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Dieses Thema hat 78 Antworten
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 II.3. Planen von Anfang an
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517 008 Offline



Beiträge: 162

03.11.2018 16:18
#46 RE: Zeitachse von Motharshausen antworten

Hallo zusammen,

irgendwie hat sich ein Fehler eingeschlichen, mittendrin war ich um ein Jahr verrutscht. Dank Reiner hier korrigiert:

1355: Burg Hohlenfels wird errichtet
1416: Erste Erwähnung von Motharshußen. Ein Namemsbestandteil geht auf einen fränkischen Edelmann namens „Mothar“ zurück, „-hußen“ oder auch „-hausen“ deutet auf eine vormittelalterliche Waldsiedlung hin.
15. Jahrhundert: Beginn des Abbaus von Rot- und Brauneisenstein, Ocker, Magnetit und Phosphorit. Außerdem wird Marmor und Kalkstein gebrochen.
Um 1700: Errichtung einer ersten Schule in Motharshausen im Obergeschoss eines Backhauses
18. Jahrhundert: Erweiterung der Burg Hohlenfels
1773: Nach dem Ausbruch eines Brandes in einer Scheune brennt der ganze Ort nieder. Beim Wideraufbau wird eine größere Schule in einem eigenständigen Gebäude gebaut
1806: Motharshausen gehört zum Herzogtum Nassau
1831: Der wachsende Ort benötigt wieder eine größere Schule. Da eine Erweiterung des alten Schulgebäudes im Ortskern nicht möglich ist, wird am Ortsrand eine neue Schule gebaut
1845: Erste Pläne für den Bau einer Aartalbahn entstehen
1860: Gründung der Kalkwerke Hohlenfels AG an der Grube Hibernia in Motharshausen
1868: Motharshausen gehört zur preußischen Provinz Hessen-Nassau
01.06.1870: Eröffnung des ersten Streckenabschnitts der Aartalbahn von Diez nach Zollhaus
1894: Die Lücke zwischen Zollhaus und Langenschwalbach wird geschlossen, Fertigstellung der Aartalbahn von Limburg bis Wiesbaden
01.11.1901: Anschluss der meterspurigen Nassauischen Kleinbahn von Nastätten aus an Zollhaus; Ab sofort können die Bergbauprodukte aus Motharshausen jetzt mit der Nassauischen Kleinbahn abtransportiert und in Zollhaus über Sturzbühnen auf die normalspurige Staatsbahn umgeladen werden
Ab 1902: Die Möglichkeit, die um Motharshausen abgebauten Bergbauprodukte sowie Holz und landwirtschaftliche Produkte per Bahn abtransportieren zu können, führt zu einem schnellen Wachstum des kleinen Dorfs.
1915: Einweihung des Rathauses von Motharshausen
1922: Bau der ersten gasbeheizten Schachtöfen und Hydratanlagen in den Kalkwerken Hohlenfels
01.09.1939: Beginn des zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen
