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Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

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Dieses Thema hat 64 Antworten
und wurde 5.276 mal aufgerufen
 II.3. Planen von Anfang an
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Klaus Weibezahn Offline



Beiträge: 49

21.12.2018 17:01
#16 RE: Lippstadt antworten

Moin Stefan,

ich weiß, wie das ist, wenn man Modellbahnmaterial erbt; es ist problematisch, weil viele Erinnerungen damit verbunden sind, man selbst aber als später Geborener natürlich ganz andere Erfahrungen im Leben gemacht hat ...

Fakt ist, Du hast historisches Material geerbt, was IMHO für eine Fahranlage geeignet ist, aber kaum zum feinfühligen Rangieren (das waren die Modell-Eisenbahnen aus den 60er und 70er Jahren eigentlich nur in den seltensten Fällen); das Bewusstsein für gut laufende (entsprechend untersetzte) und gut kuppelnde, weitgehend maßstäbliche Fahrzeuge hat sich erst später entwickelt. Deshalb denke ich, dass es nicht zielführend ist, die Eisenbahn in Lippstadt in der beschriebenen Weise zu planen!

Neben den Anforderungen an die Fahrzeuge stehen die Anforderungen an den Fahrweg: langjährige Erfahrung im FREMO haben gezeigt, dass Weichen mit möglichst vorbildgerechten Abmessungen für einen Betrieb weitgehend ohne Entgleisungen durchaus vorteilhaft sind. Ich selbst habe vor über 50 Jahren mit Fleischmann-MS-Weichen mit 15 Grad angefangen - heute würde ich für Normalspur WEINERT oder ähnliche Weichen empfehlen.

Was folgt daraus:
- Um das Andenken Deines verstorbenen Schwiegervaters zu ehren, baue eine (oder mehrere) Vitrinen und stelle die Fahrzeuge darin aus.
- Plane eine viel kleinere "bescheidenere" Anlage z. B. mit einem oder 2 Bf. der WLE mit den entsprechenden Fiddle-Yards; zweigleisig kannst Du auf der Fläche nur was werden, wenn Du ein ähnliches Konzept verfolgst, wie wir es damals mit Durchgangs-Abstellbf. auf unserer Anlage in Kassel verwirklicht hatten. Also ggfs. nur den WLE-Teil mit Übergabe in Lippstadt und keiner Funktion der Hauptstrecke.
- Steige um auf 2-Leiter, da fahren die Fz i. d. R. besser und sind auch oft preiswerter
- Wenn Du sehen willst, was IMHO in so einen raum passt, hole Die das e-book über die Vogelsberger Westbahn von Michael Meinhold; da sind einige Deiner Anforderungen ganz gut verwirklicht.
- Mach Urlaub im Harz und steige um auf Schmalspur, da lässt sich auf der Fläche – in H0m zum Beispiel – richtig was machen.

Mit freundlichem Glückauf

Klaus Weibezahn

JBS Offline




Beiträge: 161

21.12.2018 17:57
#17 RE: Lippstadt antworten

Moin moin,

die Bilder des Raumes sind mir tatsächlich durchgerutscht, danke für den Hinweis, Reiner. Den Vorschlag von Klaus im vorangegangen Beitrag finde ich etwas "brutal", weil er Stefans Arbeiten komplett außen vorlässt. Ich werfe mal einen Mittelweg in den Ring:

Stefan, baue nicht eine, sondern zwei Anlagen in den Raum! Meine ursprüngliche Idee habe ich zwar wg. der zu geringen Raumhöhe gleich wieder eingesackt, aber vielleicht geht das hier ja:

Anlage 1, die MeinerFrauIhrOnkelGedächtnisAnlage: Oberhalb von Tür und Fenster eine den ganzen Raum umlaufende (Otto hör mal kurz weg) 2gl. (elektrifizierte?) Paradestrecke. Wechsel der Züge über ein Kassettensystem a la TrainSafe. Hier können die langen Züge richtig ins Laufen kommen. So 2*2 gleichzeitig im Blockabstand. Getränk der Wahl, herrlich.

