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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 1.982 mal aufgerufen
 III.1. Konzeptionelle Grundüberlegungen
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Michael_hbbg Offline




Beiträge: 63

14.11.2009 11:58
Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Flemming Ørneholm (Artikel zu seinen früheren Anlagen gibt es im amerikanischen Model Railroader) baute seine aktuelle Anlage entsprechend der Gestaltungsprinzipien des Theaters.

Auf seiner Anlage hat er nun sechs Theater-Bühnen:

Details gibt es hier: http://www.rm-dp.de/index.php?option=com...esign&Itemid=69

Michael


Ingrid Offline




Beiträge: 26

19.11.2009 11:13
#2 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Hallo,

das finde ich toll! Bühnenbilder und Modelleisenbahn so zu verbinden, ist wohl mehr als künstlerisch. So kann mit der jeweiligen Umgebung, der Kulisse, wie im Theater sofort ein Eindruck gestaltet werden, in welchem Milieu das Ganze gerade ist. Wenn jemand solche künstlerischen und handwerklichen Talente hat und auch noch mit Modelleisenbahn verbinden kann, das ist etwas Besonderes. Es passt so sehr in unsere Zeit, wo Vernetzung nicht selten den größten Erfolg bringt. Und nicht so ganz übliche Zusammenstellungen bringen bestimmt einen Erfolg, den so schnell niemand nachmachen kann.

Viele Grüße
Ingrid

jimknopf Offline




Beiträge: 170

17.12.2009 17:24
#3 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Ein klasse Beitrag und eine klasse Idee. Die Züge als Darsteller auf der Anlage als Bühne. Das wirklich Neue an dieser Idee ist die Umsetzung, hervorragend gelungen.
Danke für den Hinweis.

sagt
der Jim

OOK Offline




Beiträge: 3.597

17.12.2009 18:41
#4 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Im richtigen Theater hatte man schon recht früh die Drehbühne erfunden, um diverse Bühnenbilder schnell abrufen zu können, wenn die Handlung dies erfordert. Dem entspräche dann auch die Anlage von Flemming Adlereiland, äh, pardon Ørneholm.
Die Idee, die Modelleisenbahnanlage wie ein Theater zu betrachten, ist jedoch älter. Sie wurde schon in den Dreißigern von Frank Ellison entwickelt (und in unzähligen Artikeln im Model Railroader und anderen Zeitschriften beschrieben): Die Anlage ist die Bühne, die Züge sind die Schauspieler und der Betrieb ist die Handlung. Das ist eigentlich auch die ganze Wahrheit über die Modellbahnerei wie ich sie verstehe.

Dass eine Theaterhandlung nur interessant sein kann, wenn es ein Skript gibt oder ein Drehbuch, muss nicht extra betont werden. Bei mitteleuropäischen Bahnen wäre das der Fahrplan.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Boscho Offline




Beiträge: 293

21.12.2009 12:17
#5 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Zitat von OOK
Dass eine Theaterhandlung nur interessant sein kann, wenn es ein Skript gibt oder ein Drehbuch [...]


Alternativ gäbe es auch noch Improvisationstheater - da entwickelt sich das im Laufe der Aufführung. Das kann gutgehen, muss es aber nicht...

Wenn man das Theaterbild weiterverfolgen möchte, dann wäre das Fahrplan-Theater in Verbindung mit Ereigniskarten wohl der fließende Übergang hin zum reinen Improvisationstheater (mit oder ohne Ereigniskarten, in jedem Falle aber ohne Fahrplan).

Dies nur zur weiteren Ideen findung.

Grüße!
B.

OOK Offline




Beiträge: 3.597

21.12.2009 13:02
#6 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Zitat von Boscho
Alternativ gäbe es auch noch Improvisationstheater - da entwickelt sich das im Laufe der Aufführung. Das kann gutgehen, muss es aber nicht...


Ich selber spiele zwar kein Theater, aber meine Frau ist Theaterpädagogin, da bekomme ich einiges mit, was so abgeht. Und Improvisationstheater? OK, wenn es gestandene Theaterleute sind, die schon ne Menge auf die Bühne gebracht haben und viele Asse und Trümpfe im Ärmel haben, dann kann das ne super Sache werden.
Wenn's aber bloody beginners sind, die gern mal was spielen möchten, aber keine Lust haben, irgendwelche Texte auswendig zu lernen (die Theaterpädagogin weiß da ein Lied zu singen), dann wird's meist ein Gehampel.

Zitat von Boscho
Wenn man das Theaterbild weiterverfolgen möchte, dann wäre das Fahrplan-Theater in Verbindung mit Ereigniskarten wohl der fließende Übergang hin zum reinen Improvisationstheater (mit oder ohne Ereigniskarten, in jedem Falle aber ohne Fahrplan).