08.05.1945: Ende des zweiten Weltkriegs in Europa, bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reichs; Motharshausen liegt jetzt in der französischen Besatzungszone
Mitte 1946: Die neueren und leistungsstarken Maschinen der Nassauischen Kleinbahn werden von der französischen Besatzung beschlagnahmt und als Reparationsleistung nach Frankreich verbracht. Es verbleiben nur die älteren 3-fach gekuppelten Maschinen für die Aufrechterhaltung des Betriebs, die sich zunehmend mit dem steigenden Frachtaufkommen der Grube Hibernia und des Barbarastollens überfordert sind
1949: Weitere Untersuchungen rund um die Grube Hibernia zeigen weitere große Vorkommen Kalkstein
1951: Beginn der Vergrößerung und Erneuerung des Kalkwerks
1952: Eine fünfachsige Jung-Dampflok (Jung 11502) kommt in zweiter Besetzung für den restlichen Verkehr zur Nassausichen Kleinbahn und wird häufig für die schweren Kalkzüge zwischen Motharshausen und Zollhaus genutzt
1953: Das Kalkwerk der Kalkwerke Hohlenfels AG gehört nach mehrfachem Umbau, Erweiterung und Aufbau neuester Anlagen zu einem der leistungsfähigsten Kalkwerke der Welt; Das Frachtaufkommen steigt stark an und die Diskussionen über eine zukunftsfähige Lösung für den Transport der Frachten beginnen noch unter Einbindung der französischen Besatzung / Verwaltung
1955: Aufhebung der Besatzungszeit in Westdeutschland; konkrete Ausarbeitung dreier Szenarien für die Erweiterung der Infrastruktur
Juli 1955: Kurz nach der Bekanntgabe der Kalkwerke Hohlenfels AG, sich am Ausbau einer normalspurigen Bahnstrecke finanziell zu beteiligen, fällt die Entscheidung für die Umspurung der ehemaligen Nassauischen Kleinbahn.
August 1955: Die Nassauische Kleinbahn, welche durch die in den letzten Jahren immer wieder notwendige Erneuerungen und steigenden Kosten für den Betrieb der restlichen kurzen Strecke in finanzielle Schieflage geraten war, überträgt die Strecke der Deutschen Bundesbahn und die Nassauische Kleinbahn AG wird in die Nassauische Verkehrs-GmbH überführt, die sich fortan auf den Omnibusverkehr beschränkt und die Omnibuskonzessionen der Kleinbahn übernimmt.
September 1955: Start der Bauarbeiten für die Umspurung
02.08.1956: Eröffnung des auf Normalspur umgespurten Bahnhofs Motharshausen sowie des Anschlussgleises zur Kalkwerke Hohlenfels AG an der Grube Hibernia
1960: Einstellung des Bergbaus im inzwischen 4300m langen Barbarastollen und Rückbau der Gleisanlagen für die Verladung am Barbarastollen
22.08.1972: Heute (Donnerstag); Die Getreideernte ist fast abgeschlossen, das Wetter ist angenehm sommerlich warm und die Sommerferien in Rheinland-Pfalz sind vor einer Woche zu Ende gegangen.

