbereich von 06:00 bis 14:00 vor, bei einer Zeitraffung von 3:1 ergibt sich eine Session-Dauer von etwa 3 1/2 Stunden. In dieser Zeit sind für den Bahnhof Triptis drei ankommende Ngs im Abstand von etwa ein bis zwei Fahrplanstunden im Plan, einer aus jeder Richtung. Für die abgehenden Ngs gibt es für jede Richtung drei Pläne, die über den ganzen Zeitbereich verteilt sind. Alle Ngs sind Bedarfspläne, die Züge verkehren nur bei Bedarf (wie der Name schon sagt).

Naja, meine ersten Rangier-Erfahrungen haben bald gezeigt, dass die Behandlung von drei Ngs wohl nicht geht, zumindest nicht, wenn ich den Betrieb alleine steuere; denn ich muss mich ja als Fahrdienstleiter noch um die sonstigen fahrplanmäßigen Züge kümmern. Der Zeitaufwand beim (MoBa-) Rangieren in Triptis entsteht (natürlich) durch die Fahrten selbst, mehr als 30 km/h sind kaum möglich; zweitens durch die Kommunikation mit dem Stellwerk, der Rangierleiter muss dem Stellwerk ja mitteilen, wo er rangieren möchte. Das Einstellen der Fahrstraßen (Weichenstellen etc.) ist in Triptis weniger zeitaufwendig, das erledigen die virtuellen Weichenwärter ziemlich flott. Kuppeln läuft ähnlich wie bei der BAE, Einkuppeln ist selbsttätig, muss aber gepüft werden, Entkuppeln ist manuell, dazu muss der 1:1-Rangierer möglicherweise schon mal paar Meter laufen. Kritisch wird es, wenn während des Rangierens eine Zugmeldung einläuft: Dann ist zu prüfen, ob die angekündigte Zugfahrt möglicherweise mit der laufenden Rangieraktion kollidiert, in diesem Fall muss sich die betroffene Rangiergruppe irgendwohin zurückziehen, denn die fahrplanmäßigen Züge haben Priorität. Und das kostet richtig Zeit!

Ich habe also mehrere Maßnahmen vorgesehen, die zum Teil schon realisiert sind, aber noch in größerem Rahmen getestet werden müssen.

Als erstes wird die Uhr automatisch auf "langsam" (d. h. 1:1) gestellt, solange eine Rangierfahrt unterwegs ist, das bringt schon was, könnte aber dazu führen, dass die fahrplanmäßien Züge mehr rote Signale sehen, weil ihre Zeit ja auch langsamer läuft.

Weiterhin werde ich die Anzahl ankommender Ngs reduzieren, einer pro Session wird wohl reichen.

Die Ngs aus Richtung Auma (Nebenstrecke) werden nur noch in Ausnahmefällen verkehren, der Wagenverkehr auf der Nebenstrecke soll in Zukunft - wie beim Vorbild - über PmGs abgewickelt werden. Das ist programmtechnisch etwas kniffelig, ich danke aber, dass das zu schaffen ist.

Mein Fazit: Der Zeitaufwand ist doch höher als anfangs vermutet, mit mehr Zeitreserven liegt man auf der sicheren Seite. In Ottos BAE-Fahrplan sieht man, dass für die Behandlung des Ng 200 auf jeder Haltestation etwa eine Fahrplanstunde vorgesehen ist, das könnte beispielsweise zwischen 5 und 6 Uhr in Sft schon problematisch werden, weil da noch der P6 und der P3 abgefertigt werden müssen. Es kommt natürlich sehr stark darauf an, welche Rangiervorgänge tatsächlich ablaufen müssen, das Transportaufkommen kann ja sehr unterschiedlich sein!

Demnächst gibt es noch mehr Informationen zu meinem Nahgüter-Konzept.

Mit Hp1-Gruß und schönes Wochenende mit schattigem Plätzchen - Helmut

HollandseRhBfan Offline



Beiträge: 55

10.08.2020 09:58
#69 RE: Zeitaufwand beim Rangieren auf der MoBa Antworten

Hallo Helmut,


Das hört sich gut an. Bin gespannt auf deine weitere Tekst und erlauterungen. Da lese ich jetzt schon Fakten die ich noch nicht gut überdacht habe bei meiner Betriebsession.