Die Ereigniskarten flattern immer wieder durch die Medienwelt und meist von Leuten eingebracht, die noch keinen hard core Betrieb gemacht haben. Bei der BAE II haben wir auch nach zwei Dutzend Sessions noch keine Ereigniskarten gebraucht, weil die "Ereignisse" sich von allein gehäuft haben. Das mag anders aussehen bei Timesavern und Microanlagen à la Arendt, da kenne ich mich nicht aus.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Boscho Offline




Beiträge: 293

21.12.2009 13:26
#7 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Zitat von OOK
Bei der BAE II haben wir auch nach zwei Dutzend Sessions noch keine Ereigniskarten gebraucht, weil die "Ereignisse" sich von allein gehäuft haben.


Auch eine Möglichkeit, Improvisationstheater zu spielen. Aber ich gebe dir absolut recht: bei Anlagen hinreichender Größe ergeben sich durch das wahrscheinlich niemals völlig reibungslose Zusammenspiel der einzelnen Akteure genügend Gelegenheiten zur Improvisation. Da brauchts dann nicht noch eine ereigniskartenbedingte Entgleisung oder sowas.

Grüße!
B.

OOK Offline




Beiträge: 3.597

21.12.2009 13:31
#8 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Das Thema Ereigniskarten ist nicht uninteressant, aber hier doch zu sehr OT, so dass wir bei Bedarf im Betriebs-Unterforum dazu ein Thema aufmachen sollten. OK?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.524

21.12.2009 13:41
#9 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Das Thema Ereigniskarten hatten wir schon mal gestreift.

Gruß Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Boscho Offline




Beiträge: 293

22.12.2009 08:39
#10 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Die Theaterbühnengeschichte ist doch eigentlich prädestiniert für jene, die prototype modelling betreiben wollen, aber nicht über eine Industriehalle mindestens mittlerer Größe verfügen. Oder sehe ich das falsch? Immerhin böte sich so die Möglichkeit, alle betrieblichen Funktionen einer Strecke darstellen zu können, ohne irgendetwas gestaucht abzubilden oder unnatürlich nah aneinander hängen zu müssen. Ein meiner Ansicht nach interessanter Aspekt.

Außerdem gäbe es dann auch noch die Option auswechselbarer Bühnenbilder, sofern man diese als Module ausführt. Das wäre dann (wie von OOK bereits an anderer Stelle angemerkt) schon etwas weg von MAD, aber trotzdem eine interessante Option. So ließen sich zum Beispiel Fremodule sehr sauber in eine Heimanlage integrieren.

Grüße!
B.

OOK Offline




Beiträge: 3.597

28.08.2014 15:21
#11 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Ich habe Lust, diesen uralten Frank-Ellison-Gedenkstrang wieder hochzuholen. Denn zu dem Thema ist mitnichten alles gesagt. Für die, die nicht von Anfang daei waren: Frank Ellison hat in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts, also vor ca. 80 Jahren (!) die These erstellt, dass Modellbahnbetrieb wie eine Theateraufführung sei:
Die Anlage ist die Bühne, die Züge sind die Akteure (Schauspieler), der Fahrplan sowie diverse Betriebsvorschriften sind das Skript.

Als ich das das erste Mal gelesen habe, war ich zwanzig - lange her. Aber es ist seither mein modellbahnerisches Credo. (Das Blaue Buch ist nichts weiter als die ausführliche schriftliche Darlegung und Begründung dieses Credos.)
Beim letzten Stand der Diskussion ging es um den Einwurf, es gäbe ja auch Improvisationstheater. Dazu habe ich als Ehemann einer Theaterpädagogin weiter oben in diesem Strang etwas geschrieben. Im Blauen Buch definierte ich den SPUK-Modus: den Spontaneitäts- und Könnte-mal-Modus beim Modellbahnbetrieb. Genau das ist es, wenn es statt eines Skripts Improvisationstheater gibt. Ich kann mich damit nicht anfreunden. Schon deshalb nicht, weil das nicht dem Vorbild entspricht. Da entscheiden die Akteure (Betriebsbahner) niemals, was sie tun, sondern nur, wie sie es (am geschicktesten) tun. Die Ereignisse (Heißläufer, Rohrlecken, undichter Bremsschlauch etc.) kommen von allein, die braucht sich niemand auszudenken.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