Falls es Anregungen oder weitere Unstimmigkeiten gibt, würde ich mich über Kommentare freuen.

Schönes Wochenende und beste Grüße

David

Gilpin Online




Beiträge: 1.294

10.11.2018 22:53
#47 RE: Zeitachse von Motharshausen antworten

Hallo David,

ich nehme an, dass die geschichtlichen Daten zur Aartalbahn alle stimmen und nur die zur NKB und deren Umspurung hinzu erfunden sind? Tja, da fällt mir doch glatt eine Aufgabe ein, die ich mir selbst gestellt hatte und noch immer aussteht.

Deine Geschichte ist lustig und lehrreich - dass Schulgebäude vor Rathäusern kamen, war mir neu. Nur, nachdem Du Dir so viel Mühe gegeben hast mit der NKB:

Zitat von 517 008 im Beitrag #46

01.11.1901: Anschluss der meterspurigen Nassauischen Kleinbahn von Nastätten aus an Zollhaus; Ab sofort können die Bergbauprodukte aus Motharshausen jetzt mit der Nassauischen Kleinbahn abtransportiert und in Zollhaus über Sturzbühnen auf die normalspurige Staatsbahn umgeladen werden
Mitte 1946: Die neueren und leistungsstarken Maschinen der Nassauischen Kleinbahn werden von der französischen Besatzung beschlagnahmt und als Reparationsleistung nach Frankreich verbracht. Es verbleiben nur die älteren 3-fach gekuppelten Maschinen für die Aufrechterhaltung des Betriebs, die sich zunehmend mit dem steigenden Frachtaufkommen der Grube Hibernia und des Barbarastollens überfordert sind
1952: Eine fünfachsige Jung-Dampflok (Jung 11502) kommt in zweiter Besetzung für den restlichen Verkehr zur Nassausichen Kleinbahn und wird häufig für die schweren Kalkzüge zwischen Motharshausen und Zollhaus genutzt
Juli 1955: Kurz nach der Bekanntgabe der Kalkwerke Hohlenfels AG, sich am Ausbau einer normalspurigen Bahnstrecke finanziell zu beteiligen, fällt die Entscheidung für die Umspurung der ehemaligen Nassauischen Kleinbahn.
August 1955: Die Nassauische Kleinbahn, welche durch die in den letzten Jahren immer wieder notwendige Erneuerungen und steigenden Kosten für den Betrieb der restlichen kurzen Strecke in finanzielle Schieflage geraten war, überträgt die Strecke der Deutschen Bundesbahn und die Nassauische Kleinbahn AG wird in die Nassauische Verkehrs-GmbH überführt, die sich fortan auf den Omnibusverkehr beschränkt und die Omnibuskonzessionen der Kleinbahn übernimmt.
September 1955: Start der Bauarbeiten für die Umspurung
02.08.1956: Eröffnung des auf Normalspur umgespurten Bahnhofs Motharshausen sowie des Anschlussgleises zur Kalkwerke Hohlenfels AG an der Grube Hibernia
frage ich mich, ob die Reminiszenz eines noch bestehenden Lokschuppens Dich so richtig zufrieden stellen würde. Wie wär's denn, wenn du nur auf 120 cm Höhe baust und 40 cm über der bislang geplanten Anlage eine zweite, die Motharshausen, nur den Bahnhof zum Beispiel, zwischen 1952 und 1955 zeigt. Dann müsstest Du den Lokschuppen zwei Mal erstellen, wahrscheinlich auch das EG, aber der Betrachter hätte eine feine Vergleichsmöglichkeit!

Klar ist das geblödelt, aber nicht nur - Irgendwie werd' ich das Gefühl nicht los, dass Du in einer schwachen Stunde einen H0m-Fünfkuppler gekauft hast...

Soviel als Anregung und Kommentar,
Schönes Wochenende,
Reiner (Edith für die Rechtschreibung)

517 008 Offline



Beiträge: 162

13.11.2018 13:17
#48 RE: Zeitachse von Motharshausen antworten

Hallo Reiner,

ja, die Daten der Aartalbahn stimmen alle, die Ereigneisse rund um Motharshausen und der NKB wurden angepasst bzw. erdacht. Den 5-Kuppler gab es zu dem Zeitpunkt wirklich bei der NKB, aber ich habe bisher keinen.

Im Moment bin ich mit Motharshausen etwas unzufrieden und tüftele noch am Gleisplan. Wünsche und Mögliches passen wieder einmal noch nicht zu 100% übereinander, aber da bin ich gerade dran. Baubeginn wird eh noch etwas dauern, da ein freudiges Ereignis dazwischengekommen ist und derzeit und vermutlich noch einige Monate nahezu alle freie Zeit bindet. Also noch Zeit zum Grübeln, Optimieren, Fahrpläne durchdenken etc.

Die Idee der beiden Motharshausen vor und nach der Umspurung hat was, wäre aber ein sehr großer Aufwand. Viele Gebäude müssten doppelt entstehen, aber in etwas anderem Verwitterungszustand etc, Bäume wären gewachsen...

Gruß, David

Gilpin Online




Beiträge: 1.294

13.11.2018 14:25
#49 Auf der Zeitachse von Motharshausen... antworten

Hi David,

das mit der Verwitterung hatte ich mir auch schon ausgemalt, aber so weit, dass Bäume gewachsen wären, habe ich wirklich nicht gedacht. Model Railroading is fun.