Mit Herzlichen Grüssen Aad

HollandseRhBfan Offline



Beiträge: 55

19.08.2020 09:21
#70 RE: Zeitaufwand beim Rangieren auf der MoBa Antworten

Hallo Allen,

Wegen der Hitze ist dem Betrieb am Dachboden in Sils eingestellt. Es gibt Schienersatzverkehr . Ich hoffe bald wieder Wettervorhersage hören zu können die kühleres Wetter versprechen.

Um meiner Fahr- und Rangiermöglichkeiten auch entsprechend zu nützen, also dem Betrieb zu bewältigen, habe ich eine PC Steuerung (Gratis Programm Koploper). Fahre Digital DCC Manuell, ohne Automatik, ich nütze das Steuerungs Programm nur als Gleisbildstellwerk, mit Mausklick am Weichen schaltet die Weichen, oder eine klick am Signal...naja ihr versteht schon was dann passiert. Und Fahrstraßen gehen auch Hand massig mit Start und Ziel klick mit der Maus. Eigentlich also auch ein Programma (Sendung) mit der Maus.

Die Neue Lenz Fahrregler LH101 hat auch Möglichkeiten zum Schalten von Fahrstraßen. Und seit Kurzem habe ich auch der STP 16 Universal- und Weichen Stellpult von Dietz. Der kann einzelne Weichen, aber auch Fahrstraßen schalten. So kann ich mit all dieser Schalt Möglichkeiten ein Tolles Betrieb machen, und, ja Otto, alles im PAN Modus.

Wegen der Hitze habe ich aber die STP 16 noch nicht testen können im Betrieb, aber der Nächste Winter kommt bestimmt.

Herzlichen Betriebsgrüsse Aad

cargonaut Offline




Beiträge: 119

21.08.2020 07:17
#71 RE: Zeitaufwand beim Rangieren auf der MoBa Antworten

Zur Frage der Rangiergeschwindigkeit sei noch erwähnt, dass diese international unterschiedlich ist. Schweizer Normalspurbahnen rangieren mit 40 km/h in Deutschland sind es im DB Bereich 25 km/h und im Bereich das Anschlussbahnen zum Teil noch weniger.

Gruß Kai-Nils

Die Kunst eine Lokomotive zu führen kann nur durch jahrelanges Studium, geduldiges Üben und Erfahrung erworben werden.
(The Australian Locomotive Enginedriver's Guide)

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 552

21.08.2020 18:19
#72 Rangieren auf der MoBa Antworten

Hallo Forumer,
heute möchte ich - wie schon angekündigt - über mein neues Konzept zum Thema Nahgüterzüge/Warenverkehr in Triptis II berichten.

Der Fahrplan für eine Session umfasst die Modellzeit von 05:30 bis 14:00, das sind etwa drei Stunden in Echtzeit. In dieser Zeit waren drei ankommende Ngs aus den drei Richtungen (Gera - Weida -) Niederpöllnitz, (Saalfeld - Oppurg -) Neustadt/Orla und (Moßbach-) Auma vorgesehen, und zwar im Zeitraum von 06:30 bis 09:00.

Bei meinen Probesessionen hat sich herausgestellt, dass die Bearbeitung von drei Ngs in dieser Zeit nicht zu schaffen ist, obwohl die Rangiervorgänge bei der MoBa doch etwas flüssiger abgewickelt werden können als beim Vorbild.

Die Organisation der Warenflüsse über die Wagenkärten hat sich bewährt, dieses Prinzip gab es schon in der Vorgänger-Anlage Triptis I, das soll auch zukünftig beibehalten werden. Ein ähnliches Verfahren hat auch OOK in seinem Rangierbuch auf Seite 90 beschrieben; ein Unterschied besteht nur in der Weitergabe der Karten.


