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Dieses Thema hat 30 Antworten
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 X.7. Atmosphäre
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OOK Offline




Beiträge: 4.192

01.01.2009 13:00
#16 RE: "La Zafra" antworten

La Zafra war (ist?) vor allen Dingen eine Zuckerrohr-Anlage. Zuckerrohr ist allenthalben: ungeerntet, beim Ernten, beim Transport, bei der Verarbeitung, rumliegendes Stroh ohne Ende ... Das ist schonmal extrem identitätsstiftend. Dann halt Cuba als sozialistisches Land, wo eher Murks als Marx herrscht, das kommt so knackig rüber. Und schließlich die laissez-faire-Haltung und das savoir-vivre der Kubaner.

Dann erwähnt Michael im Vergleich ganz bescheiden seine Rügnitzer Kleinbahn, bei der es zwar kein Zuckerrohr gibt, dafür aber Küste, Hafenmolen, Schlick, Möwen, Schiffe und Fischer. Als ich Michaels Anlagenkeller zum ersten Mal betrat, schlug mir sofort das Flair, also die Atmosphäre der Ostseeküste entgegen. Ich vermeinte, den Schlick zu riechen und die Möwen kreischen zu hören.
Atmosphäre und Identität, diese beiden Topoi, sind bei der Rügnitzer Kleinbahn voll vorhanden, aber Michael verschweigt es in fast britischem understatement. Sein Protzfaktor ist wohl eben doch noch entwickelbar.

OOK
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Michael Sterna Offline




Beiträge: 92

01.01.2009 21:13
#17 RE: "La Zafra" antworten

Zitat von OOK
Ich vermeinte, den Schlick zu riechen und die Möwen kreischen zu hören.


Vielen Dank für die Blumen.
In der Tat habe ich mal darüber nachgedacht, ob sich die Sache noch mit Einsatz von Mövengeschrei u. Meeresrauschen noch toppen ließe (womit wir wieder beim Thema 'Animationen' wären). Da gäbe es ja auch käufliche Geräuschmodule:
http://www.le-elektronik.de/
Ich habe mir mal eine entsprechende Probedatei runtergeladen, fühlte mich beim Anhören aber eher an die raue Nordsee erinnert. Das war es wohl noch nicht. Ich habe dann noch eine Disskussion im Schmalspur0-Yahoo-Forum (weiß gar nicht, ob es die noch gibt...) begonnen. In deren Verlauf hatte ein bekannter schamloser Schmalnuller aus der großen Hafenstadt im Norden schließlich den Vorschlag gemacht das typische Hafenathmosphärische auch olfaktorisch 'rüberzubringen'. Fischgeruch müsste ja relativ einfach in den Hobbykeller zu bringen sein...
Ich habe letzten Endes auf diese Soundgeschichten (und Geruch erst recht!) verzichtet. Und ich bin recht stolz, dass es mir dennoch gelungen ist den Besucher vom Thema 'Ostsee' zu überzeugen.

LG
Michael

Liebe Grüße aus Ostwestfalen!

Michael

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http://kleinbahnfreund.jimdo.com/

fgee Offline



Beiträge: 118

09.01.2009 12:10
#18 RE: "La Zafra" antworten

Beim Betrachten von Anlagenbildern ist mir plötzlich wie Schuppen von den Augen gefallen, was einen grossen Einfluss auf die Atmosphäre hat: DRECK! Alterung, Verwitterung, Gerümpel, matte Farben, Kalk- und Kohlespuren etc. Die "Spuren der Preiserlein" lassen den Eindruck entstehen, dass da nicht bloss ein Plastikdorf steht. Und darum geht es doch (auch)

Felix

eisenhans Offline




Beiträge: 394

09.01.2009 14:34
#19 Dreck & Co antworten

Zitat von fgee
... was einen grossen Einfluss auf die Atmosphäre hat: DRECK! Alterung, Verwitterung, Gerümpel, matte Farben, Kalk- und Kohlespuren etc.

