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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 89 Antworten
und wurde 7.895 mal aufgerufen
 III.1. Konzeptionelle Grundüberlegungen
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OHE Offline



Beiträge: 39

19.11.2013 21:17
Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo Allerseits

Zitat von OOK im Beitrag RE: Neustart missglückt. Konsequenzen
Zitat von Pfalzbahn im Beitrag RE: Neustart missglückt. Konsequenzen


Ich würde gerne über gewisse Themen mal philosophieren:
wie zum Beispiel:
Wie treibe ich den Leute die geliebte Paradestrecke aus!
oder: "Was dort drüben (Amerika) geschieht, lässt sich halt nicht so ohne Weiteres übertragen" Warum denn nicht??
oder: haben Manfred und Ingrid Peter, Autoren von Betriebs-Anlagen variabel geplant, Ottos Buch gelesen, und wenn ja, verstanden?
oder: Wie verändert die Benutzung von Smartphones und Tablets bei der Digitaltechnik den Betrieb auf einer Anlage?? Herr Sterna hätte zum Beispiel seine Erfahrung mit dem "Frachtagenten" gerne hier posten können!
und mehr ......
Es gibt genug Themen lass uns das Forum dafür!

Ja, Hubert, das sind interessante Fragen, aber wieviele Diskutanten würden sich finden? Es hat ja niemand deine Vorschläge aufgegriffen.



....Dann will ich mich mal an dem Thema "Paradestrecke" versuchen...

Vermutlich werden die meisten Modellbahner vom Erleben der "realen Bahn" zur Modelbahnerei kommen. Wie aber erlebt man nun "die Bahn"?

Als Reisender wird man sicher den Betrieb auf dem Personenbahnhof erleben. Die Züge kommen an, man steigt ein und läßt sich fahren. Einige wenige Minuten, andere mehrere Stunden. Als Erlebnis bleibt aber wohl allen der fahrende Zug in Erinnerung.
Erlebt man den Bahnbetrieb als Zuschauer, so sient man - fahrende Züge.
Der Güterverkehr bleibt jedoch meist verborgen. Heute ist er an größeren Produktionsstätten noch sichtbar, und zu früheren Zeiten wurde er prächtig versteckt. Als ich noch in den 60'ern in Hannover lebte, gab es dort regen und umfangreichen Güterverkehr, die Güteranlgen der Bahn waren aber hinter Mauern verborgen, die es dem Interessierten schlicht unmöglich machten, den Wagenverschub zu sehen.

Insofern kann ich es mir gut vorstellen, das man auf der eigenen Anlage "Züge fahren" sehen möchte.

Allerdings ist auch nachvollziehbar, welche Problematik sich damit offenbart. Damit ein Zug als "fahrend" wahrgenommen werden kann, sollte er zumindest auf einer Strecke von seiner doppelten Länge in unveränderter Geschwindigkeit fahrend frei sichtbar sein.

Aber wo kann man das unterbringen?

Viele Grüße
Andreas

Peter U. aus T. Offline




Beiträge: 154

19.11.2013 22:56
#2 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo Andreas,

Zitat von OHE im Beitrag #1


Insofern kann ich es mir gut vorstellen, das man auf der eigenen Anlage "Züge fahren" sehen möchte.

Allerdings ist auch nachvollziehbar, welche Problematik sich damit offenbart. Damit ein Zug als "fahrend" wahrgenommen werden kann, sollte er zumindest auf einer Strecke von seiner doppelten Länge in unveränderter Geschwindigkeit fahrend frei sichtbar sein.

Aber wo kann man das unterbringen?




auch ich möchte auf (einem Teil) meiner Anlage "Züge fahren sehen". Meine Motivation ist allerdings eine andere: mich faszinieren (auch) Züge mit vorbildgerecht langen Wagen und kraftvollen Lokomotiven davor, und das ist auch der Grund, warum mein Anlagenkonzept einen Anschlussbahnhof und ein Stück zweigleisige Hauptstrecke beinhaltet ("Paradestrecke").

