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Dieses Thema hat 27 Antworten
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 II.6. Planungsdetails unabhängig vom Gesamtplan
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OOK Offline




Beiträge: 4.251

18.06.2017 20:37
Spitzkehren antworten

Auf der Amazon-Seite gibt es einige Bewertungen meines Blauen Buches, mehrheitich freundliche, nur die von M. Freund ist es nicht. Da steht u.a.

Zitat
Echte brauchbare Anlagenvorschläge sind nicht enthalten. Dafür taucht in dem Buch der Begriff Spitzkehre gefühlte 500 mal auf.

Da ist natürlich was dran. Ich habe vielleicht ein paar Spitzkehren zu viel drin (falls man das wirklich kann). Aber das liegt natürlich daran, dass in gefühlt fünfzig Gleisplanungsbüchern vorher Spitzkehren gefühlt nullmal vorgekommen sind. Da war einfach Nachholbedarf.
Die Superspitzkehre ist natürlich nach wie vor die mit der doppelten Gleisverbindung, Szenejargon: Hosenträger. Was mir bisher in meinem Archiv fehlte, waren Bilder (möglichst eigene) von interessanten Hosenträgern. Seit gestern habe ich sie, denn gestern morgen hatte ich auf dem Weg zu einem Date in Halberstadt eine halbe Stunde übrig und kam auf die Idee, sie dazu zu nutzen, mir mal die bekannte Spitzkehre der Rübelandbahn anzuschauen, denn - kaum zu glauben - ich war noch nie dort. Züge kamen keine, war ja auch Samstag, und ich hätte auch nicht die Zeit gehabt, auf welche zu warten. Aber letztendlich wollte ich gar nicht Züge, sondern Schienen. Die sieht man ohne Züge drauf eh besser. Hier meine Ausbeute:







Sieht schon irgendwie fetzig aus, finde ich. Ein Stellwerk gibt es hier ja nicht mehr, aber die vier Hauptweichen sind nun Rückfallweichen geworden (gelbe Weichenlaterne) und so angeordenet, dass die Züge hier ohne Umlegen einer einzigen Weiche Kopf machen können. Nur die Weiche zum dritten Gleis ist keine, die ist normal ortsgestellt.

So, jetzt bin ich bewaffnet und kann weitere Bücher mit gefühlt tausend Spitzkehren machen. Schade nur, dass die BAE keine richtige Spitzkehre hat. Na ja, wie manns nimmt. Züge von St. Andreasberg nach Oderteich und Braunlage müssen in Sonnenberg Kopf machen. Denen ist es egal, dass es da auch einen Streckenast nach Sieber gibt, Für sie ist Sonnenberg eine Spitzkehre. Mit Hosenträger übrigens.
Bei der BAE II gab es zwar keinen Hosenträger, aber mehr Spitzkehren. Zum Beispiel musste ein Zug aus dem Bahnhof Sonnenberg zur Grube Charlotte-Elise dreimal spitz kehren. Aber jede Spitzkehre hatte nur eine Weiche.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.424

18.06.2017 21:34
#2 RE: Spitzkehren antworten

Hallo Otto,

was hat denn dieses Signal für eine Bedeutung bzw. wem gilt es?



Oder spielen die da Basketball im Wald?

Mit freundlichem Gruß,
Reiner

hmmueller Offline



Beiträge: 395

18.06.2017 21:54
#3 RE: Spitzkehren antworten

Verschubhalttafel (oder wie das in D heißt) Marke Ost. Den mikroskopischen Text "Halt für Verschubfahrten" hat eh schon ewig niemand mehr gelesen, da haben sie ihn vor einigen Jahrzehnten wegoptimiert.

Edit: Jaja - österreichisch ist halt anders. Also jetzt richtig:
"Ra 10" - die Wikipedia z.B. schreibt: "eine oben halbkreisförmige weiße Tafel (Rangierhalttafel) mit schwarzem Rand mit oder ohne die Aufschrift „Halt für Rangierfahrten“"

H.M.

Kabees240 Offline




Beiträge: 244

19.06.2017 00:45
#4 RE: Spitzkehren antworten

Genau, falls mal ein Waggon fälschlicherweise mitgenommen wurde und hier umrangiert wird, stelle ich mir gerade vor. Oder umfahren hier die Loks den Zug?

