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Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

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Dieses Thema hat 30 Antworten
und wurde 3.883 mal aufgerufen
 IV.2. Betriebsbezogene Überlegungen im Zusammenhang mit Anlagenplanung
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Maxl
Beiträge:

14.08.2014 13:09
#16 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Hallo Zusammen,

gibt es eigentlich eine definierte notwendige Mindestausstattung für einen interessanten Betrieb?

Ein Gleisplan definiert ja die grundsätzlichen Möglichkeiten des Betriebes (Fahrwege). Anschließer (Güterverkehr) und Bahnsteige (Personenverkehr) können die Betriebsaufgaben näher definieren.

Im einfachsten Fall kann ein Anschließer an der durchgehenden Strecke liegen (GS, Beladung über Rampe am Streckengleis).
Zum Lokwechsel im Endbahnhof ist mindestens eine Umfahrung (2 Weichen und Parallelgleis) erforderlich.

Irgendwo habe ich hier in einem Strang gelesen, dass schon ein einfaches Pendelgleis zwischen Bahnsteig und Schatten mit einem Schienenbus einen vorbildgerechten Betrieb ermöglichen kann. Das war aber doch nicht ernst gemeint, oder?

STBR Offline



Beiträge: 183

14.08.2014 14:09
#17 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Vorbildgerechter (Modellbahn-)Betrieb ist alles was es beim Vorbild gibt/gab und im Modell dagestellt und vorbildentsprechend betrieben wird.
Ob das dann "interessant" ist, liegt im Auge des Betrachters.

Gruß:
Stefan

re-entry Offline



Beiträge: 99

14.08.2014 16:22
#18 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Zitat von Maxl im Beitrag #16
Irgendwo habe ich hier in einem Strang gelesen, dass schon ein einfaches Pendelgleis zwischen Bahnsteig und Schatten mit einem Schienenbus einen vorbildgerechten Betrieb ermöglichen kann. Das war aber doch nicht ernst gemeint, oder?


Doch, doch: ist ernst gemeint. Das ist schließlich die betriebliche Realität vieler Nebenbahnen in der Epoche V/VI und damit vorbildgerecht, -> hier mal ein Beispiel. Interessant wird es jedoch meines Erachtens dann - aber da sind wir dann beim von Stefan erwähnten Auge des Betrachters - wenn etwas weiteres wie z. B. ein zu bedienender Anschluss hinzutritt, -> hier ein Beispiel dazu. Dieser Themenkomplex wurde auch schonmal in einem anderer Thread in diesem Forum bearbeitet, nämlich -> hier.

Beste Grüße, Mathias

Maxl
Beiträge:

14.08.2014 20:16
#19 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Naja, vorbildgerecht wäre ja auch die Strecke zu begrasen und gar kein Schienenfahrzeug verkehren zu lassen, und sich nur die stillgelegte Strecke anzusehen...

Ich formuliere es mal anders: Gibt es Erfahrungen, ab welcher Größe bzw. wievielen Anschließern oder gar Bahnhöfen auf der Anlage der Betrieb abwechslungsreich und interessant genug wird, um längerfristig oder besser dauerhaft Spass an der Anlage zu haben (wie OOK das von seiner BAE 3 behauptet)?

Ich kenne eine Vorbildstrecke, da sind seit der vorletzten Jahrhundertwende zahlreiche Bahnhöfe nur ein Bahnsteig an der Strecke oder noch ein abzweigendes Anschlussgleis gewesen.
Ich nehme mal an, dass mit nur einem dieser Bahnhöfe auf der Anlage der Betriebsspass eine kürzere Zeitdauer anhält, als wenn mehr "Betriebsmöglichkeiten" bestehen (in Form von Bahnsteigen, Anschließern, Gleisen im "Schatten" oder gar Besonderheiten wie Ablaufberg oder BW...)?

