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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 89 Antworten
und wurde 7.895 mal aufgerufen
 III.1. Konzeptionelle Grundüberlegungen
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tuxlover Offline



Beiträge: 159

27.11.2013 17:11
#16 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo,

ich denke man muss zwei Aspekte unterscheiden. Das eine ist der betriebliche Nutzen und die Einbindung einer Paradestrecke in das Konzept einer Anlage. Das andere ist die planerische Umsetzung, die eben oft daran krankt, dass eine solche Strecke zu nah neben einem anderen Anlagenmotiv platziert wird und keine optische Trennung stattfindet.

Was den Wunsch nach einer Paradestrecke betrifft, so ist sicherlich schon richtig analysiert worden, dass dies mit der Sammel- und Zeigeleidenschaft der Betroffenen zusammen hängt. In anderen Kulturen steht oft erst das Konzept und danach wird das passende Fahrzeugmaterial beschafft, der "deutsche Michel" sammelt halt gerne und will seinen Schätzen dann Auslauf gewähren. Dazu passt auch der Wunsch nach einem großen BW mit Ringlokschuppen, damit die ganzen Dampfrösser mal aus der Schachtel geholt werden können.
Das will ich per se gar nicht verdammen und es ist ja durchaus auch nachvollziehbar, dass Hauptbahnfahrzeuge eine gewisse Faszination ausüben, weil sie eben meistens die Stars ihrer jeweiligen Zeit waren und sind.

Will man dafür ein betriebliches Konzept entwickeln, so muss man denke ich den Aspekt der rollenden Vitrine fokussieren. Hier geht es um das Betrachten nicht so sehr um das Interagieren. Daher auch sicherlich der Wunsch vieler hier eine automatische Steuerung einzusetzen. Eine Betriebsstelle, dient eigentlich nur dazu, die Fahrzeuge auch mal anzuhalten. Von daher reicht auch eine Blockstelle, um dieses Ziel zu erreichen. Ansonsten ist freie Strecke viel besser geeignet die Züge zu beobachten. Daher sicherlich auch der Name Paradestrecke.
Zurück zum Betriebskonzept, ich denke da geht nicht darum Frachten in einem Ng gezielten Ladestellen oder Verkehrsbedürfnissen zuzuordnen. Vielmehr geht es darum Fahrplanausschnitte mit glaubwürdigen Zuggarnituren nachzustellen, um eine befriedigende Wirkung zu entfalten. Diese Ausschnitte können nur wenige Vorbildstunden umfassen, müssen also keinen ganzen Tag umfassen. Eher geht es um den Mix von Fern- und Nahverkehr und offensichtliche Güterströme sollten auch gewahrt bleiben. So zum Beispiel der Ganzzug mit Kohle in die eine Richtung beladen und die Gegenrichtung leer verkehren.
Von diesen Fahrplanausschnitten kann man mehrere erstellen, diese können sogar jeweils unterschiedliche Epochen betrachten, da sie nur alternativ aufgerufen werden.


Bei der gestalterischen Umsetzung sind ja schon einige schlechte Beispiele gezeigt worden. Das beste wäre eine Paradestrecke, da sie ja ein separates Motiv ist, auch als separate Anlage zu planen. Also ein getrennter Schaukasten entweder über oder unter dem "eigentlichen" Anlagenmotiv, vor allem aber optisch klar getrennt. Eine Höhe von ca. 20cm eine Tiefe von 30cm sollte da für den Kuckkasten schon ausreichen. Die andere Alternative ist, die Paradestrecke als Hauptmotiv zu betrachten und betriebsintensive Elemente darum zu gruppieren. Als Beispiel wurde hier ja schon eine Awanst oder ein Güterbahnhof genannt. Dieser nutzt die Paradestrecke zwar auch für die Zu- Abfuhr der Züge zum SBF, kann aber ansonsten unabhängig betrieben werden. Vor allem sind dies Elemente, die sich optisch direkt neben einer Hauptstrecke platzieren lassen.

