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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 41 Antworten
und wurde 4.181 mal aufgerufen
 II.3. Planen von Anfang an
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Ghost Offline




Beiträge: 17

14.01.2014 19:58
Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Guten Tag,

So recht weiss ich nicht, ob ich mit meinem Anliegen hier richtig bin. Da ich es, ohne auch nur einen Versuch zu wagen, nie herausfinden kann, moechte ich mit meiner Problembeschreibung beginnen und bitte um Verstaendnis, wenn ich das Thema verfehlt haben sollte.

Seit mehreren Jahren beschaeftige ich mich mit der Planung einer eigenen Modellbahn-Anlage. Oft genug waehnte ich mich bereits am Ziel, nur um festzustellen, dass ich noch nicht einmal die erste Klippe gemeistert habe. Inzwischen - nach wirklich lehrreicher Zeit - kristallisiert sich ein Konzept heraus, von dem ich glaube, dass es ein gutes Fundament bildet, auf dem man aufbauen kann.
Doch "Glauben" ist nicht "Wissen". Ich bin unsicher, ob ich mit meinen Gedanken richtig liege, ob sie belastbar und wert sind, ausgestaltet und schliesslich auch umgesetzt zu werden. Aus diesem Grunde erbete ich Feedback.

In diesem ersten Post moechte ich zunaechst die Antwort auf eine grundsaetzliche Frage geben: Was moechte ich mit einer Modellbahn-Anlage erreichen?

Ein Hobby dient zur Entspannung nach anstrengendem Tagwerk. Es schickt die Phantasie auf Reisen. Bietet Ablenkung. Zerstreuung.
Die Modellbahn betrachte ich als ein Hobby, welches mir genau das bietet.
Von einer Modellbahn-Anlage erwarte ich folgende Dinge:
Aufgabe 1.) Die Modellbahn-Anlage ist ein Blickfang. Da sie im Wohnzimmer stehen soll, ist sie stets praesent. Selbst, wenn kein (Fahr-) Betrieb stattfindet, macht sie eine "gute Figur" und laedt zum Einhalten, Traeumen, ja, zur Benutzung ein.
Aufgabe 2.) Die Modellbahn-Anlage dient passiv der Erholung. Sie soll mir dabei helfen, mich in meinen Gedanken zu verlieren, ohne selbst Teil dieser Gedanken sein zu muessen. So ist nicht der Modellbahn-Betrieb wichtig, sondern allein die Anwesenheit, Bewegungen, Geraeusche, Lichter und in geringem Umfange Taetigkeiten.
Das bedeutet nichts weniger als "Zuege kreisen" zu lassen. Und das macht gluecklich? Ein praktischer Selbstversuch hat alle Zweifel beseitigt: es tut mir gut, den Zuegen hinterherzuschauen. Ich kann ueber den grossen Goth und die Welt nachdenken, "komme runter" und finde Ruhe, Zufriedenheit und Entspannung.
Aufgabe 3.) Die Modellbahn-Anlage dient aktiv der Erholung. Ich moechte sie aktiv "betreiben" (siehe hierzu auch "Blaues Buch", S. 18). Damit steht die Anlage und der Betrieb im Mittelpunkt und bietet mir ein besonders intensives und abwechslungsreiches Erlebnis.

Diese Erwartungen wollen erfuellt werden, wobei bestimmte Einschraenkungen und weitere Besonderheiten beachtet werden muessen.
Doch zunaechst interessiert mich, ob dies der richtige Ort ist, um Feedback zu einem Konzept zu erbetem, welches die genannten Erwartungen erfuellen soll.

Auch, wenn ich etwas vorpresche, moechte ich die folgende Frage anschliessen: Welche grundlegenden Elemente (Bahnhof? Paradestrecke? Nicht sichtbare Streckenabschnitte? Etc.) sollte eine Modellbahn-Anlage besitzen, um die genannten Erwartungen zu erfuellen?


Steffen

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OOK Offline




Beiträge: 4.036

14.01.2014 20:41
#2 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Hallo Steffen,
zunächst eine kurze Nachfrage, bevor ich mich näher mit deinem Thema beschäftige: Meinst du, dass (d)eine Modelleisenbahn alle drei von dir genannten Punkte zugleich bieten soll?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Ghost Offline




Beiträge: 17

14.01.2014 21:55
#3 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Guten Abend,

Zitat von OOK im Beitrag #2
Meinst du, dass (d)eine Modelleisenbahn alle drei von dir genannten Punkte zugleich bieten soll?


