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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 23 Antworten
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 X.9. Anschluss an die Welt
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OOK Offline




Beiträge: 3.599

01.04.2009 19:03
Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Zitat von Pfalzbahn
Was mich am Fiddleyard ein wenig stört ist das ein Mitspieler im schnöden Sperrholz die Arbeit für die Anderen macht (vor allem beim NÖPSL) und der Einsatz des Fünffingerkrans,
besser wäre es die Zugbildungsaufgaben wie beim Vorbild in einem richtigen Bahnhof auf der Anlage zu machen und dies im Betriebsspiel einzubinden.

Dieses Zitat habe ich aus dem Thema "Wieviel Gleise soll ein Schattenbahnhof haben?" herauskopiert, da es m. E. ein Thema für sich ist.
Also gerne hier auf Huberts kritische Hinterfragung eingehen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 467

01.04.2009 19:34
#2 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Besser wäre es, geht aber nur bei ausgesprochenen Inselbetrieben wie zum Beispiel Inselbahnen (wie der Name schon sagt) oder Schmalspurbahnen, am besten ohne Rollbockverkehr, wobei vorausgesetzt werden muß, daß die gesamte Strecke nachgebildet werden kann. Kleinbahnen oder Industriebahnen mit einem eigenen Übergabebahnhof kämen auch in Betracht, wenn man in Kauf nimmt, daß dort bei der nächsten Betriebssitzung dieselben Güterwagen stehen wie bei der vorigen. Aber auch hier muß man den Platz haben (und die Zeit und das Geld) , die gesamte Kleinbahnstrecke nachzubilden.
Bei allen anderen Anlagenthemen muß man eben zum Hilfsmittel eines Schattenbahnhofs greifen, ob einem das nun gefällt oder nicht. Es gefällt übrigens den meisten nicht und mir auch nicht. Bei der Allegheny Midland von Tony Koester war m.W ein Mitspieler damit beschäftigt, Züge vom Staging yard in den nächsten Bahnhof und umgekehrt zu fahren, damit die Lokführer nicht in die "Unterwelt" einfahren mußten.
Dem Wunsch, möglichst wenig Diensthandlungen im "Jenseits" vornehmen zu müssen, kann man mit einem Schattenbahnhof entsprechen, der genug Platz für jede einzelne Zuggarnitur bietet. Der Aufwand an Platz, Zeit, Finanzen (sowohl für die "Infrastruktur" als auch für Fahrzeuge) spricht aber ebenso dagegen wie die Störanfälligkeit und der Wartungsaufwand. Die Modellbahnerei ist, wie ich schon öfter gesagt habe, eine Kunst des Möglichen.

Herbert

Lutterberger Offline




Beiträge: 120

01.04.2009 19:55
#3 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Ich habe OOK's Thementrennung so verstanden, dass wir hier nur über Fiddle Yards diskutieren wollen.
Ich will mal, um einen Anfang zu machen, einige (aus meiner Sicht) Vorteile eines Fiddle Yards gegenüber anderen Varianten von Zugspeichern etc. aufzählen:
• er spart Platz. Ich brauche nicht, um einen Zug zu zerlegen oder bilden auf die Strecke hinausziehen, was es möglich macht, dass der Fiddle unmittelbar an einen gestalteten Bahnhof anschließt (typisch für viele kleinanlagen in GB).
• er spart Gleise: weil ich Wagen, die aus dem Zugverband sollen, einfach herausheben und auf ein Abstellbord stellen kann. Extremes Beispiel wäre der unterirdische Kreuzungsbahnhof auf OOK's Juniorenanlage (e-book Kap. 6.2)*
• er kann mehr als nur einen Bahnhof darstellen, nämlich eine ganze Strecke, ein Netz, die ganze restliche Welt.
• er ist betrieblich erweiterbar: sollte die Zahl der Gleise irgendwann einmal nicht mehr reichen, kann ich ein Gleis durch eine auswechselbare Kassette ersetzen.
Tja, es gibt sicher noch mehr zu sagen. Ihr seid dran.
Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

*Edit des Moderators: Blaues Buch ab S. 52

Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

OOK Offline




Beiträge: 3.599

01.04.2009 21:12
#4 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Frei nach Shakespeare: Fiddeln oder nicht fiddlen, das ist hier die Frage.