STBR Offline



Beiträge: 183

28.08.2014 23:40
#12 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Dazu ein kleines Erlebnis von vorgestern:
Bei einem Freund eingeladen, der bei H0fine im FREMO zugange ist und sich beim jüngsten Immobilienerwerb die Einliegerwohnung als MOBA-Bereich "greifen" konnte. Dadurch kann er einen kleinen Fy, einen Bf., etwas Strecke und am Ende einen kleinen Industriebezirk mit 4 Anschliessern und einer Umfahrmöglichkeit aufstellen. Er hatte erstmal, mangels Telefonanlage und Uhr einen kleinen "Ablauf-Fpl." erstellt, bei dem Zugabfolge und Zugart festgelegt sind. Auch die Anschliesser waren vom Frachtein- und Ausgang her festgelegt, "be- und entladen" der Güterwagen wurde durch die entspr. Ladegüter dargestellt. Dazu 2 Loks, 1 VT, 2 Personen- und einige Güterwagen.
Das war soweit ganz entspannt und nett, der Riesling war gut, aber selbst bei 3 "gestandenen" FREMOikanern kamen irgendwann Gedanken wie "soll ich den GW jetzt mal mitnehmen oder nicht?" auf. Nach knapp 3 Stunden kam dann doch der Wunsch nach Uhr, Frachtzetteln und 'nem richtigen Fahrplan auf....

Kurz gesagt, ICH finde solches Improvisationstheater mal für 1-2 Stunden ganz nett, brauch es aber nicht mehrmals auf dem gleichen Arrangement/Anlage, und wenn ich mir vorstelle so einen ganzen Tag zu verbringen......
Mir fehlt da einfach der "thrill" bzw. der Anspruch!

Gruß:
Stefan

OOK Offline




Beiträge: 3.597

29.08.2014 08:25
#13 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Es geht halt nichts über die empirische Methode. ;-)

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

lokonaut Offline



Beiträge: 113

30.08.2014 14:43
#14 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Hallo Planer und Gestalter,

eine Frage (die vielleicht besser in einem anderen Unterforum aufgehoben wäre), aber hier hoffentlich auch nicht ganz daneben ist:

Nur weil ich das mit der die Vorstellung von Zügen als Akteure auf der Bühne Modellbahn irgendwie einleuchtend fand, wollte ich nicht gleich ein Bachelor-Studium in Bühnenbild durchziehen. Aber wenigstens in die Grundprinzipien der Bühnengestaltung könnte man sich bei - bzw. besser noch vor - der Gestaltung der Modellbahn (oder bevor man hier mutdiskutiert...) ja mal reinlesen. Dachte ich in meiner Naivität, bin aber bereits bei der Beschaffung der entsprechenden Literatur gescheitert.
Gibts da was für Einsteiger? So in der Art "Bühnengestaltung für Dummies - 1000 Tips und Tricks".

Viele Grüße aus Südhessen

Alexander

OOK Offline




Beiträge: 3.597

30.08.2014 16:45
#15 RE: Layout-Design nach Theater-Prinzipien antworten

Zitat von lokonaut im Beitrag #14
Gibts da was für Einsteiger? So in der Art "Bühnengestaltung für Dummies - 1000 Tips und Tricks".
Hmm! *am kopf kratz* Du scheinst es ernst zu meinen mit dem Lehrbuch über Theater-Bühnenbild.
Also, um ehrlich zu sein, so ein Buch habe ich nie in der Hand gehabt und auch nie vermisst. Ich vermute auch, dass da für Modellbahner wenig Geeignetes drin stehen wird. Die Feststellung, dass die Anlage die Bühne ist, auf der die Züge als Schauspieler agieren, bedeutet überhaupt nicht, dass die Anlagengestaltung in irgendeiner Weise den Gesetzen der realen Theaterbühne unterliegt. Mitnichten.
Z.B.wird nicht während des Schauspiels eine Pause gemacht und das Bühnenbild umgebaut. (Es wurden schon mal extravagante Ideen produziert, ein Stück der Anlage, z.B. einen Bahnhof, um die Längsachse zu rotieren, so dass ein anderer Bahnhof nach oben kommt und der Zug dann auf der nächsten Runde einen neuen Bahnhof durchfährt. Sehr nett, aber nicht allgemein zielführend.)
Auf der Anlage fährt der Zug idealerweise von Bühnenbild zu Bühnenbild. Diese Bühnenbilder müssen zueinander passen (s. "Kohärente Identität") und doch verschieden sein, vor allen Dingen müssen sie auch funktional aneinander passen.
Also, ich will das nicht weiter ausspinnen, da können wir von den Brettern, die die Welt bedeuten, kaum etwas abgucken. Bei uns sind es die Schienen, die die Welt bedeuten.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

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