Gruß Max

OOK Offline




Beiträge: 4.191

14.08.2014 21:33
#20 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Zitat von Maxl im Beitrag #19
Ich nehme mal an, dass mit nur einem dieser Bahnhöfe auf der Anlage der Betriebsspass eine kürzere Zeitdauer anhält, als wenn mehr "Betriebsmöglichkeiten" bestehen (in Form von Bahnsteigen, Anschließern, Gleisen im "Schatten" oder gar Besonderheiten wie Ablaufberg oder BW...)?
Dass zwei Anschließer doppelt soviel Betrieb ermöglichen wie einer, ist doch eigentlich selbstredend, oder? Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

15.08.2014 00:33
#21 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Zitat Max im Beitrag 19:
"Ich formuliere es mal anders: Gibt es Erfahrungen, ab welcher Größe bzw. wievielen Anschließern oder gar Bahnhöfen auf der Anlage der Betrieb abwechslungsreich und interessant genug wird......"

Natürlich gibt es die. Jeder, der mit seiner Anlage Betrieb macht, hat sie - aber was nützt dir das? Das sind individuelle Erfahrungen, die bei jedem anders aussehen, und die sich deshalb nicht normieren lassen.
Der eine rangiert eben gerne mit vielen Güterwagen auf jedem Unterwegsbahnhof, dem anderen reicht schon einer (wenn das mit allen papierenen und sicherheitstechnischen Details durchgeführt wird, sind das sehr viele Handlungen, die ohne weiteres für die gewünschte zufriedenstellende Beschäftigung sorgen), ein dritter braucht das noch weniger, der fährt mit einem Triebwagen, und macht genauso vorbildgerechten Betrieb nach Fahrplan und gestaltet seine Zugkreuzungen nach den Vorschriften des Zugleitbetriebs .
Es gibt daher keine "Erfolgsformel" wie: erst nach mindestens zwei Unterwegs-Betriebsstellen ist zu 50% Wahrscheinlichkeit mit Zufriedenheit zu rechnen, bei drei sind es 75%, erst bei vier kann sie garantiert werden.
Wenn du dich für vorbildgerechten oder vorbildähnlichen Betrieb interessieren solltest, wärest du gut beraten, das für dich selbst herauszufinden, und deine Anlage nach diesen Erkenntnissen zu gestalten. Daher ist hier schon oft dringend geraten worden, bei Planung einer Anlage parallel zu den üblichen Kategorien mit gleicher Wertigkeit auch den späteren Betrieb zu planen.
Ich kann mich dem nur anschließen.

Gruß
Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

Tf aD
Beiträge:

15.08.2014 11:09
#22 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Hallo Max,

vielleicht kannst du von der Überlegung, welche Anlagengröße mit welchen Umfang du ohne Stress betreiben kannst, für dich die richtige Anlagengröße finden. In der Regel sind durch Raumgröße, etc. eh Grenzen gesetzt, so dass man sich auf ein Minimum beschränken muss. Aber eine Anlage mit zu vielen Bahnhöfen und weiteren Betriebsstellen wie Abzweigstellen o. Ä., die dann nicht glaubhaft betrieben werden kann, ist auch "uninteressant". Bei Anschließern sieht es anders aus. Nicht jeder Anschluss wird täglich bedient. Die "klassische" Anlage mit Bahnhof an zweigleisiger Hauptbahn und großem Bw, betrieben im Einmannbetrieb, kann kaum glaubhaft betrieben werden und ist daher "uninteressant". Man kann natürlich Dinge automatisieren. Aber wie in einer Kurzgeschichte von Kischon, in der er von einem Freund mit Schachcomputer erzählt, dem er dann rät doch einen zweiten zu kaufen damit beide Computer gegeneinander spielen können und die Freunde ins Kino gehen können, sollte man sich beim Betreiben einer Anlage an den Vorbildberufen orientieren: Tf, Fdl (oder Zugleiter) und Rangierer. Das ist durchaus "abwechslungsreicher" als eine Automatikanlage. Hier im Forum gibt es zu obiger Fragestellung ausführlich Information. Betrieb nach dem Motto "einsamer Wolf" und so weiter. Geh doch mal deine geplante Anlage in Gedanken durch und dann stell dir deine Eingangsfrage. Ich bin mir sicher, dass du zu Lösungen kommen wirst. Lass mal hören.