Am Beispiel der drei Endbahnhöfe meiner 0m-Anlage BAE möchte ich einmal durchspielen, wann welche Lösung (mir) richtig erscheint.
Sieber und St.Andreasberg sind fiktive Bahnhöfe. Sieber hatte nie einen Bahnhof, St.Andreasberg nur einen regelspurigen Zahnradbahnhof. Diese Bahnhöfe kann ich so darstellen, wie es mir in den Kram passt, also gestalte ich sie - keine FYs.

Braunlage hingegen hatte früher den Bahnhof der Südharzbahn, in den angenommenerweise die BAE-Züge auch einfahren. Diesen Bahnhof (s. Plan und Bilder in Harzer Schmalspur-Spezialitäten) genau nachzubauen. wäre eine sehr aufwändige und Platz fressende Sache. und ich müsste ja auch den Betriebsablauf darstellen. Unmöglich. Daher ist es ein FY, gebaut übrigens von HFy. Das heißt also, dass dieser Fiddle nicht nur den SHE-Bf Braunlage darstellt, sondern die ganze SHE, sogar das ganze dranhängende Harzer Meterspurnetz.

Sieber ist nicht unproblematisch. Hier soll es ja irgendwie weiter gehen nach Herzberg zur Regelspur. Deshalb bekommt Sieber einen Wurmfortsatz, eine Mischung aus Abstellbahnhof, Übergabebahnhof und FY.

Edit 2014: Hinter dem Bf Sieber (der jetzt Sieber Nord heißt) geht es inzwischen weiter nach Sieber Reichsbahn. Der erstere wird ausgestaltet, letzterer ist Fiddle-Yard. Das hat sich im Betrieb auch so bewährt.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

eisenhans Offline




Beiträge: 376

02.04.2009 15:56
#5 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Zitat von Pfalzbahn
Was mich am Fiddleyard ein wenig stört ist das ein Mitspieler im schnöden Sperrholz die Arbeit für die Anderen macht (vor allem beim NÖPSL) und der Einsatz des Fünffingerkrans,
besser wäre es die Zugbildungsaufgaben wie beim Vorbild in einem richtigen Bahnhof auf der Anlage zu machen und dies im Betriebsspiel einzubinden.

Das eine schließt das andere nicht aus. Sagen wir, eine Anlage nimmt am (gestalteten) Abzweigbahhof Ahausen ihren Anfang. Dort werden die aus beiden Richtingen der Hauptstrecke für die Nebenbahn (=Anlage) bestimmten Güterwagen von den Eilgüterzügen abgehängt. Nun kann eine Zugbildlung, wie von Pfalzbahn gewünscht, einsetzen.
Nur: wie kommen die genau richtigen Güterwagen (gemäß Umlaufsystem - jeden Tag andere) in diese Eilgüterzüge? Sie müssen also vor Betriebsbeginn in diese Züge eingestellt werden - da wären wir doch wieder beim Fiddeln, nur woanders hin verlegt. Meint

Der Eisenhans

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.526

02.04.2009 20:28
#6 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten
Hallo Eisenhans,

deine Gedankengänge sind gar nicht so weit weg von den meinen . Ich würde die Züge im Abzweigbahnhof zwischen den Betreibssessions umbilden (natürlich mit einer Märklin 89er ohne Fünffingerkran). Natürlich müsste der Bahnhof vom Gleisplan dies hergeben (Ziehgleis und Abstellgleise). Bei meiner Anlagenplanung hat Frankeneck, trotz seiner wenigen Weichen diese Möglichkeiten (so ein Zufall ). Während dem Betrieb würde ich dann im Fiddle Yard nur die Zuglok von der alten Garnitur (Üg) an die Nächste umhängen.

