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Dieses Thema hat 93 Antworten
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 III.1. Konzeptionelle Grundüberlegungen
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jaffa Offline




Beiträge: 111

28.10.2014 09:27
#61 RE: Was ist eine Konzeption? antworten

Ach Hubert ...

Mein Vorbild = Innerstetalbahn
Mein gewählter Ausschnitt = Innerstetalbahn vom Wildemanntunnel bis CLZ mit 3 Bahnhöfen, einem Haltepunkt sowie Innerstetal mit Steinbruch und Ladestelle ...

Du nimmst die Hälfte der Überschrift, schaust nicht auf die von dir übernommenen Stichworte, die drunter stehen und die beschreiben, worum es da geht ... und ziehst zwangsläufig falsche Schlüsse.

Außerdem argumentierst du wieder auf deiner chronoligischen Entwicklungsschiene, von der ich mich verabschiedet habe: Bei mir »spukt« es nirgendwo ... auch nicht unten. Alles, was da oben den grünen Kreis berührt ist die Konzeption. Wenn man diese Aspekte abgearbeitet hat, dann macht man unter Einbeziehung der Ressourcen (Raum, Zeit, Geld, eigene Fähigkeiten ...) die Eingrenzung auf einen sinnvollen Ausschnitt des Themas, bevor es an die konrete Anlagenplanung geht.
So zumindest hatte ich die verschiedenen Statements der letzten Tage verstanden, als es darum ging, dass der Aspekt »Raum« nicht unmittelbarer Bestandteil der Konzeption ist.
Ich stelle gerne die Überschrift in diesem Kasterl zur Disposition; um mich davon zu überzeugen, dass der gemeinte Inhalt und die Position falsch ist, musst du bessere Argumente bringen.

Gruß --- Jürgen


Mein Modellbahnprojekt: »Innerstetalbahn«
Meine Modellbahner-Serviceseiten mit Gleisplan- und Tipps&Tricks-Datenbanken: www.moba-trickkiste.de

hmmueller Offline



Beiträge: 148

28.10.2014 10:11
#62 RE: Was ist eine Konzeption? antworten

Um mich da als Mitlesender einmal da drauf zu setzen: Ihr macht einen alten Fehler (den ich in Projekten, die ich betreue, seit Jahren den Leuten austreibe): Ihr verwendet Pfeile in Diagrammen ... Wie bitte? "Das macht man doch." Nein - macht man nicht, oder zumindest nicht so: Symbole (auch Pfeile) haben eine Semantik, aber da die hier nirgends präzis beschrieben ist, gebt ihr (beide), aber auch alle Mitleser, wie ich, den Pfeilen in den Diagrammen ein jeweils selbsterfundene Bedeutung. Und je nach Bedeutung ergeben die Diagramme dann Sinn, oder sie sind unsinnig, oder falsch. Und dann wird heftig diskutiert.

Konkret muss man die jeweiligen Diagrammersteller fragen:
* Sollen die Pfeile eine präzise Bedeutung haben?
* Wenn ja, welche der folgenden:
** "Erfolgt zeitlich nach" (dann sind die Knoten in den Diagrammen Aktivitäten, und für einen Pfeil a-->b gilt: Endzeitpunkt(a) <= Anfangszeitpunkt(b))
** "Liefert Inputdaten" (aber es gibt keine zeitliche Abhängigkeit; die durch die Aktivität a erzeugten Daten sind notwendig für b)
** "Liefert alle Inputdaten" (die Daten von a sind auch hinreichend für b)
** "Liefert alleine Inputdaten" (keine andere Aktivität liefert weitere Inputdaten)
** "Ist Unteraktivität von"
** ...und noch viele viele mehr, die man sich aus vorhandenen Diagramm-Semantiken zusammensuchen kann...
** ...und Kombinationen ("sowohl zeitliche Abhängigkeit als auch ...diese/jene... Datenabhängigkeit")

Meine Meinung (das sollte nach dieser Liste klar sein): Ich glaube nicht, dass wir uns (und ihr Euch) in solche semantischen Klaubereien begeben wollen. Das mache ich persönlich gern als Mathematiker und Informatiker, aber nicht in informellen Diskussionen - deshalb eben verbiete ich Pfeile in Diagrammen, außer wenn jemand dazusagt: "Das bedeutet irgendwas Wischi-Waschi, über das wir nicht groß nachdenken und diskutieren sollten ..." - dann lehn ich mich entspannt zurück.