Ein dritter Aspekt ist die technische Umsetzung und das Kosten/Nutzen Verhältnis einer solchen Paradestrecke. Wie schon aufgezählt wurde, braucht so ein Konzept einen großen Zugspeicher. Sowohl was die Anzahl, als auch die Länge der Garnituren betrifft. Die Darstellung als separates Anlagenmotiv bringt das Problem mit, dass der Höhenunterschied dorthin überwunden werden muss, sofern man beide Teile mit dem selben Zugspeicher verbinden will. Die ideale Lösung wäre sicher ein Loklift, bei der der Zugspeicher gleichzeitig als Vitrine fungiert. Der Schwerpunkt der Anlage liegt ja auf dem Präsentieren der Sammlung.

Fasst man dies zusammen, so erfordert eine Paradestrecke doch einiges an Aufwand, um nur einen geringen Mehrwert zu einer statischen Vitrine zu bieten. Dies ist denke ich der Hauptgrund, warum man vielen euphorischen Planungsanfängern versuchen sollte die Nachteile darzulegen und betriebsreichere Alternativen anzubieten.
Es gibt allerdings auch Personen, die mit so einer Anlagenform glücklich werden. Es gibt z.B. eine Anlage mit der Nachbildung von St. Goar, auf dieser präsentiert der Erbauer nun auf 50 Seiten schon Vorbild gerechte Zuggarnituren und Automodelle quer durch die Jahrzehnte. In wie weit die Anlage aber eher eine Diorama ist, als das darauf auch dynamisch Betrieb abläuft, das kann ich aus der Ferne natürlich schwer beurteilen.

Gruß
Michael

HFy Offline



Beiträge: 460

27.11.2013 21:52
#17 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Als Hauptübelstand der Paradestrecke erscheint mir, wie schon anderen, das Mißverhältnis zwischen Aufwand und betrieblichem Effekt, und als zugrundeliegendes Motiv der Unwille, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Wer, wie ich, mit dem TRIX-Express-Handbuch sozialisiert wurde, dem fällt das sogleich auf, denn der Autor legte Wert auf die Nachbildung des Eisenbahnbetriebs, und es ist bedauerlich, das wegen der Markenfixierung der deutschen Modellbahner das Werk nicht die nötige Verbreitung gefunden hat.
Ein Beispiel, wie es nicht geht, ist die frühere Anlage des leider bereits verstorbenen Wolfgang Dudler. Er hatte ein sehr schönes Modell des Bahnhofs Naumburg der Kassel-Naumburger Eisenbahn gebaut, das er auf Fremo-Treffen mitnahm. Zu Hause wollte er dann die Kassel-Naumburger Bahn bauen, aber leider ging es mit ihm durch, und den Bundesbahnteil von Kassel-Wilhelmshöhe brauchte er dann auch. Es entstand ein Monstrum mit mehreren Schattenbahnhöfen und Wendeln, das natürlich nicht fertig werden wollte, aber den Begriff "Dudlerismus" prägte: Ein einzelner Modellbahner versucht, eine Klubanlage zu bauen. Schließlich siegte die Vernunft, und er baute eine noch größere amerikanische Anlage mit viel weniger Gleisen, aber klarem Konzept.
Gegen ein Hauptbahnthema spricht, wie ich so gerne sage, nichts außer dem Platzbedarf, und auch der läßt sich mit geeigneten Mitteln noch in Grenzen halten. Dann aber sollte man sich ökonomischerweise auf die Hauptbahn beschränken (das Thema hatten wir schon mal bei Gelegenheit der anderedn deutschen Unsitte "Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn").
Ob die Innerstetalbahn eine Haupt- oder Nebenbahn war, kann ich nicht sagen, aber der Unterschied liegt ja nur in der Bewachung der Bahnübergänge (und damit auch der zulässigen Höchstgeschwindigkeit). Die Strecke Düren-Euskirchen wurde in den letzten Jahren des Personenverkehrs zur Nebenbahn, nachdem sie mehr als hundert Jahre eine Hauptbahn gewesen war, um die Schrankenwärter einzusparen. An der Definition der eingleisigen Hauptbahn hat sich ja schon mal die Miba bei Gelegenheit eines Sonderheftes zuschanden gewerkelt, also nur der Hinweis, daß es Nebenbahnen mit Fernverkehr gibt (Immenstadt - Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen - Innsbruck) und Hauptbahnen ohne (Herbertingen-Kisslegg, es sei denn man betrachtet das Eilzugpar Freiburg-München u.z. als Fernverkehr).