Die "Logik der doppelten Länge" ist gar nicht so schlecht. So grob überschlagen wird die Länge des sichtbaren zweigleisigen Streckenteils bei mir etwa 10m betragen, nicht durch Tunnels unterbrochen, einschließlich Bahnhofsgleise.

Klar, es ist immer ein Kompromiss, aber ich halte es für einen gangbaren Weg.

Viele Grüsse

Peter

Mein Modellbahn-Projekt: Die Wuthenberg-Ruhlinger Eisenbahn
Mein Modellbahn-Blog

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

20.11.2013 00:05
#3 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo Zusammen,

es geht nicht um die Strecke an sich, die die Betriebsstellen verbindet und immer so lang wie irgendwie möglich sein sollte!!
Mir geht es um die reine Paradestrecke, ohne Bahnhof, die von Schattenbahnhof zu Schattenbahnhof führt!
Vorteil: Zeigen von Vorbildgarnituren welche auf der Anlage ansonsten vom Thema nicht verkehren könnten zum Beispiel TEE, langer Heinrich, etc.
Nachteile: Macht Streckenführung der Anlage oft unlogisch, da z.B. Nebenstreckenbahnhof und Paradestrecke zu dicht und parallel beieinander liegen. Erhöhter Aufwand im Schattenbahnhof (Länge und Anzahl der Gleise)
Irgendwie ist die Paradestrecke ein Kind der deutschen Anlagenplanung. In der MIBA taucht sie erstmals nach meinem Kenntnisstand 1963 in einem Artikel von Pit-Peg auf.
Bei amerikanischen Anlagen bzw. Plänen ist sie mir noch nicht aufgefallen!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 3.537

20.11.2013 04:44
#4 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Peter U aus T schrieb:

Zitat
Klar, es ist immer ein Kompromiss, aber ich halte es für einen gangbaren Weg.


Zweifelsohne! Jede Modellbahn ist ein Kompromiss,wie wir wissen.

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #3

Vorteil: Zeigen von Vorbildgarnituren welche auf der Anlage ansonsten vom Thema nicht verkehren könnten zum Beispiel TEE, langer Heinrich, etc.

Genau, die Paradestrecke ist die bewegliche Variante der Vitrine. Und selbstverständlich ist es viel eindrucksvoller, Züge in Bewegung zu sehen, als tot hinter Glas.
Das ist solange in Ordnung, wie man nicht in betrieblichen Kategorien denkt. Denn richtige Züge paradieren nicht,sie verkehren. Die Züge so paradieren zu lassen, dass man die Illusion hat, sie verkehren, ist wohl die (unbewusste) Ansicht. Mir ist aber, wie schon im anderen Strang gesagt, kein Fall bekannt,wo das auf Dauer zur Zufriedenheit funktioniert.
Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #3
Irgendwie ist die Paradestrecke ein Kind der deutschen Anlagenplanung. In der MIBA taucht sie erstmals nach meinem Kenntnisstand 1963 in einem Artikel von Pit-Peg auf. Bei amerikanischen Anlagen bzw. Plänen ist sie mir noch nicht aufgefallen!

Da sagste was,Hubert! Ich drücke es so aus: Die Paradestrecke ist ein Kind deutscher Mentalität. Ich will zeigen, was ich so alles habe, notfalls mir selber. "Jawohl ich habe auch einen TEE, der passt zwar nicht in die Epoche der Anlage, aber mit irgendeiner fadenscheinigen Begründung (notfalls auch ohne) darf er da halt ab und an paradieren, Wozu habe ich ihn sonst!?"

Der Philosoph Erich Fromm unterschied zwischen der Haben- und der Seins-Mentalität des Menschen. Wobei die Seinsmentalität sich im Tun ausdrückt. Sie ist die lebendigere Variante, die befriedigendere. Das Haben ist auch stets ein Habenwollen, also noch mehr haben wollen. Deswegen sind die Anschaffungswünsche des Paradestrecken-Modellbahners unendlich, es gibt immernoch etwas, was er nicht hat, aber gern haben möchte, er bleibt letztendlich immer unzufrieden. Während der Seins-Modellbahner, also der Betriebmacher, nur das anschafft, was für den vorgesehenen Betrieb sinnvoll, nützlich und schwer entbehrlich ist.