Gruß Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Rainer Offline



Beiträge: 39

02.04.2009 22:42
#7 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Interessant, dass es diesen Fred gerade jetzt gibt. Vor ein paar Tagen habe ich mir aus gegebenem Anlass mal wieder Gedanken zum Pro und Kontra von Fiddleyards gemacht. Mein Ergebnis (bei Entschlussfindung abgebrochen):

Pro:
- Anlage kann atmen, d.h. es können mal viele und mal wenige Wagen im sichtbaren/durchgestalteten Teil unterwegs sein
- Allzu sorgfältige Planung in Bezug auf das Güterwageumlaufsystem kann entfallen, da im Fiddle immer die benötigten Wagen in das System eingeführt oder nichtbenötigte entnommen werden können
- Betriebsmenge kann dem Bedarf angepasst werden (keine starren Zuglängen)
- Auch bei kleiner Anlage kann eine lange Strecke vorgetäuscht werden
- Abwechslungsreicher Betrieb ist möglich (wenn auch so nicht unbedingt vorbildgerecht), da immer wieder neue Züge und Fahrzeuge eingesetzt werden können

Kontra:
- Arbeit im Fiddle ist nicht vorbildorientiert
- Wenn der Zugbildungsbahnhof Teil der Anlage ist, muss der Zug im Fiddle "life" zum Gegenzug umgebildet werden (Illision einer richtigen Zugfahrt geht verloren)
- Fiddle nimmt Platz weg, wodurch die Anlagenfläche kleiner wird
- Statt eines Fiddle könnte ein richtiger Bahnhof gebaut werden, der Platzaufwand ist u.U, gleich

Die Liste ist sehr persönlich gefärbt, da sie sich auf meine geplante Anlage bezieht und meine geplante Art des Betriebes. Und Einiges wurde oben schon geschrieben. Mein persönliches Fazit war, dass ich lieber einen richtigen Bahnhof baue und keinen Fiddle. Stattdessen habe ich mir eine kurze (Vorbild wäre ca. 5,5km lang) Schmalspurbahn ausgesucht.

Rainer

OOK Offline




Beiträge: 3.599

03.04.2009 07:38
#8 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Zitat von Rainer

Kontra:
- Arbeit im Fiddle ist nicht vorbildorientiert
- Wenn der Zugbildungsbahnhof Teil der Anlage ist, muss der Zug im Fiddle "life" zum Gegenzug umgebildet werden (Illision einer richtigen Zugfahrt geht verloren)
- Fiddle nimmt Platz weg, wodurch die Anlagenfläche kleiner wird
- Statt eines Fiddle könnte ein richtiger Bahnhof gebaut werden, der Platzaufwand ist u.U, gleich


Also Rainer, da komme ich nicht ganz mit. Ich gehe mal deine Kontrapunkte durch:
ad 1) stimmt. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
ad 2) Der Satz ist mir unverständlich, scheint mir widersprüchlich. Kannste das nochmal erklären?
ad 3) stimmt nur bedingt, denn ein Fiddle lässt sich auch dort anlegen, wo ein "richtiger Bahnhof" nicht geht oder nicht Sinn macht, z.B. in der Unterwelt oder in einem Schrank.
ad 4) Teil 2 des Statements ist falsch. Ein Fiddle mit Traverser, Segmentdrehscheibe etc. ist immer wesentlicher kürzer als ein richtiger Bahnhof

Damit will ich nicht in deine Entscheidungsfindung für deine Anlage hineinreden, nur wenn wir hier Allgemeingültiges herausarbeiten wollen, müssen die Statements möglichst wasserdicht sein.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Conrail-Markus Offline



Beiträge: 33

04.04.2009 08:35
#9 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Zitat von OOK
Zitat von Pfalzbahn
Was mich am Fiddleyard ein wenig stört ist das ein Mitspieler im schnöden Sperrholz die Arbeit für die Anderen macht (vor allem beim NÖPSL) und der Einsatz des Fünffingerkrans,
besser wäre es die Zugbildungsaufgaben wie beim Vorbild in einem richtigen Bahnhof auf der Anlage zu machen und dies im Betriebsspiel einzubinden.

Dieses Zitat habe ich aus dem Thema "Wieviel Gleise soll ein Schattenbahnhof haben?" herauskopiert, da es m. E. ein Thema für sich ist.
Also gerne hier auf Huberts kritische Hinterfragung eingehen.