Ich nehme daher alle bisherigen Diagramme als wertvollen Input für die "rege geistige Auseinandersetzung" mit dem Thema "Konzeption", aber nicht als tiefgründig diskutierbare "Prozessdefinitionen".

(Ja, das war jetzt vielleicht ein "Meta-Posting", aber das Muster, wie man hier in die Irre gehen kann, zeichnet sich schon zumindest am Horizont ab, dass ich das zu Bewusstsein bringen wollte).

H.M.

Gilpin Offline




Beiträge: 594

28.10.2014 12:35
#63 RE: Was ist eine Konzeption? antworten

Hi,

ich finde schon, dass wir die Bedeutung der Pfeile klären müssen und können, wenn wir sie verwenden. (Ich gehe davon aus, dass das mit dem Verbot nicht klappt.) Dabei verweise ich gern auf Boscho, Beitrag 54:
"Ich hatte Huberts Diagramm bislang so interpretiert, dass all die genannten Faktoren Einfluss auf die Konzeption haben. Er hat lediglich ein wenig gruppiert und Pfeile drangemalt. Eine Rang- oder Reihenfolge hatte ich da erstmal nicht rausgelesen." Also gilt "Liefert Inputdaten".

Gruß,
Gilpin

OOK Offline




Beiträge: 3.255

28.10.2014 14:29
#64 RE: Was ist eine Konzeption? Einwurf des Moderators antworten

Zitat von hmmueller im Beitrag #62
Um mich da als Mitlesender einmal da drauf zu setzen: Ihr macht einen alten Fehler (den ich in Projekten, die ich betreue, seit Jahren den Leuten austreibe): Ihr verwendet Pfeile in Diagrammen ... Wie bitte? "Das macht man doch." Nein - macht man nicht,...

Meine Meinung (das sollte nach dieser Liste klar sein): Ich glaube nicht, dass wir uns (und ihr Euch) in solche semantischen Klaubereien begeben wollen. Das mache ich persönlich gern als Mathematiker und Informatiker, aber nicht in informellen Diskussionen - deshalb eben verbiete ich Pfeile in Diagrammen, außer wenn jemand dazusagt: "Das bedeutet irgendwas Wischi-Waschi, über das wir nicht groß nachdenken und diskutieren sollten ..." - dann lehn ich mich entspannt zurück.

Ich halte solche belehrenden Vorträge von außen, d.h. von jemandem, der nicht aktiv in der Diskussion ist, für problematisch. Es wäre besser, wenn einer den anderen fragt: was meinst du an dieser Stelle mit dem Pfeil. Und mit "austreiben" und "verbieten" ist in diesem Forum eh nix. Selbst die Erwähnung, es anderswo zu tun, schadet der guten Stimmung.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

jaffa Offline




Beiträge: 111

28.10.2014 14:31
#65 RE: Was ist eine Konzeption? antworten

@hmmueller : Es ist genauso, wie du sagst ... und meine Irritationen im Umgang u.a. mit den Pfeilen in Huberts Ur-Diagramm führten ja zum meiner Grafikvariante mit überlappenden Clustern für die Darstellung der wesentlichen Aspekte von Konzeption ... zunächst ohne jeden Pfeil.
Es gibt dann einen einzigen Pfeil bei meiner Grafik und der bedeutet sowohl eine zeitliche Abfolge als auch die Lieferung von Input: erst wenn alle Aspekte einer Konzeption durchdacht sind, soll/darf ich den nächsten Schritt in Richtung Anlagenplanung machen. Insofern ist dieser eine Pfeil nur schwer misszuverstehen, aber man kann ihn zur Sicherheit auch zusätzlich erklären.

Zitat von Gilpin im Beitrag #63
... ich finde schon, dass wir die Bedeutung der Pfeile klären müssen und können, wenn wir sie verwenden.