Das ist korrekt.
Die Aufgabenstellungen sind entsprechend der zeitlichen Nutzung absteigend sortiert:
1.) wird am Haeufigsten eintreten (Die Modellbahn-Anlage ist praesent, es fehlt allein an Zeit, sie zu "benutzen")
2.) folgt mit grossem Abstand (Die Modellbahn wird nicht so haeufig genutzt wie 1.), aber haeufiger als 3.) )
3.) wird eher selten eintreten ("Richtiger" Betrieb benoetigt Vorbereitung, Zeit und die innere Einstellung - diese Dinge stehen in ihrer richtigen Kombination im Verhaeltnis eher selten zur Verfuegung.

Von der Nutzungsintensitaet her sind die Aufgabenstellungen aufsteigend sortiert:
3.) erfordert eine sehr intensive Nutzung (man macht "Betrieb" und dies ist an Intensitaet nicht zu uebertreffen)
2.) ist bei weitem nicht so intensiv wie 3.), aber intensiver als 1.)
1.) bedeutet in diesem Fall, dass die Modellbahn-Anlage einfach existiert; die Nutzungsintensitaet ist kaum bis gar nicht vorhanden.

Steffen

PS: Kleine Anmerkung nachtraeglich: Das "zugleich" hat mich im Nachhinein verunsichert. Zu einem bestimmten Zeitpunkt X kann die Anlage natuerlich nur eine Aufgabe erfuellen: entweder 1.), 2.) oder 3.).

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OOK Offline




Beiträge: 4.036

15.01.2014 09:46
#4 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Zitat von Ghost im Beitrag #3
Das "zugleich" hat mich im Nachhinein verunsichert. Zu einem bestimmten Zeitpunkt X kann die Anlage natürlich nur eine Aufgabe erfuellen: entweder 1.), 2.) oder 3.).
Das ist schon klar, ich meinte nur, die Anlage soll jederzeit im Modus a oder b oder c nutzbar sein.

Ich muss allerding ehrlicherweise sagen, dass eine Anlage, die hauptsächlich schön und präsent sein soll, mich persönlich nicht besonders reizt, meinen Grips und mein Grafikprogramm anzuwerfen. Das unterfordert meine Kompetenz, auch glaube ich, dass Derartiges in der Modellbahnpresse reichlich abgedeckt ist.
Das soll kein definitiver Korb sein, eher zum Nachdenken anregen, ob denn nicht eine Anlage, die absolut auf den Modus 3 ausgerichtet ist, ohne Weiteres jederzeit im Modus 1 oder 2 nutzbar ist.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

jaffa Offline




Beiträge: 118

15.01.2014 11:38
#5 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Hallo Steffen, Willkommen im Forum!

ich sehe es zunächst ähnlich wie Otto: eine Anlage, die die dritte Anforderung bedient, muss zwar nicht unbedingt, aber kann sehr wohl die unter planerischen Aspekten geringeren Anforderungen 1 und 2 einschließen. Insofern würde ich ein Konzept und die Anlagenplanung von Anforderung 3 her entwickeln und Anforderung 2 nur insofern berücksichtigen, dass es in irgendeiner Form eine geschlossene Ringstrecke geben muss.

Da ich mich zu mindestens 50 Prozent als passionierter Modellbauer sehe, kann ich den Aspekt 1 durchaus nachvollziehen: unabhängig davon, ob auf der Anlage Betrieb ist oder nicht, soll die Anlage als Gesamtes und in den Details ein echter »Hingucker« sein. Das hat weniger mit Konzept und Planung zu tun als eben mit ambitioniertem Modellbau. Es könnte höchstens an solchen Stellen Auswirkungen haben, dass man eher einen Schattenbahnhof plant als einen offenen Fiddle Yard ... oder den Fiddle Yard nur bei Betrieb anflanscht.

Mit deiner zweiten Anforderung tue ich mich ein bisschen schwerer, kann aber nachvollziehen, was du schreibst:

Zitat von Ghost im Beitrag #1
Die Modellbahn-Anlage dient passiv der Erholung. (...) Das bedeutet nichts weniger als "Zuege kreisen" zu lassen. Und das macht gluecklich? Ein praktischer Selbstversuch hat alle Zweifel beseitigt: es tut mir gut, den Zuegen hinterherzuschauen. Ich kann ueber den grossen Gott und die Welt nachdenken, "komme runter" und finde Ruhe, Zufriedenheit und Entspannung.

