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Dieses Thema hat 40 Antworten
und wurde 1.573 mal aufgerufen
 VII.3. Weichen und Signale stellen
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Silbergräber Offline



Beiträge: 562

28.03.2019 12:10
Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Moin,

auch wenn die Realisierung noch in weiter Ferne ist, möchte ich diesen Spin-Off zu meinem Nordharzbahn-Thread beginnen.

Unterschulenberg ist Betriebsmittelpunkt der Okertalbahn und Ausgangsstation für die Zweigstrecke nach Oberschulenberg. Für die Hauptstrecke ist ein mechanisches Stellwerk vorgesehen, welches dem Fahrdienstleiter die Arbeit erleichtern soll. Das Rangiergeschäft und der Betrieb der Zweigstrecke spielt sich im westlichen, d.h. oberen Bahnhofsbereich ab, die Weichen sind hier ortsgestellt. Da ich in der Stellwerkstechnik nicht wirklich fit bin bitte ich Euch hier um tatkräftige Unterstützung.

Was brauchen wir zunächst alles? Klar, einen Gleisplan. Den habe ich schon mal vorbereitet:


Die Gleise 1 und 2 sind die Hauptstrecke (1) und das Kreuzungsgleis (2). die schwarz ausgefüllten Weichen sind ferngestellt, die anderen ortsgestellt. Besonderheit: zwei komplett ferngestellte Doppelweichen sowie eine doppelte Kreuzungsweiche, bei der nur das linke Zungenpaar ferngestellt ist.

Die Einfahrt in die Gleise 1-3 aus Richtung Altenau sowie 1-4 aus Richtung Oker wird über zweiflügelige Hauptsignale geregelt: Hp1 gibts nur für Gleis 1 und Durchfahrt (nur Durchgangsgüterzüge), ansonsten Hp2. Die Einfahrt aus Richtung Oberschulenberg erfolgt über die Trapeztafel mit Blinker - ein weiteres Signal halte ich für übertrieben.

Wie werden nun die Weichen und Signale numeriert?
Wie lege ich die Fahrwege fest?
Wo kommen +-Zeichen hin?

Mein Ziel ist es, im Verlauf des Threads einen "Bauplan" für das mechanische Stellwerk zu entwickeln.

LG

Jörn

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Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

28.03.2019 12:22
#2 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Hallo Jörn, ganz spontan kommt mir Schritt 1 für dich: Kilometrierungsrichtung festlegen. Danach richten sich alle weiteren Bezeichnungen.

Gruß Helmut

Silbergräber Offline



Beiträge: 562

28.03.2019 13:23
#3 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Jo, das ist einfach. Rechts ist km 7,5, links ist km 8,1.


Is that right so? Bekommt die einfach Kreuzung in dem halben Hosenträger auch eine Nummer?

LG

Jörn

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hmmueller Offline



Beiträge: 336

28.03.2019 13:33
#4 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Zufällig hab ich heut in der Früh das Projektierungskapitel in "Mechanische Stellwerke" von J.Stapf gelesen - das ist ja ein guter Anwendungsfall .

Aber vorher: Können wir kurz über Deinen Gleisplan reden? - ich möchte eine Reihe von Punkten anmerken, die ich für nicht vorbildtypisch halte - ich sage lieber "nicht vorbildtypisch" statt "nicht vorbildgerecht", weil man vieles mit "ist halt so" doch argumentieren könnte - aber da muss man dann schon explizite Gründe anführen können, von "war historisch so komisch" bis zu einem analogen Beispiel in einem anderen Bahnhof bis, vielleicht, das geht auf meiner Modellbahn aus diesem oder jenem Grund nicht.

Ich schreib die Punkte einfach der Reihe nach runter:

1. +1 für Helmuts Kilometrierungswunsch für die Hauptstrecke (die Nebenstrecke hat hier km 0) [Edit: , ist schon da!]; und auch das Empfangsgebäude einzeichnen - denn ...

2. ... die Gleisnummierung ist "verrutscht": Die Gleise werden aufsteigend vom EG mit 1 weg nummeriert - ich denke, Du hast 1 und 2 vertauscht (Du könntest auch die östereichische/DR Ost-Nummerierung verwenden ... aber das wär bei dieser Eisenbahn ziemlich unerwartet).