Anlage 2, die Betriebsanlage: Im Grunde so, wie sie jetzt ist, evtl. das eine oder andere Gleis im Bahnhof wegrationalisieren. Da haben die Spezies hier bestimmt ein paar gute Ideen.

Viele Grüße,
Johann
Edit: Typo und "brutal"

http://null.4jbs.de

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

21.12.2018 18:36
#18 RE: Lippstadt antworten

Hi Johann, hallo Alle,

leider muss man sich gar nicht anstrengen, um

Zitat von JBS im Beitrag #17
das eine oder andere Gleis im Bahnhof wegrationalisieren
zu können: das hat die DB schon für uns getan! Etwas ernsthafter: So ohne weiteres finde ich keinen Original-Plan.

Guten Abend noch,
Reiner

Klaus Weibezahn Offline



Beiträge: 49

21.12.2018 23:43
#19 RE: Lippstadt antworten

Moin Johann,

"brutal" finde ich etwas brutal ... ich bin Dipl.-Ing. Maschinenbau und habe jahrzehntelang im Projektmanagement von Großmaschinen und Anlagen über und unter Tage gearbeitet ... da wird man einfach Realist und lernt, Fakten von Träumen zu unterscheiden; die Absicht meines Beitrags ist eigentlich nur, dass Stefan nicht Arbeit und viel Lebenszeit in etwas reinsteckt, was IMHO eine Sackgasse ist. Böse gemeint ist es in keinem Fall!!
Ich konzediere, dass die anderen Vorschreiber es etwas "weicher" ausgedrückt haben ...

Mit freundlichem Glückauf aus dem Pott

Klaus

OOK Online




Beiträge: 4.098

22.12.2018 09:04
#20 RE: Lippstadt antworten

Ich denke, alles Wesentliche an Warnungen ist gesagt, jetzt müssen wir erst einmal sehen, ob Stefan "eingleisig" überhaupt noch im Boot ist. Brutal wird er vermutlich nicht nur den Beitrag von Klaus finden, sondern alle.
Wir sind ja jetzt auch in Grundsatzdiskussionen eingetreten, darüber, wie man mit einer nicht passenden Erbschaft umgeht, darüber, ob es sinnvoll ist, einen Knotenbahnhof an zweigleisiger Strecke mit drei weiteren Abgängen nachzugestalten und zu betreiben etc. Dafür gäbe es auch andere Stellen in diesem Forum.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

22.12.2018 13:11
#21 Ordnungsruf? antworten

Hi Otto,

Stefan hat deutlich angesagt, er

Zitat von Eingleisig im Beitrag #5
komme wahrscheinlich bis Weihnachten nicht zu einer Euren Anregungen und Fragen angemessenen Antwort...

Scheinbar ist er auch recht gut darin, Motivation zu stiften:
Zitat von Eingleisig im Beitrag #5
Falls es noch weiteren Foristi in den Fingern kribbelt bitte ich um Erlösung für die Tastatur: Nur zu!
Immerhin hat er schon zwanzig Beiträge provoziert.

Sollte Dein Beitrag als Ordnungsruf gemeint sein,
Zitat von OOK im Beitrag #20
Grundsatzdiskussionen ... (zu) Erbschaft (oder) Knotenbahnhof an zweigleisiger Strecke
nicht oder anderswo zu führen, möchte ich an Deinen Beitrag #6 erinnern: "Du bist zwar nicht Stein- aber Märklin-reich geworden und fühlst dich nun verpflichtet...; Dass dies das Vermächtnis ... des Onkels deiner Frau ist, macht wohl die Idee, den Märklin-Reichtum (oder Teile davon) in monetären Reichtum zu verwandeln, zum Sakrileg. Das ist respektlos von außen gesehen, sehr bedauerlich, denn mit dem Geld könnte man zueinander und zu deiner wirklichen Philosophie Passendes erwerben." Ob Stefan das als "wohlwollende Kritik" auffasst?

