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Dieses Thema hat 15 Antworten
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 X.4a. Was macht eine gute Anlage aus? Identität (ausgen. Fahrzeuge)
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OOK Offline




Beiträge: 3.155

31.05.2008 20:40
Identitätsstifter Landschaft + Werbung antworten
Wie bekannt, soll meine 0m-Anlage eine Meterspurbahn im Harz darstellen. Zur Identität der Anlage gehört also einmal die Spurweite (22,2mm in 1:45 entsprechen 1m in der Realität)und zum anderen alles das, was den Harz erkennbar macht. Herbert malte mal bei der BAE II das Horrorszenario aus, dass jemand die Anlage besuchen kommt und beim Betreten des Raumes in ein begeistertes "Baoah ey, total der Odenwald!" ausbricht.

Typisch für den Harz, das weiß jeder, sind die endlosen Fichtenwälder. Die müssen dargestellt werden, damit die Anlage überhaupt die Chance hat, wie Harz auszusehen. Wir sind ja auch dabei, Lösungen für die gewaltige Baumproduktion zu entwickeln.
Aber: endlose Fichtenwälder gibt es auch im Sauerland, im Bayerischen Wald und eben auch im zitierten Odenwald. Also reicht das nicht, um die Szene speziell als Harz erkennbar zu machen. Was muss hinzu? Der Harz hat typische Häuser, von denen es auf der BAE III schon einige gibt. Kürzlich konnte ich antiquarisch das Buch "Das Bürgerhaus der Oberharzer Bergstädte" erwerben. Das wird mir helfen, das für den Harz Typische noch genauer heraus zu arbeiten.

Da ich Unterlagen über einige Tagesanlagen Harzer Bergwerke besitze, werden auch diese ihren Niederschlag auf der Anlage finden.
Keine brauchbaren Unterlagen habe ich über Harzer Sägewerke. Während es im Schwarzwald noch Dutzende alte Sägewerke gibt, die sich wegen ihrer Kleinheit auf Anlagen gut darstellen lassen und auch diverse Bücher darüber, herrscht im Harz zu diesem Thema das berühmte Schweigen im Walde. Nichts Genaues weiß man nicht.
Falls jemand dieses Schweigen brechen kann, bitte sehr!

Nochmal zurück zur Bahn selber. Die Harzer Bahnen zeichnen sich durch eine für eine Gebirgsbahn extreme Tunnelarmut aus. Bei den Normalspur- und den Schmalspurstrecken gab es insgesamt je einen einzigen Tunnel. Also hätte es auf der BAE eigentlich auch nur maximal einen geben dürfen. Es gibt aber fünf. Modellbahnen neigen dazu, grundsätzlich mehr Tunnel zu haben, als das Vorbild, einfach, weil man mehr Strecken wegtarnen muss, die zu nah beieinander liegen. Ist halt so.
Mehrbogige Viadukte sind im Harz auch nur sehr selten. Ich kenne nur das eine auf der Innerstetalbahn und das der Harzquerbahn bei Ilfeld. Auf der BAE gibt es keins.

Wen jemand Anregungen hat, wie man noch deutlicher machen kann, dass die BAE im Harz verkehrt und weder im Odenwald, noch im Bayerischen Wald und auch nicht im Sauerland, der möge dies einbringen. Ich wäre dankbar.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 431