3. Du solltest (musst ...) auch klar entscheiden, was Haupt- und was Nebengleise sind - Hauptgleise sind (in Deutschland) jene, auf denen Zugfahrten stattfinden. 1, 2, 3 sind sicher Hauptgleise = mit Zugfahrstraßen gesichert; und aus dem "1-4 aus Richtung Oker" schließe ich, dass Du auch Gleis 4 als Hauptgleis betreiben willst.

Und jetzt wird's einen Moment theoretisch, wegen der teils ortsbedienten Weichen. So einen Anschlussbahnhof kann man prinzipiell auf zwei Arten aufbauen:

A. "Ganz getrennte Bereiche" = jedes Hauptgleis ist einer und nur einer einer Strecke zugeordnet. In Deinem Fall würde man entweder
** 1 und 2 der Strecke Altenau-Oker, 3 (und evtl. 4 - aber wozu 2 Hauptgleise für diese Nebenstrecke?) der Strecke nach Oberschulenberg zuordnen; oder
** 1, 2, 3 für Hauptstrecke, 4 für Nebenstrecke - aber da wird's dann schon sehr unangenehm auf der Nebenstrecke, wenn man nicht einmal umfahren kann.
Zusätzlich muss in so einem Fall auch gelten, dass die beiden Bereiche durch Flankenschutz vollständig voreinander geschützt sind - was bei Dir tatsächlich der Fall wäre. Nur und ausschließlich bei so einer Zuordnung kann man entscheiden, dass die Weichen der einen Strecke fernbedient, die der anderen Strecke ortsbedient sind.

B. "Überlappende Verwendung" der Hauptgleise, wie bei Dir zumindest Gleis 3, aber evtl. eben auch Gleis 4: Dann müssen alle Weichen, die für Zugfahrten auf diesen Gleisen gestellt werden (sei's wegen Befahren, sei's wegen Flankenschutz) ferngestellt sein; oder (fast) alle nicht. Das ist, wie Du ja schreibst, die betriebliche Zuordnung, die Du Dir vorstellst - aber dann wird Deine Eisenbahn eine solche Mischung der Fern- und Ortsbedienung nie und nimmer machen: Stell Dir eine Einfahrt aus Altenau auf Gleis 3 vor - da muss die Spitzenweiche aus Oberschulenberg in die Ablenkung gestellt werden (wenn 4 Hauptgleis ist), und es wäre wirklich verwegen, deswegen rauszumarschieren und die Weiche zu schlüsseln: Den einen Antrieb hätte man auf jeden Fall dann auch noch spendiert und im Stellwerk in die Verschlusslogik mit einbezogen. Analoges gilt für die zweite Hälfte der DKW. Nebstbei liegen diese beiden Weichen knapp neben anderen, fernbedienten: Das heißt, es gibt nicht einmal das Argument, dass man sich groß Drahtzugleitungen erspart hätte. Und wegen dieser "unsortierten Bedienung" hätte die Aufsichtsbehörde da auch den Kopf geschüttelt, und wahrscheinlich auch der Stellwerkshersteller.

Wir können gern drüber diskutieren, aber ich will Dich schon sehr davon überzeugen, dass Du diese beiden Weichen (Spitzenweiche aus O. und 2. Hälfte der DKW) auch fernbedient machst.

4. Wenn Gleis 3 "überlappend" verwendet wird = aus allen drei Richtungen drauf eingefahren werden kann, dann wird die Behörde auf jeden Fall ein Einfahrsignal von Oberschulenberg verlangen - dieses Signal ist ganz und gar nicht "übertrieben": Denn Fahrten auf der Hauptbahn müssen dann durch Hauptsignal geschützt werden. Die Alternative ist wirklich nur, dass die Strecke von Oberschulenberg her ausschließlich auf Gleis 4 fährt (und die Spitzenweiche von dort her während Zugfahrten immer in die Ablenkung verschlossen ist) - aber das willst Du nicht und Deine Eisenbahn nicht, unterstelle ich.

Ja, es mag sein, dass die Vorschriften das alles nicht so verlangen - aber es müsste schon irgendwas ganz Wichtiges (von Kriegsschäden über einen Investitionsstopp zu, im Gegenteil, kurz bevorstehenden Ausbauten) der Grund dafür sein, nicht nach üblichen Regeln Signale und Stellwerk zu projektieren.

