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Modellbahnanlagen
Planungs- und Design-Forum

für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

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Dieses Thema hat 73 Antworten
und wurde 4.034 mal aufgerufen
 X.3. Der Modellbahner
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Rainer Offline



Beiträge: 39

11.12.2008 23:46
#16 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Wenigstens steht in dem Artikel kein einziges Mal das Wort "Modellbahner".

Ist Euch eigentlich aufgefallen, dass man in der Öffentlichkeit nur Eindruck mit seiner Modellbahn schinden kann, wenn man viiiiiiele Meter Gleise und Kabel und viiiiiele Tännchen, Männchen und Häuschen verbaut hat? Die Zahlen sollte man bei einer Besichtigung parat haben. Und natürlich, was das Ganze gekostet hat. Besonders die viiiiielen (Dampf-)Loks, die so viele sind, dass man sie nicht alle auf der Anlage fahren lassen kann. Bemerkungen über vorbildgerechten Betrieb behält man besser für sich. Vielleicht lässt sich trotzdem so nebenbei einflechten, dass dieses oder jenes auf der Anlage genauso wie bei der richtigen Eisenbahn gemacht wird (z.B. signaltechnisch oder bei Zugzusammenstellungen). Worte wie "vorbildgerecht" und "realistisch" sind dabei besser zu vermeiden, da diese eine Art Terminus Technikus darstellen und von Uneingeweihten mit merkwürdigen Blicken quittiert werden.

Ansonsten habe ich im Umgang mit der Presse gelernt, dass die Jungs immer dankbar für druckfähige Sprüche oder sonstige "Vorlagen" sind. In den größeren Firmen gibt es deshalb Presseabteilungen, die der Presse fertige Texte geben, die 1 zu 1 abgedruckt oder vorgelesen werden können. Sonst kommt da nämlich auch nur Käse bei raus. Und das schadet einem Unternehmen, genau wie uns Modellbahnern.

Rainer

fgee Offline



Beiträge: 118

12.12.2008 00:23
#17 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Ich sehe in dem Zeitungsausschnitt keinen Artikel über Modellbahn. Aber ein Porträt über einen Menschen und sein Hobby. Und dieses Porträt finde ich journalistisch recht gut gemacht - es geht respektvoll mit dem Menschen um, indem es neutral berichtet statt wertet.

Felix

Rainer Offline



Beiträge: 39

12.12.2008 01:31
#18 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten
Felix, da stimme ich Dir voll zu!
Meine Formulierung klingt zugegeben etwas abfällig, war so aber nicht gemeint. Entschuldigung.

Der weitere Text bezieht sich nicht auf den Artikel (und schon gar nicht auf die beschriebene Person), sondern gab nur den Anstoß.

Rainer

OOK Offline




Beiträge: 3.505

12.12.2008 09:18
#19 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten
Zitat von fgee
Ich sehe in dem Zeitungsausschnitt keinen Artikel über Modellbahn. Aber ein Porträt über einen Menschen und sein Hobby. Und dieses Porträt finde ich journalistisch recht gut gemacht - es geht respektvoll mit dem Menschen um, indem es neutral berichtet statt wertet.

Ich bin mit dem Statement nicht so einverstanden wie Rainer. Ich denke, jeder Artikel, in dem Modellbahn vorkommt und einem, der sich damit beschäftigt, wird ein Bild von unserer Kaste gezeichnet. Richtig ist, dass der Zeitungsartikel ohne Häme, ohne Verulkung ö.Ä. geschrieben ist. Und dennoch löst er bei mir ein gewisses Unbehagen aus, das schwer festzumachen ist.
Der Artikel beginnt mit
In Antwort auf:
"Um das zu bauen, muss man schon total verrückt sein", sagt Horst Lemke über sich selbst.
Das ist ein Klischee. Aus meiner Erfahrung mit der Presse vermute ich, dass dieser Satz dem Horst Lemke in den Mund gelegt worden ist. Das ist so üblich. Und es sagt mehr über die Einstellung des Journalisten zum Hobby Modellbahn als über den Herrn Lemke. Oder er steht da, weil man meint, dass die Leute das so lesen wollen. Hat man schon gelesen, dass ein Fußballer in der Presse zitiert wird mit "Um so gezielt zu trainieren, muss man schon verrückt sein."?