Schönes Wochenende,
Reiner

Eingleisig Offline




Beiträge: 64

22.12.2018 14:11
#22 Ich bin begeistert antworten

Wie oben beschrieben bin ich unterwegs und komme gerade in einer Vollsperrung dazu die Beiträge einmal zu lesen. Es ist nichts schockierendes dabei, ich bin noch dabei. Ich werde aber hier am Handy keine grundlegend guten Antworten schreiben können, deshalb dies nur als Lebenszeichen.

Eine erste Antwort: Ihr gebt Anlass zum Denken und Arbeiten. Was ich wahrscheinlich nicht machen werde, sind die Radikalvorschläge hier. Was ich aber schon gedanklich vorbereitet habe, ist die Fahrplan- und Betriebsanalyse. Da ich aus der fraglichen Zeit keine Fahrpläne und auch keine Übersicht zu Güterzugverkehre habe, bin ich auf Unterstützng angewiesen. Ich werde mal einen bekannten Lokalhistoriker anfunken und ggfls. im HiFo nachfragen. Falls noch jemand eine Idee oder Quelle hat, bin ich dankbar.

Als Zwischenbemerkung möchte ich anmerken, dass die zweigleisige Strecke Hamm-Paderborn eher untergeordnete Funktion hat. Evtl. können wir das mit Material untermauern.

Beste Grüße

Stefan -Eingleisig-


Lippstadt geplant

Lippstadt im Bau

OOK Online




Beiträge: 4.098

22.12.2018 16:19
#23 RE: Ich bin begeistert antworten

@ Gilpin: Reiner, das war kein Ordnungsruf, sondern ein Aufruf an uns alle, mich eingeschlossen, es damit mal genug sein zu lassen.

@ Stefan: Danke, dass du diese Zwischennachrichts sendest. Freut mich sehr.
Die Strecke Hamm/Unna - Lippstadt - Kassel ist heute sehr in der Bedeutung geschrumpt, das war aber in Ep. III noch ganz anders. Irgendjemand im Forum wird sicher Kursbuchseiten aus der Zeit haben, ich habe die von 1936. Da war das übrigens die Strecke 175 (Köln-) Soest - Altenbeken - Kreiensen - Seesen. Da gab es immerhin zehn Fernzugpaare.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

Eingleisig Offline




Beiträge: 64

30.12.2018 20:58
#24 Lippstadt - Betrieb antworten

Wie versprochen: Das Wochenende gab mir die Chance die Fragen in Ruhe aufzunehmen. Dazu habe ich zum einen die angesprochenen Spezialisten um Fahrplan- und Betriebsinformationen angefunkt. Hilfe ist teilweise zugesagt, nur die Erfüllung steht verständlicherweise noch aus. In der Zwischenzeit habe ich mir, ihr fordert mich sehr und darüber bin ich froh (!), den Verkehr auf der geplanten Anlage genau angeschaut.

Zu allererst: „Danke“ für die Beschäftigung mit dem Thema und auch etwas direkter ausgesprochenen Ratschläge verstehe ich zu werten, behalte mir für die Antworten aber meinen Duktus vor. Dann kommt Ernüchterung auf: Habe ich so vieles falsch verstanden? Was passiert gerade? Welche Intention steckt hinter dem Beitrag? Keine Sorge – großer Selbstzweifel ist nicht entstanden, sondern erst recht noch mehr Freude am Thema. Und das ist ja Sinn und Zweck der Einrichtung hier.

Jetzt erlaube ich mir allerdings die Schizophrenie einiger Beantwortung am Beispiel aufzuzeigen: Man baut einen ZOFF auf und in den Beiträgen werden die Zs und Os in Frage gestellt oder direkt über den Haufen geworfen: Das macht keinen Sinn! Es wird nach dem Broccoli gefragt, den es natürlich gibt – aber: was interessiert die Grafik – sämtliche von mir schon erarbeiteten Röschen finden wir im Text. Deshalb behalte ich den noch nicht ganz vollendeten Vitaminspender noch bei mir.

