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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 531 mal aufgerufen
 VII.3. Weichen und Signale stellen
hmmueller Offline



Beiträge: 358

22.04.2019 17:18
Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Ich plane und bastle ja seit ein paar Monaten an einem mechanischen Stellwerk vor mich hin. Ziel ist, mit handhabbarer Technik (M3-Schrauben, Aluminium als Baumaterial) die vollständigen Features zu realisieren - also nicht ein Stellwerk für einen konkreten Bahnhof zu bauen, sondern eine Stellwerkstype, der eine Projektierung für beliebige Bahnhöfe erlaubt. Ja, ich weiß, ein Jahrhundertprojekt ... oder so ...

... aber immerhin habe ich heute (nach einem ersten Versuchshebel vor ein paar Wochen) ein erstes Demonstrationsmodell von genau einem Hebel gemäß meinen Plänen fertiggestellt; es tut, was es soll, auch wenn ich einige Fehler in den Zeichnungen gefunden habe. Hier sind ein paar Eindrücke - in die Details der Konstruktion gehe ich hier nicht, weil das, denke ich, nicht Fokus dieses Forums ist; irgendwann werde ich das einmal in meinem Stellwerke-Blog beschreiben (wenn das erste Verschlussregister funktioniert, denke ich).











und ein Youtube-Link, wo es sich ein bisschen bewegt.

H.M.

Gilpin Online




Beiträge: 1.397

23.04.2019 11:17
#2 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Hallo Harald,

das Ding ist eine Sensation! Verstehe ich das richtig, dass Du keinerlei käufliche Teile verwendet hast? Und wenn, hast Du das alles selbst gefertigt: gedreht, gefräst...?

Du bist sicher der erste Modellbahner, der ein Stellwerk baut ohne entsprechende Anlage - aber sicher findet sich hier jemand, der zum guten Ende die Weichen und Formsignale des Bahnhofs zusammensteckt, damit Du seine Wirkung veranschaulicht bekommst. Danke für Erläuterung, Bilder und Video,

Schöne Woche noch,
Reiner

hmmueller Offline



Beiträge: 358

23.04.2019 21:59
#3 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

- und ja, ich verwende für den mechanischen Anteil nur "Halbzeuge", also ein paar Aluprofile als Meterware. Der Grund ist, dass ich nur so alle Teile passend konstruieren kann - fertige Teile würden in ihren Maßen kommen, die schwierig zu integrieren wären. Für kommede elektrische Teile (Schalter, um Weichen oder Signale auch elektrisch zu stellen; und Magneten, um mechanische Teile zu verriegeln) werde ich aber auf käufliches zurückgreifen.

Zur Fertigung ganz kurz: Weder drehe ich, noch fräse ich: Erstens ist eine Drehbank oder Fräsmaschine weit außerhalb meines Budgets; zweitens wünsche ich mir, dass - gegebenenfalls - jeder "interessierte Laie" meine Konstruktionen nachbauen kann; zuletzt gibt es an einem Stellwerk fast nichts Rotationssymmetrisches, daher praktisch keine Anwendung fürs Drehen (Fräsen würde aber Sinn machen). Nein, an "teureren" Maschinen verwende ich

* eine Ständerbohrmaschine (von 20 Jahren im Baumarkt um 89 DM gekauft - läuft i.w. rund);
* immerhin eine größere Bandsäge (um damals ca. 400 US$; kriegt man heute um +-200 EUR) mit einem 3mm-Blatt;
* und einen kleinen Bandschleifer, den ich mir unlängst für 75 EUR zugelegt habe und dann ein wenig umgebaut.

Für alles darüber bin zu geizig. Schaun wir mal, was rauskommt - und ob ich "Unterschulenberg" schaffe ...

H.M.

Gilpin Online




Beiträge: 1.397

24.04.2019 20:14
#4 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Hallo,

klar hast Du v.a. gebohrt und gesägt. Mit Drehen meinte ich nur das oberste Teil, roter Pfeil:



Einen besonderen Schwierigkeitsgrad erkenne ich inzwischen in dem Teil mit dem gelben Pfeil als Markierung: diese fünf Finger sind wirklich der Brüller, und die Übersetzung der Drehbewegung in eine Schub(?)bewegung - wieder 'was gelernt! Ich werf' mal noch eine Technologie ein: Drahterodieren (lassen)! Zwinkerndes

Aber lassen wir mal die Serienfertigung außer acht! Ich finde, Du demonstrierst hier einen schönen, potenziell "agilen" Entwicklungsprozess mit schnellem Prototypenbau zwecks früher und steiler Lernkurve! Du sprichst davon, dass

Zitat von hmmueller im Beitrag #3
jeder "interessierte Laie" (Deine) Konstruktionen nachbauen kann;
also von Kunden. Ob diese fertige Teile kaufen oder eine Zeichnung und Tips und ob Du einen auch nur irgendwie aufwandsgerechten Preis verlangst oder eine Flasche sehr edlen Rotwein - sie sind Kunden. Und die würde ich in den Entwicklungsprozess einbinden: lass doch mal Jörn und einige der üblichen Verdächtigen ein paar Versuche mit dem Gerät an ihren Anlagen machen - zwecks raschem Nutzer-Feedback!