Das sehe ich weniger dramatisch, schließlich ist die Modellbahn bei aller Vorbildliebe und -treue nur eine Simulation und Illusion und dazu braucht es viel Vorbereitung hinter den Kulissen. Der Mitspieler mit dem Fünfingerkran im Sperrholz ist einer der wichtigsten im ganzen Spiel, denn er sorgt dafür, daß es auf dem gestalteten Layout funktioniert und die Illusion zustande kommt.

Ich kenne Fiddleyards vom Fremo her und frage mich wie das Pensum am Ende einer Hauptbahn per Rangierlok geleistet werden soll? Wie groß müßten Fiddleyards sein um das Wagenmaterial einer Fahrplansession komplett aufzunehmen ... würden 30 Gleise à 8m Länge ausreichen oder doch eher 40? Dazu noch ein Groß BW mit 3 Drehscheiben ...
Fiddleyards sollen die große weite Welt simulieren und ich persönlich bevorzuge hier auch die "Sperrholzwüste" gerade weil man hier auch die Kartonagen des Rollmaterials gefahrlos ablegen kann und auch Reparaturen möglich sind, denn in meinen Augen ist nichts schlimmer als wenn Kartons und Werkzeug im teuren Grünzeug rumliegen!

my 2ct's

Rainer Offline



Beiträge: 39

05.04.2009 00:09
#10 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

In Antwort auf:

Zitat von Rainer


Kontra:
- Arbeit im Fiddle ist nicht vorbildorientiert
- Wenn der Zugbildungsbahnhof Teil der Anlage ist, muss der Zug im Fiddle "life" zum Gegenzug umgebildet werden (Illision einer richtigen Zugfahrt geht verloren)
- Fiddle nimmt Platz weg, wodurch die Anlagenfläche kleiner wird
- Statt eines Fiddle könnte ein richtiger Bahnhof gebaut werden, der Platzaufwand ist u.U, gleich


Also Rainer, da komme ich nicht ganz mit. Ich gehe mal deine Kontrapunkte durch:
ad 1) stimmt. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
ad 2) Der Satz ist mir unverständlich, scheint mir widersprüchlich. Kannste das nochmal erklären?
ad 3) stimmt nur bedingt, denn ein Fiddle lässt sich auch dort anlegen, wo ein "richtiger Bahnhof" nicht geht oder nicht Sinn macht, z.B. in der Unterwelt oder in einem Schrank.
ad 4) Teil 2 des Statements ist falsch. Ein Fiddle mit Traverser, Segmentdrehscheibe etc. ist immer wesentlicher kürzer als ein richtiger Bahnhof
Damit will ich nicht in deine Entscheidungsfindung für deine Anlage hineinreden, nur wenn wir hier Allgemeingültiges herausarbeiten wollen, müssen die Statements möglichst wasserdicht sein.
OOK


Ok, Otto, dann mal los:

Zu 1) Da sind wir uns einig.

Zu 2) Auf einer Kleinbahn (wie bei mir), sind nicht sehr viele Züge unterwegs. Wenn diese im Zugbildungsbahnhof auf der Anlage gebildet wurden, kommen sie auch irgendwann wieder zurück, um aufgelöst zu werden. Je kürzer die Anlage und je weniger Züge, desto schneller. In der Praxis kann das dann heißen: Zug bilden, in den Fiddle fahren, Zug umbilden für Gegenzug, Gegenzug zurückfahren, Gegenzug auflösen. Und genau das stört mich: das Einfahren in den Fiddle, umbilden und dann gleich wieder zurück. Auf der BAE hat mich das nie gestört, da die Zugfahrt mit der Einfahrt in den Fiddle zu Ende war. Die nächste Zugfahrt startete im Fiddle erst nach einer gewissen Zeit. Dadurch gab es eine zeitliche Trennung zwischen den Zugfahrten, eine kleine Pause, die oft willkommen war für gewisse "außerdienstliche Tätigkeiten". Bei einer kleinen Anlage und Einmannbetrieb sind solche (Kunst-)Pausen krampf. Deshalb bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass bei einer kleinen Anlage der Zugbildungsbahnhof im Fiddle liegen sollte. So können die Züge zwischen den Sessions gebildet und dann während der Session abgerufen werden, ohne dass im Fiddle "gearbeitet" werden muss.

