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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 2.130 mal aufgerufen
 IV.1. Modellbahnbetrieb als Ideologie
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OOK Offline




Beiträge: 4.018

31.12.2013 10:37
Der SPUK-Modus antworten

Wer das Blaue Buch gelesen hat, weiß, was das ist, der SPUK-Modus: der Spontaneitäts- und Könnte-Modus. Man kennt das ja. Es gibt "zahlreiche Rangiermöglichkeiten", aber kein System dazu. Also entscheidet man spontan, den G-Wagen vom Typ Oppeln an die Rampe zu stellen und den Ommi-Wagen von der Ladestraße mitzunehmen. Aber, wenn das zu schwierig scheint, können wir diese Entscheidung auch in letzter Sekunde verwerfen und stattdessen ... Ach, ihr wisst ja, was ich meine.

Aus Rangiermöglichkeiten wird nur dann sinnvolles Rangieren, wenn im Vorhinein festgelegt ist, was von wo nach wo transportiert wird, zumindest aber, welche Wagen von wo nach befördert werden müssen. Das muss nicht so ein elaborates Kartensystem sein, wie es immer in der Modellbahnpresse angepriesen wird (oder wie die BAE es hat), es geht auch viel einfacher, Hauptsache es ist festgelegt. Spontan entscheiden kann das Rangierpersonal allenfalls die Reihenfolge der notwendigen Rangierbewegungen - und das kann Herausforderung genug sein. Beziehungsweise wird dann erst zur Herausforderung, wenn das Endergebnis feststeht.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

BernhardH Offline



Beiträge: 66

31.12.2013 11:39
#2 RE: Der SPUK-Modus antworten

Welche Möglichkeiten gibt es denn außer den Karten, wenn ich nicht selbst die Transporte festlegen will, sondern sie sinnvoll vorgegeben werden sollen?

OOK Offline




Beiträge: 4.018

31.12.2013 16:39
#3 RE: Der SPUK-Modus antworten

Zunächst zur Klärung: Ich schrieb nicht, dass man kein Kartensystem braucht, sondern dass man kein elaborates Kartensystem braucht. Das ist ein kleiner feiner Unterschied. Selbstverständlich gibt es Umlaufsysteme ganz ohne Karten als da wären Aufkleber auf dem Wagendach (tab on the roof) oder computergenrierte Listen. Vermutlich gibt es noch weitere, aber die habe ich nicht im Fokus.

Das simpelste Kartensystem ist das, in welchem jeder Wagen eine Karte hat, die seine möglichen Ziele in einer logischen Reihenfolge auflistet. Bei meiner kleinen BAE I seligen Angedenkens sahen solche Karten so aus:



Das aktuelle Ziel wird mit einer Büroklammer markiert. Der O 01 geht also in diesem Beispiel gerade leer nach Königskrug und wird dort an der Holzladerampe aufgestellt. Zwischen zwei Betriebssessions wird die Büroklammer eine Zeile weiter gerückt und der nächste Ng, der durch Königskrug in der richtigen Richtung durch kommt, nimmt ihn dann mit nach Sonnenberg.
Wenn man Karten mit drei,vier,fünf und sechs verschiedenen Zielen anlegt, besteht kaum die Gefahr, dass sich eine gleiche Zugzusammensetzung je wiederholt.
Ein supersimples System, das sehr gut funktioniert. Ich rede aus Erfahrung.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

OOK Offline




Beiträge: 4.018

01.01.2014 16:46
#4 RE: Der SPUK-Modus antworten

Die beiden Karten waren ja eigentlich hier OT, weil sie nichts über den SPUK-Moduus sagen, sondern über das Gegenteil, aber es schien mir doch wichtig, die gestellte Frage ordentlich und sachlich zu beantworten.
Jetzt habe ich abermeim Rumsuchen in anderen teils uralten Strängen dieses Forums etwas gefunden, was ziemlich viel über den SPUK-Modus sagt. Ich kopiere das hier man rein:

Zitat von OOK im Beitrag Wie geht Betrieb?
Also, im modellbahnportal-forum fand ich folgende Anfrage:

Zitat
Hallöchen Freunde,mich interessiert, wie ihr eigentlich auf euren Anlagen Betrieb macht.Auf möglichst viele Antworten hofft...