Die Habenmentalität kennen die Amerikaner natürlich auch, beispielhaft dargestellt an Onkel Dagobert Duck, der sich daran aufgeilt, sein Geld umzuschaufeln, weil er sonst nichts Befriedigendes damit anfangen kann. Züge paradieren zu lassen ist wie Geld umschaufeln. Züge verkehren zu lassen ist wie mit Geld Gutes zu tun.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

OHE Offline



Beiträge: 39

21.11.2013 21:26
#5 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo Allerseits

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #3
Hallo Zusammen,

es geht nicht um die Strecke an sich, die die Betriebsstellen verbindet und immer so lang wie irgendwie möglich sein sollte!!
Mir geht es um die reine Paradestrecke, ohne Bahnhof, die von Schattenbahnhof zu Schattenbahnhof führt!



Hubert, wo ist denn da der Unterschied?
So, wie es hier im Forum betrachtet wird, ist ein Schattenbahnhof entweder der "Rest der Welt" oder stellt eine Betriebsstelle dar, die aufzubauen aus diversen Gründen nicht möglich ist. Damit wäre der Verkehr zwischen zwei Schattenbahnhöfen durchaus der Verkehr zwischen zwei Betriebsstellen.

Die von dir beschriebene Situation kann ich mir aber eher als Vorteil der Paradestrecke vorstellen.

Wenn ich beispielsweise gern rangieren möchte und der Platz durchaus beschränkt ist, könnte ich einen etwas umfangreicheren Gleisanschluß darstellen. Etwas Strecke dazu und einen Schattenbahnhof und die Bahn kann Güter zustellen und abholen. Personenzüge sieht man da aber eher selten. Füge ich aber noch besagte Paradestrecke zu, "geht mehr". Personenzüge können fahren, der Anschluß wird über eine angemessen signalisierte Abzweigstelle bedient und der Schattenbahnhof braucht auch nicht erweitert werden, wenn er beidseitig an die Strecke angeschlossen werden kann. Die Nähe von Strecke und Anschluß ist hier durchaus vorbildgerecht.

Der von dir beschriebe Epochemix wäre hier auch kein größeres Problem, da Industrieanlagen und auch Signalausstattungen eher langfristig Veränderungen unterworfen sind. Wenn die gleichzeitig sichbaren Fahrzeuge zeitlich zueinander passen, können abwechseld verschiedene, aber sicher nicht alle, Epochen dargestellt werden.

Viele Grüße
Andreas

CH-Wolfgang Offline



Beiträge: 7

21.11.2013 23:25
#6 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo zusammen

Auch in meiner bisherigen Planung ist eine "Paradestrecke" drin. Klassisches Thema halt: 2-gleisige Strecke mit abzweigender Nebenbahn. Allerdings ist bei mir nicht das zeigen was ich habe der Beweggrund. Ich kenne es einfach nicht anders. In meiner Jugend war das Effretikon an der Linie Zürich-Winterthur mit der Abzweigung nach Wetzikon oder eben Wetzikon an der Linie Rapperswil-Zürich. Heute ist es Rüti(ZH) mit der Abzweigung ins Tösstal. Effretikon, Wetzikon und auch Rüti hatten oder haben immer noch einen gewissen Güterverkehr. Um nicht doch in Versuchung zu kommen Epochen wild zu mischen, wird Epochenfremdes erst gar nicht gekauft. Oder allerhöchstens dann, wenn ich nachweisen kann das es als Nostalgiezug oder Sonderfahrt auch wirklich unterwegs war. Solange ich aber noch nicht weiss was genau ich baue wird einfach nichts gekauft. So einfach ist das bei mir.
Ich denke bei vielen ist der Fuhrpark gewachsen. Als Kind die erste Eisenbahn mit Dampflok. Später mal dieses oder jenes und zu guter Letzt halt noch die üblichen Klassiker. Und schon ist ein wildes Gemisch in der Vitrine. Das man dann auch fahren sehen möchte.
Das mit der doppelten Länge hat wirklich was. Ist notiert und wird bei nächster Gelegenheit geprüft.
Mit was ich gedanklich auch schon gespielt habe ist eine Zweite Etage die als reine Parade funktioniert. Doppelspurig, ohne Halt und Unterbrüche, vergleichbar quasi mit der Hintergrundmusik im Einkaufcentrum. Nur das ist einerseits nicht die Eisenbahn wie ich sie kenne und anderseits nutze ich eine zusätzliche Ebene lieber für mehr Fahrlänge der Nebenlinie.