Das sehe ich auch so. Allerdings bringt das eine ganz bestimmte Atmosphäre. Denn nicht die ganze Welt ist dreckig und versifft. Wenn ich einen Bahnhof der Rhätischen Bahn nachgestalten würde (weiß noch nicht, ob ich's je tun werde), dann wird es da gewiss keinen Dreck geben. Da würde ich lieber, wenn es denn ginge, die Schweiz-typischen Robi-Dog-Entsorgungskästen für Hundekot installieren.
Marcel Ackle ist ja berühmt für seine Feldbahnszenen mit dem morbiden Charme eines Volkseigenen Betriebes (VEB = Vorsicht, es bröckelt!"). Das ist in seinen Szenen total stimmig - und wäre doch bei anderen Bahnen, anderen Situationen ganz verkehrt. Meint

Der Eisenhans

Nico2 Offline



Beiträge: 18

12.01.2009 22:16
#20 RE: "La Zafra" antworten

Zitat von Michael Sterna
... das typische Hafenathmosphärische auch olfaktorisch 'rüberzubringen'. Fischgeruch müsste ja relativ einfach in den Hobbykeller zu bringen sein...


Ich, der ich aus einer Gegend stamme, die auch als „Güllegürtel“ bekannt ist, stelle mir gerade vor, wie das wohl klingen würde, wenn ich eine einigermaßen überzeugende Darstellung der seligen Kleinbahn Vechta-Cloppenburg (zeitweise mit Kittel-Dampftriebwagen(!), aber leider nicht schmalspurig) erschaffen (können) würde:
„Man meint förmlich, den Geruch der frisch ausgebrachten Jauche in sich aufsaugen zu können und das Muhen der Rotbunten zu vernehmen, während der Zug sich durch die von Plaggenesch geprägte Landschaft fortbewegt...“
Nun ja, lassen wir das...

Nochmal zur Anlage von Lutz Kuhl: soooo schlecht finde ich sie auch nicht, aber gerade weil ich damals einen direkten Vergleich zu La Zafra hatte, fiel mir doch schon irgendwie auf, dass bei dieser Anlage so etwas wie Atmosphäre nicht so recht aufkommen mochte – auch wenn die Identität außer Frage stand (wenn ich das jetzt richtig interpretiert habe). Und – da gebe ich Felix und Eisenhans recht – wohl deshalb, weil es (für mich) einfach zu „sauber“ war auf der Anlage – für das Thema. (Vielleicht ist es ja wirklich so in Mexiko, und ich vorurteilsbehafteter Mensch weiß es nur nicht!)
Allerdings wird sich vermutlich auch die RhB nicht gegen modellbahngerecht eingefärbte Schienenprofile wehren können – aber das zählt nicht als Dreck, ok ok...

Gruß
Nico

OOK Offline




Beiträge: 4.192

03.09.2013 21:53
#21 Wie geht Atmosphäre? antworten

Viereinhalb Jahre hat dieser Strang stillgelegen. Aber manchmal, wenn mir nix Gescheites einfällt, scrolle ich halt durch alte Stränge und lese hier und da, und manchmal hake ich ein. So stieß ich auf eine Aussage von Nico2 zu der Frage, wie man Atmosphäre erzeugt:

Zitat
Klischees bedienen, ohne kitschig zu werden, ist das das Geheimnis?


Das war auf der Basis der La Zafra-Anlage (Beispielbilder neu geladen!), über die die ungeteilte Meinung herrschte, sie habe ein Maximum an Atmoshäre.
Nicos Satz hat mich nachdenklich gemacht. Ich habe ja eine Anlage, deren Identität nicht infrage gestellt wird. Das sieht jeder, dass das der Harz ist. Aber Atmosphäre? Die hätte ich wohl gerne, aber hat sie die? Und welche? Gibt es Harz-Atmosphäre?
Da ich befangen bin, würde ich es gern sehen, wenn einige, die die Anlage gut kennen, sich dazu äußern würden, und zwar distanziert kritisch. Kein Honig um meinen Bart! Auch Kritiker dürfen wiederkommen und weiter mitmachen.
Vielleicht bekomme ich ja konkrete Tipps, wo ich Klischees bedienen kann.