Zu 3) Ok, bei entsprechender Anlagengestaltung ist das natürlich möglich. Wenn aber, wie bei mir, die Anlage nur aus eine Ebene im U an der Wand lang besteht, dann nimmt der Fiddle Platz weg, der für Strecke oder einen Gleisanschluss genutzt werden könnte.

Zu 4) Es gibt auch Fiddles, bei denen die Gleise über eine richtige Weichenstraße angefahren werden. Wenn ich mich richtig erinnere, ist der BAE-Fiddle "Braunlage" auch so ein Exemplar. Und der nimmt (fast) so viel Platz ein, wie ein "richtiger" Bahnhof.

Damit sind meine Kontras vielleicht etwas klarer geworden.

Hofft
Rainer

HFy Offline



Beiträge: 467

05.04.2009 13:52
#11 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Um meinen Beitrag von weiter oben noch etwas auszuwalzen: Bei Hauptbahnbetrieb geht es ohne Schattenbahnhöfe sowie so nicht ab, denn gleich ob das Streckennetz von Lissabon nach Wladiwostok oder von Penzance nach Thurso oder auch nur von Ajaccio nach Bastia reicht, wir werden es nicht komplett nachbilden können. Etwas anderes gilt nur für kurze Strecken ohne unmittelbaren Übergang von Zügen. So gab es bei normalspurigen Kleinbahnen (hierzulande eher selten als Modellbahnthema) manchmal einen eigenen Kleinbahnhof und eine Wagenübergabestelle, während bei Schmalspurbahnen meist eine Umladeanlage existierte. Wenn man es akzeptiert, daß in der Wagenübergabe immer dieselben Wagen stehen, kommt man tatsächlich ohne fiddle yard aus, aber ich würde doch vorschlagen, eine Möglichkeit zum Auswechseln der Wagen vorzusehen, z.B. indem Gleis zum Staatsbahnhof in geeigneter Weise "um die Ecke gebracht" wird und in einer Kassette endet. Bei einer Schmalspurbahn ohne die Möglichkeit, Normalspurwagen zu befördern, hat man es ohnehin immer mit denselben Wagen zu tun. Leider waren aber viele Schmalspurbahnen so lang und hatten so viele Bahnhöfe, daß die komplette Nachbildung eine Menge Platz verlangt. Bei ganz kurzen Strecken mit nennenswertem Güterverkehr zog man die Normalspur vor; Ausnahmen bestätigen die Regel.

Herbert

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.526

06.04.2009 10:07
#12 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Eine Frage an OOK hätte ich da noch zu Punkt 4.
Ist nicht auch irgendwie der Bahnhof Sieber auf der BAE , ein zum Bahnhof gewordener Fiddleyard?
Wobei Sieber nur ein bisschen länger ist als der wirkliche Fiddleyard Braunlage.

Fragt sich Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 3.599

06.04.2009 14:34
#13 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Zitat von Pfalzbahn
Eine Frage an OOK hätte ich da noch zu Punkt 4.
Ist nicht auch irgendwie der Bahnhof Sieber auf der BAE , ein zum Bahnhof gewordener Fiddleyard?
Wobei Sieber nur ein bisschen länger ist als der wirkliche Fiddleyard Braunlage.


Hallo Hubert,
da möchte ich auf mein Posting (neun Postings weiter zurück) vom 21.3. verweisen, wo ich dargelegt habe, wieso sich die Frage, ob Brl ein ausgestalteter Bf oder ein FY sein soll, nicht stellt. Aber gern noch einmal expliziter:

Sieber hatte nie einen Bahnhof, meiner ist also meine Erfindung, ich bin in der Gestaltung frei und kann dort den Betrieb stattfinden lassen, den ich für gut und logisch befinde.

Braunlage ist/war in der Realität der SHE-Endbahnhof mit Spitzkehrenfunktion für die Wurmbergstrecke, die angenommenerweise den Anfang der BAE bildet. Diesen Bahnhof voll zu gestalten, hieße, den originalen Gleisplan (zumindest in etwa) nachzubauen und dann auch den Betrieb stattfinden zu lassen, der dann sein muss, incl. ein- und ausfahrenden Zügen von/nach Walkenried und Tanne. Das ist aus diversen Gründen nicht zu schaffen.