Wenn Rainer feststellt, dass in dem Artikel das Wort "Modellbahner" gar nicht vorkommt, so verhindert das zwar nicht, dass der Leser sich ein Bild von einem Modellbahner macht, ist aber andererseits korrekt, denn die Modellbahn scheint - wie beim Miniatur-Wunderland - in der Tat nicht im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, eher als verbindendes Element.

Der Layouter der Zeitung hat die Hochzeitsszene als "Aufmacher" gewählt und damit eine subjektive Betonung durchgeführt: Das ist es, worum es bei der Modellbahn geht. Es merkt natürlich keiner, dass das Kirchlein, selbst wenn es nur eine Kapelle sein soll, allenfalls für Baugröße 0 geeignet ist, aber immerhin wird der Blick abgelenkt von den beiden äusseren Bildern der oberen Reihe, die gewiss kein Ruhmesblatt der Anlagengestaltung sind.

Dieser Fred heißt "Ansehen und Selbstbewusstein" des Modellbahners. Letzteres fehlt dem Herrn Lemke offentsichtlich nicht. Ich aber habe das "Problem" (wenn ich es denn so erleben will), dass die Leser des Blattes ihn und mich über den gleichen Kamm scheren werden. Na gut, ich werde es überleben.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

Lutterberger Offline




Beiträge: 120

12.12.2008 12:03
#20 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Mir ist dem Zeitungs-Artikel aufgefallen, dass der Mix von zwei Maßstäben erwähnt wird (1:22,5 und 1:32). Das kann der Zeitungsreporter kaum selber gemerkt haben, das muss ihm der Lemke gesteckt haben. Also ist er sogar noch stolz drauf.
Wenn ich mir dann noch die Tunneleinfahrten angucke, wo man in die leere Unterwelt schauen kann, dann finde ich, dass das keine gute Reklame für unser Hobby ist.

Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

fgee Offline



Beiträge: 118

13.12.2008 20:11
#21 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

In Antwort auf:
keine gute Reklame für unser Hobby ist


Einverstanden. Aber mir scheint, das war gar nicht die Absicht des Artikels. Der Herr Lemke ist auch nicht Modelleisenbahner, sondern Modellhausbauer. Zumindest habe ich es so verstanden.

Felix

sieben_k Offline



Beiträge: 111

23.12.2008 23:16
#22 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Zitat von OOK

"Das ist ein Klischee. Aus meiner Erfahrung mit der Presse vermute ich, dass dieser Satz dem Horst Lemke in den Mund gelegt worden ist. Das ist so üblich. Und es sagt mehr über die Einstellung des Journalisten zum Hobby Modellbahn als über den Herrn Lemke. Oder er steht da, weil man meint, dass die Leute das so lesen wollen. Hat man schon gelesen, dass ein Fußballer in der Presse zitiert wird mit "Um so gezielt zu trainieren, muss man schon verrückt sein."?"