Du machst hier wirklich mit einer tollen Idee und deren Verwirklichung einen neuen Zweig unseres Hobbys auf!
Besten Dank,
Reiner

hmmueller Offline



Beiträge: 358

25.04.2019 22:25
#5 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Ja ich weiß nicht ... momentan bin ich noch am Basteln. Danke für die Annahme eines "agilen Prozesses" - aber ehrlicherweise ist das wohl klassischer Maschinenbau-Wasserfall: Monatelang zeichnen und immer wieder Kleinigkeiten verändern - vor allem aus fertigungstechnischen Gründen -, dann einen Prototyp bauen und daraus lernen und wieder detailfutzeln ...

Der Griff ist auch nicht "gedreht", sondern auf derselben Schleifmaschine "rundgeschliffen" - aber dabei in Kugellagerführungen grob zentriert, weil ich ein paar kleine Kugellager zuhaus hatte, vor 10 Jahren einmal sinnlos bei EBay erstanden ...

Wenn es "Verdächtige" gibt, die sich - nach ein paar Iterationen = in x Monaten - für meine Apparate interessieren, wäre das schön! - aber ich will wirklich niemandes Anlage als Versuchskaninchen verwenden - das artet schnell in Arbeit aus.

Drahterodieren - also man könnte auch wasserstrahlschneiden, tumblerpolieren und sicher noch weiteres ausprobieren. Momentan kämpfe ich eher damit, ein Gewinde exakt rechtwinklig in meine Aluräder zu schneiden, oder aber, wenn sie schief werden, den Rest der Konstruktion so tolerant zu machen, dass das auch nichts ausmacht.

Gestern hab ich einmal die Federbemessung durchgerechnet - ist schon interessant, was man da an solchen kleinen Details bearbeiten muss. Jetzt muss ich nur noch entscheiden, ob ich 175 Federn von Lieferant 1 zu je 0,2775€ oder 200 von Lieferant 2 zu je 0,255€ bestelle ... (einzeln kosten sie ca. 1,35€!! - also bestell ich gleich für die Serie - )

H.M.

hmmueller Offline



Beiträge: 358

02.02.2020 18:26
#6 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Was ist das Leben? Eine Ansammlung von Dingen, die man sich vornimmt; und ein kleiner Ausschnitt, der dann auf irgendeine Art Realität wird. Ein paar Chorstücke warten, in diesem Sinne, auf Verwirklichung. Und ein Stellwerk. So richtig viel ist, aus diversen Gründen, da nicht passiert - aber hier ist ein Video, wo sich was bewegt:

Halbfertiger Prototyp von ein paar Hebeln eines Modellstellwerks ...

Im Kopf bin ich schon viel weiter, auf Konstruktionszeichnungen auch - bis aber ein Verschlussregister tut, was es tun soll, wird's wohl noch brauchen.

H.M.

Gilpin Online




Beiträge: 1.397

02.02.2020 21:39
#7 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Hallo HM,

ich bin beeindruckt! Möglich, dass

Zitat von hmmueller im Beitrag #6
bis aber ein Verschlussregister tut, was es tun soll, wird's wohl noch brauchen.
Aber wir konnten ja auch bis jetzt aushalten zu warten. Ich freue mich auf weitere Fortschritte, und dass wir uns wieder einmal treffen! Beste Grüße,
Reiner

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 441

03.02.2020 09:54
#8 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Hallo Harald, das ist ja ein ganz toller Anfang! Wie sieht denn deine Idee vom zugehörigen Bahnhof (Unterschulenberg?) aus? Hast du schon einen kompletten Verschlussplan? Wird es vielleicht auch einen Streckenblock (und damit auch einen Felderblock mit Blockaufsatz) geben? Du hattest ja früher schon mal eine Idee, wie man die Blocksperren an den Fahrstraßenhebeln mit Hilfe von Orgelventil-Relais hinkriegen kann!

Man könnte natürlich auch im Rahmen eines Kompromisses das mechanische Verschlussregister mit einem elektrisch realisierten Felderblock kombinieren? Mir sind keine Beispiele bekannt, wo in einem Modell Verschlussregister und Felderblock vorbildgemäß mechanisch verbunden wurden. Vielleicht kennt hier jemand ein solches Beispiel?

Das schönste Stellwerk ist m. E. das von Oliver Rasch, das ist einfach ein Traum!

Mit Hp1-Gruß - Helmut

hmmueller Offline



Beiträge: 358

07.02.2020 08:59
#9 RE: Mechanisches Stellwerk - ein weiterer Versuch antworten

Hallo Helmut -

"Zugehörigen Bahnhof" wird's keinen geben - das soll ja ein genereller Stellwerkstyp für alle möglichen Fälle werden; aber Unterschulenberg ist ein sehr gutes Demobeispiel, wie ich irgendwann egschrieben habe - obwohl schon ziemlich groß ... schaun wir mal. Verschlussplan ist i.d.R. ja leicht aus dem Gleisplan abzuleiten, das ist "Handwerkszeug". Felderblock: Interessant, dass das "bei uns" zum "mechanischen Stellwerk" so dazugehört - eigentlich sind das ja eigene elektrische Einrichtungen; aber praktisch jeder assoziiert mit "mechanischem Stellwerk" die Blockfelder ...
ja, ich habe einmal eine Skizze für eines hingemalt; aber ob ich diese feinmechanische Konstruktion mit vertretbarem Aufwand hinbekomme, wird sich erst in fernerer Zukunft zeigen.

Ich muss endlich einmal mit Hebelbankkonstruktionen loslegen (und dazu wieder einmal ein halbes Kilo Aluprofile bestellen ...). Der Sommer kommt, und dann wird die Werkstatt wieder wärmer ...

H.M.

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