31.05.2008 23:24
#2 Der Odenwald antworten

Leider bin ich auch nicht ein so guter Landschaftsgärtner, daß es mir gelänge, die typische Vegetation einer bestimmten Landschaft nachzubilden, obwohl es mir manchmal gelingt, Fotos richtig geographisch zuzuordnen. Typische Felsformationen helfen, wie z.B die Wollsackverwitterung im Granitgebirge oder für andere Landschaften z.B. Buntsandstein, den es m.W. nur in relativ wenigen Gegenden Deutschlands, und hauptsächlich im Südwesten, gibt.
Die Fichte ist übrigens ein typischer Erntebaum wie etwa auch die Pappel und wurde früher im Rheinland, wo es sie vor 1815 nicht gab, als "Prüüßeboom" (Preußenbaum) oder "Preußisch Holz" bezeichnet. Leider ist die Fichtenmonokultur ziemlich weit verbreitet und damit untypisch und gibt keinen Hinweis auf die Landschaft. Dafür gibt es eine Menge landschaftstypischer Merkmale, die bei der Situierung einer Anlage helfen können. Die Allgäuer Parklandschaft mit Weiden und kleinen Gehölzen aus Laub- und Nadelbäumen ist so ein Beispiel. Ausgedehnte Kiefernwälder gibt es hauptsächlich in Nordostdeutschland und am unteren Main. Kommen ein oder zwei weitere Merkmale hinzu, gibt es fast kein Vertun mehr.
Die größten Unterschiede zwischen den Landschaften Deutschlands gibt es in den Gebäuden. Das betrifft nicht nur Privat-, sondern auch staatliche Bauwerke; hauptsächlich Bahnhöfe, Postämter und Schulen.
Bei der Beschaffung seltener Literatur hilft übrigens die Mitgliedschaft in einer öffentlichen Bibliothek, vor allem, wenn sie einen online-Katalog hat. Dann hat sie vermutlich auch einen Zugang zum Online-Katalog der deutschen Bibliotheksverbünde, in dem man nicht nur Bücher anhand der bibliographischen Daten suchen kann, sondern auch auf gut Glück z.B. mit Wörtern aus dem Titel, wodurch ich schon Bücher gefunden habe, die mir unbekannt waren.

Herbert



eisenhans Offline




Beiträge: 359

10.06.2008 17:20
#3 RE: Der Odenwald antworten

Ich komme nicht sehr oft in den Harz, aber ein paar Dinge könnte ich schon benennen, die man auf einer Anlage als "typisch Harz" erkennen könnte.
HFy nannte schon die Wollsackverwitterung, aber die hatte OOK ja schon auf der BAE II, wie auf der BAE-Homepage zu sehen.
Dann die kleinen Wohnhäuser mit Bretterverschalung und senkrechten Deckleisten.
Die Silhouette des Harzes ist, verglichen mit der anderer deutscher Mittelgebirge, eher unaufregend, fast eine waagerechte nur leicht gewellte Linie. Das wäre etwas für die Hintergrundkulisse.
Als typisch Harz sehe ich noch die vielen Gräben des Wasserregals.

Der Eisenhans

wjk Offline



Beiträge: 144

12.06.2008 13:47
#4 RE: Identitätsprobleme antworten

Wenn man verhindern möchte, dass Dritte die Anlage nicht als harztypisch ansehen, muß man es ihnen sagen und zwar gerade denen, die noch nie im Harz waren. Denn sonst nutzen auch die typischsten Merkmale nichts.

Dieses "sagen" sollte natürlich unauffällig geschehen. Mein Vorschlag wäre deshalb in Reklame zu investieren. Nun ja, nicht in Zeitungen oder im Fernsehen. Nein, auf der Anlage wird dezent aber auf den ersten und folgende Blicke gut sichtbar auf harztypische Produkte oder Gegebenheiten verwiesen, die es auch heute noch gibt. Oder deren Herkunft mitgeteilt wird. Z.B. Reklame für den Harzer Roller, die Räuchermännchen, "Fleischerei Metzger, Braunlage", "124. Kirchweih (oder wie die im Harz heißt) Oderbruch", "III. Feuerwehrfest Andreasberg i. Harz".

OOK Offline




Beiträge: 3.155

14.06.2008 17:36
#5 RE: Identitätsprobleme antworten
Das ist ein guter Gedanke. Im Harzbahnforum habe ich ja auch schon mit Hilfe von Jürgen und anderen versucht, harztypische Werbung zusammenzutragen. Aber welche zu finden, die es 1932 schon gab, ist nicht ganz so leicht. Da wurden halt für das Feuerwehrfest keine riesigen Poster gedruckt, die man in 1:45 noch erkennen könnte. Aber Hasseröder und Schierker Feuerstein gab es schon und das wird auf der BAE auch seinen Niederschlag finden. Weitere konkrete Tipps (und ggf. Grafiken) gern gesehen.
Schierke war übrigens Ersatzkandidat für die Olympischen Winterspiele 1936, die dann nach Garmisch-Partenkirchen gingen. Ob dafür schon 1932 geworben wurde, ist unbekannt. Geworben wurde dann aber ab 1933, leider schon mit Hakenkreuz, für die deutschen Winterkampfspiele 1934. kommt also nicht auf die Anlage!