Gruß, Herbert
(P.S. der Beitrag ist schon ein paar Stunden alt, aber das Internet klemmte)

OOK Offline




Beiträge: 3.537

23.12.2013 22:19
#18 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Heute kam MIBA SPEZIAL 99 mit dem Thema "Reisezüge". Darin ist ein großer Anlagenvorschlag von Ingrid und Manfred Peter, der (in zwei Varianten) eigentlich nur etwa zur Hälfte aus einer Paradestrecke besteht und zur anderen Hälfte aus Zugspeicher. Darauf kann man alle die wunderschönen D-Züge, die in den Heft Hauptthema sind, paradieren lassen. Nicht weniger aber auch nicht mehr.

OOK
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Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

24.12.2013 10:34
#19 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Jaja, der Anlagenvorschlag in H0 in der MIBA SPEZIAL 99 von Ingrid und Manfred Peter ist mein starker Favorit für den Gleisplan des Monats, allerdings erst in 4 Monaten!
Auf einer Fläche von 18 m² fünf Meter Paradestrecke (=435 Vorbildmeter) dazustellen, mit insgesamt ca. 14 Abstellgleisen in den zwei Speicherbahnhöfen ist natürlich ein "Garant für einen abwechslungsreichen Fahrbetrieb" (Zitat Artikel).
PS: Ein Schnellzug, mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h, würde die "Paradestrecke" in 16 Sekunden durcheilen!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 3.537

24.12.2013 12:17
#20 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #19

Auf einer Fläche von 18 m² fünf Meter Paradestrecke (=435 Vorbildmeter) dazustellen, mit insgesamt ca. 14 Abstellgleisen in den zwei Speicherbahnhöfen ist natürlich ein "Garant für einen abwechslungsreichen Fahrbetrieb" (Zitat Artikel).

Da heute nicht Samstag ist, kann dies leider nicht als "Wort zum Sonntag" deklariert werden, aber vielleicht als leicht verfrühtes Sylvester-Bonmot.

OOK
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eisenhans Offline




Beiträge: 372

25.12.2013 11:28
#21 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #19
PS: Ein Schnellzug, mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h, würde die "Paradestrecke" in 16 Sekunden durcheilen!
Offenbar gibt es mengenweise Leute, denen dieses offensichtliche Mißverhältnis OK erscheint. Ich glaube OOK wars, der mal von "zu geringer Rendite des Kapitaleinsatzes" sprach. Gleicher Meinung ist

Der Eisenhans

BernhardH Offline



Beiträge: 66

27.12.2013 17:34
#22 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Ich kenne den Plan aus Spezial 99 nicht. Ich würde die "Paradestrecke" aber auch nicht so eng definieren. In vielen Fällen wird so eine Strecke bezeichnet, die keinen Bahnhof hat, aber von der auf freier Strecke die Nebenbahn abzweigt, an der es dann Bahnhöfe gibt.

Der Zweck ist klar: Es können dort alle Züge der Sammlung fahren, die auf die Nebenstrecke nicht passen. Nicht jeder ist mit der Dorf-Anlage mit einem Schienenbus und denn immer gleichen 17 Güterwagen zufrieden.

Ich finde das viel besser, als einen Hauptstrecken-Bahnhof auf zu wenig Platz zu quetschen. Aus diesem Grund wurde die Paradestrecke vermutlich auch über Jahrzehnte in der Modellbahnpädagogik propagiert.

Wenn die Nebenbahn in die Paradestrecke mündet, braucht deren Schattenbahnhof lediglich ein Fiddle-Gleis im bequemen Zugriff, um in das Transportspiel einbezogen zu werden.

Die Sprockhöfel-/Kuno-Anlage von Rolf Knipper und Freunden, die in "Super-Anlagen, Kraftwerk und Zeche" des EJ vorgestellt wurde, hatte eine Paradestrecke ohne Verbindung mit dem Rest der Anlage, die aber ohne großen Aufwand und Platzverbrauch sich wenigstens auf den Fotos gut macht.