Na, immerhin gab es eine Antwort:

Zitat
HAllo, also Betrieb ist bei mir derzeit so, dass ich baue. Angedacht sind ein Fiddle-Yard als Komplett-Schiebebühne, ein Durchgangs-, ein Endbahnhof und ein Schotterwerk. Der fiddle-Yard wird sechs Gleise haben, der Durchgangsbahnhof zwei plus zwei Abstellgleise, der Endbahnhof drei plus zwei Abstellgleise.
Im Durchgangsbahnhof sind ein Schuppen, eine Rampe und ein Bockkran. Dort können auch Vieh und Kohle verladen werden. Zudem ist der Bahnhof auch Zwischenhalt für die Schotterzüge. Der leere Zug wird dort hingebracht. Die Lok holt die vollen Wagen ab und schiebt die leeren Wagen ins Werk. Anschließend wird der volle Zug zurück in den Fiddle-Yard gezogen.
Der Endbahnhof hat einen Lokschuppen mit Dieseltankstelle und Kleinbekohlung. Also werden dort Kohle und Diesel geliefert (Den passenden Kohle-Wagen habe ich von M&D). Zusätzlich gibt es einen Schuppen und ein Freiladegleis. Also viele Möglichkeiten für Ladegut.
Angesiedelt ist das Ganze als Nebenbahn Ende der Epoche III, wobei bestimmte Loktypen nicht ausgemustert sind. Der Betrieb wird nicht als Kärtchenspiel laufen sondern frei Schnauze, wobei ich Wert darauf lege, die Waggons im Fiddle-Yard richtig zu sortieren und in den Bahnhöfen zu verteilen.


Dazu gab der Anfrager den Kommentar:

Zitat
Hallöchen A.,deine Anlagenbeschreibung hört sich nach sehr viel Betriebsspaß an. :-)mfg


Na also!


OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

eisenhans Offline




Beiträge: 389

01.01.2014 17:59
#5 RE: Der SPUK-Modus antworten

Zitat
Der Betrieb wird nicht als Kärtchenspiel laufen sondern frei Schnauze, wobei ich Wert darauf lege, die Waggons im Fiddle-Yard richtig zu sortieren und in den Bahnhöfen zu verteilen.
Dazu gab der Anfrager den Kommentar:
Zitat
Hallöchen A.,deine Anlagenbeschreibung hört sich nach sehr viel Betriebsspaß an. :-)mfg


Der erste Satz hätte glatt von mir sein können. Also,ich meine, bevor ich auf dieses Forum stieß. Hier kriegt man ja diese Art von "Betriebsspaß" gründlich ausgetrieben findet

Der Eisenhans

BernhardH Offline



Beiträge: 66

01.01.2014 18:26
#6 RE: Der SPUK-Modus antworten

Gut, ich freu mich schon drauf, so ein System einzuführen und zu verbessern. Karten gestalten und drucken ist heute ja kein Aufwand mehr.

Vor langer Zeit spielte ich "Transport Tycoon", ein PC-Spiel, in dem man hauptsächlich Güter (auch Personen) jeweils von Punkt zu Punkt transportieren muß. Es gibt regelrechte, auch verzweigte Produktionsketten von den Rohstoffen bis zu den "Goods", Endprodukten. Am Anfang läßt man Lastwagen und Busse fahren, doch bald braucht man die Eisenbahn, weil das Güter- und Passagieraufkommen steigt (es gibt auch Schiffe und Flugzeuge).

Wenn sich auch nicht alles übertragen läßt, stelle ich mir meine Anlage prinzipiell ähnlich vor. Den Einsatz von Software kann ich mir dabei gut vorstellen, zur Generierung und Verwaltung der Frachten, auch zur Auswertung und Darstellung der Transportleistung.

OOK Offline




Beiträge: 4.018

01.01.2014 18:37
#7 RE: Der SPUK-Modus antworten

Zitat von BernhardH im Beitrag #6
Den Einsatz von Software kann ich mir dabei gut vorstellen, zur Generierung und Verwaltung der Frachten, auch zur Auswertung und Darstellung der Transportleistung.
Es gibt ja Programme, die fertige Zuglisten ausdrucken, auf denen steht, was und wie in jedem Bahnhof zu rangieren ist.
Ich selber mag es lieber etwas low-tech-mäßiger, kann mir aber vorstellen, dass das für andere sehr interessant sein könnte.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

BernhardH Offline



Beiträge: 66

01.01.2014 22:12
#8 RE: Der SPUK-Modus antworten

So ein Programm meine ich nicht, dann lieber Karten. Computerhilfe nicht als Selbstzweck.