Das kann man nur voll und ganz unterschreiben. Auch mir ist dieses "verrückt sein" aus unzähligen Artikeln so geläufig, daß ich bei dem bewußten Zeitungsausschnitt direkt darauf gewartet habe.
Speziell zum Thema Fußball ist mir aber noch ein anderer gravierender Unterschied in der Berichterstattung aufgefallen, den jeder leicht selbst überprüfen kann:
Spielt der Verein (das Leistungsniveau spielt dabei keine Rolle) gut, ist in der Regel auch die Kritik gut. Derselbe Redakteur verdammt aber die Mannschaft in Grund und Boden, wenn es mal nicht gereicht hat.
Ebenso kennt jeder negative Theaterkritiken, Filmverrisse etc. in beliebiger Schärfe.
Nur in unserem Metier kann man offensichtlich nach Belieben "Bäume" aus Flaschenbürsten "basteln" - oder auch hochwertigste Solitäre - es wird alles gleichmachend freundlich-herablassend-verniedlichend wiedergegeben, so als wären wir alle nicht ganz zurechnungsfähig und würden beim geringsten falschen Wort in irgendeiner Form durchdrehen.
Sieht man (d.h. die Presse) uns so?
Ich glaube, da nehme ich lieber Zuflucht zu OOk's Vermutung, daß die Einstellung vieler Journalisten zu Modellbahn unterbelichtet zu sein scheint, auch wenn das an der Sachlage wenig zu ändern vermag.

Peter

CST Offline




Beiträge: 18

27.12.2008 01:43
#23 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Hallo Peter,

Zitat von sieben_k
Die zitierten anderen Hobbies, wie Schnur ins Wasserhalten etc., sind in der Gesellschaft als ernsthaft etabliert und tabu für verniedlichende oder verfälschende Beurteilung.


Da möchte ich energisch widersprechen! Gerade der Angel"sport" ist bei Kabarettisten weitaus beliebter als alle Modellbaudisziplinen zusammen.
Auch wüsste ich nicht, bei wem ich in meiner Umgebung mit Angeln Begeisterungsstürme auslösen sollte.

Ich sehe die Modellbahnerei nicht in schlechtem Licht dastehen. Einzelne bescheuerte Bemerkungen gibt es immer, das ist normal.
In meinem privaten Umfeld - wohlgemerkt zumeist Studenten - habe ich durchaus positive Bemerkungen zu meinem Hobby geerntet. Einige haben mir gesagt, dass sie es ungeachtet der konkreten Inhalte (die sowieso die Wenigsten verstehen...) toll finden, dass ich mich so konzentriert mit einer Sache beschäftige (was ich nichtmal unbedingt tue ). Das ist offenbar nicht der Normalzustand.

Zitat von sieben_k
Hier liegt meiner Ansicht nach das Übel, dass die Berichterstattung genau an den Kriterien aufgehängt ist, die hier so leidenschaftlich bekämpft werden, und die Modellbahner alle über einen Kamm geschoren werden, der in etwa "Startpackungsniveau" hat.


Ich halte es für einen Irrglauben, dass (vermeintlich) primitivere Modellbahner die Öffentlichkeit negativ beeinflussen. Warum sollten sie das?
Was wir hier kritisieren oder fordern, ist für die große Masse eine reine Belanglosigkeit. Es interessiert niemanden, ob eine Anlage eine Spitzkehre oder ein Oval hat. Wenn man den Fehler macht, diese Dinge zu sehr zu betonen, tappt man erst Recht in die Fachidiotenfalle.

Nein, wenn der Mann von der Zeitung kommt, dann muss man die Interessen seiner Leser bedienen. Vielleicht die Darstellung einer regionalen Besonderheit oder die lokale Jugendarbeit. Damit kann man auch bei Laien punkten.

Im Übrigen ist der "Schratfaktor" bei den "elitären" Gruppen wie z.B. dem FREMO mindestens genauso hoch. Da laufen in der Tat viele Spezialisten herum, aber deren Sozialverhalten nach außen ist deswegen keinen Deut besser als in jedem x-beliebigen MEC. Eventuell sogar schlechter!