So, jetzt fasse ich mal ein paar technische Fragen zusammen: Der Raum hat an allen Stellen voll nutzbare Höhen. Die Dachschrägen schränken kaum ein, außer man will eine Bahn auf 180cm Höhe aufbauen. Von daher erstmal guten Voraussetzungen. Ein Durchtunneln zu den Nachbarräumen wird schwer: Jenseits des Fensters ist Luft und auf der anderen Seite des Raums ist ein Bad – da würde die Bahn in der Dusche rauskommen. Einzig der kleine Stummel am Fiddleyard ließe sich theoretisch verlängern: Hier ist ein Wandschrank in einem Flur, der es schwer macht und die maximale Länge ist mit knapp über 200cm auch nicht so groß, dass es wirklich große Effekte mit sich bringt.

Der Umgang mit dem Erbe in der prinzipiell gewählten Form steht für mich außer Frage. Es ist so, als ob Du einen Osteseeurlaub gebucht hast und Tickets und Hotels auf einmal für die Californische Pazifikküste ausgestellt sind. Das bedeutet aber nicht, dass ich auf einmal ins Atlasgebirge möchte, nur weil es dort auch schön ist. Ganz ehrlich und bei allem Respekt für den Harz: Eine Schmalspurbahn ist gerade nicht dass, was mich inspiriert. Deshalb bitte ich höflich um Beibehaltung der ZOFF-Regeln.

Die Einsatzmöglichkeit des Materials, 3-4 Loks haben noch grundsätzliche Fahrhemmungen, ist von mir zwischenzeitlich erprobt, die drehen sämtlichst mit den mir vorschwebenden Zügen ihre ruhigen Runden auf der M-Gleis-Teppichbahn. Nochmal zur Verdeutlichung: Die M-Gleise wird es nur im Bereich der Fiddleyards und der Weichenvorfelder geben. Bei den Tests stellte sich – ich hatte es erwartet – auch heraus, dass einige Loks schon digital sind, sind sie doch kaum 10 Jahre alt. Aber selbst eine BR44, die mir persönlich im Alter um nichts nachsteht, schnurrt millimetergenau im Schritttempo. Da war ich dann schon begeistert von der schwäbischen Baukunst.

Die Idee von Alex mit der weitergehenden Rasur könnte noch eine Option bleiben, soweit bin ich noch nicht. Aber da hast Du mir echt einen Flo für schlechte Tage ins Ohr gesetzt. Leider ist der Verkehr auf der Nebenbahn doch sehr bescheiden und über die Bedienungen und die Strecke Lippstadt-Lippstadt-Nord bin ich noch zu uninformiert. Ottos berechtigter Einwand, dass das Spiegeln des Gleisplans sehr unschön (meine Worte) sei, teile ich. Erst heute hat mich das über eine Stunde gekostet, da die Bahnhofsgleise jetzt anders herum bedient werden müssen. Das war mir im Vorfeld schon aufgefallen und hatte einige Wochen und Versuche des „anders planens“ mit sich gebracht. Da ich den Bahnhof aber prinzipiell skalpieren muss, geht das einfacher im nach Soest gerichteten Güterzugbereich, als auf der Paderborner Seite. Aufgrund des Fensters und des von mir verlangten Mindestradius von 1500mm am Bahnsteig war die Drehung andersherum nicht machbar. Traurig aber wahr.

Eine Übersicht mit den Beschriftungen hier (ein paar kleine Umplanungen haben sich in der Zwischenzeit ergeben, dazu später mehr):



Detailfragen zum Material und Umgebung von Reiner:
Die Schnapsbrennerei Kisker hatte einen eigenen GLA an der Rheda-Bahn, die Tonziegelfabrik einen mit 3 Gleisen in der östlichen Bahnhofsausfahrt. Der mir vorliegenden Literatur und den Fotos nach, war der Bedarf bei den Tonziegeln allerdings spätestens ab der 60er Jahre kaum mehr da. Dann gibt es noch die Union (Drahtfabrik) gegenüber an der Paderborner Ausfahrt, die 2 Gleise und auch eine Wagondrehscheibe hatte. Sowie die WMI (Wetsfälische Metall Industrie – heute Hella), die an der kombinierten Ausfahrt WLE-Beckum und Rhedaer-Bahn gelegen 2 Anschlussgleise hat. Die WLE-Strecke weiter, hinter Lippstadt-Nord, hatte noch die Rothe Erde (Wälzlager etc.) einen Anschluss.

