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Modellbahnanlagen
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 IV.3. Praxis des Modellbahnbetriebes
Fdl Triptis Offline




Beiträge: 388

03.07.2019 17:36
Zugänglichkeits-Grenzfall, ein Erfahrungsbericht antworten

Hallo Forumer, zur Praxis des Modellbahnbetriebs gehören leider auch Störungen und deren Behebung; an diese Möglichkeit muss man bei der Planung denken und dafür sorgen, dass solche Reparaturarbeiten überhaupt durchführbar sind. Der wichtigte Aspekt bei dieser Problematik ist die Zugänglichkeit, die schränkt die Freizügigkeit bei der Planung generell ein.

Bei der Planung von Triptis II musste als unterste Ebene der Schattenbahnhof platziert werden, möglichst tief am Fußboden, aber so hoch, dass man an die Gerätschaften auf dieser Ebene noch herankommt, beispielsweise an die Weichenantriebe. Ich habe mich damals für eine Anlagentiefe von 75 cm entschieden, die Platte wurde mit einer lichten Höhe zum Fußboden von 32 cm eingebaut. Damit konnte ich mich gerade noch unter die Anlagenplatte legen, um beispielsweise einen Weichenantrieb auszutauschen. Löten war in dieser Position nicht mehr möglich, deshalb bekamen alle Weichenantriebe Steckverbinder für die elektrischen Anschlüsse. Die Justierung geschah durch PassStifte, die Motorantriebe wurden duch Gummibänder festgehalten. Der schwierigste Vorgang beim eventuellen Tausch war das Einfädeln des Stelldrahtes in die Stellschwelle. Der Bau des Schattenbahnhofs war im Jahr 2005, damals war ich 63 und noch viel beweglicher als heute.

Nun ist vor ein paar Wochen ein Störungs-Grenzfall im Schattenbahnhof passiert, sozusagen der Zugänglichkeits-GAU. Das zweithinterste Gleis (im Abstand von 60 cm vom Anlagenrand) ist für die Videozüge vorgesehen, deshalb sind auf diesem Gleis funktionierende Signale eingebaut, damit der Video-Lokführer auch da nach Vorschrift fahren kann. Das Zwischensignal "P" etwa in der Mitte des Abstellgleises, das den vorderen Abstellplatz im unterdischen Personenbahnhof Weida/Oppurg nach hinten begrenzt, ließ sich nicht mehr auf Hp0 stellen, wie blöd. Das Signal ist vesenkt in einer Aussparung der Anlagenplatte eingebaut, es ist auf einer kleinen Montageplatte befestigt, die ihrerseits mit etwas Abstand von unten an die Anlagenplatte geschraubt ist. Die elektrischen Anschlüsse sind als langer Kabelschwanz bis an den vorderen Anlagenrand geführt, wo sich die Klemmstelle und die Ansteuer-Elektronik befinden.

Vor paar Tagen habe ich mich an die Reparatur gewagt, hatte etwas Bammel davor, ob so ein alter MoBa-Oppi bei diesen beengten Verhältnissen da noch was machen kann?

Es ging überraschend gut! Ich konnte mich immer noch ganz gut unter die Platte legen, die beiden Schrauben waren schnell rausgedreht, das Signal ließ sich ganz leicht nach unten herausnehmen und ließ sich (dank Kabelschwanz-Anschluss) vor dem Anlagenrand prüfen. Trotz Schutzschaltung war eine Magnetspule durchgebrannt, deshalb musste ich auch die Ansteuer-Elektronik erneuern, ein passendes Märklin-Signal hatte ich noch in der Bastelkiste. Der Einbau ging in zehn Minuten; jetzt kann der Videozug wieder nach Vorschrift verkehren.

Fazit: Eine lichte Höhe von minimal 35 cm geht gerade noch, Kabelschwanz wird empfohlen, Klemmstellen und Ansteuermimik immer am Anlagenrand unterbringen, oben ist ein Abstand von ca. 60 cm gerade noch machbar.

Gruß Helmut

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