Insbesondere aber auf alle Pfeile verzichten, die verzichtbar sind ... so habe ich es gemacht.

Ansonsten dachte ich mir, dass man an den Rändern der (am Ende für konsensfähig befundenen) Konzeptionsgrafik noch eine moderierende »Gebrauchsanweisung« beifügt. Aufbauend auf das, was ich gestern etwas flapsig sinngemäß schon einmal so geschrieben habe: »Fang irgendwo an ... belege die Punkte/Aspekte, die dir für dein Modellbahnprojekt reizvoll, wichtig und/oder gesetzt scheinen ... und arbeite dich dann vorwärts, bis alles eine schlüssige Einheit ergibt – das ist dann deine Konzeption.«
Das würde dann noch einmal deutlich machen, dass es keine zwingende Abfolge für das Vorgehen gibt, sondern lediglich inhaltliche Abhängigkeiten (heißt z.B.: Epoche I oder II und Dieseltraktion gehen nicht bzw. schlecht zusammen). Auf dieser Moderationsebene ließe sich dann auch der Übergang von der Konzeption zur Anlagenplanung klären.

Gruß --- Jürgen


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hmmueller Offline



Beiträge: 148

28.10.2014 14:42
#66 RE: Was ist eine Konzeption? Einwurf des Moderators antworten

Zitat von OOK im Beitrag #64
Ich halte solche belehrenden Vorträge von außen ... für problematisch.
(, ich kriege das Quote nicht korrekt hin?!?)

Ich auch. Mir ist aber nichts besseres eingefallen (meine Beschränktheit!), außer nichts zu tun und (aus meiner kleinen Sicht: wieder einmal) zuzusehen, wie eine Diskussion wegen eines bekannten Meta-Problems sich verheddert - und da habe ich mich von den zwei binären Möglichkeiten "schweig oder rede" für die zweite entschieden - wenn's falsch, destruktiv, behindernd, oberlehrerhaft, zu wenig amikal o.ä. war, entschuldige ich mich. Wenn insbesondere das "Verbieten" (woanders - in Projekten, die ich verantworten muss) einen unguten Eindruck hinterlassen hat, tut mir das auch leid!

Der Grund für meine Entscheidung waren allerdings die Formulierungen "... und ziehst zwangsläufig falsche Schlüsse" und "Außerdem argumentierst du wieder...", die nach meiner Erfahrung auf ein "Meta-Verständnis-Problem" (=wir sind uns über die Sprach/Symbolverwendung nicht einig, nicht die Inhalte) hinweisen.

Wie jede Entscheidung kann sie auch falsch gewesen sein, und ich beuge mich selbstverständlich davor, wenn OOK als Moderator oder auch andere das so nicht wollen. Und ich hoffe, dass diese (eine - mehr schreibe ich nicht) "Meta-Meta-Antwort" akzeptiert werden kann.

Inhaltlich jedenfalls interessiert mich das Erarbeiten und Umgehen mit einer "Konzeption" (aus diversen Gründen, die ich noch länger nicht erzählen werde) so, dass ich mir eine weitere inhaltliche Auseinandersetzung sehnlichst wünsche (auch und gerade, weil ich dazu momentan mangels Wissen und Erfahrung nichts beitragen werde).

H.M.

OOK Offline




Beiträge: 3.255

28.10.2014 17:14
#67 RE: Was ist eine Konzeption? Einwurf des Moderators antworten

Nein, eine Metadiskussion will ich hier nicht veranstalten. Dein Post lässt erkennen, dass wir uns letzten Endes verstehen, auch wenn einem manchmal die Pferde durchgehen (mir manchmal auch). Wir können alle nur lernen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

jaffa Offline




Beiträge: 111

29.10.2014 19:28
#68 RE: Was ist eine Konzeption? antworten

Ich bin gedanklich noch einmal einen Schritt zurück gegangen und habe darüber nachgedacht, ob und wodurch sich das Vorgehen beim Entwickeln einer Konzeption unterscheidet, je nachdem, ob es um Prototype, um Prototype Freelance oder Freelance geht. Mir scheint es, dass sich bei Prototype mehr Aspekte »einfach so« ergeben und es lediglich um Prüfsteine der Vorbildeignung für Modellbahn geht, während bei Prototype Freelance und Freelance eher eine aktive Festlegung vieler Parameter gefragt ist (Vielleicht sind unterschiedliche Perspektiven mit ein Grund, weshalb die Meinungen bei der Entwicklung eines grafischen Schemas divergieren.).

