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Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 1.579 mal aufgerufen
 IV.3. Praxis des Modellbahnbetriebes
Seiten 1 | 2
sieben_k Offline



Beiträge: 111

05.05.2009 23:32
#16 RE: Gedanken zum Wagenkarten-/Frachtbriefsystem (vom Anfänger) Antworten

Zitat von Pfalzbahn
....die Züge komplett neu gebildet. Wie dies geschieht hängt von den persönlichen Vorlieben ab: Mit Hand im Fiddleyard oder im Bahnhof vor/während der Session auf der Anlage. Fehlt ein Viehwagen müsste dieser aus der Schublade geholt werden.

OK, semantisch verstanden hab ich das jetzt, fassen kann ich es immer noch nicht so richtig. Es wird tatsächlich lieber der ganze Wagenbestand ständig umgegraben, als daß der viel naheliegendere Weg beschritten wird, lieber einen Satz Papiere mehr bereitzustellen, um für jeden Wagen eine begrenzte Auswahl an möglichen Ladungen und Zielen zu haben. Der Kopierer wurde inzwischen erfunden, Leute!
Fehlziehungen können damit auch nicht mehr auftreten, denn wenn ich, um bei den Beispielen zu bleiben, zwei V-Wagen im Umlauf habe, erhalte ich für jeden der beiden genau ein Begleitpapier mit jeweils dem Zufall unterworfenem Inhalt.
Ich persönlich fasse meine Wagen eher ungern an, die Beschriftung und Alterung werden mit jedem Eingriff bekanntlich nur besser. Es muß auch mit der Auswahlmöglichkeit nicht übertrieben werden: Kein Mensch merkt sich den Verlauf der ganzen Rangierbewegungen der letzten Betriebssitzung.
Zitat von Pfalzbahn
Jetzt wird es ein bisschen OT: Der Wagenpark muss zum Frachtaufkommen passen! Benötigen 50% der Aufträge einen G-Wagen, sollte der Wagenpark ca. 50% G-Wagen umfassen, sonst kann man seine Aufträge nicht abarbeiten.

Das ist natürlich richtig, aber die Methode bietet keine Gewähr einer Fehlauswahl.
Denn: Es muß mit einem Überbestand an Begleitpapieren gearbeitet werden, da sich das "Ziehen" sonst erübrigt. Ergo sind im Bestand immer mehr Aufträge als passende Wagen.
Und wer ein bißchen Ahnung von Statistik hat, kann sich ausrechnen, daß beim Ergebnis der "Ziehung" in den meisten Fällen von Übereinstimmung keine Rede sein kann, sondern mal 20%, mal 70%, natürlich auch mal 50% (schon mal im Lotto gewonnen?) Bedarf an G-Wagen herauskommt.
Zitat von Pfalzbahn
Bei der Anlagenplanung sollte man sich vorher Gedanken machen was der Anschließer braucht und dann die Gleislänge bestimmen.

Ich hab mal gehört, daß das auch andersrum gehen soll: Am Anfang steht der Platz, der entscheidet über die maximalen Gleislängen, und die wiederum über die möglichen Anschließer.
Aber vielleicht sollte ich das tatsächlich mal ausprobieren: Zuerst das Hüttenwerk, dann die Gleisnutzlängen, und dann entscheide ich, wie groß der Anbau am Haus werden muß.....
Zitat von Pfalzbahn
Also lieber auf den bunten Bierwagen verzichten und dafür einen schnöden G10 kaufen.

Das war sicher nur eine humorvolle Bemerkung. Sollte mir ein Bierwagen gefallen (in der Tat habe ich nicht mal einen), dann fährt der auch, und wahrscheinlich bevorzugt. Es ist dann eben eine passende Kundschaft zugegen, die den Einsatz dieses Wagens "braucht". Genauso ist es mit den anderen Wagentypen. Kein Mensch wird sich einen farblosen Durchschnittsbrei an Rollmaterial zulegen, nur weil das im Bundesdurchschnitt so sei, genausowenig, wie ich mir keine 5 V100 (und sonst nichts) auf einem Fleck vorstellen könnte. Da setze ich der Fremdbestimmung eine klare Grenze, wohl wissend, daß es dadurch nicht das hundertprozentigen Abbild der Wirklichkeit sein wird.
Aber, ich denke, das mit dem schnöden G10 war nicht so ernstgemeint.

sieben_k, Erfinder des Begriffs Fremdbestimmung

eisenhans Offline




Beiträge: 396

06.05.2009 08:17
#17 RE: Gedanken zum Wagenkarten-/Frachtbriefsystem (vom Anfänger) Antworten
Zitat von sieben_k

OK, semantisch verstanden hab ich das jetzt, fassen kann ich es immer noch nicht so richtig. Es wird tatsächlich lieber der ganze Wagenbestand ständig umgegraben, als daß der viel naheliegendere Weg beschritten wird, lieber einen Satz Papiere mehr bereitzustellen, um für jeden Wagen eine begrenzte Auswahl an möglichen Ladungen und Zielen zu haben. Der Kopierer wurde inzwischen erfunden, Leute!