OOK Offline




Beiträge: 4.251

19.06.2017 07:42
#5 RE: Spitzkehren antworten

Zitat von Kabees240 im Beitrag #4
Oder umfahren hier die Loks den Zug?
Zumindest umfuhren sie früher. Heute ist es, wenn ich noch auf dem Laufenden bin, üblich, an beiden Zugenden eine Lok zu haben, da erübrigt sich das Umsetzen. Aber als Modellbahner würde ich immer die Umsetzvariante wählen.

Der Entfall der Inschrift "Halt für Rangierfahrten" durch die DR Ost ist übrigens sehr logisch gewesen. Das Schild gibt es in der Form nur einmal,in dieser Bedeutung halt. Da braucht es keine nähere Erläuterung, genausowenig wie beispielsweise bei der Schachbretttafel.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.424

19.06.2017 09:38
#6 RE: Spitzkehren antworten

Hi,

"Halt für Rangierfahrten" kannte ich schon - nur nicht ohne Schrift; Danke für die Infos zur Verwendung bei DR und ÖBB. Dass es keine andere Beschriftung und Bedeutung gibt und der Umriss also reicht, war mir neu, nochmals. Klar gilt es für den abwärts führenden Streckenast, ich finde nur den Standort im Grünen etwas lustig.

Schönen Start in die Woche,
spannende Lektüre haben wir ja,
Reiner

Kabees240 Offline




Beiträge: 244

19.06.2017 11:47
#7 RE: Spitzkehren antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #6
ich finde nur den Standort im Grünen etwas lustig.




Das macht nur die perspektivische Verkürzung durch das Teleobjektiv, vermutet

Hans

cargonaut Offline



Beiträge: 109

19.06.2017 13:39
#8 RE: Spitzkehren antworten

Zitat von Gilpin im Beitrag #6
Hi,

"Halt für Rangierfahrten" kannte ich schon - nur nicht ohne Schrift; Danke für die Infos zur Verwendung bei DR und ÖBB. Dass es keine andere Beschriftung und Bedeutung gibt und der Umriss also reicht, war mir neu, nochmals. Klar gilt es für den abwärts führenden Streckenast, ich finde nur den Standort im Grünen etwas lustig.

Schönen Start in die Woche,
spannende Lektüre haben wir ja,
Reiner


Bei Werkbahnen gibt es diese Tafel auch mit der Beschriftung "HALT für DB-Lok", aufgestellt am Übergabepunkt. Während ich schreibe fällt mir sogar noch ein Beispiel ein, in Troisdorf West vor dem Übergabebahnhof der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft steht eine solche Tafel an der Infrastrukturgrenze DB/RSVG.
Aber diese Tafeln sind weder in der Eisenbahn Signal Ordnung noch im Signalbuch Ril 301 beschrieben.
Bild habe ich leider nicht gemacht, betriebsblind halt.

Viele Grüße
Kai-Nils

Die Kunst eine Lokomotive zu führen kann nur durch jahrelanges Studium, geduldiges Üben und Erfahrung erworben werden.
(The Australian Locomotive Enginedriver's Guide)

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 471

19.06.2017 13:46
#9 RE: Spitzkehren antworten

Der Standort der Ra10-Tafel ist in zweierlei Hinsicht etwas unüblich; 1. im Grünen und 2. rechts vom Gleis. Nach SB 59 steht die Tafel "in der Regel" links vom Gleis. Zur Ergänzung: Die Tafel steht immer am Einfahrgleis, und zwar am Ende des Einfahrsignal-Durchrutschwegs. Bei zweigleisigen Strecken ist auf dem Ausfahrgleis keine Ra10-Tafel erforderlich, weil es da keinen Durchrutschweg gibt. Ob es Regeln für die Ausstellung bei Trapeztafeln gibt, weiß ich nicht.

Die Version ohne Beschriftung kenne ich nur von ehemaligen DDR-DR-Strecken.

Mit Gruß - H.

OOK Offline




Beiträge: 4.251

19.06.2017 14:17
#10 RE: Spitzkehren antworten

Zitat von Fdl Triptis im Beitrag #9
Der Standort der Ra10-Tafel ist in zweierlei Hinsicht etwas unüblich; 1. im Grünen und 2. rechts vom Gleis.

Dass Ra 10 rechts vom Gleis steht, ist auf jeden Fall außerhalb des Normalen, wird aber einen innerbetrieblichen Grund haben.
Aber Dass die Tafel "im Grünen" steht, wirkt nur so durch die Teleaufnahme. Gilpins Ausschnitt war ja auch (unbewusst oder absichtlich?) irreführend.
Wenn man so schaut:



dann sieht man, zu welchem Gleis sie gehört. Dann ist der Abstand vom Gleis ziemlich normal.

