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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 263 mal aufgerufen
 VI.6. Ausstattung und Detaillierung
OOK Offline




Beiträge: 4.311

28.06.2020 16:49
Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Die Stadt St. Andreasberg im Harz bekam erst nach dem Krieg Kanalisation, kaum zu glauben, aber wahr. In der Fiktion meiner 0m Anlage Braunlage - Andreasberger Eisenbahn wurde diese Großaktion ca. 10-12 Jahre vorgezogen. Die BAE "spielt" nämlich im Vorfrühling 1936 , und da kann sie dann die im Betonwerk Wernigerode hergestellten Kanalisationsröhren anfahren. Und zwar viele, jeden Tag zwei Wagenladungen à vier Stück, größer ist die Kapazität nicht.


Aber wie sahen die Betonröhren damals aus? Bei meinen Forschungen für meine Bücher "Harzer Schmalspurspezialitäten" war mir schon recht früh dieses Bild in die Finger gekommen:



Kurswagenumsetzung in Eisfelder Talmühle, ca.1920


Obwohl die Kurswagenumsetzung eine sehr spannende Sache ist, geht es hier um die kleine Tiefbaustelle, vermutlich Anschluss des Abortes im Lokschuppen der GHE an die Kanalisation. Und da blieb mein Blick an den Betonröhren hängen, speziell an der stehenden. Solche wollte ich! Aber woher nehmen? Nächtelang dachte ich darüber nach, wie man solche Röhren mit bastlerischen Mitteln herstellen könnte, es fiel mir nichts Gescheites ein. Schließlich gab ich mich geschlagen und folgte dem Rat eines Freundes, doch einfach diese kleinen Rohrsegmente aus der Aquaristik zu verwenden:




Diese transportierte die BAE nun viele Jahre lang. Eigentlich war alles gut, aber die alten Betonröhren mit dem eiförmigen Querschnitt gingen mir nicht aus dem Kopf, zumal mir das Bild bei meiner redaktionellen Arbeit immer wieder in den Blick geriet.

Die Jahre gingen ins Land, dann kam der 3D-Druck auf - und ich lernte "Christian" kennen, ein auch hier im Forum bekannter und sehr begabter 3D-Drucker. Den fragte ich, ob "sowas" machbar sei. "Hast du Maße oder ne Zeichnung?" Hatte ich tätsächlich, schon vor Jahren im Internet abgefischt:



Die Maße sind bereits umgerecnete Modellmaße

Auf dieser Grundlage konnte Christian dann recht schnell die Röhren konstruieren und drucken und ich orderte eine Partie von 20 Stück.

Nun kennt Christian ja auch Jaffa und schon kam die Frage auf, ob man diese Dingerchen nicht nur für OOK, sondern auch für andere interessierte Modellbahner anbieten könne. Als Resultat findet man sie jetzt in drei Maßstäben in Jaffas Moba-Shop.


Und in St. Andreasberg (auf der BAE) wurde schnell ein neues Ladegleis mit Rampe für den Städt. Bauhof angelegt, damit das Abladen künftig noch zügiger vonstatten gehen kann.



Die ursprünglich transparenten Röhren sind mit Revell Aqua-Farbe "Steingrau" gestrichen. So, jetzt kann ich wieder ruhig schlafen.


Gruß


Otto

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.921

28.06.2020 17:54
#2 RE: Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Hallo Otto,

Dir ist schon klar dass so eine Röhre so rund 6 Tonnen wiegen kann?

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 4.311

28.06.2020 19:07
#3 RE: Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Nicht ganz:


Gruß

Otto

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

hmmueller Offline



Beiträge: 452

28.06.2020 19:12
#4 RE: Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Überschlägig gerechnet:

- Durchmesser = 20 mal 45 = 900mm, daraus Umfang ("mal pi") so ca. 2700 mm =ca. 25 dm.
- Länge = 56 mal 45 =ca. 2500 = 25 dm.
- Dicke sagen wir 1 dm.

Dann sind das 600 Liter Beton, bei einem spez. Gewicht von etwa 2,5 kg je Liter sind wir dann bei 1,5 Tonnen. Lieber 2, wegen Sockel und was weiß ich.

// EDIT: Die 1,5 waren besser ...

H.M.

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.921

28.06.2020 22:11
#5 RE: Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Okay, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil ....

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Erzgebirgsnebenbahner Offline



Beiträge: 27

29.06.2020 12:26
#6 RE: Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Nach dem Beispiel geht die Spanne von 1,2 bis zu 4,6 Tonnen. Bei den Abmaßen der BAE würde ich eine Röhre nach den Angaben der Tabelle auf 1,3 Tonnen kommen. Die Tragfähigkeit des Ow muss also mit 4 Röhren noch nicht automatisch überschritten sein.

Prinzipbedingt wird man in St. Andreasberg aber verschiedene Röhren verbauen. Am Beginn der Kanalisation mit ein paar Häusern reicht ein kleinerer Querschnitt, je weiter talabwärts man sich befindet/umso mehr Seitenstraßen einmünden umso größer wird der Rohrquerschnitt. Dazu kommen nach verschiendene Zugangsmöglichkeiten für die Reinigung, wahrscheinlich ausgeführt mit Schachtringen. So aller 50-100 m wird es da einen Zugang geben.


Ich stelle mir eher die Frage, wie entlädt man die Betonfertigteile? Selbst wenn die Kanalisation nur 2 km lang ist braucht man bei 2,5 m langen Röhren schon 800 Stück (+ eine entsprechende Anzahl Schachtringe). Als Ladearbeiter/Bauhofmitarbeiter würde ich mir da ohne Hebevorrichtung sofort einen neuen Job suchen. Das schreit nach einem Bockkran (vielleicht noch mit ein paar Feldbahnloren+Gleis, auf der die Betonfertigteile zwischengelagert werden können) oder einer Ladehilfe mit Schwenkradius (ala Derrickkran) um die Röhren auszuladen, eventuell zwischenzulagern und auf den Transport-LKW zu verladen. Mit reiner Muskelkraft ist das eine tägliche Quälerei ...

BerndK Offline



Beiträge: 260

29.06.2020 20:13
#7 RE: Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Hallo Otto,

super Idee. Auch mit Jaffa's Angebot! Da werde ich auch mal welche ordern. Als ich so im Shop gestöbert habe - in Sachen Figuren sind "große Maßstäbe" schon beneidenswert muß ich feststellen!

Viele Grüße
Bernd

OOK Offline




Beiträge: 4.311

30.06.2020 09:42
#8 RE: Beton-Kanalisationsröhren Antworten

Zitat von Erzgebirgsnebenbahner im Beitrag #6
Ich stelle mir eher die Frage, wie entlädt man die Betonfertigteile? Selbst wenn die Kanalisation nur 2 km lang ist braucht man bei 2,5 m langen Röhren schon 800 Stück (+ eine entsprechende Anzahl Schachtringe). Als Ladearbeiter/Bauhofmitarbeiter würde ich mir da ohne Hebevorrichtung sofort einen neuen Job suchen. Das schreit nach einem Bockkran (vielleicht noch mit ein paar Feldbahnloren+Gleis, auf der die Betonfertigteile zwischengelagert werden können) oder einer Ladehilfe mit Schwenkradius (ala Derrickkran) um die Röhren auszuladen, eventuell zwischenzulagern und auf den Transport-LKW zu verladen. Mit reiner Muskelkraft ist das eine tägliche Quälerei ...

Alles richtige Fragen, nur würde ich gerne die Kirche im Dorfe lassen. Ich will ja eine Schmalspurbahn betreiben und das Beiwerk nicht überbewerten. Aber ein paar Andeutungen werden vielleicht im Laufe der Zeit noch hinzukommen. Die Bewegung der Röhren aus dem Waggon auf die Rampe stelle ich mir so vor:


Zwei Mann und "Schiiiie - bung!"

Dann müsste ich aber folgerichtig die gelagerten Röhren um 90° drehen. Werde ich mal machen.

Gruß
Otto

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

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