Zitat von Pfalzbahn
Bei der Anlagenplanung sollte man sich vorher Gedanken machen was der Anschließer braucht und dann die Gleislänge bestimmen.

Zitat von sieben_k
Ich hab mal gehört, daß das auch andersrum gehen soll: Am Anfang steht der Platz, der entscheidet über die maximalen Gleislängen, und die wiederum über die möglichen Anschließer.
Aber vielleicht sollte ich das tatsächlich mal ausprobieren: Zuerst das Hüttenwerk, dann die Gleisnutzlängen, und dann entscheide ich, wie groß der Anbau am Haus werden muß.....


Ich kann sieben_k in der Sache ganz gut folgen, seinen halb ironisch - halb zynischen und immer sehr belehrenden Stil lese ich jedoch nicht so gern. Geht es nicht anders? Wir sind doch alle nicht im Besitz der ultimativen Wahrheit. Meint

Der Eisenhans

sieben_k Offline



Beiträge: 111

06.05.2009 12:33
#18 RE: Gedanken zum Wagenkarten-/Frachtbriefsystem (vom Anfänger) Antworten

Hallo eisenhans,

freut mich, daß meine Sätze wenigstens gelesen werden und eine Reaktion hervorrufen. Und mir ist es zehnmal lieber, ab und zu anzuecken, als daß wir uns ständig nur gegenseitig auf die Schulter klopfen, um irgendwann in Langeweile zu versinken.
Eine kritische Antwort ist mir deshalb lieber als gar keine, da man sich sonst irgendwann fragen muß, ob das überhaupt jemand zur Kenntnis nimmt, was man sich gerade aus dem Kreuz geleiert hat.

Im übrigen zeigte mir eine kurze Durchsicht deiner bisherigen Beiträge, daß du selbst vom Stil her fast im gleichen Glashaus sitzt, also mit Steinen ein bißchen vorsichtiger sein solltest - schon wieder belehrend, aber anders kann man das wohl nicht formulieren, höchstens unhöflicher.
Ich will jedoch nicht vom Thema abweichen. Es ging mir eigentlich eher um das Deutlichmachen von Systemschwächen. Hierzu eine Antwort wäre wesentlich nutzbringender, als eine Nebendiskussion über Stilfragen anzufangen.

sieben_k

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

09.05.2009 20:41
#19 RE: Gedanken zum Wagenkarten-/Frachtbriefsystem (vom Anfänger) Antworten
Hallo Zusammen,

trotz der Gefahr hin noch einen, zum Teil gerechtfertigen Rüffel, vom geliebten Moderator zu bekommen, möchte ich mal kurz antworten.

Vorwort: Bei allen von mir angeführten oder angedachten Vorgängen gilt die Klausel: Man kann es so machen, man muss aber nicht.
Es gibt viele funktionierende Systeme, und jeder soll darüber nachdenken und für sich entscheiden wie weit er, vor allem beim Anfang, den Aufwand treibt oder welche Freiheitsgrade er sich nimmt. Aber bekanntlich kommt der Appetit mit dem Essen.

So nun zu meinen Kommentaren, da ich einige Sachen nicht so im Raum stehen lassen will, und vielleicht die Verwirrung bei geneigten Lesern vermindern kann.
Zitat von sieben_k
OK, semantisch verstanden hab ich das jetzt, fassen kann ich es immer noch nicht so richtig. Es wird tatsächlich lieber der ganze Wagenbestand ständig umgegraben, als dass der viel naheliegender Weg beschritten wird, lieber einen Satz Papiere mehr bereitzustellen, um für jeden Wagen eine begrenzte Auswahl an möglichen Ladungen und Zielen zu haben. Der Kopierer wurde inzwischen erfunden, Leute!
Fehlziehungen können damit auch nicht mehr auftreten, denn wenn ich, um bei den Beispielen zu bleiben, zwei V-Wagen im Umlauf habe, erhalte ich für jeden der beiden genau ein Begleitpapier mit jeweils dem Zufall unterworfenem Inhalt.
Ich persönlich fasse meine Wagen eher ungern an, die Beschriftung und Alterung werden mit jedem Eingriff bekanntlich nur besser. Es muß auch mit der Auswahlmöglichkeit nicht übertrieben werden: Kein Mensch merkt sich den Verlauf der ganzen Rangierbewegungen der letzten Betriebssitzung.


Noch mal klargestellt, nicht der vorhandene Wagen ist der Auslöser zum Erstellen eines Frachtzettels, sondern die Transportbedürfnisse der auf der Anlage dargestellten und angedachten Anschließer. Auch die resultierende Zugbildung gehört zur Identität einer Anlage (aber anderer Thread). Persönlich finde ich außerdem einen (Farb-) Laserdrucker heutzutage besser geeignet zum Erstellen der Papiere als einen Kopierer.

Zitat von Pfalzbahn
Jetzt wird es ein bisschen OT: Der Wagenpark muss zum Frachtaufkommen passen! Benötigen 50% der Aufträge einen G-Wagen, sollte der Wagenpark ca. 50% G-Wagen umfassen, sonst kann man seine Aufträge nicht abarbeiten.