Die Wagenkarten fahren (wie beim Vorbild) im Zug mit, deshalb ist das Format so gewählt, dass ein Stapel Karten in einen speziell präparierten Hochbordwagen passt. Den nenne ich Datenwagen, der muss in jedem Ng am Zugschluss mitlaufen. Damit bekommt jeder Ng ein Zugschlussignal Zg3. Außerdem haben die Datenwagen einen Schaltmagnet, das ermöglicht rechnergesteuerte Rangierfahrten in unbesetzten Bahnhöfen, zB um dort einen Ng auf ein Abstellgleis zu rangieren.

Jede Karte enthält einen Umlauf über sechs Ziele, manche Fahrten haben kein Ziel direkt in Triptis, die Wagen müssen dann so bald wie möglich in abgehende Ngs mit passender Richtung eingestellt werden, beispielsweise Wagen 64, Mineralöl von Saalfeld nach Ziegenrück. Der Wagen wird in diesem Fall in das Sortiergleis für die Nebenstrecke rangiert und wird mit dem nächsten Ng Richtung Auma auf den Weg geschickt. Die Abstellgleise in den Schattenbahnhöfen haben mehrere Abstellplätze hintereinander, das führt dazu, dass die Züge erst wieder im sichtbaren Bereich erscheinen, wenn die vor ihnen abgestellten Ngs ausgefahren sind. Die Zusammenstellung der Züge wird von Session zu Session sehr unterschiedlich sein, so dass die Rangiersituationen in Triptis jedes Mal anders sind. Wenn die letzte Zeile eines Kärtchens abgearbeitet ist, wird eine neu ausgedruckte Karte eingesetzt, deshalb ist das letzte Ziel auf der Karte identisch mit dem ersten Ausgangsort.

Um die im Bahnhof Triptis notwendigen Rangierarbeiten zu entspannen, habe ich mir verschiedene Verbesserungen ausgedacht.

Eine Maßnahme ist bereits realisiert: So lange eine Rangierfahrt im Gange ist, wird die Uhr automatisch auf "langam" gestellt, d. h. während dieser Zeit läuft die Uhr in Echtzeit; der Rangierer steht also nicht mehr so stark unter Druck. Allerdings hat das Auswirkungen auf andere fahrplanmäßige Züge, die zur gleichen Zeit irgendwo unterwegs sind, die sind durch die Zeitdehnung zu schnell unterwegs; es kann also vorkommen, dass diese Züge an roten Signalen aufgehalten werden, weil sie vor Plan verkehren.

Als weitere Maßnahme will ich die Anzahl der ankommenden Ngs reduzieren. In jeder Session soll auf der Hauptstrecke nur noch ein Ng ankommen, und zwar jedes Mal aus einer anderen Richtung. Reine Ngs soll es auf der Nebenstrecke nur noch in Ausnahmefällen geben, der Warenverkehr auf der Nebenstrecke soll vorzugsweise über PmGs abgewickelt werden. Nach meiner Erinnerung war das auch beim Vorbild genau so. Es ist mir sogar einmal passiert, dass ich einen Zug nach Auma verpasst habe, weil ich den für einen Güterzug gehalten hatte; die zwei Donnerbüchsen hingen hinten, die habe ich erst entdeckt, als der Zug schon unterwegs war. Deswegen steht auf der Anlage am Gleis 3 ein heulender etwa neunjähriger Preiser-Junge als Reminiszenz. Ich habe damals bald gemerkt, dass mir das Heulen nicht weiter hilft und bin die etwa fünf km bis zu meiner Oma im Auma gelaufen, den Weg kannte ich schon.

Die manuellen Rangiervorgänge im Zusammenhang mit Reisezug-Garnituren sind organisatorisch ewas kniffelig, weil der Rechner die entstehenden Rangiergruppen namentlich verwalten muss, ich denke aber, dass sich das lösen lässt. Wenn also PmG-Garnituren durch das Anhängen von Güterwagen erzeugt werden, muss der Zug auch einen Datenwagen bekommen, damit die Wagenpapiere ordnungsgemäß mitfahren können. Ein Pwg ist in diesem Fall nicht notwendig, denn der für die Fracht zuständige Zugführer hat im Reisezugteil irgendwo ein Dienstabteil.