PS: die angehängte Datei fand ich übrigens auf der Webseite http://www.harzkaleidoskop.de/ski/ski2/ski2.htm

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Angefügte Bilder:
wksp.jpg  
OOK Offline




Beiträge: 3.155

05.02.2009 08:11
#6 RE: Identitätsprobleme antworten

In Antwort auf:
Extrem identitätsstiftend für eine Bahn im Harz ist die Darstellung der Harzer Wollsackverwitterung. Auf der BAE II gab es schon die „Schlufter Feuersteine“. Die mussten natürlich auf der BAE III auch wieder einen Platz bekommen. Da das aus „topografischen“ Gründen in Schluft nicht möglich war, fanden sie eine neue Position oberhalb des Bahnhofes Königskrug und bekamen nun den Namen Teufelstürme. Und daneben entstand noch eine Wollsackverwitterungsmauer, die einer Formation auf dem Brocken nachempfunden ist und hier den Namen Hexenmauer erhalten hat. Die Malerin Christina Brüne, die schon die Hintergrundkulisse gemalt hat, hat jetzt beiden eine neue naturnahe Farbe gegeben.

Das ist der Bildtext zu einem Foto, das gestern bei BAE-aktuell eingestellt worden ist:
http://www.bae-by-ook.net/bae_seite/bae_aktuell_d.php
Wenn jetzt einer den Anlagenraum betritt, wird sein Blick sofort auf die Steine fallen, und wenn er dann ausruft: "Toll, genau wie im Odenwald", dann .. äh, ja dann .. fällt mir auch nichts mehr ein ...

OOK
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eisenhans Offline




Beiträge: 359

06.02.2009 09:49
#7 RE: Identitätsprobleme antworten
Habe mir die "Wollsackverwitterung" (ulkige Bezeichnung ) auf der BAE-Seite und auch die Vorbilder auf OOK's Hartzseite gleich mal angeschaut und muss zustimmen. Das schafft Identität, denn solche Formationen kenne ich zumindest von keiner anderen Stelle Deutschlands.
Es ist aber wohl auch ein besonderer Glücksfall für OOK, dass er ein Gebiet zum Vorbild hat, das so etwas Typisches von hohem Wiedererkennungswert aufweist. (Das er das auch so gut nachbauen kann und eine Malerin hat, die das auch noch mit der richtigen Farbe und Kulisse versieht) sehe ich als weiteren Glücksfall. Meint

Der Eisenhans

OOK Offline




Beiträge: 3.155

14.02.2009 11:35
#8 RE: Identität (Kapitel 3.1.2) antworten

Jetzt habe ich ein weiteres "Lehrstück" zum Thema Identität. Schaut mal hier:
http://www.miniatur-wunderland.de/anlage...harz/allgemein/

OOK
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Michael Sterna Offline




Beiträge: 92

14.02.2009 14:05
#9 RE: Identität (Kapitel 3.1.2) antworten

Na also: der 'Hermann' steht im Harz!
Und da der ja fast vor meiner Haustür steht beginne ich mich heimatkundlich wie geografisch völlig neu zu definieren.

Bitte, bitte, lieber Otto, lass uns demnächst mal ausführlicher darüber sprechen, ob wir nicht noch ein landendes Ufo auf der BAE darstellen können. Ich wäre auch bereit auf den Shantychor der Marinekameradschaft Schluft zu verzichten...

Viele Grüße vom westlichen Harzrand
Michael

Liebe Grüße aus Ostwestfalen!

Michael

http://kleinbahn-spur0.jimdo.com/
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HFy Offline



Beiträge: 431

14.02.2009 22:38
#10 RE: Identität (Kapitel 3.1.2) antworten

Oos nee, han die do en "Kirmes"? Isch han gejlööf, dat hammer nur im Rheinland! Wisse de Prüüße denn, wat dat is?

Hebbäät

OOK Offline




Beiträge: 3.155

27.03.2009 11:00
#11 RE: Identität (Kapitel 3.1.2) antworten

Zitat von Michael Sterna

Bitte, bitte, lieber Otto, lass uns demnächst mal ausführlicher darüber sprechen, ob wir nicht noch ein landendes Ufo auf der BAE darstellen können. Ich wäre auch bereit auf den Shantychor der Marinekameradschaft Schluft zu verzichten...

Nix da Ufos, Michael, kommt nicht in die Tüte. Und die Marinekameradschaft Schluft bleibt. Habe gerade die Gedenktafel für das Kriegerdenkmal entworfen, die Horst demnächst ätzen wird. Und dorthin wird die Kameradschaft alljährlich mit klingendem Spiel hinziehen. Basta!