Die E-Varianten sind für mich aktuelle „Gedankenmodelle“ um die Loks ein wenig zu sortieren, wie epochenrein das nachher wird, weiß ich noch nicht. Also ist der mehr eine Gewissens als Gestaltungsfrage. *grins* Irgendwo habe für Lippstadt gelesen, dass die Drähte schon lange hingen, bevor die komplette Strecke fertig wurde und der Ellok Betrieb startete. Für den Start sehe ich mal die Variante I ohne oder mit wenig Oberleitung vor. Die historische E03 002 mit einer Lüfterreihe bleibt im Karton. Was die Steilstrecke nach Warstein angeht, funktioniert dort wohl fast jedes Lokgewicht: Der Fahrzeugeinsatz der WLE zeigt/zeigte das. Auch heute wird noch in Doppeltraktion gedieselt, schwere Dampfrösser wären da wohl auch richtig angesiedelt gewesen. 1´E´1 hatte die WLE auch mehrere im Einsatz.

Jetzt zum Betrieb und wir werden schon wieder schizophren: Den Wink mit dem Betriebsplan hatte ich schon verstanden und werde dem ein paar Zeile später auch gerecht. Aber: Bei ein wenig Einhaltung des Gedankens der betrieblichen Notwendigkeiten ist eine Rationalisierung kaum geeignet den Anforderungen noch gerecht zu werden. Im Gegenteil: Im folgenden Plan wird man noch ein neues Gleis (13) finden, dass zur Aufstellung von Personenzügen notwendig wird. Davon gab es im Original 2 (Gleise 5+6), die passenden Lokwartegleise 11+12 bleiben als Opfer des Skalpels weg.

Zur Orientierung hier noch einmal ein Originalplan (Quelle: Anne und Ullrich Scheler, Lippstadt 1987) datiert auf 1960. Ihm fehlt der Soester-Flügel mit dem Güterbereich, dazu hatte ich im ersten Beitrag schon Skizzen, die auf ähnlichen Quellen basieren, geliefert.



Wie schon geschildert, fehlen mir (noch) Originalfahrpläne für den Personen- und Güterverkehr. Da ich als Jahrgang 1968 und Geburtsort Düsseldorf naturgemäß wenig über Lippstadt 1967 aus eigener Erfahrung heraus kramen kann, habe ich versucht es zu erarbeiten:

1. Zur WLE-Strecke gibt es einige Beiträge im HiFo, die ich versucht habe auszuwerten. Der Güterverkehr war im Wesentlichen auf Bedienungsfahrten und die Stein- und Holzzüge aus dem Sauerland beschränkt. Dort wird es kaum mehr als 6 große Züge pro Tag gegeben haben. Der Personenverkehr auf den Relationen wurde ja aus guten Gründen vor langer Zeit eingestellt. Die Beschreibungen der Relationen lassen auf Schülerverkehr „und ein wenig dazwischen“ schließen.

2. Für die Rhedaer-Bahn gibt ein Kursbuchausschnitt aus den 70ern alle 3 Stunden eine Relation, inkl. Busverkehr, der vor 40 Jahren schon stärker war als der Zugverkehr. Güterverkehr: max. PmG.