Ciao
Christoph

sieben_k Offline



Beiträge: 111

28.12.2008 01:34
#24 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Hallo Christoph,

ich sehe hier gar keinen so großen Grund zum Widerspruch, denn so weit gefaßt wollte ich die journalistische Würdigung des Themas Modelleisenbahn nicht verstanden wissen, daß sie auch noch kabarettistische Äußerungen mit einbezöge. Nein, mir ging es einzig und allein um die Darstellung in der Tagespresse nach genau dem von OOK vorgestellten Muster.
Auch wollen vermutlich nur wenige von den Teilnehmern einer Ausstellung die öffentliche Meinung in irgendeiner Form beeinflussen. Die sind meist froh, wenn überhaupt ein Echo stattfindet, und ab und zu ein neues Mitglied "hängenbleibt".

Jedoch geht die Auflagenhöhe einer ganz normalen regionalen Tageszeitung in die zigtausende, insofern kann es nicht ganz egal sein, ob die Berichterstattung fair oder "einebnend", also die Spitzen wegnehmend geschieht. Das lesen die Leute, die nicht selbst dabei waren, und nach genügend häufigen Wiederholungen hat "die Öffentlichkeit" eben eine bestimmte Einstellung.

Selbstverständlich, und da stimme ich Dir voll zu, sieht es ganz anders aus, wenn man Einzelkontakte betrachtet. Ich stelle genauso fest, daß man in großem Maße Interesse und auch Anerkennung erfährt, wenn man sein Objekt in einem persönlichen Gespräch vorstellen kann. Das passsiert natürlich auch mit wildfremden aber begeisterungsfähigen Besuchern - vermutlich für einen Aussteller der schönste Lohn.

Die rein zahlenmäßige Gewichtung der beiden geschilderten Kathegorien möge jeder selbst vornehmen.



Zitat von CST

"Was wir hier kritisieren oder fordern, ist für die große Masse eine reine Belanglosigkeit. Es interessiert niemanden, ob eine Anlage eine Spitzkehre oder ein Oval hat. Wenn man den Fehler macht, diese Dinge zu sehr zu betonen, tappt man erst Recht in die Fachidiotenfalle."



Auch dem muß ich leider zustimmen, vielleicht etwas abgeschwächt, den "niemand" durch "nicht alle" ersetzt.
Leider, weil dadurch auch ausgedrückt wird, das es für das ganze Dilemma keinen einfachen Ausweg gibt. Sollte man versuchen, die Qualität einer Reportage durch eigene Formulierungen zu steigern, wird man vermutlich feststellen, daß dies wirklich am Bedarf der Masse vorbeigeht, also sicher so nicht in Druck gehen wird.

Um sich die Freude an einem sehr schönen Hobby auch nur im geringsten beeinträchtigen zu lassen, dazu ist die Tageskritik einfach nicht wichtig genug. Ich komme sehr gut damit zurecht, einmal im Quartal die Zeitung etwas schwungvoller in die Tonne zu schmeißen als gewöhnlich.

Peter

Lutterberger Offline




Beiträge: 120

13.01.2009 09:10
#25 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Zitat von CST

Gerade der Angel"sport" ist bei Kabarettisten weitaus beliebter als alle Modellbaudisziplinen zusammen.


Stimmt, die Modellbahnerei kommt weniger im Kabarett vor. Es ist halt kaum möglich, mit einer pantomimischen Geste die typische Tätigkeit eines Modellbahners zu evozieren - beim Angeln geht das.

Zitat von CST
Ich halte es für einen Irrglauben, dass (vermeintlich) primitivere Modellbahner die Öffentlichkeit negativ beeinflussen. Warum sollten sie das?

Ich halte das nicht für einen Irrglauben. Die Frage "Warum sollten sie das?" geht m.E. an der Problematik vorbei, denn diese Leutchen haben gar nichts Böses im Schilde. Der Pressemann sucht sie sich aus. Während er beim Sport immer die "Guten" oder gar die Besten herauspickt, gibt der Feldwaldundwiesenmodellbahner mehr Effekt her als der, den wir für gut erachten.