Ich lass es einmal dabei - wenn wir uns da einig(er) werden, dann kann man an die Festlegung der Grundstellungen, die Fahrstraßen und die Signalisierung gehen, und danach dann die Stellwerksprojektierung.

H.M.

hmmueller Offline



Beiträge: 336

28.03.2019 13:49
#5 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Zitat von Silbergräber im Beitrag #3
Jo, das ist einfach. Rechts ist km 7,5, links ist km 8,1.

Is that right so?


Die DKW ist "falsch" nummeriert - in Deutschland kriegt die ganze DKW eine Nummer (3 bei Dir), und die Zungenpaare auf der rechten Seite werden dann mit 3a/b, die auf der linken mit 3c/d bezeichnet. So wie Du's machst ist es angenehmer, deshalb macht Helmut das so und die Österreicher ín der ganzen alten Monarchie immer schon, aber ist halt nicht "richtig deutsch" (die Nummern der Weichen ab 5 rutschen dann um 1 nach unten).

Und 6 und 7 sind vertauscht - die "hinterste Weiche" im Gleis 6 ist ja kilometrisch "rechtser" als die im Gleis 4, also muss sie die kleinere Nummer kriegen. Aber da wird niemand groß was sagen, wenn so wie bei Dir nummeriert worden ist, "weil halt".

Aus demselben Grund wäre Dein 10 eigentlich 8, und 8 und 9 wären 9 und 10.

Zitat von Silbergräber im Beitrag #3

Bekommt die einfach Kreuzung in dem halben Hosenträger auch eine Nummer?


Ja mei - ich sag einmal "nein" - schreib "Kr" daneben, und es hat sich. Formal kriegen die Dinger in größeren Bahnhöfen Nummern, manchmal römische (Kr I, Kr II), manchmal auch arabische - aber wenn's nur eine gibt, wozu?

H.M.

Silbergräber Offline



Beiträge: 562

28.03.2019 14:31
#6 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Super, vielen Dank für die Rückmeldung.


So sieht es nun aus. Über die Bezeichnung Gleis 1/2 und 3/4 können wir gerne reden; historisch gab es 1/2 zuerst und erst später kam 3/4 dazu. Wenn man dann die Gleisnummern geändert hätte, würde ich das noch nachholen.
Gleis 4 dient eigentlich als Umfahrgleis. Hintergrund war, dass auf Gleis 3 bereits ein Güterzug steht und ein weiterer Güterzug nach Oberschulenberg aus Richtung Oker einfährt. Wir können uns aber gerne darauf einigen, dass in Gleis 4 keine Zugfahren stattfinden.


Dies wäre - nur mal nebenher - eine Minimallösung: Zugfahrten auf der Hauptstrecke nur über 1 und 2; es müsste umgesetzt werden, um nach 3/4 zu gelangen.

LG

Jörn

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hmmueller Offline



Beiträge: 336

28.03.2019 15:17
#7 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Jaha - die schauen doch beide großartig aus!

Und die Sache mit den Gleisnummern - das hab ich letztes Jahr im Mai, als ich da auch ein wenig mitgelesen und -diskutiert habe, nicht mitgekriegt: Aber das ist ja ein Identelement par excellence! - fällt nur Eingeweihten auf, die regen sich auch fürchterlich auf (ich z.B.) und werden dann ganz klein und strahlen, wenn sie die Historie lernen. Auf jeden Fall so lassen (nur wie wirklich? auf den letzten Plänen sind 3 und 4 andersrum wie beim ersten ...)!

// Edit: ... auch wenn die Geschichte "nur" gut erfunden ist - "se non e vero e ben trovato" ...

// Edit: Aber wenn das so war "historisch gab es 1/2 zuerst und erst später kam 3/4 dazu", war da zwischen EG und Gl.1 genügend Platz für 3 und 4? - das wäre ja schon untypisch gewesen, weil man normalerweise das EG nah dran ans erste Gleis baut - vielleicht ist noch ein Ladegleis o.ä. dazwischen, aber Platz für zwei Gleise? Oder ist (sagst Du) das EG neu gebaut worden, als die Stichstrecke dazukam?

Das a/b und c/d ist m.E. noch falsch herum - das geht auch "mit der Kilometrierung" = a/b ist "vor" c/d. Und wenn Du nett bist, malst Du noch die zwei Strichlein zur DKW, damit sie keine Kreuzung ist ...