3. Altenbeken-Paderborn-Lippstadt-Soest-/Hamm (-Unna-Dortmund)
Die Strecke ist nicht zu unterschätzen und ich freue mich über Input hierzu. Z.B. fuhr der legendäre D31/32 auf der Strecke, was ich direkt versuche im Betriebsplan zu unterlegen. Darüber hinaus habe ich versucht, aus den Blockstellen über Entfernung und von mir erwartete Durchschnittstempi eine Belegung der Relation Soest-Paderborn für rund 3 Stunden aufzubauen. Leider bin ich oft von modernen Fahrplangestaltungen getrieben, was es vor 50 Jahren so noch nicht gab. Ich unterstelle aber, dass ein Nahverkehrszug zu Verteilung der per D-Zug angereisten Fahrgäste auf die Dörfer oder sinnvoller Kreuzungsverkehr zum Umstieg auch im Wirtschaftswunderland nicht neu war.

Dann habe ich Güterzüge eingebaut, sowohl als DG als auch NG und ÜG, so viel es ging. Es gibt neuralgische Blockstellen (Plan s.u.), die aufgrund ihrer Distanz den Flaschenhals der Planung darstellen. Jetzt bin ich kein ausgebildeter Fahrplanersteller, aber ich habe diese Blockstellen mit 70% und größer belegen können. Vielleicht sind meine Annahmen aber auch nicht richtig?? Auch wurden in einigen Bahnhöfen die Gleiskapazitäten knapp, so dass in Lippstadt mit skalpiertem Gleisplan stellenweise rangieren echt schwer wird.



So viel vorab, habe ich hier einen Fahrplan für Personen- und Güterzugverkehr, der rund 2,5 Stunden darstellen wird. Da die abgebildeten Distanzen 1:1 darstellen (sollen) geht auch meine Zeit: 1 Minuten = 1 Minute. Im schlechten Fall steige ich auf Ottos Rezept aus der Briloner Waldbahn um: Wenn der Zug kommt wird es wohl 13:25 Uhr sein. Der Gleisbelegungsplan für Bahnhof und Fiddleyards (ich habe zwei Gleise zwischendurch umgebaut, als Ergebnis meiner Planungen) funktioniert auf dem Papier. Ob er umsetzbar ist, weiß ich noch nicht. Die Bedienung der Gleisanschlüsse und Unterverteilung auf die OG ist noch nicht eingeplant. Das wäre planerisch zu ambitioniert für die Ungenauigkeiten des restlichen Plans.

Die nächste Aufspaltung von Wunsch und Gewissen? Ein Fiddleyard ist dem Wortsinn nach ja zum lokalen Umbauen der Züge. Der Wunsch nach Zugspeicher zum Abspulen der Züge wird aber laut???? Nein: Ich habe versucht einen Mittelweg zu finden. Einmal etabliert, sind während der 2,5 Stunden 5 Züge aus dem FY zu entfernen, 7 Züge neu aufzusetzen und 2 Züge werden umgebaut. Also 14 manuelle Eingriffe in 155 Minuten, eine wahrscheinlich vertretbare Quote, oder?



Am Ende werden rund 50 Zugbewegungen zwischen Lippstadt und einem Fiddleyard, bzw. retoure stattfinden. Und da habe ich dann schon eher Sorge, dass ich einen der Söhne als Lokführer anlernen muss oder es Einladungen zum Betrieb geben wird. Doch so weit sind wir ja noch lange nicht: Der zeitliche Horizont bis zu einem ersten sinnvollen Betrieb ist so groß, dass ein planerischer Ansatz dazu ein sehr gewagtes Unterfangen wäre. Aber: Nach dem bis jetzt vorliegenden Plan wird eher hektische Vollbeschäftigung als langweiliges Loksumsetzen vorherrschen. Ob dieser Ansatz nach Prüfung von Originalplänen noch zu halten ist, gilt es zu prüfen. Und für diesen Schritt erwarte ich für mich Unterstützung der Thesen oder Zäsur.

So jetzt ist schon wieder viel Inhalt zusammen gekommen. Es bleibt dabei, dass ich mich über anregende Auseinandersetzung weiter sehr freue . Sollte es grundlegende Anregungen geben, wäre ich für Begründungen dankbar, die über „ich weiß Bescheid“ hinaus gehen. Dabei ist mit Konstruktiv auch immer der Ansatz gemeint, der z.B. ZOFF berücksichtigt.