Hier die Ausführung dieser Gedanken in vorläufigen Stichworten:

Prototype

Auswahl des »richtigen« Vorbildes …
• nach subjektiven Kriterien (z.B. Affinität zu bestimmten ­Regionen, Landschaften, Orten ...)
• nach individuellen, modellbahnerischen Wünschen (Epoche, Grundthema, Traktionsart …)

Prüfung der Eignung
• generelle Eignung für MoBa-Umsetzung (z.B. Komplexität + Dimensionen der Vorbildsituation/ Glaubwürdigkeit bei selektiver Kompression)
• Eignung unter individuellen Voraussetzungen (Ressourcen: Raum, Zeit, Geld, »Personal«, handwerkliche Fähigkeiten ...)
• Eignung des Vorbilds für beabsichtigte Betriebsart/-konzept der Modell­anlage (allein/mehrere, ZL, FDL, Lokführer, Trainspotting ...)

Recherchearbeit
• Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes (bei noch existierenden Strecken und späteren Epochen) bzw. historischen Zustandes (bei stillgelegten Strecken und/oder früheren Epochen) inkl. Wirtschaftzweige, Verkehrsströme: Web, Literatur, Archive, Zeitzeugen, Vor-Ort-Recherche
• Bahnspezifische Details: Fahrpläne (Personenverkehr, Güterverkehr), Bildfahrpläne, Lokumlaufpläne, Streckenprofile, Bahnhofsgleispläne, Signal- und Sicherungseinrichtungen, Zugzusammenstellungen


Prototype Freelance + Freelance

Entwicklung eines Kriterienkatalogs
für Anforderungen an die Anlage
• Grundthema (Haupt-/Nebenbahn/Schmalspur ...)
• Bahnorganisation (staatlich, privat ...)
• Epoche
• Traktionsart
• Betriebsfokus (Pers.- und/oder Güterverkehr)
• Betriebsart/-konzept der Modell­anlage (allein/mehrere, ZL, FDL, Lokführer, Trainspotting ...)

Anlehnung an reale Vorbildsituationen (nicht nur Prototype-Free­lance, sondern durchaus auch Freelance):
Welche Region, welche Landschaft mit welchen Verkehrsströmen/Wirtschaftszweigen passt zu dem Kriterienkatalog? (Sofern die Regions-/Landschaftsvorgabe nicht bereits im Vorfeld zwingende Vorgabe war.)

Recherchearbeit bei Prototype Freelance
• Bestandsaufnahme des Ist- bzw. historischen Zustandes von Landschaft, Topographie, mögliche Trassenführung, Wirtschaftzweige, Verkehrsströme: Web, Literatur, Archive, Zeitzeugen, Vor-Ort-Recherche


Gruß --- Jürgen


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Gilpin Offline




Beiträge: 594

29.10.2014 19:40
#69 RE: Was ist eine Konzeption? antworten

Hi Jürgen,

der Kernpunkt meiner Argumentation war nicht die Verteidigung der Pfeile, sondern vielmehr das "Verbot", das ja inzwischen relativiert und aufgehoben ist. Gut so.

Ich würde gern Deine Einlassung aufgreifen: "Fang irgendwo an ... belege die Punkte/Aspekte, die dir für dein Modellbahnprojekt reizvoll, wichtig und/oder gesetzt scheinen ... und arbeite dich dann vorwärts, bis alles eine schlüssige Einheit ergibt" - genau so läuft das Denken, zumindest meines. Dass wir dann hinterher eine Aussage oder Grafik draus machen, in der Pfeile eine Input-Beziehung darstellen, ist etwas ganz anderes. Ersteres ist der Denkprozess, letzteres die logische Struktur. Und über die kann man einfach besser sprechen. - Ich würde unterdessen gerne wieder einen Abstraktionsgrad tiefer diskutieren...