H.M.

Silbergräber Offline



Beiträge: 562

28.03.2019 15:50
#8 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Wahrscheinlich hat man 1/2 im Zuge der Erweiterung etwas nach Osten verschoben... Ok, ich ändere es. Aber vorher würde ich gerne wissen, ob die Nebengleise so richtig bezeichnet sind (außer das Gleis zum Lokschuppen) oder ob da auch noch was gedreht werden muss.


Große Lösung


Kleine Lösung

Ich tendiere zur großen Lösung, wenngleich: solche Dinger sind ja bei Schmalspurbahnen eher ungewöhnlich, aber hier hatte man mit der Preussag wohl einen potenten Geldgeber als Hauptfrachtunden im Hintergrund.

LG

Jörn

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hmmueller Offline



Beiträge: 336

28.03.2019 17:55
#9 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Ja das mit den Nebengleisnummern - da gab's zwar auch in alter Zeit Regeln, aber die wurden immer sehr lässig gehandhabt, scheint mir. Eigentlich gibt's nur zwei Möglichkeiten:

a) So wie's ist, ist's gut - und fertig. "Wer viel fragt, geht viel irr", sagte mein Vater ...

b) Es gibt in dieser Region eine "allgemeine Übung", wie man's macht - das wäre wohl ein sehr spezielles Interessen- und Forschungsgebiet ("Regionale Nummerierungen von Nebengleisen auf Nebenbahnen im Spiegel der Zeit"?), also noch nerdier als was hier so ... ich sag jetzt nichts weiter.

Die große Lösung ist schon gut. Gstadt in Niederösterreich hatte, als Abzweigbahnhof auf einer 760mm-Schmalspurbahn, auf der Seite der beiden ausgehenden Strecken jeweils ein Einfahrsignal; und alle Weichen fernbedient. Ich habe die Anlage nach der Umrüstung auf Lichtsignale aufgenommen, es gibt auch noch Aufnahmen aus der Formsignalzeit.

H.M.

Silbergräber Offline



Beiträge: 562

29.03.2019 11:58
#10 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

So, im nächsten Schritt habe ich die Grundstellungen der fernbedienten Weichen festgelegt. Muss das auch für die ortsbedienten Weichen erfolgen?



Bei der DKW soll die Grundstellung so sein, dass das Zungenpaar 3a/b Zugfahrten, die über Weiche 1 aus Richtung Oker kommen, auf Gleis 2 leiten und Züge von 2a auf Gleis 2. Das Zungenpaar c/d dagegen ist der Flankenschutz und leitet in Grundstellung Zugfahrten von 1 und 2 nach 2a. Bei beiden Doppelweichen ist der mittlere Strang die Grundstellung.

Sind die (+) richtig gesetzt?

Die Weichen 1und 3a/b sowie 7 und 9 können paarweise gestellt werden, wenn das die Sache vereinfachen sollte.

So, jetzt kommts. Der Bahnhof ermöglicht folgenden 18 (!!) Fahrstraßen:

aus Altenau nach Gleis 2
aus Altenau nach Gleis 3
aus Altenau nach Gleis 4

aus Oker nach Gleis 1
aus Oker nach Gleis 2
aus Oker nach Gleis 3
aus Oker nach Gleis 4

aus Oberschulenberg nach Gleis 1
aus Oberschulenberg nach Gleis 2

von Gleis 1 nach Oberschulenberg
von Gleis 1 nach Oker

von Gleis 2 nach Oberschulenberg
von Gleis 2 nach Altenau
von Gleis 2 nach Oker

von Gleis 3 nach Altenau
von Gleis 3 nach Oker

von Gleis 4 nach Altenau
von Gleis 4 nach Oker

Ok, eigentlich sind es "nur" 9, weil jeweils einmal rein, einmal raus - aber da werde ich mich wohl beschränken müssen?

Grüße

Jörn

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hmmueller Offline



Beiträge: 336

29.03.2019 12:20
#11 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Zitat von Silbergräber im Beitrag #10
Muss das auch für die ortsbedienten Weichen erfolgen?