Beste Grüße,
Reiner

517 008 Offline



Beiträge: 162

13.11.2018 16:14
#50 RE: Auf der Zeitachse von Motharshausen... antworten

Hallo Reiner,

konkret weitergesponnen hätte es sicherlich viele Veränderungen gegeben. Straßen, die in den 50ern noch gepflastert waren, sind 1972 asphaltiert und ggf breiter ausgebaut. Das ehemalige EG der NKB hätte sicherlich nach der Übernahme durch die DB Umbauten erfahren, Werbeaufkleber haben sich geändert. Bäume sind gefällt, neue gepflanzt. Alte Häuser wurde abgerissen, erweitert, umgebaut, neu eingedeckt oder saniert, neue Häuser sind gebaut worden oder befinden sich im Bau. Alte nicht vollständig entfernte Gleise der NKB völlig überwuchert, der alte Lokschuppen zerfällt. Eine dritte Ebene Zustand im Jahr 2000 würde dann vermutlich nur noch verfallende Bahngebäude zeigen oder diese sind abgerissen, die Strecke ist bis auf den Anschluss des Kalkwerks stillgelegt. Im besten Fall fährt noch ein moderner Triebwagen nach Motharshausen, ein Gleis zum Umsetzen und Güteranlagen wären nicht mehr erforderlich. Kann man also getrost entfallen lassen und sich die dritte Ebene sparen.

Konkret liebäugele ich mit dem Bausatz Bahnhof Creidlitz von MBZ (die auch den Bahnhof Hohenstein machen) für das EG von Motharshausen. Es finden sich Elemente wie das Ziegelmauerwerk und stellenweise auch ausgemauertes Fachwerk an dem kleinen EG (die Bahnhofsgebäude der NKB waren vielfach mit Ziegel ausgemauertes Fachwerk, Ziegel war ja in der Region massig vorhanden, in Mutterhauses gab es ja sogar mal eine Ziegelei). Außerdem finden sich diverse kleine Anbauten am Gebäude, die auch bei der Übernahme durch die DB entstanden sein könnten.

Grüße, David

517 008 Offline



Beiträge: 162

25.12.2018 15:43
#51 Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo zusammen,

mit den Gleisanlagen des Kalkwerks bin ich noch nicht zu 100% zufrieden.

Um hier aber konkrete Änderungen noch zu überlegen, wollte ich im ersten Schritt ermitteln, was hier an Produkten täglich verarbeitet / versendet oder auch empfangen wird. Dazu habe ich in den letzten Tagen mit die Verarbeitung von Kalkstein und die dafür erforderlich Prozesse angeschaut. Beim Brennen des Kalksteins wird der Ofen mit 90% Kalkstein und 10% Koks beschickt. Somit muss also auch noch Koks angeliefert werden. Gut, ein paar zusätzliche Wagenladungen im Wareneingang, angeliefert in offenen Wagen Typ Ed 090.

Hergestellt werden gebrannte Kalkprodukte wie Stückkalk, Feinkalk, Weißkalkhydrat sowie Kalkmilch und nicht gebrannte Kalkprodukte wie Kalksteinsplit und Kalksteinmehl. Außerdem PCC (gefällte Calciumcarbonate) und Werkmörtel. Bei einer Brennkapazität von 5.000t je Woche (was nicht wirklich viel ist, Schäfer Kalk brennt laut eignen Angaben 1 Mio Tonnen pro Jahr in allen Werken) ergeben sich pro Werktag ca. 30 Wagenladungen (Tds 930) an gebrannten Produkten (abgeschätzt auf Basis der Dichte gebrannter Kalkprodukte) sowie 5-6 Wagen Koks je Werktag (Dichte ungefähr halb so hoch wie gebrannter Kalk). Dazu ca. 10-12 Wagen mit PCC und ca. 6 Wagen mit Werkmörtel in Säcken (z.B. mit Hbis297, Hbis299, Tbis869, Tbis875) oder auch Silos auf Behältertragwagen. Noch nicht spezifiziert wäre die Menge an Wagenladungen im Versand für ungebrannte Kalkprodukte wie Kalksteinsplit und Kalksteinmehl... Also ca. 50 Wagenladungen plus ungebrannten Kalk. Bei einer maximalen umfahrbaren Nutzlänge von 108 cm im Bahnhof Motharshausen passen da ca. 9 Tds 930 als Ganzzug oder 6 Hbis/Tbis hin. Das sind dann allein ohne die ungebrannten Kalkprodukte schon 4 Ganzzüge mit je 9 Tds 930 und 2 Ganzzüge mit Hbis/Tbis (bei entsprechender Durchmischung). Dazu noch die Anlieferung von Koks und Dieselkraftstoff für Fahrzeuge, Verbrauchsmaterialien und Geräten etc. wäre da also ziemlich was los und vermutlich nicht zu stemmen.