<blockquote><font size="1">Zitat von CST


Was wir hier kritisieren oder fordern, ist für die große Masse eine reine Belanglosigkeit. Es interessiert niemanden, ob eine Anlage eine Spitzkehre oder ein Oval hat.[/quote] Stimmt, aber vielleicht könnte es auch für ein Laienpublikum interessant sein, ob eine Anlage "irgendwas Nettes" dargestell oder etwas Konkretes, dem Leser Bekanntes, sei es die Teutoburgerwald-Eisenbahn oder Zugspitzbahn. Dazu passdt auch CST's Satz
<blockquote><font size="1">Zitat von CST
... muss man die Interessen seiner Leser bedienen. Vielleicht die Darstellung einer regionalen Besonderheit oder die lokale Jugendarbeit. Damit kann man auch bei Laien punkten.
[/quote]

Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

Michael Sterna Offline




Beiträge: 92

04.02.2009 21:21
#26 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Liebe Leute,

das mit der Märklin-Pleite habt Ihr sicher schon gehört?

Auf 'Spiegel-online' gibt es dazu einen Artikel:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,605569,00.html

Warum erzähle ich das in diesem Forum an dieser Stelle? Wegen dieser Passage:

"Werner Lenzner, Marktforscher bei Eurotoys, sieht andere Gründe für die Märklin-Krise. "Es hat einen gesellschaftlichen Wandel gegeben." Die Modelleisenbahn sei vor der Zeit der Videospiele das Traumspielzeug gewesen - bis in die siebziger Jahre hinein ein Spielzeug für Kinder, dann, in den Achtzigern und Neunzigern, mehr und mehr ein Objekt für Sammler. "Heute ist es gesellschaftlich nicht mehr so anerkannt, im Keller zu sitzen und an der Modelleisenbahn herumzubasteln", sagt der Spielzeugexperte. Wer sich heute heile Miniaturwelten baut, wird eher schräg angeguckt. Die Hauptzielgruppe - inzwischen Männer zwischen 40 und 60 - "sitzen in ihrer Freizeit heute eher vor dem Computer oder sind im Fitnesscenter". Junge Väter würden ihren Kindern keine Modelleisenbahn mehr kaufen. "

Und weiter:

"Märklin hat es Lenzner zufolge zudem versäumt, seine Produktpalette zu vergrößern. Obwohl die Zielgruppe immer kleiner wurde, konzentrierte Märklin sich auf die Produktion von Modelleisenbahnen. In Expertenkreise ist zu hören, es sei ein Fehler gewesen, "mit extrem hohem Kostenaufwand Modelle in extremer Detailtreue zu bauen, die sich nur noch betuchte Sammler leisten können". (...) Märklin müsse in den Massenmarkt vordringen, mit neuem Spielzeug, das sich alle leisten könnten, anstatt Lokomotiven für mehrere hundert Euro zu verkaufen, sagte Lenzner."

Keine weiteren Fragen...

Michael

Liebe Grüße aus Ostwestfalen!

Michael

http://kleinbahn-spur0.jimdo.com/
http://kleinbahnfreund.jimdo.com/

HFy Offline



Beiträge: 460

04.02.2009 21:47
#27 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Wobei die "extreme Detailtreue" nicht unbedingt zur "Kernkompetenz" des Marktführers zählte.... Schlimmer für unsereinen ist das sang-und klanglose Ende von Magic Train, wofür es im Konzept der Modelleisenbahn-Holding keinen Platz mehr gibt.

Herbert


jimknopf Offline




Beiträge: 170

05.02.2009 10:28
#28 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

So, wenn ich das was der Herr Lenzner von sich gibt, ernst nehme, dann muss ich mich wohl verabschieden, denn ich gehöre wohl nicht zur Zielgruppe...

Also das, was der da abläßt ist für mich absoluter ...

Ich sehe darin eher einen Ansporn getreu meinem Lieblingsmotto:

Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat.

