Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 15 Antworten
und wurde 676 mal aufgerufen
 VII.3. Weichen und Signale stellen
Seiten 1 | 2
absolute_Null Online



Beiträge: 178

07.03.2019 14:45
Schlossbrett antworten

Hallo zusammen,

in einem anderen Forum hatte ich das Schlossbrett schon vorgestellt.

Mein Modulbahnhof Schmiedeberg wird in der Regel unbesetzt sein, so dass es sinnvoll ist eine gewisse Sicherungstechnik einzubinden, um die Fahrwege zu sichern. Ein Schlossbrett bietet sich dabei als leicht umzusetzende Lösung an.



Die verwendeten Schlösser stammen dabei von OUTBUS und sind identisch mit denen der entsprechenden Weichenbetätigungen vor Ort an den Modulen. Den Riegel habe ich über Harald Brosch fertigen lassen und die Schlossblenden und Riegelführungen sind eine Eigenkonstruktion.



Der Bau des Schlossbretts, welches später an der Modulaußenkante in der Nähe der (Modell-)Diensträume der Wartehalle mit zwei Flügelschrauben befestigt wird, ist eigentlich recht simpel.

Als erstes habe ich dafür das Brett aus 12 mm Birke Multiplex beidseitig mit weißer Lack-Lasur von Clou gestrichen. Die Farbe ist nicht ganz deckend so dass das Brett aussieht, als wenn es gewisse Abnutzungserscheinungen aufweist.



Als nächstes habe ich die Einzelteile der Schlossblenden mit einem Bastelmesser aus den einzelnen Rahmen getrennt und mit einer kleinen Feile die Schnittkanten versäubert.



Danach folgte das Verkleben des Bodens mit den Seitenteilen.

Der Boden selbst ist nötig, da einige Niete und Schrauben beim Schloss hervorstehen, die im großen Loch des Bodens ihren Platz finden und so nicht weiter stören.
Die Ecken und Kanten des Vorbilds (siehe oben) sind abgerundet, was ich - der Einfachheit halber - jedoch nicht abbilde.



Als nächstes wird der Deckel verklebt. Hier dient die Dopplung zum Höhenausgleich. (Unterlegscheiben wären auch gegangen, aber so bringe ich etwas mehr Stabilität rein und die Ränder können als Anschlag zur Positionierung des Deckels dienen.)



Auf der Oberseite wird um das Schlüsselloch noch eine Blende geklebt um ein wenig vom glatten und eckigen Charakter des Schlosses abzulenken.



Nach dem Trocknen der Farbe habe ich in das Brett ein Loch gebohrt, um später die Schraube des Riegelgriffs wieder festschrauben zu können, falls diese sich irgendwann löst.



Dann habe ich auf dem Brett die Positionen der Schlösser - mit Hilfe des Riegels - festgelegt und die Befestigungslöcher der Schlösser angerissen und mit meiner Kleinbohrmaschine vorgebohrt.



Als nächstes habe ich die Schösser zusammen mit den Blendenböden auf das Brett geschraubt.



Nebenbei habe ich vorbereitend die Riegelführungen zusammengeklebt.



Danach habe ich den Riegel zwischen die Schlösser gelegt und mit den Führungen auf dem Brett befestigt.

Die Riegelanschläge wurden so positioniert, dass in den Endlagen die Schlösser genau in den Aussparungen zu liegen kommen. Führungen und Anschläge sind verklebt und verschraubt. Ich denke nicht, dass hier etwas kaputt gehen kann oder mal getauscht werden muss.



Zum Schluss wurden die Blendendeckel aufgeschraubt, so dass die Schlüssel nun nur noch im verschlossenen Zustand abgezogen werden können.



Ohne einen Schlüssel vom Schlossbrett kann keine Weiche in Schmiedeberg gestellt werden. Mit dem sog. Zugführerschlüssel (Zf-Schlüssel) kann das linke Schloss aufgeschlossen und der Riegel verschoben werden, so dass die anderen Schlösser wiederum verschlossen werden können und somit die Schlüssel zum Stellen der Weichen frei werden.