Quasi »Zen und Modellbahn« ... ich würde es als »meditativen Fahrbetrieb« bezeichnen. Zwar ungewöhnlich, aber legitim.
(Das mache ich zwar nicht, kenne es aber von unserem Kater ).

Wenn du dich auf diese Interpretation und Gewichtung einlassen kannst, stellt sich die Frage nach verfügbarem Platz und nach Nenngröße/Spurweite.

Gruß --- Jürgen


Mein Modellbahnprojekt: »Innerstetalbahn«
Meine Modellbahner-Serviceseiten mit Gleisplan- und Tipps&Tricks-Datenbanken: www.moba-trickkiste.de

Ghost Offline




Beiträge: 17

15.01.2014 13:21
#6 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Guten Tag,

Zitat von OOK im Beitrag #4
Ich muss allerding ehrlicherweise sagen, dass eine Anlage, die hauptsächlich schön und präsent sein soll, mich persönlich nicht besonders reizt, meinen Grips und mein Grafikprogramm anzuwerfen.


Das ist nachvollziehbar. Jedoch ist dieser Umstand, dass die Modellbahn-Anlage die allermeiste Zeit ueber ungenutzt ist, eine Tatsache. Zum Beispiel bin ich werktags durchschnittlich 10 - 11 Stunden aufgrund eines auszuuebenden Berufes ausser Haus. Weitere durchschnittliche 7 - 8 Stunden sind fuer Schlaf, etwa 3 Stunden durch haeusliche Taetigkeiten etc. abzuziehen, so dass 2 Stunden uebrig bleiben. Und ich muss gestehen, dass ich diese zwei Stunden nicht immer der Modellbahn widmen kann (und will).
Aber auch in dieser Zeit existiert die Modellbahn-Anlage. Sie ist bestimmten Einfluessen ausgesetzt und muss - soll sie ihre "Schoenheit" auch ueber einen laengeren Zeitraum bewahren - davor geschuetzt werden. Als Stichpunkte seien Auswirkungen ultravioletten Lichtes, Staub und Luftfeuchtigkeit genannt. Diese Dinge - so meine Ansicht - muessen schon bei einer Planung beachtet und beruecksichtigt werden. Ob derartige Ueberlegungen Kompetenz erfordern, vermag ich nicht zu sagen, jedoch hoffe ich, einige Gedanken erfahren zu duerfen.
Aus ebenjenen Grunde moechte ich Modus 1 nicht unter den Tisch kehren.

Zitat von OOK im Beitrag #4
Das soll kein definitiver Korb sein, eher zum Nachdenken anregen, ob denn nicht eine Anlage, die absolut auf den Modus 3 ausgerichtet ist, ohne Weiteres jederzeit im Modus 1 oder 2 nutzbar ist.


Genau das sind auch meine Gedanken. Jedoch bedarf Modus 3 nicht unbedingt jener Elemente, die fuer Modus 2 notwendig sind (Modus 2 ist nicht zwingend eine Teilmenge von Modus 3). Daher halte ich auch Nummer 2 fuer erwaehnens- und beachtenswert.

Welche grundlegenden Elemente benoetigt man, um eine Modellbahn-Anlage zu entwerfen, die diesen drei Modi genuegt? Ich komme - wie in der Abbildung 1 gezeigt - auf folgende Bausteine:



Die Welt: Das ist der Ort, aus dem die Waren zum Betriebsmittelpunkt kommen und zu dem Waren geliefert werden. Das sind nicht dargestellte Werksanschluesse, andere Bahnhoefe, Haltestellen und sonstige Einrichtungen, mit denen eine Interaktion erfolgen kann.
Der Bahnhof: Es muss ein betrieblicher Mittelpunkt existieren, der auch visuell dargestellt wird. Meistens ist dies ein Bahnhof, koennte aber auch ein Industrieanschluss, spezielle Verladestellen u.ae. sein. Fuer den "Modus 3" ist dieser betriebliche Mittelpunkt unabdingbar und notwendig.
Die Strecke: Oben genannte Elemente muessen miteinander verbunden werden. Das erledigen "Strecken". Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein sichtbares und ausgestaltetes Streckenelement den "Modus 2" bedienen kann.