Und noch grundsätzlicher: eine Modellbahn wie die BAE braucht einen Anschluss an das Netz, dessen Teil sie ist. Das geht nur mit einem off-line Zugspeicher, gleich welcher Art. Bei Baugrößen, wo man die Züge beim Händler kaufen kann, geht das mit staging, bei Fahrzeugknappheit, wo alles ständig wieder verwendet werden muss, nur mit Fiddle.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Bocklbahn Offline




Beiträge: 76

06.04.2009 21:28
#14 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Hallo miteinander,

ich sehe den Fiddle Yard einfach mal als eine bestimmte Form der Gattung Schattenbahnhöfe, die den Bereich der "weiten Welt" darstellen in die unsere Züge fahren, wenn sie die dargestellte Welt der Modellbahn-Anlage verlassen. Die Ausführung / Aufbau der Schattenbahnhöfe geht bei einer guten Konzeption meiner Meinung nach fest mit dem Thema / Betrieb der jeweiligen Anlage einher. So wie jedes Gleis in einem Bahnhof eine bestimmte Aufgabe hat, sollte ja auch der Schattenbahnhof entsprechend den betrieblichen Anforderungen geplant werden.

Als ich z. B. noch den reinen Oval-Betrieb machte, wurde der Schattenbahnhof einfach zum unterirdischen Abstellen der Zuggarnituren in jeweiliger Fahrrichtung verwendet. Bei meinen ersten Planungen zu einer Point-to-Point-Strecke war der Schattenbahnhof zwar immer noch unterirdisch, jedoch schon der Endpunkt der Strecke. Da ich nun als Einzelkämpfer Nebenbahnbetrieb mit vorwiegend Güterverkehr betreibe, kam ich zu den Schluß, dass ein oberirdischer FY die bessere Alternative ist, zumal die Eingriffhöhe im Untergrund höchsten 12 cm betragen hätte können.

Somit ergibt die Konzeption meiner (neu entstehenden) Friedenfelser Nebenstrecke (siehe auch meine Anlagenvorstellung) die Anforderung nach einen Fiddle Yard fast von selbst: Ich will ohne großen Aufwand schnell einen Güterzug zusammenstellen können und mit ihn auf die Strecke gehen können. Ein langes "Herumspielen" hinter den Kulissen mag ich nicht - aber das ist natürlich jetzt nur meine persönliche Einstellung und kann nicht verallgemeinert werden.

Der Vorteil des Fiddle Yard ist auch die mögliche Verwendung von Kassetten, die einen ganzen Zug aufnehmen können. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, am Fiddle Yard gar keine Weichen zur Verzweigung vorzusehen, sondern nur am Gleisstutzen entsprechende Kassetten anzuschließen. Mit etwa 5 verschiedenen Zügen pro Sitzung komme ich sicherlich gut damit aus. Baut man mehr Kassetten kann man weitere Garnituren unter dem Yard oder in einer anderen Ecke auslagern und schnell zum Einsatz bringen.

Gruß Robert

ow Offline




Beiträge: 245

08.04.2009 21:20
#15 RE: Fiddle Yards: Sinn, Funktion, Möglichkeiten und Grenzen antworten

Zitat Robert
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Der Vorteil des Fiddle Yard ist auch die mögliche Verwendung von Kassetten, die einen ganzen Zug aufnehmen können. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, am Fiddle Yard gar keine Weichen zur Verzweigung vorzusehen, sondern nur am Gleisstutzen entsprechende Kassetten anzuschließen. Mit etwa 5 verschiedenen Zügen pro Sitzung komme ich sicherlich gut damit aus. Baut man mehr Kassetten kann man weitere Garnituren unter dem Yard oder in einer anderen Ecke auslagern und schnell zum Einsatz bringen.
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Bei meiner im Entstehen begriffener N-Anlage habe ich eine derartige Lösung eingebaut. Hier die Beschreibung des FY (das ich Schattenbahnhofschublade genannt hatte, weil mir der Begriff FY nicht bekannt war). Das Fiddle Yard geht nicht an mir vorbei (oder wie der Schwabe sagt: des goht mer net am Fiddle vobei) Spaß beiseite, hier die Beschreibung die ich für eine Moba-Zeitschrift angefertigt hatte, die aber dort nicht zur Veröffentlichung geeignet schien.

Es stellte sich folgende Aufgabe: Wie konzipiere ich bei einer Anlagenlänge von 271 cm einen Schattenbahnhof mit einer Kapazität für 35 Züge (so viele haben sich bei einer Sammlertätigkeit von 35 Jahren, pro Jahr ein Zug, angehäuft). Die Gleisharfe allein für die Einfahrt würde fast die Anlagenlänge beanspruchen.
Mit einem Schattenbahnhof im Bogen habe ich bei einer früheren temporären Anlage schlechte Erfahrungen gemacht. Aufteilen in zwei oder gar 3 Etagen mit je 12 Gleisen ist nicht möglich wenn man unter der Anlage Platz braucht. Und die Kosten für 70 Weichen nebst Antrieb und Steuerung sind doch erheblich.
Und dann habe ich die Train Safe´s von HLS Berg entdeckt. Die Idee ist gut, ich wollte jedoch noch eine für meine Belange bessere und auch preisgünstigere Lösung. Lagerung und Anbindung an die Anlage von einem Punkt aus bedienbar und natürlich kostengünstig. Als dann zwei hoch belastbare, 80 cm ausziehbare, aus einem ehemaligen Karteikastenschrank ausgebaute Teleskopauszüge den Weg in meine Sammlerkiste fanden, war die Lösung da. Eine Schublade: Auf diesen Schubladenauszügen ist mein Zugdepot in zwei Etagen aufgebaut. Auf der oberen Etage können 24 Depotelemente (du nennst sie Kassetten) 120 cm lang, bzw. zwei Stück nebeneinander 60 cm lang, mit kompletten Zügen von 1,16 m Länge oder 2 mal 56 cm Länge abgestellt werden. Darunter ist noch einmal Platz für 12 Depotelemente für Züge von 86 cm Länge, die allerdings quer zur Fahrrichtung unten eingeschoben werden.
Der Zugwechsel erfolgt folgendermaßen:
Es fährt ein Zug von oben, entweder links vom Viadukt, oder rechts vom Bahnhof kommend, in das vordere leere Element ein. Dann werden links und rechts durch Hebel vorne an der Front Schiebeadapter geöffnet, die das vorderste Depotelement freigeben, die Schublade wird so weit wie nötig herausgezogen, die Sicherungsdübel werden eingesteckt und das vordere Depotelement mit dem eingefahrenen Zug kann aufgenommen und auf einen freien Platz dahinter oder unten abgelegt werden.. Das laut „Fahrplan“ nächste Element wird vorne, schon in die geplante Fahrtrichtung gedreht, von zwei Zapfen zentriert, abgesetzt, die Sicherungsdübel entnommen, die Schublade wieder eingeschoben und die Schiebeadapter werden wieder geschlossen. Der Zug ist wieder fahrbereit. Die Fahrspannung am Depotelement wird durch den Anpressdruck der Adapter gewährleistet.
Die Depotelemente bestehen aus ...die detailierte Baubeschreibung ist hier jetzt nicht interessant....... .
In längeren Betriebspausen und bei Basteltätigkeiten wird die Schublade mit ihrem wertvollen Inhalt mit einer Wachstuchplane abgedeckt. Die Plane ist am hinteren senkrechten Abschluss der Schublade befestigt. Vorne ist sie zwischen zwei Holzleisten gespannt, die genau in das vorderste freie Depotelement passen.
Bei Fahrbetrieb wird die Plane auf die Leisten aufgewickelt und hinter dem hintersten Depotelement abgelegt.

Soweit mein Fiddleyard, Fotos davon und der dazugehörende Anlagenplan muß OOK einstellen, da ich (siehe meine Vorstellung "Neuling") als PC-Greenhorn dazu noch nicht in der Lage bin.
Auf ein frohes Ostern bzw. Züglein wechsel dich.
Otto (ow)

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