Nach Beenden der Rangiertätigkeiten müssen alle Schlüssel wieder im Schlossbrett stecken, um den Zf-Schlüssel frei zu bekommen. Damit sind dann wiederum alle Weichen verriegelt und die Fahrstraßen gesichert. (Wer den Zf-Schlüssel mal vergisst, wird dies sicherlich im nächsten Bahnhof mit ähnlicher Technik - mit Entsetzen - feststellen! ;)

Danach wurden die Schlösser beschriftet und die Blende des Zf-Schlüssels noch gegen eine grüne getauscht. (Fand ich optisch interessanter!)



Schilder (Aufkleber) waren am einfachsten umzusetzen und sind auch beim Vorbild zu finden.



Sind die Schlüssel frei, können am Modulrand vor Ort die Gleissperren und Weichen betätigt werden.





Gruß
Joachim

absolute_Null Online



Beiträge: 178

07.03.2019 14:46
#2 RE: Schlossbrett antworten

anbei noch der Gleisplan, der dem Schlossbrett zugrunde liegt:



Dieser Gleisplan spiegelt einen der letzten Zustände von Schmiedeberg wider.
Für die eigentliche Modulplanung habe ich ein Meßtischblatt zur Hilfe genommen, da ich so nah wie möglich am Vorbild bleiben wollte.
Dabei war es mir wichtig alle markanten Punkte komplett darstellen oder zumindest anreißen zu können. Auch sollten die Module einem Raster folgend immer die gleiche Größe aufweisen.



Schematisch sieht das Ganze dann so aus.




Gruß
joachim

OOK Offline




Beiträge: 4.138

07.03.2019 16:47
#3 RE: Schlossbrett antworten

Danke fürs Einstellen, Joachim. Für mich sehr spannende "Lektüre". Muss mich noch reinvertiefen, aber eine Frage gleich nach dem ersten Blick auf deinen Schemagleisplan. Könnte es sein, dass das + bei W8 falsch sitzt? So kann man den Bahnhof nicht ohne Weichenbedienung durchfahren.
Das mag ja gewollt sein, aber mich wunderts.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

absolute_Null Online



Beiträge: 178

08.03.2019 08:18
#4 RE: Schlossbrett antworten

Hallo Otto,

erwischt!
Das ist durchgerutscht.
Zunächst war Gleis 1 als Hauptgleis vorgesehen, bis ich in der Literatur gelesen habe, dass die Züge nur bei Zugkreuzungen und anderen Ausnahmefällen in Gleis 1 eingefahren sind. Hauptgleis war Gleis 2, da der Abstand von Gleis 1 zur Wartehalle sehr gering war.
Bei der Korrektur des Plans habe ich Weiche 8 wohl übersehen.

Danke!
(Das ist überall falsch! Muss ich gleich ändern!)


Gruß
Joachim

OOK Offline




Beiträge: 4.138

08.03.2019 13:32
#5 RE: Schlossbrett antworten

Zitat von absolute_Null im Beitrag #5
...bis ich in der Literatur gelesen habe, dass die Züge nur bei Zugkreuzungen und anderen Ausnahmefällen in Gleis 1 eingefahren sind. Hauptgleis war Gleis 2,

Alles klar, und sogar schon aktualisiert.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

OOK Offline




Beiträge: 4.138

09.03.2019 07:41
#6 RE: Schlossbrett antworten

Haben den Strang getrennt.
Hier bleibt es bei Sinn und Anfertigung eines Schlossbrettes im Modell

Neuer paralleler Strang: "Wohin gehören +-Zeichen?" hier im gleichen UFU mit dem Lehrgang zur Positionierung der +-Zeichen

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

jaffa Offline




Beiträge: 122

10.03.2019 18:34
#7 RE: Schlossbrett antworten

Hallo Joachim,

neben dem betrieblichen Konzept und Nutzen hat es mir auch die handwerkliche Umsetzung angetan.

Du schreibst lapidar:

Zitat
Als nächstes habe ich die Einzelteile der Schlossblenden mit einem Bastelmesser aus den einzelnen Rahmen getrennt und mit einer kleinen Feile die Schnittkanten versäubert.



Meine Frage: Wie sind denn die Einzelteile in den Rahmen gekommen? Du schreibst, dass das eine Eigenfertigung ist. Es sieht mir aus. als sei das CNC gefräst. Heißt: Du hast so eine Maschine und beherrschst das Metier? Welches Material hast du dafür benutzt? Die Stärke schätze ich auf 3 mm?!