OOK
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Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.873

04.09.2013 20:21
#22 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Hallo Otto,

ich habe keine Ahnung was Harz-Atmosphäre ist! Vielleich ein paar Brocken-Hexen die sich von Oderteich auf den Weg zu Walpurgisnacht machen!
Oder der Nebel der zwischen den Fichten wabert? (off Topic: eine Nebelmaschine im Keller hätte was für die Betriebssession! ).
Ich denke die Atmosphäre ala der La Zafra-Anlage kommt noch mit der weiteren landwirtschaftlichen Ausgestaltung. Nackter Gips ist halt mal ein Atmosphärenkiller.
Aber eins sollte man nicht vergessen: Die Atmosphäre die man mit Bildern nicht darstellen kann und die die BAE schon hat, und zwar die wenn man mit Gleichgesinnten Betrieb macht! Da liegt wirklich Eisenbahn in der Luft!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

OOK Offline




Beiträge: 4.192

19.12.2013 21:40
#23 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #22
ich habe keine Ahnung was Harz-Atmosphäre ist!

Als ich einen Sohn meiner Frau, der ständig das Wort "krass" benutzte, einmal fragte, was krass den eigentlich bedeutete, antwortete er mir: "Krass ist sowas wie geil, nur krasser." Deshalb antworte ich auf Hubert: Harzer Atmosphäre ist wie Pfälzerwaldatmosphäre, nur harziger. Alles klar?

OOK
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Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.873

19.12.2013 22:20
#24 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Hallo Otto,

mit Verlaab, awwer onnerschtwu is onnerscht, un halt net wie in de Palz!
Un isch wäss was Pälzerwaldatmospfäre iss!

Zitat von Die anonyme Giddarischde

Palzlied

Warscht du ämol uf de Kalmit, oder uf de Dahnerhä
hoscht du emol ome Herbschdag moins de Newwel steige seh
bischt mol barfuß durch die Wieß gerennt, oder unner Bäm
dich bloß hiegeleht die Ache zu un efach bloß geträmt
des wer alles nix besonnres sagscht du un du mischt jetzt geh
weil es gäb auser de Palz jo a noch onneres zu seh
sicher hoscht du recht wonn du sagscht dass ders onnerschtwu a gfallt
awwer onnerschtwu is onnerscht, und halt net wie in de Palz

Warscht im Summer onem Baggerloch hot dich a Schnog gejuggt
un du hoscht de liewe lange dach bloß in die Luft geguggt
bischt du owens mit me sunnebrond uf doim Balkon geleh
un du hoscht beim sunneunnergang die Schwalbe fliege seh
Des wär alles nix besonnres sagscht du un du mischt jetzt geh
weil es gäb auser de Palz jo anoch onners zu seh
sischer hoscht du recht wonn du sagscht dass ders onnerschtwu a gfallt
awwer onnerschtwu is onnerscht, un halt net wie in de Palz

Kennscht du Trippstadt Herdlingshause Grienschtadt Eiseberch un Forscht
hoscht du emol uf nem Woifscht denne Leid dort zugehorscht
trinkst du gernemol en Schorle un ischt gern e Lewwerworscht
gehscht du öfters in die Folle un hoscht mehr wie onnre Dorscht
Des wär alles nix besonnres sagscht du un du mischt jetzt geh
weil es gäb auser de Palz jo anoch onneres zu seh
sicher hoscht du recht wonn du sagscht dass ders onnerschtwu a gfallt
awwer onnerschtwu is onnerscht un halt net wie in de Palz
awwer onnerschtwu is onnerscht un halt net wie in de Palz