Der Vollständigkeit halber, aber hier wahrscheinlich kaum lesbar: Blockstellenplan Paderborn-Soest für die Fahrplanzeit (rote Schrift)


Edith: Findet immer etwas im Detail.

Beste Grüße

Stefan -Eingleisig-


Lippstadt geplant

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Beiträge: 4.098

31.12.2018 11:53
#25 RE: Lippstadt - Betrieb antworten

Uff, einmal alles durchgelesen, jetzt erstmal nen Kaffee. Mann, Stefan, du hast dir Arbeit gemacht, aber das alles zu lesen und zu verarbeiten ist ebenfalls Arbeit. Aber das wollen wir ja hier, wir sind ja nicht zu unserem Vergnügen hier. *Ironiemodus aus.*

Auf alles auf einmal einzugehen, wäre wohl nicht zielführend. Ich werde mich melden, sobald ich in einzelne Punkte tiefer eingedrungen bin.

Ansonsten mein Lieber, kannst du mich mal kennenlernen. Das ist ausnahmsweise nicht ironisch gemeint. Ich wohne ja nur drei Steinwürfe entfernt von dir. Und keine Angst. Ich werde nicht versuchen, dir das Thema Harzer Schmalspur aufzuschwatzen. Mache ich sowieso nie.

OOK
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Eingleisig Offline




Beiträge: 64

31.12.2018 11:55
#26 RE: Lippstadt antworten

Gestern noch bei abendlicher Lektüre ein Detail für Reiners @Gilpin Fragen: Aktuell werden die Steinzüge u.a. von einer zweimotorigen-sechsachsigen Dieselmaschine gezogen, die rund 200t auf die Waage bringt. Von daher wäre die annähernd gleichschwere BR44 aus meiner Sicht OK.

Beste Grüße

Stefan -Eingleisig-


Lippstadt geplant

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Gilpin Offline




Beiträge: 1.349

31.12.2018 13:20
#27 RE: Lippstadt antworten

Hallo Stefan,

da muss ich erst mal wieder gucken, was ich eigentlich gemeint habe.

Nee, mir ging es gestern Nacht ähnlich wie Otto es beschreibt. Aber schon mal Dank für das Nennen der konkreten Betriebe im Bahnhofsbereich, insb. die Schnapsfabrik - irgendwann fiel mir ein, dass ich vor langer Zeit hier eine Weinbrandfabrik mit Bahnanschluss vorgestellt (#35) habe...

Ich melde mich bald mal vernünftig und zusammenhängend,
Reiner

JBS Offline




Beiträge: 161

31.12.2018 14:11
#28 RE: Lippstadt antworten

Moin moin Stefan,

im Forum des SNM tummeln sich Christian H. und Norbert K., die Lippstadt Nord in Null realisiert haben.
Wenn du die beiden noch nicht kennst, lohnt sich bestimmt der Informationsaustausch zum Vorbild. Ihre Benutzernamen beginnen mit "Lippstadt" :-)

Viele Grüße,
Johann

http://null.4jbs.de

hwunderlich Offline




Beiträge: 517

31.12.2018 14:38
#29 Sechsachsige Dieselloks antworten

Schuur Stefan,
schuur ihr Jonge,

kleiner Einwurf meinerseits: Die sechsachsigen V-Loks der WLE wiegen KEINE annähernd 200 Tonnen...

Zur Zeit der Indienststellung der Deutz-Maschinen waren Achslasten von 18 oder 20 Tonnen auf den NE-Bahnen die Regel,
also wogen die Loks maximal 120 Tonnen; daher auch sechs- und nicht vierachsig.

Leistungsmässig spielen die Deutz-Loks zwischen 1500PS und 2000PS; also ist eine 44 nicht ganz fehl am Platz.

Einen guten Rutsch nach 2019 wünscht Hartmut

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Eingleisig Offline




Beiträge: 64

31.12.2018 16:47
#30 SpurNull antworten

Hatte sie schon angefunkt.

Danke! @Jbs

Beste Grüße

Stefan -Eingleisig-


Lippstadt geplant

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