OOK
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OOK Offline




Beiträge: 3.155

01.04.2009 18:05
#12 RE: Identitätsprobleme antworten

Zitat von eisenhans
Habe mir die "Wollsackverwitterung" (ulkige Bezeichnung ) auf der BAE-Seite und auch die Vorbilder auf OOK's Hartzseite gleich mal angeschaut

"Hartzseite"?(ulkige Bezeichnung ) Hat der ehemalige VW-Vorstand etwas mit der Wollsackverwitterung zu tun?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

OOK Offline




Beiträge: 3.155

27.04.2009 07:52
#13 Identitätsstiftende Werbung antworten

Hiermit komme ich zurück zum Anfangsthema.

Ich versuche, bei der BAE Schilder und Werbung anzubringen, die sowohl zeittypisch (Dreißigerjahre) als auch Harz-typisch ist.
Da ist die Auswahl jedoch nicht allzu groß. Alte Werbung für Schierker Feuerstein hatte ich schon, auch für Hasseröder Bier.
Durch eine Tipp im Harzbahnforum fand ich im Web eine alte Werbung für Schokolade der Marke Karnatzki. Nie gehört? Ich bisher auch nicht. So hieß aber die alte Schokoladenfabrik in Wernigerode-Hasserode, die zu DDR-Zeiten Argentra hieß, vor dem Kriege. allerdings war die Auflösung so gering und die Farbintensität so schwach, dass man das so nicht ausdrucken konnte. Aber wozu habe ich Photoshop. Das Ergebnis seht ihr in der nachfolgenden Grafik.

Kein Werbeplakat habe ich bisher für die Brikettfabrik in Blankenburg-Wienrode gefunden. Aber eine Zeitungsanzeige. Daraus habe ich ein Werbeschild "erfunden". Auf der Basis eines Emailschildes von Union-Briketts habe ich ein Herzynia-schild kreiert:

Wenn ich schon eine ganze Bahn erfunden habe, dann nehme ich mir die Erfindung eines solchen Schildes auch heraus. Die Marke hat es ja gegeben. Sollte mir jedoch ein Originalschild dieser Marke auf den Bildschirm kommen, werde ich das Ganze nochmal neu machen.
Natürlich darf auch andere Werbung auf die BAE, die "nur" zeittypisch ist: Erdal, Persil, Maggie etc. Aber die harztypische muss dominant sein.
Weite Tipps werden gern aufgenommen, denn Identität ist wichtig.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Bocklbahn Offline




Beiträge: 76

27.04.2009 09:14
#14 RE: Identitätsstiftende Werbung antworten
Hallo Otto,

wie sieht es denn eigentlich mit landwirtschaftlichen Genossenschaften aus? Hier in Bayern war z. B. früh die Raiffeisen-Genossenschaften aktiv, in denen sich die Bauern zwecks besserer Absatz -u. Einkaufsmöglichkeiten zusammenschlossen. Da hätte ich ein paar wenige zeitgenössische Vorlagen (Epoche 2), die ich selber bei meinen künftigen Landhandel verwenden möchte. Ich habe aber keine Ahnung, ob dies nur auf den Süddeutschen Raum beschränkt ist oder ob man auch im Norden aktiv war - bzw. ob es evtl. dort eine andere Genossenschaft gab.

Ausserdem fällt mir da noch die hier schon mal erwähnte Seite von Thomas Noske ein: http://www.epoche2.de . Unter http://www.hs-merseburg.de/~nosske/EpocheII/zp/e2z_efd.html und http://www.hs-merseburg.de/~nosske/EpocheII/e2x_z.html gibt es Vorlagen für Werbung der Reichsbahn. Vielleicht hat man auch auf den Bahnhöfen der Schmalspurbahnen die eine oder andere Werbung gefunden - weiß nicht.

Gruß Robert

vauhundert
Beiträge:

09.12.2013 23:25
#15 RE: Identitätsstiftende Werbung antworten

Hallo zusammen,

durch einen solche Schilder sammelnden Kollegen bin ich unter anderem auf diese Seite gestoßen:

http://www.emailleschilder.com/

Ich habe das jetzt aber nicht nach harzigen Schildern durchsucht, ich war nämlich nur zweimal dort und kenne mich nicht wirklich gut genug für eine Stichwortsuche aus, bin aber gerade auf die Schnelle über dies hier gestolpert:


Ilsenburger Allgemeine Zeitung

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael


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