Youtube

Anmerkungen:
Kalmit = 2. höchster Berg der Pfalz mit Pfälzerwaldvereinhütte
Dahnerhä = Dahner Höhe im Wasgau
Schnog = Schnake
Lewwerworscht = Pfälzer Leberwurst
Grienschtadt = Grünstadt
Eiseberch = Eisenberg
Forscht = Forst
Woifscht = Weinfest
Schorle = Mixgetränk mit mindestens 2/3 Wein + Rest Mineralwasser in einem 0,5 l Glas!

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

testjaffa Offline




Beiträge: 3

20.12.2013 11:31
#25 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Zitat von OOK im Beitrag #21
... Ich habe ja eine Anlage, deren Identität nicht infrage gestellt wird. Das sieht jeder, dass das der Harz ist. Aber Atmosphäre? Die hätte ich wohl gerne, aber hat sie die? Und welche? Gibt es Harz-Atmosphäre?
Da ich befangen bin, würde ich es gern sehen, wenn einige, die die Anlage gut kennen, sich dazu äußern würden, und zwar distanziert kritisch. Kein Honig um meinen Bart! Auch Kritiker dürfen wiederkommen und weiter mitmachen.
Vielleicht bekomme ich ja konkrete Tipps, wo ich Klischees bedienen kann.

Hmmm, geht es bei Atmosphäre wirklich um Klischees? Ein Klischee ist etwas, was ein hohes Maß an Allgemeinverbindlichkeit hat und jeder versteht. Aber gerade bei Atmosphäre bewerte ich das subjektive Moment sehr hoch. Für mich persönlich ist der Balkonblick in Annerschbarrich über die fichten-bewaldeten hintereinander gestaffelten Bergsilhouetten das, was »meine« Harzatmosphäe prägt. Etwas dichter dran ist es dann der leicht modrige Nadelwaldgeruch, der das – um mit Michaels Worten zu reden – »olfaktorisch« ergänzt.
Jemand, der den Harz nur als Ausflugsziel seiner sommerlichen Motorradtouren kennt, hat sicherlich andere atmosphärische Harz-Vorstellungen als derjenige, der nur im Winter dort Skilanglauf macht oder derjenige, der dort lebt oder lange gelebt hat, und – Beispiel Annerschbarrich – das langsam Aussterben eines Ortes erlebt.

Die Bäume auf der BAE sind ja schon auf eine respektable Anzahl gewachsen; insofern stimmt für mich das Grundgefühl ... gerade auch in Verbindung mit den Hintergrundkulissen. Vielleicht sollte man einmal probieren, die olfaktorische Komponente mit ein paar Tropfen Duftöl zu ergänzen ... sehr dezent ... so wie bei gut gewürzten Gerichten: es schmeckt einfach gut, aber man rätselt, was da für Gewürze dran sein könnten ...

Gruß --- Jürgen

OOK Offline




Beiträge: 4.192

07.11.2017 13:37
#26 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Die üblichen Verdächtigen in diesem Forum wissen, dass ich gelegentlich alte Stränge durchforste und schaue, ob deren Aktualisierung Sinn macht. Dieser hier brasiucht unbedingt eine Fortsetzung, denn gerade das letzte Posting von Jaffa bietet neue Denkansätze:

Zitat von testjaffa im Beitrag #25
Hmmm, geht es bei Atmosphäre wirklich um Klischees? Ein Klischee ist etwas, was ein hohes Maß an Allgemeinverbindlichkeit hat und jeder versteht. Aber gerade bei Atmosphäre bewerte ich das subjektive Moment sehr hoch. Für mich persönlich ist der Balkonblick in Annerschbarrich über die fichten-bewaldeten hintereinander gestaffelten Bergsilhouetten das, was »meine« Harzatmosphäe prägt. Etwas dichter dran ist es dann der leicht modrige Nadelwaldgeruch, der das – um mit Michaels Worten zu reden – »olfaktorisch« ergänzt.
Jemand, der den Harz nur als Ausflugsziel seiner sommerlichen Motorradtouren kennt, hat sicherlich andere atmosphärische Harz-Vorstellungen als derjenige, der nur im Winter dort Skilanglauf macht oder derjenige, der dort lebt oder lange gelebt hat, und – Beispiel Annerschbarrich – das langsam Aussterben eines Ortes erlebt.