Ja - man könnte fast sagen "vor allem für die".
Zitat von Silbergräber im Beitrag #10

Bei der DKW soll die Grundstellung so sein, ... Das Zungenpaar c/d dagegen ist der Flankenschutz und leitet in Grundstellung Zugfahrten von 1 und 2 nach 2a.

... daher das linke Plus nach oben - siehe + Zeichen in Gleisplänen (und es leitet nicht Zugfahrten, sondern Fahrzeuge nach 2a - Zugfahrten kommen nie nach 2a; Mann, bin ich ein Nietenzähler ...)
Zitat von Silbergräber im Beitrag #10

Die Weichen 1 und 3a/b ...

Ne, c/d.
Zitat von Silbergräber im Beitrag #10

... sowie 7 und 9 können paarweise gestellt werden, wenn das die Sache vereinfachen sollte.

Im Regelfall ist das in echten mechanischen Stellwerken nicht möglich, weil die Weichen dann nicht aufgefahren werden konnten (das hätte den zweiten Antrieb "mitgerissen"). Andererseits gibt's da die 12SA-Stellwerke auf der österreichischen Ybbstalbahn, wo das genau so war - allerdings bezweifle ich "aus dem Bauch heraus", dass es in Deutschland solche Stellwerkstypen gegeben hat. Es kommt also drauf an, was Du Dir einbildest, welche Stellwerkstechnik auf Deinem Bahnhof verbaut war. Für ein richtiges mechanisches Stellwerk, das Du Dir vielleicht bauen willst, sparst Du jedenfalls Hebel = Geld und Bauzeit ...
Zitat von Silbergräber im Beitrag #10

Der Bahnhof ermöglicht folgenden 18 (!!) Fahrstraßen: ... aber da werde ich mich wohl beschränken müssen?


Ach ne - das ist doch gut so. Aber, naja, Du würdest 6 Fahrstraßenhebel links und 4 rechts brauchen, zusätzlich zu den 6 Weichen- und 5 Signalhebeln ... das muss man erst einmal aufbauen.
// Edit: ... wobei: Weil es bei Dir keine Ausfahrsignale gibt und keine Weichenriegel, kann man natürlich wirklich nur die 9 "Fahrwege" über Fahrstraßenhebel verschließen, und dann braucht man links 3 und rechts 2.

Grüße
H.M.

Silbergräber Offline



Beiträge: 562

29.03.2019 14:31
#12 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Zitat von hmmueller im Beitrag #11

Zitat von Silbergräber im Beitrag #10

Bei der DKW soll die Grundstellung so sein, ... Das Zungenpaar c/d dagegen ist der Flankenschutz und leitet in Grundstellung Zugfahrten von 1 und 2 nach 2a.

... daher das linke Plus nach oben - siehe + Zeichen in Gleisplänen
Zitat von Silbergräber im Beitrag #10

Die Weichen 1 und 3a/b ...

Ne, c/d.




Hier mal ein Bild von der Baustelle mit der DKW in Grundstellung. Sicher, dass a/b und c/d vertauscht habe?

Grüße

Jörn

H0m ist ein Ponyhof!
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Fdl Triptis Offline



Beiträge: 422

29.03.2019 16:50
#13 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Hallo, ich bin richtig froh, dass ich in meiner Anlage die vereinfachte Darstellung der DKWs gewählt habe, indem ich die DKW in zwei mit der Spitze aufeinander zeigende Weichen (hier 3 und 4) aufgelöst habe, obwohl das nach den deutschen Vorschriften nicht korrekt ist, nämlich so, wie es Jörn anfänglich für die DKW 3 (neu) gedacht hat:


Wenn man die deutsch-korrekte Bezeichnung wählt, dann wird das mit der Position der Zungen etwas schwierig: Die Zungen der Weiche 3 (alt) liegen nämlich genau unter der Weiche 4 (alt)! Und umgekehrt. Deshalb wird es mit der Reihenfolge der Zungen schwierig, besonders, wenn es daran geht, einen Verschlussplan aufzustellen oder die Plus-Zeichen zu setzen. Da hab ich mich doch gut um dieses Problem herumgedrückt!

Mit Hp1-Gruß - Helmut

hmmueller Offline



Beiträge: 336

29.03.2019 18:49
#14 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Oh Mann, was für ein Bilderthread ...

Die Nummerierung und Grundstellung im Bild ist korrekt (soll heißen, gemäß den üblichen Konventionen), und was ich sage, auch (denke ich ...).