Also muss das Kalkwerk wohl gedanklich noch etwas verkleinert werden, damit es glaubhaft und handhabbar zugleich bleibt. Vielleicht wäre ca. 50-60% davon ein guter Wert, also ca. 2.500t je Woche, also 2-3 Öfen mit Brennkapazitäten zwischen 150t je Tag und 250t je Tag, um verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Reaktivitätsstufen (Weich-, Mittel-, Hartbrannt) erzeugen zu können. Das wären dann ca. 4 Güterzüge je Werktag, die nur den Versand des Kalkwerks abwickeln und ein 3 Ed 090 mit Koks, 2-3 geschlossene Wagen mit Verbrauchsmaterialien (Säcke, Werkzeug etc.) sowie in regelmäßigen Abständen auch Kesselwagen mit Diesel.

Allerdings ist damit noch immer offen, welche Mengen ungebrannte Produkte (Split, Schotter etc.) in Ommi, Ed 090 und weiteren geeigneten Wagengattungen abgefahren werden. Also vielleicht immer noch etwas zu groß? Oder eben doch nicht alles per Bahn?

Hat jemand dazu noch Ideen / Anregungen, welche weitere Wagengattungen sich hier auch noch eignen würden oder hat eine Idee, welchen Anteil nicht gebrannte Produkte darstellen können?

Frohe Weihnachten und beste Grüße

David

Edit: Hier mal ein Link zu Schäfer Kalk

517 008 Offline



Beiträge: 162

26.12.2018 10:16
#52 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo zusammen,

nach weiterer Recherche entfällt bei hochwertigen Kalken wohl das Brennen mit Koks. Es wird gasgebrannt oder elektrischer Energie zugeführt, um die Verschwefelung zu verhindern. Also fällt Koks wieder weg. Eine klare Aufschlüsselung, was bei einer Abbaumenge X dann als Produkte Y und Z rauskommt, konnte ich bisher nicht erhalten. Dafür gibt es zuviel Lücken in den zugänglichen Angaben und Überschneidungen. Also bleibt nichts andere übrig als zu schätzen (oder wie einer unserer Professoren sagte: "Ingenieure schätzen nicht, sie integrieren optisch.").

Gruß,

David

Gilpin Online




Beiträge: 1.294

26.12.2018 11:57
#53 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo David,

mir fällt noch ein Wagen ein: der Tals und seine Verwandten. Ob Motharshausen solche Ganzzüge verträgt? Hinzu kommt natürlich der Ucs. Herrliche frühere (Kessel-)Wagen und Sonderbauarten passen vielleicht auch...

Beste Grüße,
Reiner

517 008 Offline



Beiträge: 162

26.12.2018 14:13
#54 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo Reiner und alle Übrigen,

in der Tat macht mich die Menge an Wagen für Motharshausen derzeit stutzig. Durch die maximal umfahrbare Länge von 108cm sind ein Ganzzug Tds 930 oder Ed 090 nur 9 Wagen, bei Hbis/Tbis sind es dann 6 Wagen. Damit kommen bei 5% der genannten Produktion von Schäfer Kalk als Annahmen für die Kalkwerke Hohlenfels AG ca. 3-4 Ganzzüge am Tag nur im Versand, bei 10% reden wir über 6-7 Ganzzüge im Versand. Dazu kommen dann Wareneingang in Form von Verpackungsmaterial wie Säcken und Paletten, Diesel für Fahrzeuge, Gefahrstoffe für Sprengungen (evtl. eher mit LKW), Werkzeug, Verbrauchsmaterial, Kabel, Maschinen etc., also locker auch nochmal ein gemischter Zug. Wobei die Hbis/Tbis oder Bgs 245 / Bgs 253 vermutlich nicht leer wieder abgezogen wurden, sondern gleich für den Versand genutzt wurden.

Um das in Motharshausen darstellen zu können, reden wir dann über mindestens 4-5 Güterzüge im Versand des Kalkwerks, einen für Wareneingang des Kalkwerks und für die lokale Güterabfertigung durch Stammholz, Stückgut, Ladestraße, Landhandel locker noch einen morgendlichen und einen abendlichen Nahgüterzug plus eventuell erforderliche Übergaben. Macht je nach Annahmen dann 7-10 Güterzugpaare am Tag!

Dann macht wohl nur die 5% Annahme oder gar noch weniger Sinn, um nicht viel zu viel Betrieb für viel zu wenig Bahnhof zu generieren (das sind immer noch 6-7 Güterzugpaare im Schnitt plus eine eventuelle Übergabe). Und eine Kreuzungsmöglichkeit für einen Triebwagen wäre wohl auch angebracht, da der Bahnhof wohl meist voll ist mit den rangierenden Güterzügen. Somit vermutlich auch Esig und Gruppen-Asig sinnvoll und nicht Trapeztafel mit Einfahrtregelung nach Fahrplan.

Oder doch noch weiter runter gehen mit der Größe des Kalkwerks. Aber da nähern wir uns dann auch irgendwann einer Größe, bei der die Geschichte nicht mehr glaubwürdig wäre. In den letzten Tagen habe ich mal mit Packpapier gespielt und die Gleisanlagen von Motharshausen 1:1 aufgezeichnet. Dabei habe ich das ursprüngliche Gleis des Kohlenhandels zum reinen Abstellgleis gemacht (Nutzlänge so 55-60cm) und das Rampengleis verlängert, so dass dieses jetzt statt einer reinen Holzladerampe insgesamt eine Ladestraße inklusive Holzladeplatz darstellt. Das Gleis am Güterschuppen wird für Güterschuppen, Seitenrampe, Bockkran, Gleiswaage und Lademaß genutzt sowie zur Bedienung des Landhandels. Ich poste die Tage noch ein Bild einer Skizze der Änderung.

Jetzt wäre das Kalkwerk als solches an das Frachtaufkommen anzupassen bzw. zu optimieren. Verladen werden müssen am Tag (bei 5% Annahme):
- 8-10 Wagenladungen verpackter Produkte in Hbis/Tbis oder Gbs, ggf. auch Ucs-Wagen für staubige Produkte
- 12-15 Wagenladungen in Ed 090 / Ommi oder auch eine Aufteilung zwischen Ed 090 / Ommi und z.B. Fals 183, nässeunempfindlich
- 9-11 Wagenladungen Tds 930 oder eine Aufteilung zwischen Tds 930 und Ucs-Wagen, nässeempfindlich und teilweise auch staubig, also geschützt und vermutlich mit Absaugung
- mindestens zwei- bis dreimal im Monat ein Kesselwagen Diesel
- 3-4 Wagenladungen Verbrauchsmaterial, Platten, Verpackung, Werkzeug, Ersatzteile etc. in Hbis/Tbis oder Gbs
- 2-3 Behältertragwagen
Die Zustellung eines neuen Ladefahrzeugs vernachlässige ich jetzt mal. Also sehr viel Betrieb für die wenigen Gleise und so nicht sinnvoll.

Damit muss der Gleisplan für die Kalkwerke Hohlenfels AG geändert werden, um halbwegs glaubhaft zu wirken. Ich überlege, ob ich einen Teil der Verladung außerhalb des sichtbaren Bereichs darstelle, also quasi mit Gebäuden getarnt durch die Kulisse in einen Fiddlebereich zu legen (Sologebäude mt Verladung darunter bieten sich ja fast an. Auch die Beladung der Hbis/Tbis könnte teilweise zum Schutz vor Nässe und Staub in überdachten Bereichen passieren. Vorbildfotos zeigen zumindest sehr weit über die Gleise ragende Überdachungen, bei einzelnen Werken sogar Verladung in der Halle.

Jemand noch Ideen? Der Tals sieht gut aus, Reiner. Auch die Kesselwagen wären vermutlich für Kalkmilch sinnvoll. Auf allen Bildern von Schäfer Kalk in Hahnstätten sind mehrheitlich Tds 930, Ed 090, Ommi und Behältertragwagen zu sehen. Keine Tals, Fals oder Ucs. Zumindest bisher. Kalkmilch wurde aber definitiv dort produziert, das weiß ich aus einem Praktikum dort vor ewigen Zeiten. Aber das wäre ja kein Hindernis. Zumal die auf die Länge des Wagens gesehen deutlich höhere Ladekapazität eines Tals / Fals auch die Anzahl der Ganzzüge reduzieren würde.

Grüße

David

Edith hat die Fehler der Autokorrektur korrigiert...

Klaus Weibezahn Offline



Beiträge: 48

26.12.2018 19:07
#55 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Moin David,

hast Du mal überlegt, die 2. Weiche (Rechtsweiche) in Motharshausen durch eine Linksweiche zu ersetzen, damit die Einfahrtsweiche um 8,6 Grad nach vorne zu schwenken und nicht gerade sondern dann mit 8,6 Grad in den Bahnhof zu fahren (die Bahnhofsmodule hätten dann hier einen Knick und der Lokschuppen musste noch etwas in den Innenraum rücken, was aber hier IMHO kein Problem darstellt).
Warum das ganze?
Bei unveränderten Betriebsmöglichkeiten würde der Einfahrtradius nach Motharshausen größer und damit für geschobene Zugeinheiten sicherer.

Zum Kalkwerk:
Da müssen die Züge ja i. d. R. langsam unter der Beladeanlage drunter her gezogen werden; das geht entweder mit einem Rangierdiesel oder mit einer Spillanlage; letztere könnte ich mir hier gut vorstellen.

Mit freundlichem Oberharzer Glückauf
Klaus Weibezahn

517 008 Offline



Beiträge: 162

26.12.2018 19:57
#56 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo Klaus,

Danke für den Hinweis, ich schaue mir das in Motharshausen nochmal mit dem Gleisplanprogramm an.

Grüße, David

Kabees240 Offline




Beiträge: 237

26.12.2018 22:08
#57 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo David,

Zitat von 517 008 im Beitrag #51

mit den Gleisanlagen des Kalkwerks bin ich noch nicht zu 100% zufrieden.

Um hier aber konkrete Änderungen noch zu überlegen, wollte ich im ersten Schritt ermitteln, was hier an Produkten täglich verarbeitet / versendet oder auch empfangen wird. ...

...vermutlich nicht zu stemmen.

Also muss das Kalkwerk wohl gedanklich noch etwas verkleinert werden,...

Edit: Hier mal ein Link zu Schäfer Kalk


vorausgeschickt, dass ich mich nicht in der speziellen Materie auskenne:
ich glaube, dass man, von heutigen Produktionsmengen ausgehend, die Kapazitäten eines Werkes der Epochen 2 bis 4 deutlich überschätzt. Ab Ende der 60er-Jahre hat in der Industrie eine gewaltige Konzentrationswelle eingesetzt, Standorte wurden zusammengelegt, moderne Produktionsanlagen haben eine deutlich höhere Produktionsleistung als in früheren Epochen. Ich kann das aus eigener Erfahrung nur für die Stahlindustrie mit harten Zahlen belegen. Von mitte der 70er-Jahre (mein Berufseinstieg) bis 2010 stieg (auf gleicher Grundfläche) die Jahreskapazität der Walzwerke, die überlebten, um etwa den Faktor drei, ohne dass die in Deutschland oder Europa erzeugte Gesamtmenge sich wesentlich erhöht hätte.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Tonnage von Kalkwerken sich ähnlich entwickelt hat.