Die Bäume auf der BAE sind ja schon auf eine respektable Anzahl gewachsen; insofern stimmt für mich das Grundgefühl ... gerade auch in Verbindung mit den Hintergrundkulissen. Vielleicht sollte man einmal probieren, die olfaktorische Komponente mit ein paar Tropfen Duftöl zu ergänzen ... sehr dezent ... so wie bei gut gewürzten Gerichten: es schmeckt einfach gut, aber man rätselt, was da für Gewürze dran sein könnten ...

Wenn ich mir also die Leutchen anschaue, die an verlängerten Wochenenden in Braunlage bei Puppe in gestylten Klamotten an den Hochtischen auf dem Bürgersteig sitzen und Glühwein trinken, dann bin ich sicher, dass die mit Harzatmoshäre etwas ganz anderes meinen als ich. Die würden möglicherweise bei einem Besuch der BAE diese nicht im Harz verorten, sondern im Riesengebirge.

Ich strebe also bei meinen Bemühungen um Atmoshäre die Erfüllung meiner eigenen subjektiven Vorstellungen an. Wenn ich mir das ganz klar mache, brauche ich nicht enttäuscht zu sein, wenn irgendein Besuch mal "Anlage gucken" will und allenfalls "ziemlich viel Bäume, wa?" findet.

OOK
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Fischkopp Offline




Beiträge: 433

08.11.2017 23:03
#27 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Ich glaube, daß es auch darauf ankommt, den genauen dargestellten Zeitpunkt "atmosphärisch" zu wählen.
Diese Anlage z.B.
http://www.carendt.com/small-layout-scra...e-87-july-2009/
fasziniert einerseits natürlich dadurch, wie eine regnerische Nacht um drei Uhr morgens dargestellt wurde,
das geht natürlich nur dadurch, dass dies überhaupt so gewählt wurde.
An einem heißen Hochsommertag mit 30 Grad im Schatten (wie er auf der durchschnittlichen Anlage zu herrschen scheint)
kommt halt weniger Atmosphäre auf, als kurz nach einem Regen, wenn alles feucht ist, oder wenn es grad neblig ist,
oder im Herbst oder sonstwann, wenn das Licht irgendwie besonders ist.
(Siehe dazu die Fotos im MIBA 10 und 11 2011 von D. Rothefußers Wörishofen-Anlage, welche an einem herbstmorgen im Freien fotographiert wurde)
Genau das erlebt ja auch jaffa, wenn er vom Balkon guckt.
Unterstützen kann man die Atmosphäre also vielleicht durch die Darstellung "atmosphärisch dichter" Momente/Tageszeiten und sonstiger Konstellationen mit Wetter u.ä.,
und eben durch eine absolut perfekte Beleuchtung. Und genau das ist, denke ich, einer der Knackpunkte. Bei den gezeigten Beispielen funktioniert es, weil das eine
mit Naturlicht aufgenommen wurde und das andere gar kein Licht braucht (drei Uhr morgens eben). Aber eine Neonröhre kann alles zu nichte machen.