Gruß,
Gilpin

Ich komme übrigens auch nicht mit dem Zitieren zurecht - liegt das am Auslandsaufenthalt? Oder ist das Problem 60 cm vor dem Bildschirm platziert?

OOK Offline




Beiträge: 3.255

30.10.2014 12:45
#70 RE: Was ist eine Konzeption? Einwurf des Moderators antworten

Jürgen hat mich gebeten, mich hier doch noch einmal einzubringen, obwohl ich signalisiert hatte, dass mir das hier zu theoretisch/akademisch wird. Ich habe ja zunehmend den Verdacht, dass alles, was hier verandelt wird, am Ende zwar ein wertvolles Ergebnis erbringen wird, dass aber der lange Weg dahin für ein durchschnittliches Forenmitglied oder gar Gast eher abschreckend wirkt und dazu führen könnte, sich von Thema Konzept abzuwenden.
Na gut, ich versuche mal, mich subjektiv einzubringen, und das ist dann natürlich erst einmal der Bereich Prototype freelancing. Denn so ist das Konzept der BAE entstanden.
Da stelle ich zunächst fest, das das Entscheidungsprocedere weitgehend mit dem für Prototype identisch ist,nämlich:


Zitat von jaffa im Beitrag #68
Prototype

Auswahl des »richtigen« Vorbildes …
• nach subjektiven Kriterien (z.B. Affinität zu bestimmten ­Regionen, Landschaften, Orten ...)
• nach individuellen, modellbahnerischen Wünschen (Epoche, Grundthema, Traktionsart …)
Bis hierher kein Unterschied.

Zitat
Prüfung der Eignung
• generelle Eignung für MoBa-Umsetzung (z.B. Komplexität + Dimensionen der Vorbildsituation/ Glaubwürdigkeit bei selektiver Kompression)
• Eignung unter individuellen Voraussetzungen (Ressourcen: Raum, Zeit, Geld, »Personal«, handwerkliche Fähigkeiten ...)
• Eignung des Vorbilds für beabsichtigte Betriebsart/-konzept der Modell­anlage (allein/mehrere, ZL, FDL, Lokführer, Trainspotting ...)

Da die erfundene Bahn/Strecke ja nicht im luftleeren Raum steht, sondern ins reale Bahnnetz integriert, sind diese Fragen ebenfalls zu klären. Ich wüsste jedenfalls nicht, was davon ich bei der Konzeptionierung der BAE nicht beachtet hätte.
Hinsichtlich der Recherche stelle ich mal Jürgens Ausführungen dazu bei Prototype und bei Prototype Freelancing direkt gegenüber:


Zitat
Recherchearbeit
• Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes (bei noch existierenden Strecken und späteren Epochen) bzw. historischen Zustandes (bei stillgelegten Strecken und/oder früheren Epochen) inkl. Wirtschaftzweige, Verkehrsströme: Web, Literatur, Archive, Zeitzeugen, Vor-Ort-Recherche
• Bahnspezifische Details: Fahrpläne (Personenverkehr, Güterverkehr), Bildfahrpläne, Lokumlaufpläne, Streckenprofile, Bahnhofsgleispläne, Signal- und Sicherungseinrichtungen, Zugzusammenstellungen

Recherchearbeit bei Prototype Freelance
• Bestandsaufnahme des Ist- bzw. historischen Zustandes von Landschaft, Topographie, mögliche Trassenführung, Wirtschaftzweige, Verkehrsströme: Web, Literatur, Archive, Zeitzeugen, Vor-Ort-Recherche

Da würde ich nur ergänzen: Bestandsaufnahme etc. etc. der anschließenden Strecken. In Wegfall kommt allenfalls der Abschnitt Fahrpläne, Streckenprofile, Zugzusammenstellungen, obwohl die der Nachbarbahnen durchaus einbezogen werden können/müssen.

