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Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 1.180 mal aufgerufen
 V.1. Betrachtungen vom Herausgeber des Buches "Anlagen-Planung für vorbildgerechten Modellbahn-Betrieb" (MIBA-Verlag)
OOK Offline




Beiträge: 3.599

07.12.2009 19:03
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr - Dezember 2009 Thread geschlossen

So, und jetzt kommt wieder einmal Weihnachten. Weihnachten ist die Saison der Modelleisenbahnen. Die meisten werden hinterher wieder weggepackt, damit man sich im Hause wieder ordentlich bewegen kann. Ist ja auch ok. Die Schlittschuhe werden ja auch wieder auf den Speicher gebracht, wenn alles Eis getaut ist.

In der Vorweihnachtszeit ist auch in den Modellbahnläden viel los, da kommen viele Leute, die von diesem Hobby wenig oder keine Ahnung haben, aber wissen, dass Onkel Theodor eine Märklineisenbahn hat. Eine richtig große Platte, mindestens zwei mal drei Meter. Der kann bestimmt immer ein paar gerade oder gebogene Schienen brauchen. Oder ein Fallerhäuschen zum selber Zusammenbauen. Aber Weihnachten ist ja ein großes Fest, da könnte man eigentlich auch eine Santa Fé-Lok kaufen, die macht doch so richtig was her, oder?

Schluss mit der Lästerei. Wir Ganzjahresmodellbahner lieben den weihnachtlichen Schwerpunkt nicht unbedingt, zumindest hat er keine besondere Wichtigkeit für die Ausübung unseres Hobbys. Eher haben wir dann noch weniger Zeit dafür als sonst. Andererseits kommt in der Weihnachtszeit mehr Besuch als sonst, und der fragt dann nach, ob die Anlage fertig ist. Ach nein, unterbrechen sie sich dann selbst, eine Modelleisenbahn wird ja nie fertig, soll gar nicht fertig werden.

Aber sehen wollen sie dann doch, was es da im Keller oder wo auch immer im Hause Eisenbahniges zu sehen gibt. Probleme habe ich immer mit den Menschen, die meinen, mir einen persönlichen Gefallen zu tun, wenn sie sich interessiert zeigen, glauben sie doch, dass ihre bewundernden Ahs und Ohs mir die Seele streicheln. Wenn wir dann zusammen die Kellertreppe runter gehen, weiß ich schon, welche Enttäuschungen da kommen. Es ist allenfalls ein fahrender Zug zu sehen, und der fährt auch noch sooo langsam. Es gibt so wenige Häuschen, so wenig Romantisches. Die ganzen hübschen Dinge, die man aus dem Wunderland kennt und die eine Modelleisenbahn doch erst so richtig interessant machen, die fehlen total.

Ich will diese Szenen gar nicht weiter ausspinnen, ich muss da immer wieder mal durch. Und ich mache mir inzwischen auch wenig aus den falschen Fragen und den verdeckt abfälligen Kommentaren, die dann kommen, wenn man die Kellertreppe wieder hochsteigt. Aber eines muss ich zur Kenntnis nehmen. Es ist mir wieder einmal nicht gelungen, meine Auffassung von Modelleisenbahn als funktionierendes Abbild der großen Eisenbahn rüber zu bringen. Wenn ich dann wieder die nötige Distanz habe, ist mir auch klar, dass ich das gar nicht erwarten durfte, fällt es doch schon schwer genug, die „Fachleute“, also die langjährigen Modelleisenbahnen davon zu überzeugen. Wie soll das dann mit Laien gehen?!

Ich denke ja immer wieder darüber nach, ob ich nicht in der Vorweihnachtszeit einen Tag der offenen Tür veranstalten soll und allen Bürgern meiner Stadt die Chance geben, zu erleben, dass Modelleisenbahn als Hobby eines Erwachsenen etwas anderes ist als das, was Kinder damit meinen und machen. Dass es hier um die Darstellung des Eisenbahnbetriebes geht, und zwar nicht eines x-beliebigen, sondern um dem auf einer Schmalspurbahn im Harz vor dem Kriege. Dass es hier also auch um historische, kulturelle und heimatkundliche Aspekte geht.

Hätte ich wirklich eine Chance, dies meinen werten Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu vermitteln? Ich bin da eher pessimistisch. Das allgemeine Publikum würde immer eine kleine Version des Miniatur-Wunderlandes erwarten – und die kann ich nun einmal nicht bieten.

Ich könnte aber einen Tag der halboffenen Tür machen, nicht für das generelle Publikum, sondern nur für Fachleute, für Modelleisenbahner also. Ob das etwas bringen würde? Auch da bin ich nicht sehr optimistisch. Im Grunde wissen ja die tausende von Internauten, die allwöchentlich meine Seiten anklicken, dass man die BAE durchaus besichtigen kann, an ganz normalen Bautagen. Die anderthalb Dutzend Freunde vom BAE-Club wissen, wie erfolgreich das ist. Wenn zwei Besucher im Jahr kommen, ist das schon gut. Die sind meist gesinnungsmäßig schon so vorsortiert, dass sie gar nicht wieder gehen wollen, sondern lieber mitmachen. Auch nicht schlecht, um mal mit den Worten meines Freundes N. zu sprechen.

Und all die anderen, die nicht schon als potentielle BAE-Clubmitglieder in Frage kommen? Die meiden so eine Anlage à la BAE wie der Teufel das Weihwasser. Da ist irgendetwas in ihnen, was sie zurückschrecken lässt. Angst vor fremden Ideen? Angst vor neuen Einflüssen? Eigentlich verständlich. Katholiken gehen nicht zu evangelischen Gottesdiensten (und umgekehrt), Unionswähler meiden Wahlveranstaltungen der Sozis und Modellbahn-Kreisfahrer passen höllisch auf, nicht in die Einflussspäre von Betrieblern und solchen Menschen zu geraten, die Modellbahn als Modell einer Eisenbahn betrachten.

Nun nähert sich aber, wie eingangs schon festgestellt, das diesjährige Weihnachtsfest mit Riesenschritten, und Weihnachten ist doch das Fest der Liebe, so heißt es immer. Da soll man besonders gut zu seinen Mitmenschen sein und tolerant, großzügig und freigiebig sein. Das gilt natürlich auch für Modelleisenbahner, selbst für solche meiner Couleur. Aber jetzt sagt mir mal, liebe Forumsleser, was könnte ich tun?

OOK
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OOK Offline




Beiträge: 3.599

04.12.2013 22:15
#2 RE: Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr - Dezember 2013 Thread geschlossen

Dieser Beitrag ist zwar schon ein wenig älter, aber es weihnachtet schon wieder. Und der Text gilt auch für dieses Weihnachten, wie man leicht feststellen kann.

OOK
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