Wie organisiert man bei dieser Vorgabe die Folge der Ngs, die ja abwechselnd aus den beiden Hauptrichtungen kommen sollen? Und was ist mit den reinen Ngs auf der Nebenstrecke, die ja auch noch "gelegentlich", aber selten kommen sollen?

Auf dem folgenden Bild habe ich mal nur die Ngs und die PmGs (orange) aus dem geänderten Fahrplan herausgezeichnet:


In der Zeit bis 08:00 sind jetzt alle Ng-Fahrten in Richtung Triptis vorgesehen, das sind die Verteiler-Fahrten. Dabei ist zu beachten, dass ein Ng nur dann in Triptis ankommt, wenn er am vorherigen Fahrplantag (also in der vorherigen Session) schon im Nachbarbahnhof bereitgestellt wurde. So kann beispielsweise der Ng41 nur verkehren, wenn vorher der Ng31 in Niederpöllnitz bereitgestellt wurde. Diesen Umstand kann man ausnutzen, um die Zugfolge zu beeinflussen.

Zu diesem Zweck habe ich die Zugfolgekarten erfunden, die zusammen mit den Wagenkarten ihren Platz im Datenwagen haben. Wenn jetzt so eine Zugfolgekarte


in einem ankommenden Ng auftaucht, dann wird der angesprochene Ng (hier zB der Ng31) im Startbahnhof (hier zB in Weida) gestartet. Das führt dazu, dass der Ng zunächst nur bis in den Nachbarbahnhof (hier zB Niederpöllnitz) fährt, wo er dann für die nächste Session auf einem Abstellgleis bereitgestellt wird. Wenn man dafür sorgt, dass die Karte immer in einem Zug der anderen Richtung abgelegt wird, dann werden die Ngs tatsächlich immer abwechselnd aus beiden Nachbarbahnhöfen ankommen. Für die Gegenrichtung gibt es entsprechende Karten:


Wie werden aber die gelegentlichen seltenen Ngs auf der Nebenstrecke gesteuert? Da habe ich beim Monopoly abgeguckt: Ereigniskarte! Das geht in Triptis ohne Würfel, sondern sozusagen im Zuge.



Damit kann man viele bahntypische Vorkommnisse ansprechen, beispielsweise: Ankommende Lok muss ins Bw, weil die Kohle oder der Dieselkraftstoff fast alle ist, Oder: In Weida startet ein außerplanmäßiger Sonderzug (der möglicherweise den Fahrplan stört). Oder: Die Lok muss als Lz wegen Fristablauf ins AW Meiningen. Naja, und damit kann man natürlich auch den Ng50 (von Moßbach nach Auma) starten, der als Voraussetzung für den Ng62 (von Auma nach Triptis in der nächsten Session) dient.

Mit dem Sonderzug-Ereignis kann ich auch Zuggarnituren auf die Strecke holen, die im Normalbetrieb kaum zu sehen wären, beispielsweise den nostalgischen Preußen-Schnellzug mit der grünen DR-Schnellfahrlok 18 201.

Ich denke, dass eine solche Ereigniskarte für die ganze Anlage ausreicht. Die wird in einem abgehenden Ng oder PmG gemäß Spalte "nächste Richtung" platziert und erscheint erst in der nächsten oder einer noch späteren Session wieder in Triptis, je nachdem, wie sich die Zuggarnituren im Abstellbahnhof stauen.

Abgearbeitete Ereignisse werden ausgestrichen, wenn die Karte voll ist, muss eine neue ausgedruckt werden.

Nach einigen Anpassungsarbeiten (zB muss der Lz nach Meiningen oder nach Oppurg organisiert werden) werde ich das mal ausprobieren. Vielleicht habt Ihr noch Vorschläge, beispielsweise für sinnvolle Ereignisse?

Mit Hp1-Gruß - Helmut

HollandseRhBfan Offline



Beiträge: 55

27.08.2020 09:13
#73 RE: Rangieren auf der MoBa Antworten

Hallo Allen,

Wie Helmut seinen Betrieb mit der NG ausführt ist einen schönen, Viel Spaß und Rangierfreude bringender Art und Weise. Toller Stunde kann man damit verbringen.