Grüße
Micha

Maxl
Beiträge:

15.08.2014 13:43
#23 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Hallo,

auch dazu gibt es ja hier unterschiedliche Auffassungen, z. B.:

Zitat von windbergbahn im Beitrag Sinnvoller Betrieb auf großen und kleinen Anlagen

Hallo!
Ich betreibe (im Unterschied zu ach so vielen Obertheoretikern) seit 30 Jahren eine recht große und weithin doch schon bekannte HO- Anlage. Mein Nick, der auch der Name meiner Anlage ist, leitet sich aus meinem Nachnamen ab. Das ist schon das ganze Geheimnis. Ansonsten hat meine Bahn mit der bekannten Original Windbergbahn gar nichts zu tun, dafür umso mehr mit der Lübeck-Büchener Eisenbahn. Und da hat mich Ottos Kommentar in "Des Deutschen liebstes Anlagenkonzept" natürlich kalt erwischt, denn meine Strecke von Lübeck nach Travemünde ist natürlich eine Hauptbahn (die heutige Vogelfluglinie) mit abzweigender Neben- (nein, mit abzweigender eingleisiger Haupt-)Bahn (am Abzweig Schwartau Waldhalle). Dass ich Fahrplanbetrieb mache, ist wohl ebenfalls landesweit bekannt, doch Otto zweifelt im E-Buch wie folgt:
"Die zentrale Frage lautet: Wie händelt ein einzelner Modellbahner eine Anlage mit einer zweigleisigen Hauptstrecke und einer eingleisigen Nebenbahn?"
Otto, es geht! Ich habe auch nur allzu selten eine kundige Mannschaft zur Seite, die außer engagiert prosten auch engagiert eine ihnen immer wieder aufs Neue fremde Eisenbahnanlage steuern können. Deshalb habe ich mich schon früh von solcherlei Mumpitz wie zeitgeraffte "Modellbahnuhren" etc. verabschiedet. Bei mir rückt die Uhr weiter, wenn die dazugehörige Zugfahrt abgeschlossen ist. Und da spielt es gar keine Rolle, wenn z.B. der in Dänischburg eingefahrene LBE- Personenzug von Travemünde nach Hamburg mit seiner LBE 17.3 wesentlich länger als die vorgesehenen echten 2 Minuten hält, weil ich eben noch auf der etwas davon entfernt liegenden Hauptstrecke die zeitlich parallele Zugbegegnug des mit 03 des Bw Kiel bespannten Berlin- Kieler D-Zuges mit dem Neustadt- Lübecker Personenzug, der von einer 74er der Außenstelle Neustadt des Bw Kiel gezogen wird, durchspielen will.
So helfe ich mir als Einzelkämpfer. Und glaube mir, ich habe Spaß dabei. Ich fahre gerne 1-2 Stunden am Stück, rangiere hier neue, später benötigte Güterzüge zusammen, beobachte dort einen die komplette lange Strecke durchrauschenden HL-Schnellverkehrszug und setze anschließend den in Niendorf eingefahrenen Pendelzug in aller Ruhe um. Das sind meine erfüllten Träume. Und man kann in der Tat da träumen ohne sich allzusehr schämen zu müssen, da brauche ich keine ach so "weise" Beschränkung auf "Klein Kleckersdorf Unterer Bahnhof" bis "Klein Kleckersdorf Oberer Bahnhof" in 0e oder einer anderen Baugröße, um mich als echter Modellbahner zu fühlen.
Wir werden sicher noch oft darüber diskutieren, aber soooo schlecht, wie du, Otto das Abzweigkonzept beschreibst, ist es nun wirklich nicht, wenn man es denn einigermaßen überlegt angeht...
windbergbahn


Nun, auch wenn eine Anlage absolut vorbildgerecht ist, wenn sie aus einer Strecke aus dem Schatten in einen Kopfbahnhof mit lediglich 1 Umfahrgleis und 2 Anschlüssen besteht, ist nur schwer vorstellbar wie lange der Betriebsspass anhält. An anderer Stelle wurde ja schon erwähnt, dass nicht der Weg (Bau einer Anlage) das Ziel ist, sondern die perfekte Ausgestaltung für den dauerhaften Betriebsspass.
Ich dachte, es würden da schon Erfahrungswerte vorliegen. Z. B. dass eine interessante Anlage mindestens mal X Anschließer haben sollte und ggf. Y Bahnhöfe. Und da hätten wir ja schon mal eine Näherung:

Zitat von Tf aD im Beitrag #22
Hallo Max,
Aber eine Anlage mit zu vielen Bahnhöfen und weiteren Betriebsstellen wie Abzweigstellen o. Ä., die dann nicht glaubhaft betrieben werden kann, ist auch "uninteressant". Bei Anschließern sieht es anders aus. Nicht jeder Anschluss wird täglich bedient. Die "klassische" Anlage mit Bahnhof an zweigleisiger Hauptbahn und großem Bw, betrieben im Einmannbetrieb, kann kaum glaubhaft betrieben werden und ist daher "uninteressant".



Dass auch diese Ansicht nur relativ ist, zeigt ein wunderschöner Beitrag an anderer Stelle, wo eine Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn mit dem Programm Train-Controller (TC) automatisiert betrieben werden kann. Je nach Gusto des (Einzel-)Betreibers können beliebige Tätigkeiten aus der Automatik herausgenommen werden und händisch gesteuert erfolgen:
Betrieb auf einer Anlage nach Motiven der Saalbahn


Wenn die Meinungen und Geschmäcker verschieden sind und auch verschieden bleiben werden, dann wundere ich mich, dass überhaupt noch derartig tiefgehende Diskussionen stattfinden und nicht einfach jeder nur seine Idee präsentiert. Lohnt es sich dann wirklich, sich sich über bleibende unterschiedliche und abweichende Meinungen so aufzuregen, dass man versuchen muss, dieselben und deren Autoren zu deklassieren ? z.B.:

Zitat von OOK im Beitrag RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke
Zitat von Tf aD im Beitrag RE: Von Freud und Leid der Paradestrecke
Tja, mein Lieber. Aus dem Grund ist man hier gegen "Paradestrecken" ;-)
Man will doch nicht beim Betrieb machen ins Träumen geraten...
Soso, und woher weißt du kluger Mann das?

Den Beitrag von Casey Jones finde ich sehr klar und zutreffend. Und mehr muss eigentlich auch nicht gesagt werden.


Die Energien könnten bei unserem wundervollen Hobby bestimmt konstruktiver eingesetzt werden...

Tf aD
Beiträge:

15.08.2014 15:06
#24 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Hallo Max,

nette Links in deinem Beitrag, sogar hier aus dem Forum.

Lass trotzdem mal hören von deinen konkreten Planungen.

Grüße
Micha

P.S.: "kluger Mann" fand ich jetzt persönlich nicht deklassierend... ;-)

Maxl
Beiträge:

16.08.2014 16:56
#25 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Zitat von Casey Jones im Beitrag #21
Zitat Max im Beitrag 19:
"Ich formuliere es mal anders: Gibt es Erfahrungen, ab welcher Größe bzw. wievielen Anschließern oder gar Bahnhöfen auf der Anlage der Betrieb abwechslungsreich und interessant genug wird......"

Natürlich gibt es die. Jeder, der mit seiner Anlage Betrieb macht, hat sie - aber was nützt dir das? Das sind individuelle Erfahrungen, die bei jedem anders aussehen, und die sich deshalb nicht normieren lassen.
Der eine rangiert eben gerne mit vielen Güterwagen auf jedem Unterwegsbahnhof, dem anderen reicht schon einer (wenn das mit allen papierenen und sicherheitstechnischen Details durchgeführt wird, sind das sehr viele Handlungen, die ohne weiteres für die gewünschte zufriedenstellende Beschäftigung sorgen), ein dritter braucht das noch weniger, der fährt mit einem Triebwagen, und macht genauso vorbildgerechten Betrieb nach Fahrplan und gestaltet seine Zugkreuzungen nach den Vorschriften des Zugleitbetriebs .
Es gibt daher keine "Erfolgsformel" wie: erst nach mindestens zwei Unterwegs-Betriebsstellen ist zu 50% Wahrscheinlichkeit mit Zufriedenheit zu rechnen, bei drei sind es 75%, erst bei vier kann sie garantiert werden.
Wenn du dich für vorbildgerechten oder vorbildähnlichen Betrieb interessieren solltest, wärest du gut beraten, das für dich selbst herauszufinden, und deine Anlage nach diesen Erkenntnissen zu gestalten. Daher ist hier schon oft dringend geraten worden, bei Planung einer Anlage parallel zu den üblichen Kategorien mit gleicher Wertigkeit auch den späteren Betrieb zu planen.
Ich kann mich dem nur anschließen.