Ein Programm könnte mehr, beispielsweise die Lade- und Entladezeiten berücksichtigen, je nach Transportgut und Ladestelle. Ob und wann der Wagen fertig ist zum Abholen, ist dann keine Frage mehr. Es gibt sicher noch viele Dinge mehr, die auf Papier schwer möglich sind.

vauhundert
Beiträge:

01.01.2014 23:08
#9 RE: Der SPUK-Modus antworten

Hallo zusammen,

ich habe mir letzthin von Michael Sterna folgendes erläutern lassen:

Realistischer Frachtverkehr mit dem Fracht-Agent

Vermutlich meinst Du Otto solch ein Programm, wobei das ja nach der notwendigen Einarbeitungszeit, durchaus meinem ersten Eindruck nach, nicht die von Bernhard angenommene "Computerhilfe als Selbstzweck" zu befürchten ist, aber eigentlich genau die beschriebene "Tycoon"-Geschichte darstellt.

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

OOK Offline




Beiträge: 4.018

02.01.2014 10:02
#10 RE: Der SPUK-Modus antworten

Michael Sterna hat den "Fracht-Agenten" kürzlich im BAE-Club bei einem Clubabend vorgetragen. Wir fanden das alles sehr interessant, waren aber unisono der Auffassung, dass das derzeitige Kartensystem für die BAE das optimale ist. Das hat aber mit der sehr durchdachten und räumlich limitierten Güterkunden-Struktur zu tun. Bei einer normalen H0/N-Anlage mag das ganz anders sein.
Wenn mal praktische Erfahrungen mit dem Programm an einer Anlage vorliegen, würde ich dazu gerne einen Strang eröffnen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

BernhardH Offline



Beiträge: 66

02.01.2014 13:59
#11 RE: Der SPUK-Modus antworten

Zitat von OOK im Beitrag #10
Das hat aber mit der sehr durchdachten und räumlich limitierten Güterkunden-Struktur zu tun. Bei einer normalen H0/N-Anlage mag das ganz anders sein.


Das ist genau der Punkt. Die meisten Anlagen der kleineren Baugrößen sind, wenn vernünftig geplant, Teil eines viel größeren, gedachten Bahnnetzes mit weitläufigen Transportketten. Diese kann Software gut simulieren und daraus sinnvolle Transportaufgaben für den kleinen Anlagen-Ausschnitt generieren.

In den USA gibt es Modellbahner, deren Anlagen virtuell mit anderen Anlagen verbunden sind. Sie tauschen tatsächlich Wagen aus, so daß Transporte und Wagenumläufe über mehrere Anlagen gehen können. Stattdessen könnte eben ein Programm die weite Welt darstellen.

Benno Offline



Beiträge: 50

03.01.2014 14:42
#12 RE: Der SPUK-Modus antworten

Zitat von OOK im Beitrag #1
Aus Rangiermöglichkeiten wird nur dann sinnvolles Rangieren, wenn im Vorhinein festgelegt ist, was von wo nach wo transportiert wird, zumindest aber, welche Wagen von wo nach befördert werden müssen. Das muss nicht so ein elaborates Kartensystem sein, wie es immer in der Modellbahnpresse angepriesen wird (oder wie die BAE es hat), es geht auch viel einfacher, Hauptsache es ist festgelegt.

Hallo Otto,
Was könnte einfacher sein als eine Karte, auf der der Versand- und Empfangsbahnhof vermerkt sind?
Damit ist im Vorhinein festgelegt wie der Wagen auf der Anlage und/oder in der "weiten Welt" unterwegs ist - Versand- und Empfangsbahnhof müssen nicht zwingend auf der Anlage liegen.
Der "Laufweg" innerhalb des Bahnhofes bleibt auch weiterhin dem Rangierer überlassen.
Ob diese Karte Frachtkarte/-zettel oder Hauptzettel/Nebenzettel, wie die Bezettelung beim Vorbild, heißt ist dabei egal.
Schwierig dabei ist nur die praktische Handhabung an der Anlage - Platzbedarf, Ablage, Übersichtlichkeit etc.

Wann beginnt für Dich ein Kartensystem ein "elaborates Kartensystem" zu werden?