Diese Elemente muessen nun moeglichst sinnvoll miteinander verbunden werden. Ich befuerchte, dass hier zahlreiche Variationen moeglich sind. Ich ziehe folgende Moeglichkeit in Betracht (siehe Abbildung 2):



Es existiert eine als Ringbahn ausgefuehrte eingleisige Hauptbahn, welche mindestens zwei Bahnhoefe (A und B) miteinander verbindet. Das Woelkchen steht fuer eine Anzahl weiterer moeglicher Bahnhoefe und Haltestellen, die es geben wird, aber vorerst keiner genaueren Definition unterliegen. Von dieser Ringbahn zweigt eine eingleisige Nebenbahn ab, die in einem Endbahnhof (C) endet. Sichtbare Abschnitte befinden sich im Bereich des Nebenbahn-Abzweigs (erfuellt Modus 2) sowie der Endbahnhof (erfuellt Modus 3). Beide Bereiche sind in der schematischen Darstellung markiert.
Obgleich das Ganze noch ziemlich abstrakt ist, koennte ich mir folgendes Konstrukt vorstellen: Eine Modellbahnanlage mit drei Abschnitten (oder Ebenen?): Endbahnhof, Nebenbahnabzweig/Paradestrecke, nicht sichtbarer Abstellbereich.

Hier moechte ich unterbrechen und fragen: Ist diese Art der Herangehensweise sinnvoll und besteht die Chance, darauf aufbauend weiter zu verfahren? Gibt es Einwaende, die zu beruecksichtigen sind, sollte man diesen Weg weiter verfolgen?

Steffen

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BernhardH Offline



Beiträge: 66

15.01.2014 17:29
#7 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Hallo Steffen,

wieviel Platz steht zur Verfügung und in welcher Baugröße soll die Anlage sein?

Bernhard

Ghost Offline




Beiträge: 17

15.01.2014 18:35
#8 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Zitat von BernhardH im Beitrag #7
wieviel Platz steht zur Verfügung und in welcher Baugröße soll die Anlage sein?


Guten Abend,

Bislang nahm ich an, dass solche spezielle Daten in diesem Stadium noch nicht relevant sein sollten und eher zu "Blockaden" anregen denn zu "ungezwungenem" Denken. Aus diesem Grunde habe ich sie noch zurueckgehalten. Da sie mitnichten geheim sind, sind hier die Rahmendaten: Fuer die Modellbahn-Anlage im Masstab 1:120 (TT) steht eine Laenge von 5,70m und eine Breite von maximal 0,70m zur Verfuegung, wobei es im Bereich von Gleiswendeln 1,00m sein duerfen. Die Anlage soll dem Ein-Personen-Betrieb genuegen, jedoch auch Reserven fuer den Zweipersonenbetrieb aufweisen. Zeitlich gesehen ist das darzustellende Szenario in die DR-Epoche IV einzuordnen.

Steffen

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ow Offline




Beiträge: 249

15.01.2014 19:22
#9 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Hallo Steffen

Zitat:
.......Zum Beispiel bin ich werktags durchschnittlich 10 - 11 Stunden aufgrund eines auszuuebenden Berufes ausser Haus.Weitere durchschnittliche 7 - 8 Stunden sind fuer Schlaf, etwa 3 Stunden durch haeusliche Taetigkeiten etc. abzuziehen, so dass 2 Stunden uebrig bleiben.
Und ich muss gestehen, dass ich diese zwei Stunden nicht immer der Modellbahn widmen kann (und will).
Aber auch in dieser Zeit existiert die Modellbahn-Anlage....
.....noch nicht!?!

Ist in dieser Diskussion der Modus "Bauen, Ausbau, Detailierung der Anlage" irgendwie vergessen worden?? Es ist viel Zeit aufzuwenden um eine zufrieden funktionierende Anlage zu bauen. Auch zum Modus 2 --Entspannung -- trägt doch gemütliches so vor sich hin basteln, entwerfen, das Spiel mit Versuch und Irrtum viel dazu bei. Und es geht lange, bevor Modus 3 -rangieren, Fahraufträge planen und realisieren -- überhaupt real wird.

meint der noch immer bauende Otto (ow)

besser unperfekt starten als perfekt warten

BernhardH Offline



Beiträge: 66

15.01.2014 19:37
#10 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Das ist doch ein Anfang.