Zitat von sieben_k
Das ist natürlich richtig, aber die Methode bietet keine Gewähr einer Fehlauswahl.
Denn: Es muß mit einem Überbestand an Begleitpapieren gearbeitet werden, da sich das "Ziehen" sonst erübrigt. Ergo sind im Bestand immer mehr Aufträge als passende Wagen.
Und wer ein bißchen Ahnung von Statistik hat, kann sich ausrechnen, daß beim Ergebnis der "Ziehung" in den meisten Fällen von Übereinstimmung keine Rede sein kann, sondern mal 20%, mal 70%, natürlich auch mal 50% (schon mal im Lotto gewonnen?) Bedarf an G-Wagen herauskommt.

Wer noch ein bisschen mehr Ahnung von Statistik hat und meinen Beiträge weiter oben genau gelesen hat wird zu einer anderen Schlussfolgerung kommen. Nach meinem obigen Beispiel im ersten Beitrag würde von den vorhandenen 90 Frachtzettel maximal 24 für eine Betriebssession gezogen werden. Nebenbei für alle Nichtstatistiker: Wenn man mit 4 Würfel würfelt, fällt die 24 im Schnitt einmal pro 1296 Würfe. Wären wirklich alle Zettel für G-Wagen, brauche ich nur 24 G-Wagen um die Aufgaben zu erfüllen, ist also machbar. Mir ist bewusst das Leute teilweise ihre Wagen selbst bauen und nicht wie ich (Mainstream H0, Epoche III) einfach ins Modellbahnfachgeschäft gehen können und sagen: Schieb mir mal zwei G10 und einen Oppeln über die Theke. Der Bedarf an Wagen lässt sich aber grob ermitteln.
mir fällt gerade auf ich vergaß zu erwähnen dass man den Frachtzettel auch mal mischen sollte.
Zitat von Pfalzbahn
Bei der Anlagenplanung sollte man sich vorher Gedanken machen was der Anschließer braucht und dann die Gleislänge bestimmen.

Zitat von sieben_k
Ich hab mal gehört, daß das auch andersrum gehen soll: Am Anfang steht der Platz, der entscheidet über die maximalen Gleislängen, und die wiederum über die möglichen Anschließer.
Aber vielleicht sollte ich das tatsächlich mal ausprobieren: Zuerst das Hüttenwerk, dann die Gleisnutzlängen, und dann entscheide ich, wie groß der Anbau am Haus werden muß.....

Also in der USA gibt es Leute die haben das genauso gemacht. Natürlich ist erst der Platz da, aber trotzdem sollte man bei der Planung über Gleisnutzlängen nachdenken, wie hier im Forum schon an anderer Stelle erwähnt.
Zitat von Pfalzbahn
Also lieber auf den bunten Bierwagen verzichten und dafür einen schnöden G10 kaufen.

Zitat von sieben_k
Das war sicher nur eine humorvolle Bemerkung. Sollte mir ein Bierwagen gefallen (in der Tat habe ich nicht mal einen), dann fährt der auch, und wahrscheinlich bevorzugt. Es ist dann eben eine passende Kundschaft zugegen, die den Einsatz dieses Wagens "braucht". Genauso ist es mit den anderen Wagentypen. Kein Mensch wird sich einen farblosen Durchschnittsbrei an Rollmaterial zulegen, nur weil das im Bundesdurchschnitt so sei, genausowenig, wie ich mir keine 5 V100 (und sonst nichts) auf einem Fleck vorstellen könnte. Da setze ich der Fremdbestimmung eine klare Grenze, wohl wissend, daß es dadurch nicht das hundertprozentigen Abbild der Wirklichkeit sein wird.
Aber, ich denke, das mit dem schnöden G10 war nicht so ernstgemeint.
sieben_k, Erfinder des Begriffs Fremdbestimmung

Wiederum Entschuldigung, der Satz war ernst gemeint. Ist eine Brauerei oder ein Getränkehändler auf der Anlage ist gegen den Bierwagen nichts zu sagen. Im Nachhinein ist aber der Bierwagen ein schlecht gewähltes Beispiel, da wir dann bei einem Spezialthema der Zugbildung sind, wie Güterkurswagenumläufe in Güterzügen und Personenzügen oder Eilgüterzüge, nicht unbedingt etwas für einen Anfänger. Für Interessierte und ambitionierte Anfänger hätte ich da einen Literaturtipps zu Bierwagen und Güterzugbildung allgemein (MIBA Report Zugbildung Band 2 Güterzüge im Moment leider vergriffen).
Aber ich achte schon darauf dass die Spezialgüterwagen bei mir nicht überhand nehmen.

Zum Schluss eine Bitte an die Moderation könnte man den Thread in ein neues Unterforum „Theorie des Modellbahnbetriebs“ verschieben oder den Titel dieses Unterforums um die Theorie erweitern, bevor wir hier das Thema wieder komplett verfehlen.

Gruß Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

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