Gruß --- Jürgen


Mein Modellbahnprojekt: »Innerstetalbahn«
Meine Modellbahner-Serviceseiten mit Gleisplan- und Tipps&Tricks-Datenbanken: www.moba-trickkiste.de

absolute_Null Online



Beiträge: 178

11.03.2019 07:06
#8 RE: Schlossbrett antworten

Hallo Jürgen,

leider muss ich Dich enttäuschen!
Ich besitze keine eigene Fräse.

Ich zeichne die Teile zwar selbst (solange es 2D ist), aber die Fertigung übernimmt ein Dienstleister, wobei ich die gesamte Bandbreite nutze: Fräsen, Lasern, Wasserstrahlschneiden, Ätzen, Drehen, Gießen, Drucken...
Würde ich für alles einen Maschinenpark haben (meist reicht ja eine Maschine nicht aus), würde das mein Budget deutlich übersteigen.
Hinzu kommt die professionelle Anwendung solcher Maschinen, was auch gelernt sein will bzw. zumindest Übung erfordert.
Ein Dienstleister ist da deutlich billiger, auch wenn er teuer erscheint.

Der Riegel ist gelasert.
Die Blenden sind gefräst.
Das Material ist 2,0 mm Polystyrol.


Gruß
Joachim

absolute_Null Online



Beiträge: 178

11.03.2019 07:55
#9 RE: Schlossbrett antworten

Hallo zusammen,

das Schlossbrett ist wohl eigentlich ein Schlüsselwerk.

Ich finde die Bezeichnung Schlüsselwerk zwar etwas hochtrabend und beim FREMO ist das Wort "Schlossbrett" umgangssprachlich gang und gebe, aber anscheinend nicht korrekt. (siehe http://www.lcu.de/person/epterode/sicherung4.html)


Gruß
Joachim

hmmueller Offline



Beiträge: 336

11.03.2019 12:51
#10 RE: Schlossbrett antworten

.... eine Klein(st)igkeit zum Gleisplan, die aber nichts mit der Sicherungsanlage zu tun hat: Auf der rechten Seite fehlt eine Trapeztafel; oder ist links eine zuviel, weil eh nicht gekreuzt werden kann? ... da kenne ich die genauen Vorschriften nicht, gebe ich zu.

Könnten Trapeztafeln auch "von früher" übriggeblieben sein, als man noch kreuzte - oder man lässt sie stehen, weil man später einmal wieder kreuzen können möchte?

Aber: Wie geht das, wenn das ganze eine Awanst ist? - dann wird doch auch der Zf-Schlüssel dem Bedienungszug mitgegeben; wenn nun ein anderer Zug durch"will", dann muss der Bediener sich einsperren, Sicherungsanlage in Grundstellung - und dann dürfte der Bediener den anderen Zug doch mit - . - reinrufen, oder? ... und dann sind in diesem Fall doch TrapeztafelN sinnvoll und nötig ...

H.M.

OOK Offline




Beiträge: 4.138

11.03.2019 12:58
#11 RE: Schlossbrett antworten

Zitat von absolute_Null im Beitrag #9


das Schlossbrett ist wohl eigentlich ein Schlüsselwerk.
Ich wage nicht zu sagen: stimmt nicht, dazu weiß ich zu wenig, aber meiner Ansicht nach ist jeder dieser blauen Kästen in denen ein Schlüssel was riegeln kann, ein Schlüsselwerk.
Was sagt denn Hartmut dazu?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

absolute_Null Online



Beiträge: 178

11.03.2019 14:48
#12 RE: Schlossbrett antworten

Hallo H.M.

das Vorbild sagt was anderes.
Es gab nur auf der einen Seite eine Trapeztafel.
Der Bahnhof war ja beim Vorbild besetzt und die Züge aus Richtung Kipsdorf fuhren (entsprechend langsam) durch den Ort (auf der Straße, zusammen mit Autos und Fußgängern) in den Bahnhof.
Wahrscheinlich haben die Beamten vor Ort das Ganze irgendwie geregelt.





Ok, beim unbesetzten Modulbahnhof macht eine 2. Trapeztafel Sinn.
Ich gehe mal in mich.