Von welchen Seiten ist die Anlage zugänglich?

Es soll im Wohnzimmer sein? Da könnte man an an einen Schattenbahnhof hinter Glas im Untergeschoß denken, wobei "Schattenbahnhof" dann nicht zutrifft, eher eine Art Vitrine als Zugspeicher. Über ein oder zwei Wendeln Zufahrt nach oben zur Anlage, mit Strecke und einem nicht zu großen Bahnhof, dafür mit genügend Ladestellen.

Ghost Offline




Beiträge: 17

15.01.2014 21:14
#11 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Guten Abend,

Zitat von ow im Beitrag #9
Ist in dieser Diskussion der Modus "Bauen, Ausbau, Detailierung der Anlage" irgendwie vergessen worden??


Das ist ein ausgesprochen wichtiger Punkt! Gesehen im Gesamtkontext ist diese Frage aeusserst wichtig und interessant. Zu meinem eigenen Bedauern kann ich sie noch nicht vollstaendig beantworten, da einige Dinge noch der Klaerung beduerfen. Die grobe Richtung jedoch sieht so aus:
Mein Ziel: Ich moechte eine Modellbahn-Anlage in meiner Freizeit als Hobby (Entspannung, Erholung, Ablenkung, etc.) betreiben.
Faktenlage: Meine handwerklichen Faehigkeiten tendieren gegen Null. Kenntnisse im Holz- oder Metallbau sind nicht vorhanden. Selbiges gilt auch fuer den gesamten elektrischen/elektronischen Bereich. Die raeumlichen Begebenheiten sprechen gegen die Einrichtung einer Werkstatt. Auch muss ich gestehen, dass ich keinerlei Ambitionen hege, derartige Kenntnisse zu erlernen. Diese Voraussetzungen sprechen nicht dafuer, eine Modellbahn-Anlage in Eigenregie zu errichten; die Wahrscheinlichkeit einer Finanzruine mit allen Folgen ist vorhanden und sehr hoch.
Schlussfolgerung: Aus dieser Faktenlage lassen sich drei Optionen ableiten:
1.) Ich vergesse die ganze Angelegenheit und suche mir ein anderes Hobby.
2.) Ich vergesse die Faktenlage und versuche es dennoch.
3.) Ich wende mich an Experten, die mich mit ihrem Wissen und ihren Faehigkeiten unterstuetzen.
Entscheidung: Nach wirklich langer Abwaegung habe ich mich fuer die dritte Option entschieden: Ich erstelle ein moeglichst aussagekraeftiges und schluessiges Konzept, auf dessen Grundlage Profis auf ihrem Gebiet eine Modellbahn-Anlage erstellen. Dies wird auf alle Bauabschnitte bis mindestens zur Betriebsfaehigkeit zutreffen. Alles Folgende ist noch festzulegen. Seit einigen Wochen bin ich mit der Erstellung von Dioramen beschaeftigt, um meine Faehigkeiten im Landschaftsbau zu ermitteln und einzuschaetzen. Je nach Ergebnis besteht die Moeglichkeit, Dinge im Bereich der Landschaftsgestaltung selbst zu uebernehmen - oder aber auch "outzusourcen".
Mir ist bewusst, dass es sich hierbei um eine erhebliche finanzielle Investition handelt. Jedoch minimiert dieses Vorgehen das Risiko des Scheiterns, ist fuer meine Freizeit (die mir viel wert ist, weil so eng bemessen) optimal und dennoch zielfuehrend. Auch ist mir bewusst, dass es viele Stimmen geben wird, die dieses Vorgehen missbilligen und zumindest den Erfolg anzweifeln. Jedoch sehe ich mich nicht als "Modellbauer", sondern vielmehr als "Modellbahner". Und hey - waere ich die einzige Person in einer solchen Situation, gaebe es den Markt des Modellbahn-Anlagenbaus nicht. Mit dem Makel der Unfaehigkeit, eine eigene Modellbahn-Anlage zu erstellen, kann ich leben.
So bin ich entschlossen, dieses Projekt durchzuziehen, sofern sich dieses als durchdacht und durchfuehrbar erweist. Aus diesem Grunde erbete ich Unterstuetzung bei euch, da ich in Sachen Anlagenplanung, -Einsatz und -Betrieb bestenfalls Laienstatus erreicht habe und recht unsicher bin.