Gruß
Alex

OOK Offline




Beiträge: 4.192

09.11.2017 09:02
#28 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #27
Diese Anlage z.B.(Carl Arendt)fasziniert einerseits natürlich dadurch, wie eine regnerische Nacht um drei Uhr morgens dargestellt wurde,
...
An einem heißen Hochsommertag mit 30 Grad im Schatten (wie er auf der durchschnittlichen Anlage zu herrschen scheint)
kommt halt weniger Atmosphäre auf, als kurz nach einem Regen, wenn alles feucht ist, oder wenn es grad neblig ist,
oder im Herbst oder sonstwann, wenn das Licht irgendwie besonders ist.

Unterstützen kann man die Atmosphäre also vielleicht durch die Darstellung "atmosphärisch dichter" Momente/Tageszeiten und sonstiger Konstellationen mit Wetter u.ä.,
und eben durch eine absolut perfekte Beleuchtung. Und genau das ist, denke ich, einer der Knackpunkte.

Alles richtig, aber in realiter soooo schwer darzustellen. Beim Fotografieren gehts ja noch, aber wärend des Normalbetries solche Stimmungen zu erleben, ist unendlich schwierig. Ich habs ja schon in sofern gut, dass ich nicht Hochsommer darstelle, sondern den Vorfrühling kurz nach der Schneeschmelze. Aber die dazu passende Nieselregenstimmung zu erzeugen ist mir bisher noch nicht gelungen. Ein Versuch ist im BAE-Buch auf S. 236 abgedruckt. Der Bildtext beginnt mit:"Peinliche Begegnung im Morgengrauen". Leider hat die Bildbearbeiterin im Verlag das nicht gelesen, sondern nur gefunden, dass das Bild viel zu dunkel ist und es kräftig aufgehellt. Da ist dann nix mehr von Morgengauen zu sehen. Eigentlich sollte es so aussehen:



Auch noch nicht ganz das, was ich erreichen will, aber auf dem Weg dain.

OOK
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Kabees240 Offline




Beiträge: 243

09.11.2017 11:23
#29 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Ich hab ja gut reden, weil bei mir bisher nur Sperrholzwüste steht, aber:

Zitat von OOK im Beitrag #28

Alles richtig, aber in realiter soooo schwer darzustellen. ... Ich habs ja schon in sofern gut, dass ich nicht Hochsommer darstelle, sondern den Vorfrühling kurz nach der Schneeschmelze. ... Der Bildtext beginnt mit:"Peinliche Begegnung im Morgengrauen".


Morgengrauen? Vorfrühling?
Die Sonne (Oder ist es noch der Vollmond? Dafür ist das Bild immer noch zu hell.) steht hoch am wolkenverhangenen Himmel, über 60 °. Also etwa Mittagszeit +-1 h Ende Mai bis Ende Juli.

Aber das lässt sich beim Photographieren ja leicht korrigieren.

Voller Spannung erwartet deinen nächsten Photoshop-Versuch

Hans

OOK Offline




Beiträge: 4.192

09.11.2017 12:54
#30 RE: Wie geht Atmosphäre? antworten

Die Schattenlänge ließe sich leicht vergrößern und auch das Bild weiter abdunkeln. Nur sind wir damit dem Ziel, dass der vorbeifahrende Lokführer dies auch als Szene im Morgengrauen erlebt, keinen Schritt näher. Ich weiß, dass es schon aufwändige Elektroniken und Leuchtkörperkombinationen gibt, mit denen sich jede Stimmung und jeder Effekt, auch deren allmählicher Wandel, nachstellen lässt. Die wird aber auf meiner Anlage kaum je Einzug halten. Zu teuer, zu aufwändig, zu unnütz.
Ich kann ja mal einen Test machen und den Betrieb morgens um vier in völliger Finsternis starten zu lassen, alles nur punktuell erleuchtet durch ein paar Funzeln hier und dort. Wie dann wohl das Rangieren auf den Unterwegsbahnhöfen vonstatten gehen würde. Ach nee, ich werde das wohl dem Miwula überlassen, wo das Publikum diesem "Zauber" immer wieder gern erliegt.

OOK
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