Gruß
Christian


Hallo Christian,

das liest sich gut, aber bei genauerem hinsehen ist die Kernaussage, dass jeder für sich seinen "Betrieb" erst herausfinden und definieren muss (Versuch und Irrtum?), diesen trotzdem aber schon bei der Planung einer Anlage berücksichtigen soll.
Hhmmm... wenn alle so schlau wären, dann würde wohl hier im Forum keine Anlage besprochen.

Apropos Anlage hier im Forum besprechen: Würden die im obigen Zitat genannten Aussagen ernst genommen, dürfte sich niemand anmaßen, den Betrieb eines fremden Anlagenbauers zu kritisieren, da dieser ja immer rein subjektiv definiert ist.

Trotzdem beobachte ich seit über einem Jahr, wie engagiert fremde Anlagenentwürfe bis zum vorkonfektionierten Fertiggelände nicht nur öffentlich diskutiert, sondern auch "betrieblich" optimiert wurden.
Insofern muss ich schon davon ausgehen, dass es objektive Kriterien gibt, die eine Wirkung auf den interessanten "Betrieb" haben.

Grüße Max

Tf aD
Beiträge:

16.08.2014 23:14
#26 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Zitat von Maxl im Beitrag #25


... beobachte ich seit über einem Jahr, wie engagiert fremde Anlagenentwürfe bis zum vorkonfektionierten Fertiggelände nicht nur öffentlich diskutiert, sondern auch "betrieblich" optimiert wurden.
Insofern muss ich schon davon ausgehen, dass es objektive Kriterien gibt, die eine Wirkung auf den interessanten "Betrieb" haben.

Grüße Max


Puuh,

ich will´s mal so probieren: in der FV, jetzt "Züge fahren und rangieren" heißt es zu Beginn:

1 Allgemeines

Es gibt Bahnanlagen der Bahnhöfe, der freien Strecke und sonstige Bahnanlagen.

2 Betriebsstellen

(1) Betriebsstellen sind
a) Bahnhöfe, Blockstellen, Abzweigstellen, Anschlussstellen, Haltepunkte, Haltestellen,
Deckungsstellen oder
b) Stellen in den Bahnhöfen oder auf der freien Strecke, die der unmittelbaren
Regelung und Sicherung der Zugfahrten und des Rangierens dienen.

Zitat Ende.


Du brauchst also, willst du dich am Vorbild orientieren, für Betrieb eine oder mehrere "Betriebsstellen".

Was Anzahl, Umfang und wie arrangiert betrifft, gilt: Über Geschmack kann man zum Glück nicht streiten... oder so ähnlich.

Grüße
Micha

Tf aD
Beiträge:

16.08.2014 23:23
#27 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Ergänzung:

das würde heißen, für einen Betrieb auf einer Anlage mit reiner "freien Strecke" (ich vermeide das Wort Paradestrecke) bräuchte man streng genommen wenigstens ein bedienbares Blocksignal. Das wäre dann allerdings wirklich eine minimalistische Betriebsanlage...

Casey Jones Offline



Beiträge: 95

17.08.2014 00:56
#28 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Hallo Max,

vielen Dank auf dein Eingehen auf meinen Beitrag. Meine Behauptung, daß eine befriedigende Betriebsform eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb nicht ohne weiteres von einem für einen anderen gemacht werden kann, halte ich aufrecht.