Zitat von ow im Beitrag #9
besser unperfekt starten als perfekt warten


Ohja, da ist viel Wahres dran. In gewisser Weise beisst sich diese Aussage mit dem oben Gesagten. Ich bin bemueht, nicht alles bis in das kleinste Detail durchzuplanen. Jedoch ist eine gewisse "Sicherheit", ein gutes Gefuehl, notwendig.

Zitat von BernhardH im Beitrag #10
Von welchen Seiten ist die Anlage zugänglich?


Die Zugaenglichkeit ist nur von vorn gewaehrleistet. Aus diesem Grund resultiert auch die maximale Anlagentiefe von 0,70m (mit Ausnahme der Wendeln).

Zitat von BernhardH im Beitrag #10
Da könnte man an an einen Schattenbahnhof hinter Glas im Untergeschoß denken, wobei "Schattenbahnhof" dann nicht zutrifft, eher eine Art Vitrine als Zugspeicher. Über ein oder zwei Wendeln Zufahrt nach oben zur Anlage, mit Strecke und einem nicht zu großen Bahnhof, dafür mit genügend Ladestellen.


Dies entspricht genau meinem Gedankengang: Ich gehe zur Zeit von einem Schattenbahnhof aus, der etwa sechs bis acht Zuege aufnehmen kann sowie einer oder zwei Moeglichkeiten, Train-Safe "Vision"-Roehren mit einer Laenge von maximal 1,50m anzudocken. Das Ganze ist hinter Glas, welches bei Betrieb beiseitegeschoben/herausgenommen werden kann. Die Verbindung zu anderen Ebenen erfolgt ueber Gleiswendeln, welche einen Kreisradius bis maximal R5 (439mm) zulassen. Hier sind wir jetzt aber schon zuweit vorgeprescht - wenn die Moeglichkeit besteht, wuerde ich erst das Gesamtkonzept abschliessen wollen (Welche grundlegenden Elemente sind wichtig, um den im Eingangspost genannten Modi zu entsprechen?).

Steffen

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BernhardH Offline



Beiträge: 66

15.01.2014 23:40
#12 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Wenn fähige Profis die Anlage bauen, sollte ein optisch gutes Ergebnis herauskommen.

Das passive Betrachten des Betriebs erfordert eine Computersteuerung. Wenn man die nicht selber einrichten will, das können die besagten Profis auch.

Aktiver Betrieb am besten nach dem Konzept des blauen Buchs. Gute Steuerungssoftware läßt beliebig viel Handsteuerung zu, oder man fährt einfach ohne.

ow Offline




Beiträge: 249

16.01.2014 12:49
#13 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Hallo Steffen,

Zitat von Ghost im Beitrag #11

.............Ich erstelle ein moeglichst aussagekraeftiges und schluessiges Konzept, auf dessen Grundlage Profis auf ihrem Gebiet eine Modellbahn-Anlage erstellen. Dies wird auf alle Bauabschnitte bis mindestens zur Betriebsfaehigkeit zutreffen..........



hier könnte doch ein neuer Strang aufgemacht werden:
"Checkliste für prof. Anlagenbauer zum Bau einer MAD konformen Moba."
Wers eleganter formulieren kann soll es tun.

der Checklisten-Fan Otto (ow)

OOK Offline




Beiträge: 4.036

16.01.2014 19:22
#14 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Zitat von ow im Beitrag #13
...hier könnte doch ein neuer Strang aufgemacht werden:
"Checkliste für prof. Anlagenbauer zum Bau einer MAD konformen Moba."
Naja, ich weiß nicht .. Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich dazu neige, sehr schnell neue Stränge oder Unterforen zu eröffnen, was ja letztendlich zu der Unübersichtlichkeit geführt hat, die das Forum heute auszeichnet. Deswegen stehe ich diesem Vorschlag erst einmal kritisch gegenüber.