OOK Offline




Beiträge: 3.537

05.01.2014 12:03
#23 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Beim Lesen des aktuellen Model Railroader kam mir gerade so die Frage hoch: Wie heißt "Paradestrecke" eigentlich auf Englisch?
Show track? A strech of main line just for to show off your trains? Oder was?

Alles Konstrukte. Aber Fakt ist, dass es im Englischen kein Wort für Paradestrecke gibt. Warum nicht? Weil es nicht gebraucht wird. Das könnten wir unter "Kulturelle Unterschiede" abhandeln oder unter "Konzeptionelle Grundüberlegungen" oder vielleicht sogar unter "Modellbahnbetrieb als Ideologie"?

OOK
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Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

05.01.2014 12:28
#24 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

So ganz gefeit sind unsere amerikanischen Kollegen aber auch nicht vor dem "Trainspotting"! Die "Horseshoe Curve" zum Beispiel findet man schon auf ein paar Layouts (Beispiel)!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 3.537

05.01.2014 14:15
#25 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Also erst einmal für den interessanten Link!
Dann: Wenn du die Horse Shoe Curve als Paradestrecke ansiehst, dann müssen wir den Begriff neu definieren. So gesehen würde ja auch auf der BAE der Abschnitt von Königskrug nach Oderteich mit der langen Steigung und der großen Kurve durch das Achtermannstor eine Paradestrecke sein. Hatten wir (du auch) nicht gesagt, dass eine Paradestrecke nicht in das Betriebskonzept integriert ist sondern um ihrer selbst Willen existiert?
Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Nach meiner Auffassung ist die viergleisige PRR-Hufeisenkurve im verlinkten Beispiel zwar eine wunderbare Stelle, um den fahrenden Zügen hinterher zu schauen, aber dennoch keine Paradestrecke im definierten Sinne, weil diese Züge ja die ganze Anlage als Teil der dargestellten Verkehrsrelationen befahren.

OOK
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Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.497

05.01.2014 15:40
#26 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Im obigen Beispiel fährt ein Zug auf seinem Weg von Speicherbahnhof zu Speicherbahnhof drei mal in gleicher Richtung durch seine Hufeisenkurve! Hat irgendwie schon etwas von "Parade"!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 3.537

05.01.2014 16:11
#27 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Wenn das so ist, dann hast du allerdings absolut recht, Hubert! So genau hatte ich den Plan nicht studiert. Schade eigentlich.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Aleusius
Beiträge:

07.01.2014 21:29
#28 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo allerseits,

die Diskussion zum Thema Paradestrecke hat mich so begeistert, das ich mich sofort hier angemeldet habe. ;-))

Mit Modellbahn beschäftige ich mich nun seit 40 Jahren und das seit meinem 6.Lebensjahr. Natürlich mit den üblichen Pausen, die das Leben so bringt.

Ich liebe Paradestrecken.
Die Grundlegende Frage dabei, ist aber was erwarte ich von meiner Modellbahn?

Natürlich habe ich schon viele Anlagen gebaut. Dabei habe ich mich selber immer besser kennen gelernt und kann sagen, was mir gefällt und was nicht.
So ist ein BW super schön und bietet vielfältige Betriebsabläufe und interessante technische Anlagen. Ein Bahnhof ebenso. Bei mir wurde aber daraus mit der Zeit immer nur ein Staubfänger. Mit Loks selber hin und her zu rangieren macht mir auf Dauer kein Spaß! Da hilft auch der Ladekran, oder die Drehscheibe nichts. Das ist mir zu viel "Reale Arbeit" eben nicht abstrakt genug.

Ich kann auch nicht sagen warum, aber ich bin von Schienentriebfahrzeugen begeistert. Von fahrenden noch viel mehr. Ebenso wie von einer schönen Landschaft.
Schon sind wir bei der Paradestrecke! Wenn ich in Bingen stehe und mir auf der andren Rhein Seite die Züge anschaue, macht das doch auch keinen Sinn. Den Betrieblichen Hintergrund kenne ich nicht. Sie fahren hat hin und her und ich freue mich.

Über die Nachteile einer Paradestrecke wurde hier schon viel richtiges beigetragen. Der Aufwand mit Gleiswendeln und großen Schattenbahnhöfen ist groß. Das ist viel Aufwand beim Bau. Richtig.