Es gehört aber noch dazu, daß wohl niemand perfekt ist, und im ersten Schritt die ideale Lösung finden kann. Insofern ist es selbstverständlich nützlich und sinnvoll, andere Meinungen zu dem eigenen Entwurf zu hören, also diesen zu diskutieren.
Deswegen muß noch lange nicht alles Vorgeschlagene übernommen werden, jedoch bringen einen Ideen anderer in der Regel auf weiterführende eigene Ideen, die oft zu einer Optimierung führen.
Wie du richtig erkannt hast, „sind wir alle (nicht) so schlau“, so daß es tatsächlich bei den meisten Anlagen etwas zu verbessern gibt, auch wenn die Meinungen teilweise auseinandergehen.
Aus der Tatsache, daß hier betriebliche (ohne “ “) Optimierungen in großer Zahl zustandegekommen sind, kann man jedoch nur ableiten, daß die Anlagen offenbar noch nicht perfekt waren, oder vom Autor gar nicht als Betriebsanlage vorgesehen waren. Und in einem Forum, das sich dem Betrieb widmet, kannst du annehmen, daß man versuchen wird, dieser speziellen Richtung zu entsprechen.

Mit den "objektiven Kriterien" ist das so eine Sache: Erst muß etwas da sein, um sie anwenden zu können. Und dieses etwas sind eben die grundlegenden Dinge, die eine Modellbahn kennzeichnen und sie „interessant“ machen: Epoche, Land, Streckentyp, Traktionsart, Betriebsart, Sicherheitstechnik, usw.
Die Entscheidung hierüber kann nur jeder für sich selbst treffen, weil das im Grunde reine Geschmacksfragen sind.
Hast du jedoch deine Wahl getroffen, gibt es sehr wohl Kriterien, und zwar sehr objektive: Es ist ein ganz einfacher Vergleich mit der Vorbildeisenbahn erforderlich. Die Zielsetzung ist hierbei jedoch nicht: Ist der Betrieb interessant, sondern ist er vorbildgerecht?

Ein Beispiel:

Eine Ausweichanschlußstelle (Awanst) auf freier Strecke. Erfordert anspruchsvollere Rangierbewegungen ab Bahnhof, Sperrfahrten, spezielle Sicherungsmaßnahmen bis zum begleitenden Papierkram, wenn gewünscht.

Ob du so etwas installierst, entscheidest du allein, auf der Basis, ob dir das gefallen könnte oder nicht. Das kann dir niemand einreden oder ausreden, am wenigsten aber garantieren, ob das für dich auch interessant genug ist. Genügen die Kenntnisse für eine Entscheidung nicht, muß man sich entsprechend informieren.

Hast du dich aber einmal dafür entschieden, kann die Art und Weise wie du den Betrieb abwickelst, sehr wohl objektiv beurteilt werden, weil ja bekannt ist, was alles dazugehört. Es wird hier aber wie gesagt nicht nach interessant oder uninteressant, sondern nach richtig ider falsch beurteilt.

Es sieht also nicht aus, als ob alles einfacher geworden wäre.

Gruß
Christian

>>Ich lasse meinen Computer nicht mit meiner Eisenbahn spielen!<<

OOK Offline




Beiträge: 4.191

17.08.2014 10:05
#29 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Sehr treffende Argumentation, Christian, nur in einem Punkte würde ich es geringfügig anders formulieren wollen:

Zitat
Es wird hier aber wie gesagt nicht nach interessant oder uninteressant, sondern nach richtig oder falsch beurteilt.

Es ist schon nicht unerheblich, ob der Betrieb (für den Anlagenbetreiber) interessant ist oder nicht. "Richtig" allein befriedigt nicht. Insofern sollte, nachdem festgestellt wurde, was in einem speziellen Fall alles richtig wäre, unter den dann denkbaren Varianten die interessanteste ausgewählt werden.
Ansonsten, wie gesagt, sehr gut formuliert.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Maxl
Beiträge:

17.08.2014 10:10
#30 RE: Minimalistischer Entwurf - zu wenig Betrieb? antworten

Hallo Christian,

in meinem Beitrag #23 habe ich versucht zu verdeutlichen, dass hier trotzdem zutiefst unterschiedlichste Auffassungen nebeneinander stehen.
Mehrere aus meiner Sicht durchaus interessante Anlagen wurden nicht mehr weiterdiskutiert. Warum auch immer. Dagegen bringt z. B. mir persönlich die Diskussion eines vorkonfektionierten Fertiggeländes bei dem aus 2 Kringeln Fleischwurst eine Spirale von A nach B wird überhaupt nichts...