Gruss

Wolfgang

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

21.11.2013 23:51
#7 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Zitat von OHE im Beitrag #5
Füge ich aber noch besagte Paradestrecke zu, "geht mehr". Personenzüge können fahren, der Anschluß wird über eine angemessen signalisierte Abzweigstelle bedient und der Schattenbahnhof braucht auch nicht erweitert werden, wenn er beidseitig an die Strecke angeschlossen werden kann. Die Nähe von Strecke und Anschluß ist hier durchaus vorbildgerecht.

Mal abgesehen das durch den Einbau der Anschlußstelle die Paradestrecke zur Strecke wird! :-)

Ich glaube ich sollte mal versuchen den Begriff Paradestrecke zu definieren!

Eine Paradestrecke ist eine sichtbare Strecke ohne Betriebsstellen, die nur, wenn überhaupt, nur über die Schattenbahnhöfe mit der restlichen sichtbaren Anlage und deren Betriebsstellen verbunden ist!

Es bleibt die Frage: Was trägt eine Paradestrecke zum vorbildgerechten Betrieb bei? Und wenn ja, wie groß müssen dann die Speicherbahnhöfe sein, damit dass das Ganze vorbildgerecht wirkt?

Grüße Hubert

PS: Der Epochenmix kam von Otto! :-)

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Peter U. aus T. Offline




Beiträge: 154

22.11.2013 19:18
#8 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #7


Ich glaube ich sollte mal versuchen den Begriff Paradestrecke zu definieren!

Eine Paradestrecke ist eine sichtbare Strecke ohne Betriebsstellen, die nur, wenn überhaupt, nur über die Schattenbahnhöfe mit der restlichen sichtbaren Anlage und deren Betriebsstellen verbunden ist!



Hallo Hubert,

Warum definierst Du das so eng?

Klar, ohne Betriebsstellen, das ist einleuchtend. Aber muss die Paradestrecke beidseitig am Schattenbahnhof hängen?

Ich würde das so sagen: Eine Paradestrecke ist eine sichtbare Strecke, die auf der gesamten, von einem angenommenen Betrachter einzusehenden Länge keine Betriebsstellen aufweist. Damit kann das Ende ein Tunnelportal zum Schattenbahnhof genauso sein wie ein Geländeeinschnitt und eine langgezogene Kurve, an die der nächste Bahnhof anschließt. Für mich wäre somit die optische Trennung wichtig.

Viele Grüsse

Peter

Mein Modellbahn-Projekt: Die Wuthenberg-Ruhlinger Eisenbahn
Mein Modellbahn-Blog

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

22.11.2013 19:46
#9 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo Peter,

trifft die Sache so wie meine im Nachhinein auch nicht richtig! Über die Definition sollte man nochmals nachdenken:
Vielleicht helfen uns ein paar Beispiele:
http://asslstein.de/moba/gleisplan.htm
oder
http://www.gleisplan.ch/gleisplaene/plan3442.html
Für beide gelten:
Schlecht: Strecke unmotiviert parallel zum Bahnhof, kein Abstand der beiden Strecken, Erhöhung der Anlagentiefe! kein PAN!

Ich versuche mal eine neue Definition:

Eine Paradestrecke ist eine sichtbare Strecke ohne Betriebsstellen, die entweder, nur über die Schattenbahnhöfe mit der restlichen sichtbaren Anlage und deren Betriebsstellen verbunden ist, oder sich durch eine fehlende optische beziehungsweise logische Trennung von den restlichen, betriebenen Anlageteilen auszeichnet!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OHE Offline



Beiträge: 39

23.11.2013 16:53
#10 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo Hubert

erstmal möchte ich mich für die falsche Zuordnung des Epochemixes entschuldigen!