Die darin liegenden Vorteile wurden aber nicht genannt.
- So wird der sonst tote Raum unter der Anlage genutzt um Modelle in Betrieb zu halten. Die Gleiswendel bieten die Möglichkeit über den Höhenunterschied der Paradestrecken Räumliche Tiefe zu erzeugen.

- Da Paradestrecken micht viel Tiefe benötigen kann die Anlage in einer Breite von 50-80cm an der Wand gebaut werden. Das spart wieder Platz und bietet gute zugriffsmöglichkeiten.

- Eine der höchsten Künste beim Anlagenbau ist bekannter weise die Einschränkung. Die Bahn ist ein Beförderrungsmittel. Damit alleine kann ich sehr gut leben, umgesetzt in der Paradestrecke.

- Paradestrecken mit viel Landschaft bieten die Möglichkeit fast Epochenunabhängig zu sein. (von der Oberleitung mal abgesehen). Den noch erweitert vor allem der Verzicht auf Bahnhöfe zumindest die Breite der möglichen Epochen.

- Mit dem Thema nur Paradestrecken ist auch schon ein weiteres Problem vieler Anlagen gelöst: Die Überladung.

Als letztes möchte ich die angesprochene "man zeigt was man hat" frage ansprechen. Die meisten sind nicht nur ein paar Monate oder Jahre Modellbahner, sondern ein Leben lang. Nach 40 Lahren habe ich ca. 30 Züge. Das sind ca. alle 1,2 Jahe einer. Ich finde das nicht viel. Was ist bitte schlecht daran, wenn ich mich an meinem Eisenschwein mit Silberlingen, welche ich an meinem 30. Geburtstag bekommen habe immer noch erfeue? Aber auch zu anderen Anlässe kamen Wagen und Loks hinzu. Ich sehe diese immer wieder sehr gerne. So gerne, das ich am liebsten selber nur da sitze und mich über immer wieder neue Kombinationen der Zugbegegnungen freue. Sorry aber selbst bei 100 Loks würde ich nach der Zeit nicht auf den Gedanken der Prozerei kommen.

Also ich habe wirklich nicht verstanden, wieso die Beschränkung auf den ausschließlichen Fahrbetrieb mit Paradestrecken ein Nachteil darstellen soll??

Viele Grüße
Caren

Hp Schreufa Offline



Beiträge: 104

07.01.2014 23:41
#29 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Moin,

die Bezeichnung "Paradestrecke" ist meiner bescheidenen Meinung nach ein "Paradebeispiel" für falsche Wortwahl und falsche Streckenführung.

Eine Paradestrecke ist eine Strecke für eine Parade. Ich denke da z. B. an die Fahrzeugparaden zum Jubiläum "150 Jahre Eisenbahn in Deutschland", damals fuhren die Fahrzeuge im Gänsemarsch an der Zuschauertribüne im Rangierbahnhof Nürnberg vorbei. Für diese Paraden wurde auch keine zusätzliche Strecke unterhalb des Bahnhofs gebaut, die unsinnigerweise noch aus einem Tunnel kam und in einen weiteren Tunnel führte.

Ich würde die Paradestrecke, auf der in den seltensten Fällen Fahrzeugparaden stattfinden, einfach als freie Strecke bezeichnen. Ein Stück freie Strecke im Modell hat die gleiche Daseinsberechtigung wie ein Bahnhof im Modell. Betrieblich gesehen ist der Bahnhof interessanter, die freie Strecke lässt sich jedoch mit viel geringerem Aufwand nachbilden.

Aber bitte nicht dort, wo sie kein Eisenbahner niemals nicht hin gebaut hätte.

Ich wünsche mir auch ein Tunnelverbot direkt unter Drehscheiben und Schiebebühnen.

Harald.

Aleusius
Beiträge:

07.01.2014 23:55
#30 RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke antworten

Hallo Harald,

stimmt, anstatt Paradestrecke sollte man den Begriff offenes Fahrgleis verwenden. Die Parade klingt ja fast schon militärich.

Ich glaube, das die Absicht welche hinter dem Begriff Parade steht, jene ist, den offenen Gleisbetrieb in den Vordergrud der Afmerksamkeit zu stellen, ohne aber die natürliche Lanschaft zu vernachlässigen.

Grüße
Caren

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