Ich will gerne einige Beispiele nennen, aus denen ich nicht schlau werden kann, sorry:

Einer meint, ein einzelner Modellbahner kann höchstens einen kleinen Endbahnhof alleine betreiben, ein anderer betreibt mithilfe eines Computerprogrammes alleine noch eine Hauptbahn dazu, ein Dritter verlangsamt dazu einfach betriebsangepasst seine Modellzeit (Windbergbahn). Alle drei machen glaubwürdigen Betrieb (Wagenkarten haben alle). Trotzdem ist an anderer Stelle die Hauptbahn verpönt und es wird dringend von deren Darstellung und Betrieb abgeraten.

Im einen Strang wird der Modellbahnbetrieb wie bei der großen Bahn "rationalisiert" gefordert, ohne umständliche Sägefahrten, auf einfachste Weise eben.
Im anderen Strang spricht man sich für gerade solche Betriebserschwernisse als "Betriebsbelebendes Element" aus Betriebliche Vereinfachungen - beim Vorbild und im Modell - März 2014.

Die "Eckebergbahn" Eckbergbahn in TT, 2x3m L hier im einen Strang. Wie ich meine, ein durchaus betrieblich hochinteressanter Plan. Er wird von mehreren Forenteilnehmern optimiert, so daß nur noch Betriebsstellen ohne freie Strecke vorhanden sind. Mit einer Drehscheibe als Abschluss der Gleise an einem Kopfende.
In einem anderen Strang die Anlage Minimax Minimax 2. Versuch , die genau das hatte (Bahnhöfe direkt an Tunnelausfahrten und Drehscheibe am Kopf), wird an anderer Stelle deshalb fast "verteufelt" als "Brio-Bahn".
Konkret: Die Eckenbergbahn wird im Forum optimiert. Der Bahnhof Engenthal wird als nicht vorbildgerecht angesehen, da seine Stumpfgleise keinen Lokwechsel ermöglichen. Als vorbildgerechte Alternativen werden eine Weichenverbindung (fast überall) oder Drehscheibe (z. B. Bhf. Klütz) vorgeschlagen, ich meine von Thomas Englich, dessen Lokalbahnpläne ja sehr bekannt sind. Dass die Drehscheiben in alter Zeit mit zunehmender Länge der Loks aufsteckbare Verlängerungen erhielten, die über die Grube hinausreichten und das Drehen der überlangen Loks ermöglichten, oder dass die moderneren Loks mit gleichen Geschwindigkeiten Vorwärts und Rückwärts genau wie die Dieselloks nur noch eine (kostengünstigere)davor liegende Weichenverbindung benötigten (vgl. spätere Nutzung in Klütz) sei hier mal außer Acht gelassen.
Auf der Anlage Minimax befindet sich genau diese Situation einer Drehscheibe am Bahnhofskopf. Diese wird im Forenstrang als nicht vorbildgerecht gebrandmarkt. Der Strang endet aprupt. Aber mit einem Link zu Bahnhöfen mit Drehscheiben am Bahnhofskopf, wo z. B. beim Vorbild Schliersee oder Heiligenhafen exakt die gleiche Situation vorliegt wie im Bahnhof der Anlage Minimax.

Ähhh... ja wie denn nun? Beim Einen so, beim Anderen so???????????????

Derartige Beispiele widersprüchlicher "richtig" oder "falsch" Beurteilungen finden sich zahlreiche. Da ist noch keine eindeutige Richtung zu erkennen, sorry.

Wenn doch der persönliche Geschmack des Anlagenbauers bestimmt, welche Kompromisse eingegangen werden, hinsichtlich Mindestradien, Weichenwinkel, Gleislängen, und letztlich auch beim Betrieb, warum werden solche Anlagen nicht einfach "fertig" diskutiert?