Aber nun zu deinen beiden Bespielen und deiner Paradestreckendefinition:

Du weist nachdrücklich darauf hin, dass in den Beispielen die "Paradestrecke" zu nah an Bahnhöfen vorbeiführt.

Das aber ist durchaus vorbildgerecht. Fährt man die Neubaustrecke Hannover - Berlin ab, so wird man nahe des ehemaligen Grenzüberganges etliche Bahnhöfe an der Altbaustecke passieren, bei denen die Neubautrasse dort parallel und sehr nahe zur Altbaustrecke geführt wird. Sie hat aber in den Bahnhöfen dort keine Verbindungen zu selbiger.

Wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir eher darum, dass die Paradestrecke nicht an Betriebstellen vorbeigeführt werden sollte, an die, von der betrieblichen Logik her gesehen, sie jeder "Bahnplaner" angeschlossen hätte.

Vermutlich werden dich weder eine Paradestrecke, die an einem Industriekomplex mit Gleisanschluß vorbeiführt noch eine Güterumgehungsbahn für einen Personenbahnhof (oder umgekehrt) stören.

Oder liege ich damit völlig auf der falschen Seite?

Viele Grüße
Andreas

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

23.11.2013 17:25
#11 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Zitat von OHE im Beitrag #10
Wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir eher darum, dass die Paradestrecke nicht an Betriebstellen vorbeigeführt werden sollte, an die, von der betrieblichen Logik her gesehen, sie jeder "Bahnplaner" angeschlossen hätte.

Hallo Andreas,

genau so habe ich es gemeint!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Herbert2 Offline




Beiträge: 59

25.11.2013 14:33
#12 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #3
...
Irgendwie ist die Paradestrecke ein Kind der deutschen Anlagenplanung. In der MIBA taucht sie erstmals nach meinem Kenntnisstand 1963 in einem Artikel von Pit-Peg auf.
Bei amerikanischen Anlagen bzw. Plänen ist sie mir noch nicht aufgefallen!
...


Verwegener Gedanke : Aber das hat ja auch was mit der jeweiligen "Modellbahnkultur" zu tun : Wenn ich mir die Imperien anschaue, die manche Amerikaner so betreiben : Da bräuchte ich auch keine Paradestrecke mehr...

Ich selbst bin mittlerweile wegen der von Hubert genannten Nachteile für mich von einer Paradestrecke abgekommen, da der nötige Aufwand in den Schattenbahnhöfen in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht.
Viel sympatischer ist mir da Ottos Ansatz in seinem Buch z.B. bei der Beschreibung von "Vollbach" : Wenn ich unbedingt ab und zu untypische Züge auf meiner Anlage sehen will, denn sehe ich im Betriebskonzept eine fallweise Umleitung von einer nahegelegenen Hauptstrecke vor. Vor meinem geistigen Auge sehe ich z.B. gerade das Bild eines VT 601 auf der bekannten "Vogelsberger Westbahn" von Michael Meinhold.

Der einzige Ansatz, bei dem ich mit Paradestrecken "rumgespielt" habe, ist im städtischen Bereich. Ich liebäugle immer mal wieder mit dem Vorbild "Nürnberg Nordost", dabei habe ich unter anderem einmal den hier verlinkten Plan gezeichnet:
http://www.moddelbaan.de/BlogArchiv/post...erlegungen.html

Aber auch hier bleibt genau das von Hubert beschriebene Problem : Wieso führt eine Strecke parallel zu einem Bahnhof?
Statt dessen lassen sich gerade in diesem Komzept Umleitungen wunderbar durch Baustellen oder Unfälle auf anderen Strecken begründen.

Grüße

Gerd

OOK Offline




Beiträge: 3.537

26.11.2013 14:53
#13 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Was eine Paradestrecke ist, wurde - hauptsächlich von Hubert - versucht zu definieren, aber stets unter dem technischen Aspekt in der Art wie man definiert, was ein Haltepunkt ist: "Ein Haltepunkt ist eine Betriebsstelle mit mindestens einer Weiche, an der Züge ...." etc.etc.
Ich möchte aus einem anderen Blickwinkel definieren:
Eine Paradestrecke ist eine Strecke, die nicht in das Betriebssystem der Anlage eingebunden ist. Auf ihr verkehren keine Züge, sie werden nur gezeigt.