Gruß von Ruhr und Nette
Hans

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.829

26.12.2018 23:07
#58 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo David,

Apropos Kalk: http://www.angertalbahn.net/anschluss/rh..._wuelfrath.html

Und 5000 t pro Woche bekommt man mit 40 Tds 930 am Tag weg.
Okay, da muss halt der Papa nachts um 2 Uhr in den Keller! :-) http://www.angertalbahn.net/anschluss/ho...schliesser.html

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Klaus Weibezahn Offline



Beiträge: 48

26.12.2018 23:29
#59 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Moin David,

Kalke werden ja benutzt zum Bauen, Düngen und für die Industrie; aber meist werden Zemente daraus hergestellt; und das Brennen in den Öfen nicht unbedingt mit Koks, sondern mit Kohlenstaub bzw. Gas ... was in den Drehrohrofen beim Zementwerk kommt, wollt ihr alle gar nicht wissen ...

Kalkwerke sind fast genauso vielseitig in ihrem Produktspektrum wie Kokereien (da können ausser Koks und Gas noch über 100 verschiedene Stoffe rauskommen wie z. B. Schwefelsäure, Düngemittel, Arzneimittelgrundstoffe etc.)... vielleicht hat sich Dein Kalkwerk ja auf irgendwelche Spezialputze spezialisiert, weil der geförderte Kalk besondere Eigenschaften hat (damit könnte man zum Einen den Bestand und den Erhalt des Werkes begründen und zum anderen einen etwas "eingeschränkten" Betrieb z. B. Abfuhr nur als Sackware in G-Wagen und in Mohrenköpfen für grössere Kunden oder so?
oder kein Kalkwerk, sondern ein Werk, was feuerfeste Werkstoffe mit Magnesit herstellt ... (funzt übrigens im Prinzip genauso, wie Zementherstellung und ist ein Teufelszeug, denn wenn der Staub H2O sieht, bindet er ab :-(); alternativ ein Dolomitwerk, oder Schwerspatverladeanlage (damit wäre der Listeninhaber hier etwas gefordert (sorry Otto); wäre aber von der Größe her wohl am ehesten geeignet für den zur Verfügung stehenden Platz ...

Also Betriebsstoffe (Diesel, Kohlenstaub, Schmierstoffe), Sprengstoff (ab und an mal der G-Wagen mit der Sprengstoffflagge!) und Bohrstangen+ Bohrkronen zum Sprengen im Steinbruch bzw. unter Tage, Ersatzteile für den Steinbruchbetrieb, Ersatzteile für den Betrieb des Kalkwerks, ggfs. Fahrzeuge, etc. müssen anlieferbar sein;

Weiss nicht, wo Du wohnst, aber Kalk- oder andere Werke gibt's doch in vielen Teilen der Bundesrepublik; frag da doch einfach mal für einen Werkbesuch an ... Versuch macht klug.

Mit freundlichem Oberharzer Glückauf
Klaus Weibezahn

517 008 Offline



Beiträge: 162

27.12.2018 08:45
#60 RE: Kalkwerke Hohlenfels AG antworten

Hallo Hubert,

vielen Dank für den grandiosen Link! Auf der Basis rechne ich mal neu, da 1966/67 ja doch recht nah an dem von mir anvisierten 1972 liegen. Zumindest besser als die Zahlen von 2017. ;-)

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #58
Und 5000 t pro Woche bekommt man mit 40 Tds 930 am Tag weg.
Okay, da muss halt der Papa nachts um 2 Uhr in den Keller! :-)


Genau das befürchtet meine Frau gerade.

Grüße, David

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