Hier meiner Art und Weise womit ich die viele Rangiermöglichkeiten meiner Anlage auch wirklich nütze

Ich Lass in Rangierbuch von OOK über das Programm Frachtagent, aber das Programm war mir etwas zu viel des Guten. Da muss man ständig auf der PC schauen und daneben auch noch On-Line sein, und vor allem der „Chef“ des PC-Programms ständig Informieren womit man beschäftigt ist.

Aber Gedanken habe ich mir doch gemacht über einer Art von PC Unterstützung bei einem Teil des Zufall Faktor generieren im Güterverkehr auf meiner Anlage.

Vorher machte ich es mit den bekannten Karten von FREMO und einen Würfel. Aber die Karten Anfertigen war etwas Arbeitsintensiv. Habe mich dabei wirklich mit einer Schere Blasen an den Händen geschnitten, weil es dutzende von Papierseiten mit 12 Karten auf jeder einzelne zu schnitten gab.

Ich dachte es muss einfacher gehen, und habe geschaut ob Excel zum Beispiel Zufall generieren kann, und Wunder, Excel kann das.

Wenn man in Zeile E (oder eine andere) der Formel =ASELECT() einführt generiert Excel eine Zufall Nummer Reihe, wenn man der nächste Zeile Eine andere Ladung oder Bestimmung gibt und Der Formel nach unter zieht macht Excel überall Zufällige Nummer und die sind wieder einfach zu sortieren.



Mann Klickt auf E, der Ganze e Reihe wird Blau und dann geht man zum Sortieren, rechts oben am Schirm, man bekommt eine Warnung (Hier im NL Sprache) aber Excel fragt ob er de Selektion ausweiten muss für das Sortieren, Das sollte man. Dann Sortieren und die ganze Seite wir Auf Zufall neu Aufgebaut.




Dann muss man noch wissen aus wie vielen Wagen dieser Güterzug bestehen wird, und das wird Excel auch durch Zufall bestimmen:
Ganz Reihe selektieren, Wie vorher, der Warnung, Ja Sortierfelder ausweiten und sortieren Drücken.




Der Güterzug besteht heute aus 5 Wagen und der Auswahl auf der Ladung und bestimmungsliste fängt an bei Zeile 3. Damit habe ich noch etwas mehr Zufall eingebaut.
Das Resultat ist:




Zeile 3 Anfang, 4 Wagen dar unter und Heute Besteht dieser Güterzug aus 3 Wagen für Sils mit Baumaterial, einer geht über auf dem Bergellbahn ( Mineralwasser) und mir einer Einzelne Wagen geht es weiter von Sils nach Samedan. Bei der Rhb fährt so im Durchschnitt jeder 2 stunden einen Güterzug, jedenfalls am Albula.
Einige Güterzüge haben neben der Zufall Aspekte, auch einige Festwagen die immer in einem bestimmten Güterzug dabei sein. Aber weil das Maximium am Julierbahn 7 Wagen ist, Kommt bei Überschreitung dieser Zahl einer Fakultativ Güterzug auf der Strecke.
Ich Hoffe ich habe so Meiner Arbeitsweise meines Güterverkehrs auf der Silser Anlage angedeutet.

Helmut hat seiner Anlage teils PC Gesteuert, glaube ich zu verstehen, bei mir geht alles Manuell, zwar fahre loks Digital und schalten Weichen und signale Decoder gesteuert, aber ohne Steuerprogramm für Automatischer Betrieb, also bei mir keine Wartende Zügen für Geschlossene Einfahrtsignale. Wenn Rangierarbeit fertig, dann erst fahre ich einen Personenzug.

Sortieren, beifügen von Ladungen, Kunden und geht ganz einfach, aber ich muss nicht wie beim Frachtagenten das ganz gut im Augen behalten, und trotzdem wird meiner letzte Güterzug Wahl auch ganz ordentlich aufbewahrt,(wie bei Frachtagenten) weil Excel fragt mich bei Schließen der PC immer Sollte der Änderung in Excel aufbewahrt worden? Ja bitte schön.

Herzlichen und Betriebs grüssen Aad

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