Das kann man sicher noch etwas in der Formulierung ergänzen und abrunden, aber im Kern dürfte daran nicht zu rütteln sein. Und wenn das so ist, dann hat die Paradestrecke in Anlagenplanungen in diesem Forum kaum Chancen.

Den Verdacht von Herbert2, dass es etwas mit dem vorhandenen oder nicht vorhandenen Platz zu tun hat, dass wir hier Paradestrecken haben, die Amis aber kaum, unterstütze ich nicht. Wenn das so wäre, müssten die Briten noch wesentlich mehr Paradestrecken haben als wir. Die typische britische Anlage ist jedoch eine Stichbahn, die von einer Hauptbahn abzweigt. Der Abzweigbahnhof liegt im Fiddle-Yard. Die Strecke ist mal drei Meter lang, mal auch nur 30cm. Also, wie gesagt, Platz ist nicht das Kriterium.

Huberts Eingangsfrage war, wie man "den Leuten" die Paradestrecke "austreibt". Klingt ein wenig nach Teufelsaustreibung. Ich würde fragen, wie wir mehr Modellbahner überzeugen können, dass sie eine Paradestrecke entweder nicht brauchen oder aber dass sie mit dem Platz, den die PS bräuchte, etwas Sinnvolleres, Besseres und Spannenderes anfangen könnten.

Bezüglich des Brauchens wäre zunächst festzustellen, warum sie sie brauchen, um nicht zu sagen "nötig haben". Es muss etwas sehr Wichtiges sein, denn sie - auch die, die dem Betriebsgedanken positiv gegenüber stehen - verteidigen sie mit Klauen und Zähnen. Ich leite jetzt zwar neuerdings ein Institut, wie mir gesagt wurde , aber gewiss kein psychologisches, das Zugriff auf allerhand Statistiken und Forschungsergebnisse hat. Daher kann ich nur einen Verdacht äußern, der allerdings nicht nur schnell dahin gesagt ist, sondern wohlüberlegt und aus gründlicher Beobachtung erfolgt:
Die Deutschen standen nach dem verlorenen Krieg zunächst mit leeren Händen da, dann kam das so genannte Wirtschaftswunder und es ging darum, zu was zu kommen, und zwar zu möglichst viel zu kommen, mindestens zu so viel wie der Nachbar, möglichst mehr. Und das, wozu man gekommen war, musste auch gezeigt werden.
Diese Zeigementalität ist dem heutigen Modellbahner, auch dem, der diese Zeit nur vom Hörensagen kennt, tief eingedrungen. Er will nicht nur all die vielen Loks haben, er will sie auch zeigen, notfalls sich selber. Dazu dient die Paradestrecke. Und deswegen können wir ihm diese nicht einfach wegnehmen. Jedenfalls nicht, ohne einen überzeugenden Ersatz dafür anzubieten.
Da fällt mir gerade etwas auf bzw. ein: Ich kenne ja vermutlich mehr Schmalspuranlagen als der Durchschnittsmodellbahner. Und da würde ich sagen, dass es auf dem Sektor so gut wie keine Paradestrecken gibt, das ist eine Domäne der Regelspur-Hauptstrecken-Liebhaber. Und diese Hauptstrecken sind in der Regel zweigleisig. Da können mehr Zuggattungen fahren, da können überhaupt mehr Züge fahren. Es geht ja um viel, um mehr, wie ich gezeigt habe.