Aber noch aus einem anderen Grund. Das würde nämlich nur Sinn machen, wenn diese "Pofessionellen" das auch wissen wollen. Von uns! Daran habe ich Zweifel. Und Fragen zu beantworten, die niemand gestellt hat, das habe ich im Leben schon häufig, zu häufig gemacht.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Ghost Offline




Beiträge: 17

16.01.2014 19:44
#15 RE: Planung einer Modellbahn-Anlage von Anfang an antworten

Guten Abend,

Leider habe ich mit meiner betrieblichen Einbindung kein weiteres Feedback erhalten. Da ich Schweigen als Zustimmung deute, moechte ich das Kapitel abschliessen, was treffend mit "Zu den Hauptparametern der Konzeption gehoert zu allererst die betriebliche Einbindung des dargestellten Stuecks Eisenbahn in das Gesamtsystem des Eisenbahnnetzes." (Blaues Buch, S. 13, 3. Spalte, letzter Absatz) umschrieben wurde. Ich habe die Betonung auf die Wortgruppe "zu allererst" gelegt

Der Stand ist, dass ich eine Hauptbahn besass, ueber die mindestens zwei Bahnhoefe A und B angebunden sind, zwischen denen sich der Abzweig einer Nebenbahn zu einem Bahnhof C befindet. Abzweig und Bahnhof C sind sichtbare Abschnitte, der Rest befindet sich in einem nicht sichtbaren Anlagenteil.
Ich trete zurueck und ueberlege: Kann mich solch ein Konzept "gluecklich" machen, sprich auf Dauer begeistern?
Auch hier habe ich Selbsttests durchgefuehrt, um diese Frage zu beantworten. Das Ergebnis war negativ: es reicht mir nicht. Warum?
Ich betrachte einen Endbahnhof einer Nebenbahn. Er hat ueberschaubare Gleisanlagen. Sagen wir: Einen Haus- und einen Behelfsbahnsteig. Und eine Ortsgueteranlage, welche einen Gueterschuppen, ein Freiladegleis und ein Kopf-/Seitenrampengleis umfasst. Daraus folgere ich, dass die Wagentypen und deren Anzahl, die diesen Endbahnhof realistischerweise erreichen, ebenfalls recht ueberschaubar sind. Man kann annehmen, dass vielleicht einmal das Rampengleis (z.B. wegen Baufaelligkeit der Rampe) aufgegeben wird. Dann reduziert sich die nachvollziehbare Wagen(typen)anzahl noch einmal deutlich. Und das wird sich nicht aendern, sofern man nicht regelmaessig Gebaeude austauschen und Gleisanlagen aendern will.
Muss ich nun wirklich auf "spezielle" Wagengattungen verzichten? Zum Beispiel auf Gaskesselwagen? Oder auf Wagen mit bestimmten Ladungen? Zum Beispiel Grosschrott oder Kali (sofern das Betriebskonzept des Endbahnhofes die Ladungen nicht vorsieht)?
Eine wirklich befriedigende Loesung habe ich nicht gefunden - sehr wahrscheinlich auch mangels Wissen. Ich nehme den Weg des geringsten Widerstandes und ueberlege: Konzentriere ich mich beispielsweise auf einen Durchgangsbahnhof, haette ich dieses Problem nicht in diesem Ausmass. Werde ich mit einem Durchgangsbahnhof gluecklich? Selbstversuch. Sechs Monate Planung und praktischer Test. Negatives Ergebnis. Nein, macht mich nicht gluecklich. Spezielle Bahnhofstypen? Kreuzungsbahnhof? Trennungsbahnhof? Anschlussbahnhof? Haltepunkt? Wirken ebenfalls nicht.
Zurueck zum Start: Endbahnhof. Probieren wir es mit betrieblichen Raffinessen. Segment-Drehscheibe. Lokstation. Ausserhalb des Bahnhof-Bereiches liegender (u.U. nicht sichtbarer und daher waehlbarer) Werksanschluss.
Klingt das nicht interessant? Man kann Szenarien erstellen: in #1 ist es ein Tanklager, in #2 ein holzverarbeitender Betrieb, in #(n) ein (fuege hier ein Industriezweig deiner Wahl ein).
Vielleicht ist es ein Endbahnhof mehrerer Nebenstrecken, z.B. zweier ehemaliger Privateisenbahnstrecken? Koennte ziemlich maechtig werden.