Alle elektronischen Spielarten sind m.E. nichts anderes.

Ich glaube auch, wenn man sich der Problematik vom Vorbild her nähert, wird es wesentlich komplizierter. Stichworte wären hier nur Frachtbriefe, Wagenlisten u.ä..

Benno

Thomas Englich Offline




Beiträge: 267

03.01.2014 15:54
#13 RE: Der SPUK-Modus antworten

Hallo (und ein gutes neues Jahr allen!),

da ich ja eh meist auf kleineren Bahnhöfen (zumindest gedanklich) zu hause bin hat mich folgende recht einfache Lösung für ein Betriebssystem sehr angesprochen. Wie der Zufall es will basiert es im gezeigten Beispiel auch noch auf dem Bahnhof Asendorf, den wir hier ja auch schon in der Mangel hatten.

Unten folgt der Link zur Beschreibung. Auch auf Kartenbasis aber um dem Zufall (und der Abwechslung) etwas auf die Sprünge zu helfen gibt es hier noch einen "Zufallsgeneratoren" :

Betrieb und Rangierspiel der "Tütenbahn"

Für was "kleines" wie ich es gern plane gerade das Richtige ...

Gruß Thomas

Meine Webseite:
www.lokalbahn-reminiszenzen.de

OOK Offline




Beiträge: 4.018

03.01.2014 18:31
#14 RE: Der SPUK-Modus antworten

Das ist ein sehr interessanter Link.
Aber es ist ein wenig OT, der ganze Strang driftet etwas ab, daher würde ich bitten, auch in diesem Falle im Bereich "Praxis des Modellbahnbetriebes" ins Detail zu gehen. In diesem Strang hier geht es um den SPUK-Modus. Dazu ist vielleicht schon das Meiste gesagt. Aber vielleicht hat noch jemand eine Idee, wie man bloody beginners, die außer dem SPUK-Modus nichts kennen, ein paar kleine Tipps geben kann, wie man davon weg kommt ohne gleich große Organisation zu etablieren.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Thomas Englich Offline




Beiträge: 267

03.01.2014 19:03
#15 RE: Der SPUK-Modus antworten

Hallo Otto,

wenn es wirklich um einen absoluten Anfänger geht der in seinem kleinerem Bahnhof ohne Organisation halbwegs vorbildlich Güterwagenbetrieb nachbilden möchte, dem sei zu Anfang vielleicht empfohlen sich beim Güterverkehr auf folgendes zu beschränken:

Morgens kommt der Güterzug an, rangiert die Güterwagen für den Bahnhof aus, bzw. an die Ladegleise. Grundkenntnisse welche Wagen wohin gehören (in etwa) allerdings vorausgesetzt. Am Abend des Fahrplantages kommt der Güterzug wieder und sammelt die Wagen ein. Bedeutet aber den Verzicht auf PmG oder GmP oder andere zwischenzeitliche an und abfuhr von Güterwagen - damit man nicht durcheinander kommt! Wenn man sich dann etwas auskennt mit der An- und Abfuhr von Gütern bei der Bahn kann man ja aufstocken, das ganze etwas abwechslungsreicher gestalten und/oder ein für sich geeignetes Kartensystem einführen.

Funktioniert wohl aber nur bei Stichstrecken bzw. Endstationen (also Nebenbahn), weil bei einem Durchgangsbahnhof an einer Strecke mit beiderseitiger Anbindung an eine Hauptbahn oft Nahgüterzüge in beiden Richtungen unterwegs waren. Da wird eine Kennzeichnung schon wichtig - oder eben ein Kartensystem. Erst recht je größer und komplexer ein Bahnhof oder eine Anlage wird. Wenn ich mir zum Beispiel Peters Wutha vorstelle und die ganze Anlage dort - na Danke auch - da brauche ich dann entweder ein gutes Kartensystem oder von mir aus ein Softwareprogramm was mich unterstützt. Sonst verliere ich mit Sicherheit den Überblick, egal wie gut mein Hirn drauf ist oder wie viele Notizen ich mir versuche zu machen.

Und Klebezettel auf die Wagendächer zu bappen - naja - ich weiß nicht recht ob das wirklich gut aussschaut!
Ansonsten fällt mir momentan dazu auch nicht recht was tolles ein ...

Gruß Thomas

Meine Webseite:
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