Gerade kommt mir so die Idee, ob es nicht übersichtlicher Wäre, alle denkbaren Kriterien für alle drei Untergruppen alfabetisch oder systematisiert untereinander schreiben könnte, und dann jeweils dahinter die Zuordnungs-Kennbuchstaben P, F und PF, wobei natürlich auch zwei oder drei Nennungen möglich sind.

Ich ja nun wirklich ein Freund von Grafiken, in diesem Falle habe ich gewisse Zweifel, ob sie wirklich die beste Darstellung der Problematik sind.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.420

30.10.2014 19:18
#71 RE: Was ist eine Konzeption? Einwurf des Moderators antworten

Ich bin mit Otto da core, ich sehe bei Prototype und Prototype Freelance keine große Unterschiede bei den Punkten! Die Herangehensweise ist halt eine andere durch die Frage: Wie war es? bzw. Wie könnte es gewesen sein?
Ob wir hier wirklich den Fall "Freelance" hier beachten sollten wäre noch zu klären! Da sich Freelance in meinen Augen erst durch eine fehlende oder durch eine rudimentären Konzeption ergibt!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

jaffa Offline




Beiträge: 111

31.10.2014 12:07
#72 Möglicher Einstieg in eine Konzeption antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #71
Ob wir hier wirklich den Fall "Freelance" hier beachten sollten wäre noch zu klären! Da sich Freelance in meinen Augen erst durch eine fehlende oder durch eine rudimentären Konzeption ergibt!

Natürlich muss sich auch Freelance, wenn es im Zusammenhang mit »vorbildgerechtem Modellbahnbetrieb« gesehen wird, am Maßstab der Realität messen lassen. Aber es ist dann nicht eine identifizierbare Umgebung, sondern eine erdachte, in der ich frei bin, meine Landschaft, meine Betriebsstellen, meine »Ident-Bauwerke« zu definieren ... gewissermaßen also ein nicht lokalisierbares »So könnte es gewesen sein«. Sonst müsste man konsequenterweise »Freelance« im Zusammenhang mit »vorbildgerechtem Modellbahnbetrieb« in die Verbannung schicken. Dass Freelance nicht unbedingt meine Sache oder die der meisten anderen hier ist, steht auf einem anderen Blatt.

Wie lassen sich hier neue Aspekte in die Diskussion um Konzeptionen einbringen? Neben der Frage, »Wie bin ich selbst bei meiner Konzeption vorgegangen?«, könnte ganz interessant sein, »Wie würde ich vorgehen?«, wenn ich ich einem konkreten Ausgangsimpuls folge. Vielleicht ist das für diejenigen, die noch nach ihrem Motiv suchen, inspirierender als das Nachvollziehen einer fertigen Konzeption.
Das habe ich einmal versucht. Und zwar mit einem Grundmotiv, zudem ich jenseits vom Harz durchaus eine gewisse Affinität habe:

Ausgangspunkt Insel- bzw. Küstenmotive

Das Reizvolle an dieser Konzeptionsvorgabe ist, dass Inselmotive per se schon eine gewisse Verdichtung mit relativ überschaubaren Streckenlängen und kompakten Betriebsstellen aufweisen und sich prinzipiell gut als Vorbild für Modellbahn eignen.

Grundinfos (nach Google-Suche »Inselbahn«) auf folgenden Seiten:

http://www.inselbahn.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Inselbahn

Dabei lässt sich schnell herauskristallisieren, dass es
1. Motive für alle Spurweiten gibt
2. Motive, die von Epoche I bis heute in Betrieb sind (auch wenn ihre Blütezeit und interessantesten Phasen meist in Epoche II lagen)

Insgesamt scheint mir das Thema Inselbahnen sehr gut dokumentiert zu sein ... also ideale Voraussetzungen für Modellbahn-Konzeptionen. Es gibt natürlich viel mehr, als die von mir nachfolgend aufgelisteten, aber diese fand ich am reizvollsten:

Regelspur: Fehmarn (von Orth über Burg nach Fehmarnsund), Usedom (beide Motive mit Trajektfähren zum Festland)
Meterspur: Wangerooge, bzw. 900 mm: Borkum
Schmalspur/750 mm: Rügen, Rügensche BäderBahn