Insofern ist hier eindeutig selbstbewußtes Auftreten der Modellbahner gefordert.
Wenn man den Besuchszahlen der Ausstellung im Hafen Hamburgs glauben darf, sind die Anhänger der Modellbahn nicht eine kleine Randgruppe, auch wenn sie definitiv eine Minderheit darstellen. Auch die Altersgrupppen sind eher gemischt, selbst Frauen schauen diese Anlage begeistert an.

Also... Leserbrief verfassen oder Herrn Lenzner mit Emails zubomben...

Vielleicht tatsächlich genau das?

darüber denkt nach

der Jim

Mundl Offline




Beiträge: 57

22.02.2009 00:47
#29 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten
Das Problem mit der Akzeptanz exisitert aber schon länger. Als Stephen King in den frühen 1980er Jahren (?) das Buch über den mörderischen 58er Plymouth Fury mit Namen "Christine" schrieb, baute er einen Absatz mit einem Gespräch zwischen Hauptdarsteller 2 und Hauptdarstellerin ein, welcher mich schon damals geärgert hat. Darin ging es sinngemäß um einen Vergleich mit dem Hauptakteur 1, der, schüchtern und pickelig, den kaputten Oldtimer Christine wieder instandsetzte - der wurde in dem Gespräch mit einem Modellbahner aus der frühreren Schulzeit verglichen, der ein Eingebrötler war, und, als er sich zwischen seiner Freundin und "den Zügen" zu entscheiden hatte (was für eine Situation...), "seine Züge" wählte. Auf die Frage, was denn aus ihm wurde, legte der Autor dem Agierenden die Worte " er brachte sich ein paar Jahre später um" in den Mund.

Ein offenbar selbstmörderisches Hobby, das wir da ausüben.

Ist übrigens mit meinem 2. Hobby, der Restauration und Pflege eines Old- oder Youngtimers ähnlich gelagert; kaum erzähle ich, daß ich einen Opel Admiral und einen Opel Manta mein Eigen nenne, stehe ich im Out. Also hab ich damit aufgehört. (oder beinahe...) Sollte ich mir aufgrund meiner Hobby- und Fahrzeugwahl Gedanken über meinen Geisteszustand machen?

OOK Offline




Beiträge: 3.505

22.02.2009 08:09
#30 RE: Kap. 2.3 Ansehen und Selbstbewusstsein antworten

Zitat von Mundl
...der wurde in dem Gespräch mit einem Modellbahner aus der frühreren Schulzeit verglichen, der ein Eigenbrötler war, und, als er sich zwischen seiner Freundin und "den Zügen" zu entscheiden hatte (was für eine Situation...)


Gar nicht wirklichkeitsfremd, glaube ich. Wenn man Frauen fragt, welche Männer die unerotischsten sind, dann nennen sie mit Sicherheit an einer der ersten Stellen Modelleisenbahner. Und ehrlich gesagt, die Synthese hinzubekommen, sich für das Hobby und die Frau/Freundin etc. zu entscheiden, ist keine leichte Sache und meist das Ergebnis von Entwicklung und Wachstum.

Zitat von Mundl


Zitat
...kaum erzähle ich, daß ich einen Opel Admiral und einen Opel Manta mein Eigen nenne, stehe ich im Out. Also hab ich damit aufgehört. (oder beinahe...) Sollte ich mir aufgrund meiner Hobby- und Fahrzeugwahl Gedanken über meinen Geisteszustand machen?


Das weniger, ich mache mir da andere Sorgen. Ich kannte mal ganz in der Nähe hier einen sehr begabten Modelleisenbahner, der z.B. die Resin-Abgusstechnik so perfekt beherrschte, dass er mir von meinen Urmodellen von Ot-Wagen lupenreine einteilige Abgüsse machte. Phantastisch!Dann legte er sich einen uralten Volvo zu und verbringt seine Freizeit seither nur noch unter diesem liegend. Für die Modellbahnerei verloren.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

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