Ich sprach von Ersatz anbieten. Da habe ich im Moment nur einen Vorschlag: die ganze Anlage als eingleisige Hauptbahn anlegen. Dann ist sie betriebsintensiv und gleichzeitig zum herzeigen vieler Züge geeignet, nur dass diese Züge dann nicht paradieren, sondern verkehren.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

jaffa Offline




Beiträge: 114

26.11.2013 15:39
#14 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Gegen Paradestrecke pur (= Haupstrecke, 1- oder 2-gleisig, wird aus SB gespeist und ist nicht in den Betrieb zwischen den Betriebsstellen der Anlage eingebunden) habe ich nichts einzuwenden ... vorausgesetzt, die Gesamtrelationen stimmen. Und das ist für mich auch eine Frage des Maßstabes in Verbindung mit der verfügbaren Raumgröße.
Ob diese Relationen stimmen, lässt sich relativ einfach überprüfen: gibt es in der Realität vergleichbare Situationen räumlicher Nähe von Hauptstrecke (= Paradestrecke) und Nebenstrecke mit entsprechenden Betriebsstellen?
Wenn man sich beim Planen der Anlage strikt an Vorbildmotive hält, ist man im Zweifelsfall immer auf der sicheren Seite.

Zitat von OOK im Beitrag #13
Da fällt mir gerade etwas auf bzw. ein: Ich kenne ja vermutlich mehr Schmalspuranlagen als der Durchschnittsmodellbahner. Und da würde ich sagen, dass es auf dem Sektor so gut wie keine Paradestrecken gibt, das ist eine Domäne der Regelspur-Hauptstrecken-Liebhaber. Und diese Hauptstrecken sind in der Regel zweigleisig. Da können mehr Zuggattungen fahren, da können überhaupt mehr Züge fahren. Es geht ja um viel, um mehr, wie ich gezeigt habe.

Ich würde das noch ergänzen: Du kennst vermutlich mehr Schmalspuranlagen ... und du bist ein Freund der großen Maßstäbe! Was meine anfangs genannte Sichtweise nach den stimmigen Relationen stützt: eine glaubwürdige Paradestrecke in eine Anlage zu integrieren, wird in kleinen Maßstäben eher gelingen als in großen.
Wobei es natürlich auch in kleinen Maßstäben zu mehr Großzügigkeit führt, wenn man sich weise auf Weniges beschränkt:

Zitat von OOK im Beitrag #13
Ich sprach von Ersatz anbieten. Da habe ich im Moment nur einen Vorschlag: die ganze Anlage als eingleisige Hauptbahn anlegen. Dann ist sie betriebsintensiv und gleichzeitig zum herzeigen vieler Züge geeignet, nur dass diese Züge dann nicht paradieren, sondern verkehren.


Nachdem ich inzwischen gelernt habe , dass die Innerstetalbahn eine eingleisige Hauptbahn war, kann ich quasi die Planung dazu zeigen:
http://www.moba-trickkiste.de/modellbahn...-gleisplan.html
Die Relation des gesamten Streckenabschnitts im sichtbaren Bereich zwischen Wirklichkeit und Modell beträgt immerhin 4 zu 1, das Längenverhältnis der Streckenabschnitte zwischen den Bahnhöfen zur maximalen Zuglänge der dort eingesetzten Züge beträgt im Modell minimal 3 zu 1, wenn man den Hp Silbernaal außen vor lässt minimal 4 zu 1.

Gruß --- Jürgen


Mein Modellbahnprojekt: »Innerstetalbahn«
Meine Modellbahner-Serviceseiten mit Gleisplan- und Tipps&Tricks-Datenbanken: www.moba-trickkiste.de

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

26.11.2013 19:35
#15 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Zitat von OOK im Beitrag #13
Ich sprach von Ersatz anbieten. Da habe ich im Moment nur einen Vorschlag: die ganze Anlage als eingleisige Hauptbahn anlegen. Dann ist sie betriebsintensiv und gleichzeitig zum herzeigen vieler Züge geeignet, nur dass diese Züge dann nicht paradieren, sondern verkehren.

Die Eingleisigkeit, löst aber nicht die Grundprobleem des Themas Hauptstrecke: Die notwendige Größe der Speicherbahnhöfe für einen vorbildgerechten Betrieb, sowie die notwendige Anlagenlänge, die es braucht dafür einen Bahnhof einigermaßen realistisch nachzubilden!
Ich hätte da aber noch einen Vorschlag: Wie wäre es mit Umleiterzüge über eine eingleisige Nebenbahn alla MM's Vogelsberger Westbahn!

@Jaffa: Das die Innerstetalbahn eine eingleisige Hauptstrecke ist mir neu! Quelle??

Grüße Hubert

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