Bei den regelspurigen Inselbahnen hat es eine gewisse Logik, dass es dort mit Trajektfähren Verbindungen zu den Bahnstrecken des Festlandes gab; auch das könnte eine modellbahnerische Herausforderung sein.
Ich bin aber – wie die nachfolgenden Details zeigen – insbesondere von der Inselbahn Wangerooge angetan:

Dass es bei Inselbahnen durchaus komplexe Betriebsstellen gibt, zeigt beispielhaft der Bf. Wangerooge, der auf einer Länge von 200 bis 300 Metern neben den Bahnsteig- und Kreuzungsgleisen einen 4-ständigen Lokschuppen aufweist, diverse Lade- und Abstellgleise und eine Güterhalle, in die ein Gleisanschluss führt.
Und Wangerooge ist auch deshalb ein schönes Beispiel, weil es bis heute nicht nur eine lineare Streckenabwicklung, sondern Abzweige bzw. Anschließer gibt.
Die Inselbahn Wangerooge hat bis in die jüngere Zeit eine interessante, wechselvolle Gesichichte: so stellt man fest, dass in Ep. I und II immer wieder Streckenabschnitte auf Zeit für größere Bauvorhaben eingerichtet wurden. Der Streckenabschnitt zum Ostanleger wurde wegen ständiger Versandung des Hafens 1959 stillgelegt; andererseits wurde noch 1988 ein neuer Gleisanschluss für die Müllpressstation eingerichtet.
Reizvolle Landschafts- und Gestaltungsdetails runden das Bild ab: Salzwiesen mit Prielen und Holzbrückenkonstruktionen, schönes EG, Fähranleger-Bf. auf Stelzen, Leuchtturm ...
Die dynamische Wangerooge-Bahnhistorie kann auch die Phantasie in Gang bringen für Prototype Freelance Szenarien ...

Gruß --- Jürgen


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STBR Offline



Beiträge: 183

31.10.2014 13:30
#73 RE: Möglicher Einstieg in eine Konzeption antworten

Um auch mal für "Freelance" eine "Lanze" zu brechen:
Hier kann auch die gewünschte Darstellung einer bestimmten Betriebsgegebenheit der "Ankerpunkt" einer Konzeption sein.
Beispiele: Übergabe Regelspur - Schmalspur, Zahnradbetrieb, Trajektverkehr oder, im großspurigen Bereich, Lokbehandlung, Kurswagenübergabe, Auto im Reisezug etc.

Gruß:
Stefan

jaffa Offline




Beiträge: 111

31.10.2014 15:05
#74 RE: Möglicher Einstieg in eine Konzeption antworten

Zitat von STBR im Beitrag #73
Um auch mal für "Freelance" eine "Lanze" zu brechen:
Hier kann auch die gewünschte Darstellung einer bestimmten Betriebsgegebenheit der "Ankerpunkt" einer Konzeption sein.
Beispiele: Übergabe Regelspur - Schmalspur, Zahnradbetrieb, Trajektverkehr oder, im großspurigen Bereich, Lokbehandlung, Kurswagenübergabe, Auto im Reisezug etc.

Einverstanden, dass so etwas Ankerpunkt einer Konzeption sein kann. Aber all das hat es ja irgendwann irgendwo gegeben! Wer oder was hindert dich daran, dich dabei an ein reales Vorbild zu halten?

Ob es nun jemandem nutzt oder nicht: Ich habe, damit die Schemagrafik nicht in einem Zustand mit erkannten Mängeln stehen bleibt, die diskutierten Aspekte eingearbeitet ... und das sieht jetzt samt Moderation so aus:



Gruß --- Jürgen


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STBR Offline



Beiträge: 183

31.10.2014 16:31
#75 RE: Möglicher Einstieg in eine Konzeption antworten

Ein Konzept-Broccoli !
Ich finde die Darstellungsweise sehr gelungen, kann ich davon ausgehen daß die "Blasen" im Vordergrund eine höhere Priorität als die weiter hinten liegenden haben (=Gewichtung)?

Gruß:
Stefan

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