Aber halt: Wie waere es mit einer Spitzkehre?
Wirklich lange Zeit habe ich mich gewehrt. Spitzkehre. Lauscha. Das kennt doch jeder, das ist doch die Referenz eines Spitzkehrenbahnhofes! Ist das denn eine Herausforderung?
Definitionen waelzen. Spitzkehrenbahnhof ist eine Form des Kopfbahnhofes. In einem Kopfbahnhof enden "auf einer Seite" die Gleise und kann wohl auch als Endbahnhof (Ende eines Zuglaufes oder einer Bahnstrecke) fungieren. Andererseits ist ein Spitzkehrenbahnhof eine besondere Art des Durchgangsbahnhofes, bei dem Ein- und Ausfahrt auf "derselben" Seite liegen.
Welche konzeptionellen Moeglichkeiten boete Lauscha in einer Welt, die es zwar nicht gibt, jedoch geben koennte? Einige Ueberlegungen:
1.) Spitzenkehrenbahnhof (so, wie es Lauscha in der Vergangenheit darstellt)
1.1.1. - 1.1.n.) Spitzkehrenbahnhof mit n verschiedenen Variationsmoeglichkeiten der betrieblichen Gegebenheiten in nicht sichtbaren Abschnitten (Verschiedene Betriebe mit unterschiedlichen Warenkreislaeufen), deren Anzahl von mir derzeit nicht schaetzbar ist.
1.2.1. - 1.2.m.) Spitzkehrenbahnhof mit m verschiedenen Variationsmoeglichkeiten der in sichtbaren Abschnitten benoetigten und gelieferten Waren (Ansiedlung verschiedener Betriebszweige im nicht sichtbaren Bahnhofsumfeld)
2.) Endbahnhof (Meines Wissens nach war Lauscha auch Endbahnhof, daher auch die Existenz des Lokschuppens bis in die 50er Jahre)
2.1.) Endbahnhof eines Streckenastes, der zweite Streckenast ist stillgelegt
2.2.) wie 2.1., der zweite Streckenast befindet sich im Komplett-Rueckbau (z.B. aufgrund faelliger Reparationsleistungen)
2.3.) wie 2.1., der zweite Streckenast wird teilweise als Werksanschluss genutzt
2.4.) wie 2.1., der zweite Streckenast befindet sich in der Restauration (Strecke wird wieder in Betrieb genommen)
2.5.) Endbahnhof zweier ehemaliger Laenderbahnen oder privater Bahngesellschaften
Haben diese konzeptionellen Grundueberlegungen am Beispiel Lauscha Bestand?
Meine Meinung: Bis auf den letzten Punkt sind sie konzeptionellen Moeglichkeiten belastbar und in bestimmten Konstellationen auch kombinierbar. Letzter Punkt scheidet aus, weil die Bahnhofs- und Gleisanlagen speziell von Lauscha dieses Szenario nicht untermauern (Eigene Bahnsteige? Eigene Lokstationen? Getrennte Gueteranlagen?). Jedoch schaetze ich die Anzahl der konzeptionellen Moeglichkeiten eines Spitzkehrenbahnhofes hoeher ein als bei einem herkoemmlichen Endbahnhof.
Entsprechend aktualisiere ich das Schema:



Ist das vorbildgerecht? Ich meine: Ja! - und ersetze die Buchstaben mit Realnamen:
A: Probstzella
B: Stockheim
C: Lauscha
D: Koeppelsdorf

Hauptbahn: Strecke zwischen Probstzella und Stockheim (im Realen nicht als Ringbahn)
Nebenbahn: Strecke von Probstzella ueber Lauscha und Koeppelsdorf nach Stockheim mit Lokumsetzungen in beiden genannten Zwischenbahnhoefen. Von Koeppelsdorf abgehend und nicht dargestellt ist die weiterfuehrende Strecke Richtung Sonneberg und Coburg.

Damit denke ich, eine vorbildgerechte Einbettung in ein (virtuelles) Gesamt-Eisenbahn-Netz gefunden zu haben, welches natuerlich der weiteren Detaillierung bedarf, aber als stabiles Fundament ausreichend ist.

Meine Frage: Hat diese Ueberlegung Bestand? Ist sie nachvollziehbar und tatsaechlich tragfaehig? Gibt es noch viel interessantere Alternativen

Steffen

PS: Besteht die Moeglichkeit, das Konzept Stueck fuer Stueck durchzugehen und Probleme dann tiefer zu besprechen, wenn das Konzept auch soweit vorgestellt wurde? Angesichts des aktuellen Standes sehe ich Diskussionsabdriftungen a la "Welche Dinge muss man einem professionellen Modell-Anlagenbauer zur Verfuegung stellen" oder "Welche Steuerung stellst du dir vor" als verfrueht und wenig hilfreich an, auch wenn ich mir die Themen bereits notiert habe, um sie zum richtigen Zeitpunkt zu erwaehnen.

--
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