Ich erlaub mir, ein bisschen auszuholen - eigentlich sollte ich hier nur "offene Türen einrennen", aber vielleicht ist ja doch irgendwo was unklar:

* Zur Nomenklatur: Eine normale Weiche hat ein Zungenpaar; eine EKW hat zwei, und eine DKW hat vier. In Deutschland wollte man den einzelnen Zungenpaaren Bezeichnungen geben (warum auch immer - ich vermute einmal, wegen Wartungsvorschriften: "Die linke Zunge des Zungenpaars so-und-so muss getauscht werden"), und dabei wurde und wird so bezeichnet:

- Eine Weiche hat eine Nummer; und das eine Zungenpaar braucht keine eigene Zusatzbezeichnung.
- Eine EKW hat auch eine Nummer; und die zwei Zungenpaare auf den beiden Seiten haben die Zusatzbezeichnungen a und b.
- Eine DKW ditto; und ihre vier Zungenpaare heißen a, b, c, d, wobei "im Kreis herum" gegen den Uhrzeigersinn ("mathematisch positiv" für die, die sich noch an die Quadranten im Koordinantensystem erinnern) bezeichnet wird:



Auf der einen Seite sind also die Paare a und b, auf der anderen c und d (oder, ganz eigentlich, finde ich, d und c, wenn man konsequent von oben nach unten bezeichnet - aber das ist jetzt Haarspalterei). Daher kommen die zwei Kürzel a/b und c/d für die beiden Hälften.

In einem Gleisplan stellt sich nur noch die Frage, auf welcher Seite man a/b hinschreibt (bzw. bei einer EKW a) - und da ist einfach die Regel, dass die Buchstaben wie die ganzen anderen Nummern (von Weichen und Sperrschuehn) und Buchstaben (z.B. von Signalen) der aufsteigenden Kilometrierung folgen. Deshalb ist korrekterweise auf Deinem Foto a/b rechts, weil näher an 1 als c/d. In alten Gleisplänen wurden die vier Buchstaben auch schön im Kreis herum angeordnet - auf www.gleisplaene.de sieht man in der "Gallerie 4" im Gleisplan von Buxtehude eine ganze Reihe; hier ist ein unscharfer Ausschnitt davon - die Buchstaben an EKW und DKW kann man aber erkennen; die Kilometrierung geht von links nach rechts, also umgekehrt wie bei Dir:



Bei der DKW 20 hat der Zeichner die Buchstaben vergessen; und man kann sich fragen, wie es die DKW 17 in der Nummerierung zwischen die beiden Teile der Dreifachweiche 16/18 geschafft hat:



(Helmut, da sieht man auch, wie rund ums Signal E Buchstaben und Zahlen gefrickelt wurden - übersichtlich kann man das nicht nennen. Einfache Nummern sind besser - wobei ich da als Österreicher allerdings nicht ganz objektiv sein dürfte).

* Zur Funktion Deiner DKW: Ich denke, es ist offensichtlich, dass Dein Zungenpaar-Paar 3c/d ein von links kommendes Fahrzeug je nach Stellung entweder ins Gleis 2a oder zur Weiche 1 schickt: Deshalb sind 3c/d und 1 die beiden Stellelemente der Gleisverbindung, und deshalb müssen sie auf einen Hebel gelegt werden, wenn man paarweise stellen will. Die Zungenpaare c/d sind daher auch die für den Flankenschutz gegenüber dem durchgehenden Hauptgleis verantwortlichen.

Die Zungenpaare 3a/b sind davon ganz unabhängig - sie schicken ein von rechts kommendes Fahrzeug nach Gleis 1 oder 2, vollkommen unabhängig davon, ob es aus Gleis 2a kommt (wie in Deinem Bild) oder von der Weiche 1, wozu die Zungen 3c/d andersrum stehen müssen (aber nur, weil sie sonst aufgefahren werden, was nicht ok ist - das Ziel bestimmen sie in diesem Fall des von rechts kommenden Fahrzeugs nicht).

H.M.

Silbergräber Offline



Beiträge: 562

29.03.2019 19:05
#15 RE: Ein Stellwerk für Unterschulenberg antworten

Ja klar! Jetzt habe auch ich es verstanden. 💡💡

H0m ist ein Ponyhof!
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