Gruß
Joachim

OOK Offline




Beiträge: 4.138

11.03.2019 16:30
#13 RE: Schlossbrett antworten

Hochinteressante Vorbildsituation. Kann aber eigentlich nur bedeuten, dass die Züge, die von der Seite ohne Trapeztael kamen, grundsätzlich einfahren durften. Wäre interessant zu erfahren, wie es gehändelt wurde, wenn eben dieser Zug +30 fährt, der andere aber pünktlich ist.
Im Übrigen ist das Aufstellen von Trapeztafeln ja nicht auf unbesetzte Betriebsstellen beschränkt. Auch auf besetzten muss die Reihenfolge der Einfahrt geregelt sein.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

hmmueller Offline



Beiträge: 336

11.03.2019 19:43
#14 RE: Schlossbrett antworten

Zitat von OOK im Beitrag #11
Zitat von absolute_Null im Beitrag #9


das Schlossbrett ist wohl eigentlich ein Schlüsselwerk.
... jeder dieser blauen Kästen [ist] ein Schlüsselwerk.
Was sagt denn Hartmut dazu?


Ich bin zwar nicht Hartmut, aber ich riskiere was dazu zu sagen: Ich bin sehr sicher, dass die Nomenklatur so ist:

Die ganzen Apparate mit vielen Schlössern heißen Schlüsselwerk - siehe auch die Erklärung in der Wikipedia. Davon kenne ich mit Bildern belegt in Deutschland und Österreich folgende Bauarten:

- Einheitsschlüsselwerk (D) (ein Bild davon ist hier auf stellwerke.de zu sehen);

- Vereinfachtes Schlüsselwerk (D) = das, was hier als "Schlossbrett" bezeichnet wird (Bilder siehe oben); die Bezeichung "Vereinfachtes Schlüsselwerk" kommt zumindest auf der stellwerke.de-Seite mit dem Einheitsschlüsselwerk im letzten Absatz vor.

- Zentralschloss (A). Bilder gibt's in meinem Stellwerke-Blog massenweise, z.B. in diesem Posting einen Bahnhofsteil von Wiener Neustadt.

- Trommelschlüsselwerk (A) - ein typisches Behelfsschlüsselwerk aus Österreich. Ohne Blockfelder ist hier eines dokumentiert, mit Blockfeldern hier oder auf diesem Bild aus dem Stellwerksmuseum in Hradec Králové (Königgrätz) (Bild von der Seite http://www.rainer.magic-of-fire.com).

- Zuleger'scher Schlüsselkasten (A), eine kleine Form eines Trommelschlüsselwerks - die es sicher nirgends mehr gibt -, z.B. hier in meinem Blog oder hier.

- Nur auf der Seite http://www.rainer.magic-of-fire.com gibt es ein Bild eines "Bruchsal-Schlüsselwerks".


Wenn man die Schlüssel ohne Schlösser aufhängt, um optisch zu prüfen, ob alle notwendigen da sind, dann heißt das "Schlüsselbrett".

- In D sind Schlüsselbretter mit Passungen versehen, sodass man jeden Schlüssel nur an "seiner" Stelle aufhängen kann. Ich kenne davon nur diese Abbildung im "Röll" von 1912.

- In A fehlen solche Passungen, dafür sind große Symbole vorhanden. Bilder gibt es hier, hier (sehr groß!) oder hier, in "negativ".

H.M.

hmmueller Offline



Beiträge: 336

11.03.2019 19:58
#15 RE: Schlossbrett antworten

Zitat von absolute_Null im Beitrag #12
Wahrscheinlich haben die Beamten vor Ort das Ganze irgendwie geregelt.

Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen - sowas wurde sicher offiziell = in der Bahnhofsfahrordnung festgelegt. Aber dort kann natürlich gestanden sein: "Züge aus Richtung Kipsdorf fahren bei fahrplanmäßiger Kreuzung bremsbereit bis kurz vor die Spitzenweiche und warten dort das Signal "Kommen" ab" oder so irgendwas ... und schon hat man sich die Trapeztafel mitten auf der Dorfstraße erspart.

H.M.

Seiten 1 | 2
 Sprung  

 

Harz-Bahn-Forum

BAE-by-OOK

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz