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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 992 mal aufgerufen
 IV.4. So macht es das Vorbild
OOK Offline




Beiträge: 4.018

03.02.2009 11:14
Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten

Zitat von Thomas Meinhold
Bis auf zwei oder drei Gastdienste auf einem TT-Modultreffen habe ich tatsächlich nicht sonderlich viel Erfahrung im Betriebssessionalltag und das waren auch nur "einfache" Personenzüge ohne Rangieraufgaben. Wobei ich sagen muss, dass man sich da, ohne echter Betriebsbahner (bei der großen Bahn) zu sein, sehr schnell verloren vorkommt. Ich kenne z.B nicht die Bedeutung sämtlicher Signale und sonstiger Betriebsvorschriften, was aber teilweise vorausgesetzt wird.

Ich nehme mal diesen Passus vom Thomas aus dem anderen Fred als Grundlage für ein neues Thema.

Wir haben ja festgestellt, dass es z.B. beim FREMO Spezialisten mit nahezu perfekter Kenntnis der Vorbildvorschriften etc. gibt. Wir reden hier aber von unseren persönlichen Heimanlagen, und nicht jeder von uns wird diese Perfektion erlangen können und vermutlich auch nicht wollen - ich übrigens auch nicht.

Aber: ganz ohne geht es nicht!

Ich habe es auf einer großen Modulanlage auf einer Ausstellung erlebt, dass ich einen der dort Fahrenden angesprochen habe, der beim Rangieren über das Hp1 zeigende Einfahrsignal hinaus auszog, ob das so ok sei. Er schaute mich völlig verständnislos an und wusste nicht, was er mit diesem Signal zu tun haben könnte.

Nun, die drei Einfahrsignale für Sonnenberg liegen noch in ihren Kartons, aber irgendwann werden sie aufgestellt, und dann wird sich danach gerichtet. Das eigentliche "Haupt"-Signal der BAE ist jedoch die Trapeztafel, die bei uns nach alter Väter Sitte immer noch K 15 heißt. Und was die bedeutetet und was da zu beachten ist, wird als Kenntnis vorausgesetzt. Grenzzeichen stehen bei der BAE auch nicht nur aus optischen Gründen.
Es gab für die BAE II auch eine SbV, also eine "Sammlung betrieblicher Vorschriften". Das ist bei Privatbahnen das Büchlein, das die allgemeinen Fahrdienstvorschriften (FV) an die örtlichen Gegebenheiten anpasst. Sehr wichtig. Allerrdings habe ich keine Aufnahmeprüfung gemacht und die Kenntnis dieser SbV abgefragt, bevor ein Neuer einen Regler anfassen durfte. Aber wissen, was Sache ist, musste er im Prinzip dennoch.

Aber nicht alle wollten oder konnten das so ernst nehmen. Dazu muss ich folgende Begebenheit erzählen:
Eines Tages hatte ein regelmäßiger BAE-Fahrer einen Freund aus Berlin mitgebracht, der auch mal mitmachen wollte. Er besaß auch eine 0m-Lok, die er zu gerne mal auf einer größeren Anlage fahren sehen wollte. Ich teilte ihm einen simplen Personenzugdienst ohne Rangieraufgaben zu.

Groß war mein Erstaunen, als ich ihn einmal von Schluft aus nur mit seinem Lökchen in Richtung Schlufterhütte losfahren sah. Ich sagte: "Heinz, haste denn den Zugleiter gefragt?" (Ich hatte nämlich keinen Anruf gehört). Schließlich konnte man von Schluft nach Schlufterhütte wegen der großen Bergnase nicht gucken. "Nöö", sagte er gemütlich grinsend, "aba ick fahr nur ma bis ßur Ecke und kieke, ob eener kommt."

Langer Rede kurzer Sinn:
Ich halte es für sinnvoll und wichtig, wenn man denn in Richtung Betrieb schaut, sich nach und nach die Gepflogenheiten, Signale und z.T. auch Vorschriften des Vorbildes anzuschauen und zu verinnerlichen. Muss ja nicht alles auf einmal sein. Und je eher man sich für ein System für die eigene Anlage entscheidet, desto mehr kann man sich in seinen Studien spezialisieren. Ich habe mich sehr früh gegen das "Anbieten und Annnehmen" entschieden, das bei DB-Nebenstrecken früher üblich war, sondern für das Zugleitverfahren. Deswegen kann ich auch beim "richtigen" Hauptbahnbetrieb nicht mitreden. Da müssen andere was sagen.

Kleiner Tipp zum Schluß: die Ferrovikons in meinen Foren sind ein gutes Übungsobjekt. Deren originale Bedeutung und ihre Anwendung zu kennen, ist ein guter Anfang.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 485

03.02.2009 21:10
#2 RE: Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten
Ich würde auch heute noch mühelos durch jede Fahrdienstleiterprüfung rasseln, bin auch schon mal über die Rangierhaltetafel hinausgefahren (in 1:87, wo ich sie einfach trotz aller Dioptrien nicht gesehen habe) und habe auch sonst schon einiges angestellt. Deshalb bin ich bestens qualifiziert, zum Thema lichtvolles beizutragen. Mangelnde Kenntnis des Vorbildes und seiner Prozeduren (und nicht nur seiner Vorschriften) kann nicht nur Fehlplanungen zur Folge haben, sondern dazu führen, daß die Möglichkeiten, die eine Anlage bietet, nicht ausgenutzt werden. Immerhin ist es mir gelungen, das bißchen, das ich weiß, im "Selbstunterricht" wie das früher bei der Bahn hieß) zu erlernen; es kann also nicht so schwierig sein!

Herbert
Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.815

04.02.2009 15:39
#3 RE: Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten
Zur Vorbereitung für die Fahrdienstleiterprüfung :
Bahneigene Verordnungen und Dienstvorschriften (Epoche 2)

Gruß Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 4.018

04.02.2009 16:18
#4 RE: Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten

Genialer Link, Hubert. Kannte ich noch nicht. Grand

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

sieben_k Offline



Beiträge: 111

05.02.2009 22:52
#5 RE: Organisation des Güterverkehrs antworten

In Antwort auf:
fgee: Der Rangiermeister am Ablaufberg im Rangierbahnhof schaut auch nicht auf Wagennummer oder Wagenzettel. Der hat die Wagenliste in der Hand und weiss: "nach dem dritten Wagen muss ich entkuppeln, dann nach dem fünften", usw.


Ich kanns leider nicht lassen: Fast Bingo!

Der Bergmeister schaut tatsächlich weder auf Wagennr. noch Hauptzettel. Er hat, na was wohl - wieder einen Zettel. Der heißt allerdings nicht Wagenzettel oder -liste, sondern Rangierzettel und sieht ganz anders aus (siehe Anhang, ich hoffe, daß das funktioniert hat) Direkt modellbahnfreundlich, keine Nummern, nur Kürzel, und es geht tatsächlich nur um die Reihenfolge der Wagen.
Bei Bedarf rücke ich auch gerne noch die Bedeutungen heraus, sollte sich jemand einen Ablaufberg antun wollen. Sind aber auch in Band 2 der MIBA-Reihe Zugbildung enthalten.

Gruß Peter

Dateianlage:
rangierzettel.pdf
sieben_k Offline



Beiträge: 111

05.02.2009 23:42
#6 RE: Fremdbestimmtheit antworten

Zitat von Pfalzbahn
Super Diskussion hier,
Peter hast Du zu den Wagenlisten noch ein paar Details? In der Literatur werden sie zwar erwähnt, aber dem richtige Umgang damit kenne ich noch nicht


Hallo Hubert,

jetzt hätte ich beinahe deinen Beitrag nicht mehr gefunden.
Ich hab mal ein paar Wagenzettel (älteren Datums) und Wagenlisten (sogar brandneu, d.h. die gibts immer noch) angehängt.
Auszufüllen waren sie früher vom Zugführer, wurden an jeder Zwischenstation aktualisiert, und am Zielbf abgegeben.
Auf ihrer Grundlage wurden (werden) die Bremszettel erstellt - oweh, das ist wieder so ein kritisches Teil: Unverzichtbar beim Vorbild und nicht wirklich notwendig beim Modell - was macht man da wieder?
Außerdem dienen sie als lückenloser Nachweis der Bewegungen eines Wagens.
Wie sie heute wohl aufgestellt werden, ist klar, auch, daß andere Übermittlungswege zur Verfügung stehen als mit dem Pwgpr91.
Was man im Modell draus macht, hängt wahrscheinlich stark von der Achszahl der Gz ab, für mich (max 5 Wagen im Zug) sind sie ideal, aber wenn ich einen 30 Wagen Dg hätte, sähe das schon anders aus.

Peter

Dateianlage:
wagenzettel_wagenliste_DB_DR.pdf
wagenzettel_ausgefuellt.pdf
wagenliste_2007.pdf
Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.815

06.02.2009 14:37
#7 RE: Fremdbestimmtheit / Hauptzettel antworten

Hallo Peter,

für die Beispiele. Parallel dazu habe ich im Netz gestöbert (Ich werde noch der Mr. Link im Forum!), und einen Link zu dem Thema (Hauptzettel) enddeckt. Keine schlechte Alternative finde ich.

Gruß Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Mundl Offline




Beiträge: 57

24.02.2009 12:30
#8 RE: antworten
Nachdem ich nun auch in diesen Thread gefunden habe, kann ich einen "Blick über den Tellerrand" ermöglichen.
Falls jemand grenzüberschreitend Betrieb machen möchte, findet er im Anhang die Signalvorschrift, die Betriebsvorschrift, die Bremsvorschrift (mit Erklärung der Bremsbauarten), die Vorschrift für den Betrieb der TFZ und einen Dienstbehelf über die Güterwagengattungen, die in Ö unterwegs sind/waren.

Obwohl sich die Diskussion hier eher um Wagenzettel dreht, hänge ich auch noch einen Buchfahrplan als .pdf an (in dem Fall für die Lokalbahn Hohenau-Mistelbach), gemeinsam mit der Frage, ob es bei der DB nicht ebenfalls originale BFP zum downloaden gibt, nach denen sich doch hervorragend Betrieb machen ließe?
- oder habe ich da etwas grundsätzlich falsch verstanden..?
Dateianlage:
V2 Signalvorschrift.pdf
V3 Betriebsvorschrift.pdf
M26 Bremstechnik.pdf
M 22 Dienst auf TFZ.pdf
DB520 Güterwagen.pdf
BFP 840.pdf
ow Offline




Beiträge: 249

25.04.2009 11:27
#9 RE: Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten

Zitat von Pfalzbahn
Zur Vorbereitung für die Fahrdienstleiterprüfung :
Bahneigene Verordnungen und Dienstvorschriften (Epoche 2)
Gruß Hubert

Danke Hubert, ich hab ihn endlich auch gefunden (siehe meine gestrige Frage nach Literatur zum Vorbildbetrieb)
der lachende Otto (ow)

ow Offline




Beiträge: 249

14.05.2009 16:39
#10 RE: Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten

Da war doch mal was? Und ich habe es wieder gefunden !!
Beim Durchforsten alter Ausbildungsunterlagen fand ich folgendes Buch wieder:

DV408 Deutsche Bundesbahn Fahrdienstvorschrift (FV)Gültig vom 28.5.1972 an
mit vielen Handschriftlichen Randvermerkungen und eingeklebten Aktualisierungstexten.

meine Frage nun: Ist diese Vorschrift ausreichend für annähernd vorbildähnlichen Betrieb in Epoche 3 ?

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.815

14.05.2009 17:28
#11 RE: Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten
Hallo OW,

wie sagte das Radio Eriwan: "Im Prinzip ja, aber...."
In der DV408 steht ja fast alles drin (Zugleitbetrieb wäre aber zum Beispiel eine andere Vorschrift!), und ist gut um gewisse Details nachzuschlagen. Aber was brauchst und suchst Du wirklich?
Für Grundlagen würde ich eher mal im Netz stöbern (neudeutsch: googlen) und nach schon aufbereiteten Material z.B. bei Fremo gezielt suchen.
Vom MIBA-Verlag oder ALBA Verlag gibt es auch gute Bücher und Broschüren für den Anfang. Ansonsten kann man nach Artikel über das Thema in den allseits bekannten MOBA-Zeitschriften MIBA, Eisenbahnjournal oder Eisenbahnmagazin suchen. Wenn Du bestimmte Sachen suchst kann ich vielleicht helfen. Anbei mal eine Recherche bei der MIBA mit Stichwort Betrieb.

Gruß Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Dateianlage:
ReportPrinter Report.pdf
ow Offline




Beiträge: 249

15.05.2009 18:55
#12 RE: Vorbildkenntnis als Grundlage für Modellbetrieb antworten

Zitat von Pfalzbahn
Hallo OW,
wie sagte das Radio Eriwan: "Im Prinzip ja, aber...."
Gruß Hubert

danke Hubert, einige dieser Hefte habe ich sogar zu Hause irgendwo vergraben, an die einzelnen Artikel habe ich mich nicht mehr erinnert (bisher galt mein vorwiegendes Interesse Bauanleitungen ect.)
Gruß Otto (ow)

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