Zitat
Die Version ohne Beschriftung kenne ich nur von ehemaligen DDR-DR-Strecken.

Das kann auch nicht anders sein, denn es gibt m. W. immernoch zwei Signalbücher, ein östliches (ex DR-Territorium) und ein westliches (ex DB). Z.B. bedeutet das weiße auf der Spitze stehende Dreieck mit der Zahl 10 im Ostbereich zehn km/h und im Westbereich einhundert km/h.

OOK
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.424

19.06.2017 14:28
#11 RE: Spitzkehren antworten

Hi,

meine Frage war zwar witzig, aber keineswegs absichtlich irreführend gemeint! Durch den Ausschnitt wollte ich nur Speicherplatz sparen.

Mit freundlichem Gruß,
Reiner

OOK Offline




Beiträge: 4.251

19.06.2017 18:32
#12 RE: Spitzkehren in der Anlagenplanung antworten

Die Spitzkehre Bast-Michaelstein der HBE musste ich hier mal loswerden, aber jetzt will ich mal wieder die Kurve zur Modellbahn kriegen. Bast-Michaelstein ist ja wirklich nur eine Spitzkehre, weil die Rübelandzüge sonst den Höhenunterschied auf kurzer Distanz nicht schaffen. Früher hielten hier zwar auch Personenzüge, es gab auch ein EG, aber ein richtiger Bahnhof war das eigentlich nie.

Frage: Macht eine solche Spitzkehre ohne Bahnhoffunktion auf der Modellbahn Sinn? Wenn ich mal im Blauen Buch blättere, gibt es einige Anlagen, die eine Spitzkehre mit Hosenträger aufweisen: Wurzbach und Göltzschtalbrücke (beide auf S. 97) und natürlich Morsbach (S. 117)
Eine Abbildung aus dem BB zeige ich hier:



Oben der Originalplan, darunter die abgespeckte Variante für den dort vorgestellten Anlagenentwurf Wissertalbahn. Morsbach hatte aber Rampe, Güterschuppen und Freiladegleis, war also ein richtiger Vollfunktionsbahnhof. Wenn man jedoch im unteren Plan die drei Stummel weglässt, ist man praktisch schon beim Gleisplan von Bast-Michaelstein.
Würdet ihr eine solche Spitzkehre ohne Bf-Funktion einplanen?

OOK
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Fischkopp Offline




Beiträge: 439

19.06.2017 22:54
#13 RE: Spitzkehren in der Anlagenplanung antworten

Joa,
schon, dann hat man mal was Anderes. Das ist ja nun schon ein gewisses Identelement.
Und wenn man das Umsetzen oder evtl. Zugkreuzungen relativ zelebriert, fallen die
entfallenden Rangiermanöver für das Bedienen der Ortsgüteranlage gar nicht mehr so stark ins Gewicht.
Aber so ein richtiges Totschlagargument gegenüber normalen Spitzkehren seh ich so auch nich.

Gruß
Alex

Udo Offline




Beiträge: 92

20.06.2017 14:20
#14 RE: Spitzkehren in der Anlagenplanung antworten

Hallo,

Zitat von OOK im Beitrag #12
Früher hielten hier zwar auch Personenzüge, es gab auch ein EG, aber ein richtiger Bahnhof war das eigentlich nie.

Wieso soll das kein "richtiger" Bahnhof sei?
Nur weil das eine Gleisanlage ohne nennenswerten Güterumschlag und humanoide Beförderungfälle war/ist und Modellbahneransprüchen daher nicht genügt?

So wie sich die Anlage z. Z. darstellt, ist das doch ein waschechter (Betriebs-)Bahnhof:

Zitat
Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) §4 Abs. 2:
„Bahnhöfe sind Bahnanlagen mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden dürfen. Als Grenze zwischen den Bahnhöfen und der freien Strecke gelten im allgemeinen die Einfahrsignale oder Trapeztafeln, sonst die Einfahrweichen.“


In so einem Betriebsbahnhof kann ich mir eine interessanten Betrieb mit Zugkreuzungen und Lokumläufen /-wechseln vorstellen.

Viele Grüße ÷ Udo

OOK Offline




Beiträge: 4.251

20.06.2017 15:55
#15 RE: Spitzkehren in der Anlagenplanung antworten

Zitat von Udo im Beitrag #14
In so einem Betriebsbahnhof kann ich mir eine interessanten Betrieb mit Zugkreuzungen und Lokumläufen /-wechseln vorstellen.
Ich mir auch.

OOK
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