Natürlich bestimmt man selbst die Tiefe des Betriebes, die man nachbildet und womit man sich die meiste Zeit beschäftigen wird. Ich übertreibe jetzt: Ob man echte Fahrkarten als Schaffner für die Preiserleins locht, die virtuell im Schienenbus auf der Pendelstrecke fahren, und sogar daraus noch die Rentabilität der Strecke ausrechnet, als Bürokraft der Eisenbahngesellschaft, ist natürlich Geschmackssache.
Natürlich können - und müssen dann wohl auch (!) - vorhandene Mitstreiter, die verschiedene Aufgaben als z. B. Rangierer, Stellwerker, Fahrdienstleiter Wahrnehmen ersetzen durch den Computer und seine Steuerung. Auch wenn man die passenden Mitstreiter nicht hat, warum nicht? Oder man muss eben die Anlagengröße entsprechend anpassen, damit alle Aufgaben eben noch bewältigt werden können. Im Beispiel reicht dann wohl wirklich die Pendelstrecke mit nur einem Schienenbus, wenn man alle "Berufe" selbst und vorbildgerecht ausübt(?)

Christian schreibt oben:
"Mit den "objektiven Kriterien" ist das so eine Sache: Erst muß etwas da sein, um sie anwenden zu können. Und dieses etwas sind eben die grundlegenden Dinge, die eine Modellbahn kennzeichnen und sie „interessant“ machen: Epoche, Land, Streckentyp, Traktionsart, Betriebsart, Sicherheitstechnik, usw."

Natürlich gibt es von all diesen Kriterien abhängige Faktoren, die sich in der Anlagengestaltung niederschlagen. Wie sonst könnte eine Anlage den Charakter einer bayerischen Lokalbahn der Epoche 2 widerspiegeln. Da gibt es natürlich typische Gleisfiguren, charakteristische Landschaft und Gebäude. Ist ja auch in mehreren Strängen hier im Forum bestens behandelt (Identität,...).
Die gelungene "Identität" einer Anlage zu beurteilen, gelingt auch dem geographisch bewanderten Eisenbahnlaien!

Es gibt aber eben auch die Grundlagen des Betriebes auf einem Gleisplan, die eben unabhängig von all diesen oben beschriebenen Kriterien Bedeutung haben und den überhaupt möglichen reinen Betrieb auf dem Streckennetz grundsätzlich definieren: Anzahl der Bahnhöfe, Anzahl der Gleise in den Bahnhöfen, Schattenbahnhof oder Fiddleyard und seine Anbindung, Anzahl der Anschließer und Art ihrer Anbindung, Anzahl der Bahnsteiggleise, Lokbehandlungsanlagen, etc..
Beispiel: Es macht auf einer Strecke einen Unterschied, ob dort Bahnhöfe sind, auf denen Züge kreuzen können oder nicht. Auf welcher Strecke ist mehr Betrieb möglich? Oder: Die Anzahl der Anschließer in einem Endbahnhof hat durchaus Einfluß auf die Größe von NG die diesen anfahren. Usw.

Und bei all diesen Kriterien wird es durchaus objektive Maßstäbe geben, die angelegt werden können.

Wäre dem nicht so, könnte ja auch keine vorhandene Konzeption nach "richtig" und "falsch" beurteilt werden.
Jeder der eine objektive (ohne " "!) Bewertung durchführt muß einen Maßstab dafür haben.
Das ist bei Klassenarbeiten in der Schule nicht anders als bei der Beurteilung von Modelleisenbahnen. Auch der Klassenlehrer sollte sich vor der Korrektur einen Lösungsschlüssel gebastelt haben, um der Willkür aus dem Weg zu gehen.
Ansonsten befinden wir uns nämlich im Bereich der subjektiven, persönlichen Bewertung, die ja, wie wir oben stehend erfahren haben äußerst unterschiedlich ausfällt.

Oder anders gesagt, es ist ein Unterschied ob etwas gut ist, oder ob irgendwer es für gut hält.

Grüße Max

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